Slow Horses (Staffel 2) – Die Versager wachsen einem immer mehr ans Herz

Serienposter mit Schriftzug. Sechs Menschen gehen durch eine Strasse, hohe Hausmauern auf beiden Seiten.
4 von 5 Sternen

Läuft bei: Apple TV+ (2 Staffeln, 12 Episoden à 45 Min.)

=> «Slow Horses» Staffel 1: Der Spion, der aus der Abstellkammer kam

Ich bin mit der ersten Staffel dieser britischen Spionageserie nicht so richtig warm geworden. Aber die zweite hat sich einen Stern mehr verdient.

Das liegt vor allem daran, dass die Serie diesmal auch den Nebenfiguren mehr Platz einräumt und die Erzählstränge aufsplittet. Das macht es interessanter und stellt nicht nur den zerlumpten Chef Jackson Lamb (Gary Oldman) in den Mittelpunkt.

Ein Mann sitzt vor Waschmaschinen in einem Waschsalon.
Jackson Lamb (Gary Oldman) ist nicht im Waschsalon, um seine Kleidung zu waschen. Er nutzt den Ort nur für ein konspiratives Treffen. © Apple TV
Schlampig und scharfsinnig

Der trottet wie gewohnt im schäbigen Trenchcoat durch die Serie und trägt ein Hemd und eine Hose, die seit Wochen keine Waschmaschine mehr gesehen haben. Lamb ist aber der Einzige, der merkt, dass der Tod eines pensionierten Agenten nicht auf natürliche Ursachen zurückzuführen ist.

Auf dem Mobiltelefon dieses ehemaligen Kollegen findet er den entscheidenden Hinweis: Cicada. Damit sind nicht die Insekten gemeint, sondern ein Netz von russischen Schläferagent:innen, das offenbar aktiviert wurde.

Mission in der ländlichen Idylle

Eine erste Spur führt aufs Land. Lamb schickt River Cartwright (Jack Lowden) in ein Dorf in den Cotswolds, wo er mehr über einen kleinen Privatflugplatz herausfinden soll. Von hier aus operierte offenbar einer der russischen Schläfer.

Ein Mann und eine Frau auf einem Kieselweg vor einem Haus. Er hält einen Blumenstrauss in der Hand. Sie begrüsst ihn mit offenen Armen.
River (Jack Lowden) wird bei seiner Mission auf dem Lande herzlich empfangen von der lokalen Bevölkerung. Zumindest scheint es so. © Apple TV

Louisa Guy und Min Harper erhalten eine ganz andere Aufgabe, die zuerst keinen Zusammenhang mit den russischen Schläfern zu haben scheint. Sie werden etwas überraschend vom Hauptquartier angefordert, um ein geheimes Treffen des MI5 mit einem russischen Dissidenten abzusichern.

Einsätze im Feld für die Büromannschaft

Dahinter steckt der schleimige MI5-Karrierist James Webb (Freddie Fox). Er holt die Slow Horses nur an Bord, damit er einen Sündenbock hat, falsch etwas schiefläuft mit dem Treffen.

Auch der Rest des Teams im Slough House kommt zu seinen Einsätzen. Lambs Assistentin (Saskia Reeves) entpuppt sich als Schachmeisterin und kommt so zu wichtigen Informationen, während Shirley (Aimee-Ffion Edwards) und Computernerd Roddy (Christopher Chung) zuerst elektronisch einen der Schläfer aufspüren und ihn dann im Feld verfolgen.

Eine Frau sitzt an einem Schachbrett und zieht eine weisse Figur.
Catherine (Saskia Reeves) bedient sich einer ungewöhnlichen Methode, um sich Informationen zu beschaffen. © Apple TV
Die Versager wachsen ans Herz

Die Story etwas komplexer, mehr Action als zuvor und eben mehr Scheinwerferlicht auf dem Rest der Slow Horses. Dazu noch ein Mord, dem ein Mitglied von Lambs Team zum Opfer fällt.

Die zweite Staffel hat einen Gang höher geschaltet. Das macht sie unterhaltsamer. So langsam wachsen einem die Versager aus dem Slough House ans Herz und man fiebert immer mehr mit ihnen mit.

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1 Stimme

Besetzung: Gary Oldman | Jack Lowden | Kristin Scott Thomas | Saskia Reeves | Rosalind Eleazar | Christopher Chung | Dustin Demri-Burns | Aimee-Ffion Edwards | Jonathan Pryce
Genre: Thriller | Komödie
GB, 2022

Mythic Quest (Staffel 3) – Die Nerds begeistern weiter

Serienposter mit Schriftzug. Mehrere Personen in einer Art weissen Röhre, die sich zu drehen scheint.

Läuft bei: Apple TV+ (3 Staffeln, 30 Episoden à 30 Min.)

Auch mit der dritten Staffel überzeugt die Arbeitsplatzkomödie «Mythic Quest» immer noch ausgesprochen gut. Die Serie behält ihr Erfolgsrezept bei: schnippische Dialoge, witzige Plots, vor allem aber: am Schluss der Staffel bleibt fast kein Stein auf dem anderen im Beziehungsnetz der Figuren und alle sind in ihrem Leben einen Schritt weiter.

Die Firma aus den Fugen

Für Einsteiger:innen oder zur Erinnerung: «Mythic Quest» ist ein sehr erfolgreiches Game (ein sogenanntes MMORPG), das sich der kreative Kopf Ian Grimm (Rob McElhenney) ausgedacht hat und seine Chefprogrammierin Poppy Lwanag (Charlotte Nicdao) umsetzt. Dabei geraten sich die beiden regelmässig in die Haare.

Ein Mann sitzt zurückgelehnt auf einem Bürosessel. Eine Frau massiert ihm die Schläfen.
David (David Hornsby) ist in dritten Staffel der neue Chef von Mythic Quest. Ohne seine Assistentin Jo (Jessie Ennis) wäre er aber völlig verloren. © Apple TV+

In der Firma arbeiten noch weitere eigenwillige Charaktere wie der skrupellose Brad (Danny Pudi), der den Spieler:innen das Geld aus der Tasche zieht, oder der harmoniebedürftige David (David Hornsby) mit seiner knallharten Assistentin Jo (Jessie Ennis). Und die beiden Testerinnen Dana (Imani Hakim) und Rachel (Ashly Burch), die zu einem Paar geworden sind.

Diese Konstellation war am Ende der zweiten Staffel völlig aus den Fugen. Ian und Poppy hatten genug und verliessen die Firma, Brad wanderte in den Knast, Dana und Rachel stiegen ebenfalls aus. David und Jo blieben zwar bei Mythic Quest, standen aber vor einem Scherbenhaufen.

Ian und Poppy im kreativen Zweikampf

Ein Jahr später treffen wir die Truppe jetzt wieder, mit Ausnahme von C.W. Longbottom (F. Murray Abraham). Der mittelmässige Sci-Fi-Autor, der Head Writer bei MQ war, wird zu Beginn mit einer rührenden Feier verabschiedet.

Ian und Poppy haben eine neue Firma gegründet, um gemeinsam und als gleichberechtigte Partner ihre Ideen in ein neues Spiel umzumünzen. Das funktioniert mehr schlecht als recht.

