Vikings: Valhalla (Staffel 2) – Viel Blut, viele Tränen und eine:r reist nach Valhalla

Serienposter mit Schriftzug. Zwei Männer und eine Frau mit Schwertern und Äxten bewaffnet stehen in einer winterlichen Landschaft.
3 von 5 Sternen

Läuft bei: Netflix (2 Staffeln, 16 Episoden à 45 Min.)

=> «Vikings Valhalla» Staffel 1

Üblicherweise verbinden wir Wikinger mit nördlichen Gefilden, allenfalls mit ihren Reisen nach Westen, wo sie Island besiedelten und Amerika entdeckten. Auf eine andere Route führt uns die zweite Staffel von «Vikings: Valhalla», nach Osten und in den Süden.

Harald will den Thron

Nach der Schlacht um Kattegat haben sich Freydis (Frida Gustavsson) und Harald (Leo Suter) zurückgezogen und leben versteckt im Wald. Harald träumt aber immer noch davon, König von Norwegen zu werden. Deshalb will er zurück nach Kattegat.

Dort ist Haralds Bruder Olaf (Jóhannes Haukur Jóhannesson) als Verlierer der Schlacht eingekerkert. Doch anstatt den Vikinger hinzurichten, macht ihn der siegreiche Forkbeard zur rechten Hand und Beschützer seines Enkels, den er als neuen König von Norwegen proklamiert. Forkbeard nimmt allerdings Olafs Sohn als Geisel, um sicherzustellen, dass Olaf nicht auf dumme Gedanken kommt.

Zwei bärtige Männer und Frau bewaffnet mit Pfeil und Bogen wandern durch eine hügelige Landschaft.
Nur zu Beginn sind Freydis (Frida Gustavsson), Harald (Leo Suter) und Leif (Sam Corlett) gemeinsam unterwegs. Bald trennen sich ihre Wege. © Netflix

Da Harald für den neuen König eine Bedrohung darstellt und Olaf ja sowieso noch eine Rechnung mit ihm offen hat, lässt er nach seinem Bruder suchen. Nur knapp entkommen Harald und Freydis den Häschern von Olaf. Das verdanken sie Leif Erikson (Sam Corlett), der sie noch rechtzeitig warnen kann.

Die Suche nach den alten Göttern und neuen Reichtümern

Die drei fliehen, trennen sich allerdings. Freydis reist nach Jomsborg, wo die Wikinger, die dem alten Glauben treu geblieben sind, Schutz finden vor der Verfolgung durch ihre christianisierten Stammesgenossen. Doch der Herrscher von Jomsborg ist keineswegs nur ein Gutmensch. Er beutet die Schutzsuchenden hemmungslos aus, was Freydis nicht hinnehmen will und selber in Gefahr gerät.

Leif begleitet Harald zuerst nach Novgorod, wo Harald die Unterstützung seines Onkels sucht, um mit einer Armee seinen Anspruch auf den Thron durchzusetzen. Da er ihm nicht helfen kann oder will, reisen Harald und Leif mit einer illustren Schar auf einem Schiff weiter nach Konstantinopel. Eine Reise voller Gefahren und unliebsamer Überraschungen.

Drei junge Frauen blicken wütend auf einen gefesselten Mann. Eine Frau hält ein blutiges Messer in der Hand.
Mit auf dem Schiff nach Konstantinopel: Versklavte Frauen, die sich an ihrem Peiniger rächen werden. © Netflix

Der letzte Schauplatz ist London. Dort wartet Königin Emma (Laura Berlin) auf die Rückkehr ihres Mannes vom Schlachtfeld. Ihre Situation ist in Abwesenheit des Königs nicht ungefährlich, man trachtet ihr nach dem Leben. Earl Godwin (David Oakes) verhindert einen Giftanschlag auf die Königin. Doch sie hegt Zweifel an Godwins Loyalität, nicht ganz unberechtigt, wie sich zeigen wird.

Die Fehden werden persönlicher

Mit Freydis und ihrer Reise nach Jomsborg wird immer noch das Thema der Spaltung der Wikinger in Christi:nnen und Anhänger:innen des alten Glaubens weiterverfolgt. Allerdings sind die Fehden und Kämpfe auf einer viel persönlicheren Ebene angelangt.

Mehrere Frauen auf einem Platz. Eine schwangere Frau hält ihre Hände unter dem gewölbten Bauch.
Freydis verschweigt Harald, dass sie ein Kind bekommt von ihm. Der Sohn wird in Jomsburg geboren und ihr weggenommen. © Netflix

Freydis kämpft nicht nur gegen die Unterjochung der Flüchtlinge in Jomsburg. Sie kämpft vor allem für ihren neugeborenen Sohn, wenn sie gegen den brutalen Herrscher von Jomsburg antritt. Leif wird verfolgt vom Geist seiner verlorenen Liebe und findet eine neue. Und nicht zuletzt schmiedet Godwin seine hinterhältigen Pläne, um das Unrecht, das seiner Familie angetan wurde, zu tilgen.

Da ist also alles drin: Liebe, Kampf und Intrige. Es fliesst viel Blut und viele Tränen. Am Ende wird eine der bisherigen Hauptfiguren seitlich mit einem Speer aufgespiesst und nach Valhalla geschickt. Spannung genug also, um die Reise der Wikinger interessiert weiter zu verfolgen.

Wie viele Sterne gibst du «Vikings: Valhalla» (Staffel 2)?
0 Stimmen

Besetzung: Sam Corlett | Leo Suter | Frida Gustavsson | Jóhannes Haukur Jóhannesson | David Oakes | Laura Berlin | Bradley Freegard
Serie entwickelt von: Jeb Stuart
Genre: Historie | Abenteuer
USA, 2023

Shantaram (Staffel 1) – Ein Aussie sucht im Slum sein Glück

Serienposter mit Schriftzug.
3 von 5 Sternen

Läuft bei: Apple TV+(1 Staffel, 12 Episoden à 50 Min.)

Muss man mit «Shantaram» hart ins Gericht gehen? Eine Geschichte zu erzählen, die in Bombay spielt, aber fast ausschliesslich mit Weissen besetzt ist, riecht schon massiv nach kolonialistischer Sichtweise. Dass die meisten Einheimischen zudem durchgehend korrupt sind, machts auch nicht besser.

