Als Computer noch zwei Tonnen schwer waren

Im «National Museum of Computing (TNMOC)» von England, das sich im berühmten «Bletchley Park» befindet, wurde der älteste digitale Computer der Welt restauriert und wieder in Betrieb genommen.

Das Harwell Dekatron (aka WITCH) wiegt über zwei Tonnen und stammt aus dem Jahr 1951. In diesem Video der BBC erklären zwei Spezialisten des Museums, wie sie die Maschine wieder fanden und restaurierten.

Konrad Zuse zum 100. Geburtstag

Wenn der Krieg nicht gewesen wäre, dann… Ja, dann wäre Konrad Zuse wahrscheinlich als extrem reicher Mann gestorben. So musste er fast bis zu seinem Lebensende darum kämpfen, als das anerkannt zu werden, als das er sich sah: Den wahren Erfinder des Computers.

Immerhin, diesen Ehrentitel gestanden ihm noch zu seinen Lebzeiten viele zu. Ganz unbestritten ist der Titel aber auch heute noch nicht, vor allem jenseits des Atlantiks. Und reich wurde Zuse trotzdem nicht mehr. Ende der 1960er-Jahre hatte er einen Patentprozess endgültig verloren.

Zu seinem 100. Geburtstag am 22. Juni 2010 sind eine Reihe interessanter Artikel erschienen. Am umfassendsten schildert m.E. aber ein älterer Artikel von 1997 aus Spektrum der Wissenschaft das Werk des deutschen Ingenieurs und Erfinders. Interessant ist sicher auch die kritische Note, die der Spiegel jüngst den meist ehrerbietigen Würdigungen entgegenstellt und zumindest ein Fragezeichen setzt zu Zuses Wirken während des Dritten Reichs.

Besonders für mich an Zuse ist, dass ich ihn tatsächlich einmal persönlich interviewen konnte. Ende der 1980er-Jahre war er zu Besuch in Basel. In einem Hotelzimmer am Bahnhof empfing Zuse ein Journalistentrio zu einem halbstündigen Gespräch. Thema war natürlich seine Erfindung und ihm lag sehr viel daran, dass seine Rolle in der Geschichte des Computers richtig zur Geltung kam. Dabei wirkte er aber nicht als Selbstdarsteller, sondern als Mann, der lange um Anerkennung kämpfen musste. Leider finde ich den Artikel nicht mehr, den ich damals über ihn geschrieben habe.

Mein Geburtstagsgruss in 100 Sekunden auf DRS 2 hatte keinen Platz für diese persönliche Anekdote sondern nur für wichtigsten Eckpunkte von Zuses Leben.

100 Sekunden Wissen – Konrad Zuse

Spiegel-Cover «iKult» für die Sammlung

Der iKult hängt – zwischen Google und Napster. Foto: Bürgler

Natürlich gehört der neueste Spiegel-Titel «Der iKult» in meine Sammlung von Zeitschriftencovers über Multimediathemen, die bei mir am Arbeitsplatz hängt. Dieses Cover hab ich mir aber sofort gesichert und gerahmt, bevors da irgendwelche Fettflecken drauf gibt, weils einfach so genial ist. Nicht Steve Jobs bei einer seiner Messen, kein iPad, -phone oder sonstiges -ding, nein: nur der Apfel und die gereckten Hände der JüngerInnen, die danach gieren. Super!

Jetzt muss ich noch den Artikel lesen, um zu sehen, ob er hält, was das Titelbild verspricht.

Nachtrag:

Drei Saunagänge später hab ich jetzt die Titelgeschichte (online, Abo+) gelesen und bin mir nicht sicher, wie ich sie einordnen soll. Ich hätte mir aber mehr zum «iKult» und weniger zu Steve Jobs erhofft.

Die Frage bleibt für mich unbeantwortet, wie denn eigentlich die Jünger damit umgehen, dass ihre Ideologie zum Mainstream geworden ist. Apple-Anhänger zu sein, hiess mal, auf der richtigen Seite zu stehen, der edle Underdog zu sein, überall Diskriminierung zu wittern und vieles mehr.

Und heute? Da zeigt sich einerseits, wie der Spiegel-Titel ja schön schildert, dass Steve Jobs seinen Laden führt wie Kim Jong-Il sein Land (wenn auch mit einer anderen und deutlich ansprechenderen Vision). Und andererseits kaufen heute Leute (wie ich) Apple-Produkte, die morgen schon wieder hemmungslos zur Konkurrenz wechseln würden. Das ist für echte Apple-Jünger unvorstellbar.

Die Frage also: Wie lange lässt sich die Ideologie noch aufrecht erhalten, die die echten Anhänger in Apple hinein interpretierten? Denn letztlich ist Apple wie jede andere Firma: Je mächtiger sie wird, desto gefährlicher wird sie für den Konsumenten. Das hat ja schon Microsoft bewiesen, und Apple ist keinen Deut besser. Das erstaunt mich nicht und regt mich auch nicht auf. Einen Apple-Jünger müsste es aber eigentlich tief treffen, oder?

Und zum Schluss noch die komische Note: How Apple sells their products – the Steve Jobs Way

10 Dinge, wie das iPhone mein Leben veränderte

Evil Iphone
Foto: Massimo Regonati, CC BY-NC-SA 2.0
  1. Ich habe Sudoku spielen gelernt.
  2. Ich habe einen Vodcast abonniert und im Tram angeschaut.
  3. Ich bin wieder bei der Swisscom und fühle mich abgezockt.
  4. Ich werde panisch, wenn ich mit meinem SBB-App-Ticket im Zug sitze und die Batterieanzeige unter 75% sinkt.
  5. Ich frage mich, weshalb Leute ein Handy zum Telefonieren benutzen.
  6. Ich kaufe Software für Fr. 1.10 im vollen Bewusstsein, dass ich sie gleich wieder lösche nach einmal ausprobieren.
  7. Ich benutze jetzt iTunes, aber sicher nicht, um Musik zu hören.
  8. Ich bekomme keinen Rüffel mehr, weil ich zum Lesen im Bett die Nachttischlampe nicht mehr anknipsen muss.
  9. Ich ärgere mich jedes Mal, dass das iPhone im Ausland, wo es am nützlichsten wäre, kaum zu gebrauchen ist, weil viel zu teuer (und fühle mich wieder von der Swisscom abgezockt).
  10. Ich sitze dreimal so lange am stillen Örtchen und lese Tweets, Mails, News – und denke jedes Mal an die Geschichte einer Kollegin, die ihr iPhone in der Toilette versenkt hat …

Poken

Ich habe mal wieder was fürs Radio gemacht: Poken – erklärt in 100 Sekunden (habe das Ziel allerdings um zehn Sekunden überschossen).

Für Nerds natürlich nichts Neues, was ich da erzähle. Ist auch nicht die Idee dieser Rubrik auf DRS 2. Lohnt sich m.E. übrigens auch sonst mal reinzuhören in «100 Sekunden Wissen», kurz und interessant, was da jeden Morgen erklärt wird. Die Rubrik gibts auch als Podcast.