Eine Frau liegt auf dem Boden mit offenen Augen. Rundherum liegt Papierabfall. Im Hintergrund unscharf eine weitere Frau.
Erledigt vom zermürbenden Streit mit Ian: Poppy (Charlotte Nicdao) erleidet eine Snack-Überdosis. © Apple TV+

Ian kann seine Egozentrik nicht ablegen und Poppy reicht ihm in Sachen Kreativität nicht das Wasser. Zwischen den Fronten findet sich Dana, die eigentlich programmieren lernen will, aber meistens zwischen den beiden schlichten muss.

Alte Gesichter in neuen Rollen

Auch in bei MQ finden wir zwar alte Gesichter, aber in neuen Rollen. David ist der neue Chef, allerdings ziemlich überfordert in dieser Rolle. Seine Assistentin Jo gibt ihm zwar Ratschläge, wie er seine Leute führen soll.

Die sind aber meistens ein wenig zu radikal, weil Jo nur die Peitsche als Führungsinstrument kennt. Wie sie es allerdings in der letzten Episode schafft, Davids Autorität bei den Angestellten auf ungeahnte Höhen zu hieven, ist genial.

Brad ist auf Bewährung wieder aus dem Knast raus und übernimmt bei MQ wieder einen Job – als Hauswart. David kann das kaum glauben und vermutet hinter jeder Aktion von Brad einen Angriff auf seinen Job. Rachel schliesslich kommt unverhofft zu einem Topjob in der Firma. Sie übernimmt Brads alten Job und wird plötzlich zur Ultra-Kapitalistin.

Eine Frau und ein Mann im Gespräch. Im Hintergrund Bildschirme mit Grafikcharts.
Brad (Danny Pudi) führt Rachel (Ashly Burch) in die Geheimnisse ein, wie man Gamer:innen das Geld aus der Tasche zieht. Und Rachel lernt eine völlig neue Seite von sich kennen. © Apple TV+
Am Schluss ist wieder alles anders

Die Figuren und ihre Beziehungen werden also einmal kräftig durchgeschüttelt. Dieser Trick funktioniert. Obwohl wir dieselben Figuren vorgesetzt bekommen, die wir über die Zeit durchaus liebgewonnen haben, werden nicht die ewig gleichen Geschichten erzählt. So kommt keine Langeweile auf, im Gegenteil, der Spass bleibt auf dem Niveau der vorigen Staffeln.

Man kann davon ausgehen, dass das auch für die vierte und eventuell letzte Staffel gelten wird. Denn am Schluss sind fast alle wieder an einem anderen Ort als am Anfang. Und man kann sich schon ein wenig ausmalen, in welcher Konstellation die MQler aufeinander prallen werden.

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2 Stimmen

Besetzung: Rob McElhenney | Charlotte Nicdao | Ashly Burch | Jessie Ennis | Imani Hakim | David Hornsby | Danny Pudi | F. Murray Abraham | Naomi Ekperigin
Serie entwickelt von: Charlie Day | Megan Ganz | Rob McElhenney
Genre: Komödie
USA, 2022

A Storm for Christmas (Mini-Serie) – X-Mas-Kitsch, aber zum Glück aus dem hohen Norden

Serienposter mit Schriftzug. Im Vordergrund ein Tannenbaum mit Weihnachtskugeln. Im Hintergrund Flugzeuge im Schneegestöber.
3 von 5 Sternen

Läuft bei: Netflix (Mini-Serie, 6 Episoden à 30 Min.)

Eines ist diese Weihnachts-Mini-Serie aus Norwegen sicher nicht: originell. Ein gutes Dutzend Leute, die auf dem Flughafen in Oslo im Schneesturm feststecken, das hat man schon gesehen. Wer aber knapp drei Stunden festtägliche Wohlfühlunterhaltung sucht, wird hier sehr passabel bedient.

Trotz aller Klischees, die obendrauf noch beigemixt werden, hat die norwegische Serie einen grossen Pluspunkt verglichen mit US-amerikanischen Produkten: Der Fremdschämfaktor ist massiv kleiner.

Niemand ist glücklich vor Weihnachten

Weshalb genau das so ist, kann ich nicht richtig festmachen. Denn die Zutaten stammen aus der herkömmlichen Scriptküche. Ein paar Menschen begegnen sich kurz vor Heiligabend auf dem Flughafen. Alle tragen ihre Bürde, die sie so kurz vor Weihnachten besonders drückt.

Mehrere Menschen stehen und sitzen in einer Abflughalle eine Flughafens.
Jede:r hat seinen besonderen Wunsch für Weihnachten. Ob er sich erfüllt? Spoiler: Ja. © Netflix

Da ist der Konzertpianist, dem das Karriereende droht. Ein Ehepaar mit kleiner Tochter, das sich dauernd streitet. Eine Priesterin, die mit ihrem Glauben hadert. Eine Mutter, deren Sohn für eine Operation dringend in die USA fliegen muss. Eine Tochter, die ihren Vater seit Jahren zum ersten Mal sehen wird. Eine Romantikerin, die einem Zyniker begegnet. Auch eine Jöh-Geschichte mit Hund gibt es und noch einige mehr.

Nordisch tönt alles weniger gesülzt, oder?

Rührselig wird das alles erst ganz am Schluss. Vorher gibt’s noch ein bisschen was zu schmunzeln, wenn der Pianist verzweifelt einen Ort zum Rauchen sucht. Oder der Santa Claus eine antikapitalistische Brandrede hält, weil die Kleinkinder bei ihm Wünsche von 1000 Franken aufwärts deponieren.

Ein Mann sitzt am Klavier. Hinter ihm stehen Zuschauer:innen. Zwei Weihnachtsbäume umrahmen die Szene.
Ein Klavier in der Abflughalle? Wo gibt’s denn so was. Egal: Musik erwärmt die Herzen. © Netflix

Dass sich am Ende fast alles in eitel Sonnenschein auflöst, versteht sich von selbst. Warum also ist das jetzt alles nicht so schlimm, wie es zu erwarten wäre? Vielleicht helfen schon mal die Sprachen: Auf Norwegisch, Schwedisch und Dänisch klingen auch banale Dialoge weniger gesülzt. Und «God jul» tönt doch irgendwie bodenständiger als «Merry Christmas», oder?

«Guilty pleasure» halt

Vielleicht suche ich auch nur eine Ausrede, um zu rechtfertigen, dass ich mir drei Stunden Wohlfühl-Weihnachtskitsch angeschaut habe, ohne mich dabei dauernd zu schämen und die verschwendete Lebenszeit zu beklagen. Im Gegenteil, es war kurzweilig – ein klassisches «guilty pleasure». Einzig der Soundtrack mit englischen Weihnachtsschnulzen, der war von Anfang bis Schluss wirklich unerträglich.

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0 Stimmen

Besetzung: Dennis Storhøi | Maibritt Saerens | Jan Gunnar Røise | Jon Øigarden | Ariadna Cabrol | Sus Noreen Jondahl Wilkins | Ravdeep Singh Bajwa | Valter Skarsgård | Ida Elise Broch | Evelyn Rasmussen Osazuwa | Hanna Ardéhn
Genre: Romanze | Drama | Komödie
NOR, 2022

The White Lotus (Staffel 2) – Unterhaltsam, aber zu brav

Serienposter mit Schriftzug. Neun Personen im Porträt. Fünf Männer und vier Frauen. Eine Frau in pinkem Kleid sitzt auf einer grünen Vespa.
3 von 5 Sternen

Läuft bei: Sky Show (2 Staffeln, 13 Episoden à 55 Min.)

