Agatha Christie’s Seven Dials (Mini-Serie) – Weder spannend, raffiniert noch amüsant

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Das Bild zeigt drei Personen in historischer Kleidung vor einer luxeriösen Villa, umgeben von hohen Hecken. Im Vordergrund liegen eine Taschenuhr, eine Flasche und ein Wecker im Gras. Oben steht in grossen Buchstaben «Seven Dials», eine Netflix-Serie basierend auf Agatha Christies Werk.
2 von 5 Sternen

Netflix (Mini-Serie, 3 Episoden à 60 Min.)

Man muss «Agatha Christie’s Seven Dials» zugutehalten, dass die Serie unser Zeitbudget nicht strapaziert. Mit gut zweieinhalb Stunden ist sie kaum länger als ein durchschnittlicher Kinofilm heutzutage. Damit wäre das Positive gesagt.

Denn die Geschichte von Lady Eileen «Bundle» Brent (Mia McKenna-Bruce), die beweisen will, dass ihr Beinahe-Verlobter ermordet wurde und keinen Suizid beging, ist weder spannend noch raffiniert oder amüsant.

Eine junge Frau mit braunem Bob steht in einem grünen Garten und hält einen altmodischen Wecker in den Händen. Sie trägt einen beigen Cardigan über einem weissen Hemd und blickt nachdenklich zur Seite. Im Hintergrund sind Bäume und Blumen zu sehen.
Ein Wecker bringt Lady Eileen «Bundle» Brent (Mia McKenna-Bruce) auf die Spur einer Geheimorganisation. © Netflix
Schon die Buchvorlage fiel durch

Das dürfte man aber erwarten. Schliesslich verweist der Titel unübersehbar auf die weltbekannte Autorin der Vorlage. Wie also kann eine Geschichte von Agatha Christie enttäuschen, die die unvergleichlichen Detektive Hercule Poirot und Miss Marple erschuf?

Nun, schon das Buch «The Seven Dials Mystery» gilt als einer ihrer schwächsten Romane und erhielt überwiegend negative Kritiken. Am meisten missfiel, dass die Auflösung des Rätsels völlig absurd sei.

Ein mysteriöser Charakter in dunkler Kapuzenkleidung sitzt in einem warm beleuchteten Raum. Das Gesicht ist vollständig von einer grobmaschigen Maske verdeckt. Im Hintergrund sind verschwommene Fenster und warme Lichtquellen zu sehen, die eine düstere Atmosphäre schaffen.
Wer verbirgt sich hinter den Masken, die die Mitglieder der «Seven Dials» tragen? © Netflix
Der Tote ohne Namen

Bis dahin ist es in der Serie ein weiter Weg. Zu Beginn liegt ein Toter in einer Blutlache in einer spanischen Stierkampfarena. Wer das ist? Keine Ahnung. Und was das mit der Geschichte zu tun hat, klärt sich erst am Ende.

Fünf Jahre später gibt Lady Caterham (Helena Bonham Carter) ein rauschendes Fest in ihrem Anwesen. Ihre Tochter Bundle sitzt auf der Treppe und beobachtet das Treiben, bis Gerry Wade (Corey Mylchreest) sie entdeckt und herunterwinkt.

Eine Frau in einem grünen historischen Kleid mit lockigem Haar blickt ernst zur Seite. Im Hintergrund steht eine Person mit einer weissen Maske vor dem Gesicht. Die Szene spielt in einem schwach beleuchteten, historisch anmutenden Innenraum mit Kerzen.
Lady Caterham (Helena Bonham Carter) hat nur noch ihre Tochter. Ihr Sohn fiel im Krieg, ihr Mann starb auf Reisen. © Netflix
Sieben Wecker auf dem Kaminsims

Die beiden tanzen und feiern bis spät in die Nacht. Als Bundle sich verabschiedet, will Gerry ein Treffen vereinbaren, um ihr eine wichtige Frage zu stellen. Man ahnt, was er beabsichtigt. Aber es kommt nie dazu.

Am nächsten Morgen liegt Gerry tot im Bett, gestorben an einer Überdosis Schlafmittel. Die Polizei glaubt an Suizid. Bundle ist überzeugt, es war Mord. Ein Indiz: Sieben Wecker, die Gerrys Kollegen als Scherz im Zimmer versteckt haben, stehen fein säuberlich aufgereiht auf dem Kaminsims.

Bundle ermittelt weiter, stösst auf einen dubiosen Polizisten von Scotland Yard (Martin Freeman), findet einen weiteren Freund sterbend auf der Strasse und kommt schliesslich einer Geheimorganisation auf die Spur.

Ein Mann im langen braunen Mantel und Hut geht über eine gepflasterte Strasse in einer historischen Stadtkulisse. Im Hintergrund sitzt eine Person auf einer Bank und liest Zeitung.
Superintendent Battle (Martin Freeman) verfolgt Bundle bei ihren Nachforschungen auf Schritt und Tritt. Was führt er im Schilde? © Netflix
Man merkt die Absicht und ist verstimmt

Wer hinter dieser Geheimorganisation steckt, ist die erwähnte völlig abstruse Auflösung des Rätsels. Die Serienmacher setzen aber noch einen drauf. Sie gestalten den Schluss so, dass sie sich ein Fensterchen offen lassen für eine allfällige Fortsetzung.

Dafür gibt es allerdings keine Vorlagen von Agatha Christie. Die Rechteinhaber ACL, geleitet von Christies Urgrosssohn, müssten ihre Zustimmung geben für die Verwendung der Figuren in neuen Geschichten. Damit sind sie jedoch sehr zurückhaltend.

Deshalb darf man hoffen, dass eine misslungene und nicht überzeugend erzählte Geschichte ihr abschliessendes Ende gefunden hat.

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Besetzung: Mia McKenna-Bruce | Helena Bonham Carter | Martin Freeman | Edward Bluemel | Hughie O’Donnell | Alex Macqueen | Dorothy Atkinson | Mark Lewis Jones | Ella-Rae Smith | Iain Glen | Corey Mylchreest
Serie entwickelt von: Chris Chibnall
Genre: Mystery
GB, 2026

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