Projekt MCU

Projekt MCU = Alle 27 Filme aus dem Marvel Cinematic Universe in der zeitlichen Abfolge anschauen (damit ich nicht immer meinen Sohn fragen muss: Wer? Was? Wann? Wo?). Ich halte mich dabei an die Liste von Rotten Tomatoes.

Captain America: The First Avenger

  • Highlight: Agent Carter 😍 – Die Serie mit Peggy Carter im stilvollen Nachkriegs-Look ist auf Disney+. Gab leider nur zwei Staffeln.
  • Meine Bewertung 8/10; IMDb 6.9/10; Rotten Tomatoes 80 %.

Captain Marvel

  • Fun Fact: Das Geheimnis ist gelüftet, wie Fury sein Auge verlor. Hint: 😸
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 6.8/10; Rotten Tomatoes 79 %

Iron Man

  • Highlight: Stan Lee Cameo als Hugh Hefner.
  • Diese Ten Rings muss man sich merken, oder?
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 7.9/10; Rotten Tomatoes 94 %

Iron Man 2

  • Highlight: Elon Musk als Partygast in Monaco. Damals war er noch einiges weniger berühmt, gab gerade erst den Tesla Roadster auf dem Markt.
  • Fun Fact: Musk stellte seinen SpaceX Hangar für die Dreharbeiten zur Verfügung.
  • Meine Bewertung 6/10; IMDb 7.0/10; Rotten Tomatoes 72 %

The Incredible Hulk

  • Edward Norton? Nicht Marc Ruffalo? Hat mich am Anfang etwas aus der Bahn geworfen und deutet darauf hin, dass ich den Film vorher noch nie gesehen hatte. Macht aber nichts, ist eher mässig.
  • Fun Fact: «Modern Family» Phil Dunphy (Ty Burrell) hat eine kleine Nebenrolle als Liv Tylers Freund.
  • Meine Bewertung 5/10; IMDb 6.6/10; Rotten Tomatoes 67 %

Thor

  • Kenneth Branagh (Regie) im MCU? Wow!
  • Tom Hiddleston 👍
  • Anthony Hopkins 👎
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 7.0/10; Rotten Tomatoes 77 %

The Avengers

  • Agent Coulson 😭
  • Der Angriff der Chitauri – eine epische Schlacht ⚔️
  • Der richtige Hulk! Ruffalo ist besser als Norton
  • Meine Bewertung 9/10; IMDb 8.0/10; Rotten Tomatoes 91 %

Thor: The Dark World

  • Die arme Lady Sif 💔, dabei ist sie ja viel cooler als ihre Nebenbuhlerin
  • Gelernt: Der wichtigste Ort auf der Erde liegt halt doch im britischen Empire
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 6.8/10; Rotten Tomatoes 66 %

Iron Man 3

  • Diese Klippenvilla war eh viel zu protzig und architektonisch ein Verbrechen
  • Ben Kingsley 😉
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 7.1/10; Rotten Tomatoes 79 %

Captain America: The Winter Soldier

  • Kann mich nicht entscheiden, ob Robert Redford eine Fehlbesetzung ist in dieser Rolle 🤔
  • Der erste Erfolg meines Projekts MCU: Ich wusste genau, wer «Bucky» ist 😄
  • Meine Bewertung 8/10; IMDb 7.7/10; Rotten Tomatoes 90 %

Guardians of the Galaxy Vol. 1

  • Dank dieses Films werden noch viele spätere Generationen verstehen, was ein Walkman ist 👍
  • Wer ist der Vater von Peter Quill 🤔?
  • Beruhigend zu wissen: No racoons or tree creatures were harmed during the making of this film
  • Mein Freund der Baum – in der Rolle ist sogar Vin Diesel erträglich
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 8.0/10; Rotten Tomatoes 92 %

Guardians of the Galaxy Vol. 2

  • Ein Tiefpunkt im MCU: alberne Geschichte, langweilige Kämpfe und dieselben Dialoge wie im ersten Film, die einfach nicht genug Witz hergeben für ein Sequel
  • Ein komischer «god» (mit kleinem g) gespielt von Kurt Russel ist der Vater von Peter Quill. Diese Frage ist geklärt, aber einen ganzen Film hätte es dafür wirklich nicht gebraucht
  • Michelle Yeoh taucht auch kurz auf – hat danach zum Glück das Raumschiff gewechselt und ist zu «Star Trek Discovery»
  • Einziger Pluspunkt: eine schöne Weltraumbeerdigung
  • Meine Bewertung 3/10; IMDb 7.6/10; Rotten Tomatoes 85 %