=> The White Lotus (Staffel 1)

Von Hawaii, wo die erste Staffel spielte, einmal um die halbe Welt nach Sizilien. Hier in Taormina steht das nächste Luxushotel der «White Lotus»-Kette, in dem eine Reihe illustrer Gäste ihre Ferien geniessen.

Wobei geniessen wohl das falsche Wort ist. Wie schon am Pazifik, gibt es auch am Mittelmeer Streit und Intrigen unter den Gästen.

Weniger Biss, weniger bösartig

Auch die Leiche zu Beginn fehlt nicht. Sie treibt im herrlich blaugrünen Meer in Strandnähe. Natürlich erfahren wir erst ganz am Schluss, wer hier das Zeitliche gesegnet hat und im Frachtraum statt in der First Class nachhause fliegt.

Die besten Voraussetzungen also, dass wir wieder mit hämischer Freude zuschauen können, wie sich ein paar reiche Urlauber:innen psychisch (und eben auch physisch) gegenseitig zerfleischen. Aber leider ist das Vergnügen nicht mehr ganz so gross wie in der ersten Staffel.

Eine entsetzte Frau schwimmt im Wasser. Sie hat den Mund weit offen.
Daphne (Meghann Fahy) entdeckt die Leiche, die im Wasser treibt. © HBO / Sky Show

Die Sizilien-Ausgabe von «The White Lotus» hat weniger Biss und Bösartigkeit als die vorherige Staffel. Die Konstellationen sind weniger spannungsgeladen, die Figuren teilweise fast sympathisch.

Vor allem vermisst man eine überkandidelte Figur wie Armond, den koksenden Hotelmanager, der die Schnauze so voll hatte von einem Hotelgast, dass er ihm in den Koffer kackte.

Ein Penis ist kein Sonnenuntergang

Am meisten Witz bieten zu Beginn die Di Grassos. Ihre Generationen-Unterhaltungen beim Abendessen sind amüsant. Grossvater Bert (F. Murray Abraham) flirtet mit der jungen Kellnerin trotz seiner 80 Jahre. Sohn Dominic (Michael Imperioli) und Enkel Albie (Adam DiMarco) finden das peinlich und abstossend.

Man würde doch hoffen, meint Albie, dass der Sextrieb bei alten Männern, also Männern über 50, vorbei sei. Deren «Gehänge» sei nur noch eine Zumutung für das andere Geschlecht. Bert hält dem entgegen: «Ein Penis ist eh nicht der schönste Anblick, ist schliesslich kein Sonnenuntergang.»

Drei unterschiedlich alte Männer unterhalten sich mit einer Frau.
Drei Generationen Di Grassos (Michael Imperioli, Adam Di Marco, F. Murray Abraham) wollen auf Sizilien ihre Herkunft erkunden. © HBO / Sky

Dominic sollte seinem Vater allerdings keine Vorhaltungen machen. Seine Frau und Tochter haben auf den Urlaub verzichtet, weil gerade mal wieder eine seiner Affären aufgeflogen ist. Was ihn nicht daran hindert, noch vor dem Abflug eine Prostituierte auf Sizilien zu buchen.

Wieder mit dabei: die schrille Tanya

Albie ist ganz anders als sein Vater und Grossvater. Er ist der Frauenversteher, der nette Kerl. Das bringt ihm aber keine Vorteile beim Dating. Das musste er schon ein paar mal erfahren und erlebt es auch auf Sizilien wieder. Die junge Frau, die er kennenlernt, beäugt lieber den tätowierten Macho im Swimmingpool, als mit Albie einen romantischen Spaziergang im Mondschein zu unternehmen.

Die junge Frau, Portia (Haley Lu Richardson), ist die Assistentin von Tanya (Jennifer Coolidge), die einzige Urlauberin, die schon auf Hawaii dabei war. Tanya schöpft wieder aus dem Vollen: High-Maintenance bis zum Abwinken, völlig ignorant gegenüber Mitmenschen.

Menschen auf einem Boot. Sie prosten sich zu.
Tanya (Jennifer Coolidge, 2. von rechts) findet neue Freunde auf Sizilien. HBO / Sky

Das kennen wir aber schon von Hawaii. Der Spass an ihrer Figur hält sich deshalb in Grenzen. Für neuen Wind sorgen dafür Quentin (Tom Hollander) und seine Freunde – eine Runde von illustren, schwulen Snobs, die sich begeistert um Tanya kümmern, als ihr Mann sie wegen dringenden Geschäfte sitzen lässt. Allerdings verfolgen Quentin und seine Freunde eine wenig selbstlose Agenda.

Blasse Einheimische

Schliesslich wälzen da noch zwei Paare ihre Beziehungsprobleme. Nicht völlig uninteressant, aber zu wenig ausgefallen, um wirklich zu begeistern. Die Einheimischen sind ebenfalls blasser als jene auf Hawaii, mit Ausnahme der beiden Callgirls (Simona Tabasco, letztes Jahr auf Netflix zu sehen in der empfehlenswerten 60er-Jahre Romanze «Luna Park», und Beatrice Grannò), die kräftig absahnen im Luxusresort.

Zwei junge Frauen schauen sich lächelnd an.
Mia (Beatrice Grannó) und Lucia (Simona Tabasco) holen nicht nur in Sachen Geld am meisten heraus aus dieser Woche im Luxusresort. © HBO / Sky

Ergötzen kann man sich aber an den Landschaften, Sehenswürdigkeiten und den Palazzi (eine kleine Übersicht der Drehorte). Und immer wieder beeindruckend am Horizont: der Ätna.

Die künstlerische Titelsequenz als Rätsel

Kunstinteressierten bietet «The White Lotus» ein bisschen Vergnügen abseits der Story. Immer wieder tauchen Vasen auf in der Form von menschlichen Köpfen. Die Legende hinter diesen «Teste di Moro» ist auch ein Storymotiv in der Serie.

Vor allem aber die Titelsequenz lässt einen eintauchen in Renaissance-Fresken des 16. Jahrhunderts. Allerdings sind es keine Originale, sondern für die Show produzierte Bilder, in denen Hinweise auf die Story versteckt sind.

Diese Nebenschauplätze entschädigen etwas dafür, dass die zweite Staffel von «The White Lotus» etwas weniger überzeugend gelungen ist als die Vorgängerin. Da die dritte Staffel bereits in Auftrag gegeben ist, können wir jetzt zu rätseln beginnen, wo sie wohl spielen wird.

Wie viele Sterne gibst du «The White Lotus» Staffel 2?
2 Stimmen

Besetzung: F. Murray Abraham | Jennifer Coolidge | Adam DiMarco | Meghann Fahy | Beatrice Grannò | Jon Gries | Tom Hollander | Sabrina Impacciatore | Michael Imperioli | Theo James | Aubrey Plaza | Haley Lu Richardson | Will Sharpe | Simona Tabasco
Serie entwickelt von: Mike White
Genre: Drama | Komödie
USA, 2022

Wednesday (Staffel 1) – Ein Händchen für komischen Grusel

Serienposter mit Schriftzug. Eine junge Frau steht im Regen. Sie hält einen geöffneten Regenschirm in der Hand. Im Hintergrund Türme und schwarzgrauer Himmel.

