Babylon Berlin

Staffel 5, ARD/Sky Show
5 von 5 Sternen
**Alt-Text:** Plakat zur finalen Staffel von «Babylon Berlin» (ARD): Eine junge Frau mit Topfhut und ein Mann mit Fedora vor nächtlicher Stadtkulisse der 1930er-Jahre. Goldene Blattfragmente umrahmen die Figuren.

Die letzte Staffel von «Babylon Berlin» beginnt mit einem Anfang. Was auf gewisse Weise unbefriedigend ist: Wir wissen, was folgte, als Hindenburg am 30. Januar 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannte. Ein Happy End kann es nicht geben – weder für Deutschland noch für Gereon Rath und Charlotte Ritter. Doch die beiden wehren sich mit Händen und Füssen – und Bomben.

Charlotte deckt den Zusammenhang mehrerer Morde auf. Die Spuren führen in ein Lazarett, wo am Ende des Ersten Weltkriegs der Gefreite Adolf Hitler behandelt wurde. Sein Arzt hielt ihn für einen Simulanten. Würde das bekannt, käme es dem neuen Reichskanzler ungelegen. Also müssen die Krankenakte und die damaligen Zeugen verschwinden.

Gereon und sein Bruder planen einen Bombenanschlag auf ein Treffen Hitlers mit den mächtigsten Industriellen Deutschlands. Der Gastgeber Alfred Nyssen hält Hitler für einen nützlichen Idioten, der den Reichen noch mehr Macht und Geld verschaffen soll. Er irrt sich gewaltig. Auch eine Volksfront von SPD und KPD hätte Hitler vielleicht stoppen können. In der Serie versucht ein Trio, zwei führende Frauen beider Parteien an einen Tisch zu bringen. Doch die Annäherung kommt zu spät. Obwohl wir wissen, dass alle diese Anstrengungen scheitern, fesseln die Handlungsstränge.

Die letzte Staffel passt erschreckend gut in die Gegenwart: Lügen als politische Botschaft, Wirtschaftsbosse, die sich aus Profitgier um einen Autokraten scharen, und Parteien, die sich im Kampf gegen Faschismus vereinen müssen. Bedrückend ist das allemal. Am Ende überwiegt aber die Faszination für eine deutsche Serie, die über alle Staffeln hinweg von A bis Z gelungen ist.

R.J. Decker

Staffel 1, Disney+
3 von 5 Sternen
**Alt-Text:**Poster der Disney+-Serie «R.J. Decker»: Ein lächelnder Mann mit Dreitagebart hält eine Kamera mit einem Einschussloch in der Linse vors Gesicht. Im Hintergrund Palmen und warmes Sonnenlicht – Urlaubsatmosphäre in Florida.

Ich habe mich bei «Bad Monkey» als Fan von Carl Hiaasen geoutet. Seine Florida-Krimis sind witzig und voller schräger Figuren. Auch «R.J. Decker» gehört in dieses Universum. Decker steht im Mittelpunkt von Hiaasens Roman «Double Whammy» von 1987. Die Serie basiert laut Vorspann «lose» auf der Vorlage. Dieses «lose» ist das Problem.

Im Roman führt Hiaasen eine seiner skurrilsten Figuren ein: Clinton Tyree, genannt Skink. Einst Gouverneur von Florida, verschwand er in den Everglades. Dort lebt er als Öko-Aktivist, ernährt sich von «roadkill» und kämpft gegen Naturzerstörung. In der Serie taucht er aber gar nicht auf.

Produzent Rob Doherty hat Hiaasens abstruse Florida-Welt fürs TV weichgespült. Übrig bleiben Deckers Trailer und sein Knast-Kumpel, der am Tag seiner Entlassung Millionen im Rubbellos gewinnt. So fehlen der Serie die Ecken und Kanten, die «Bad Monkey» noch hatte.