Avengers: Age of Ultron

  • Natascha: «I’m running with it. With you.» Bruce: «There is no future with me.» 💔
  • Wanda und Vision‼️
  • We’ll always have Sokovia
  • Meine Bewertung 8/10; IMDb 7.3/10; Rotten Tomatoes 76 %

Ant-Man

  • Michael Douglas in jung am Anfang ist ziemlich gut gelungene CGI
  • Film mit Nostalgiefaktor: In LA gesehen, als er ins Kino kam (leider nicht in San Francisco, hätte noch besser gepasst)
  • Meine Bewertung 6/10; IMDb 7.3/10; Rotten Tomatoes 83 %

Captain America: Civil War

  • Der Auftritt von Chadwick Boseman als Black Panther stimmt wehmütig
  • Sobald es um «family» geht, knallt auch jeder Avenger durch. Diese US-Family-Manie macht mich langsam rasend
  • 🕷️-Man und 🐜-Man – Kampf mit Komik 👍
  • Jetzt muss ich wohl «The Falcon and the Winter Soldier» nochmal schauen, würde wohl einiges besser oder überhaupt zum ersten Mal verstehen
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 7.8/10; Rotten Tomatoes 90 %

Black Widow

  • Red Guardian – albern und übergewichtig (s. unten). Aber ich mag David Harbour und freue mich auf die nächste Staffel von «Stranger Things»
  • Red Guardian vs. Captain America – da zeigt sich wieder mal die Überheblichkeit der Amis. Angesichts des Kriegs in der Ukraine gerade etwas surreal
  • Sestry – Natascha und Yelena sind ein Power-Duo 👍
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 6.7/10; Rotten Tomatoes 79 %

Spider-Man: Homecoming

  • Michael Keaton als Bösewicht 👍
  • Die Sorgen und Nöte eines pubertierenden Superhelden sind recht amüsant
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 7.4/10; Rotten Tomatoes 92 %

Black Panther

  • Die Figur Black Panther und die Location Wakanda ist eine Bereicherung für das sonst stereotypisch weisse Marvel Universum
  • Stereotypisch dann aber: selbst ein technologisch so fortschrittliches afrikanisches Land ist in feudalistischen Stammesstrukturen organisiert. Oder erliege ich da meiner kolonialistisch-europäischen Sicht?
  • Meine Bewertung 8/10; IMDb 7.3/10; Rotten Tomatoes 96 %

Doctor Strange

  • CGI mit der gefalteten Realität sieht schon cool aus. Und nicht allzu übermässig eingesetzt
  • Cumberbatch, Swinton, Ejiofor, Mads Mikkelsen – immer wieder erstaunlich, welche Grössen sich nicht zu schade sind für das MCU
  • Michael Stuhlbarg in einer kleinen Nebenrolle! Seit «Dopesick» bin ich Fan von ihm
  • Die Uhrensammlung von Strange mit diesen drehenden Aufbewahrungsbehältern hätte ich auch gerne
  • Meine Bewertung 8/10; IMDb 7.5/10; Rotten Tomatoes 89 %

Thor: Ragnarok

  • Highlight: «Immigrant Song» von Led Zeppelin als Kampf-Soundtrack. Asgard rocks 🎸🔥
  • Und der nächste Superstar im MCU: Cate Blanchett als böse Schwester Hela. Ziemlich cool
  • Jeff Goldblum dagegen spielt – na ja, halt Jeff Goldblum. Der Kronan-Krieger Korg ist witziger (Fun Fact: Krog wurde von Regisseur Taika Waititi gespielt und gesprochen)
  • Der dritte Thor ist bisher der beste aus der Reihe
  • Meine Bewertung 8/10; IMDb 7.9/10; Rotten Tomatoes 93 %

Ant-Man and the Wasp

  • In den subatomaren Raum reisen, um Michelle Pfeiffer zu retten, würde ich natürlich sofort auch machen
  • Ganz heiss: die Bärtierchen als Monster im Quantum Realm
  • Der Rest des Films ist ganz nett …
  • Meine Bewertung 5/10; IMDb 7.0/10; Rotten Tomatoes 87 %

Avengers: Infinity War

Avengers: Endgame

Spider-Man: Far From Home

Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings

Eternals

Spider-Man: No Way Home

Alles Gute zum Geburtstag, Steven Spielberg

Steven Spielberg. Foto: Gerald Geronimo, CC BY-SA 2.0

Fast schon ein wenig schockierend, dass Steven Spielberg am 18. Dezember 65 Jahre alt wird. Als bekennender Fan des Starregisseurs konnte ich nicht durchgehen lassen, dass in meinem Stammsender DRS 2 keine Glückwünsche geplant waren. Eine differenzierte Betrachtung seines Werks ist in gut 100 Sekunden nicht möglich, deshalb habe ich mich zur uneingeschränkten Lobhudelei entschieden.

