The Lørenskog Disappearance (Mini-Serie) – Ein Kriminalfall, der die Erwartungen unterläuft

3 von 5 Sternen

Läuft bei: Netflix (Mini-Serie, 5 Episoden à 50 Min.)

Am 31. Oktober 2018 verschwindet die 68-jährige Anne-Elisabeth Hagen aus ihrem Haus in einem Vorort von Oslo. Sie wurde offenbar entführt. Ihr Ehemann, der Millionär Tom Hagen (Terje Strømdahl), findet eine Lösegeldforderung, als er nach Hause kommt.

Erschwerte Bedingungen für die Ermittler:innen

Die Entführer verlangen neun Millionen Euro in Kryptowährung für die Freilassung seiner Frau. Und keine Polizei, sonst werde sie getötet.

Tom wendet sich trotzdem an die Polizei. Unter der Leitung von Jorunn Lakke (Yngvild Støen Grotmol) beginnen die Ermittlungen. Erschwerend ist allerdings, dass weder die Medien noch die Öffentlichkeit etwas bemerken dürfen. Es gibt zwar Kontakt zu den Entführern, aber es kommt nie zu einer Übergabe des Lösegelds.

Die Ermittler:innen finden immer wieder neue Spuren, aber keine entscheidenden Beweise. © Netflix
War es eine Entführung?

Die Polizei findet keine Spur, die sie den Tätern näherbringt. Nach über zwei Monaten werden Medien und Öffentlichkeit über den Fall informiert, in der Hoffnung, Hinweise zum Verbleib von Anne-Elisabeth zu bekommen.

Wochen und Monate vergehen, die Ermittlungen kommen weiterhin nicht vom Fleck. Mittlerweile zweifelt die Polizei an der Entführung. Tom gerät in den Fokus der Untersuchung.

Ehemann unter Mordverdacht

Anderthalb Jahre nach dem Verschwinden von Anne-Elisabeth verhaftet die Polizei Tom und beschuldigt ihn des Mordes. Es fehlt aber nicht nur die Leiche, auch sonst hat die Polizei keine eindeutigen Beweise. Tom kommt schnell wieder auf freien Fuss.

Einschätzung

Es ist schwierig, etwas über «The Lørenskog Disappearance» zu sagen. Einerseits bin ich mir selber nicht ganz im Klaren darüber, was ich von der Serie halte. Andererseits kann ich über vieles nicht schreiben, ohne zu spoilern.

Verkneift euch, den Fall zu googeln

Das Verschwinden von Anne-Elisabeth Hagen ist allerdings ein realer Fall, der nicht nur Norwegen beschäftigte, sondern auch von deutschsprachigen Medien aufgegriffen wurde.

Wer sich also spoilern will, kann das ohne weiteres etwa hier beim Spiegel tun. Obwohl ich bei True-Crime-Serien oft google, was wirklich passiert ist, habe ich es mir bei «The Lørenskog Disappearance» verkniffen. Ich würde auch anderen davon abraten.

Verschiedene Blickwinkel auf die Ermittlungen

Die Serie verliert an Reiz, wenn man weiss, wie sie ausgeht. Sie lebt davon, dass man mit den Protagonist:innen rätselt, was sich an diesem Oktobertag im Haus der Hagens abgespielt hat.

«The Lørenskog Disappearance» zeigt den Fall aus verschiedenen Blickwinkeln. Zuerst aus der Sicht der Ermittler:innen. Dann kommen die Medien dazu, vor allem ein Journalist (Christian Rubeck), der von einem Polizisten mit vertraulichen Informationen gefüttert wird.

Der Journalist: Handlanger der Polizei oder investigativer Reporter? © Netflix
Oberflächliche Kritik an Medien und Polizeiarbeit

Seine Kollegin Aleks (Victoria Ose) findet das problematisch, weil er sich für die Polizeiarbeit instrumentalisieren lasse, die nicht über jeden Zweifel erhaben sei. Diese Medienkritik wirkt etwas zu holzschnittartig, auch die Kritik an den Ermittlungen bleibt oberflächlich.

Die Perspektive des Anwalts von Tom Hagen soll diese Kritik wohl auch etwas vertiefen. Sie liefert am Schluss aber nur ein Beispiel dafür, wie die Polizei bei den Ermittlungen gegen den Ehemann Fehler begeht.

Zäh und frustrierend, deshalb ziemlich faszinierend

Das ist eine Schwäche der Serie. Eine andere sind manche Exkurse ins Privatleben der Protagonist:innen: Dass die Polizistin Jorunn eine dementen Vater hat, der Journalist Erland ein Beziehungsproblem und Aleks einen Freund mit Hang zur Vergangenheitsverklärung spielt für den Fall keine Rolle und wirkt aufgesetzt.

