The Count of Monte Cristo (Mini-Serie) – Schöne Bilder, schwache Figuren

📅

📝

Plakat zur Serie «The Count of Monte Cristo»: Eine Person in einem langen Mantel steht auf felsiger Küste, umgeben von Meer. Im Hintergrund ist ein Gebäude auf einer Insel zu sehen.
3 von 5 Sternen

Disney+ (Mini-Serie, 8 Episoden à 50 Min.)

Es mangelt nicht an Verfilmungen von Alexandre Dumas‘ Abenteuerroman «Le Comte de Monte-Cristo». Seit der ersten Stummfilmversion von 1908 folgten über zwei Dutzend weitere Filme und TV-Mehrteiler.

Mann in schwarzem Mantel und weisser Krawatte im historischen Stil steht vor einer historischen Kutsche.
Sam Claflin begibt sich Edmond Dantès auf einen Rachefeldzug für sein erlittenes Unrecht. © Disney+
Neu erzählt für eine neue Generation

Aber es ist immerhin ein Vierteljahrhundert vergangen, seit der Stoff letztmals in extenso über die Bildschirme flimmerte. Damals spielte Gérard Depardieu im Fernsehvierteiler den vom Schicksal gebeutelten Edmond Dantès, der sich auf seinen Rachefeldzug begibt.

Die Geschichte für Einsteiger:innen

Der Seemann Edmond Dantès (Sam Claflin) wird 1815 am Vorabend seiner Hochzeit mit der schönen Mercédès durch einen anonymen Brief als Verräter denunziert. Dahinter stecken Philippe Danglars und Fernand Mondego.

Danglars ist neidisch, weil Dantès und nicht er zum Kapitän befördert wurde. Mondego will Dantés aus dem Weg räumen, weil er Mercédès begehrt.

Ein junger Mann mit braunen lockigen Haaren steht in dunklem Anzug an einem gedeckten Tisch im Freien. Links sitzt ein älterer Mann, rechts von ihm eine junge Frau.
Als die Welt noch in Ordnung war. Dantès feiert mit Freunden und freut sich auf die Hochzeit mit Mercédès (Ana Girardot). © Disney+

Der Brief landet beim Staatsanwalt Gérard de Villefort. Der merkt zwar schnell, dass Dantés unschuldig ist. Weil der Brief aber Villeforts Vater kompromittieren könnten, steckt er Dantés ohne Gerichtsverhandlung ins Gefängnis.

Dort schmort er Jahre lang, bis sein Zellennachbar bei ihm auftaucht, der einen Tunnel gegraben hat. Die beiden wollen gemeinsam fliehen. Abbé Faria stirbt vorher, gibt Dantés auf dem Totenbett zuvor eine Karte, die zu einem riesigen Schatz führen soll.

Dantés gelingt die Flucht und er findet den Schatz. Als reicher Mann reist er nach Paris. Dort leben seine drei Widersacher, die alle Karriere gemacht haben und deren Leben er zerstören will. Auch Mercédès ist in Paris. Sie heiratete Mondego, nachdem Villefort Dantés für tot erklärt hatte.

Inzwischen ist eine neue Generation herangewachsen, die man mit dem Klassiker der französischen Literatur beglücken kann. Wenn sich dann noch der dänische Regisseur Bille August, Oscar-Preisträger und Gewinner der Goldenen Palme, dem Stoff annimmt, ist das zumindest vielversprechend.

Zwei Männer mit langen Haaren und Bärten in einem Steingemach. Ein älterer Mann steht hinter einem jüngeren, der am Tisch sitzt.
Ein Lichtblick im Kerker. Dantès plant mit Abbé Faria die Flucht aus dem Gefängnis. © Disney+

Die italienisch-französische Koproduktion, in Englisch gedreht, bietet das Nötige: eine angemessene Umsetzung der Erzählung in schönen Bildern und prächtigem Dekor. Mehr jedoch nicht.

Schwacher Hauptdarsteller, hölzerne Dialoge

Dass die Neuauflage wenig begeistert, liegt nicht zuletzt am ziemlich steifen Auftritt von Sam Claflin. Seinem Edmond Dantès kauft man weder die Verzweiflung im Kerker des Chãteau d’If noch den Auftritt als rachsüchtiger Edelmann in der Pariser High-Society ab. Da war Claflin in der Rockband-Romanze «Daisy Jones & The Six» einiges überzeugender.

Auch der Rest des Casts (u.a. Blake Ritson, der als Oscar Van Rhijn in «The Gilded Age» sehr gefällt) wirkt, als ob die historischen Kostüme sie dauernd jucken. Sie scheinen sich in ihren Rollen unwohl zu fühlen. Aber das ist wohl auch den hölzernen Dialogen geschuldet.

Eine elegante Dinnerparty in einem opulent ausgestatteten Raum mit Kronleuchtern. Mehrere Personen in historischer Kostümierung sitzen an einem mit Kerzen beleuchteten Tisch.
Seine Widersacher geniessen unwissend das Festmahl mit dem Mann, der sie in den Ruin treiben wird. © Disney+
Statt mitzufiebern, schaut man unberührt zu

Amüsant ist dagegen der kurze Auftritt von Jeremy Irons als Dantes‘ Mithäftling im Château d’If. Man gewinnt den Eindruck, er sei zufällig bei den Dreharbeiten vorbeigekommen und fand es witzig, sich als ungepflegter Abbé Faria zu verkleiden und in staubigen Tunnels herumzukriechen.

Dumas‘ «Le Comte de Monte-Cristo» hätte eine Umsetzung mit mehr Herz verdient. So verfolgt man Edmonds langen Leidensweg emotionslos.

Wie viele Sterne gibst du «The Count of Monte Cristo»?
0 Stimmen

Besetzung: Sam Claflin | Ana Girardot | Mikkel Boe Følsgaard | Blake Ritson | Harry Taurasi | Michele Riondino | Jeremy Irons | Nicolas Maupas | Jason Barnett | Gabrielle Pession | Poppy Corby-Tuech
Regie: Bille August
Genre: Drama | Abenteuer | Historie
F/ITA, 2024

Beitrag teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung