A League of Their Own (Staffel 1) – Zum Glück nur wenig Baseball, dafür starke Frauengeschichten

Läuft bei: Amazon (1 Staffel, 8 Episoden à 50 Min.)

1943 droht dem Profi-Baseball in den USA das Aus. Die Männer müssen in den Krieg. Ein Süssigkeiten-Mogul gründet eine Frauenliga (im echten Leben war es der Kaugummi-König Philip K. Wrigley), obwohl er dem Vorhaben wenig Chancen einräumt.

Eine Hausfrau wird zur Profispielerin

Carson Shaw (Abbi Jacobson) ist eine der Frauen, die sich um einen Platz in der Liga bewirbt. Eine Hausfrau aus Idaho, deren Mann in Europa dient. Carson reist zu den Tests nach Chicago und trifft auf Dutzende Frauen, die ihre Leidenschaft für Baseball teilen.

Staunen und Freude: Jo (Melanie Field), Carson (Abbi Jacobson) und Greta (D’Arcy Carden) entdecken, dass sie nicht die einzigen Frauen, die sich für Baseball begeistern. © Amazon Studios

Auch Maxine «Max» Chapman (Chanté Adams) will in die Liga. Sie ist eine hervorragende Pitcherin, aber ohne Chancen. Max ist Afroamerikanerin und wird abgelehnt.

Hosen verboten und schminken obligatorisch

Carson wird den «Rockford Peaches» zugeteilt. Dove Porter (Nick Offerman), ein ehemaliger Baseballstar, coacht das Team. Damit alles sittlich zu und hergeht, erhält jedes Team auch eine Anstandsdame, die für Nachtruhe sorgt und angemessene Kleidung.

Hosen sind nämlich verboten. Auch auf dem Platz müssen die «Peaches» in Röcken spielen und erhalten einen Schnellkurs in Schminken. Schliesslich sollen die Sportlerinnen nicht das herrschende Frauenbild unterminieren oder gar die männliche Vorherrschaft in Frage stellen. Das wäre schlecht fürs Geschäft des Sponsors.

Max (Chanté Adams) gibt nicht auf und will im Team der ortsansässigen Schraubenfabrik mitspielen. © Amazon Studios
Eine völlig neue Welt

Max will ihren Traum, Baseball zu spielen, noch nicht aufgeben. Sie nimmt einen neuen Anlauf beim lokalen Fabrikteam, in dem Schwarze mitspielen dürfen. Diesmal wird ihr nicht Rassismus zum Verhängnis, dafür Sexismus. Es scheint, Max wird nie in einem Team spielen.

Die Spielerinnen der «Peaches» erleben nicht nur auf dem Feld eine völlig neue Welt. Für einige wie Carson wird ihr ganzes bisheriges Leben auf den Kopf gestellt.

Einschätzung

Es ist schon fast kühn, dass sich Abbi Jacobson, Hauptdarstellerin und gemeinsam mit Will Graham Autorin der Serie, an die Geschichte der «Rockford Peaches» heranwagt. Denn diese Geschichte wurde schon in einem Film von Penny Marshall im Jahr 1992 erzählt.

Ein viel geliebter Film als Vorlage

Der Film, ebenfalls «A League of Their Own» betitelt, glänzte nicht nur durch seine Starbesetzung mit Geena Davis, Madonna, Rosie O’Donnell und Tom Hanks. Er wurde von Publikum wie Kritiker:innen gleichermassen geliebt– bedingt durch die Sportart vorwiegend in den USA – als eine charmante Komödie, die leichtfüssig, aber nicht unernst ein frühes Kapitel der Frauenbewegung schildert.

Referenz an den Film: Maybelle (Molly Ephraim) macht den berühmten Spagat-Ballfang von Geena Davis nach (im Training, deshalb in Hosen 🙂). © Amazon Studios

Hohe Erwartungen also, denen sich das Remake als Serie stellen muss. Aber die Neuauflage enttäuscht keineswegs. Im Gegenteil. Sie fokussiert die Geschichten der Hauptfiguren um auf gesellschaftspolitische Aspekte, die heute aktuell sind. So wirkt sie frisch und neu und nicht als verstaubter Abklatsch eines 90er-Jahre-Films.

Natürlich bleibt der Hauptpunkt die Gleichstellung der Frau in einer Welt, in der männlicher Chauvinismus die Grundkonstante ist. Die «Peaches» verstehen sich zwar nicht als Kämpferinnen für Frauenrechte. Viele hinterfragen ihre Rolle gar nicht. Aber einige entdecken Freiräume, die ihnen vorher unbekannt oder verwehrt waren.

Carson entdeckt ihre unbekannten Seiten

Allen voran Carson. Sie fährt nicht zuletzt nach Chicago, weil ihr Mann angekündigt hat, dass er demnächst aus dem Krieg nach Hause kommen werde. De facto flieht Carson vor ihrem Hausfrauendasein, auch wenn sie sich das nicht wirklich eingesteht.

Ihr neuer Alltag bei den «Peaches» bringt Eigenschaften hervor, die sie an sich nicht kannte. Als der Coach das Team im Stich lässt, übernimmt Carson zögernd den Job und hadert lange mit Selbstzweifel, obwohl sie absolut die Richtige ist für die Aufgabe.

Ein bisschen viel mehr als nur Freundinnen: Carson und Greta. © Amazon Studios

Und dann ist da noch Greta (D’Arcy Carden), mit der sie sich anfreundet. Dass diese Freundschaft in Liebe mündet, überwältigt Carson. Lesbisch zu sein, war in ihrem Lebenskonzept nicht vorgesehen.

Rassismus und eine queere Community

Um Max entwickelt sich eine weitere Ebene der Story. Da ist einerseits der alltägliche Rassismus und wie sich die afroamerikanische Gemeinschaft damit arrangieren muss, um nicht in Gefahr zu geraten.

Andererseits ist da ihre Tante Bertie, zu der ihre Mutter jeglichen Kontakt abgebrochen hat. Denn Bertie lebt schon lange als Bert mit einer Frau zusammen. Max nimmt Kontakt auf mit ihrem Onkel und lernt eine völlig unbekannte Welt kennen.

Männer wie hier Coach Porter (Nick Offerman) halten sich zwar für unersetzlich, spielen aber tatsächlich nur Nebenrollen. © Amazon Studios

Die Geschichte der Frauenbaseballliga, die tatsächlich in den 40er-Jahren entstand, ist in «A League of Their Own» nur die Kulisse für ein Sittengemälde der Kriegsjahre in den USA aus der Sicht von Minderheiten und Unterdrückten.

Baseball ist langweilig, aber diese Serie nicht

Das tut die Serie aber nicht mit dem aktivistischen Zeigefinger, sondern mit liebevoll gezeichneten Charakteren, herzerwärmenden Geschichten und humoristischen Episoden. Man muss Baseball nicht mögen, um von dieser Serie sehr angetan zu sein.

Wie viele Sterne gibst du «A League of Their Own» Staffel 1?

Besetzung: Abbi Jacobson | Chanté Adams | D’Arcy Carden | Gbemisola Ikumelo | Roberta Colindrez | Kelly McCormack | Priscilla Delgado | Melanie Field | Nat Faxon | Nick Offerman | Kendall Johnson
Serie entwickelt von: Will Graham | Abbi Jacobson
Genre: Drama | Romanze | Historie
USA, 2022

The Lørenskog Disappearance (Mini-Serie) – Ein Kriminalfall, der die Erwartungen unterläuft

3 von 5 Sternen

Läuft bei: Netflix (Mini-Serie, 5 Episoden à 50 Min.)

Am 31. Oktober 2018 verschwindet die 68-jährige Anne-Elisabeth Hagen aus ihrem Haus in einem Vorort von Oslo. Sie wurde offenbar entführt. Ihr Ehemann, der Millionär Tom Hagen (Terje Strømdahl), findet eine Lösegeldforderung, als er nach Hause kommt.

