Devs (Mini-Serie) – Quantencomputer gegen den freien Willen

Läuft bei: Disney+ (Mini-Serie, 8 Episoden à 50 Min.)

Lily (Sonoya Mizuno) und ihr Freund Sergei (Karl Glusman) arbeiten für das Tech-Unternehmen Amaya. Sergei wird vom Amaya-Chef Forest (Nick Offerman) ins «Devs»-Team berufen. Diese Eliteprogrammierer:innen arbeiten an einem geheimnisvollen Projekt, in dessen Zentrum ein ultraleistungsfähiger Quantencomputer steht.

Der Freund verschwindet

Nach seinem ersten Arbeitstag bei «Devs» kommt Sergei am Abend nicht nachhause. Lily ist beunruhigt und meldet ihren Vorgesetzten bei Amaya, dass Sergei verschwunden ist. Der Sicherheitschef Kenton (Zach Grenier) zeigt ihr Bilder von Überwachungskameras, die Sergei beim Verlassen des Firmengeländes zeigen.

Das Verschwinden ihres Freunds führt Lily (Sonoya Mizuno) auf die Spur des wahren Ziels des Projekts «Devs». © FX

Lily kann sich nicht damit abfinden, dass ihr Freund einfach so abgehauen sein soll. Sie bittet ihren Ex-Freund Jamie (Jin Ha) um Hilfe. Er soll ein passwortgeschütztes Programm auf Sergeis Handy knacken. Jamie will ihr aber (noch) nicht helfen.

War es wirklich Suizid?

Am nächsten Tag wird Sergeis Leiche auf dem Amaya-Gelände gefunden. Aufnahmen der Überwachungskameras zeigen, wie er sich mit Benzin übergiesst und anzündet.

Dass Sergei Suizid begangen haben soll, ist für Lily unvorstellbar. Einen ersten Hinweis, dass sie recht haben könnte, ergibt sich aus dem Programm auf seinem Handy. Jamie entschlüsselt es schliesslich doch für Lily. Die Spur, die sie darauf findet, deutet auf Spionage und möglicherweise Mord.

Einschätzung

Nach den ersten beiden Episoden könnte man meinen, «Devs» sei ein herkömmlicher Thriller im Silicon-Valley-Milieu. Ist es auch ein bisschen, aber das ist bei weitem nicht alles, was die Serie zu bieten hat. Mehr zum Inhalt preiszugeben, würde aber den Spass verderben.

Faszinierend kühl und gemächlich

Doch schon von Beginn an spürt man, dass sich hier kein Whodunit herkömmlicher Machart abspielen wird. Dafür sind die Figuren zu distanziert, wirken seltsam emotionslos. Mit Ausnahme von Lily, die ihre Befürchtungen über Sergeis Schicksal mit Tränen in den Augen ausdrückt. Doch Lily wird sich später ebenfalls der allgemeinen Kühle und Rationalität hingeben.

Die Stunde der Wahrheit: Katie (Alison Pill) erzählt Lily, was wirklich passiert ist und geschehen wird. © FX

Auch das Tempo ist für einen Thriller viel zu gemächlich. Beides nicht ganz untypisch für den Macher der Serie: Alex Garland. Garland ist vor allem bekannt für den Sci-Fi Thriller «Ex Machina» (fand ich sehr gelungen) und das Horrordrama «Annihilation» (fand ich wenig gelungen).

«Devs» stellt tiefgründige Fragen

Wie in seinen beiden Filmen unterlegt Garland auch in «Devs» die Handlung mit philosophischen Betrachtungen. Ohne zu viel zu verraten, geht es in «Devs» um die Frage des freien Willens gegen Determinismus.

Das verpackt er geschickt in eine Geschichte, die dazu die Übermacht der Tech-Giganten und die fehlende Kontrolle über diese Firmen thematisiert und die Frage, wie viele Welten existieren eigentlich?

Die verstorbene Tochter als gruslige Statue

Etwas banal wirkt einzig die Motivation von Forester, die Forschung an seinem mysteriösen Projekt verbissen voranzutreiben. Er kommt nicht über den Tod seiner kleinen Tochter hinweg.

Amaya ist allgegenwärtig in Forests (Nick Offerman) Tech-Firma. © FX

Nach ihr ist nicht nur seine Firma benannt. Eine gigantische, ziemlich gruslige Statue seiner Amaya überragt auch das ganze Gelände. Aber für den Plot ist dieser Schicksalsschlag entscheidend.

Nach dem Ende geht es weiter – im eigenen Kopf

Man lässt sich am Schluss gerne und mit Gewinn auf die leicht verwinkelte und etwas behäbige Geschichte ein. Zudem ist es eine dieser eher seltenen Geschichten, bei der nach dem Ende der Serie die Gehirnwindungen noch ein bisschen weiterdrehen.

Wie viele Sterne gibst du «Devs»?

Besetzung: Sonoya Mizuno | Nick Offerman | Jin Ha | Cailee Spaeny | Alison Pill | Stephen McKinley Henderson | Zach Grenier | Jefferson Hall
Serie entwickelt von: Alex Garland
Genre: Drama | Mystery | Science-Fiction
USA, 2020

The Ipcress File (Mini-Serie) – Herrlich unterkühlter Spionage-Thriller

Läuft bei: Sky (Mini-Serie, 6 Episoden à 55 Min.)

Der ehemalige Armeekorporal Harry Palmer (Joe Cole) sitzt im Gefängnis. Er betrieb in Berlin kurz nach dem Mauerbau einen lukrativen Schwarzhandel, bis er aufflog.

Zurück nach Berlin

Aber Harry hat Glück. Der britische Atomwissenschaftler Dawson ist verschwunden, mutmasslich entführt von einem Ganoven, mit dem Harry damals in Berlin enge Geschäftsbeziehungen pflegte.

Deshalb holt Major Dalby (Tom Hollander), der eine kleine Geheimdiensteinheit leitet, Harry aus dem Gefängnis und schickt ihn zusammen mit der Agentin Jean Courtney (Lucy Boynton) nach Berlin.

Harry Palmer (Joe Cole), Spion wider Willen, aber mit grosser Begabung fürs Geschäft. © ITV

Die Mission schlägt fehl. Harry hat aber ein gutes Gespür fürs Spionagebusiness bewiesen. Dalby will ihn weiterhin bei der Suche nach Dawson einsetzen.

Die bösen Russen sind tatsächlich Amis

Die nächste Spur führt nach Beirut. Harry und Jean finden Dawson. Als sie ihn schon fast haben, tauchen andere Agenten auf und verhindern die Befreiung. Auf den ersten Blick scheint es, die Russen hätten hier dazwischengefunkt.

Doch Dalby findet heraus, dass die andere, eigentlich befreundete Grossmacht dahintersteckt. Deshalb schickt er Harry und Jean in den Pazifik, wo die Amis eine Atombombe testen. Diese Mission in Freundesgebiet wird für Harry lebensgefährlich.

Einschätzung

60er-Jahre, Kalter Krieg, Grossbritannien und Spionage – da denkt man sofort an George Smiley, «The Spy Who Came In from the Cold» und John le Carré. Diesem Vergleich halten Harry Palmer und «The Ipcress File» nicht ganz stand, aber sie kommen den Werken des Grossmeisters der Spionageromane nahe.