Jetzt kann man der Serie zugutehalten, dass sie auf einem Buch basiert, das auf tatsächlichen Ereignissen beruht und nicht heute, sondern in den 1980er-Jahren spielt. 2003 veröffentlichte der australische Autor Gregory David Roberts seinen Roman «Shantaram», der auf grosse Resonanz stiess.

Auf der Suche nach dem Neuanfang

Roberts schildert darin, wie er 1980 aus einem australischen Gefängnis ausbrach, wo er wegen mehrerer Überfälle sass, und nach Bombay floh. Was er dort erlebte, erzählt er in seinem Buch. Allerdings sagt er selber, vieles sei erfunden, vor allem die Figuren.

Ein Mann mit zerschlagenem Gesicht in einem Gefängnis.
Dale (Charlie Hunnam) wird von der Polizei im Gefängnis gefoltert. © Apple TV

Letztlich bleibt es zwar die Sicht eines Weissen Mannes auf das Leben in einer Stadt, wo er mehr unter Expats verkehrt als unter Einheimischen. Aber Roberts geht es weniger um die fremde Kultur. Dass er in Bombay landet, ist auch ein wenig Zufall. Er suchte auch nicht wie die Beatles bei ihrem Yogi eine Heilslehre (obwohl er etwas Ähnliches fand), sondern schlicht einen Neuanfang für sein verkorkstes Leben.

Seine Geschichte ist ein Ego-Trip, und zwar ein sehr ungewöhnlicher. Das zeigt sich schon, als Dale Conti (Charlie Hunnam), wie die Hauptfigur in der Serie heisst, noch in Melbourne im Knast sitzt.

In Australien gefoltert

Ein sadistischer Polizist foltert Dale, um den Namen eines Mittäters aus ihm rauszupressen. Als das nichts fruchtet, tut der Polizist so, als habe Dale kooperiert. Das bringt ihn in Lebensgefahr. Dale muss ausbrechen, bevor ihn die Mitinsassen abmurksen.

Mit einem falschen Pass reist Dale als Lin Ford nach Bombay, wo er die Bekanntschaft einer Reihe illustrer Figuren macht. Allen voran Karla (Antonia Desplat), eine mysteriöse Frau, die mit dem afghanischen Gangsterboss Khader Khan (Alexander Siddig) zusammenarbeitet.

Eine Frau mit weissem Kopftuch lehnt sich an eine Wand an.
Die Wege von Lin und Karla (Antonia Desplat) kreuzen sich immer wieder in Bombay. © Apple TV

Karlas Freundin Lisa ist eine heroinsüchtige Prostituierte, die von der Bordellbesitzerin Madame Zhou (Gabrielle Scharnitzky) festgehalten wird. Lin hilft Karla, Lisa freizubekommen, was für ihn allerdings fatale Konsequenzen hat. Zhous Schlägertrupp verprügelt ihn und raubt ihm sein Geld und den Pass.

Glücklich im Slum

Ohne Pass und Geld muss Lin untertauchen. Da hilft ihm sein indischer Fremdenführer Prabhu (Shubham Saraf), der immer mehr zum Freund wurde. Er bringt ihn zu sich nachhause ins Slum von Sagar Wada. Hier macht sich Lin nützlich mit seinen Kenntnissen als Sanitäter und wird zum Slum-Doktor.

Zwei Männer stehen vor Wellblechhütten.
In Sagar Wada findet Lin nicht nur Freunde, sondern auch einen Sinn. © Apple TV

Das wäre ja eigentlich sein Ziel: mit guten Taten die Schuld aus seiner Vergangenheit zu tilgen. In Sagar Wada könnte Linbaba, wie man ihn dort nennt, vielleicht sogar glücklich werden. Doch äussere Umstände verhindern das.

Lin gerät zwischen die Fronten eines Bandeskriegs und ins Visier der Polizei, da sein australischer Peiniger inzwischen herausgefunden hat, wohin er geflüchtet ist.

Eine etwas ausufernde Geschichte

Es gibt noch einige Nebengeschichten, die «Shantaram» in den knapp zwölf Stunden der ersten Staffel erzählt. Am bezauberndsten ist wohl, wie Prabhu um Parvati wirbt. Es ist die interessantere Liebesgeschichte als die ziemlich absehbare zwischen Lin und Karla.

Ein Mann lehnt sich aus dem Fenster eines Autos.
In Prabhu (Shubham Saraf) findet Lin einen Freund, dem er immer vertrauen kann. © Apple TV

Dennoch verliert sich die Serie zwischendurch im Figurengestrüpp und es ist nicht mehr so ganz nachvollziehbar, wer jetzt im Mittelpunkt der Geschichte steht. Ein bisschen Straffung hätte «Shantaram» sicher gutgetan.

Vor allem auch angesichts der Tatsache, dass mit der ersten Staffel erst rund ein Viertel des Romans erzählt ist. So erfährt man bis zum Schluss nicht, woher der titelgebende Name stammt. Die Bezeichnung als «Mann des Friedens» erhält Lin wohl frühestens in der zweiten Staffel.

Wie viele Sterne gibst du «Shantaram» Staffel 1?
1 Stimme

Besetzung: Charlie Hunnam | Fayssal Bazzi | Antonia Desplat | Elektra Kilbey | Shubham Saraf | Rachel Kamath | Alexander Siddig | Elham Ehsas
Serie entwickelt von: Eric Warren Singer | Steve Lightfoot
Genre: Drama | Abenteuer
USA, 2022

Jack Ryan (Staffel 3) – Der Mann, der den Atomkrieg verhindert

Serienposter mit Schriftzug. Ein Mann steht auf dem Bahnsteig, im Hintergrund ein Zug.
3 von 5 Sternen

Läuft bei: Amazon (3 Staffeln, 24 Episoden à 50 Min.)

Wenn’s spukt, holt man die Ghostbusters. Und wen holt man bei einer internationalen Krise, die zu einem Atomkrieg ausufern könnte? Jack Ryan! Der CIA-Mann, der alle Probleme im Alleingang löst. Wobei man ihn selten rufen muss. Er ist meist vor allen anderen da, weil er den Riecher hat für brenzlige Situationen.