Erschwerte Bedingungen für die Ermittler:innen

Die Entführer verlangen neun Millionen Euro in Kryptowährung für die Freilassung seiner Frau. Und keine Polizei, sonst werde sie getötet.

Tom wendet sich trotzdem an die Polizei. Unter der Leitung von Jorunn Lakke (Yngvild Støen Grotmol) beginnen die Ermittlungen. Erschwerend ist allerdings, dass weder die Medien noch die Öffentlichkeit etwas bemerken dürfen. Es gibt zwar Kontakt zu den Entführern, aber es kommt nie zu einer Übergabe des Lösegelds.

Die Ermittler:innen finden immer wieder neue Spuren, aber keine entscheidenden Beweise. © Netflix
War es eine Entführung?

Die Polizei findet keine Spur, die sie den Tätern näherbringt. Nach über zwei Monaten werden Medien und Öffentlichkeit über den Fall informiert, in der Hoffnung, Hinweise zum Verbleib von Anne-Elisabeth zu bekommen.

Wochen und Monate vergehen, die Ermittlungen kommen weiterhin nicht vom Fleck. Mittlerweile zweifelt die Polizei an der Entführung. Tom gerät in den Fokus der Untersuchung.

Ehemann unter Mordverdacht

Anderthalb Jahre nach dem Verschwinden von Anne-Elisabeth verhaftet die Polizei Tom und beschuldigt ihn des Mordes. Es fehlt aber nicht nur die Leiche, auch sonst hat die Polizei keine eindeutigen Beweise. Tom kommt schnell wieder auf freien Fuss.

Einschätzung

Es ist schwierig, etwas über «The Lørenskog Disappearance» zu sagen. Einerseits bin ich mir selber nicht ganz im Klaren darüber, was ich von der Serie halte. Andererseits kann ich über vieles nicht schreiben, ohne zu spoilern.

Verkneift euch, den Fall zu googeln

Das Verschwinden von Anne-Elisabeth Hagen ist allerdings ein realer Fall, der nicht nur Norwegen beschäftigte, sondern auch von deutschsprachigen Medien aufgegriffen wurde.

Wer sich also spoilern will, kann das ohne weiteres etwa hier beim Spiegel tun. Obwohl ich bei True-Crime-Serien oft google, was wirklich passiert ist, habe ich es mir bei «The Lørenskog Disappearance» verkniffen. Ich würde auch anderen davon abraten.

Verschiedene Blickwinkel auf die Ermittlungen

Die Serie verliert an Reiz, wenn man weiss, wie sie ausgeht. Sie lebt davon, dass man mit den Protagonist:innen rätselt, was sich an diesem Oktobertag im Haus der Hagens abgespielt hat.

«The Lørenskog Disappearance» zeigt den Fall aus verschiedenen Blickwinkeln. Zuerst aus der Sicht der Ermittler:innen. Dann kommen die Medien dazu, vor allem ein Journalist (Christian Rubeck), der von einem Polizisten mit vertraulichen Informationen gefüttert wird.

Der Journalist: Handlanger der Polizei oder investigativer Reporter? © Netflix
Oberflächliche Kritik an Medien und Polizeiarbeit

Seine Kollegin Aleks (Victoria Ose) findet das problematisch, weil er sich für die Polizeiarbeit instrumentalisieren lasse, die nicht über jeden Zweifel erhaben sei. Diese Medienkritik wirkt etwas zu holzschnittartig, auch die Kritik an den Ermittlungen bleibt oberflächlich.

Die Perspektive des Anwalts von Tom Hagen soll diese Kritik wohl auch etwas vertiefen. Sie liefert am Schluss aber nur ein Beispiel dafür, wie die Polizei bei den Ermittlungen gegen den Ehemann Fehler begeht.

Zäh und frustrierend, deshalb ziemlich faszinierend

Das ist eine Schwäche der Serie. Eine andere sind manche Exkurse ins Privatleben der Protagonist:innen: Dass die Polizistin Jorunn eine dementen Vater hat, der Journalist Erland ein Beziehungsproblem und Aleks einen Freund mit Hang zur Vergangenheitsverklärung spielt für den Fall keine Rolle und wirkt aufgesetzt.

Die Stärke von «The Lørenskog Disappearance» liegt darin, wie man langsam in einen Fluss von Ermittlungen hineingezogen wird, der sich nur zäh vorwärtsbewegt und oft frustrierend in einer Sackgasse endet. Ein Kriminalfall, der gegen die gängigen Erwartungen und Sehgewohnheiten verläuft.

Wie viele Sterne gibst du «The Lørenskog Disappearance» Mini-Serie?

Besetzung: Terje Strømdahl | Christian Rubeck | Victoria Ose | Yngvild Støen Grotmol | Kidan Gjølme Dalva | Henrik Rafaelsen
Genre: True-Crime
NOR, 2021

The Lazarus Project (Staffel 1) – Und täglich grüsst der Weltuntergang

3 von 5 Sternen

Läuft bei: Sky (1 Staffel, 8 Episoden à 45 Min.)

Die schlechte Nachricht: In den letzten Jahrzehnten ist die Welt mehrmals untergegangen, die Menschheit wurde ausgelöscht. Meist durch Atomkriege wie 1962 als Folge der Kuba-Krise, 1971 durch den Konflikt zwischen Indien und Pakistan oder auch durch eine weltweite Pandemie wie 2020.

«Lazarus» lässt die Welt wiederauferstehen

Die gute Nachricht: Es gibt eine geheime Organisation, die diese Weltuntergänge verhindert. «The Lazarus Project» dreht die Zeit zurück und beeinflusst den Lauf der Dinge so, dass die Welt nicht zerstört wird.

Zwei Frauen im Vordergrund. Dahinter weitere Menschen. Sie schauen zu einer Anzeige empor, die nicht im Bild zu sehen ist.
In der Zentrale der Zeitwirtschaft: Wes (Caroline Quentin), die Herrin über die Zeitsprünge und Agentin Archie (Anjli Mohindra). © Sky

Von diesen Zeitsprüngen zurück auf jeweils den 1. Juli des Jahres merkt die normale Bevölkerung nichts. Nur die Lazarus-Agent:innen nehmen das wahr, weil sie ein Serum injiziert bekommen haben. Dann gibt es noch extrem seltene Fälle von natürlicher Wahrnehmung der Zeitsprünge.

George wird «Lazarus»-Agent

George Addo (Paapa Essiedu) gehört zu den wenigen Menschen, die diese Fähigkeit besitzt. Er wacht am 1. Juli 2022 auf und erlebt exakt denselben Tag nochmal. George zweifelt an seinem Verstand, bis er von Archie (Anjli Mohindra) kontaktiert wird.

Die Lazarus-Agentin erklärt ihm, dass «Lazarus» mal wieder die Zeit zurückdrehen musste und rekrutiert George für das Projekt. George findet den neuen Job spannend. Doch dann trifft ihn ein Schicksalsschlag.

Ein Paar schlendert lächelnd vor einem Parkplatz vorbei.
Für George (Paapa Essiedu) gab es eine kurze Zeit, als er unbeschwert mit seiner Freundin Sarah (Charly Clive) zusammen lebte. © Sky
Die Freundin retten durch den Weltuntergang

Seine Freundin Sarah (Charly Clive) kommt ums Leben. Mit einem Zeitsprung könnte «Lazarus» das ungeschehen machen. Aber damit die Maschinerie in Gang gesetzt wird, muss George zuerst den Weltuntergang herbeiführen.

Einschätzung

Was? Wer? Wie? Warum? Am Anfang ist es gerade ein bisschen viel, was einem «The Lazarus Project» zumutet.

