The Madison
Staffel 1, Paramount+


Taylor Sheridan mag New York und seine woken Einwohner:innen nicht. Er liebt die bodenständigen Landbewohner und die Natur. Das zeigt seine neueste Serie «The Madison». Dieses einfache Strickmuster von Land gleich gut und Stadt gleich böse stört aber überraschend wenig. Das liegt an den wunderschönen Landschaften, der eher sanften Häme, mit der über die Städter:innen hergezogen wird, und an Michelle Pfeiffer, die die Serie öfter davor rettet, in Kitsch abzugleiten.
Sie ist Stacy Clyburn, Matriarchin einer Familie, deren Lebensmittelpunkt New York ist. Oder war. Als ihr Ehemann Preston (Kurt Russell) bei einem Flugzeugabsturz stirbt, reist sie mit ihren beiden Töchtern, ihrem Schwiegersohn und zwei Enkelinnen nach Montana, wo das Unglück geschah.
Stacy entdeckt die Schönheit und Ruhe, die das Landleben bietet, das ihr Mann so geliebt hat. Sie empfindet die Umgebung als heilende Kraft für ihre Trauer. Ganz im Gegensatz zu ihrer Familie, die nichts mit Holzhütten, Plumpsklo und Hirschfleisch anfangen kann.
Trotz allem berührt einen «The Madison» nicht so tief, wie es diese Geschichte sollte. Sheridan setzt zu wenig Energie ein, nahbare und facettenreiche Figuren zu schaffen – mit Ausnahme von Stacy. Zu schnell verfällt er in den simplistischen Ansatz, dass Natur und das einfache Landleben alle Übel – vor allem die der städtischen Welt – vergessen machen können.
The Pitt
Staffel 1&2, HBO Max


Wer hätte gedacht, dass es gelingt, das Genre der Krankenhausserie aus dem Koma zu holen. Was in den letzten Jahren über den Bildschirm flimmerte, könnte man – mit wenigen Ausnahmen – als hirntot bezeichnen. Es bewegt sich zwar etwas, aber es ist völlig seelenlos.
«The Pitt» knüpft dort an, wo «ER», vor 17 Jahren aufhörte. Zum einen mit Noah Wyle, der in «ER» einen angehenden Arzt spielte und jetzt als Dr. Michael «Robby» Robinavitch die Notaufnahme eines Krankenhauses in Pittsburgh leitet.
Vor allem aber orientiert sich «The Pitt» am Erfolgsrezept von «ER»: die rasante Erzählweise, die hektische Kameraführung, episodenübergreifende Handlungsstränge, die Einbindung von politisch-gesellschaftlichen Themen und Authentizität.
«The Pitt» fesselt von der ersten Minute an. Jede Episode wird (fast) in Echtzeit erzählt. Der Arbeitstag auf der Notaufnahme für Robby, seine Ärzt:innen, ein paar Medizinstudierende und das Pflegepersonal dauert 15 Stunden. Da zeigt sich nicht nur, was alles mit dem menschlichen Körper schiefgehen kann. Auch zwischenmenschlich brodelt es.
Wer «The Pitt» einschaltet, wird Mühe haben, wieder abzuschalten. Die Serie entwickelt einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Warum niemand früher auf die Idee kam, wieder eine Krankenhausserie im Muster von «ER» zu produzieren, bleibt ein Rätsel. Denn «The Pitt» beweist, dass das heute noch bestens funktioniert.
Stenbeck
Mini-Serie, Sky Show/ZDF


Jan Stenbeck? Nie gehört. Dabei ist der schwedische Geschäftsmann mit der schweizerischen Mediengeschichte verknüpft. 1995 gründete er in Stockholm die erste Pendlerzeitung «Metro». Fünf Jahre später erschien sie als «Metropol» in der Schweiz.
In Schweden machte sich Jan Stenbeck einen Namen, nicht nur als Unternehmer, sondern auch durch den erbitterten Streit um das Familienimperium mit seinen Schwestern. «Stenbeck» schildert diesen Erbstreit und seinen Aufstieg zum Medienpionier und Erzfeind der staatlichen Monopolbetriebe.
«Stenbeck» zeichnet einen Visionär, der technologischen Fortschritt bringt, aber auch einen jähzornigen Egoisten, dem einzig Erfolg wichtig ist. Mitarbeiter:innen sind ihm egal. Gefühle zeigt er nur für seine Frau und Kinder.
Die Serie bleibt in der Charakterzeichnung oberflächlich. Jan Stenbeck bleibt dem Zuschauer fern, obwohl er eine schillernde Figur war. Auch die anderen Charaktere wie seine Schwestern oder seine Wegbegleiter bleiben blass.
In der Serie hinterlassen daher weder der Mensch Jan Stenbeck noch seine Leistungen einen bleibenden Eindruck. Der Reiz, in die Anfänge technologischer und medialer Umwälzungen zu blicken, verpufft schnell. Schneller als «Metropol» aus der Schweizer Medienlandschaft verschwand. Nach nur zwei Jahren stellte das Blatt 2002 sein Erscheinen ein.
Auf der Watchlist

Jo Nesbøs Detective Hole
(Staffel 1, Netflix)

Paradise (Staffel 2, Disney+)

The ‚Burbs (Staffel 1, Sky Show)
Serien-Top-Ten
| 1️⃣ | ![]() | The Pitt (Staffel 1&2) Krankenhausdrama, HBO Max |
| 2️⃣ | ![]() | A Knight of the Seven Kingdoms Ritterdrama, HBO Max |
| 3️⃣ | ![]() | Kacken an der Havel Komödie, Netflix |
| 4️⃣ | ![]() | Unfamiliar Thriller/Drama, Netflix |
| 5️⃣ | ![]() | The Night Agent (Staffel 3) Actionthriller, Netflix |
| 6️⃣ | ![]() | The Artful Dodger Historienromanze/ Komödie, Disney+ |
| 7️⃣ | ![]() | How to Get to Heaven From Belfast Mysterykomödie, Netflix |
| 8️⃣ | ![]() | The Lincoln Lawyer (Staffel 4) Krimi/Gerichtsdrama, Netflix |
| 9️⃣ | ![]() | La Linea della Palma Thriller, Play Suisse |
| 🔟 | ![]() | The Madison Drama/Neowestern, Paramount+ |
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