The Pitt

Staffel 1&2, HBO Max
5 von 5 Sternen
Poster für die Max Original Serie «The Pitt». Zeigt einen Mann mit Bart in blauer Jacke in einer Krankenhausumgebung. Der Serientitel ist in grossen gelben Buchstaben über das Bild gelegt. Im Hintergrund sind weitere Personen und medizinische Geräte zu sehen.

Wer hätte gedacht, dass es gelingt, das Genre der Krankenhausserie aus dem Koma zu holen. Was in den letzten Jahren über den Bildschirm flimmerte, könnte man – mit wenigen Ausnahmen – als hirntot bezeichnen. Es bewegt sich zwar etwas, aber es ist völlig seelenlos.

«The Pitt» knüpft dort an, wo «ER», vor 17 Jahren aufhörte. Zum einen mit Noah Wyle, der in «ER» einen angehenden Arzt spielte und jetzt als Dr. Michael «Robby» Robinavitch die Notaufnahme eines Krankenhauses in Pittsburgh leitet.

Vor allem aber orientiert sich «The Pitt» am Erfolgsrezept von «ER»: die rasante Erzählweise, die hektische Kameraführung, episodenübergreifende Handlungsstränge, die Einbindung von politisch-gesellschaftlichen Themen und Authentizität.

«The Pitt» fesselt von der ersten Minute an. Jede Episode wird (fast) in Echtzeit erzählt. Der Arbeitstag auf der Notaufnahme für Robby, seine Ärzt:innen, ein paar Medizinstudierende und das Pflegepersonal dauert 15 Stunden. Da zeigt sich nicht nur, was alles mit dem menschlichen Körper schiefgehen kann. Auch zwischenmenschlich brodelt es.

Wer «The Pitt» einschaltet, wird Mühe haben, wieder abzuschalten. Die Serie entwickelt einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Warum niemand früher auf die Idee kam, wieder eine Krankenhausserie im Muster von «ER» zu produzieren, bleibt ein Rätsel. Denn «The Pitt» beweist, dass das heute noch bestens funktioniert.

Stenbeck

Mini-Serie, Sky Show/ZDF
3 von 5 Sternen
Poster für die Sky-Serie «Stenbeck»: Ein Mann in gestreiftem Hemd, roter Krawatte und Hosenträgern steht selbstbewusst vor einem Privatjet auf einem Flugplatz. Neben ihm läuft ein kleiner Hund. Im Vordergrund sind unscharf Mikrofone zu sehen, die auf ihn gerichtet sind.

Jan Stenbeck? Nie gehört. Dabei ist der schwedische Geschäftsmann mit der schweizerischen Mediengeschichte verknüpft. 1995 gründete er in Stockholm die erste Pendlerzeitung «Metro». Fünf Jahre später erschien sie als «Metropol» in der Schweiz.

In Schweden machte sich Jan Stenbeck einen Namen, nicht nur als Unternehmer, sondern auch durch den erbitterten Streit um das Familienimperium mit seinen Schwestern. «Stenbeck» schildert diesen Erbstreit und seinen Aufstieg zum Medienpionier und Erzfeind der staatlichen Monopolbetriebe.

«Stenbeck» zeichnet einen Visionär, der technologischen Fortschritt bringt, aber auch einen jähzornigen Egoisten, dem einzig Erfolg wichtig ist. Mitarbeiter:innen sind ihm egal. Gefühle zeigt er nur für seine Frau und Kinder.

Die Serie bleibt in der Charakterzeichnung oberflächlich. Jan Stenbeck bleibt dem Zuschauer fern, obwohl er eine schillernde Figur war. Auch die anderen Charaktere wie seine Schwestern oder seine Wegbegleiter bleiben blass.

In der Serie hinterlassen daher weder der Mensch Jan Stenbeck noch seine Leistungen einen bleibenden Eindruck. Der Reiz, in die Anfänge technologischer und medialer Umwälzungen zu blicken, verpufft schnell. Schneller als «Metropol» aus der Schweizer Medienlandschaft verschwand. Nach nur zwei Jahren stellte das Blatt 2002 sein Erscheinen ein.

Kacken an der Havel

Staffel 1, Netflix
4 von 5 Sternen
Poster für die Netflix-Serie «Kacken an der Havel». Acht Personen bilden einen Kreis und schauen von oben in die Kamera, vor blauem Himmel mit Wolken. In der Mitte steht der gelbe Serientitel und das rote Netflix-Logo. Ein kleiner gelber Vogel ist ebenfalls zu sehen.

Eine Serie über einen Möchtegern-Rapper, in der eine Ente namens Tupac die Erzählerin mimt, und «Kacken an der Havel» heisst. Das kann nur in die Hose gehen, oder? Weit gefehlt!

Die Komödie der Brüder Dimitrji und Alex Schaad setzt nicht, wie der Titel vermuten liesse, auf Schenkelklopferwitze oder Fäkalhumor. Stattdessen lebt sie von verrückten Figuren, überdrehten Plots und absurden Dialogen. Dieser Mix macht wirklich Spass.

«Kacken an der Havel» beschreibt keine Tätigkeit, sondern einen fiktiven Ort in Brandenburg. Hier ist Toni aufgewachsen und bei erstbester Gelegenheit abgehauen, um in Berlin Rap-Star zu werden. Daraus wurde nichts. Toni arbeitet als Pizzabäcker, Rappen blieb ein Hobby.