Desillusioniert und zynisch

«The Ipcress File» ist Teil einer vierteiligen Romanreihe des Autors Len Deighton, die Anfang der 60er-Jahre entstand. Der Film- und Medienhistoriker Alan Burton hält Deightons Werk für ähnlich einflussreich auf das Genre des Spionageromans wie das von Le Carré. Wie bei Le Carré seien Deightons Figuren und Geschichten desillusioniert und zynisch.

Jean (Lucy Boynton) will sich nicht in Ketten legen lassen, auch wenn sie als Schmuck daherkommen. © ITV

Das bringt die Serie «The Ipcress File» auch gut rüber. Keine der Hauptfiguren will hier für «Queen and Country» kämpfen. Harry hat gekämpft, in Korea, ist seither traumatisiert und erhielt weder Anerkennung noch Unterstützung. Deshalb nutzte er seine weitere Dienstzeit fürs eigene Wohlergehen und verlegte sich auf den Schwarzmarkthandel.

Britisches Understatement

Jean flieht vor einem Leben als Ehefrau, dessen tolle Eigenschaft es sei, wie ihr Verlobter betont, dass sie nicht mehr arbeiten müsse. Und Dalby wäre zufrieden, wenn der Rüstungswahnsinn nicht zu einem Atomkrieg führen würde.

In Dialogen, die mit britischem Understatement geführt werden, lassen die Figuren ihrem Zynismus freien Lauf. Als Dalby Harry erklärt, dass er ihn als Sündenbock hinstellen müsse, falls die Mission nicht gelinge, meint Harry nur: «Natürlich, Sir. Ich hätte nichts anderes erwartet.»

Ein Traum von Setdesign

Und dann ist da noch das Design der Serie, in dem man schwelgen kann. MGs und Jaguare aus der Periode, auch ein 2CV hat einen Auftritt. Klassische Kostüme von schwarz bis lindgrün, Regenmäntel und Bowler-Hüte. Space-Age-Lampen und Vespas.

Auch schön: In Berlin sprechen die Deutschen wirklich deutsch. Einzig ärgerlich sind ein paar Plakate und Schilder: «Turkishe Spezialiteten», «Kaffee mit milch» oder «Für Personel» trifft’s nicht ganz.

still01
still13
still03
still04
still07
still05
still11
still14
still15
previous arrow
next arrow
 
Am Ende fehlt es etwas an Finesse

Gegen Ende verliert die Serie etwas an Unterhaltungswert. Einerseits gibt es mehr Action, was aber weniger zu den Figuren passt. Andererseits wird der Plot mit diversen Twists gedreht, ohne dass wie bei George Smiley die Psychologie von Verräter:innen und Betrogenen wenigstens ein bisschen ausgeleuchtet wird.

Da die Serie vor allem in England gut ankam, ist es gut möglich, dass ITV eine zweite folgen lässt. Joe Cole liess schon verlauten, dass er gerne dabei wäre. Immerhin wurde 1965 auch bei der Verfilmung des Stoffs mit Michael Caine ein Sequel nachgeschoben. «Billion Dollar Brain» floppte dann allerdings an den Kinokassen.

Wie viele Sterne gibst du «The Ipcress File»?

Besetzung: Joe Cole | Lucy Boynton | Tom Hollander | Ashley Thomas | Paul Higgins | David Dencik | Anastasia Hille | Tom Vaughan-Lawlor | Matthew Steer
Genre: Thriller | Historie
UK, 2022

Westworld (Staffel 4) – Eine tolle Serie hat ihren Zenit überschritten

Läuft bei: Sky (4 Staffeln, 36 Episoden à 55 Min.)

Was bisher geschah
Weil es viel zu kompliziert ist, die Handlung der vorhergehenden Staffeln zusammenzufassen, empfehle ich dafür ein YouTube-Video (Engl. mit engl. UT):
WESTWORLD Season 1-3 Recap (22 Min.) oder nur die 3. Staffel (8 Min.)

Sieben Jahre sind vergangen seit der Zerstörung von «Rehoboam», dem System, das in Staffel 3 die Menschheit manipulierte. Charlotte Hale (Tessa Thompson) verfolgt gemeinsam mit William (Ed Harris) ihr Ziel, die Kontrolle über die Menschen zu erlangen.

Dolores ist jetzt Christina

Charlotte (die ja eigentlich Dolores Abernathy ist) ersetzt Menschen durch Hosts. Ihre Gegenspieler:in sind Maeve (Thandiwe Newton) und Caleb (Aaron Paul), die ihre Pläne zu durchkreuzen versuchen.

Teddy (James Marsden) war die grosse Liebe von Dolores. Er öffnet Christina (Evan Rachel Wood) die Augen. © HBO

In New York lebt Christina (Evan Rachel Woods), die aussieht wie Dolores, aber offensichtlich nicht die uns bekannte Dolores ist. Sie arbeitet für eine Unterhaltungsfirma und erfindet Charaktere für Computergames.

Die Apokalypse naht

Allerdings scheint ihre Arbeit eng verknüpft mit der Realität. Ein Mann wirft ihr vor, dass sie sein Schicksal bestimme. Tatsächlich weist er Ähnlichkeiten auf mit einer von Christinas fiktiven Figuren. Und wie diese Figur nimmt er sich das Leben.

Auch Bernard (Jeffrey Wright) begegnen wir wieder. Er hat Jahre in der virtuellen Welt, dem «Sublime» verbracht und Simulationen durchgespielt. Bernard weiss nämlich, dass die reale Welt dem Untergang geweiht ist. Nur eine einzige Reihe von Ereignissen könnte das verhindern. Die will er jetzt in Gang setzen.

Einschätzung

Es ist ziemlich aussichtslos, die Story der vierten Staffel von «Westworld» nachzuerzählen. Die Zeitebenen werden – wie üblich in dieser Serie – wild durcheinandergewirbelt. Und alles ist viel komplizierter, als es scheint.

Rätsel um Rätsel

Im zweiten Teil dreht die Geschichte in eine andere Richtung, als man zu Beginn erwarten würde. Die Hosts haben die Welt erobert und den Spiess umgedreht. Charlotte lässt die Menschen wortwörtlich nach ihrem Willen tanzen.

Das ist einerseits faszinierend. Andererseits beschleicht einen der Verdacht, dass die vielen Rätsel, die unendlichen Verwirrspiele, die uns die Serie auftischt, nur noch reiner Selbstzweck sind.

Charlotte (Tessa Thompson) hat sich die Menschen untertan gemacht. © HBO
Ein bisschen wie «Inception» – man kann es lieben oder hassen

Wäre nicht ganz überraschend, schliesslich steckt ein Nolan hinter der Serie. Jonathan, der Bruder von Christopher Nolan. Dessen Film «Inception» teilt die Welt ja auch in zwei Lager: Die grossen Fans und die Hater, die dem Film vorwerfen, das sei reine selbstverliebte Gehirnwindungsverdrehung. Oder neudeutsch: ein Mindfuck.

Auf jeden Fall ist es ziemlich anstrengend, dauernd darauf zu achten, ob wir gerade wieder die Zeitachse gewechselt haben. Rauszufinden, ob da ein Host oder ein Mensch vor einem steht. Und überhaupt: In welcher (virtuellen) Realität sind wir eigentlich?

Ehrvoller Abgang mit einer fünften Staffel – hoffentlich

Trotzdem bewahrt die Geschichte einiges an Reiz. Auch wenn man gerade den Faden verloren hat, welche Version von Maeve wiedermal von den Toten auferstanden ist.