Russische Hardliner planen den Krieg

Diesmal ist Jack (John Krasinski) auf der Spur eines russischen Geheimprojekts namens Sokol. Ursprünglich war das ein Projekt zur Entwicklung einer kleinen Atombombe aus den 60er-Jahren. Sokol wurde aber terminiert, wie auch die Wissenschaftler, die daran arbeiteten.

Ein Mann mit Rucksack zu Fuss unterwegs.
Jack Ryan (John Krasinski) muss sich oft im Alleingang durchkämpfen, weil er nicht in offizieller Mission unterwegs ist. © Amazon Studios

Jetzt holt eine abtrünnige Fraktion innerhalb der russischen Regierung das Projekt wieder aus der Schublade. Ihr Ziel: Auf Nato-Gebiet eine kleine Atombombe zu zünden, das der Nato in die Schuhe zu schieben, um so einen Krieg anzuzetteln, bei dem die Russen in sieben Tagen an den Rhein vorstossen wollen (eine historisch belegte Strategieüberlegung des Warschauer Pakts). Am Ende soll das alte Sowjetreich aus der Asche auferstehen.

Gejagt von allen Seiten

Aber eben: Jack Ryan ist ihnen auf den Fersen. Allerdings unter erschwerten Bedingungen. Der CIA-Chef in Langley ist ein typischer Bürokraten-Hasenfuss, der keine Ahnung hat, und Jack deshalb zurückpfeift. Was dieser geflissentlich ignoriert und deshalb von den eigenen Leuten gejagt wird.

Ganz alleine muss es Jack aber doch nicht mit den bösen Russen aufnehmen. James Greer (Wendell Pierce) und Mike November (Michael Kelly), zwei alte CIA-Kumpels, halten zu ihm. Auch seine neue Vorgesetzte Elizabeth Wright (Betty Gabriel) schlägt sich nach einigem Zögern auf seine Seite.

Zwei Männer in Kampfmontur und mit Waffen in den Händen vor einem Hubschrauber.
Mike (Michael Kelly) und Jack räumen schwer bewaffnet die Bösen aus dem Weg. © Amazon Studios

Wie es ausgeht, kann man sich denken. Aber man muss der Serie zugestehen, dass der Weg dahin spannend ist: reichlich Action und einige Rettungsaktionen in letzter Sekunde.

Ohne Amerika wäre die Welt verloren

Warnen muss man allerdings vor dem Weltbild, das der Serie zugrunde liegt, falls jemand Tom Clancy nicht kennt, auf dessen Büchern die Jack Ryan-Serie basiert. Die ist simpel und kennt keine Schattierungen: Die Vereinigten Staaten sind das beste Land der Welt und sie wissen, was für den Rest der Welt gut ist.

Deshalb macht auch die tschechische Präsidentin Kovac (Nina Hoss) keine besonders gute Figur. Nur dank der Hilfe der Amis kann sie ihre Verwicklungen in den ganzen Plot einigermassen unbeschadet überstehen.

Ein Mann und eine Frau geben sich die Hand. Im Hintergrund ein Sicherheitsbeamter und die tschechische Flagge.
Ohne die Unterstützung von Jack Greer (Wendell Pierce) wäre Präsidentin Kovac (Nina Hoss) aufgeschmissen. © Amazon Studios
Das Muster wiederholt sich – wie lange noch?

Wer sich also am völlig selbstverständlichen imperialistischen Gehabe der US-Amerikaner stört, den wird die Serie von A bis Z nerven. Wenn man das ausblenden kann, gibt’s gute Unterhaltung.

Ob das Muster dieser Serie noch lange funktioniert, scheint aber zweifelhaft. Nur den Schauplatz zu wechseln, wie das in den drei vorliegenden Staffeln passierte, reicht irgendwann nicht mehr, wenn am Ende doch immer dieselbe Geschichte erzählt wird. Aber die Figur des Jack Ryan weiterzuentwickeln, ist wohl auch keine Option. Er ist so simpel gestrickt wie das Weltbild, das er vertritt …

Wie viele Sterne gibst du «Jack Ryan» Staffel 3?
11 Stimmen

Besetzung: John Krasinski | Wendell Pierce | Michael Kelly | Nina Hoss | Peter Guinness | Alexej Manvelov | James Cosmo | Betty Gabriel
Serie entwickelt von: Carlton Cuse | Graham Roland
Genre: Thriller | Action
USA, 2022

The Witcher: Blood Origin (Mini-Serie) – Für Hardcore-Fans und Fantasy-Buffs

Serienposter mit Schriftzug. Drei Personen. Sie tragen lange Kleider und Waffen.
3 von 5 Sternen

Läuft bei: Netflix (Mini-Serie, 4 Episoden à 45 Min.)

Das Prequel zur erfolgreichen «Witcher»-Reihe von Netflix bezieht ziemlich Haue von den Kritiker:innen. Das ist nicht ganz unverdient. Aber beginnen wir doch mit dem Positiven.

Klassische Fantasy-Quest

Die vierteilige Mini-Serie ist mit drei Stunden Laufzeit nur wenig länger als der durchschnittliche Kinofilm heutzutage. Diese Länge ist angemessen für die Geschichte, die geradlinig und ohne Schnickschnack erzählt wird. Was man nicht von jedem Film mit ähnlicher Länge behaupten kann 😜.

«The Witcher: Blood Origin» erzählt von sieben Figuren, die zusammenfinden, um gemeinsam ein Ziel zu erreichen. Eine klassische Fantasy-Quest, aufbereitet wie aus dem Lehrbuch, ohne besondere Schwächen oder Stärken. Die Qualität der Produktion ist sehr ansehnlich, mit schönen Landschaften und ansprechenden Computergrafiken – für dieses Genre durchaus wichtig.

Sieben Figuren in einer Landschaft. Eine davon reitet auf einem Pferd. Felsen im Hintergrund. Hohes Gras neben dem Weg.
Vier Elfen-Krieger:innen, zwei Magier:innen und eine Zwergenkriegerin finden zusammen, um eine Aufgabe zu bewältigen. © Netflix
1200 Jahre vor Geralt von Riva

Das kann man sich zu Gemüte führen, wenn man Elfen, Magier und Zwerge mag, die eine böse Königin und ihren grössenwahnsinnigen Hofzauberer ausradieren wollen. Die sieben Kämpfer:innen (u.a. Michelle Yeoh) sind dabei die interessanteren Figuren als die Bösewicht:in. Die bleiben leider etwas allzu blass.