Die Frau am Zeitsprung-Drücker

Irgendwo steht eine Maschine, die die Erde rückwärts um die Sonne rotieren lässt und damit die Zeit zurückdreht. Soll irgendwie mit Quantenmechanik funktionieren, heisst es.

Den Befehl für den Zeitsprung gibt eine einzelne Person: Wes (Caroline Quentin), die Chefin des «Lazarus Projects». Höhere Mächte werden zwar angedeutet, aber der ganze Prozess scheint nicht besonders demokratisch organisiert.

Mann mit krausem Haar hält eine Waffe schussbereit.
Die «Lazarus»-Agenten wie hier Shiv (Rudi Dharmalingam) sind unzimperlich, wenn es darum geht, den Weltuntergang zu verhindern. © Sky
Keine Serie für Wahrscheinlichkeitskrämer:innen

Vor allem, wenn man sich noch vorstellt, dass der Zeitsprung wahrscheinlich das ganze Universum betrifft. Was sagen die Aliens dazu? Und wieso entwickelt George von einem Tag auf den anderen die Fähigkeit, die Zeitsprünge wahrzunehmen? War da was mit Eiweissmutation?

Wer all diese Fragen nicht beiseiteschieben kann und sich nicht einfach auf die Prämissen der Serie einlässt, der:die sollte die Finger davon lassen.

Die Tragik der Zeitsprünge

Wenn man sich darauf einlässt, gibt’s dafür eine ansprechend spannende und unterhaltsame Geschichte mit viel Action, die der ganzen Zeitsprung-Thematik auch noch einen emotionalen Twist abringt.

Da gibt es etwa eine Agentin, die ein Kind bekommen hat. Es droht aber ein Zeitsprung, der vor ihre Schwangerschaft führen würde. Das Kind würde nie gezeugt. Sie fleht Wes vergeblich an, den Befehl nicht zu geben. Es kommt dann noch schlimmer mit dem zweiten Kind.

Ein Paar sitzt auf einem Bett. Die schwangere Frau hält eine Hand auf ihren Bauch.
Janet (Vinette Robinson) und Rebrov (Tom Burke) wenden sich nach einer Zeitsprung-Tragödie vom «Lazarus-Project» ab. © Sky
Kein Happy End, sondern ein Cliffhanger

Auch Georges Mission, seine Freundin von den Toten auferstehen zu lassen, nimmt eine unerwartete Wendung. Glücklicherweise dient diese etwas allzu rührselige Geschichte nur als Katalysator für Action und Intrigen.

Störend allerdings: Die Serie schliesst zwar einen Teil des Plots ab, endet aber mitten in einem neuen, scheinbar ausweglosen Weltuntergangsszenario. Immerhin ist die zweite Staffel bestätigt. Wir werden in etwa einem Jahr erfahren, ob die Menschheit weiterexistieren wird.

Wie viele Sterne gibst du «The Lazarus Project» Staffel 1?

Besetzung: Paapa Essiedu | Anjli Mohindra | Rudi Dharmalingam | Caroline Quentin | Tom Burke | Vinette Robinson | Charly Clive
Serie entwickelt von: Joe Barton
Genre: Science-Fiction | Action | Drama
GB, 2022

Tschugger (Staffel 2) – Die spektakuläre Rettung des Wallis durch den furchtlosen Polizisten Bax

Läuft bei: Sky (2 Staffeln, 10 Episoden à 30 Min.; ab 18.12.2022 bei Play Suisse)

=> Staffel 1: Tschugger (Staffel 1)

In letzter Sekunde rettet Bax (David Constantin) den armen Polizeipraktikanten Smetterling (Cedric Schild), dem ein Killer den Stecker für die Beatmungsmaschine gezogen hat. Bax und Kollege Pirmin (Dragan Vujic) verfolgen den Killer zu einer Statue hoch oben auf einem Berg.

Der geheimnisvolle Schlüssel

Dort treffen sich eigentümlich verkleidete Figuren zu einem Ritual. Der Killer wird gekillt, weil er etwas nicht geliefert hat: einen Schlüssel.

Den Schlüssel sucht auch Gerda (Clelia Fux), die Ex von Bax, auch Polizistin, hat aber offensichtlich die Seiten gewechselt. In ihrem Auftrag entführen zwei Skilehrer Valmira (Annalena Miano). Deren Freund Juni (Arséne Junior Page) hat nämlich den ominösen Schlüssel gefunden und soll ihn jetzt abliefern.

Kultisten bedrohen das Wallis. © Sky/SRF
Das Wallis droht unterzugehen

Auch die Bundespolizistin Anette Brotz (Anna Rossinelli) ist immer noch im Wallis. Sie sucht Bax, der inzwischen untertauchen musste, weil Gerda ihn bei seinem Chef anschwärzte.

Als Bax, Pirmin und Anette endlich herausfinden, was es mit diesem Schlüssel auf sich hat, müssen sie in einer wagemutigen Aktion verhindern, dass das ganze Wallis zerstört wird.

Apero vom Bundesrat

Dumm nur, dass die Rettungsaktion zur nationalen Geheimsache erklärt wird. Niemand wird je von der Heldentat erfahren. Immerhin spendiert der Bundesrat einen Apero als kleinen Trost.

Einschätzung

Die zweite Staffel knüpfe nahtlos an die erste an, habe ich schon ein paar Mal gelesen. Ja, hoffentlich! Das nervte mich ja bei der ersten Staffel so masslos, mitten in der Geschichte aufzuhören und irgendwas von einer «zweiten Staffel» zu schwafeln.

Nach dem grossen Ärger die erfreuliche Nachricht

Dabei geht es ja nur darum, dass SRF nicht so viel Geld hat für Eigenproduktionen und deshalb die Ausstrahlung der zehn Episoden auf zwei Jahre strecken musste. Besser wäre es gewesen, alles aufs Mal zu zeigen und dafür halt ein Jahr Pause einzulegen.

Aber lassen wir das. Kommen wir zum Erfreulichen. Ich war eher mässig begeistert vom Humor und der Handlung der ersten Staffel. Da zuckten bei mir die Mundwinkel nur ab und zu. Teil zwei gefiel mir jetzt viel besser.

Bax ist untergetaucht und holt Smetterling völlig unauffällig verkleidet aus dem Spital. © Sky/SRF
Der Knirps und das Koks

Tatsächlich musste ich ein paar Mal wirklich lachen. Etwa, wenn der kleine Rabauke in einer Villa Koks aufm Tisch findet und danach mit weissem Schnauz herumstolziert. Tatsächlich hat er aber nur einen Berliner gefunden und gegessen.

Auch die Action legt noch zu. Gerda fuchtelt nicht nur mit ihrer Pistole rum, sondern landet einen gezielten Kopfschuss. Und das Finale mit Bax, der am Seil hängt und per Helikopter auf die Staumauer geflogen wird, ist ziemlich zum Schreien.

Der Besuch im Hotelzimmer von Bundespolizistin Brotz beginnt vielversprechend für Bax, nimmt aber einen anderen Verlauf, als er erwartet. © Sky/SRF
Gerne mehr «Tschugger» – aber alles am Stück!

Ich bin nicht nur versöhnt mit den Walliser «Tschugger». Ich hätte gerne eine weitere Staffel. Aber bitte, bitte alles am Stück! Ich warte dafür gerne auch zwei Jahre.

Apropos warten: Ja, ist halt so, dass «Tschugger» zuerst bei Sky läuft und erst im Dezember bei SRF und auf Play Suisse. Auch das eine Geldfrage und eine Frage der Prioritäten in der Verwertungskette.

Es hätte übrigens auf Play Suisse, falls ihr’s noch nicht kennt, durchaus einige Serien und Filme, mit der man sich –gratis! – die Wartezeit vertreiben kann.

Wie viele Sterne gibst du «Tschugger» Staffel 2?