«R.J. Decker» ist eine nette Serie über einen Privatdetektiv mit krimineller Vergangenheit – er war allerdings unschuldig. Dazu kommen sein Knast-Freund, Deckers Ex-Frau, die inzwischen mit einer Polizistin verheiratet ist, und die Frau, deren Zeugenaussage ihn damals hinter Gitter brachte – und die nun wieder auftaucht.

Decker löst unterhaltsame, teils skurrile Fälle, bis ihn die Vergangenheit einholt. Das ist solide TV-Unterhaltung, doch mit Hiaasens bissiger Satire auf Floridas korrupte Gesellschaft wäre daraus noch mehr zu machen gewesen.

Fans hoffen, dass Skink in der zweiten Staffel auftaucht. Ich hoffe das auch – sonst lohnt sich das Einschalten kaum.

Furious

Staffel 1, Disney+
5 von 5 Sternen
**Alt-Text:** Serienplakat «Furious» auf Hulu: Ein farbintensives Gesicht in Rot, Orange und Gelb dominiert das Bild. Davor steht eine kleine weibliche Silhouette. Oben der Name «Emmy Rossum», unten der Slogan: «There's a thin line between hunter and prey.»

Ein Agent jagt besessen einen Serienmörder – das ist abgedroschen. Eine Agentin jagt eine Serienmörderin – das klingt frisch. Doch «Furious» belässt es nicht beim Geschlechtertausch. Der Thriller entwickelt eine Hintergrundgeschichte, die erst Unbehagen weckt, dann Entsetzen und Wut.

Catherine scheint eine klassische Psychopathin zu sein, die aus Vergnügen tötet. Ihre Gegenspielerin Alice Black, eine neue FBI-Agentin, wirkt zunächst ebenfalls wie eine stereotype Figur. Sie will sich im neuen Job beweisen. Da kommt der Mord am Sohn eines einflussreichen Geschäftsmanns gerade recht.

Nach und nach wird klar: Catherine steckt hinter mehreren Morden. Sie war als Jugendliche Teil eines Sexrings, in dem Männer junge Frauen ausbeuteten. Eine Freundin starb dabei. Jetzt will Catherine Rache.

Auch Alice wurde Opfer von Gewalt. Ihr ehemaliger Freund misshandelte sie regelmässig, während Kollegen und Vorgesetzte ihn deckten. «Furious» führt damit in ein moralisches Dilemma: Catherine mordet grausam, doch ihre Wut und ihr Rachefeldzug sind nachvollziehbar. Alice versteht ihre Beweggründe und will sie trotzdem fassen. Gleichzeitig versucht sie, den Mann zur Verantwortung zu ziehen, der über Jahrzehnte junge Frauen missbrauchte.

Die Serie greift dabei die Geschichte Jeffrey Epsteins auf. Sie nutzt sie jedoch nicht bloss als Empörungsvehikel, sondern beleuchtet die Komplexität sexueller Gewalt. Das und die hervorragenden Schauspieler:innen und die klischeefreien Dialoge machen «Furious» zu einer Serie, die dem Genre frischen Wind einhaucht.


In Kürze

**Alt-Text:** Poster für «Star Trek: Strange New Worlds» auf Paramount+. Neun Personen in Starfleet-Uniformen stehen auf einem Felsen vor einem blauen Nebel. Darüber schwebt das Raumschiff Enterprise.
4 von 5 Sternen

Star Trek: Strange New Worlds (Staffel 4, Paramount+)

Die zentrale Frage bei dieser Serie lautet: Womit überrascht «Strange New Worlds» diesmal? Kurz gesagt: Die Enterprise-Crew wird zu Muppets, taucht in die schwelgerische Welt der Soap Opera ein und erkundet fremde (Unter)Welten in prachtvollem Chiaroscuro. All das sind charmante Ideen, doch mein persönliches Highlight dieser Staffel bleibt Una Chin-Rileys Gesangseinlage. Sie performt Bonnie Tylers «Total Eclipse of the Heart» – auf Klingonisch. Eine gelungene Hommage an die kürzlich verstorbene Sängerin, auch wenn das wohl Zufall war, da Tyler bei den Dreharbeiten noch lebte. Doch auch die klassischen Weltraumabenteuer-Episoden bieten erneut gute Unterhaltung. «Strange New Worlds» bleibt ein verlässlicher Genuss für Sci-Fi-Fans.