Fans der «Witcher»-Reihe sollten die Mini-Serie etwas höher priorisieren. Das Prequel spielt 1200 Jahre vor der Zeit, in der Geralt von Riva seine Abenteuer bestreitet.

Kein Türöffner für ein grosses Witcher-Universum

«The Witcher: Blood Origin» erklärt die Entstehung von zwei bedeutenden Ereignissen. Einerseits was die Sphärenkonjunktion verursachte, die verschiedene Universen zusammenführte und Monster und die Menschen in die Welt der Elfen und Zwerge brachte. Andererseits wird erzählt, wie die beiden Magier Syndril (Zach Wyatt) und Zacaré (Lizzie Annis) mit ihren Tränken den ersten Witcher erschufen.

Drei Elfen haben sich hinter einem Holztisch verschanzt und halten ihre Waffen bereit.
Fjall (Laurence O’Fuarain), Éile (Sophia Brown) und Scían (Michelle Yeoh) sind der harte Kern der Sieben. © Netflix

Ob das allerdings reicht, um die Fans zu begeistern? Es scheint eher nicht. Auch hier sind die Reaktionen mässig bis enttäuscht. «The Witcher: Blood Origin» sollte wohl so eine Art Türöffner werden, um aus der Welt des Witchers ein ähnlich grosses Fantasy-Universum zu schaffen, wie wir das von «Lord of the Rings» oder «Game of Thrones» kennen. Beide starteten letztes Jahr erfolgreich eine Prequel-Serie: «The Rings of Power» und «House of the Dragon».

Immerhin: Die Serie verkürzt das Warten auf Witcher 3

«The Witcher: Blood Origin» ist das nicht gelungen. Keiner der Charaktere zeigt das notwendige Potenzial, um an die Figur von Geralt von Riva heranzukommen. Deshalb bleibt «The Witcher: Blood Origin» lediglich ein Intermezzo, das die Wartezeit auf die dritte Staffel von «The Witcher» verkürzt. Diesen Anspruch erfüllt die Serie leidlich.

Eine Frau, die weiss geschminkt ist im Gesicht.
Nicht nur im Gesicht etwas blass, auch als böse Herrscherin von Xintrea überzeugt Merwyn (Mirren Mack) nicht so ganz. © Netflix

«The Witcher» Staffel 3 ist übrigens für diesen Sommer angekündigt. Es wird der Abschied sein von Henry Cavill als Geralt 😭. Er wird für die bereits angekündigte vierte Staffel abgelöst von Liam Hemsworth.

Und wem diese Wartezeit immer noch zu lang ist, kann es so machen wie ich. Ich wende mich dem PC-Game zu. «The Witcher: Wild Hunt» stand schon lange auf meiner Liste.

Wie viele Sterne gibst du «The Witcher: Blood Origin»?
7 Stimmen

Besetzung: Sophia Brown | Laurence O’Fuarain | Mirren Mack | Lenny Henry | Jacob Collins-Levy | Zach Wyatt | Michelle Yeoh | Minnie Driver | Lizzie Annis | Huw Novelli | Francesca Mills
Serie entwickelt von: Declan De Barra
Genre: Fantasy | Abenteuer | Action
USA / POL, 2022

Treason (Mini-Serie) – Holpriger Spionagethriller, der erst am Schluss überzeugt

Serienposter mit Schriftzug. Ein Mann im Anzug. Über seine Körper läuft ein roter Streifen, der den Big Ben auf dem Kopf zeigt.
3 von 5 Sternen

Läuft bei: Netflix (Mini-Serie, 5 Episoden à 45 Min.)

Die erste Irritation ist, dass Charlie Cox als stellvertretender MI6-Chef Adam Lawrence den Leuten beim Gespräch in die Augen schaut. Aber darüber kommt man schnell hinweg. Er trägt schliesslich kein Superheldenkostüm. Deshalb ist er klar erkennbar nicht als blinder «Daredevil» unterwegs, der der beste Marvel-Serienheld aus der Netflix-Ära war.

Drehbuch mit grossen Löchern

Schwieriger wird es, mit all den Ungereimtheiten im Drehbuch von «Treason», die noch folgen werden. Da gibt es Personenschützer, die das Haus von Adam und seiner Familie bewachen. Die merken aber nichts, wenn Adam und seine Frau Maddy (Oona Chaplin, die den Namen ihrer Grossmutter und unverkennbar die Gesichtszüge ihrer Mutter Geraldine trägt) nachts für ein paar Stunden rausschleichen.

Ein Mann im Anzug stehend vor einem Bildschirm. Zwei Männer sitzen rechts von ihm an einem Tisch.
Adam Lawrence (Charlie Cox) muss unverhofft den MI6 als C (für «Control») übernehmen. © Netflix

Als Adams Tochter entführt wird, sucht zwar das MI6 und die ganze Metropolitan Police nach ihr. Er schafft es allerdings im Alleingang sie durch ein dubioses Tauschgeschäft wieder freizubekommen. Es fragt im Nachhinein aber keine Sau, wie ihm das gelungen ist.

Die Vergangenheit holt Adam ein

Es gäbe noch mehr Beispiele, die zeigen, wie holprig diese Spionagegeschichte vor allem in den ersten drei Episoden konstruiert ist. Aber mal zurück zum Anfang: Worum geht’s überhaupt?

Nach einem Anschlag auf den MI6-Chef Sir Martin Angelis (Ciarán Hinds) wird Adam interimistisch Chef der britischen Auslandsspionage. Das war genau die Absicht der Attentäterin. Kara Yerzova (Olga Kurylenko) ist nicht nur eine ehemalige russische Agentin, sondern war auch vor Jahren Adams Geliebte.