Besetzung: Dragan Vujic | David Constantin | Anna Rossinelli | Arsène Junior Page | Annalena Miano | Cedric Schild | Gabriel Oldham | Olivier Imboden
Serie entwickelt von: David Constantin | Mats Frey
Genre: Komödie | Krimi | Action
CH, 2022

Dr. Death (Staffel 1) – Ein gefährlicher Pfuscher konnte jahrelang unbehelligt operieren

3 von 5 Sternen

Läuft bei: Sky (1 Staffel, 8 Episoden à 50 Min.)

Christopher Duntsch (Joshua Jackson) hat eine vielversprechende Karriere als Arzt vor sich. Er beeindruckt durch sein Wissen und vor allem durch seinen Ehrgeiz. Allerdings hat er auch ein Drogenproblem und leidet unter massiver Selbstverherrlichung.

Der Artz, der Patient:innen zu Krüppeln macht

Nach dem Studium gründet er ein Start-up, das Stammzellentherapien für Wirbelsäulenprobleme erforscht. Doch finanzielle Probleme zwingen ihn dazu, in den Operationssaal zurückzukehren.

Nach einer missglückten Operation im Dallas Medical Center werden die beiden Ärzte Robert Henderson (Alec Baldwin) und Randall Kirby (Christian Slater) auf Duntsch aufmerksam. Sie finden heraus, dass Duntsch mehrere seiner Patient:innen verkrüppelt hat, zwei sind sogar an den Folgen des Eingriffs gestorben.

Mehr Klempner und Metzger im OP als Chirurg: Dr. Duntsch (Joshua Jackson), der über 30 Patient:innen zu Krüppeln operierte. © Peacock
Duntsch muss hinter Gitter

Henderson und Kirby wollen dem offensichtlich unfähigen, ja sogar gefährlichen Chirurgen die Zulassung entziehen. Doch das ist nicht so einfach. Zudem könnte Duntsch einfach in einem anderen Bundesstaat weiterarbeiten, auch wenn er die Lizenz in Texas verlieren würde.

Es gibt deshalb nur eine Lösung. Duntsch muss vor Gericht und hinter Gitter, damit er nie mehr einen Operationssaal betreten kann. Die junge Staatsanwältin Michelle Shughart (AnnaSophia Robb) nimmt sich des Falls an.

Obwohl Duntsch unzweifelhaft grauenvolle Fehler begangen hat, erweist es sich als schwierig, ihn strafrechtlich zu belangen.

Einschätzung

Es gibt genau etwas, was diese Serie trägt: Die unglaubliche, aber wahre Geschichte eines Chirurgen, der 33 Patient:innen im Operationssaal verkrüppelt hat, zwei davon sogar tödlich verletzte. Unter den Opfern von Duntsch ist auch sein bester Freund, der den OP als Tetraplegiker verliess.

Horrorszenen im OP

Da beisst man vor dem Fernseher auf den Nägeln rum, wenn Duntsch im OP nur schon das Skalpell in die Hand nimmt. Wenn er danach verbissen auf die Wirbelsäule einhämmert, obwohl ihn der Kollege darauf aufmerksam macht, dass er falsch angesetzt hat, mag man gar nicht mehr zuschauen.

«Dr. Death» ist glücklicherweise ziemlich zurückhaltend mit solchen Horrorszenen im OP. Doch nachdem die Serie uns die Figur dieses Pfuschers in Weiss vorgestellt hat, reicht es schon, wenn Duntsch grinsend und scherzend die Patientin vor der OP begrüsst, dass sich einem die Nackenhaare sträuben.

Die Patient:innen überzeugt Dr. Duntsch durch seine gewinnende und selbstüberzeugte Art. © Peacock
Soziopath erster Güte

Denn inzwischen wissen wir, dass dieser Duntsch an krankhafter Selbstüberschätzung leidet. Er kann Fehler nicht eingestehen kann und ist offensichtlich unfähig, Empathie zu empfinden. Ein Soziopath erster Güte, wie Kirby einmal feststellt.

Der Grusel- und Grauenfaktor für das Publikum ist also hoch. Man bleibt gebannt vor dem Bildschirm sitzen. Und doch erreicht «Dr. Death» nicht die Intensität von beispielsweise «The Dropout».

Wie konnte er jahrelang unbehelligt arbeiten?

Da fliesst zwar viel weniger Blut und die Opfer verlieren nur Geld, nicht das Leben. Dennoch ist die Geschichte von Elizabeth Holmes und ihrem betrügerischen Imperium packender, weil sie vielschichtiger und subtiler erzählt ist.

Vielleicht braucht es deshalb die beiden grossen Namen von Alec Baldwin und Christian Slater, die fast ein bisschen unter ihrem Wert verkauft werden in dieser Serie. Dafür bietet Joshua Jackson (bekannt u.a. als Peter Bishop aus «Fringe») eine facettenreiche Darstellung des gestörten Dr. Duntsch.

Das Versagen der Spitäler und des Systems

Vor allem aber rätselt man am Schluss, wie es überhaupt möglich war, dass so ein unfähiger Chirurg jahrelang unbehelligt arbeiten konnte. Ein bisschen wird das zwar angedeutet, aber nicht wirklich ausgeleuchtet.

Wollen Duntsch endgültig das Handwerk legen: die Staatsanwältin (AnnaSophia Robb) und zwei Arztkollegen (Christian Slater und Alec Baldwin). © Peacock

Die Spitäler hatten kein Interesse daran, die verpfuschten Operationen an die grosse Glocke zu hängen, weil ihr Ruf leiden würde und damit ihre Einnahmen. Und eine Gesetzesreform in Texas schränkte die Möglichkeiten der Patient:innen stark ein, gegen Ärzt:innen oder Spitäler zu klagen.

Kaputtes System

Das wäre offenbar eine andere Geschichte, die über den Fall des «Dr. Death» hinausgehen würde und deshalb korrekterweise hier nur am Rande vorkommt.

Aber dass erst ein ziemlich kaputtes Rechts- und Gesundheitssystem Christopher Duntsch den Weg ebnete, scheint ebenso klar, wie dieser Artikel im «TexasMonthly» aufzeigt.

Wie viele Sterne gibst du «Dr. Death» Staffel 1?

Besetzung: Joshua Jackson | Christian Slater | Alec Baldwin | Dominic Burgess | Grace Gummer | Molly Griggs | AnnaSophia Robb | Laila Robins | Kelsey Grammer
Serie entwickelt von: Patrick Macmanus
Genre: True-Crime | Drama
USA, 2021

Black Bird (Mini-Serie) – Bedächtige Reise in die Hölle

4 von 5 Sternen

Läuft bei: Apple TV+ (Mini-Serie, 6 Episoden à 60 Min.)

Jimmy Keene (Taron Egerton) lebt auf der Überholspur. Heisse Autos, Frauen und viel Geld, das er mit Drogenhandel verdient. Damit ist Schluss, als er auffliegt. Jimmy bekennt sich schuldig, um eine geringe Strafe zu bekommen. Der Staatsanwaltschaft zieht ihn aber über den Tisch und Jimmy wird zu zehn Jahren verdonnert.

Spitzel für das FBI

Nach ein paar Monaten hinter Gittern bekommt Jimmy von FBI-Agentin Lauren McCauley (Sepideh Moafi) ein anderes Angebot. Er soll einen pädophilen Serienmörder dazu bringen, ihm seine Taten zu gestehen. Gelingt das Jimmy, kommt er frei.

Jimmy lehnt ab. Erst als ihm seine Mutter erzählt, dass Jimmys Vater (Ray Liotta) so sehr darunter leidet, dass sein Sohn im Gefängnis sitzt, dass er wohl nicht mehr lange lebe, ändert Jimmy seine Meinung.