**Alt-Text:**Poster der HBO-Serie «House of the Dragon»: Eine Frau mit weissen Haaren und goldener Krone sitzt auf dem Eisernen Thron, gekleidet in Kettenrüstung und Umhang. Im Hintergrund lodert Feuer.
2 von 5 Sternen

House of the Dragon (Staffel 3, HBO Max/Sky Show)

Meine Königin Rhaenyra, es fällt mir schwer es auszusprechen, doch die Stunde ist gekommen, an der sich unsere Wege trennen. Ich stand Euch lange Zeit treu zur Seite, als Ihr furchtlos gegen die hinterhältigen Hightowers, den Thronräuber Aegon und dessen blutrünstigen Bruder Aemond gekämpft habt. Dabei nahm ich hin, dass Eure mächtigsten Kämpfer, die Drachen, oft langatmigen Plots weichen mussten. Nun erobert Ihr zwar endlich den Eisernen Thron. Doch es offenbart sich endgültig, dass Eure Geschichte nur ein blasser Schatten dessen ist, was noch kommen wird. Es fehlt Euch zur sehr die Strahlkraft einer Daenerys Targaryen, Eurem Umfeld ein Held wie Jon Snow und Euren Gegnern ein Schalk wie Tyrion Lannister, als dass ich bei Eurem vorbestimmten Niedergang zuschauen möchte.

**Alt-Text:**Poster für die Serie «Matlock» (Sky Show): Zwei Frauen in blauen Anzügen lugen von beiden Seiten hinter einer Milchglasscheibe hervor und blicken direkt in die Kamera.
3 von 5 Sternen

Matlock (Staffel 2, Sky Show)

Madleine «Matty» Kingston, die unter dem falschen Namen Matlock in einer Anwaltskanzlei arbeitet, sucht immer noch nach Beweisen, dass der oberste Boss der Kanzlei eine Studie zur Gefährlichkeit von Opioiden verschwinden liess. An ihrer Seite steht die Anwältin Olympia, ehemalige Schwiegertochter des Chefs. Daneben vertreten die beiden mit einem Team Klient:innen vor Gericht. Die Mischung von Gerichtsfällen und Mattys Mission funktioniert wiederum gut. Allerdings schlägt der Hauptplot mehr Haken als eine Hase auf der Flucht, um den Bogen über die ganzen 16 Episoden zu ziehen. Das wirkt auf die Dauer ermüdend. Einige Nebenfiguren und ihre Geschichten sorgen für etwas Ablenkung. «Matlock» bleibt unterhaltsam, hat aber von seinem Glanz eingebüsst.


Auf der Watchlist

**Alt-Text:**Poster der Apple-TV+-Serie «Solo»: Eine Frau blickt ernst in die Kamera. Im Hintergrund das US-Kapitol in einem spiralförmigen Tunnel. Tagline: «The Key to the Future Lies in the Past».

Silo (Staffel 3, Apple TV)

**Alt-Text:** Poster der SRF-Serie «Blind»: Drei Personen – eine Frau mit kurzen blonden Haaren, ein Mann in weissem Hemd und ein Mann mit dunklem Haar – posieren vor unscharfem, grünem Hintergrund.

Blind (Mini-Serie, Play Suisse)

**Alt-Text:** Poster der Apple-TV-Serie «Ted Lasso»: Sieben Personen posieren vor blauen und roten Fussballtrikots. Im Zentrum ein Mann mit Schnauzbart und blauer Trainingsjacke. Unten der Serientitel «Ted Lasso».

