

Netflix (Mini-Serie, 3 Episoden à 60 Min.)
Man muss «Agatha Christie’s Seven Dials» zugutehalten, dass die Serie unser Zeitbudget nicht strapaziert. Mit gut zweieinhalb Stunden ist sie kaum länger als ein durchschnittlicher Kinofilm heutzutage. Damit wäre das Positive gesagt.
Denn die Geschichte von Lady Eileen «Bundle» Brent (Mia McKenna-Bruce), die beweisen will, dass ihr Beinahe-Verlobter ermordet wurde und keinen Suizid beging, ist weder spannend noch raffiniert oder amüsant.

Schon die Buchvorlage fiel durch
Das dürfte man aber erwarten. Schliesslich verweist der Titel unübersehbar auf die weltbekannte Autorin der Vorlage. Wie also kann eine Geschichte von Agatha Christie enttäuschen, die die unvergleichlichen Detektive Hercule Poirot und Miss Marple erschuf?
Nun, schon das Buch «The Seven Dials Mystery» gilt als einer ihrer schwächsten Romane und erhielt überwiegend negative Kritiken. Am meisten missfiel, dass die Auflösung des Rätsels völlig absurd sei.

Der Tote ohne Namen
Bis dahin ist es in der Serie ein weiter Weg. Zu Beginn liegt ein Toter in einer Blutlache in einer spanischen Stierkampfarena. Wer das ist? Keine Ahnung. Und was das mit der Geschichte zu tun hat, klärt sich erst am Ende.
Fünf Jahre später gibt Lady Caterham (Helena Bonham Carter) ein rauschendes Fest in ihrem Anwesen. Ihre Tochter Bundle sitzt auf der Treppe und beobachtet das Treiben, bis Gerry Wade (Corey Mylchreest) sie entdeckt und herunterwinkt.

Sieben Wecker auf dem Kaminsims
Die beiden tanzen und feiern bis spät in die Nacht. Als Bundle sich verabschiedet, will Gerry ein Treffen vereinbaren, um ihr eine wichtige Frage zu stellen. Man ahnt, was er beabsichtigt. Aber es kommt nie dazu.
Am nächsten Morgen liegt Gerry tot im Bett, gestorben an einer Überdosis Schlafmittel. Die Polizei glaubt an Suizid. Bundle ist überzeugt, es war Mord. Ein Indiz: Sieben Wecker, die Gerrys Kollegen als Scherz im Zimmer versteckt haben, stehen fein säuberlich aufgereiht auf dem Kaminsims.
Bundle ermittelt weiter, stösst auf einen dubiosen Polizisten von Scotland Yard (Martin Freeman), findet einen weiteren Freund sterbend auf der Strasse und kommt schliesslich einer Geheimorganisation auf die Spur.

Man merkt die Absicht und ist verstimmt
Wer hinter dieser Geheimorganisation steckt, ist die erwähnte völlig abstruse Auflösung des Rätsels. Die Serienmacher setzen aber noch einen drauf. Sie gestalten den Schluss so, dass sie sich ein Fensterchen offen lassen für eine allfällige Fortsetzung.
Dafür gibt es allerdings keine Vorlagen von Agatha Christie. Die Rechteinhaber ACL, geleitet von Christies Urgrosssohn, müssten ihre Zustimmung geben für die Verwendung der Figuren in neuen Geschichten. Damit sind sie jedoch sehr zurückhaltend.
Deshalb darf man hoffen, dass eine misslungene und nicht überzeugend erzählte Geschichte ihr abschliessendes Ende gefunden hat.
Besetzung: Mia McKenna-Bruce | Helena Bonham Carter | Martin Freeman | Edward Bluemel | Hughie O’Donnell | Alex Macqueen | Dorothy Atkinson | Mark Lewis Jones | Ella-Rae Smith | Iain Glen | Corey Mylchreest
Serie entwickelt von: Chris Chibnall
Genre: Mystery
GB, 2026











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