Die ganz grosse Begeisterung, die vor Jahren die ersten beiden Staffeln von «Westworld» auslösten, stellt sich nicht mehr ein. Die Serie hat ihren Zenit überschritten. Jetzt noch ein ehrenvoller Abschluss mit einer fünften Staffel und dann ist gut.

Wie viele Sterne gibst du «Westworld» Staffel 4?

Besetzung: Evan Rachel Woods| Thandiwe Newton | Ed Harris | Jeffrey Wright | Tessa Thompson | James Marsden | Luke Hemsworth | Aaron Paul | Angela Sarafyan | Aurora Perrineau | Nozipho Mclean
Serie entwickelt von: Lisa Joy | Jonathan Nolan
Genre: Science-Fiction | Thriller | Mystery
USA, 2022

Loot (Staffel 1) – Peinlichkeiten einer stinkreichen Wohltäterin

Frau im purpurenem Kleid hält einen geöffneten Schirm aus dem es Geld regnet

Läuft bei: Apple TV+ (1 Staffel, 10 Episoden à 30 Min.)

Molly (Maya Rudolph) ist stinkreich. Sie geniesst das Luxusleben mit ihrem Mann, dem Tech-Milliardär John Novak (Adam Scott, zuletzt in «Severance»). An ihrem 45. Geburtstag entdeckt sie allerdings, dass John sie mit einer jüngeren Frau betrügt.

Keine Ahnung, dass sie eine Wohltäterin ist

Molly lässt sich scheiden. Um ihren Kummer zu vergessen, reist sie mit ihrem Assistenten Nicholas (Joel Kim Booster) von Party zu Party rund um die Welt. Das kann sie sich locker leisten. Sie hat die Hälfte des gemeinsamen Vermögens bekommen – 87 Milliarden Dollar.

Als Molly wieder kurz in Los Angeles weilt, erhält sie einen Anruf. Es ist Sofia (MJ Rodriguez), die Direktorin ihrer Stiftung, die sich um soziale Projekte in LA kümmert, und von deren Existenz Molly keine Ahnung hatte.

Eine Frau und ein Mann prosten sich zu mit einem Glas Orangensaft.
Nicholas (Joel Kim Booster) ist Mollys (Maya Rudolph) treuer Assistent und trinkt wie sie lieber Champagner als Orangensaft. © Apple TV+
Molly unter den 99 Prozent

Sofia liest Molly die Leviten, weil ihr Lebensstil ein extrem schlechtes Licht auf die Stiftung wirft. Molly verspricht Besserung. Aber nicht nur das. Sie will sich aktiv engagieren.

So taucht sie bei der Einweihung eines Obdachlosenheims auf und lässt Geschenktüten mit Luxusartikeln unter den Gästen verteilen. Es bleibt nicht der einzige peinliche Auftritt, bei dem Molly unter Beweis stellt, wie fremd ihr das Leben der 99 Prozent ist.

Radikaler Schritt

Ganz langsam lernt sie aber im Kontakt mit ihrer Stiftung und deren Mitarbeiter:innen, was sie und ihr Geld sinnvolles ausrichten können. Am Ende kommt sie zu einer radikalen Erkenntnis und Entscheidung.

Einschätzung

Molly, respektive Maya Rudolph, scheint es grosses Vergnügen zu bereiten, sich in der Sphäre der Superreichen mit Villen, Privatjets und Birkin Bags zu bewegen und von einem Fettnapf in den anderen zu treten. Das ist es auch, was diese Serie in erster Linie unterhaltsam macht.

Neid und Häme

Als Zuschauer:in darf man etwas neidisch staunen, wenn Molly in ihrer Villa vom begehbaren Kleider-, zum Schuh-, zum Handtaschenschrank flaniert, alle etwa so gross wie ein Wohnzimmer. Oder dass es einen Candy-Room gibt, wo sie ihren Kummer mit Süssigkeiten vertreiben kann.

Leicht hämisch dürfen wir uns aber auch daran ergötzen, wenn sie sich wieder eine Peinlichkeit sondergleichen leistet und nicht zu ganz unrecht als «rich bitch» beschimpft wird.

Die Weltfremdheit verliert an Witz

Allerdings funktioniert das nur über die ersten paar Episoden hinweg. Danach verliert Mollys Weltfremdheit an Witz. Zudem taucht ein neuer Mann in ihrem Leben auf und Mollys Plot gleitet ab in eine (fast) normale Liebesgeschichte.

Zwei Frauen in weissen Bademänteln und mit blauen Gesichtsmasken auf Liegestühlen.
Teamausflug ins Luxusspa. Sofia (MJ Rodriguez) hält wenig von Mollys Lebensstil, lässt sich aber manchmal verführen. © Apple TV+

Deshalb braucht es noch die anderen Figuren. Der blasierte Assistent Nicholas, der alle Normalos schrecklich findet, sich aber langsam mit Howard (Ron Funches) anfreundet, dem IT-Techniker der Stiftung und Cousin von Molly.

Die Nebenfiguren halten einen bei der Stange

Sofia, die Molly regelmässig die Leviten liest, aber die Einladung ins Luxusspa doch nicht ausschlagen kann. Schliesslich gibt es noch Arthur (Nat Faxon, zuletzt als Bob Haldeman in «Gaslit»), ein Klischee-Buchhalter, korrekt, schlecht gekleidet, peinlich lustig und geschieden.

Dieses Figurenarsenal hält einen einigermassen bei der Stange, wenn der Spassfaktor in der zweiten Hälfte etwas abnimmt. Alles in allem ist «Loot» eine durchaus vergnügliche Sitcom. Sie ist aber etwas zu wenig bösartig, um den Titel Satire zu verdienen.

Wie viele Sterne gibst du «Loot» Staffel 1?

Besetzung: Maya Rudolph | MJ Rodriguez | Joel Kim Booster | Ron Funches | Nat Faxon | Adam Scott
Serie entwickelt von: Matt Hubbard | Alan Yang
Genre: Komödie
USA, 2022

You Don’t Know Me (Mini-Serie) – Dieses Gerichtsdrama enttäuscht die Erwartungen

Läuft bei: Netflix (Mini-Serie, 4 Episoden à 60 Min.)

Hero (Samuel Adewunmi) steht wegen Mordes vor Gericht. Er soll den Drogenhändler Jamil (Roger Jean Nsengiyumva) erschossen haben.

Erdrückende Beweislast

In ihrem Schlussplädoyer fasst die Staatsanwältin die erdrückende Beweislast zusammen: Schiesspulver an Heros Händen, die Mordwaffe in seiner Wohnung, Bilder einer Überwachungskamera zeigen Heros Auto auf dem Weg zum Tatort, seine Handydaten belegen, dass er am Tatort war.

Dann steht Hero auf. Er hat bisher kein Wort vor Gericht gesagt. Jetzt will er das Schlussplädoyer der Verteidigung selber halten und die Geschworenen von seiner Unschuld überzeugen. Er will seine Geschichte, die wahre Geschichte erzählen.

Alles beginnt mit seiner neuen Freundin

Die beginnt damit, wie er seine Freundin Kyra (Sophie Wilde) kennenlernt. Bald zieht sie bei ihm ein. Eines Tages klopft ein grimmiger Typ an die Tür und redet mit Kyra. Am nächsten Tag ist sie verschwunden.