Die Stärke von «The Lørenskog Disappearance» liegt darin, wie man langsam in einen Fluss von Ermittlungen hineingezogen wird, der sich nur zäh vorwärtsbewegt und oft frustrierend in einer Sackgasse endet. Ein Kriminalfall, der gegen die gängigen Erwartungen und Sehgewohnheiten verläuft.

Wie viele Sterne gibst du «The Lørenskog Disappearance» Mini-Serie?

Besetzung: Terje Strømdahl | Christian Rubeck | Victoria Ose | Yngvild Støen Grotmol | Kidan Gjølme Dalva | Henrik Rafaelsen
Genre: True-Crime
NOR, 2021

Dr. Death (Staffel 1) – Ein gefährlicher Pfuscher konnte jahrelang unbehelligt operieren

3 von 5 Sternen

Läuft bei: Sky (1 Staffel, 8 Episoden à 50 Min.)

Christopher Duntsch (Joshua Jackson) hat eine vielversprechende Karriere als Arzt vor sich. Er beeindruckt durch sein Wissen und vor allem durch seinen Ehrgeiz. Allerdings hat er auch ein Drogenproblem und leidet unter massiver Selbstverherrlichung.

Der Artz, der Patient:innen zu Krüppeln macht

Nach dem Studium gründet er ein Start-up, das Stammzellentherapien für Wirbelsäulenprobleme erforscht. Doch finanzielle Probleme zwingen ihn dazu, in den Operationssaal zurückzukehren.

Nach einer missglückten Operation im Dallas Medical Center werden die beiden Ärzte Robert Henderson (Alec Baldwin) und Randall Kirby (Christian Slater) auf Duntsch aufmerksam. Sie finden heraus, dass Duntsch mehrere seiner Patient:innen verkrüppelt hat, zwei sind sogar an den Folgen des Eingriffs gestorben.

Mehr Klempner und Metzger im OP als Chirurg: Dr. Duntsch (Joshua Jackson), der über 30 Patient:innen zu Krüppeln operierte. © Peacock
Duntsch muss hinter Gitter

Henderson und Kirby wollen dem offensichtlich unfähigen, ja sogar gefährlichen Chirurgen die Zulassung entziehen. Doch das ist nicht so einfach. Zudem könnte Duntsch einfach in einem anderen Bundesstaat weiterarbeiten, auch wenn er die Lizenz in Texas verlieren würde.

Es gibt deshalb nur eine Lösung. Duntsch muss vor Gericht und hinter Gitter, damit er nie mehr einen Operationssaal betreten kann. Die junge Staatsanwältin Michelle Shughart (AnnaSophia Robb) nimmt sich des Falls an.

Obwohl Duntsch unzweifelhaft grauenvolle Fehler begangen hat, erweist es sich als schwierig, ihn strafrechtlich zu belangen.

Einschätzung

Es gibt genau etwas, was diese Serie trägt: Die unglaubliche, aber wahre Geschichte eines Chirurgen, der 33 Patient:innen im Operationssaal verkrüppelt hat, zwei davon sogar tödlich verletzte. Unter den Opfern von Duntsch ist auch sein bester Freund, der den OP als Tetraplegiker verliess.

Horrorszenen im OP

Da beisst man vor dem Fernseher auf den Nägeln rum, wenn Duntsch im OP nur schon das Skalpell in die Hand nimmt. Wenn er danach verbissen auf die Wirbelsäule einhämmert, obwohl ihn der Kollege darauf aufmerksam macht, dass er falsch angesetzt hat, mag man gar nicht mehr zuschauen.

«Dr. Death» ist glücklicherweise ziemlich zurückhaltend mit solchen Horrorszenen im OP. Doch nachdem die Serie uns die Figur dieses Pfuschers in Weiss vorgestellt hat, reicht es schon, wenn Duntsch grinsend und scherzend die Patientin vor der OP begrüsst, dass sich einem die Nackenhaare sträuben.

Die Patient:innen überzeugt Dr. Duntsch durch seine gewinnende und selbstüberzeugte Art. © Peacock
Soziopath erster Güte

Denn inzwischen wissen wir, dass dieser Duntsch an krankhafter Selbstüberschätzung leidet. Er kann Fehler nicht eingestehen kann und ist offensichtlich unfähig, Empathie zu empfinden. Ein Soziopath erster Güte, wie Kirby einmal feststellt.

Der Grusel- und Grauenfaktor für das Publikum ist also hoch. Man bleibt gebannt vor dem Bildschirm sitzen. Und doch erreicht «Dr. Death» nicht die Intensität von beispielsweise «The Dropout».

Wie konnte er jahrelang unbehelligt arbeiten?

Da fliesst zwar viel weniger Blut und die Opfer verlieren nur Geld, nicht das Leben. Dennoch ist die Geschichte von Elizabeth Holmes und ihrem betrügerischen Imperium packender, weil sie vielschichtiger und subtiler erzählt ist.