100 Sekunden Wissen – Steven Spielberg

Das unheimliche Tal

Das unheimliche Tal – hört sich an wie der Titel eines Horrorfilms und hat tatsächlich auch etwas mit Gruseln und Film zu tun. Aber ursprünglich stammt der Begriff (engl. «The Uncanny Valley») aus der Roboterforschung und beschreibt ein eigentlich paradoxes Phänomen der menschlichen Gefühlswelt.

Meine kurze Erklärung in «100 Sekunden Wissen» auf DRS 2:

Angst vor dem Weihnachtsfilm

Furchterregend: Tom Hanks als Schaffner im «Polar Express». Foto: Warner Bros.

Mein Sohn war als Sechsjähriger kein ängstliches Kind. Er liebte die Dinosaurierfilme der BBC, in denen furchterregende T-Rex blutige Jagd auf Beute machten. Doch dann zeigten sie in der Schule als Weihnachtsfilm «Polar Express», ein digitaler Animationsfilm mit sehr realistischen Figuren. Und diese Figuren fand mein Sohn so furchterregend, dass er – und einige seiner Klassenkameraden – den Film nicht fertig schauen konnten. Die Kinder waren im «unheimlichen Tal» gelandet.

Der japanische Roboteringenieur Masahiro Mori prägte 1970 diesen Begriff. Mori untersuchte die menschliche Gefühlsreaktion auf menschenähnliche Gestalten. Dabei stellte er fest, dass wir mehr Gefühle entwickeln je menschenähnlicher bspw. ein Roboter aussieht – aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Dann schlagen die positiven Gefühle plötzlich in Ablehnung oder in Angst um.

Fast menschlich ist unheimlich

Die Zuneigungskurve sinkt rapide ab, wenn eine künstliche Gestalt fast aussieht wie ein Mensch, aber eben doch nicht ganz. Erst wenn die Figur wieder eindeutig als Mensch erkennbar ist, steigt die Zuneigungskurve wieder an. Diesen steilen Abfall und Anstieg der Kurve nannte Mori das unheimliche Tal.

Motion Capture in «Polar Express». Foto: Warner. Bros

Zurück zum Polar Express: Für den Film wurde eine neue Technologie («Motion Capture») angewendet. Echte Schauspieler wurden zuerst gefilmt und ihre Figuren und die Bewegungen danach digital animiert. Das führt dazu, dass Tom Hanks als digitalisierter Bahnschaffner sehr menschlich wirkt, aber eben nicht ganz: und dieser kleine Unterschied machte ihn für meinen Sohn und seine Klassenkameraden zur Gruselgestalt.

Kassenflop

Nicht nur bei diesen Kindern übrigens – der Film war weltweit ein Flop und man erklärt sich das heute nicht zuletzt mit dem Phänomen des unheimlichen Tals.

100 Sekunden Wissen – Das unheimliche Tal

Wilhelm der Schreier

Wer kennt Wilhelm den Schreier? Niemand? Ich bin ziemlich sicher, dass doch. Schon mal einen Star Wars-Film oder Indiana Jones gesehen? Eben, dann hast Du Wilhelm schreien gehört. Oder in einem der rund 200 weiteren Filmen, in dem der «Wilhelmsschrei» zu hören ist. Und der tönt so:

Wilhelm scream

Es ist schon länger her, dass ich mal auf was gelesen habe zum «Wilhelmsschrei». Jetzt habe ich für die DRS 2-Rubrik «100 Sekunden Wissen» einen Beitrag dazu gemacht (Ausstrahlungstermin noch unbekannt war der 14.6.2010).

100 Sekunden Wissen – Wilhemsschrei

Hier aber schon vorab (oder anstatt) eine kurze Geschichte des Wilhelmsschreis.

Der Ur-Schrei

Zum ersten Mal verwendet wurde der Schrei 1951 im Film «Distant Drums», ein Western mit Gary Cooper. Der spielt aber nicht wie üblich irgendwo in der Wüste von Nevada, sondern in den Everglades von Florida. Deshalb spielt auch ein Alligator die entscheidende Rolle beim ersten Wilhelmsschrei. Der beisst nämlich einen Soldaten ins Bein und zerrt ihn ins Wasser. Und der Soldat – genau, stösst den Wilhelmsschrei aus.