Ein Mann mit braunem Mantel und roter Krawatte sitzt im Bus. Hinter ihm eine Frau, die ein Buch liest.
Hero trifft Kyra zum ersten Mal im Bus auf der Fahrt zur Arbeit. © Netflix

Hero sucht sie wochenlang vergeblich, bis er einen Hinweis erhält. Er findet Kyra, die als Prostituierte für eine Gang arbeitet – arbeiten muss, um ihren Bruder zu schützen.

In Gangrivalitäten verwickelt

Hero beschafft sich bei Jamil eine Waffe und befreit Kyra. Doch die Gang kommt sie suchen. Eine andere Gang in seinem Gebiet stört die Geschäfte von Jamil.

Er setzt Hero unter Druck, dass er Kyra an die Gang ausliefert. Die Situation eskaliert, bis Jamil mit einer Kugel im Kopf in einer Gasse endet.

Einschätzung

Gerichtsdramen können äusserst spannend und unterhaltsam sein. «You Don’t Know Me» ist weder das eine noch das andere. Zu langsam wird die Geschichte erzählt, zu repetitiv ist Heros Plädoyer vor Gericht, und viel zu unbefriedigend ist der Schluss.

Schöne Liebesgeschichte, aber langfädig erzählt

Natürlich ist es eine schöne Liebesgeschichte, die Hero vor den Geschworenen ausbreitet. Er trifft Kyra im Bus, blitzt ein paar Mal ab, lädt sie zu Spaghetti Carbonara ein, deren Zubereitung er x-mal übt, bis sie ihm perfekt gelingen.

Man hat es schnell begriffen, dass er sie liebt und sie ihn schliesslich auch. Schneller, als es Hero vor Gericht erzählt.

Fesselnde Milieubeschreibung? Eher nicht

«I loved her» ist eine der Aussagen, die er dauernd wiederholt. «I sold cars. I loved my job» eine andere. Und natürlich ist er ein «family man» – Mutter und Schwester über alles. Das alles soll belegen, wie normal er war, bevor das Schicksal grausam zuschlug und ihn in die Abgründe des Bandenmilieus verschlug.

Die Schilderungen dieses Milieus seien in der Buchvorlage von Imran Mahmood «fesselnd und lebendig» schreibt der Guardian. Das kann man der Serie nicht attestieren.

Der Schluss ärgert richtig

Das Problem mag die Ich-Erzählung sein. Alles wird nur aus der Sicht von Hero geschildert. Da erhält ein Charakter wie Jamil keine Tiefe, keinen Hintergrund. Wir erleben ihn immer nur von aussen.

Ein Mann in weisser Kleidung redet aufgeregt auf einen anderen Mann in einem beigen Mantel ein.
Wer hat Jamil (links) getötet? Hero sagt, er war es nicht. © Netflix

Richtig ärgerlich ist der Schluss. Wie lautet das Urteil der Geschworenen? Die Serie präsentiert beide Verdikte: schuldig wie auch nicht schuldig. Es lässt sich nicht entschlüsseln, welches Urteil gilt.

Die Überraschungen reimt man sich schnell zusammen

Das soll wohl die Zuschauenden in die Rolle der Geschworenen versetzen und sie ihr Urteil fällen lassen. Nur: Wir kennen ja die Wahrheit. Die wird zwar auch noch ein bisschen verdreht erzählt.

Schon in der Mitte der Serie kann man sich aber ausdenken, worauf Hero vor Gericht hinaus will, sprich: wen er als Täter:in beschuldigen wird. Anfangs der letzten Episode deutet eine Szene klar daraufhin, dass das aber gar nicht stimmt. Als enthüllt wird, wer Jamil wirklich getötet hat, ist man bestenfalls bestätigt, aber kaum überrascht.

Viel vorgenommen, zu wenig geliefert

Man merkt, was «You Don’t Know Me» sich alles vorgenommen hat. Ein Gerichtsdrama, das einem die tragischen Geschichten seiner Figuren ans Herz legen will, und am Schluss mit mehreren Plottwists überraschen soll. Aber alles ist zu durchsichtig konstruiert und zu geschwätzig erzählt, um zu funktionieren.

Wie viele Sterne gibst du «You Don't Know Me»?

Besetzung: Samuel Adewunmi | Sophie Wilde | Bukky Bakray | Roger Jean Nsengiyumva | Badria Timimi | Michael Gould
Genre: Krimi | Drama
GB, 2021

Outer Range (Staffel 1) – Zeitreise in den Rocky Mountains

Läuft bei: Amazon (1 Staffel, 8 Episoden à 50 Min.)

Royal Abbott (Josh Brolin) bewirtschaftet mit seiner Frau Cecilia (Lili Taylor) und den beiden Söhnen Rhett (Lewis Pullman) und Perry (Tom Pelphrey) eine grosse Farm in Wyoming. Das Leben ist hart, nicht nur finanzielle Probleme plagen die Familie.

Eine Leiche verschwindet in einem mysteriösen Loch

Vor Monaten ist Rhetts Ehefrau spurlos verschwunden. Die Nachbarsfamilie Tillerson, mit denen die Abbotts seit jeher keine guten Beziehungen pflegen, beanspruchen einen grossen Brocken Land der Abbotts. Und dann ist da noch ein mysteriöses, waberndes Loch auf seinem Land, das Royal eines Tages entdeckt.

Damit nicht genug. Bei einem Streit hinter dem Saloon prügelt Rhett einen der Tillerson Brüder zu Tode. Perry und Royal helfen Rhett, die Spuren zu verwischen. Royal wirft die Leiche in das ominöse Loch.

Ein Fenster in die Zukunft

Dabei wird er aber beobachtet. Autumn (Imogen Poots), eine junge Frau, die ein paar Tage zuvor aufgetaucht ist und um Erlaubnis bat, auf dem Land der Abbotts zu campieren. Sie stösst Royal ins Loch, das sich als Zeitmaschine erweist. Er landet in der Zukunft.

Autumn (Imogen Poots) fühlt sich seltsam angezogen von den Abbotts und ihrem geheimnisvollen Loch. © Amazon

Das Land rund um das Loch sieht ganz anders aus. Bohrmaschinen und Tanks stehen auf dem ehemaligen Weideland. Das ganze Städtchen hat sich um das Loch versammelt. Cecilia geht auf ihren Mann zu und flüstert ihm ins Ohr, dass er vor zwei Jahren gestorben sei und jetzt fliehen müsse. Royal springt wieder ins Loch.

Die Fremde wird zur Bedrohung

Zurück in der Gegenwart eskaliert auch hier die Situation. Trevor Tillersons Leiche taucht wieder auf. Sheriff Joy (Tamara Podemski) verdächtigt die Abbotts und sucht Beweise.

Autumn ist besessen von der Idee, dass sie eine spezielle Verbindung mit dem Land der Abbotts und dem Loch hat. Sie agitiert gegen Royal und die beiden werden zu Todfeinden.

Einschätzung

«Outer Range» ist ein mysteriöses Familiendrama in der Cowhand*-Welt der wunderschönen Rocky Mountains mit Bisons, Rindern, Rodeos, Saloons und überdimensionierten Gürtelschnallen. Eine Mischung von «Yellowstone», «X-Files» und «Dynasty» (wie rogerebert.com schreibt), die ziemlich gut gelungen ist.