Jimmy (Taron Egerton) soll Larry (Paul Walter Hauser) dazu bringen, seine Morde zu gestehen. © Starzplay
Ohne Geständnis kommt der Mörder frei

Jimmy wird in das Gefängnis für Schwerkriminelle verlegt und nur ein paar Zellen entfernt von Larry Hall (Paul Walter Hauser) einquartiert. Larry hat zwar einen Mord an einem Mädchen gestanden, später aber widerrufen. Zudem verdächtigt ihn die Polizei, dass er mindestens 14 junge Frauen vergewaltigt und ermordet haben soll.

Weil Larry gegen seine erste Verurteilung appelliert hat und die Beweislage gegen ihn dünn ist, brauchen FBI-Agentin McCauley und Detektiv Brian Miller (Greg Kinnear) unbedingt das Geständnis, das Jimmy Larry entlocken soll. Sonst kommt Larry wieder frei.

Für Jimmy wird sein Auftrag eine Reise in die Hölle.

Einschätzung

Zwei Dinge zeichnen «Black Bird» aus: grossartige schauspielerische Leistungen, vor allem von Taron Egerton (spielte Elton John in «Rocketman») und Paul Walter Hauser. Und ein gemächliches Erzähltempo, in dem sich die Geschichte entwickelt.

Kein stereotypes Monster

Hier ist nichts aufdringlich oder mit der üblichen Die-Zeit-läuft-ab-Hektik inszeniert. Lange Dialoge geben Einblick in die Köpfe von Larry, aber auch von Jimmy, der anfänglich mit übermässigem Ego auftritt, am Schluss aber fast so was wie Demut zeigt.

Larry ist nicht einfach nur der monströse Pädophile. Seine hohe Stimme und bedächtige Sprechhaltung lassen ihn zwischendurch als harmlosen Spinner erscheinen, der aus Geltungsdrang Morde gesteht, die er gar nicht begangen hat.

Sorgfältig erzählt bis ins Detail

Da beginnt auch Agentin McCauley zu zweifeln, ob sie wirklich den richtigen Täter verfolgen. Detektiv Miller verfolgt andererseits hartnäckig alle Spuren, die Larry überführen könnten, ohne dabei, wie es oft zu sehen ist, einem missionarischen Übereifer zu verfallen. Miller macht einfach einen sauberen Job.

Die Spuren, die McCauley (Sepideh Moafi) und Miller (Greg Kinnear) verfolgen, bringen nicht die nötigen Beweise gegen Larry. © Starzplay

Selbst die Nebengeschichte, die Beziehung zwischen Jimmy und seinem Vater, ist sehr sorgfältig erzählt. Er, ein ehemaliger Polizist, der mitansehen muss, wie sein Sohn fast genussvoll auf die schiefe Bahn gerät und sich dafür die Schuld gibt.

Atmosphärisch dicht und intensiv

Überraschungen gibt es keine, denn die Geschichte basiert auf einem wahren Fall. Diesen Dreh braucht es nicht. «Black Bird» ist atmosphärisch dicht und intensiv genug erzählt, um einen hineinzuziehen in den Abgrund menschlicher Psyche.

Wie viele Sterne gibst du «Black Bird»?

Besetzung: Taron Egerton | Paul Walter Hauser | Sepideh Moafi | Greg Kinnear | Ray Liotta
Serie entwickelt von: Dennis Lehane
Genre: Drama | True-Crime
USA, 2022

Projekt MCU

Projekt MCU = Alle 27 28 29 Filme aus dem Marvel Cinematic Universe in der zeitlichen Abfolge anschauen (damit ich nicht immer meinen Sohn fragen muss: Wer? Was? Wann? Wo?). Ich halte mich dabei an die Liste von Rotten Tomatoes.

✅ 27 Eternals

  • Götter, die eigentlich Maschinen sind, gesteuert von einem riesigen Legomonster – WTF?
  • Und diese herablassende Attitüde! Die Eternals benehmen sich irgendwie wie die Amis im Irak. Finden sich und ihre Ideen sautoll, die sie diesen Versuchskaninchen (i.e. Menschen) aufzwingen
  • Hoher Game of Thrones-Faktor mit Madden und Harington, was aber nur zur Folge hat, dass man lieber wieder da reinschauen würde
  • Ob das wohl Absicht war? Maddens grosse Liebe heisst Sersi, als Robb Stark war Cersei (Lannister) seine Erzfeindin
  • «Time» von Pink Floyd. Wenn es nicht so ein mieser Film wäre, wäre das ein Pluspunkt. So ist es ein Sakrileg
  • Meine Bewertung 3/10; IMDb 6.3/10; Rotten Tomatoes 47 %

28 Doctor Strange in the Multiverse of Madness

29 Thor: Love and Thunder

✅ 26 Spider-Man: No Way Home

  • Wäre nett, wenn Superhelden nicht gleich die ganze Welt ins Chaos stürzen würden, nur weil es mit der Uni-Bewerbung nicht wie gewünscht geklappt hat
  • Das Klassentreffen der Spider-Men und ein paar alte Bösewichte. Da kommt bei mir keine Nostalgie auf, nur Langeweile
  • Einzig ein paar Hach-Momente ganz am Schluss
  • Meine Bewertung 5/10; IMDb 8.3/10; Rotten Tomatoes 93 %

✅ 25 Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings

  • Die Drachen in «Game of Thrones» haben mir besser gefallen
  • Wie schon bei der Serie «Moonknight» angemerkt: Mir wird das MCU zu unübersichtlich. Nur weil jetzt noch asiatisch verbrämte Mythologie mitspielt, wird es nicht spannender
  • Was zum Teufel hat Ben Kingsley geritten, für diese paar Sekunden vor die Kamera zu stehen?
  • Weil ich gerade das Buch lese «Red Carpet: Hollywood, China, and the Global Battle for Cultural Supremacy» wollte ich noch herausfinden, wie viel der Film in China einspielte. Kam da aber gar nicht in die Kinos, weil Hauptdarsteller Simu Liu 2017 in einem Interview eine negative Bemerkung über das Land machte. Passt zu dem, was das Buch beschreibt.
  • Meine Bewertung 5/10; IMDb 7.4/10; Rotten Tomatoes 91 %

✅ 24 Spider-Man: Far From Home

  • Teenie-Rom-Com mit Action, funktioniert ✔️
  • Jake Gyllenhaal betritt das MCU 👍
  • Also die Erklärung, wie das mit diesen Monstern und den Drohnen funktionieren soll, ist ziemlich haarsträubend
  • Nostalgie Pluspunkt: Hab den Film in Edinburgh 🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿 gesehen in den letzten Corona-freien Ferien
  • Meine Bewertung 8/10; IMDb 7.4/10; Rotten Tomatoes 90 %

✅ 23 Avengers: Endgame

  • Episch👍
  • Wir verlieren Natascha 😭
  • Wir verlieren Tony. Weil ich wegen Natascha ausgeheult bin, schaffe ich nur noch eine Träne 😢
  • Steve darf zu seiner Peggy 💘
  • Meine Bewertung 9/10; IMDb 8.4/10; Rotten Tomatoes 94 %

✅ 22 Avengers: Infinity War

  • Das Klassentreffen der Superhelden
  • Thanos ist ein cooler Schurke und eigentlich ein Grüner. Halt etwas gar radikal 😉
  • Wir verlieren Vision 😢
  • 👎 Die Unsitte, Filme als Zweiteiler auf die Leinwand zu bringen im Abstand von Jahren. Das habe ich bis heute nicht verziehen
  • 👍 Dieses Mal kann ich selber bestimmen, wie lange es dauert, bis ich «Endgame» schaue.
  • Meine Bewertung 8/10; IMDb 8.4/10; Rotten Tomatoes 85 %

✅ 21 Ant-Man and the Wasp

  • In den subatomaren Raum reisen, um Michelle Pfeiffer zu retten, würde ich natürlich sofort auch machen
  • Ganz heiss: die Bärtierchen als Monster im Quantum Realm
  • Der Rest des Films ist ganz nett …
  • Meine Bewertung 5/10; IMDb 7.0/10; Rotten Tomatoes 87 %