Läuft bei: Netflix (1 Staffel, 8 Episoden à 50 Min.)

Eigentlich hatte ich nicht vor, mir «Wednesday» anzuschauen. Zu viel kommt da zusammen, was mich wenig interessiert. Ich bin bei allem Respekt kein grosser Fan von Tim Burton, der in vier Folgen Regie führte und quasi der geistige Vater der Serie ist. Seine Ästhetik ist mir zu gekünstelt und zugleich wenig originell.

Abstruse Dating-Rituale? Nein, danke

Mit der Addams Family konnte ich auch noch nie viel anfangen. Die bleichen Gesichter und das eiskalte Händchen sind zwar ganz amüsant. Aber wenn schon Grusel, dann lieber richtig Gänsehaut.

Zu guter Letzt halte ich US-amerikanische Teenie- und Highschoolserien für absolute Zeitverschwendung. Weniger oder zumindest nicht nur, weil ich zu alt dafür bin. Diese abstrusen Rituale, die da in der Schule und beim Daten zelebriert werden, entspringen einer Geisteshaltung, die ich höchst irritierend finde (wie erfrischend anders ist da «Sex Education»).

Zwei Frauen in einem Kaffee. Eine Frau hält ihre Kaffeetasse in der Hand und spricht mit der anderen, die ihr Gesicht von der Kamera weggewendet hat.
Eine hübsche Referenz an die «Addams Family»-Filme aus den 90ern: Christina Ricci (rechts) spielte dort Wednesday Addams. In der Serie ist sie eine Lehrerin an der Nevermore Academy, die von Larissa Weems (Gwendoline Christie, links) geleitet wird. © Netflix
Ein Schulstreich, bei dem Blut fliesst. Glorios!

Viel sprach also gegen «Wednesday». Aber immer wieder waren begeisterte Wortmeldungen zu lesen, so dass ich mich fast genötigt sah, mindestens mal den Trailer anzuschauen. Und da ist’s passiert.

Wednesday Addams (Jenna Ortega) spaziert ins Schulschwimmbad und setzt Piranhas im Becken aus, in dem die Wasserballer trainieren, die ihren Bruder piesackten. Was für eine gloriose Perfidie. Das Sahnehäubchen dann ihr Kommentar, dass gewisse Menschen – konkret einer dieser All-American-Boys – sich besser nicht fortpflanzten. Diesen Humor mag ich 😜.

Es gibt zwar nicht mehr allzu viele Szenen, bei denen man mit so einem breiten Grinsen vor dem Schirm sitzt. Aber die misanthropische Wednesday lässt einen immer wieder Schmunzeln mit ihrem triefenden Sarkasmus.

Eine junge Frau hält zwei grosse Plastiksäcke in den Händen, in denen Fische sind.
Wednesday (Jenna Ortega) nimmt blutige Rache für ihren Bruder. Denn: «Niemand quält meinen Bruder – ausser mir.» © Netflix
Sonderschule der Extraklasse

Nach dem Piranha-Vorfall fliegt sie logischerweise von der Schule. Ihre Eltern (Catherine Zeta-Jones und Luis Guzmán) schicken sie deshalb auf die Nevermore Academy, die schon ihre Mutter besuchte. Auch Edgar Allen Poe firmiert unter den prominenten Absolvent:innen, wie die Website stolz verkündet.

Nevermore ist spezialisiert auf Schüler:innen mit aussergewöhnlichen Eigenschaften. Werwölfe, Sirenen und Vampire sind die neuen Klassenkamerad:innen von Wednesday. Obwohl sie jetzt mehr unter Ihresgleichen ist, legt sie ihre asoziale Grundhaltung nicht ab. Sie gibt allen zu verstehen, dass sie besser ohne zwischenmonstrigen Kontakt zurechtkommt.

Wednesdays Eltern schicken «Thing» – bei uns besser bekannt als das eiskalte Händchen – als Aufpasser mit in die neue Schule. © Netlix
Ein Monster namens Hyde

Wednesday gedenkt auch nicht zu bleiben. Sie will gleich wieder abhauen. Das stellt sie aber erst mal hinten an, als ein Monster auftaucht, das einen ihrer Mitschüler tötet. Auf der Spur dieses Monsters, das sich als Hyde entpuppt, taucht Wednesday tief ein in ihre eigene Familiengeschichte.

Die sarkastische, tief pessimistische Grundhaltung der Hauptfigur macht Highschool-Elemente wie Prom oder Sportanlässe nicht nur erträglich, sondern sogar amüsant. Wenn Blut auf die Tanzfläche regnet oder Fairness beim Wettbewerb per Reglement ausgeschlossen ist, konterkariert das die gewohnten Schulgeschichten vorzüglich.

Eine junge Frau spielt Cello. Im Hintergrund lodern gewaltige Flammen um eine Statue.
Wednesday versäumt keine Gelegenheit, einen Schulanlass zur Katastrophe ausarten zu lassen. © Netflix
Wednesday beweist: Highschool kann lustig sein

Selbst die BFF-Geschichte mit ihrer Zimmergenossin, die auch nicht fehlen darf, ist unterhaltsam und passend inszeniert. Die beiden trennen ihr Zimmer strikt in einen knallbunten und einen grauschwarzen, düsteren Teil.

«Wednesday» widerlegt meine Skepsis gegenüber Burton und den Addams als unbegründet. Die Serie beweist sogar, dass man den Highschool-Topos intelligent oder zumindest unterhaltsam gestalten kann.

Wie viele Sterne gibst du «Wednesday» Staffel 1?
15 Stimmen

Besetzung: Jenna Ortega | Gwendoline Christie | Christina Ricci | Riki Lindhome | Jamie McShane | Hunter Doohan | Percy Hynes White | Emma Myers | Joy Sunday | Catherine Zeta-Jones | Luis Guzmán
Serie entwickelt von: Alfred Gough | Miles Millar
Genre: Komödie | Krimi | Horror
USA, 2022

Blockbuster (Staffel 1) – Dafür steht garantiert niemand Schlange

Serienposter mit Schriftzug. Sieben Personen stehen in einem Laden. Sie tragen mit einer Ausnahme alle blaue T-Shirts und beige Hosen sowie Namensschilder.

Läuft bei: Netflix (1 Staffel, 10 Episoden à 30 Min.)

Ich hatte freudige Erwartungen an «Blockbuster». Mit Vanessa Ramos und Melissa Fumero gibt es eine direkte Verbindung zur witzigen Cop-Comedy «Brooklyn Nine-Nine» (auch bei Netflix).

Ramos zeichnet als Autorin einiger Episoden. Fumero war die überkorrekte Polizistin Amy Santiago in der Serie, die letztes Jahr nach acht Staffeln und 153 Episoden zu Ende ging.