Grunzen statt reden

Ich habe zwar meine liebe Mühe mit diesen verstockten Cowhand-Charakteren, die kaum einen ganzen Satz über die Lippen bringen. Royal Abbott könnte ich prügeln, wenn er ein knappes «Hmm» grunzt, statt eine vernünftige Antwort zu geben. Dabei würde das manches Problem der Abbotts lösen.

Royal Abbott (Josh Brolin) ist ein typischer verstockter Farmer. Aber am Ende wird klar, weshalb er nicht viel über seine Vergangenheit preisgeben will. © Amazon
Das Loch, die Zeit und Gott

Aber dann wäre die Geschichte weniger dramatisch und schneller erzählt. Sie lebt davon, dass jede:r sein Geheimnis hegt und oft auch damit ringt. Royal trifft nicht zum ersten Mal auf dieses Loch, als er die Leiche darin entsorgt. Für ihn hat das Loch viel mit der Frage seiner Herkunft zu tun und ob es einen Gott gibt.

Autumn kennt ihr Geheimnis selber noch nicht so genau. Sie weiss nur, dass das Schicksal sie mit den Abbotts und dem wabernden Schlund verbindet. Im Staffelfinale wird ein bisschen aufgelöst, was diese Verbindung ist.

Etwas mehr Tempo und einen Fingerzeig mehr

Für meinen Geschmack hätte «Outer Range» zwar – neben mehr ganzen Sätzen in den Dialogen – etwas mehr Tempo in die Geschichte bringen können. Auch ein, zwei Andeutungen mehr, wie dieses Loch und die Zeit zusammenhängen, wären hilfreich gewesen, damit man interessierter dabeibleibt.

Aber wenn man sich auf diese typische Westernatmosphäre einlässt und den Figuren ein paar Eigenheiten nachsieht, dann unterhält «Outer Range» ordentlich.

Achtung Cliffhanger und falsche Töne

Allerdings muss noch vor zwei Dingen gewarnt werden: Die Geschichte ist nicht zu Ende erzählt, eine zweite Staffel noch nicht bestätigt. Könnte also etwas unbefriedigend werden, wenn Amazon die Serie nicht verlängert.

Wirklich schlimm ist der Soundtrack. Da werden Songs eingespielt, die zwar in einen Western passen, aber null zur Handlung. Und eine der Figuren singt dauernd laut und so falsch, dass es zwar in den Ohren etwas wehtut, aber irgendwie auch witzig ist.

*Ist die gender-inclusive Version von Cowboy und -girl. Habe ich zum ersten Mal in «The Power of the Dog» gehört.

Wie viele Sterne gibst du «Outer Range» Staffel 1?

Besetzung: Josh Brolin | Imogen Poots | Lili Taylor | Tom Pelphrey | Tamara Podemski | Lewis Pullman | Noah Reid
Serie entwickelt von: Brian Watkins
Genre: Mystery | Western | Drama
USA, 2022

For All Mankind (Staffel 3) – Das Rennen zum Mars

Läuft bei: Apple TV+ (3 Staffeln, 30 Episoden à 60 Min.)

«For All Mankind» – Was bisher geschah
Im Juni 1969 setzt erstmals ein Mensch seinen Fuss auf den Mond: der russische Kosmonaut Alexei Leonov. Die NASA hat den Wettlauf auf den Mond verloren.
In der ersten Staffel gehen die Rivalitäten zwischen den USA und der UdSSR auf dem Mond weiter mit der Suche nach Wasser und der Errichtung einer permanenten Mondbasis.
In der zweiten Staffel verschärft sich der Kalte Krieg unter Präsident Reagan. Das hat Auswirkungen auf die NASA. Die Mondmission wird militarisiert, es fällt der erste Schuss auf dem Erdtrabanten.

Wir sind im Jahr 1992 angelangt. Karen Baldwin (Shantel VanSanten) eröffnet ein Weltraumhotel. Zur Einweihung feiert Danny Stevens (Casey W. Johnson) seine Hochzeit im «Polaris».

Ed Baldwin (Joel Kinnaman), Karens Ex-Mann, ist unter den Gästen mit seiner neuen Ehefrau und auch Danielle Poole (Krys Marshall) mit Familie. Doch die Weltraumparty endet in einer Katastrophe.

Drei Missionen zum Mars

Karen verkauft die Überreste von «Polaris» an Dev Ayesa (Edi Gathegi), der mit seinem Unternehmen «Helios Aerospace» ins Rennen um den ersten bemannten Marsflug einsteigen will. Damit konkurrieren drei Missionen im Wettlauf um den ersten Menschen auf dem Mars: «Helios», die NASA und die russische Roscosmos.

Molly Cobb (Sonya Walger) ernennt Ed zum Kommandanten der NASA-Mission. Das passt NASA-Direktorin Margo Madison (Wrenn Schmidt) überhaupt nicht. Sie feuert Molly und setzt Danielle Poole als Kommandantin ein. Ed wechselt daraufhin zur Konkurrenz und übernimmt die «Helios»-Mission.

Bill Clinton wird nicht Präsident

Margo hat neben der Marsmission noch andere Sorgen. Die Russen erpressen sie und verlangen die Baupläne für den atomaren Antrieb des amerikanischen Raumschiffs. Sie drohen damit, Sergei Nikulov (Piotr Adamczyk), Margos heimliche Liebe, umzubringen.

Die ehemalige Astronautin Ellen Wilson (Jodi Balfour) ist in die Politik gegangen. Sie schlägt im Wahlkampf Bill Clinton und wird Präsidentin der USA. Ellen lebt als lesbische Frau noch immer in einer Zweckehe mit ihrem schwulen Mann. Als Larry eine Affäre hat mit einem White House-Angestellten, droht die ganze Sache aufzufliegen.

Auf dem Mars gehen die Rivalitäten weiter

1995 starten die drei Missionen. Das Rennen auf den Mars wird äusserst knapp entschieden. Alle drei Teams landen letztlich auf dem roten Planeten. Die Rivalitäten gehen weiter. Katastrophen und unvorhergesehene Ereignisse zwingen die Crews aber zur Zusammenarbeit, um zu überleben.

For_All_Mankind_Photo_030601
For_All_Mankind_Photo_030502
For_All_Mankind_Photo_030507
For_All_Mankind_Photo_030202
For_All_Mankind_Photos_030311
For_All_Mankind_Photo_030506
For_All_Mankind_Photos_030310
For_All_Mankind_Photos_030303
For_All_Mankind_Photo_020704
ForAllMankind_Photo_030603
For_All_Mankind_Photo_030106
previous arrow
next arrow
 

Einschätzung

«For All Mankind» ist immer wieder mal auf der Empfehlungsliste aufgetaucht. Erst vor ein paar Wochen bin ich in die erste Staffel eingestiegen – und konnte nicht mehr aufhören.

Die ganz andere Geschichte der Raumfahrt

Die Prämisse, dass die Russen das Rennen auf den Mond gewonnen haben, erlaubt «For All Mankind» eine ganz andere Geschichte der Weltraumfahrt zu erzählen. Dabei lässt sie einige historische Tatsachen stehen, andere stellt sie auf den Kopf.

So folgt etwa auf Richard Nixon Ted Kennedy ins Amt des US-Präsidenten. Die Crew von Apollo 11 besteht historisch korrekt aus Armstrong, Aldrin und Collins. Doch schon bei Apollo 15 ist die erste Astronautin an Bord.