Vielleicht braucht es deshalb die beiden grossen Namen von Alec Baldwin und Christian Slater, die fast ein bisschen unter ihrem Wert verkauft werden in dieser Serie. Dafür bietet Joshua Jackson (bekannt u.a. als Peter Bishop aus «Fringe») eine facettenreiche Darstellung des gestörten Dr. Duntsch.

Das Versagen der Spitäler und des Systems

Vor allem aber rätselt man am Schluss, wie es überhaupt möglich war, dass so ein unfähiger Chirurg jahrelang unbehelligt arbeiten konnte. Ein bisschen wird das zwar angedeutet, aber nicht wirklich ausgeleuchtet.

Wollen Duntsch endgültig das Handwerk legen: die Staatsanwältin (AnnaSophia Robb) und zwei Arztkollegen (Christian Slater und Alec Baldwin). © Peacock

Die Spitäler hatten kein Interesse daran, die verpfuschten Operationen an die grosse Glocke zu hängen, weil ihr Ruf leiden würde und damit ihre Einnahmen. Und eine Gesetzesreform in Texas schränkte die Möglichkeiten der Patient:innen stark ein, gegen Ärzt:innen oder Spitäler zu klagen.

Kaputtes System

Das wäre offenbar eine andere Geschichte, die über den Fall des «Dr. Death» hinausgehen würde und deshalb korrekterweise hier nur am Rande vorkommt.

Aber dass erst ein ziemlich kaputtes Rechts- und Gesundheitssystem Christopher Duntsch den Weg ebnete, scheint ebenso klar, wie dieser Artikel im «TexasMonthly» aufzeigt.

Wie viele Sterne gibst du «Dr. Death» Staffel 1?

Besetzung: Joshua Jackson | Christian Slater | Alec Baldwin | Dominic Burgess | Grace Gummer | Molly Griggs | AnnaSophia Robb | Laila Robins | Kelsey Grammer
Serie entwickelt von: Patrick Macmanus
Genre: True-Crime | Drama
USA, 2021

Black Bird (Mini-Serie) – Bedächtige Reise in die Hölle

4 von 5 Sternen

Läuft bei: Apple TV+ (Mini-Serie, 6 Episoden à 60 Min.)

Jimmy Keene (Taron Egerton) lebt auf der Überholspur. Heisse Autos, Frauen und viel Geld, das er mit Drogenhandel verdient. Damit ist Schluss, als er auffliegt. Jimmy bekennt sich schuldig, um eine geringe Strafe zu bekommen. Der Staatsanwaltschaft zieht ihn aber über den Tisch und Jimmy wird zu zehn Jahren verdonnert.

Spitzel für das FBI

Nach ein paar Monaten hinter Gittern bekommt Jimmy von FBI-Agentin Lauren McCauley (Sepideh Moafi) ein anderes Angebot. Er soll einen pädophilen Serienmörder dazu bringen, ihm seine Taten zu gestehen. Gelingt das Jimmy, kommt er frei.

Jimmy lehnt ab. Erst als ihm seine Mutter erzählt, dass Jimmys Vater (Ray Liotta) so sehr darunter leidet, dass sein Sohn im Gefängnis sitzt, dass er wohl nicht mehr lange lebe, ändert Jimmy seine Meinung.

Jimmy (Taron Egerton) soll Larry (Paul Walter Hauser) dazu bringen, seine Morde zu gestehen. © Starzplay
Ohne Geständnis kommt der Mörder frei

Jimmy wird in das Gefängnis für Schwerkriminelle verlegt und nur ein paar Zellen entfernt von Larry Hall (Paul Walter Hauser) einquartiert. Larry hat zwar einen Mord an einem Mädchen gestanden, später aber widerrufen. Zudem verdächtigt ihn die Polizei, dass er mindestens 14 junge Frauen vergewaltigt und ermordet haben soll.

Weil Larry gegen seine erste Verurteilung appelliert hat und die Beweislage gegen ihn dünn ist, brauchen FBI-Agentin McCauley und Detektiv Brian Miller (Greg Kinnear) unbedingt das Geständnis, das Jimmy Larry entlocken soll. Sonst kommt Larry wieder frei.

Für Jimmy wird sein Auftrag eine Reise in die Hölle.

Einschätzung

Zwei Dinge zeichnen «Black Bird» aus: grossartige schauspielerische Leistungen, vor allem von Taron Egerton (spielte Elton John in «Rocketman») und Paul Walter Hauser. Und ein gemächliches Erzähltempo, in dem sich die Geschichte entwickelt.

Kein stereotypes Monster

Hier ist nichts aufdringlich oder mit der üblichen Die-Zeit-läuft-ab-Hektik inszeniert. Lange Dialoge geben Einblick in die Köpfe von Larry, aber auch von Jimmy, der anfänglich mit übermässigem Ego auftritt, am Schluss aber fast so was wie Demut zeigt.

