How to Get to
Heaven from Belfast
Staffel 1, Netflix


Mit «How to Get to Heaven from Belfast» legt Lisa McGee nach ihrem Comedy-Erfolg «Derry Girls» eine Serie vor, die tonal in eine andere Richtung geht – aber wiederum «very Irish» ist.
Statt Coming-of-Age-Humor liefert sie ein Mystery-Drama über drei Frauen, die von ihrer gemeinsamen Vergangenheit eingeholt werden. Das Ergebnis ist klug konstruiert, oft schrill inszeniert, aber auch überraschend düster.
Im Zentrum stehen Saoirse, Robyn und Dara. Die drei Enddreissigerinnen aus Belfast kennen sich seit ihrer Schulzeit. Sie fahren zur Beerdigung von Greta, die damals die Vierte im Bunde war. Doch ein traumatisches Ereignis führte vor 20 Jahren zum Bruch zwischen den Freundinnen.
Ihre Reise konfrontiert die drei nicht nur mit ihrer Vergangenheit, sondern bringt sie auf die Spur eines weiteren möglichen Verbrechens. Wurde Greta ermordet? Oder ist sie gar nicht tot? Aber wer ist dann die Leiche im Sarg?
Lisa McGee mixt Krimi und Komödie zu einem eigenwilligen Mystery-Drama, das sich wohltuend von durchschnittlichen Whodunit-Serien abhebt. Was ich ihr ausserdem hoch anrechne: Sie erzählt die Geschichte zu Ende und vertraut darauf, dass ihre Storyidee stark genug ist für eine zweite Staffel. Ich würde ihr dafür sofort grünes Licht geben.
Ponies
Staffel 1, Sky Show


Bea und Twila arbeiten Ende der 1970er-Jahre als Sekretärinnen in der US-amerikanischen Botschaft – und sie spionieren für die CIA. Ihre Rekrutierung verdanken sie zwei Eigenschaften: Als Witwen von CIA-Agenten kennen sie den Laden. Aber vor allem sind sie «Ponies» – Persons of No Interest. Will heissen: Sie sind für den KGB unsichtbar, da er Frauen keine Spionagetätigkeit zutraut.
Diesen Vorteil will Dane Walter, der CIA-Chef in Moskau, nutzen. Er sieht grosszügig darüber hinweg, dass Bea und Twila ansonsten keinerlei Fähigkeiten als Spioninnen mit sich bringen.
Der Charme von «Ponies» liegt im Retro-Ostblock-Look. Den grössten Unterhaltungswert schöpft die Serie aus den absurden Situationen, in die sich Bea und Twila durch ihr Unvermögen immer wieder manövrieren. Leider kann sich «Ponies» aber nicht entscheiden, ob die Serie Komödie oder Thriller sein will. Auf Dauer gelingt dieser Balanceakt nicht.
Wirklich unbefriedigend ist wieder einmal der Schluss. Das Drehbuch hätte Bea und Twila ihre Mission abschliessen lassen können, um sie in einer zweiten Staffel auf neue Abenteuer zu schicken.
Doch offensichtlich hatten die Macher:innen zu wenig Vertrauen in ihre Grundidee. Deshalb versuchen sie billig zu einer zweiten Staffel zu kommen und lassen die Geschichte mit einem Cliffhanger enden. Das ist immer ein schlechtes Zeichen.
The Lincoln Lawyer
Staffel 4, Netflix


Landet Mickey Haller im Todestrakt? Nein, natürlich nicht. Das ist kein Spoiler, denn wir wissen von Anfang an, dass Netflix seinen erfolgreichsten Anwalt nicht über die Klinge springen lässt. Der Streamer hat bereits vor dem Start der vierten Staffel die fünfte bestätigt.
Also geht es in der jüngsten «Lincoln Lawyer»-Geschichte nicht darum, ob Mickey Haller wegen Mordes verurteilt wird, sondern wie er die Geschworenen von seiner Unschuld überzeugt. Das ist nicht einfach, denn alles deutet darauf hin, dass er seinen ehemaligen Klienten Sam Scales getötet hat.
Die Leiche fand man im Kofferraum seines Autos, Patronenhülsen, die zur Tatwaffe passen, in seiner Garage. Auch ein Motiv liegt vor: Sam schuldete Mickey Geld. Für die Staatsanwältin Dana Berg, Spitzname «Death Row Dana», ist klar: Mickey gehört hinter Gitter.
Mickey und sein Team haben nur eine Chance, seine Unschuld zu beweisen: Sie müssen herausfinden, wer wirklich hinter dem Mord steckt.
Der vierte Fall von Lincoln Lawyer ist zwar persönlicher, weil es um Mickeys eigene Haut geht. Das zeigt sich in ein paar tollkühnen und gefährlichen Entscheidungen, die er trifft. Im Grossen und Ganzen folgt der Plot aber den bewährten und immer noch gut funktionierenden Mustern. Alles spannend wie gewohnt, wenn auch etwas länglicher als in der letzten Staffel. Das ändert nichts daran, dass man «The Lincoln Lawyer» ohne grosse Pausen durchschaut.
Auf der Watchlist

The Artful Dodger (Staffel 1&2, Disney+)

A Knight of the Seven Kingdoms (Staffel 1, HBO Max)

Star Trek: Starfleet Academy (Staffel 1, Paramount+)
Serien-Top-Ten
| 1️⃣ | ![]() | The Night Manager (Staffel 2) Spionagethriller, Prime Video |
| 2️⃣ | ![]() | A Thousand Blows (Staffel 2) Historiendrama, Disney+ |
| 3️⃣ | ![]() | Wolf Hall: The Mirror and the Light Historiendrama, BBC/arte |
| 4️⃣ | ![]() | How to Get to Heaven From Belfast Mysterykomödie, Netflix |
| 5️⃣ | ![]() | The Lincoln Lawyer (Staffel 4) Krimi/Gerichtsdrama, Netflix |
| 6️⃣ | ![]() | La Linea della Palma Thriller, Play Suisse |
| 7️⃣ | ![]() | Steal Thriller, Prime Video |
| 8️⃣ | ![]() | Stranger Things (Staffel 5) Fantasyabenteuer, Netflix |
| 9️⃣ | ![]() | Pluribus Sci-Fi-Dramedy, Apple TV |
| 🔟 | ![]() | Ponies Spionagethriller, Sky Show |
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Wieder mal hat mich mein ungutes Gefühl nicht getäuscht. Der Clifffhanger von «The Abandons» wird nie aufgelöst, Netflix hat die…