Nach zwei Episoden ausgestiegen

Auf diese Zahlen wird «Blockbuster» nie kommen (Blockbuster, falls das jemand nicht kennt, war um die Jahrhundertwende eine der grössten Videotheken). Ich hatte schon nach zwei Episoden genug. Mehr tue ich mir auch nicht an. Lahme Pointen, langweilige Figuren und eine Grundidee, bei der man sich fragt, wer das je lustig finden konnte.

In einem Einkaufszentrum irgendwo in Michigan bekommt Timmy (Randall Park), Leiter einer Blockbuster-Filiale, einen Anruf. Die Zentrale teilt ihm mit, dass die restlichen Läden geschlossen wurden. Timmys Filiale ist damit der letzte Blockbuster der Welt.

Eine Frau und ein Mann sitzen am Boden vor einem Regal mit DVDs.
Der Rollenwechsel von der Polizistin in «Brooklyn Nine-Nine» zur Blockbuster-Angestellten ist definitiv kein Karrieresprung für Melissa Fumero. © Netflix
Infantil ist nicht gleich lustig

Damit ist Timmy mit seinen fünf Angestellten und den Leihvideos auf sich gestellt. Auch ihr Laden funktioniert nur noch mehr schlecht als recht. Unter anderem, weil einige der Angestellten nicht wirklich eine Ahnung von Film haben. Ein Fest im Einkaufszentrum zu Ehren des letzten Blockbuster-Ladens soll neues Publikum anlocken.

Timmy plant das gemeinsam mit seinem Freund Percy (J.B. Smoove). Die beiden schmieden Fest-Pläne, die mehr für einen Kindergeburtstag passen würden. Passt aber irgendwie, denn sie wirken ziemlich infantil, obwohl sie so um die 40 sein dürften.

Nette Filmreferenzen, aber auch hier: nicht lustig

Das Fest endet in einer Katastrophe, als eine Feuerwerksrakete den überlebensgrossen Plastikgorilla killt. Aber dann kommts doch noch gut. Ende Episode 1 und kein einziges Mal zuckte bei mir auch nur ein Mundwinkel.

Die vielen Anspielungen auf die Filmgeschichte nimmt man zur Kenntnis. Aber auch daraus entwickelt sich kein Vergnügen.

Plots aus dem Baukasten

Die zweite Episode ist nicht lustiger, auch wenn wir jetzt die Mitarbeitenden etwas besser kennenlernen. Lohnt sich aber nicht, die hier vorzustellen. Sie bleiben einem egal.

Drei Frauen und ein Mann in einem Laden. Zwei stehen hinter einer Theke. Sie applaudieren.
In der Serie gibts Applaus für den Chef. Für die Serie wird aber kaum jemand klatschen. © Netflix

Dass das Drehbuch zudem noch eine Liebesgeschichte mit Hindernissen zwischen Timmy und Eliza (Melissa Fumero) gleich zu Beginn einbaut, scheint direkt aus dem Baukasten für einfallslose Drehbuchschreiber:innen zu stammen.

Netflix macht Serie über Blockbuster – checkst du den Witz?

Ich vermute mal stark, dass sich beim Pitchen der Serie die Netflix-Leute begeistert auf die Schenkel klopften. Ausgerechnet ihre Firma macht eine Show über den letzten Blockbuster-Laden. Schliesslich war Netflix einer der Gründe für den Untergang der Verleihkette.

Und weil das allein schon so sauglatt war, kümmerte sich anschliessend niemand mehr darum, dann tatsächlich aus der Idee eine Comedy-Serie mit Witz zu machen. Meine Prognose: Es bleibt bei dieser einen Staffel.

Wie viele Sterne gibst du «Blockbuster» Staffel 1?
0 Stimmen

Besetzung: Randall Park | Melissa Fumero | Olga Merediz | Tyler Alvarez | Madeleine Arthur | J.B. Smoove | Kamaia Fairburn
Serie entwickelt von: Vanessa Ramos
Genre: Komödie
USA, 2022

The Bear (Staffel 1) – Diese Küche ist die Hölle

Serienposter mit Schriftzug. Mehrere Menschen mit Küchenschürzen und -utensilien.

Läuft bei: Disney+ (1 Staffel, 8 Episoden à 30 Min.)

Habt ihr euch je überlegt, was in der Küche eines Restaurants abgeht, wenn ihr eure Bestellung aufgegeben habt? Nein? Dann solltet ihr «The Bear» schauen.

Schon beim Zuschauen bekommt man einen halben Herzinfarkt, wie die Köch:innen im «Original Beef»rumwuseln. Gemüse rüsten, Zwiebeln schneiden, Fleisch anbraten, Saucen anrühren, Teig kneten, alles in einem horrenden Tempo, auf engsten Raum, ohne Pause. Stress pur.

Das schwierige Erbe

Mitten drin steht Carmen «Carmy» Berzatto (Jeremy Allen White) und schreit die Kommandos. Er ist der Küchenchef, ihm gehört das «Original Beef» seit kurzem. Sein Bruder Mike (Jon Bernthal) hat ihm das Sandwich-Restaurant in Chicago vermacht.

Ein Mann steht am Herd, rührt in einem Topf und schreit.
Unter Dauerstress: Carmy (Jeremy Allen White) verliert darob schon mal die Nerven und schreit lauter als nötig durch die Küche. © FX / Disney+

Carmy tritt ein schwieriges Erbe an. Auf dem Restaurant lasten Schulden, die Geräte sind verlottert und die Küchencrew misstraut ihrem neuen Chef. Nicht nur deshalb verflucht Carmy seinen Bruder zwischendurch. Er kommt vor allem nicht darüber hinweg, dass sich Mike das Leben genommen hat.

Verrat an der Tradition oder Konkurs

Kommt noch hinzu, dass Carmy vielleicht nicht der geeignetste Küchenchef für den Laden ist, weil völlig überqualifiziert. Er war Küchenchef im besten Restaurant in New York (oder wie das in der Ami-Weltsicht heisst: im besten Restaurant der Welt 😒) und ist mehrfach ausgezeichnet.

Nun will er das «Original Beef» zwar nicht zum Gourmettempel umbauen, aber effizienter organisieren, so dass nicht täglich der Konkurs droht. Richie (Ebon Moss-Bachrach), der beste Freund von Carmys Bruder und so was wie dessen rechte Hand, stellt sich völlig quer. Jede Neuerung empfindet er als Verrat an Mike und der Tradition des Restaurants.

Ein Mann steht vor der Fritteuse mit einem Gitter Pommes Frites in der Hand.
Richie (Ebon Moss-Bachrach) will nichts wissen von Veränderungen im «Original Beef» und entwickelt sich zum ausgewachsenen Unsympathling. © FX / Disney+
Intensiv und hochgetaktet bis an die Grenzen

Unterstützung bekommt Carmy dafür von Sidney (Ayo Edebiri). Er hat sie neu als Sous-Chefin eingestellt. Sie ist die einzige, die versteht, was Carmy will, als er sie damit beauftragt, die Küche als «French Brigade» zu organisieren.

Doch Carmy und das «Original Beef» kommen nur langsam vom Fleck, sowohl in der Küche wie bei der Aufarbeitung seiner Familiengeschichte. Das schildert «The Bear» in einer unglaublichen Intensität. Die Serie ist extrem hochgetaktet und geht fast an die Grenze des Zumutbaren. Nur selten gewährt «The Bear» ein paar ruhigere Momente bei einer Zigarettenpause im Hinterhof.