Larry ist nicht einfach nur der monströse Pädophile. Seine hohe Stimme und bedächtige Sprechhaltung lassen ihn zwischendurch als harmlosen Spinner erscheinen, der aus Geltungsdrang Morde gesteht, die er gar nicht begangen hat.

Sorgfältig erzählt bis ins Detail

Da beginnt auch Agentin McCauley zu zweifeln, ob sie wirklich den richtigen Täter verfolgen. Detektiv Miller verfolgt andererseits hartnäckig alle Spuren, die Larry überführen könnten, ohne dabei, wie es oft zu sehen ist, einem missionarischen Übereifer zu verfallen. Miller macht einfach einen sauberen Job.

Die Spuren, die McCauley (Sepideh Moafi) und Miller (Greg Kinnear) verfolgen, bringen nicht die nötigen Beweise gegen Larry. © Starzplay

Selbst die Nebengeschichte, die Beziehung zwischen Jimmy und seinem Vater, ist sehr sorgfältig erzählt. Er, ein ehemaliger Polizist, der mitansehen muss, wie sein Sohn fast genussvoll auf die schiefe Bahn gerät und sich dafür die Schuld gibt.

Atmosphärisch dicht und intensiv

Überraschungen gibt es keine, denn die Geschichte basiert auf einem wahren Fall. Diesen Dreh braucht es nicht. «Black Bird» ist atmosphärisch dicht und intensiv genug erzählt, um einen hineinzuziehen in den Abgrund menschlicher Psyche.

Wie viele Sterne gibst du «Black Bird»?

Besetzung: Taron Egerton | Paul Walter Hauser | Sepideh Moafi | Greg Kinnear | Ray Liotta
Serie entwickelt von: Dennis Lehane
Genre: Drama | True-Crime
USA, 2022

Gaslit (Mini-Serie) – Die Frau, die Nixon stürzen wollte

Läuft bei: Sky (Mini-Serie, 8 Episoden à 50 Min.)

Am 27. Januar 1972 präsentiert der ehemalige FBI-Agent G. Gordon Liddy (Shea Whigham) dem «Committee for the Re-Election of the President» (CRP) die Operation «Gemstone». Er unterbreitet eine Reihe von Vorschlägen, wie der Wahlkampf der gegnerischen Demokraten sabotiert werden könnte: Entführungen, Sex-Skandale mit Prostituierten, Abhöraktionen.

Den Anwesenden, darunter Justizminister John Mitchell (Sean Penn) und Präsidentenberater John Dean (Dan Stevens), sind diese Pläne dann doch etwas zu radikal, vor allem auch zu teuer. Mitchell bewilligt später, dannzumal als CRP-Chef, lediglich die Abhöraktionen.

Die Geschichte der Nebenfiguren

Der Rest ist Geschichte. Der zweite Einbruch im Juni 1972 ins Hauptquartier der Demokratischen Partei im Watergate-Hotel fliegt auf. Das FBI beginnt zu ermitteln.

«Gaslit» erzählt die Aufdeckung des Watergate-Skandals aus der Perspektive von Figuren, die historisch eher am Rand erwähnt werden. Nicht Nixon steht im Zentrum, sondern allen voran das Ehepaar Mitchell.

«The mouth of the south»

Martha Mitchell (Julia Roberts) ist alles andere als die still lächelnde Gattin an der Seite ihres Mannes. Sie weiss, was politisch läuft, weil sie ihren Mann belauscht. Sie ist beliebter Gast in Talkshows, weil sie mit ihrer Meinung nicht zurückhält, und bestens vernetzt mit Journalist:innen. So hat sie sich ihren Spitznamen verdient: «The mouth of the south».

Als der Watergate-Skandal auffliegt, will Martha mit ihrem Wissen an die Öffentlichkeit, um Nixon zu Fall zu bringen. Das führt zu massiven Problemen mit ihrem Mann. John greift zu haarsträubenden Massnahmen, um zu verhindern, dass seine Frau die Presse kontaktiert.

Die weiteren Erzählstränge widmen sich John Dean, Gordon Liddy, aber auch dem Wachmann Frank Willis, der den Einbruch entdeckt hat.

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Einschätzung

«Gaslit» liefert üppiges Drama, fesselnde bis aberwitzige Figuren. Der Erzählton wechselt nahtlos von Tragik ins Komische bis hin zum Absurden. Zum Glück gibt’s noch Figuren, die beinahe so etwas wie Normalität leben in dieser wahnwitzigen Geschichte.

Auf dem Weg zum Abgrund

Das Hauptmotiv sind die Szenen einer Ehe inmitten eines Politskandals. Was Martha und John Mitchell überhaupt zusammenbrachte, erschliesst sich zwar nie ganz. Vielleicht war es ihre Unbändigkeit, die John faszinierte, und sein Machtwille, der ihr imponierte.