16 Jahre später kehrt er zurück, um seine Mutter zu beerdigen. Sie war beim Retten einer Ente vom Baum gefallen und von einem Blitz erschlagen worden. Die Rückkehr nach Kacken stellt seine Welt auf den Kopf. Er ist plötzlich Vater, muss sich mit seiner Familie rumschlagen und erhält ein Angebot für einen Plattenvertrag.

Die Gebrüder Schaad haben ein buntes Panoptikum mit einer Unmenge an schrägen Geschichten und noch schrägeren Figuren geschaffen. Das erinnert manchmal an Wes Anderson, aber auch an Monty Python. Ihre Serie erweist sich als gelungenes Alchemistenexperiment: Aus Kacke(n) haben sie (Komödien-)Gold gemacht.


Auf der Watchlist

Blonde Frau in brauner Jacke steht in goldener Abendstimmung auf einer Wiese mit hohem Gras. Im Hintergrund ist ein rustikales Holzhaus zu sehen. Unten im Bild der Serientitel «The Madison» mit dem Paramount+ Logo.

The Madison (Staffel 1, Paramount+)

Netflix-Poster für «Jo Nesbø's Detective Hole»: Drei Personen stehen vor einer Hafenkulisse mit Stadtpanorama. Im Vordergrund ein Mann im schwarzen Ledermantel, dahinter eine Frau im blauen Blazer und ein weiterer Mann in dunkler Kleidung. Links ein weisses Auto.

Jo Nesbøs Detective Hole
(Staffel 1, Netflix)

Poster für die Serie «Nautilus» zeigt zehn Charaktere in viktorianischer Kleidung im Inneren eines U-Boots mit grossen Fenstern. Im Zentrum steht ein Mann mit langen dunklen Haaren am Steuerrad. Der Titel «Nautilus - Inspired by Jules Verne» ist prominent dargestellt.

Nautilus (Staffel 1, ZDF (VPN))


Serien-Top-Ten

1️⃣Poster für die Max Original Serie «The Pitt». Zeigt einen Mann mit Bart in blauer Jacke in einer Krankenhausumgebung. Der Serientitel ist in grossen gelben Buchstaben über das Bild gelegt. Im Hintergrund sind weitere Personen und medizinische Geräte zu sehen.The Pitt (Staffel 1&2)
Krankenhausdrama,
HBO Max
2️⃣Zwei Personen in braunen Umhängen stehen unter einem Baum auf einem Hügel und blicken auf eine mittelalterliche Siedlung in grüner Landschaft mit Bergen im Hintergrund.A Knight of the
Seven Kingdoms

Ritterdrama, HBO Max
3️⃣Werbeplakat für die Amazon Prime-Serie «The Night Manager». Drei Personen in formeller Kleidung stehen vor einer dramatischen Berglandschaft im Abendlicht.The Night Manager
(Staffel 2)

Spionagethriller,
Prime Video
4️⃣Poster für die Serie «Kacken an der Havel» mit goldenem Logo und acht Charakteren in einem leuchtenden Kreis vor violettem Hintergrund. Die Figuren tragen verschiedene Outfits, darunter ein Kostüm mit Entenkopf. Buntes, retro-futuristisches Design.Kacken an der Havel
Komödie, Netflix
5️⃣Netflix-Serie «Unfamiliar»: Promobild zeigt zwei Personen im Profil – eine blonde Frau und einen bärtigen Mann – vor nächtlicher Stadtsilhouette mit markanten Gebäuden und Fernsehturm. Düstere, grünlich-blaue Beleuchtung verstärkt die Thriller-Atmosphäre.Unfamiliar
Thriller/Drama, Netflix
6️⃣Netflix-Promobild für «The Night Agent»: Ein Mann mit kurzen braunen Haaren in grauem Pullover blickt über die Schulter. Im Hintergrund sind warme, orangefarbene Lichter zu sehen. Der Titel der Serie steht links im Bild.The Night Agent
(Staffel 3)

Actionthriller, Netflix
7️⃣Poster zu «The Artful Dodger» auf Disney+. Zeigt drei Personen in viktorianischer Kleidung vor einer Menschenmenge: Eine blonde Frau in kariertem Kleid, einen jungen Mann mit gewelltem Haar in blauer Weste und einen älteren bärtigen Mann.The Artful Dodger
Historienromanze/
Komödie, Disney+
8️⃣Drei Frauen sitzen auf einem Sarg, der über einer Klippe schwebt. Links eine Frau im grünen Pullover, in der Mitte eine mit roter Mütze und dunklem Mantel, rechts eine blonde Frau in rosa Bluse. Der Titel «How to Get to Heaven from Belfast» und das Netflix-Logo sind sichtbar.How to Get to
Heaven From Belfast
Mysterykomödie,
Netflix
9️⃣Poster für die Netflix-Serie «The Lincoln Lawyer»: Ein Mann in weissem Hemd sitzt in einem schwarzen Cabrio vor der nächtlichen Skyline von Los Angeles. Das Auto hat rot-blaue Polizeilichter.The Lincoln Lawyer
(Staffel 4)

Krimi/Gerichtsdrama,
Netflix
🔟Werbeplakat für die Serie «La Linea della Palma» von Play Suisse. Es zeigt vier Personen in fragmentierten Bildausschnitten: eine blonde ältere Frau, eine junge brünette Frau, einen jungen und einen älteren Mann. Im Hintergrund sind Flugzeug und Landebahn zu sehen.La Linea della Palma
Thriller, Play Suisse

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