Hochkarätige Soap Opera – nicht nur für Raketenfans

Das Spiel mit der alternativen Geschichte ist witzig, aber nicht der Kern der Serie. Man muss auch kein Fan von Saturn V Raketen sein, um in die Serie einzutauchen. Die Raumfahrt ist nur ein Vehikel, um nervenaufreibende Rettungsaktionen im All zu zeigen.

«For All Mankind» ist vor allem eine hochkarätige Soap Opera. Es geht darum, die Freuden und Leiden des umfangreichen Figurenarsenals zu erzählen.

  • Ed Baldwin und seine Frau Karen etwa. Er ist der Draufgänger, der vom Testpiloten zum Astronauten wird. Sie serviert ihren Freundinnen Kaffee und Kuchen, wenn sie gemeinsam am TV den Start ihrer Männer ins All verfolgen. Sie beide ereilt schon früh ein schwerer Schicksalsschlag, der vor allem Karen ihre Rolle überdenken lässt.
  • Margo Madison, die erste Frau im NASA-Kontrollzentrum, hochgradig begabt, aber bei Beförderungen wird sie übergangen. Nicht nur, weil sie eine Frau ist, aber auch.
  • Danielle Poole ist die erste afroamerikanische Astronautin, die die NASA gerne an PR-Events schickt, sich aber schwertut, Danielle entsprechend ihrer Fähigkeiten einzusetzen.
  • Ellen Waverly ist lesbisch, das kann sie natürlich nicht offen zeigen. Sie und ihr schwuler Freund Larry werden vom FBI verhört. Ihr Ausweg ist eine Beziehung, um die Gerüchte um ihre Sexualität zum Verstummen zu bringen.
Menschliche Dramen, gesellschaftliche Probleme

An diesen Geschichten zeigt sich auch, dass «For All Mankind» geschickt seine Figuren nutzt, auch um Weltraumabenteuer zu erzählen, aber vor allem um gesellschaftspolitische Probleme einfliessen zu lassen: Sexismus, Rassismus, Homophobie.

Diese Mischung von menschlichen Dramen und gesellschaftlichen, politischen Fragen macht die Serie attraktiv. Wohltuend ist dabei, dass die Figuren nicht die stereotypen Verhaltensweisen der 08/15-Serienheld:innen an den Tag legen. Es sind keine moralischen Ehrenkübel, die sich sofort selbstlos für das grosse Ganze opfern.

Prädikat: binge-würdig – und Vorfreude auf Staffel 4

Im Gegenteil: Ellen kneift als Präsidentin, als sie die Möglichkeit hat, sich für die Anerkennung der Homosexuellen einzusetzen. Margo überlässt eine junge Einwanderin ihrem Schicksal, statt sie bei sich aufzunehmen. Danielle verzichtet sicher nicht auf die Marsmission, obwohl sie Ed einiges zu verdanken hat. Und Ed denkt sowieso immer zuerst an sich.

Wenn man sich mit diesen Figuren anfreundet, kann man nicht mehr loslassen. Ein klassischer Fall von binge-würdig. Und es ist noch nicht vorbei: Die vierte Staffel ist bestätigt und soll in diesen Tagen mit den Dreharbeiten beginnen.

Wie viele Sterne gibst du «For All Mankind» Staffel 3?

Besetzung: Joel Kinnaman | Shantel VanSanten | Jodi Balfour | Wrenn Schmidt |Krys Marshall | Sonya Walger | Cynthy Wu | Coral Peña | Edi Gathegi
Serie entwickelt von: Ronald D. Moore | Ben Nedivi | Matt Wolpert
Genre: Science-Fiction | Drama | Abenteuer
USA, 2022

Physical (Staffel 2) – Powerfrau mit Widersprüchen

Läuft bei: Apple TV+ (2 Staffeln, 20 Episoden à 30 Min.)

=> Staffel 1: Physical – Empowerment durch Aerobic

Ihr Mann Danny (Rory Scovel) ist glorios gescheitert mit seiner politischen Karriere. Jetzt entdeckt der Westküsten-Pascha seine feministische Seite, will Hausarbeit und Kinderbetreuung übernehmen und lässt Sheila (Rose Byrne) den Vortritt.

Ihr Name als Lifestylemarke

Sheila kann so ihren Traum verfolgen. Sie promotet ihr erstes VHS-Aerobic-Video in Läden, Freizeitparks und Supermärkten, und es verkauft sich nicht schlecht.

Aber Sheila will mehr. Ihr Name soll zu einer Lifestylemarke werden wie der von Vinnie Green (Murray Bartlett). Green ist ein erfolgreicher Fitnessguru, der im Fernsehen nicht nur seine Kurse anpreist, sondern ein ganzes Wohlfühlpaket inklusive Nahrungsergänzungsmitteln verkauft.

Affäre mit dem Erzfeind

Sheilas Weg nach oben ist aber steinig, weil ihr Leben kompliziert ist. Da ist nicht nur ihre massive Essstörung. Sheila hat eine Affäre begonnen mit John Breem (Paul Sparks), vermeintlich ein gläubiger Mormone und zudem politischer Erzfeind ihres Mannes.

Ein Mann mit weissem Hemd telefoniert stehend.
John Breem (Paul Sparks) ist besessen von der Affäre mit Sheila. © Apple TV+

Dann ist da noch die Geschichte mit Bunny (Della Saba). Durch sie kam Sheila ja erst zu Aerobic. Bunny fühlt sich betrogen, weil Sheila sie ausgebootet hat. Per Zufall fällt ihrem Freund Tyler (Lou Taylor Pucci) eine VHS-Kassette in die Hände, die Sheilas Affäre beweist. Damit erpressen die beiden Sheila.

Sheila enttäuscht ihre beste Freundin

Loyal an ihrer Seite steht einzig Greta (Dierdre Friel). Mit ihr als Partnerin und dem Geld von Gretas Mann will Sheila ihr Imperium aufbauen. Bis sie es schafft, sich auch mit Greta zu überwerfen.

Einschätzung

In der zweiten Staffel gibt «Physical» seinen Hauptfiguren Raum, sich weiterzuentwickeln. Das ist spannend mitanzusehen, aber auch strapaziös. Denn sympathischer werden Rose, Danny und Co. dadurch nicht.

Danny, der Hausmann

Wobei Danny eigentlich einen Schritt in die richtige Richtung tut. Er war im ersten Teil der politisch Progressive, in der Beziehung aber selbstverständlich ein Pascha alter Schule. Seine Ehefrau ist dazu da, ihm den Rücken freizuhalten und ihm zuzuarbeiten.

Das ändert nach seiner Wahlniederlage. Er wird zum Hausmann. Doch Danny wäre nicht Danny, wenn er das nicht vor allem für sein eigenes Ego täte. Am ersten Tag, an dem er seine Tochter in die Schule fährt, badet er förmlich in den anerkennenden Blicken der anwesenden Mütter.

John Breem, der skrupellose Geschäftsmann, war schon im ersten Teil unsympathisch. Jetzt tendiert er zum leicht Dämonischen. Der gläubige Mormone, der seine Kinder streng religiös erzieht, beginnt mit Sheila eine Affäre, die nichts mit Liebe zu tun hat, sondern nur mit hartem Sex.

Arme Sheila? Böse Sheila?