Eine Frau mit Rucksack kauert neben einer Mauer und schaut aufmerksam in Richtung Kamera.
Ist die ehemalige russische Agentin Kara (Olga Kurylenko) Freundin oder Feindin? © Netflix
Die geheimen Dossiers des Chefs

Sie will von Adam Informationen über einen Vorfall, bei dem vor 15 Jahren in Baku ihr ganzes Team getötet wurde. Nach langem Zögern sucht Adam nach Unterlagen, findet aber nichts heraus.

Kurz darauf wird Adams Tochter entführt. Er wird erneut erpresst. Diesmal geht es um ein inoffizielles Dossier über eine Politikerin, die Premierministerin werden will. Sein Chef hortete ganze Aktenschränke mit solchen Dossiers, um sie bei Gelegenheit zu seinem Vorteil einzusetzen.

Parallel dazu wird Maddie von einer Freundin aus alten Militärtagen angegangen, die jetzt für die CIA arbeitet. Die Amerikaner verdächtigen Adam schon länger, dass er ein russischer Maulwurf sei. Maddie beginnt an Adam zu zweifeln und hilft Dede (Tracy Ifeachor), ihn zu überwachen.

Zwei Männer im Anzug. In der Mitte des Bildes ein Holzbalken.
Adams Chef Martin Angelis (Ciarán Hinds) gibt seinen Schützling zum Abschuss frei. © Netflix
Der Schluss entschädigt für das schwache Vorspiel

Und jetzt, ab der vierten Episode, wird es spannend. Adam wird zum Gejagten, der niemandem mehr trauen kann. Man musste aber einiges über sich ergehen lassen, um so weit zu kommen. Der Schluss entschädigt mit ein paar netten Twists, wenn die Frauen übernehmen, um das ganze Schlamassel zu beenden.

Dennoch ist «Treason» nur Dutzendware aus dem Genre der britischen Spionageserien. Da gibt es Besseres zu sehen wie beispielsweise die Retro-Serie «The Ipcress File». Im Vergleich überzeugt auch «Slow Horses» mit Gary Oldman und Kristin Scott Thomas mehr. Aktuell läuft hier die zweite Staffel auf Apple TV+.

Wie viele Sterne gibst du «Treason»?
1 Stimme

Besetzung: Olga Kurylenko | Charlie Cox | Oona Chaplin | Ciarán Hinds | Alex Kingston | Tracy Ifeachor | Beau Gadson | Samuel Leakey
Serie entwickelt von: Matt Charman
Genre: Thriller | Drama
GB, 2022

A Storm for Christmas (Mini-Serie) – X-Mas-Kitsch, aber zum Glück aus dem hohen Norden

Serienposter mit Schriftzug. Im Vordergrund ein Tannenbaum mit Weihnachtskugeln. Im Hintergrund Flugzeuge im Schneegestöber.
3 von 5 Sternen

Läuft bei: Netflix (Mini-Serie, 6 Episoden à 30 Min.)

Eines ist diese Weihnachts-Mini-Serie aus Norwegen sicher nicht: originell. Ein gutes Dutzend Leute, die auf dem Flughafen in Oslo im Schneesturm feststecken, das hat man schon gesehen. Wer aber knapp drei Stunden festtägliche Wohlfühlunterhaltung sucht, wird hier sehr passabel bedient.

Trotz aller Klischees, die obendrauf noch beigemixt werden, hat die norwegische Serie einen grossen Pluspunkt verglichen mit US-amerikanischen Produkten: Der Fremdschämfaktor ist massiv kleiner.

Niemand ist glücklich vor Weihnachten

Weshalb genau das so ist, kann ich nicht richtig festmachen. Denn die Zutaten stammen aus der herkömmlichen Scriptküche. Ein paar Menschen begegnen sich kurz vor Heiligabend auf dem Flughafen. Alle tragen ihre Bürde, die sie so kurz vor Weihnachten besonders drückt.

Mehrere Menschen stehen und sitzen in einer Abflughalle eine Flughafens.
Jede:r hat seinen besonderen Wunsch für Weihnachten. Ob er sich erfüllt? Spoiler: Ja. © Netflix

Da ist der Konzertpianist, dem das Karriereende droht. Ein Ehepaar mit kleiner Tochter, das sich dauernd streitet. Eine Priesterin, die mit ihrem Glauben hadert. Eine Mutter, deren Sohn für eine Operation dringend in die USA fliegen muss. Eine Tochter, die ihren Vater seit Jahren zum ersten Mal sehen wird. Eine Romantikerin, die einem Zyniker begegnet. Auch eine Jöh-Geschichte mit Hund gibt es und noch einige mehr.

Nordisch tönt alles weniger gesülzt, oder?

Rührselig wird das alles erst ganz am Schluss. Vorher gibt’s noch ein bisschen was zu schmunzeln, wenn der Pianist verzweifelt einen Ort zum Rauchen sucht. Oder der Santa Claus eine antikapitalistische Brandrede hält, weil die Kleinkinder bei ihm Wünsche von 1000 Franken aufwärts deponieren.

Ein Mann sitzt am Klavier. Hinter ihm stehen Zuschauer:innen. Zwei Weihnachtsbäume umrahmen die Szene.
Ein Klavier in der Abflughalle? Wo gibt’s denn so was. Egal: Musik erwärmt die Herzen. © Netflix

Dass sich am Ende fast alles in eitel Sonnenschein auflöst, versteht sich von selbst. Warum also ist das jetzt alles nicht so schlimm, wie es zu erwarten wäre? Vielleicht helfen schon mal die Sprachen: Auf Norwegisch, Schwedisch und Dänisch klingen auch banale Dialoge weniger gesülzt. Und «God jul» tönt doch irgendwie bodenständiger als «Merry Christmas», oder?

«Guilty pleasure» halt

Vielleicht suche ich auch nur eine Ausrede, um zu rechtfertigen, dass ich mir drei Stunden Wohlfühl-Weihnachtskitsch angeschaut habe, ohne mich dabei dauernd zu schämen und die verschwendete Lebenszeit zu beklagen. Im Gegenteil, es war kurzweilig – ein klassisches «guilty pleasure». Einzig der Soundtrack mit englischen Weihnachtsschnulzen, der war von Anfang bis Schluss wirklich unerträglich.

