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Graziös, diese Ursula Wyss

Erstellt von Bürgler am Donnerstag 4. Februar 2010

SP-Fraktionschefin Ursula Wyss war bei Giacobbo/Müller zu Gast. Besonders beeindruckt hat mich, wie sie die Bühne betreten hat.

Das ist einfach Klasse, wie sie unglaublich graziös die linke Hand so locker fallen lässt. Da spiegelt sich ihre Gelassenheit und gleichzeitig signalisiert sie, dass natürlich alle eingeladen sind, ihr die Hand zu küssen, wie es sich für eine Politikerin ihres Formats ja gehören würde. So gibt sich eine zukünftige Bundesrätin! (auch wenn sie noch nicht den schwarzen Hosenanzug trägt, das kann ja noch werden).

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Wieviele Reporter brauchts für eine Katastrophe?

Erstellt von Bürgler am Samstag 23. Januar 2010

A UNDP cash for work programme is putting Haitians on the street clearing rubble and rebuilding. Photo: UNDP

Das Medienmagazin «On the Media»von NPR hat die Frage aufgegriffen, die ich mir beim ganzen Rummel um das Erdbeben in Haiti auch mal gestellt habe: Wie viele Journalisten tummelten sich da eigentlich im Erdbebengebiet? Standen die nicht dauernd im Weg rum? Hielten sie die Rettungskräfte nicht von der Arbeit ab? Kurz: Wie sinnvoll ist es eigentlich, wenn sich der Journalistenstrom in ein Katastrophengebiet ergiesst?

Die drei grossen US-Fernsehstationen entsandten offenbar je zwischen 25 und 75 Leuten. Und die mussten ja zu Essen haben, Unterkünfte und waren nur ein kleiner Teil des ganzen Trosses. Im Interview mit «On the Media» sagt ein Journalist, dass nicht zuletzt wegen der Journalisten aus aller Welt die Lebensmittelpreise in den Himmel schossen. Einige hätten zwar ihre Nahrungsmittel selber mitgenommen – aber auch da ist die Frage: Weshalb für sich und nicht für die Notleidenden?

Sicher: Diese Fragestellung ist irgendwo naiv. Die Leser, Hörerinnen, Zuschauer wollen und sollen über eine solche Katastrophe informiert werden. Und ohne die schrecklichen Bilder aus Haiti wären wahrscheinlich auch die Millionenspenden für die Glückskette nicht zusammengekommen.

Aber auf der anderen Seite gibts da auch den Wettbewerb unter den Medien, das Rennen um die exklusiven Bilder des Schreckens, den man durchaus in Frage stellen darf. Muss das in solchen Fällen wirklich sein? Oder wäre es nicht ausreichend, wenn ein begrenzter Pool von Journalisten die Networks und Agenturen mit Informationen und Bildern versorgt und man für einmal den Quotenwettbewerb vergisst?

Ich weiss es nicht. Ich war noch nie bei einem solchen Ereignis vor Ort. Ich habe keine Ahnung, ob sich die Journalisten als vernünftige Reporter oder als Meute gebärden. Aber als Medienkonsument stellt sich die Frage eben schon: Überwiegt der Nutzen dieser Reportereinsätze oder der Nachteil, den sie vor Ort verursachen? Und natürlich darf sich auch jeder Medienkonsument selber fragen, wieviel er oder sie mit seiner Sensationslüsternheit dazu beiträgt.

Immerhin sind wir noch nicht so weit wie die Amis. Die zweite Geschichte von «On the Media»verursacht bei mir nur Kopfschütteln. Die grossen Networks haben offenbar eigene Ärztinnen und Ärzte, die normalerweise als Reporter arbeiten, in solchen Fällen dann aber als operierende TV-Ärzte fungieren. Sie helfen zwar, aber immer im Licht der Scheinwerfer ihrer Kameras – und verlieren dabei offensichtlich manchmal die nötige Objektivität.