Ein Sog, dem man sich nicht entziehen kann

Glaubt man, die Hektik am Herd sei schon maximal überhitzt, folgt die nächste Katastrophe. Da brennt der Herd, Torten fliegen durch die Luft oder Carmy explodiert unter Überdruck wie ein Dampfkochtopf und legt den Küchenbetrieb beinahe lahm, weil er alle nur noch anschreit. Die Serie erzeugt mit solchen Szenen einen überraschenden Sog, dem man sich schwer entziehen kann.

Eine Frau steht am Herd vor einer Pfanne.
Ohne Sydney (Ayo Edebiri) wäre Carmy völlig aufgeschmissen. Aber er schafft es dennoch, sich mit ihr zu überwerfen. © FX / Disney+

Gebannt schaut man zu, wie alle im «Original Beef» herumrennen und sich dabei doch nur wie im Hamsterrad drehen und kaum vom Fleck kommen. Dabei würde man es ihnen gönnen, wenn ihrem Engagement für den Laden endlich ein wenig Erfolg beschieden wäre.

Es braucht ein Wunder

Der Erfolg stellt sich ganz langsam ein. Die Köch:innen passen sich Schritt für Schritt an Carmys System an. Die Zerwürfnisse untereinander werden –einigermassen – geklärt. Carmy findet einen Weg, mit dem Suizid seines Bruders umzugehen.

Aber es braucht ein grosses Wunder, damit die Welt im «Original Beef» nicht doch noch zusammenbricht. Und Wunder geschehen ja immer wieder.

Wie viele Sterne gibst du «The Bear» Staffel 1?
0 Stimmen

Besetzung: Jeremy Allen White | Ebon Moss-Bachrach | Ayo Edebiri | Lionel Boyce | Liza Colón-Zayas | Edwin Lee Gibson | Corey Hendrix | Abby Elliott | Jon Bernthal
Serie entwickelt von: Christopher Storer
Genre: Drama | Komödie
USA, 2022

Die Beschatter (Staffel 1) – Basler Krimi kämpft mit Anlaufschwierigkeiten

Serienposter mit Schriftzug. Sechs Personen stehen in einer Halle und blicken in die Kamera.
3 von 5 Sternen

Läuft bei: Play Suisse (1 Staffel, 6 Episoden à 60 Min.)

Allein aus lokalpatriotischen Gründen würde ich «Die Beschatter» gerne hoch loben. Endlich ein Schweizer TV-Krimi, der in Basel spielt. In der Schweizer Stadt, die nach einheimischem Empfinden immer zu wenig Beachtung findet.

Die Figuren wachsen zu wenig ans Herz

Aber leider kann man der Serie keine Höchstnoten erteilen. Dafür hat sie zu viele Schwächen. Andererseits wird sie über die sechs Episoden immer besser und lässt in der zweiten Hälfte aufblitzen, welches Potenzial in der Geschichte und den Figuren steckt.

Die grösste Schwäche liegt in der Zeichnung der Charaktere. Die meisten Hauptfiguren sind zu schematisch entworfen und bekommen zu wenig Raum und Zeit, um ihren Hintergrund so auszuleben, dass sie uns ans Herz wachsen.

Drei Männer und eine Frau sitzen in einer Art Fabrikhalle auf Stühlen.
Vier Schüler:innen, die aus unterschiedlichen Motiven das Detektiv-Handwerk erlernen wollen: Henning (Martin Butzke), Milan (Dardan Sadik), Doro (Esther Gemsch) und Roger (Martin Rapold). © SRF/Sava Hlavacek
Wiesnekker überzeugt als schrulliger Ex-Polizist

Am wenigsten gilt das für den Chef der Truppe, Leo Brand (Roeland Wiesnekker). Das liegt einerseits an Wiesnekker, der einfach in seiner Rolle überzeugt. Andererseits bekommt seine Figur am meisten Raum für seine Geschichte.

Der Ex-Polizist Brand gründet aus finanzieller Not heraus eine Detektivschule. Schnell wird klar, dass sein letzter Fall ihn nicht nur seine Polizeikarriere, sondern auch seine Ehe und die Beziehung zur Tochter gekostet hat.

Der Serienmörder aus der Vergangenheit

Brand möchte darunter einen Schlussstrich ziehen. Doch dieser Fall eines Serienmörders mit dem Übernamen «Dornröschen-Killer» wird ihn auch in seiner neuen Rolle als Detektivausbilder verfolgen. Das verdankt er einer seiner Schülerinnen.

Eine Frau fotografiert mit ihrem Handy Notizen an einer Wand. Im Hintergrund ein Mann.
Der Mord an ihrer Mutter verbindet Agotha (Meryl Marty) mit ihrem Detektiv-Lehrer Leo Brand (Roeland Wisnekker). © SRF/Pascal Mora

Agotha Bayani (Meryl Marty) will Detektivin werden, weil sie das Schicksal ihrer Mutter aufklären will. Sie war eine Prostituierte und wurde Opfer des «Dornröschen-Killers». Damit liegt Agotha Brand dauernd in den Ohren und will seine Hilfe.

Agotha – der nervige Trotzkopf

Agotha wäre prädestiniert als zweite starke Figur in der Runde. Aber sie nervt in erster Linie. Meistens schmollt und tobt sie wie ein pubertierender Teenager, wenn etwas nicht nach ihrem Kopf läuft. Dann stürzt sie sich, aber auch andere, kopflos in gefährliche Situationen.

Immerhin geht auch eine der berührendsten Szenen auf ihr Konto. Bei einem Abschiedskaraoke beweist Meryl Marty, dass sie schauspielerisch mehr Facetten drauf hat, als ihr ihre Rolle sonst zugesteht.

Schräge Fälle mit schrillen Figuren

Unter Wert eingesetzt sind auch Esther Gemsch als etwas klischierte Daig-Dame Doro Iselin und Martin Rapold als vorbestrafter Hochzeitsschwindler. Vor allem aber Dardan Sadik als Balkan-Secondo Milan Gjokaj würde man mehr Präsenz wünschen. Milan und sein Vater Prenk (Kamil Krejci) böten Potenzial für mehr Geschichten aus dem Leben in der Schweiz mit Migrationshintergrund.

Zwei Männer sitzen auf einer Couch. Sie tragen Fan-Utensilien des FC Basel.
Vater (Kamil Krejci) und Sohn Gjokaj (Dardan Sadik). Sie könnten die Story mit mehr anreichern als nur mit ihrer Begeisterung für den FC Basel. © SRF/Pascal Mora

Die Fälle, die Brand und seine Schüler:innen lösen müssen, sind schrill und schräg genug, um ansprechend zu unterhalten. Der Zolli als Tatort, Geschichten rund um den FC Basel und eine Pharmafirma geben zusätzliches Lokalkolorit, das allerdings wenig überrascht. Etwas mehr Einfallsreichtum des Writers Room hätte man sich gewünscht.

Wenig Publikumsliebe für «Die Beschatter»

«Die Beschatter» endet nach sechs Episoden mit einem vielversprechenden Cliffhanger (und nicht mitten in der Geschichte wie «Tschugger» 😉). Ob es allerdings weitergeht mit der Basler Krimiserie, scheint fraglich.