✅ 20 Thor: Ragnarok

  • Highlight: «Immigrant Song» von Led Zeppelin als Kampf-Soundtrack. Asgard rocks 🎸🔥
  • Und der nächste Superstar im MCU: Cate Blanchett als böse Schwester Hela. Ziemlich cool
  • Jeff Goldblum dagegen spielt – na ja, halt Jeff Goldblum. Der Kronan-Krieger Korg ist witziger (Fun Fact: Krog wurde von Regisseur Taika Waititi gespielt und gesprochen)
  • Der dritte Thor ist bisher der beste aus der Reihe
  • Meine Bewertung 8/10; IMDb 7.9/10; Rotten Tomatoes 93 %

✅ 19 Doctor Strange

  • CGI mit der gefalteten Realität sieht schon cool aus. Und nicht allzu übermässig eingesetzt
  • Cumberbatch, Swinton, Ejiofor, Mads Mikkelsen – immer wieder erstaunlich, welche Grössen sich nicht zu schade sind für das MCU
  • Michael Stuhlbarg in einer kleinen Nebenrolle! Seit «Dopesick» bin ich Fan von ihm
  • Die Uhrensammlung von Strange mit diesen drehenden Aufbewahrungsbehältern hätte ich auch gerne
  • Meine Bewertung 8/10; IMDb 7.5/10; Rotten Tomatoes 89 %

✅ 18 Black Panther

  • Die Figur Black Panther und die Location Wakanda ist eine Bereicherung für das sonst stereotypisch weisse Marvel Universum
  • Stereotypisch dann aber: selbst ein technologisch so fortschrittliches afrikanisches Land ist in feudalistischen Stammesstrukturen organisiert. Oder erliege ich da meiner kolonialistisch-europäischen Sicht?
  • Meine Bewertung 8/10; IMDb 7.3/10; Rotten Tomatoes 96 %

✅ 17 Spider-Man: Homecoming

  • Michael Keaton als Bösewicht 👍
  • Die Sorgen und Nöte eines pubertierenden Superhelden sind recht amüsant
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 7.4/10; Rotten Tomatoes 92 %

✅ 16 Black Widow

  • Red Guardian – albern und übergewichtig (s. unten). Aber ich mag David Harbour und freue mich auf die nächste Staffel von «Stranger Things»
  • Red Guardian vs. Captain America – da zeigt sich wieder mal die Überheblichkeit der Amis. Angesichts des Kriegs in der Ukraine gerade etwas surreal
  • Sestry – Natascha und Yelena sind ein Power-Duo 👍
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 6.7/10; Rotten Tomatoes 79 %

✅ 15 Captain America: Civil War

  • Der Auftritt von Chadwick Boseman als Black Panther stimmt wehmütig
  • Sobald es um «family» geht, knallt auch jeder Avenger durch. Diese US-Family-Manie macht mich langsam rasend
  • 🕷️-Man und 🐜-Man – Kampf mit Komik 👍
  • Jetzt muss ich wohl «The Falcon and the Winter Soldier» nochmal schauen, würde wohl einiges besser oder überhaupt zum ersten Mal verstehen
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 7.8/10; Rotten Tomatoes 90 %

✅ 14 Ant-Man

  • Michael Douglas in jung am Anfang ist ziemlich gut gelungene CGI
  • Film mit Nostalgiefaktor: In LA gesehen, als er ins Kino kam (leider nicht in San Francisco, hätte noch besser gepasst)
  • Meine Bewertung 6/10; IMDb 7.3/10; Rotten Tomatoes 83 %

✅ 13 Avengers: Age of Ultron

  • Natascha: «I’m running with it. With you.» Bruce: «There is no future with me.» 💔
  • Wanda und Vision‼️
  • We’ll always have Sokovia
  • Meine Bewertung 8/10; IMDb 7.3/10; Rotten Tomatoes 76 %

✅ 12 Guardians of the Galaxy Vol. 2

  • Ein Tiefpunkt im MCU: alberne Geschichte, langweilige Kämpfe und dieselben Dialoge wie im ersten Film, die einfach nicht genug Witz hergeben für ein Sequel
  • Ein komischer «god» (mit kleinem g) gespielt von Kurt Russel ist der Vater von Peter Quill. Diese Frage ist geklärt, aber einen ganzen Film hätte es dafür wirklich nicht gebraucht
  • Michelle Yeoh taucht auch kurz auf – hat danach zum Glück das Raumschiff gewechselt und ist zu «Star Trek Discovery»
  • Einziger Pluspunkt: eine schöne Weltraumbeerdigung
  • Meine Bewertung 3/10; IMDb 7.6/10; Rotten Tomatoes 85 %

✅ 11 Guardians of the Galaxy Vol. 1

  • Dank dieses Films werden noch viele spätere Generationen verstehen, was ein Walkman ist 👍
  • Wer ist der Vater von Peter Quill 🤔?
  • Beruhigend zu wissen: No racoons or tree creatures were harmed during the making of this film
  • Mein Freund der Baum – in der Rolle ist sogar Vin Diesel erträglich
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 8.0/10; Rotten Tomatoes 92 %

✅ 10 Captain America: The Winter Soldier

  • Kann mich nicht entscheiden, ob Robert Redford eine Fehlbesetzung ist in dieser Rolle 🤔
  • Der erste Erfolg meines Projekts MCU: Ich wusste genau, wer «Bucky» ist 😄
  • Meine Bewertung 8/10; IMDb 7.7/10; Rotten Tomatoes 90 %

✅ 9 Iron Man 3

  • Diese Klippenvilla war eh viel zu protzig und architektonisch ein Verbrechen
  • Ben Kingsley 😉
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 7.1/10; Rotten Tomatoes 79 %

✅ 8 Thor: The Dark World

  • Die arme Lady Sif 💔, dabei ist sie ja viel cooler als ihre Nebenbuhlerin
  • Gelernt: Der wichtigste Ort auf der Erde liegt halt doch im britischen Empire
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 6.8/10; Rotten Tomatoes 66 %

✅ 7 The Avengers

  • Agent Coulson 😭
  • Der Angriff der Chitauri – eine epische Schlacht ⚔️
  • Der richtige Hulk! Ruffalo ist besser als Norton
  • Meine Bewertung 9/10; IMDb 8.0/10; Rotten Tomatoes 91 %

✅ 6 Thor

  • Kenneth Branagh (Regie) im MCU? Wow!
  • Tom Hiddleston 👍
  • Anthony Hopkins 👎
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 7.0/10; Rotten Tomatoes 77 %

✅ 5 The Incredible Hulk

  • Edward Norton? Nicht Marc Ruffalo? Hat mich am Anfang etwas aus der Bahn geworfen und deutet darauf hin, dass ich den Film vorher noch nie gesehen hatte. Macht aber nichts, ist eher mässig.
  • Fun Fact: «Modern Family» Phil Dunphy (Ty Burrell) hat eine kleine Nebenrolle als Liv Tylers Freund.
  • Meine Bewertung 5/10; IMDb 6.6/10; Rotten Tomatoes 67 %

✅ 4 Iron Man 2

  • Highlight: Elon Musk als Partygast in Monaco. Damals war er noch einiges weniger berühmt, gab gerade erst den Tesla Roadster auf dem Markt.
  • Fun Fact: Musk stellte seinen SpaceX Hangar für die Dreharbeiten zur Verfügung.
  • Meine Bewertung 6/10; IMDb 7.0/10; Rotten Tomatoes 72 %

✅ 3 Iron Man

  • Highlight: Stan Lee Cameo als Hugh Hefner.
  • Diese Ten Rings muss man sich merken, oder?
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 7.9/10; Rotten Tomatoes 94 %

✅ 2 Captain Marvel

  • Fun Fact: Das Geheimnis ist gelüftet, wie Fury sein Auge verlor. Hint: 😸
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 6.8/10; Rotten Tomatoes 79 %

✅ 1 Captain America: The First Avenger

  • Highlight: Agent Carter 😍 – Die Serie mit Peggy Carter im stilvollen Nachkriegs-Look ist auf Disney+. Gab leider nur zwei Staffeln.
  • Meine Bewertung 8/10; IMDb 6.9/10; Rotten Tomatoes 80 %.