Wie viele Sterne gibst du «A Storm for Christmas»?
0 Stimmen

Besetzung: Dennis Storhøi | Maibritt Saerens | Jan Gunnar Røise | Jon Øigarden | Ariadna Cabrol | Sus Noreen Jondahl Wilkins | Ravdeep Singh Bajwa | Valter Skarsgård | Ida Elise Broch | Evelyn Rasmussen Osazuwa | Hanna Ardéhn
Genre: Romanze | Drama | Komödie
NOR, 2022

The White Lotus (Staffel 2) – Unterhaltsam, aber zu brav

Serienposter mit Schriftzug. Neun Personen im Porträt. Fünf Männer und vier Frauen. Eine Frau in pinkem Kleid sitzt auf einer grünen Vespa.
3 von 5 Sternen

Läuft bei: Sky Show (2 Staffeln, 13 Episoden à 55 Min.)

=> The White Lotus (Staffel 1)

Von Hawaii, wo die erste Staffel spielte, einmal um die halbe Welt nach Sizilien. Hier in Taormina steht das nächste Luxushotel der «White Lotus»-Kette, in dem eine Reihe illustrer Gäste ihre Ferien geniessen.

Wobei geniessen wohl das falsche Wort ist. Wie schon am Pazifik, gibt es auch am Mittelmeer Streit und Intrigen unter den Gästen.

Weniger Biss, weniger bösartig

Auch die Leiche zu Beginn fehlt nicht. Sie treibt im herrlich blaugrünen Meer in Strandnähe. Natürlich erfahren wir erst ganz am Schluss, wer hier das Zeitliche gesegnet hat und im Frachtraum statt in der First Class nachhause fliegt.

Die besten Voraussetzungen also, dass wir wieder mit hämischer Freude zuschauen können, wie sich ein paar reiche Urlauber:innen psychisch (und eben auch physisch) gegenseitig zerfleischen. Aber leider ist das Vergnügen nicht mehr ganz so gross wie in der ersten Staffel.

Eine entsetzte Frau schwimmt im Wasser. Sie hat den Mund weit offen.
Daphne (Meghann Fahy) entdeckt die Leiche, die im Wasser treibt. © HBO / Sky Show

Die Sizilien-Ausgabe von «The White Lotus» hat weniger Biss und Bösartigkeit als die vorherige Staffel. Die Konstellationen sind weniger spannungsgeladen, die Figuren teilweise fast sympathisch.

Vor allem vermisst man eine überkandidelte Figur wie Armond, den koksenden Hotelmanager, der die Schnauze so voll hatte von einem Hotelgast, dass er ihm in den Koffer kackte.

Ein Penis ist kein Sonnenuntergang

Am meisten Witz bieten zu Beginn die Di Grassos. Ihre Generationen-Unterhaltungen beim Abendessen sind amüsant. Grossvater Bert (F. Murray Abraham) flirtet mit der jungen Kellnerin trotz seiner 80 Jahre. Sohn Dominic (Michael Imperioli) und Enkel Albie (Adam DiMarco) finden das peinlich und abstossend.

Man würde doch hoffen, meint Albie, dass der Sextrieb bei alten Männern, also Männern über 50, vorbei sei. Deren «Gehänge» sei nur noch eine Zumutung für das andere Geschlecht. Bert hält dem entgegen: «Ein Penis ist eh nicht der schönste Anblick, ist schliesslich kein Sonnenuntergang.»

Drei unterschiedlich alte Männer unterhalten sich mit einer Frau.
Drei Generationen Di Grassos (Michael Imperioli, Adam Di Marco, F. Murray Abraham) wollen auf Sizilien ihre Herkunft erkunden. © HBO / Sky

Dominic sollte seinem Vater allerdings keine Vorhaltungen machen. Seine Frau und Tochter haben auf den Urlaub verzichtet, weil gerade mal wieder eine seiner Affären aufgeflogen ist. Was ihn nicht daran hindert, noch vor dem Abflug eine Prostituierte auf Sizilien zu buchen.

Wieder mit dabei: die schrille Tanya

Albie ist ganz anders als sein Vater und Grossvater. Er ist der Frauenversteher, der nette Kerl. Das bringt ihm aber keine Vorteile beim Dating. Das musste er schon ein paar mal erfahren und erlebt es auch auf Sizilien wieder. Die junge Frau, die er kennenlernt, beäugt lieber den tätowierten Macho im Swimmingpool, als mit Albie einen romantischen Spaziergang im Mondschein zu unternehmen.

Die junge Frau, Portia (Haley Lu Richardson), ist die Assistentin von Tanya (Jennifer Coolidge), die einzige Urlauberin, die schon auf Hawaii dabei war. Tanya schöpft wieder aus dem Vollen: High-Maintenance bis zum Abwinken, völlig ignorant gegenüber Mitmenschen.

Menschen auf einem Boot. Sie prosten sich zu.
Tanya (Jennifer Coolidge, 2. von rechts) findet neue Freunde auf Sizilien. HBO / Sky

Das kennen wir aber schon von Hawaii. Der Spass an ihrer Figur hält sich deshalb in Grenzen. Für neuen Wind sorgen dafür Quentin (Tom Hollander) und seine Freunde – eine Runde von illustren, schwulen Snobs, die sich begeistert um Tanya kümmern, als ihr Mann sie wegen dringenden Geschäfte sitzen lässt. Allerdings verfolgen Quentin und seine Freunde eine wenig selbstlose Agenda.

Blasse Einheimische

Schliesslich wälzen da noch zwei Paare ihre Beziehungsprobleme. Nicht völlig uninteressant, aber zu wenig ausgefallen, um wirklich zu begeistern. Die Einheimischen sind ebenfalls blasser als jene auf Hawaii, mit Ausnahme der beiden Callgirls (Simona Tabasco, letztes Jahr auf Netflix zu sehen in der empfehlenswerten 60er-Jahre Romanze «Luna Park», und Beatrice Grannò), die kräftig absahnen im Luxusresort.

Zwei junge Frauen schauen sich lächelnd an.
Mia (Beatrice Grannó) und Lucia (Simona Tabasco) holen nicht nur in Sachen Geld am meisten heraus aus dieser Woche im Luxusresort. © HBO / Sky

Ergötzen kann man sich aber an den Landschaften, Sehenswürdigkeiten und den Palazzi (eine kleine Übersicht der Drehorte). Und immer wieder beeindruckend am Horizont: der Ätna.