Wir begegnen den beiden, als Marthas öffentliche Auftritte für John zum Problem werden. Alles, was weiter passiert, führt Schritt für Schritt zum Zusammenbruch der Ehe. Was am Ende übrig bleibt, ist vielleicht nicht blanker Hass, aber eine tiefe Abneigung.

Please nail him

Nachdem John zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, meinte er lakonisch: «It could have been worse. They could have sentenced me to spend the rest of my life with Martha Mitchell.» Martha wollte nach der Trennung von John den beiden Watergate-Enthüllern Woodward und Bernstein Unterlagen ihres Mannes zur Verfügung stellen und bat die beiden: «Please nail him. I hope you get that bastard.»

Auch wenn Martha massiv misshandelt wird von ihrem Mann und er ihren Ruf zerstört – sie ist nicht nur das Opfer. Sicher hatte sie recht mit ihren Anschuldigungen gegen Nixon. Ihr Motiv, das öffentlich zu machen, basiert zumindest in der Serie nicht nur auf dem Wunsch nach Gerechtigkeit.

Martha würde heute bei Fox News auftreten

Da ist ebenso ihr Wille, den Ruf und ihr gesellschaftliches Ansehen zu bewahren. Und es ist ihre Lust, im Scheinwerferlicht zu stehen. «Gaslit»-Macher Robbie Pickering beschreibt Martha Mitchell als «conservative cheerleader», wie man sie heute von Fox News kenne.

Julia Roberts und Sean Penn spielen ihre Figuren eindringlich. Es verursacht schon fast physische Schmerzen, zusehen zu müssen, wie sich dieses Paar gegenseitig zerfleischt.

John und Mo Dean – das Kontrast-Paar

Da braucht es schon den Kontrast mit John und Mo Dean, damit man durchhält. Er ist zwar ebenfalls tief verstrickt in den Skandal. Gemeinsam mit seiner Frau findet er aber einen anderen Umgang damit.

Das macht ihn nicht weniger schuldig, auch nicht zwingend sympathisch. Zumindest schaffen es die beiden aber, ihre Leben nicht zu zerstören.

Gordon Liddy – durchgeknallt und landesweit erfolgreich

Ein ganz anderes Kapitel schlägt die Serie mit der Figur von Gordon Liddy (Shea Whigham) auf. Er ist der völlig durchgeknallte Organisator des Watergate-Einbruchs, der sich als wehrhafter Kämpfer gegen alles Böse in dieser Welt sieht, worunter nicht nur Kommunisten oder Demokraten fallen, sondern auch Juden.

Liddy wird als Hitler-verehrender Faschist und gewalttätiger Psychopath geschildert, der auch die Ermordung eines nicht genehmen Journalisten plante. Man mag es kaum glauben, aber offenbar ist das alles belegt.

Noch unglaublicher ist nur, dass Liddy nach seiner Freilassung eine erfolgreiche Karriere verfolgte, unter anderem mit einer eigenen Radiosendung, die landesweit ausgestrahlt wurde.

Watergate ist Geschichte, oder?

«Gaslit» zeigt den Watergate-Skandal zum 50-Jahre-Jubiläum der Ereignisse aus einer ganz anderen Perspektive, als man sie bisher gekannt hat. Dabei jagen einem die verschiedenen Geschichten ab und zu einen Schauer über den Rücken.

Wohlig ist dieser Schauer nicht, auch wenn Watergate Geschichte ist. Wir haben erst gerade erlebt, wozu ein US-amerikanischer Präsident und seine willigen Gefolgsleute auch heute fähig sind. Eine Martha Mitchell war weit und breit nicht zu sehen.

Die Umfrage ist beendet

Wie viele Sterne gibst du «Gaslit»?

Besetzung: Julia Roberts | Sean Penn | Dan Stevens | Betty Gilpin | Shea Whigham | Darby Camp | Chris Bauer
Serie entwickelt von: Robbie Pickering
Genre: Historie | Biografie
USA, 2022

We Own This City (Mini-Serie) – Baltimore’s Baddest

Läuft bei: HBO/Sky ab 29.6. (Mini-Serie, 6 Episoden à 60 Min.)

14 Jahre nach dem Ende von «The Wire» sind wir zurück auf den Strassen von Baltimore. Die Vorzeichen habe sich aber gekehrt.

War «The Wire» eine fiktionalisierte Beschreibung einer Stadt im Niedergang, basiert «We Own This City» auf wahren Ereignissen. Polizisten jagen aber nicht Drogenhändler, sondern Polizisten jagen Polizisten.

Dieselben Schauspieler, andere Rollen
Für alle Fans von «The Wire» gibt’s hier eine Übersicht über alle Schauspieler, die auch in «We Own This City» mitspielen.