Wedding Season (Staffel 1) – Hochzeitskomödie mit Nervenkitzel

3 von 5 Sternen

Läuft bei: Disney+ (1 Staffel, 8 Episoden à 30 Min.)

Stefan (Gavin Drea) legt gleich zu Beginn einen oberpeinlichen Auftritt hin. Er stürmt mitten in eine Hochzeitsfeier und fleht die Braut (Rose Salazar) an, nicht diesen reichen Schnösel an ihrer Seite zu heiraten. Aber Katie lässt Stefan knallhart abblitzen.

Hoffnungsloser Romantiker

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Stefan vor versammelter Mannschaft lächerlich macht. Vor kurzem hat er seiner damaligen Freundin an einer anderen Hochzeit einen Heiratsantrag gemacht. Sie liess ihn einfach stehen.

Alle seine Freund:innen hatten ihn gewarnt. Aber Stefan scheint ein hoffnungsloser Romantiker zu sein. Sein Drang, in den Hafen der Ehe zu segeln, entpuppt sich allerdings nicht als sein grösstes Problem. Das ist die Braut vom Anfang, Katie.

Acht Leichen am Hochzeitsessen

Kurz nachdem Stefan in Katies Hochzeit gestürmt ist, stürmt die Polizei seine Wohnung. Stefan wird verdächtigt, etwas damit zu tun zu haben, was an Katies Hochzeitsessen passiert ist.

Nur die Braut (Rosa Salazar) überlebt das Hochzeitsessen. © Hulu

Da gab es nämlich acht Leichen, Katies neue Verwandtschaft inklusive Ehemann. Alle vergiftet, alle Mitglieder des Delaney-Clans, stinkreich, aber kriminell.

Die Braut – eine Giftmörderin?

Nur Katie hat überlebt und ist getürmt. Damit ist sie natürlich die Hauptverdächtige. Stefan soll ihr geholfen haben, wie die Polizei glaubt. Hat er zwar nicht, aber jetzt passiert das Unvermeidliche.

Katie holt Stefan aus dem Polizeigewahrsam, die beiden fliehen und wir erfahren nach und nach, was für eine komplizierte Beziehung die beiden schon vor dieser ominösen Hochzeit geführt haben.

Einschätzung

Die Referenz ist unübersehbar, die «Wedding Season» dem britischen Hochzeitsklassiker «Four Weddings and a Funeral» erweist. Stefans Freundeskreis lässt sich fast eins zu eins übertragen auf die Hochzeitsgang um Hugh Grant. Und natürlich ist da dieselbe Tournee von einer Hochzeit zur nächsten, wo immer etwas beinahe katastrophal schiefläuft.

Nur knapp hat es Stefan ( Gavin Drea 2.v.l.) zur Hochzeit seines besten Freundes Anil (Bhav Joshi, l.) geschafft. © Hulu
Grosse Vorbilder – nicht ganz erreicht

Die andere Referenz gilt dem britischen Altmeister Alfred Hitchcock. Wie Roger Thornhill in «North by Northwest» wird Stefan in einen Strudel von Ereignissen gerissen, ohne genau zu wissen, was eigentlich los ist.

Das ergibt auch eine ganz nette Mischung von vergnüglichem Hochzeitsslapstick bis zu mörderischen Verfolgungsjagden. Aber so ganz erreicht «Wedding Season» die Höhe seiner Vorbilder nicht.

Es fehlt an Romantik

Zu rätselhaft bleibt, weshalb Stefan sich so wahnsinnig zu Katie hingezogen fühlt. Da gibts zwar Sex in der Abstellkammer und ein paar kleine gemeinsame Abenteuer. Aber es fehlt gewaltig an romantischen Momenten, die erklären würden, weshalb Stefan für diese Frau Kopf und Kragen riskiert, obwohl sie ihn immer wieder fallen lässt und brüskiert.

Die schottischen Highlands sind ein Pluspunkt

Der Thriller-Teil, in dem die beiden von der Polizei, aber auch von noch viel gefährlicheren Mobstern gejagt werden, ist dagegen besser gelungen: Verfolgungsjagden, ausweglose Situationen, mysteriöse Bösewichte.

DCI Metts (Jade Harrison) und DI Donahue (Jamie Michie) sind Katie und Stefan auf den Fersen, aber fast immer einen Schritt zu spät. © Hulu

Zudem spielt ein Teil der Handlung in den schottischen Highlands und es ist viel nordenglischer bis schottischer Dialekt zu hören. Damit verdient sich die Serie mindestens einen Zusatzstern 😉.

Angelegt scheint «Wedding Season» auf mehr als eine Staffel, wie der Cliffhanger am Schluss zeigt. Ich bin mir aber nicht so sicher, ob die Serie so gut ankommt bei Publikum und Kritiker:innen, dass es dafür reicht.

Wie viele Sterne gibst du «Wedding Season» Staffel 1?

Besetzung: Gavin Drea | Rosa Salazar | Jade Harrison | Jamie Michie | Omar Baroud | Callie Cooke | Ioanna Kimbook | Bhav Joshi | George Webster
Serie entwickelt von: Oliver Lyttelton
Genre: Thriller | Komödie | Romanze
GB, 2022

The Flight Attendant (Staffel 2) – Kaley Cuocos überdrehte Selbstinszenierung

3 Sterne von 5

Läuft bei: Amazon (2 Staffeln, 8 Episoden à 45 Min.)

Ein Jahr ist vergangen seit der Geschichte in Bangkok. Damals war Cassie (Kaley Cuoco) mit einem höllischen Kater neben einer Leiche im Hotelzimmer aufgewacht. Dieser Tote brachte sie ins Visier von FBI, CIA und einem Mann, der sie ermorden wollte (Episodenliste Staffel 1).

Ein neues Leben ohne Alkohol, dafür mit Spionagethrill

Cassie ist nach Los Angeles gezogen, um ihr Leben neu aufzugleisen. Sie arbeitet immer noch als Flugbegleiterin und ist seit einem Jahr trocken. Sie hat Hilfe und Halt gefunden bei den Anonymen Alkoholiker:innen und ihrer Sponsorin Brenda (Shohreh Aghdashloo). Zudem gibt es da einen Freund. Die Beziehung zu Marco (Santiago Cabrera) scheint ziemlich ernst zu sein.

Einen Kick in ihrem Leben braucht Cassie aber immer noch. Den bietet ihr die CIA, die sie als «human asset» für kleine Aufgaben angeheuert hat.

Mysteriöse Doppelgängerin

Ihr jüngster Auftrag führt sie nach Berlin. Sie soll dort eine Zielperson beobachten, aber keinesfalls verfolgen oder sogar Kontakt aufnehmen. Was Cassie selbstverständlich beides ignoriert.

Eine Frau in einem beigen Mantel und ein Mann im dunklen Anzug sitzen auf einer schwarzen Ledercouch.
Benjamin (Mo McRae) ist Cassies CIA-Betreuer. Er traut ihr nicht so ganz über den Weg, weil sie sich nicht an seine Vorgaben hält. © HBO Max

Der Job wird schnell mysteriös und gefährlich. Da taucht eine Frau im Hotelzimmer ihres Zielobjekts auf, die wie Cassie aussieht. Die Frau hat sogar dasselbe Tattoo auf dem Rücken. Bei der weiteren Verfolgung wird Cassie beinahe getötet, als ihre Zielperson durch eine Autobombe in die Luft fliegt.