Die künstlerische Titelsequenz als Rätsel

Kunstinteressierten bietet «The White Lotus» ein bisschen Vergnügen abseits der Story. Immer wieder tauchen Vasen auf in der Form von menschlichen Köpfen. Die Legende hinter diesen «Teste di Moro» ist auch ein Storymotiv in der Serie.

Vor allem aber die Titelsequenz lässt einen eintauchen in Renaissance-Fresken des 16. Jahrhunderts. Allerdings sind es keine Originale, sondern für die Show produzierte Bilder, in denen Hinweise auf die Story versteckt sind.

Diese Nebenschauplätze entschädigen etwas dafür, dass die zweite Staffel von «The White Lotus» etwas weniger überzeugend gelungen ist als die Vorgängerin. Da die dritte Staffel bereits in Auftrag gegeben ist, können wir jetzt zu rätseln beginnen, wo sie wohl spielen wird.

Wie viele Sterne gibst du «The White Lotus» Staffel 2?
2 Stimmen

Besetzung: F. Murray Abraham | Jennifer Coolidge | Adam DiMarco | Meghann Fahy | Beatrice Grannò | Jon Gries | Tom Hollander | Sabrina Impacciatore | Michael Imperioli | Theo James | Aubrey Plaza | Haley Lu Richardson | Will Sharpe | Simona Tabasco
Serie entwickelt von: Mike White
Genre: Drama | Komödie
USA, 2022

The Peripheral (Staffel 1) – Gute Science-Fiction, aber nervig reaktionär

Serienposter mit Schriftzug. Porträt einer Frau. Ihre Augenpartie ist überlagert von zwei Landschaftspanoramen.
3 von 5 Sternen

Läuft bei: Amazon (1 Staffel, 8 Episoden à 60 Min.)

Wenn «Von den Macher:innen von ‹Westworld›» draufsteht, dann klingt das vielversprechend. Es tönt an, worauf wir uns einstellen dürfen. «The Peripheral» erfüllt diese Erwartungen: etwas Science-Fiction, humanoide Hightech-Roboter, Action und dann noch so was wie Zeitreisen.

Neuanfang nach «Westworld»-Absetzung

Damit bewegen sich Produzent:in Jonathan Nolan und Lisa Joy in ähnlichen Gefilden wie bei «Westworld», wo sie dieses Jahr einen herben Rückschlag hinnehmen mussten. HBO hat die Serie nach der eher schwachen vierten Staffel abgesetzt. Dabei hatten Nolan/Joy noch eine fünfte und letzte geplant.

William Gibson – Erfinder des Cyberspace
Die Vorlage zu «The Peripheral» stammt aus der Feder von William Gibson. Er ist vor allem bekannt als Autor von «Neuromancer», sein Debütroman von 1984, der das Sci-Fi-Subgenre des Cyberpunks begründete. Zudem wird ihm die Erfindung des Begriffs «Cyberspace» zugeschrieben. «The Peripheral» erschien 2014 und ist der erste Teil einer Trilogie. 2020 erschien der zweite Band «Agency». Ein Termin für Band 3 ist noch nicht bekannt.

Von daher bedeutet «The Peripheral» für die beiden wohl eine Art Neuanfang. Was – richtigerweise – vermuten lässt, dass die Serie nicht nur auf eine Staffel angelegt ist. Nach den ersten acht Episoden ist die Geschichte an einem Wendepunkt angekommen, aber noch lange nicht zu Ende erzählt.

Science-Fiction in den Blue Ridge Mountains

Ich bin allerdings noch unschlüssig, ob ich mir eine allfällige zweite Staffel anschauen würde. Das ganze Setting von «The Peripheral» ist zwar recht ansprechend, aber nicht wirklich berauschend.

Interessant ist die Ausgangslage der Geschichte. Lynne Fisher (Chloë Grace Moretz) lebt im Jahr 2032 in einem Kaff in den Blue Ridge Mountains, wo sich schon die Waltons eine gute Nacht wünschten. Lynne arbeitet in einem 3D-Druckershop, ist aber vor allem eine herausragende VR-Gamerin.

Per Headset ins Zukunftsabenteuer

Sie springt öfters für ihren Bruder Burton (Jack Reynor) ein, der mit Games Geld zu verdienen versucht. Burton bekommt ein äusserst lukratives Angebot, eine neuartige Simulation zu testen. Das Geld könnten die beiden sehr gut brauchen für die Medikamente, die ihre kranke Mutter braucht.

Eine Frau trägt ein futuristisches Headset auf dem Kopf.
Das Headset, das Lynne (Chloë Grace Moretz) in die Zukunft bringt, erinnert ein wenig an den «Facehugger» aus «Alien», einfach verkehrt herum aufgesetzt. © Amazon Studios

Lynne setzt sich das neuartige Headset auf und landet in London im Jahr 2099. Ihr Auftrag: Bei einer Firma einbrechen und Technologie klauen. Das läuft einigermassen erfolgreich. Der Diebstahl gelingt, aber ihre Spielfigur stirbt am Schluss.

Die Simulation fühlt sich völlig realistisch an, berichtet Lynne begeistert ihrem Bruder. Sie spürt sogar die Schmerzen ihrer Spielfigur. Ist es wirklich eine Simulation?

Keine Simulation, sondern eine Zeitreise

Nein. Lynne ist tatsächlich virtuell in die Zukunft gereist in einen hoch entwickelten Humanoiden, «Peripheral» genannt. Weil diese Zukunft mit Lynnes Gegenwart kommunizieren kann, verursacht das für Lynne und ihren Bruder Probleme. Die beklaute Firmenchefin (T’Nia Miller) reagiert ziemlich brachial. Sie schickt Söldner, die die beiden umbringen sollen.

Gleichzeitig meldet sich Wilf Netherton (Gary Carr) aus der Zukunft bei Lynne, weil die Auftraggeberin des Diebstahls verschwunden ist und Wilf sie finden will. Dafür braucht er Lynne wieder in ihrem «Peripheral».