Ted Lasso (Staffel 4, Apple TV)


Serien-Top-Ten

1️⃣**Alt-Text:** Promotional-Bild der ARD-Serie «Babylon Berlin»: Eine junge Frau mit braunem Hut und ein Mann mit Filzhut vor einer nächtlichen Stadtkulisse im Stil der 1920er-Jahre. Links das goldene Serienlogo.Babylon Berlin (Staffel 5)
Historienkrimi,
ARD/Sky Show
2️⃣**Alt-Text:** Promobild der Serie «Furious» auf Hulu/Disney+: Ein grosses, dramatisch beleuchtetes Frauengesicht in Rot- und Gelbtönen dominiert den Hintergrund. Davor steht eine kleine Silhouette einer Person.Furious
Thriller, Disney+
3️⃣**Alt-Text:** Poster für «Star Trek: Strange New Worlds» auf Paramount+. Neun Personen in Starfleet-Uniformen stehen auf einem Felsen vor einem blauen Nebel. Darüber schwebt das Raumschiff Enterprise.Star Trek: Strange New
Worlds (Staffel 4)

Sci-Fi, Paramount+
4️⃣**Alt-Text:**Keyvisual der Serie «Braunschlag 1986»: Zwei Männer in auffälligen 80er-Jahre-Anzügen – einer in Grün, einer in Lachs – stehen vor einem Nachtclub. Der Titel leuchtet links im Neon-Look.Braunschlag 1986
Komödie, HBO Max
5️⃣Poster der Netflix-Serie «The Bombing of Pan Am 103»: Vier Personen stehen vor dem Wrack eines abgestürzten Flugzeugs auf einer Wiese. Im Hintergrund untersucht eine Person in Schutzkleidung die Trümmer.The Bombing of
Pan Am 103

Dokudrama, Netflix
6️⃣**Alt-Text:** Poster der Apple-TV-Serie «Sugar»: Ein Mann im dunklen Anzug und Sonnenbrille lehnt an einem Cabriolet vor einem Stadtpanorama. Im Vordergrund leuchtet der Serientitel «Sugar» in roter Neonschrift.Sugar (Staffel 2)
Mysterykrimi, Apple TV
7️⃣Poster der Serie «A Spy Among Friends»: Zwei Männer in Anzügen vor rotem Hintergrund mit Londoner Skyline. Links ein Mann mit Brille, rechts ein weiterer im Profil. In der Mitte der Serientitel.A Spy Among Friends
Spionagethriller,
Sky Show
8️⃣**Alt-Text:**Poster der Disney+-Serie «R.J. Decker»: Ein lächelnder Mann mit Dreitagebart hält eine Kamera mit einem Einschussloch in der Linse vors Gesicht. Im Hintergrund Palmen und warmes Sonnenlicht – Urlaubsatmosphäre in Florida.R.J. Decker
Krimi, Disney+
9️⃣**Alt-Text:**Poster der Netflix-Serie «GIGN»: Eine maskierte Person in taktischer Ausrüstung mit Helm und Kommunikations-Headset vor dunklem, regennassem Hintergrund.GIGN/Elite Force
Action/Drama, Netflix
🔟**Alt-Text:** Poster der Netflix-Serie «Blodsoffer»: Zwei Männer stehen vor einer Stadtsilhouette im Abendlicht. Links ein jüngerer Mann im braunen Jacket, rechts ein älterer mit grauem Bart im roten Mantel.Blodsoffer
Nordic-Noir-Krimi,
Netflix

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**Alt-Text:**Drei Tablet-Bildschirme zeigen verschiedene Streaming-Genres: eine Frau bei Sonnenuntergang, eine Person in einer nächtlichen Neonstadt und ein einsames Haus im Wald. Popcorn und Play-Buttons umrahmen die Szene.

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