Was zur Frage führt: Wie kann sich Sheila auf so eine toxische Beziehung einlassen? Ist sie nicht die unterdrückte Frau, die lediglich Gleichberechtigung und Selbstverwirklichung für sich einfordert, das aber mit ihren Aerobic-Videos allen anderen Frauen ermöglichen will?

Nein, so einfach ist es nicht. Sheila nutzt andere Frauen aus. Bunny beispielsweise, der sie ihr Wissen und Können in Aerobic verdankt, die sie aber perfide ausgebootet hat. Oder Greta, deren Freundschaft Sheila gerne zum eigenen Vorteil in Anspruch nimmt, ohne sie wirklich zu erwidern.

Ein Frau hält eine Pappfigur.
Greta (Dierdre Friel) verehrt Sheila und wird von ihr ausgenutzt. © Apple TV+
Keine stereotypen Figuren

Aber klar, Sheila ist krank, hat eine massive Essstörung, die wahrscheinlich auf sexuellen Missbrauch in ihrer Jugend zurückzuführen ist. Also doch ein Opfer?

«Physical» lässt solche einfachen Erklärungen nicht zu, weder bei Sheila noch bei anderen Figuren. Und das macht die Serie spannend. Am Ende der zweiten Staffel zeichnet sich ab, dass Sheila noch weiter den dunklen Weg beschreiten wird.

Düster, aber auch sehr humorvoll

Diese eher düsteren Geschichten erzählt «Physical» aber immer mit einem erfrischend humorvollen Unterton, packt amüsante Szenen dazu und untermalt das ab und zu mit einem kommentierenden 80er-Jahre-Soundtrack.

Die dritte Staffel ist bestätigt, und ich werde sicher weiterverfolgen, wohin das alles führt.

Wie viele Sterne gibst du «Phyiscal» Staffel 2?

Besetzung: Rose ByrneRory ScovelDierdre FrielPaul SparksDella Saba | Lou Taylor Pucci | Murray Bartlett
Serie entwickelt von: Annie Weisman
Genre: Drama | Komödie
USA, 2022

The Sandman (Staffel 1) – Umwerfende Reise ins Traumreich

Läuft bei: Netflix (1 Staffel, 10 Episoden à 45 Min.)

Der okkulte Magier Roderick Burgess (Charles Dance) will mit einem Ritual den Tod einfangen, um von ihm – besser von ihr, wie wir später sehen – seinen Sohn freizupressen, der im Krieg gefallen ist.

100 Jahre gefangen

Stattdessen geht ihm aber des Todes Bruder Morpheus (Tom Sturridge), Dream genannt, in die Falle. Über 100 Jahre bleibt der Sandmann, König der Träume und Albträume, Herrscher über das Traumland, im Keller der Burgess’s gefangen.

Weil er seinen Aufgaben nicht nachkommen kann, breitet sich in der Welt die Schlafkrankheit aus. Millionen schlafen ein und wachen nicht mehr auf.

Der Sandbeutel, die Maske und der Rubin

Als Dream endlich freikommt, muss er sich zuerst drei mächtige Werkzeuge für seine Arbeit wiederbeschaffen, die Burgess ihm abnahm. Sein Beutel mit Sand ist mittlerweile im Besitz der Dämonenjägerin Johanna Constantine (Jenna Coleman).

Seine Maske ist in der Hölle gelandet. Dream muss einen Wettstreit gegen Lucifer Morningstar (Gwendoline Christie) gewinnen, um sie zurückzugewinnen. Fast am schwierigsten, aber auch am wichtigsten, ist es für Dream, seinen Rubin zurückzubekommen, der Träume wahr macht.

Ein Vortex bedroht das Traumreich

Der ist in die Hände von John Dee (David Thewlis) gefallen, Sohn von Roderick Burgess und seiner Geliebten Ethel Cripps (Joely Richardson). Dee will den Rubin benutzen, um die Welt von ihren Lügen zu befreien. Ein «Test» in einem Diner endet in einem Blutbad, was ihn jedoch kaum kümmert. Letztlich verliert John den Rubin aber an Dream.

Für Dream sind die Probleme damit nicht beendet. Ein neues ist aufgetaucht. Ein Vortex in der Gestalt einer jungen Frau (Vanesu Samunyai) bedroht seine Macht und sein Königreich.

Dream
Roderick Burgess
Das zerfallene Traumreich
Librarian
Dream und der Rabe
Merv Pumpkinhead
Kain und Abel
Johanna Constantine
Johanna Constantine
Lucifer Morningstar
John Dee
John Dee
Death und Dream
Gilbert
The Corinthian
Dream und Rose Walker
Dream und Rose Walker
Desire
previous arrow
next arrow
 

Einschätzung

Fantastisch, was Netflix hier bietet mit der Umsetzung der Comicreihe von Neil Gaiman. Fantastisch sind die Geschichten, die wir mit Dream erleben. Fantastisch ist aber auch der Cast und die Inszenierung.

Üppiges Design

Das Setdesign der Landschaften und Orte ist oft so üppig, dass es auf dem kleinen Bildschirm gar nicht richtig zur Geltung kommt. Manchmal hält zwar die CGI nicht ganz mit, aber das kann man schnell verzeihen.

Tom Sturridge als Dream, der hier erstmals eine grosse Hauptrolle übernommen hat, scheint fast die einfachste Rolle zu spielen. Schliesslich muss er in seinem Gothic-Look kaum einmal die Miene verziehen und kaum Emotion in seinen Dialogen zeigen.

Doch er und seine Figur wandeln sich durchaus über die Episoden hinweg, mit kleinen und kleinsten Regungen der Stimme und des Gesichtsausdrucks.

Bis in die Nebenrollen hervorragend besetzt

Ebenfalls fast als verschwenderisch kann man die Besetzung der weiteren Rollen bezeichnen. Stephen Fry (erst kürzlich zu sehen in «The Dropout») gibt den englischen Gentleman, der in Wahrheit – ah, nein, keine Spoiler. Jenna Coleman (Clara aus «Doctor Who» und Queen Victoria in «Victoria») ist die toughe Dämonenjägerin Johanna Constantin.

Boyd Holbrook («Narcos») sorgt als Albtraum, der aus dem Traumreich flüchtet und der wirklichen Welt zum Massenmörder wird, regelmässig für leises Schaudern mit seinem Grinsen. Zum Glück trägt er meist eine Sonnenbrille und man sieht seine, sagen wir, ungewöhnlichen Augen nicht.

David Thewlis überragt alle

Für die unterhaltsamere Note sorgen Patton Oswalt (kürzlich in «Gaslit») als die Stimme des schnippischen Raben Matthew. Oder Mark Hamill (ja, genau der) als Stimme von Merv Pumpkinhead, der genau so aussieht, wie er heisst.

Aber einer läuft allen den Rang ab, wieder mal: David Thewlis (ebenfalls hervorragend in «Landscapers») als John Dee. Er besticht durch eine Zurückhaltung, die gleichzeitig äusserst intensiv ist. Die Episode, in der er teilnahmslos im Diner sitzt, während sich rundherum das Drama zuspitzt und im Blutbad endet, gehört zu den besten der Serie.

Oder vielleicht ist die Episode noch besser, als Dream seine Schwester Death (Kirby Howell-Baptiste) bei der Arbeit begleitet? Dream findet dank ihr wieder einen Sinn in seinem Tun. Sie zeigt ihm, wie sie mit Empathie und einem Lächeln den Menschen den Weg in den Tod erleichtert. Denn nicht die Macht als Tod sei wichtig, sagt sie, sondern der Dienst an den Menschen.

