Apple – vom Strahlemann zum Bösewicht

Oder: wie aus dem guten David ein böser Goliath wurde. Eine kleine Polemik, die ich für DRS 2 aktuell gemacht habe.

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Die Printversion

Ein Macintosh 128 K aus den guten alten Zeiten. Foto: ##http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Macintosh_128k_transparency.png##www.allaboutapple.comi## (cc ##http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/it/deed.de##by-sa##)

Es waren einmal PC-Benutzer und solche, die das explizit nicht sein wollten. Diese andere Gruppe benutzte Apple-Computer. Sie hatten einen Mac, nicht einen Computer, nicht einen PC – nein, einen Mac und nichts anderes.

Wer einen Mac hatte, fühlte sich gut dabei. Nicht nur, weil die Hardware gut aussah und die Software einwandfrei funktionierte. Nein, wer einen Mac hatte, gehörte zu den Guten. Es war ein anti-monopolistisches Statement gegen die übermächtige Firma des Bösen – gegen Microsoft.

Das war damals, als Apple mit seinem charismatischen Anführer Steve Jobs der David war. Microsoft dagegen der Goliath mit einem Bill Gates an der Spitze, und den Kartellbehörden im Nacken, die der Firma unlautere Praktiken vorwarfen.

Und heute? Ist Microsoft immer noch grösser als Apple. Aber Schlagzeilen macht nur noch Apple, respektive der einzige Mann, der für Apple reden darf: Steve Jobs.

Steve Jobs revolutionierte mit dem iPod das Musik hören. Steve Jobs erfand mit iTunes den Musikverkauf neu. Steve Jobs stellte mit dem iPhone den Handymarkt auf den Kopf. Und mit dem iPad will er nun auch den Markt für elektronische Bücher und andere Medien aufmischen.

Dass diese Erfolge seinem Genius zu verdanken sind und seinem gnadenlosen Führungsstil, weiss man nicht erst seit der letzten Titelgeschichte des Spiegels über den iKult.

Jobs war noch nie ein Menschenfreund, er vertraut einzig sich selber – und lag damit bislang immer richtig. Allerdings: das selbstherrliche Gebaren ihres Chefs könnte für die Firma jetzt mehr zum Problem werden, wo Apple vom Computerzwerg zum Riesen im Unterhaltungsgeschäft geworden ist.

Noch riefen die kritischen Stimmen zaghaft „Zensur“, als Apple satirische Anwendungen aus seinem Shop verbannte. Etwas lauter wird jetzt über Wettbewerbsbehinderung diskutiert, wenn Apple den Entwicklern vorschreibt, mit welchen Programmen sie arbeiten dürfen und mit welchen nicht. So laut, dass die US-Behörden aufgehorcht haben und ein Kartellverfahren erwägen.

Sollte Apple verurteilt werden, dann wäre offiziell, was sich schon lange abzeichnet: Auch Steve Jobs Firma gehört zu den bösen Monopolisten wie der einstige Erzfeind Microsoft.

Ein Kommentar

  1. Heutzutage schreibt man keine Kommentare mehr. Und das hier
    b <– ist kein Buchstabe, sondern ein aufrechter Daumen*.

    * Neu-Facebookianischer Ausdruck für: "Gefällt mir".

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