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Drei Gründe für eine Zeitreise und eine Namensänderung

Erstellt von Bürgler am Freitag 22. Januar 2010

Ich wollte schon lange mal auch eine Liste machen mit “X Gründen für Y”. Und heute bin ich über ein paar Videos gestolpert, da stellte ich mir die Frage:

Wieder Teenager? Nein danke, in die Zeit könnte mich niemand zurück prügeln. Ausser – für diese drei Gründe, da würde ich keine Sekunde zögern. Und im ersten Fall liesse ich mich sogar umtaufen.

Blondie: Denis

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Pat Benatar: Hell Is for Children

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Spätestens hier scheiden sich dann wohl die Geister endgültig, wie ich aus Erfahrung weiss.

Kate Bush: Wuthering Heights

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Der (fast) blasphemische Audi

Erstellt von Bürgler am Montag 7. Dezember 2009

Audi Reklame im «Spiegel»

Audi Reklame im «Spiegel»

Kann dieses Nummernschild Zufall sein? Ich weiss nicht. Auch wenn es sich mit dem Y noch zu retten versucht, man kann ja gar nicht anders, als INRI zu lesen. Und diese Inschrift steht nun mal auf dem Kreuz (für IESVS NAZARENVS REX IVDÆORVM). Also lautet doch die versteckte Botschaft dieser Audi-Werbung: Würde Jesus heute leben, dann würde er mit diesem Audi herumfahren (und hätte eine vanity plate) – oder so ähnlich.

Noch besser wäre jetzt allerdings die Nummer IN RY 66 gewesen. Dann könnte man noch darüber spekulieren, ob da nicht eine 6 abgeschnitten wurde, also eigentlich 666 – the number of the devil.

Mr. Prof. Langdon – übernehmen Sie.

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NZZ: Titelgebung unter Askese-Doktrin

Erstellt von Bürgler am Sonntag 8. November 2009

Stimmt das wirklich? “Öffnung der innerdeutschen Grenzen” habe die NZZ vor 20 Jahren zum historischen Mauerfall getitelt. Es wäre Wasser auf meine Mühle. Genau wegen solchen Titeln habe ich die alte Tante aus Zürich jahrelang gehasst.

Diese Arroganz, Dummheit und falschverstandene distanzierte Objektivität, ging mir so was von auf den Wecker. Das Rezept: Man nehme nur Substantive (am besten unverständliche Komposita, in obigem Beispiel nicht erfüllt), man vermeide unbedingt, Akteure zu nennen, Verben sind verboten und Adjektive nur erlaubt, wenn ihnen jegliche Aussagekraft abgeht. Kurz – Titel, die gesundheitsgefährdend sind, weil sie einen akuten Anfall von Narkolepsie auslösen können.

Das Schlimmste daran war, dass man auf der Redaktion den Praktikanten beibringen wollte, was gute Titel sind und weshalb ihr Titel deshalb so definitiv nicht ins Blatt kommt. Sie rechtfertigten sich regelmässig mit: “Aber die NZZ machts doch auch so.” Dann musste man ihnen erklären, wo es sich lohnt, der NZZ nachzueifern und wo sicher nicht. Ein paar habens zum Glück kapiert, andere nicht – von einem Fall weiss ich da, dass diese Person dem Journalismus abschwor und heute bei einem Bundesamt tätig ist.

Heute ist das ja alles ein bisschen anders, vor allem seit dem letzten Redesign der NZZ. Nur ab und zu schaffts noch so ein Askese-Titel ins Blatt. Schade? Nein, natürlich nicht, aber mein NZZ-Trauma hab ich dennoch und trotz Konfrontationstherapie ist es immer noch nicht ganz geheilt.

PS: Die Geschichte des Mauerfall-Titels lässt sich nachlesen bei welt.de, geschrieben von einem gewissen Roger Köppel.

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