Die Zuschauer:innenzahlen sind enttäuschend. Man werde das «gründlich und selbstkritisch» analysieren, heisst es bei SRF. Abgesehen von den Schwächen, die ich bereits erwähnt habe, gibt es wohl noch andere Gründe für die fehlende Begeisterung beim Publikum.

Der Ex-Polizist ist hier halt nicht so knuddelig wie Mike Müller als «Bestatter». Auch einen trotteligen Doerig sucht man vergeblich. Stattdessen bekommt man eine Prostituiertentochter, einen Secondo, einen eitlen Knacki und eine Reihe anderer skurriler Figuren vorgesetzt. Das sind kaum Sympathieträger:innen für ein Durchschnittspublikum.

Ein Mann sitzt an einer Bartheke. Dahinter steht eine lächelnde Frau.
Imbissbudenbesitzerin Inci (Lale Yavas) sorgt für etwas Halt im Leben von Leo. © SRF/Pascal Mora
Potenzial für eine bessere zweite Staffel

Ob das Setting in einer Stadt und der Dialekt auch noch eine Rolle spielen? Wer weiss. Schade wäre es auf jeden Fall, wenn «Die Beschatter» schon nach einer Staffel bestattet würden.

Wie gesagt: Trotz anfänglicher Schwäche zeigt sich im Verlauf der Serie durchaus das Potenzial für eine solide Krimikomödie. Und wenn der Writers Room seinen Charakteren noch etwas mehr Leben schenkt, könnte sie sogar richtig gut werden.

Wie viele Sterne gibst du «Die Beschatter» Staffel 1?
13 Stimmen

Besetzung: Roeland Wiesnekker | Meryl Marty | Esther Gemsch | Martin Rapold | Dardan Sadik | Martin Butzke | Martin Vischer | Lale Yavas
Serie entwickelt von: Francesco Rizzi | Simone Schmid
Genre: Komödie | Krimi
CH, 2022

Bad Sisters (Mini-Serie) – Halleluja, der Scheisskerl ist tot

Serienposter. Fünf Frauen vor einer Bestattungslimousine. Schriftzug "Bad Sisters - Family. It's a killer".

Läuft bei: Apple TV+ (1 Staffel, 10 Episoden à 50 Min.)

John Paul (Claes Bang) ist tot. Und das ist gut so.

Zu Beginn wissen wir zwar noch nicht, welch gute Nachricht das ist. Je mehr wir aber über «JP» erfahren, umso erleichterter sind wir, dass er unwiderruflich das Zeitliche gesegnet hat.

Freude bei der Trauerfeier

Ein Irrtum ist ausgeschlossen. Wir haben gesehen, wie er im Sarg liegt. Im Pyjama, was etwas eigentümlich anmutet. Und mit einer Erektion, was seine Witwe Grace (Anne-Marie Duff) notdürftig zu kaschieren versucht, bevor die Trauergäste eintreffen.

Trauer scheint aber nicht vorherrschende Stimmung zu sein bei den Gästen. Erleichterung, Genugtuung, ja Freude beschreibt die Gefühle besser. Vor allem die vier Schwestern von Grace scheinen innerlich zu frohlocken: Halleluja, der Scheisskerl ist tot!

Vier Frauen, drei davon in Trauerkleidung, stehen mit gesenkten Köpfen vor einem Grab.
Für ihre Schwester geben sie sich trauernd am Grab von JP. Innerlich frohlocken die vier Garvey-Schwestern Eva (Sharon Horgan), Becka (Eve Hewson), Ursula (Eva Birthistle) und Bibi (Sarah Greene). © Apple TV+
Der erste Versuch läuft schief

Und ein Scheisskerl erster Güte war John Paul. Ein hinterhältiger Drecksack, ein fieses Schwein, ein intrigantes A…. Jede der vier Schwestern hatte mit ihrem Schwager eine Rechnung offen. Deshalb und weil er Grace dauernd herabwürdigte, taten sie sich zusammen, um ihn ins Jenseits zu befördern.

«Bad Sisters» wäre aber keine schwarze Komödie, wenn schon der erste Mordversuch gelingen würde. Eva (Sharon Horgan) und Bibi (Sarah Greene) zünden die Waldhütte an, in der JP alleine nächtigt. Allerdings irrt er gerade draussen herum auf der Suche nach Handyempfang, weil er seiner Frau von einem Wehwehchen berichten muss. Ja, eine Memme war er auch noch.

Ein Mann in weissem Hemd hält eine kleine Schüssel vor sich und einen Löffel.
Mit jeder Episode lernen wir, John Paul (genial gespielt von Claes Bang) mehr zu hassen. © Apple TV+
Vom Fiesling zum Verbrecher

Als er endlich unter der Erde liegt, ist der Ärger für die Schwestern aber noch nicht vorbei. Da gibt es eine hohe Lebensversicherung, die der Inhaber der Versicherungsfirma (Brian Gleeson) nicht ausbezahlen will. Einerseits, weil er deshalb pleite ginge. Andererseits, weil er nicht glaubt, dass JP durch einen Unfall starb.

Es ist ein wenig ein zweischneidiges Vergnügen, den Schwestern dabei zuzusehen, wie sie immer entschlossener JPs Abgang planen. Mit jedem neuen Anlauf wird eine weitere Geschichte erzählt, die den miesen Charakter JPs unterstreicht.

Zwei Männer in Anzügen sitzen auf einer Couch.
Die beiden Halbbrüder Matthew (Daryl McCormack) und Thomas Claffin (Brian Gleeson) wollen den Schwestern den Mord an JP nachweisen. © Apple TV+
Ein Scheisskerl weniger

Die Komik liegt darin, wie die in Verbrechen unerfahrenen Frauen ihre Pläne schmieden und umsetzen. Dramatisch ist aber, wie sich die Untaten von JP steigern und in einem grässlichen Verbrechen gipfeln, das er einer der Schwestern angetan hat. Letztlich hat JP allen, denen er je begegnet ist, das Leben zur Hölle gemacht.

Deshalb freuen wir uns mit den Garvey-Schwestern, dass ein Scheisskerl weniger die Welt bevölkert. Und wir fiebern mit, ob ihnen der Versicherungstyp auf die Schliche kommt. Ein Vergnügen, das über die ganzen zehn Episoden anhält.

Wie viele Sterne gibst du «Bad Sisters» Staffel 1?
8 Stimmen

Besetzung: Sharon Horgan | Eve Hewson | Sarah Greene | Anne-Marie Duff | Eva Birthistle | Claes Bang | Brian Gleeson | Daryl McCormack | Saise Quinn
Serie entwickelt von: Brett Baer | Dave Finkel | Sharon Horgan
Genre: Komödie | Krimi | Drama
IRL/BEL/GB/USA, 2022

She-Hulk: Attorney at Law (Staffel 1) – Mehr als nur eine weitere Marvel-Serie in Grün

Serienposter. Eine Frau sitzt auf einer Parkbank. Die Banklehne ist ein Werbeplakat für She-Hulk. Schriftzug der Serie.