Umwerfendes Sehvergnügen

Es gäbe noch einiges mehr zu schwärmen über «The Sandman», wie Stories, Inszenierung und Cast ein umwerfendes Sehvergnügen bereiten. Aber am besten schaut man sich’s selber an. Es lohnt sich!

Eine Anmerkung zum Schluss: Die Comicvorlage kannte ich vorher nicht (bin jetzt am ersten Band 😉). Deshalb mag meine Begeisterung den Kenner:innen von Gaimans Werk banal vorkommen. Ich kann auch keine vergleichenden Betrachtungen zu Comic und Serie anstellen. Aber das finde ich in den meisten Fällen sowieso eher fruchtlos.

Wie viele Sterne gibst du «The Sandman» Staffel 1?

Besetzung: Tom Sturridge | Boyd Holbrook | Patton Oswalt | Vivienne Acheampong | David Thewlis | Jenna Coleman | Joely Richardson | Gwendoline Christie | Vanesu Samunyai | Stephen Fry | Charles Dance
Serie entwickelt von: Neil Gaiman | David S. Goyer | Allan Heinberg
Genre: Fantasy
USA, 2022

Star Trek: Strange New Worlds (Staffel 1) – They boldly go, again

Läuft bei: Paramount+ (1 Staffel, 10 Episoden à 45 Min.)

Nach den Ereignissen auf dem Planeten Boreth («Star Trek: Discovery» 2. Staffel) nimmt Captain Christopher Pike (Anson Mount) eine Auszeit. Er versucht damit klarzukommen, dass er seine Zukunft, seinen eigenen Tod gesehen hat.

Spock muss die Verlobung abkürzen

Doch Starfleet gewährt ihm nur eine kurze Pause. Pike muss eine Rettungsmission übernehmen. Seine erste Offizierin Una Chin-Riley (Rebecca Romijn) ist bei einer «First Contact»-Mission verschwunden.

Auch andere Crewmitglieder müssen ihren Urlaub abbrechen. Science-Officer Spock (Ethan Peck) erhält den Marschbefehl mitten in der Verlobungszeremonie mit seiner Freundin T’Pring (Gia Sandhu).

Aufbruch in gefährliche Abenteuer

Die Unterhaltsarbeiten an der USS Enterprise sind noch nicht ganz abgeschlossen, als die Crew mit dem Raumschiff aufbricht, um Una zu retten. Mit an Bord sind vertraute Namen, wenn auch neue Gesichter: etwa Cadet Nyota Uhura (Celia Rose Gooding) oder Nurse Christine Chapel (Jess Bush).

Diese Mission ist der Auftakt zu einer fünfjährigen Expedition der Enterprise in den tiefen des Weltraums. Weitere Abenteuer folgen, bei denen Pike und seine Crew einem zerstörerischen Kometen, Plasma-Wesen, den brutalen Gorn, den kriegerischen Romulanern und vielen anderen Gefahren begegnen.

Die Brücke der Enterprise
Anson Mount: Captain Christopher Pike
Rebecca Romijn: Una Chin-Riley, Number One
Ethan Peck: Spock, Science Officer Spock Gia Sandhu: T'Pring
Celia Rose Gooding: Cadet Nyota Uhura
Christina Chong: La'an Noonien-Singh
Melissa Navia: Erica Ortegas, Lt. Erica Ortegas
Jess Bush: Nurse Christine Chapel
Babs Olusanmokun: Dr. M'Benga
Pike and Burnham in Star Trek: Discovery
previous arrow
next arrow
 

Einschätzung

«Star Trek: Strange New Worlds» überrascht. Nicht durch neue Erzählungen, Charaktere oder Technologien. Nein, die Serie überrascht, weil sie in die traditionelle Serienwelt zurückkehrt, wie es die Originalserie pflegte.

Zurück zu traditionellen Episodengeschichten

Im Gegensatz zu den neueren Star Trek Serien wie «Picard» und «Discovery», die wie heute üblich einen Erzählbogen über eine gesamte Staffel spannen, erzählt «Strange New Worlds» Episode für Episode eine neue Geschichte.

Das schliesst nicht aus, dass sich einzelne Plots über die ganze Staffel spannen. Spocks Beziehung zu seiner Verlobten T’Pring etwa, die den Halbvulkanier, Halbmenschen vor die Frage stellt, was oder wer er ist.

Uhura zweifelt noch an Starfleet

Cadet Nyota Uhura (Celia Rose Gooding) hat gerade eben erst ihre Ausbildung abgeschlossen und absolviert ihren ersten Einsatz auf der Enterprise. Sie ist sie eigentlich gar nicht so sicher, ob die Starfleet wirklich ihre Welt ist.

Und natürlich Pikes Dilemma, dass er Ort und Zeit seines Todes erfahren hat. Er ringt mit der Frage, ob diese Zukunft wirklich unausweichlich ist.

Wie früher einmal pro Woche in ferne Galaxien – macht Spass

Das alles macht Spass: Mal wieder eine Serie, die man nicht bingen muss, sondern einmal pro Woche schauen kann. Man muss auch kein Trekkie sein, um die Serie zu geniessen. Einsteiger:innen in die Welt der Enterprise finden sich schnell zurecht.

Dennoch ein bisschen Einordnung, wo wir uns im Star Trek-Universum befinden mit diesem neuen Ableger.

NBC war mit Pike unzufrieden, deshalb kam Kirk

Die Figur von Captain Christopher Pike ist keineswegs neu. Pike war in der ersten Pilotfolge von Star Trek Kommandant der Enterprise, gespielt von Jeffrey Hunter. NBC war mit der Folge aber nicht zufrieden und gab einen neuen Piloten in Auftrag, diesmal mit Captain James T. Kirk und William Shatner als Darsteller. Der Rest ist Geschichte.

In den Reboot-Filmen (Star Trek und Star Trek Into Darkness), die auf einer anderen Zeitachse spielen, taucht Pike als Kommandant der Enterprise auf, der den jungen James T. Kirk zu einer Karriere in der Starfleet ermutigt.

In neuerer Zeit tauchte Pike gemeinsam mit Spock und Una Chin-Riley in der zweiten Staffel an Bord der Discovery auf (gespielt von denselben Schauspieler:innen wie jetzt in «Strange New Worlds»). Pike übernahm das Kommando der Discovery, weil die Enterprise zerstört worden war.

Pike bleiben sechs Jahre

«Strange New Worlds» setzt zeitlich gleich nach der zweiten Staffel von «Discovery» ein im Jahr 2259. Captain Kirk wird die Enterprise 2265 übernehmen ( Star Trek Zeitleisten).

Pike bleiben somit sechs Jahre Kommando auf der Enterprise. Wie viele Staffeln daraus entstehen werden, ist noch offen. Eine zweite Staffel ist aber für nächstes Jahr bereits angekündigt.

Wie viele Sterne gibst du «Star Trek: Strange New Worlds» Staffel 1?

Besetzung: Anson Mount | Ethan Peck | Rebecca Romijn | Melissa Navia | Jess Bush | Christina Chong | Celia Rose Gooding | Babs Olusanmokun | Gia Sandhu
Serie entwickelt von: Akiva Goldsman | Alex Kurtzman | Jenny Lumet
Genre: Science-Fiction | Abenteuer
USA, 2022

1 2