Im Namen des Volkes…

Foto: Dierk Schaefer

Foto: Dierk Schaefer

…ergehen manchmal auch völlig idiotische Urteile. Ein Highlight in dieser Kategorie liefert das Landgericht Karlsruhe.

Der Fall: Ein Mann hatte in einem Blog auf eine Webseite verlinkt, von dieser Seite wiederum wurde auf eine rechtlich zweifelhafte Seite weiterverlinkt. Deshalb wurde gegen diesen Mann ein Durchsuchungsbeschluss erlassen.

Gegen diesen Beschluss wehrte der sich und erhielt vor dem Landsgericht Karlsruhe nicht recht. Das ginge vielleicht noch an, die Begründung ist aber oberhirnrissig.

„Aufgrund der netzartigen Struktur des WORLD WIDE WEB ist jeder einzelne Link im Sinne der conditio-sine-qua-non-Formel kausal für die Verbreitung krimineller Inhalte, auch wenn diese erst über eine Kette von Links anderer Anbieter erreichbar sind“

Also wenn ich einen Link setze, auf eine Seite, die einen Link gesetzt hat auf eine Seite, die… usw. kann man mich am Schluss  packen?

Wo leben diese Richter? Im Altersheim? So was von weltfremd oder paragrafenstur kanns doch gar nicht geben.

Hübsch übrigens, dass einer rausgefunden hat, dass die Richter in Karlsruhe sich an der eigenen Nase nehmen können. Auch von ihrer Webseite aus kommt man zu der inkriminierten Zieladresse.