«Vergiss die Regeln. Das hier ist Baltimore»

Im Zentrum steht Sgt. Wayne Jenkins (Jon Bernthal), der auf dem Höhepunkt seiner Karriere die «Gun Trace Task Force» kommandiert und als korruptester Polizist in die Geschichte Baltimores eingehen wird.

Jenkins lernt schon als Rookie, dass in Baltimore andere Regeln gelten. «Vergiss alles, was du auf der Polizeiakademie gelernt hast», rät ihm sein älterer Kollege. Im Alltag sieht das dann so aus: Beim Filzen von Personen greift man auch schnell in die Brieftasche und zieht ein paar Dollarscheine raus.

Wenn ein Cop eine Person anhält, liegt das oft nur an der Hautfarbe. Das reicht rechtlich nicht, deshalb erfindet man für den Polizeirapport eine andere Rechtfertigung.

Gefälschte Beweise, Misshandlungen, Drogenhandel

Das ist Alltag, normaler Polizeidienst in Baltimore in den 2010er-Jahren. Jenkins und die Mitglieder seiner Einheit treiben es mit der Zeit aber noch einiges bunter.

Es geht bald nicht mehr nur um ein paar Scheine. Bei Razzien lassen die Polizisten Hunderttausende Dollar in ihren Taschen verschwinden. Nur ein Teil der beschlagnahmten Drogen landet in der Asservatenkammer. Den Rest verkaufen die Cops weiter. Beweise werden gefälscht, Verdächtige bedroht undmisshandelt. Es ist das ausgeklügelte System einer organisierten Verbrecherbande.

Omertà unter Polizisten

Jenkins und seine Kumpels können jahrelang unbehelligt ihr Unwesen treiben. Es gibt sogar hohes Lob, weil er das liefert, was von der Chefetage und Politik gefordert wird: gute Zahlen für die Polizeistatistik.

Intern ist es kein Geheimnis, dass Jenkins krumme Geschäfte macht. Aber niemand bricht den Cop-Code: Kolleg:innen verpfeift man nicht. Nur durch Zufall kommt das FBI der Jenkins-Gang auf die Spur.

Neun Cops hinter Gittern

Die Ermittlungen des FBI erweisen sich als nicht sehr schwierig. Die «Gun Trace Task Force» hält sich für unantastbar und bespricht die Verbrechen offen am Telefon. Das FBI hört und schneidet mit.

2018 werden neun Polizisten zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Jenkins erhält die höchste Strafe. Er wird für 25 Jahre hinter Gitter geschickt.

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Einschätzung

Schon allein weil die Crew von «The Wire» dahintersteckt, ist «We Own This City» ein Muss. «The Wire» war eine Ur-Mutter des Serienbooms und ein eindrückliches Sittengemälde der US-amerikanischen Nullerjahre.

Polizeiarbeit als reine Symptombekämpfung

Dass die Realität die fiktive Geschichte des Baltimore Police Departments so weiterschreibt, dass sie Stoff für eine neue Serie bietet, konnte man damals nicht wissen, aber vielleicht erahnen.

Schon da war die Arbeit der Polizei wirkungslos. Es fehlten Mittel, Wissen und Willen, um die Kriminalität in den Griff zu bekommen. Vor allem aber war die Polizeiarbeit nur Symptombekämpfung. Die Ursachen lagen und liegen in der Gesellschaft, in der Politik.

Das gesellschaftliche Umfeld

Jetzt kann man in «We Own This City» ungläubig staunend mitverfolgen, wie dieses Versagen von Staat und Behörden auch die Strafverfolgung unterwandert. Das wäre für sich allein spannend genug für eine Serie.

«We Own This City» thematisiert aber zudem, wenn auch weniger intensiv als in «The Wire», das Umfeld, in dem dieses Verbrechen gedeihen kann.

Der «Gun Trace Task Force»-Skandal von Baltimore
Justin Fenton: We Own This City. Das Sachbuch diente als Vorlage für die Serie.
– «Cops and Robbers». Multimediale Website der Baltimore Sun.
– Bericht der «Gun Trace Task Force Investigation». Eine unabhängige Untersuchungskommission, die die Vorfälle von 2019 bis 2022 untersuchte.
Executive Summary des GTTF-Berichts.
– Überblick über die verurteilten Polizisten.

Polizeireformen sind zu teuer für die Politik

Nicole Steele (Wunmi Mosaku) fällt diese Aufgabe zu. Sie ist im Gegensatz zu Jenkins und Co. eine fiktive Figur. Steele arbeitet für das nationale Justizdepartement und soll die Polizeiarbeit in Baltimore evaluieren.

