Bye bye BaZ oder Hurra, die BloZ kommt

Ich habe mir heute nachmittag beim Stand von 338 Kommentaren eine PDF-Kopie des BaZ-Artikels gemacht über die BaZ-Blocher-Geschichte – und dann mal gezählt: Wer hat das Abo gekündigt und wer will jetzt ein Abo neu bestellen.

Abo gekündigt 50 14,8% Neues Abo 5 1,5%
Abo-Kündigung angetönt, evt. 32 9,5% Neues Abo angetönt, evt. 8 2,4%
Abo schon früher gekündigt 7 2,1% Abo enthusiastisch verlängern 1 0.3%

Und jetzt können die Zahlenspiele beginnen.

Bei den Kündigungen gegenüber den Neu-Abos resultiert ein Minus von 13,5 %. Das wäre hochgerechnet auf die aktuelle Auflage (88 187) ein Exodus von 11 900 AbonnentInnen. Und das wiederum würde bei einem Jahresabo-Preis (ohne TV-Heftli) von 389 Franken bedeuten, dass die BaZ Einnahmen verliert in der Höhe von 4,6 Millionen Franken.

Und das ganze nochmal gerechnet mit den nicht ganz eindeutigen Kündigungen oder Neu-Abos: Minus 20,4% Abos, minus 18 000 AbonnentInnen, Einnahmeverlust 7,0 Millionen Franken.

Das sollte die Strategiegruppe Blochotanti vielleicht mitrechnen… Oder Herr Blocher soll schon mal seine Portokasse öffnen.

7 Kommentare

  1. Zu Beginn meiner journalistischen Karriere habe ich mal für eine Tageszeitung einen Artikel geschrieben, der einige Dutzend Abo-Kündigungsdrohungen auslöste. Nicht ein einziger Absender hatte aber ein Abo dieser Zeitung, wie sich bei einem Blick in die Abo-Kartei herausstellte. Ein treuer Abonnent hingegen drohte bereits seit 10 Jahren so 5-6 x jährlich sein Abo zu künden. Ich habe mir dann von erfahrenen Kollegen sagen lassen, dass Zeitungen – überspitzt gesagt – gar nicht so viele Abonennten haben, wie sie Abo-Kündigungsdrohungen erhalten. Dann gibt es noch eine Menge Leute, die die Gelegenheit nutzen, sich selber zu profilieren, allen voran Lokalpolitiker, die auf der Hinterbank sitzen.

  2. Wie ich sehe, ist es „bloss“ ein Mandat an Blocher’s Beratungsfirma Robinvest, er hätte vielleicht nicht mal grossen Einfluss auf die redaktionelle Freiheit genommen … aber Vorsicht ist hier wohl am Platze. Viel mehr würde mich die Ernennung des früheren WW-Vize-Chefredaktors Markus Somm zum Baz-Chefredaktor bedenklich stimmen … Oder der Besitzerwechsel! Andererseits sollte die Redaktion besser mithelfen, Wege zu suchen, damit das Defizit verschwindet, z.B. die regio besser und das Elsass neu einbeziehen, nicht immer über die Zürcher schimpfen … Und als letztes: Leserzahlen sind schliesslich der Applaus für die Zeitungsleute, nur verneigen sich diese nie vor den Applaudierenden, sie sollten von den Schauspielern lernen.

    Leider ist Nicolas Hayek nicht mehr!

    Herzlich aus dem kanadischen Busch von René J Hüppi, 35 Jahre Kommunikationsberater (u.a. Sperry Herbsttagung, S.E.N.S. Recycling), seit 16 Jahren Hotelier in B.C. (möchte mich pensionieren, daher zum Verkauf)

    P.S.: Meine Information über die Schweizer Kommunikationswirtschaft kommen von http://www.persoenlich.ch

  3. Ich glaube, die BaZ-Journis würden nicht abhauen, weil die Abo-Zahlen sinken. Hier gehts nicht um Egos, die sich an ihrer LeserInnenzahl ergötzen wollen. Es geht um die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, wenn die Zeitung (noch) weniger rentiert.

  4. kein wunder, das würde ja nicht in deren strategie passen. und wenn die journalisten abhauen, nur weil die abos runtergehen (wohl vorübergehend), dann ist das ja auch nicht so ehrenvoll, richtig?

  5. Da hast du völlig recht, Jarjour. Ist wirklich nur ein Zahlenspiel unter dem Motto, was wäre wenn… Aber bleibt uns ja nichts anderes, da laut TA die BaZ nicht mal mehr redaktionsintern die Zahl der Abo-Kündigungen kommuniziert, seit Somm im Amt ist.

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