Läuft bei: Disney+ (1 Staffeln, 9 Episoden à 30 Min.)

«She-Hulk» bezieht kräftig Prügel. Nicht die Superheldin, das wäre bei ihrer übermenschlichen Stärke ein Witz. Nein, die Serie. Auf «Rotten Tomatoes» finden sich zuhauf vernichtende Kommentare wie «Worst Marvel series ever» oder «What a waste of time».

Marvel mal etwas anders

Könnte sein, dass es sich dabei vor allem um eingefleischte Marvel-Fans handelt. Wie jener User, der der Serie einen halben Stern gibt, weil seine Frau nichts mit Marvel am Hut hat, aber «She-Hulk» mochte: «My wife liked it and never watched or liked any of the other Marvel movies.»

Eine Frau im blauen Kleid mit weissen Punkten, lange schwarze Haare und grünliche Haut steht auf einem Weg umrahmt von kleinen Bäumen.
She-Hulk (Tatiana Maslany) scheint unter den eingefleischten Marvel-Fans wenig Freude zu verbreiten. © Marvel

Wer von der jüngsten Marvel-Heldin erwartet, dass sie ähnlich daherkommt wie «Hawkeye» oder «Loki», wird wohl tatsächlich enttäuscht. «She-Hulk» ist anders, aber sicher nicht schlechter.

Selbstbestimmt trotz Chauvi-Umfeld

«She-Hulk» ist eine Komödie, eine Anwaltsserie und die Geschichte einer Frau, die sowohl in ihrer normalen Gestalt als auch als Superheldin selbstbestimmt ihren Weg gehen will. Das in einem Umfeld, in dem Chauvis den Ton angeben und sogar ein paar Typen gegen sie konspirieren.

Jennifer Walters (Tatiana Maslany) macht auch ihrem Cousin Bruce Banner (Mark Ruffalo) klar, dass sie keine Lust auf Mansplaining hat. Nachdem sie bei einem Unfall mit dem Blut ihres Cousins in Kontakt gekommen ist, erhält sie ebenfalls Hulk-Fähigkeiten.

Frauen – Expertinnen in Wutkontrolle

Banner / Smart Hulk will sie danach in Wutkontrolle unterweisen. Worauf Jen ihn unterweist, dass sie wie alle Frauen unendlich erfahrener darin sei als er, ihre Wut zu kontrollieren: «When I’m catcalled in the street. When incompetent men explain my own area of expertise to me.» Denn sonst werde sie als emotional oder schwierig abgekanzelt oder vielleicht auch umgebracht.

Muskulöser Mann und Frau mit grünlicher Haut. Sie wirft einen riesigen Felsblock.
Mit seinem Kurs über Wutkontrolle gerät Smart Hulk (Mark Ruffalo) bei She-Hulk an die Falsche. © Marvel

Jen / She-Hulk ist definitiv nicht die herkömmliche Marvel-Superheldin. Diese Rolle lehnt sie unmissverständlich ab. Sie will zurück in ihr normales Leben als Staatsanwältin. Das klappt natürlich nicht wie gewünscht.

Besucher aus der Marvel-Welt

Sie muss sich in She-Hulk verwandeln, als eine Influencerin mit Superkräften in den Gerichtssaal stürmt. Das katapultiert sie umgehend ins Scheinwerferlicht, was ihr Chef gar nicht toll findet und sie feuert.

Schon bald erhält Jen aber ein neues Jobangebot. Selbstverständlich nicht, weil sie eine gute Anwältin ist. Eine Kanzlei will She-Hulk als Leiterin der Abteilung für Supermenschen. Das bedeutet, dass Jen als Hulk im Büro erscheinen muss.

Ab jetzt schlägt sie sich bei der Arbeit mit Figuren rum, die wir zum Teil aus der Marvel-Welt kennen. Emil Blonsky aka Abomination (Tim Roth), Wong (Benedict Wong) oder gegen Ende – zu meiner grossen Freude – Matt Murdock aka Daredevil (Charlie Cox) tauchen auf. Das seien jetzt aber nicht nur die üblichen Marvel-Helden-Pop-Ups, verspricht Jen direkt in die Kamera. Es sei ja ihre Show.

Ein Mann in einen roten Kostüm. Kleine Teufelhörner auf dem Kopf. Die Maske bedeckt Augen und Nase. Neben ihm eine Frau in leichter Unschärfe.
Endlich wieder da: Matt Murdock als Daredevil (Charlie Cox). Er kämpft zuerst gegen und dann mit Jen Walters. © Marvel
Kevin Feiges beinahe Cameo

Das unterstreicht sie, als sie in der letzten Episode völlig unzufrieden ist mit dem Staffelende. Wütend stürmt sie in die Marvel Studios und verlangt ein Gespräch mit Kevin. Wer jetzt auf einen Auftritt von Kevin Feige, dem Herrscher über das Marvel-Universum hofft, wird enttäuscht. Dafür gibt’s eine selbstironische Auseinandersetzung mit den Mechanismen von Marvel-Geschichten.

Diese Metaebene, noch häufiger im regelmässigen Bruch der vierten Wand eingesetzt, macht einen Teil des Humors von «She-Hulk» aus. Vor allem aber lebt die Serie von amüsanten Situationen, in denen sich die Superheldin wiederfindet.

Tatiana Maslany hat offensichtlich Spass an der Rolle

Sei das beim Dating, wo sie den muskulösen Mann auf den Arm nimmt und aufs Bett wirft. Oder bei der Arbeit, wo ein abstruser Möchtegern-Superheld namens Leap-Frog den Hersteller seines Superheldenkostüms verklagt. Oder wenn ihre Gegenspielerin Titania (Jameela Jamil) ihr das Markenrecht am Namen She-Hulk wegschnappt.

Im Innern eines Holzgebäudes. Fünf Personen sitzen im Kreis. Eine trägt eine Art Stachelschweinkostüm.
Auch eine Gruppentherapie mit ausgefallenen Teilnehmern steht für She-Hulk auf dem Programm. © Marvel

Nicht zuletzt verdankt «She-Hulk» einen grossen Teil seines Unterhaltungswertes Tatiana Maslany, die ihr Können schon in «Orphan Black» unter Beweis stellte, wo sie 17 verschiedene Figuren spielte. Ihr scheint die Rolle unbändigen Spass zu bereiten und das schwappt auf die Zuschauer:innen über.

Perfekt? Nein. Aber besser als andere Marvel-Serien

«She-Hulk» haut einen nicht komplett vom Hocker. Die CGI könnte noch einiges besser sein und nicht jeder Dialogwitz sitzt. Aber hundertmal lieber dieser emanzipatorisch eingefärbte, selbstironische Genremix als die x-te Auflage einer Weltretter:innen-Figur aus irgendeiner Mythologie (wie etwa «Moon Knight»).

Wie viele Sterne gibst du «She-Hulk: Attorney at Law» Staffel 1?
64 Stimmen

Besetzung: Tatiana Maslany | Ginger Gonzaga | Malia Arrayah | Steve Coulter | Jameela Jamil | Tim Roth | Mark Ruffalo | Benedict Wong | Renée Elise Goldsberry | Charlie Cox
Serie entwickelt von: Jessica Gao
Genre: Superhelden | Komödie
USA, 2022

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