Ani und Max wollen helfen

Offensichtlich versucht da wieder jemand, Cassie einen Mord anzuhängen. Es bleibt nicht bei diesem einen Mord. Weitere Leichen tauchen auf und immer ist Cassies Doppelgängerin in der Nähe.

Zusammen mit ihrer Freundin Ani (Zosia Mamet) und deren Freund Max (Deniz Akdeniz), die Cassie in LA besuchen, will sie der Geschichte auf den Grund gehen.

Einschätzung

Schwindelerregend und atemlos. Das sind die Markenzeichen von «The Flight Attendant». Weniger, was die Action und den Thrill angeht, mehr, was Cassies Persönlichkeit ausmacht.

Höllisches Tempo

Ruhig Blut bewahren und überlegt eine Lösung suchen, ist nicht ihr Ding. Hyperventilieren und kopflos der erstbesten, meist schlechten Idee nachrennen dagegen schon.

Wollen Cassie helfen: Ani (Zosia Mamet), Max (Deniz Akdeniz) und Shane (Griffin Matthews). Würde sie nur mehr auf ihre Freund:innen hören … © HBO Max

Das ist anstrengend. Nicht zuletzt, weil sich die Dialoge streckenweise in einem höllischen Tempo abspielen und Splitscreens regelmässig den Bildschirm bedecken. Trotzdem kann man die Inszenierung als reizvoll bezeichnen und vor allem Kaley Cuocos schauspielerische Leistung als überzeugend. Sie kann das.

Es fliessen literweise Tränen

Letztlich bleibt für mich die Frage aber offen, ob die Mixtur der Serie stimmt. Denn über all dem Thrill und der überdrehten Action steht das Drama: Cassies Alkoholsucht, die all ihre Beziehungen strapaziert oder sogar ruiniert.

Diesem Aspekt bietet «The Flight Attendant» auch in der zweiten Staffel reichlich Raum. Cassie führt innere Dialoge mit ihrem depressiven Ich, dem Ich, das nach Alkohol und Party lechzt, ihrem jüngeren Alter Ego. Eine Wiederbegegnung mit ihrer Mutter endet katastrophal. Und es fliessen literweise Tränen, weil Cassie ihre eigenen und die Erwartungen ihrer Freunde und Familie enttäuscht.

Eine Frau im glitzernden Abendkleid unterhält sich mit der gleich aussehenden Frau im Pullover und Hosen.
Die glamouröse Cassie will die neue Cassie immer wieder zu Alkohol und Party verführen. © HBO Max
Wagemutiger Versuch, der nicht ganz überzeugt

Ist die Serie also ein wagemutiger Versuch, die Problematik einer zerstörerischen Alkoholsucht in einen komödiantischen Spionagethriller zu verpacken? Sieht danach aus. Gelingt es auch? Meiner Meinung nach nicht ganz. Das Drama wird nicht intensiv inszeniert, sondern ähnlich überdreht wie die unterhaltsamen Seiten des Plots.

Am Schluss fragt man sich, was man da gerade gesehen hat. Sicher eine gloriose Selbstinszenierung von Kaley Cuoco, die die Serie mitproduziert hat. Das lässt leider anderen, durchaus namhaften Darsteller:innen kaum Platz, um ernsthaft mitzuspielen.

Wie viele Sterne gibst du «The Flight Attendant» Staffel 2?

Besetzung: Kaley Cuoco | Zosia Mamet | Deniz Akdeniz | Griffin Matthews | Rosie Perez | Mo McRae | Mae Martin | Santiago Cabrera | Shohreh Aghdashloo | Sharon Stone
Serie entwickelt von: Steve Yockey
Genre: Komödie | Thriller | Drama
USA, 2022

Only Murders in the Building (Staffel 2) – Bestes Comfy-Food für den Serienabend

Läuft bei: Disney+ (2 Staffeln, 20 Episoden à 30 Min.)

Ein neuer Mordfall beschäftigt die drei Podcaster Charles (Steve Martin), Oliver (Martin Short) und Mabel (Selena Gomez). Nur diesmal stecken sie mitten drin. Mabel findet die Leiche von Bunny Folger in ihrer Wohnung.

Alle drei stecken in der Klemme

Für die Polizei ist sie die Verdächtige Nr. 1. Allerdings reichen die Beweise für eine Festnahme nicht aus. Für die drei ist klar: Sie müssen herausfinden, wer Bunny ermordet hat, um Mabel zu entlasten.

Mabel, Oliver und Charles entdecken Geheimgänge im «Arconia». © Hulu

Aber nicht nur Mabel steckt in der Klemme. Plötzlich taucht in der Wohnung von Charles ein Gemälde auf, das Bunny gehörte. Und Oliver findet die Mordwaffe in seiner Küche.

Mord und Drama – nicht Neues im «Arconia»

Neben ihrer Morduntersuchung beschäftigen die drei zudem private Angelegenheiten. Mabel freundet sich mit einer Galeristin (Cara Delevingne) an, die sie als Künstlerin fördern will. Charles findet heraus, was sein Vater im Haus gegenüber getrieben hat. Oliver deckt ein Familiengeheimnis auf, das ihn gar nicht freut.

Das Leben im «Arconia» nimmt also seinen gewohnten Lauf bis zum grossen Finale, wo nach einigen Irrungen und Wirrungen enthüllt wird, wer Bunny Folger umgebracht hat.

Einschätzung

Die zweite Staffel von «Only Murders in the Building» knüpft nahtlos an die erste an. Das war anzunehmen, wenn am Schluss eine Leiche in Mabels Wohnung liegt. Dass sie aber auf gleich hohem Niveau höchst unterhaltsam weiterfährt, ist nicht selbstverständlich.

Langeweile abgewendet

Die Figuren und das «Arconia» als Location sind etabliert. Die Marotten und Spleens der drei Hauptfiguren sind bekannt. Den Mordplot haben wir einmal durchgespielt. Die Gefahr, dass die Serie zu langweilen beginnt, war durchaus gegeben.

Doch das passiert nicht. Tatsächlich tritt die Suche nach dem:der Täter:in etwas in den Hintergrund. Dafür erhalten die Figuren mehr Raum. Vor allem Charles, Oliver und Mabel natürlich, aber nicht nur.

In Gastrollen mit dabei: Amy Schumer und Shirley MacLaine (mitte). © Hulu
Kuschelige Krimikomödie

Howard schafft es, den neuen Nachbarn zu einem Date einzuladen. Nina erlebt, dass es nicht so einfach ist, in Bunnys Fussstapfen zu treten und Mutter zu werden. Teddy und Theo tragen ihren Vater-Sohn-Zwist aus. Zusätzlich bereichern zwei neue Promis den Cast: Amy Schumer als sie selber und Shirley MacLaine, die sich als Bunnys Mutter ausgibt.

Die ganze Handlung gleitet trotz ihrer Probleme, mit denen die Figuren hadern, leichtfüssig und humorvoll voran. Selten war eine Krimikomödie so gemütlich, ja schon fast kuschelig.

Wieder eine Leiche zum Schluss

«Only Murders in the Building» ist auch in dieser zweiten Auflage bestes Comfy-Food für den Serienabend. Teil 3 wird wohl folgen, denn wieder liegt da am Schluss eine Leiche.

Wie viele Sterne gibst du «Only Murders in the Building» Staffel 2?

Besetzung: Steve Martin | Martin Short | Selena Gomez | Amy Ryan | Jayne Houdyshell | Michael Cyril Freighton | Jackie Hoffman | Cara Delevingne | Tina Fey | Adina Verson | Shirley MacLaine | Amy Schumer | Paul Rudd
Serie entwickelt von: John Hoffman | Steve Martin
Genre: Komödie | Krimi | Drama
USA, 2022

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