Dazu interviewt sie Opfer und Täter und versucht gemeinsam mit Polizeichef Davis (Delaney Williams), daraus Schlüsse zu ziehen für eine bessere Polizeiarbeit. Dass die Politik nicht mitspielt, weil zu teuer, überrascht wenig.

Der Krieg gegen die Drogen ist verloren

Der ehemalige Polizist Brian Grabler (Treat Williams), benennt eine weitere Ursache, den «War on Drugs». 1972 von US-Präsident Richard Nixon ausgerufen, fokussierte dieser «Krieg» auf die Verfolgung von kleinsten Drogenvergehen mit massivsten Polizeimitteln und drakonischen Strafen.

«Wir haben diesen Krieg verloren», sagt Grabler. Nicht nur verfehlte der «War on Drugs» das Ziel, die Drogenkriminalität zu verringern. Er sei auch dafür verantwortlich, dass die Polizei immer brutaler gegen die Bevölkerung vorgehe, weil es im Krieg nur Freund oder Feind gebe.

Ein erschütterndes Bild eines gescheiterten Rechtssystems

Die Behörden sind aber immer noch nicht bereit zuzugeben, dass der «War on Drugs» gescheitert ist. Zu viele Politiker:innen schreiben sich im Wahlkampf gerne den Kampf gegen die Kriminalität und für mehr Sicherheit auf die Fahne.

Es ist ein erschütterndes Bild, das «We Own This City» vom US-amerikanischen Rechtssystem zeichnet. Die Symptome deuten unzweifelhaft auf ein «failed system» hin. Ein System der Korruption und Gewalt gegen die Bürger:innen, in dem Polizist:innen mit grösster Selbstverständlichkeit und gutem Gewissen lügen, betrügen, ja selbst töten (in der Serie wird der Tod von Freddie Gray thematisiert).

Die Umfrage ist beendet

Wie viele Sterne gibst du «We Own This City»?

Besetzung: Joe Bernthal | Wunmi Mosaku | Jamie Hector | Josh Charles | Delaney Williams | Dagmara Dominczyk | Treat Williams
Serie entwickelt von: George Pelecanos | David Simon
Genre: True-Crime
USA, 2022

Landscapers (Mini-Serie) – True-Crime, fantastisch inszeniert

Läuft bei: Sky (Mini-Serie, 4 Episoden à 45 Min.)

Susan (Olivia Colman) und Christopher Edwards (David Thewlis) sind ein eigentümliches Paar. Sie haben keine Freunde, leben nur für sich, sind tief verbunden miteinander. Sie leben in Frankreich in einer ärmlichen Wohnung. Ihnen ist das Geld ausgegangen. Chris bittet seine Stiefmutter um Hilfe. Er gesteht ihr dabei, dass sie vor Jahren nach Frankreich geflüchtet sind, weil sie im Garten von Susans Elternhaus die Leichen der Eltern vergraben haben.

Die Stiefmutter informiert die Polizei. Susan und Christopher kehren freiwillig nach England zurück, werden sofort verhaftet und verhört. Die beiden erzählen ihre Geschichte: Susans Mutter erschoss den Vater, Susan darauf im Streit ihre Mutter. Gemeinsam vergruben sie die Eltern im Garten. Doch im weiteren Verlauf der Verhöre beginnt sich eine andere Geschichte abzuzeichnen.

Ich finde

True-Crime ist normalerweise nicht mein Ding. Die übliche Doku-Fiktion-Erzählweise mit pensionierten Ermittlern, Fernsehclips, nachgespielten Szenen und einer bedeutungsschwangeren Off-Stimme vermag mich nicht zu packen.

Ganz anders bei «Landscapers», das diese Geschichte der Edwards in einer aussergewöhnlichen Art nacherzählt (Spoiler! BBC Artikel nach dem Gerichtsurteil 2014; Wikipedia – Aber auch wenn man die Geschichte im Voraus kennt, schmälert das den Genuss der Serie in keiner Weise).

Da ist zum einen dieses äussert wunderliche Paar. Susan und Chris versichern sich immer wieder ihrer gegenseitigen Liebe. Es scheint, keiner könnte ohne den anderen leben, denn die wirkliche Welt ist nicht für sie geschaffen. Gemeinsam flüchten sie gerne in die Traumwelt von Filmen, Western etwa, am liebsten mit Gary Cooper. Susan gibt viel Geld aus, das sie eigentlich nicht haben, für Gary Cooper-Memorabilien. Oder auch französische Filme mit Gérard Depardieu, mit dem sie eine Brieffreundschaft zu pflegen scheinen.

Zum anderen fasziniert die Inszenierung. Die Grenzen zwischen Realität und der Fantasiewelt der Edwards verschwimmen immer wieder. Dass Szenen aus ihren Lieblingsfilmen eingeflochten werden, ist fast erwartbar. Hier werden aber Kulissen klar als solche kenntlich gemacht und bespielt. Oder die vierte Wand wird unvermittelt aufgebrochen, wenn die ermittelnde Kommissarin im Verhörraum aufsteht, durchs Filmset läuft und im Schlafzimmer der Eltern die Schauspieler:innen auffordert, sie sollen die Szene nachspielen, wie die Schüsse fielen.

