Medien in der Krise – Reaktionen

Am einen und anderen Ort wurde und wird über das Jahrbuch «Qualität der Medien» des «fög» und dessen Leiter Kurt Imhof berichtet und auch diskutiert. Ein kleine Auswahl:

Düstere Perspektiven für die Medien-Schweiz (NZZonline 13.8.)
Unbedingt einen Blick in die Kommentare werfen. Hier zeigt sich, dass für einige LeserInnen die Qualität der Medien definiert wird durch die parteipolitische Haltung, die die LeserInnen dem Medium zuschreiben. Mein Lieblingssatz: «Ich wünschte mir ehrlichere, gut recherchierte, Wahrheits und Vertrauen basierende und weniger LINKE Medien!! Volksnähe und Liebe zum Land sind gefragt!»

«Wir verdienen keinen Billig-Journalismus» (NZZonline 13.8.)
Kurt Imhof im Interview über seinen Projekt «Medien-Observatorium». Ein paar Erläuterungen, weshalb er überhaupt den Medien auf die Finger schauen will und wer das (nicht) bezahlen will. Der Kulturpessimist dringt durch im Interview, aber sein Feuer für seine Mission weckt doch noch ein bisschen Sympathien (bei mir).

Medien in der Krise? (SF Tagesschau 13.8.)
Zwei Reaktionen auf die Aussagen des Jahrbuchs. «Diese Studie ist falsch», meint kurz und bündig Hanspeter Lebrument, Präsident des Verbandes Schweizer Presse. Unter anderem deshalb, weil Journalisten heute so gut seien, dass sie auch von der Privatwirtschaft abgeworben würden. Noch umwerfender ist die Argumentation von 20 Minuten Onlinechef Hansi Voigt, der in den Kommentaren auf seiner Webseite einen wertvollen Beitrag zur demokratischen Diskussion sieht.
Ich weiss, 20 Sekunden-Statements lassen keinen grossen Diskurs zu, aber hätte es nicht griffigere Argumente gegeben?

Medienschau (medienspiegler.ch)
Martin Hitz fasst die Studie zusammen, eine erste Diskussion auf dem Blog nimmt eine eigentümliche Wendung, wie auch «ein Journalist» findet: «Amüsante Diskussion hier: Da erscheint also eine Studie, die einen Qualitätsverlust der Schweizer Medien festgestellt haben will und den Medien vorwirft, zunehmend Formfragen statt Inhalte zu erörtern. Und worüber diskutieren die Kommentatoren und Medienfachleute in diesem Blog? Ob die Studie kostenlos oder nur gegen Bezahlung erhältlich sein soll.»

Jahrbuch «Qualität der Medien»: Diskussionsbeitrag von Prof. Kurt Imhof (medienspiegler.ch)
In der Diskussion zum Diskussionsbeitrag von Kurt Imhof gehts dann mehr zur Sache. Unbedingt reinschauen.

6 Gründe, weshalb Kurt Imhof mit seinen Aussagen zur Qualität in den Medien falsch liegt (thomnagy.posterous.com)
Die sechs Gründe, die Thom Nagy anführt, haben eine interessante Diskussion auf seinem Blog angeregt, die auch auf den Blog von Philippe Wampfler überschwappte.

«Lieber Kurt Imhof» Kolumne von Peter Rothenbühler (SoZ 15.8.)
Kürzer als Kollege Patrik Tschudin kann man diese Kolumne von Peter Rothenbühler nicht zusammenfassen: «Rothenbühler, „Erfinder“ des .ch-People-Journalismus, pinkelt in SoZ Medien-Imhof ans Bein.» Besonders hervorzuheben wäre einzig noch dieser Nierenschlag (um bei der Urin-Metapher zu bleiben): «Ich (Rothenbühler) wette, du (Imhof) liest Zeitungen gratis (weil von der Uni abonniert).»

«Boulevard ist ein überholter Kampfbegriff» (TagesAnzeiger online, 17.8.)
Der Tages-Anzeiger hat Karl Lüönd («Er gehörte der Chefredaktion von «Blick», «Züri Leu» und «Züri Woche» an. ») befragt. Ich hab das Heu definitiv nicht auf der gleichen Bühne wie er. Aber er wirft ganz salopp, schon fast schludrig die eine oder andere Frage auf, die man sich mal durch den Kopf gehen lassen darf.