Ein anderer Soldat spielt 1953 eine wichtige Rolle. Im Film «The Charge at Feather River» wird Private Wilhelm von einem Pfeil ins Bein getroffen – und schreit den Schrei, der deshalb heute seinen Namen trägt (auch auf Englisch deshalb «Wilhelm scream» und nicht etwa William). In diesem Film gibts noch zwei andere Szenen, in denen der Wilhelmsschrei auch noch verwendet wird.

Der Schrei ist aber nicht nur dem Western-Genre vorbehalten, man hört ihn etwa auch ein paar Mal in «Them» (dt. «Formicula»), einem meiner Lieblingshorrorfilme (Kinotrailer) aus den 1950ern, in dem Ameisen durch Atomtests zu Riesenmonstern mutieren.

Die Wiederentdeckung

Ben Burtt heisst dann der Mann, der den Wilhelmsschrei zu dem machte, was er heute ist: ein Insider Joke und Running Gag unter den Sound Designern. Burtt entdeckte die ursprüngliche Aufnahme des Schreis oder besser der Schreie. Auf dem Originalband gibt es sechs verschiedene Varianten, wenn auch meistens nur drei dieser Varianten zum Einsatz kommen.

Burtt benutzte den Schrei für den ersten Star Wars-Film «A New Hope» und setzte ihn danach in allen anderen Folgen (ausser Teil III) ein. Burtt war auch für alle Indiana Jones-Filme als Sound Designer tätig und logischerweise kam auch hier der Wilhelmsschrei jedes Mal zu ehren.

Wer war Wilhelm?

Sheb Wooley, 1971.

Lange Zeit war unklar, wer da eigentlich geschrien hatte. Burtt stiess bei Nachforschungen auf eine Liste von vier Personen, die in der Postproduktion für «Distant Drums» Tonaufnahmen gemacht hatten. Der wahrscheinlichste Kandidat schien ihm der Sänger und Schauspieler Sheb Wooley zu sein. Wooley war aber 2003 gestorben. Dessen Witwe bestätigte dann 2005 der Times, dass Wooley tatsächlich Wilhelm der Schreier war.

Im gleichen Artikel gab Burtt an, dass er jetzt genug hatte vom Scherz mit dem Wilhelmsschrei und ihn nicht mehr einsetzen werden. Eine Ausnahme machte er allerdings noch: im vierten Indiana Jones-Film («Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull», 2008), an dem Burtt wieder mitarbeitete, ist der Schrei wieder zu hören.

Der Schrei und kein Ende

Und auch wenn Burtt ihn nicht mehr einsetzt, ist der Wilhelmsschrei immer wieder im Kino zu hören. Laut der Liste, die der Filmhistoriker und Sound Designer Steve Lee führt, ist der neueste Film mit dem Wilhelmsschrei «Iron Man 2».

Kompilation von Wilhelmsschreien

Eine kurze Geschichte des Wilhelmsschreis

Spielberg und 9/11

«America is under attack» in Spielbergs «War of the Worlds». Foto: Paramount Pictures

Das Medienmagazin «On the Media» von NPR hatte ein 9/11-Thema in der letzten Ausgabe, obwohl sie das eigentlich nicht mehr machen («There’s nothing new»). Aber: Sie hatten einen wirklich neuen, interessanten Ansatz. Wie spiegelt sich der Terroranschlag im Film? Und eben nicht nur in den Filmen, an die man als erstes denkt wie United 93 oder World Trade Center.

Der Virginia Tech-Professor Stephen Prince hat kürzlich ein Buch zum Thema veröffentlicht («Firestorm: American Film in the Age of Terrorism»). Die ersten drei Beispiele, die er im OTM-Interview erwähnt, stammen von Steven Spielberg: War of the Worlds, The Terminal und Munich – was mich natürlich besonders interessiert.

Wenn mans von Prince hört, dann leuchtet es sofort ein, weshalb diese Filme typisch aus eine Zeit nach dem 11. September stammen: Aliens (was ja nicht nur Ausserirdische heisst) zerstören Amerika (War of the Worlds, 2005), das Land, das keine Fremden will (Terminal, 2004) und die moralische Frage, was alles erlaubt ist, um Gewalttaten zu sühnen oder weitere zu verhindern, quasi das Guantanamo-Dilemma (Munich, 2005).

Rein hören lohnt sich, rein lesen – weiss ich noch nicht, hab das Buch noch nicht bestellt.