Zum dritten sind da die Schauspieler. Olivia Colman und David Thewlis sind schlicht überragend. Sie, die – vermeintlich? – weltfremde, fragile Ehefrau, nahe am Zusammenbruch in der Zelle, weil sie getrennt ist von ihrem Mann, und scheinbar naiv im Verhör. Er, der wohlüberlegte Beschützer, der präzise ausgerechnet hat, wie das Paar einigermassen ungeschoren davon kommt, am Ende dann aber doch im Verhör nicht ganz standhält und überfordert ist.

Mit diesem Mix wird «Landscapers» zum Vierteiler, der einen nicht loslässt bis zum Schluss.

Die Umfrage ist beendet

Wie viele Sterne gibst du «Landscapers»?

Besetzung: Olivia Colman | David Thewlis | Kate O’Flynn | Samuel Anderson | Daniel Rigby
Showrunner: Ed Sinclair
Genre: True-Crime | Krimi
GB/USA, 2021

Dopesick (Mini-Serie)

Läuft bei: Disney+ (Mini-Serie, 8 Episoden à 60 Min.)

Richard Sackler (Michael Stuhlbarg), Mitglied des Sackler-Clans, dem die Firma Purdue Pharma gehört, will das Schmerzmittel Oxycontin zum Blockbuster seiner Firma machen. Skrupellos pusht er den Verkauf des Opioids mit falschen Behauptungen, u.a. dass das Mittel fast gar nicht süchtig mache.

In einer kleinen Minenstadt in den Appalachen überzeugt ein Purdue-Verkäufer den Landarzt Sam Finnix (Michael Keaton) seinen Patienten Oxycontin zu verschreiben. Das Mittel wirkt zuerst Wunder, bis es sein Suchtpotenzial entfaltet. Patient:innen sterben, auch Finnix wird süchtig.

Parallel dazu beginnen eine DEA-Beamtin (Rosario Dawson) und zwei Staatsanwälte (Peter Sarsgaard und John Hoogenakker) eine Ermittlung gegen Purdue, als die Zahl der Todesopfer durch Oxy rapide steigt.

Ich finde

«Dopesick» ist von der ersten bis zur letzten Episode packend. Basierend auf dem Sachbuch von Beth Macy schildert die Serie auf den verschiedensten Ebenen den Kampf von Abhängigen gegen ihre Sucht, von Beamten gegen das Versagen der Kontrollinstanzen, von Staatsanwälten gegen eine übermächtige Pharmafirma. Getragen werden die verschiedenen Erzählstränge von starken Hauptfiguren.

Michael Keaton bekam sehr zu Recht den Golden Globe für seine Rolle als Sam Finnix. Ein Landarzt, der eigentlich unverschuldet in die ganze Drogenkrise reinschlittert und am Schluss nicht nur selber Opfer ist, sondern auch Täter. Er muss damit leben, dass er den Tod von Patient:innen zumindest mitzuverantworten hat.

Faszinierend ist aber vor allem Michael Stuhlbarg als Richard Sackler. Er ist skrupellos, wirkt aber immer sehr bedächtig. Er scheint unfähig, Empathie zu empfinden, kann sich aber gut in andere einfühlen, wenn es darum geht, seine eigenen Ziele mit Intrigen und Geldgeschenken durchzusetzen.

Sein Sprachgestus und seine Mimik sind schon leicht gruselig. Dass er (bis jetzt) keinen Preis für seine Rolle bekam, liegt wohl daran, dass die gespielte Figur halt zu sehr ein Ausbund an Unmenschlichkeit ist.

Leicht anstrengend ist einzig, dass die Serie verschiedene Zeitebenen ziemlich wild wechselt. Und manchmal ist bei aller Anteilnahme an menschlichen Schicksalen doch eine Spur zu viel Pathos mit dabei.

Auch wenn die Serie eine fiktionalisierte Darstellung der US-amerikanischen Opioid-Krise ist, fragt man sich am Schluss, wie korrupt und kaputt ein System ist, das für Milliardengewinne einer Firma auch mal Hunderttausende Todesopfer in Kauf nimmt. Dass die Familie Sackler heute zwar geächtet ist, aber völlig ungeschoren davon kam und immer noch ein Milliardenvermögen besitzt, lässt einen auch am Justizsystem zweifeln.

Besetzung: Michael Keaton | Peter Sarsgaard | Michael Stuhlbarg | Rosario Dawson | Kaitlyn Dever | John Hoogenakker
Created by: Danny Strong
Genre: Drama | True-Crime
USA, 2022