1899 (Staffel 1) – So mysteriös wie «Dark», aber (noch) nicht so packend

Serienpost mit Schriftzug. In der Mitte eine fallende Frau. Auf den Seiten Meer und zwei Schiffe.

Läuft bei: Netflix (1 Staffel, 8 Episoden à 55 Min.)

«1899» kann einem fast etwas leidtun. Die Serie tritt in so grosse Fussstapfen, diese Erwartungen kann sie fast unmöglich erfüllen. Falls es jemand noch nicht weiss: «1899» ist Nachfolgeprojekt der beiden Macher:innen von «Dark».

Mysterien auf hoher See

Mit «Dark» haben Baran bo Odar und Jantje Friese Massstäbe gesetzt und das nicht nur für den deutschsprachigen Raum. Der deutsche Mystery-Thriller in drei Staffeln war eine der faszinierendsten Streamingserien, die es bis dahin zu sehen gab.

Jetzt also der nächste Streich des Serienproduzent:innen-Paares. «1899» spielt auf hoher See. Der Passagierdampfer «Kerberos» ist unterwegs nach Amerika. An Bord über 1400 Passagier:innen. Eine paar Reisende aus der ersten Klasse lernen wir näher kennen, auch eine Gruppe von Drittklasspassagier:innen, die unter Deck weggesperrt sind.

Ein Mann mit dem Rücken zur Kamera steht vor einer Ansammlung von Menschen.
Bei den Passagier:innen kommt keine Freude auf, dass ihre Reise nach Amerika durch die Suche nach einem verschwundenen Schiff verzögert wird. © Netflix
Das Geisterschiff

Die Reise ändert ihren Verlauf, als die «Kerberos» mysteriöse Signal empfängt. Sie stammen vermutlich vom Schwesterschiff «Prometheus», das vor vier Monaten spurlos verschwunden ist. Kapitän Eyk Larsen (Andreas Pietschmann) befiehlt sehr zum Missfallen der Passagier:innen, Kurs auf die «Prometheus» zu nehmen.

Nur Maura Franklin (Emily Beecham) stört sich nicht an dem Abstecher. Ihr Bruder war auf der «Prometheus». Deshalb erklärt sie sich bereit, mit auf das Schiff zu gehen, als es gesichtet wird.

Der Junge mit der Pyramide

Doch die «Prometheus» ist menschenleer. Keine Spur von den Passagier:innen. Der Kapitän und seine Begleiter:in finden dann aber doch noch jemanden: einen Buben, der in einen Schrank eingesperrt war und kein Wort spricht.

Ein Junge mit schwarzen Haaren. Er hält den Zeigefinger vor den Mund.
Er wüsste wohl, was mit der «Prometheus» passiert ist. Aber er macht den Mund nicht auf. © Netflix

Damit beginnt jetzt also das Rätselraten: Was geschah auf der «Prometheus»? Wer ist der Junge? Was hat es mit der Pyramide auf sich, die er bei sich trägt? Und was will der Mann, der offenbar auch auf der «Prometheus» war und sich an Bord der «Kerberos» schlich?

Alle fliehen vor der Vergangenheit

Es dauert seine Zeit, bis es auf diese Fragen die ersten und wie nicht anders zu erwarten irritierende Lösungshinweise gibt. Vorab erfahren wir noch mehr über die Passagiere. Denen ist eines gemeinsam: Sie flüchten vor ihrer Vergangenheit.

Das alles dauert etwas lange. Die Geschichte verliert sich in den vielen Mysterien, die nach und nach enthüllt werden. Am Ende der ersten Staffel ergibt einiges davon Sinn.

Eine Frau und ein Mann blicken sich an.
Maura Franklin (Emily Beecham) und Kapitän Larsen (Andreas Pietschmann) werden mit Ereignissen aus ihrer Vergangenheit konfrontiert. © Netflix
Ein (zu) langer Weg zum grossen Geheimnis

Aber zu viele Storys, die über die Passagier:innen erzählt werden, sind dann doch nicht so zwingend für das ganz grosse Mysterium, das in den letzten Szenen enthüllt wird. Ohne jetzt «Dark» nochmal geschaut zu haben: Dort habe ich das nicht so in Erinnerung.

Die Rätsel, die «1899» den Zuschauer:innen aufgibt, halten einen aber dennoch bei der Stange. Dass alles sowieso ganz anders kommt, als man es sich im Verlauf der Episoden zusammenreimt, überrascht am Schluss kaum. Sonst wäre es keine bo Odar-Friese-Serie. Das Verwirrspiel von Schein und Sein beherrschen die beiden perfekt.

Wie viele Sterne gibst du «1899» Staffel 1?
1 Stimme

Besetzung: Emily Beecham | Andreas Pietschmann | Aneurin Barnard | Miguel Bernardeau | José Pimentão | Yann Gael | Maciej Musial | Lucas Lynggaard Tønnesen
Serie entwickelt von: Baran bo Odar | Jantje Friese
Genre: Mystery | Drama | Historie
D, 2022

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.