Ein Mann und eine Frau sitzen in einer noblen Umgebung auf zwei Thronartigen Stühlen.
Milf (Gary Carr) betreut Lynnes Peripheral in der Zukunft. Dass es zwischen den beiden knistert, ist auch wenig originelles Storytelling. © Amazon Studios

Zeitreisen sind immer heikel für die Logik einer Story. Das ist bei «Peripheral» aber nur mässig verwirrend. Der Kontakt aus der Zukunft durch irgendwelche Quantentunnels tönt logisch. Komplizierter wird es, wenn durch diese Kontakte immer neue Zeitachsen abzweigen. Wenn man dem aber nicht allzu fest nachhängt, stört das auch nicht gross.

Wildwest-Mentalität feiert Urstände

Die grosse Schwäche der Serie liegt in der Gegenwart. Hier schlägt das reaktionäre amerikanische Wertesystem mal wieder völlig unreflektiert zu. Burton umgibt sich mit Freunden, mit denen er im Krieg gekämpft hat.

Unter diesen heroischen Veteranen, einer davon schwer behindert, herrscht strikte Marines-Mentalität und die alte Wildwest-Losung zuerst schiessen, dann fragen. Dieses martialische Gehabe nervt, auch wenn es im Plot sehr gelegen kommt, um die Killerkommandos zu beseitigen.

Zwei Männer in einer Bar. Auf dem Tisch stehen zwei Biergläser. Einer der Männer hat sein Glas erhoben.
Wie im Saloon im Wilden Westen: Lynnes Bruder Burton (Jack Reynor) mit einem seiner Militärkumpels. © Amazon Studios
Die Welt geht unter, aber Hauptsache Mama wird gesund

Einigermassen absurd und ziemlich klischiert kommt der Bösewicht der Kleinstadt daher. Corbell Pickett (Louis Herthum) hat das Kaff im Sack und ist unantastbar. Er verdient sein Geld mit Drogen und ist der grösste Arbeitgeber. Quasi ein Walter White («Breaking Bad»), der es geschafft hat.

Es reicht dann allerdings, dass einer der Polizisten einen moralischen Anfall bekommt. Plötzlich sind die Machtverhältnisse, die jahrelang unverrückbar waren, in Frage gestellt. Ziemlich lächerlich.

Auch dass die Familie über alles geht, treibt die Serie auf die Spitze. In der Londoner Zukunft bekommt Lynne eine Mission, die die ganze Welt retten soll. Ob sie dafür Bedingungen stelle, wird sie gefragt. Ja, sagt Lynne: «Macht meine Mama gesund». Weil ein Familienmitglied ja mindestens die ganze Weltbevölkerung aufwiegt, oder so.

Zum Glück gibt’s die Londoner Zukunft

Von dieser hinterwäldnerischen Welt hebt sich die Londoner Zukunft wohltuend ab. Nicht nur, dass sie Englisch sprechen ohne diese hässlichen zerquetschten Vokale.

Eine Frau steht auf einer Terrasse hoch über einer Stadt. Sie trägt ein futuristisches, wehendes schwarzes Kleid.
Brutale Bösewichtin mit exquisitem Modegeschmack: T’Nia Miller als Cherise Nuland.

Der Machtkampf, den es hier auch gibt, wird zwar nicht weniger gewalttätig, aber viel gepflegter ausgetragen. Das überspitzt die Serie zwar auch mit exaltierten Figuren in extravaganter Kleidung. Aber irgendwie ist das erträglicher, ja sogar ziemlich amüsant.

Wenn man die reaktionäre Ideologie ausblendet, kann «The Peripheral» aber zugutehalten, dass sie einen unterhaltsamen Plot mit reichlich Action bietet. Das ist zumindest vergnüglich. Vielleicht erhält die zweite Staffel dann doch eine Chance bei mir – falls sie kommt.

Wie viele Sterne gibst du «The Peripheral» Staffel 1?
1 Stimme

Besetzung: Chloë Grace Moretz | Gary Carr | Jack Reynor | JJ Feild | T’Nia Miller | Louis Herthum | Katie Leung | Melinda Page Hamilton | Eli Goree | Charlotte Riley
Serie entwickelt von: Scott B. Smith
Genre: Science-Fiction | Action | Thriller
USA, 2022

Die Beschatter (Staffel 1) – Basler Krimi kämpft mit Anlaufschwierigkeiten

Serienposter mit Schriftzug. Sechs Personen stehen in einer Halle und blicken in die Kamera.
3 von 5 Sternen

Läuft bei: Play Suisse (1 Staffel, 6 Episoden à 60 Min.)

Allein aus lokalpatriotischen Gründen würde ich «Die Beschatter» gerne hoch loben. Endlich ein Schweizer TV-Krimi, der in Basel spielt. In der Schweizer Stadt, die nach einheimischem Empfinden immer zu wenig Beachtung findet.

Die Figuren wachsen zu wenig ans Herz

Aber leider kann man der Serie keine Höchstnoten erteilen. Dafür hat sie zu viele Schwächen. Andererseits wird sie über die sechs Episoden immer besser und lässt in der zweiten Hälfte aufblitzen, welches Potenzial in der Geschichte und den Figuren steckt.

Die grösste Schwäche liegt in der Zeichnung der Charaktere. Die meisten Hauptfiguren sind zu schematisch entworfen und bekommen zu wenig Raum und Zeit, um ihren Hintergrund so auszuleben, dass sie uns ans Herz wachsen.

Drei Männer und eine Frau sitzen in einer Art Fabrikhalle auf Stühlen.
Vier Schüler:innen, die aus unterschiedlichen Motiven das Detektiv-Handwerk erlernen wollen: Henning (Martin Butzke), Milan (Dardan Sadik), Doro (Esther Gemsch) und Roger (Martin Rapold). © SRF/Sava Hlavacek
Wiesnekker überzeugt als schrulliger Ex-Polizist

Am wenigsten gilt das für den Chef der Truppe, Leo Brand (Roeland Wiesnekker). Das liegt einerseits an Wiesnekker, der einfach in seiner Rolle überzeugt. Andererseits bekommt seine Figur am meisten Raum für seine Geschichte.

Der Ex-Polizist Brand gründet aus finanzieller Not heraus eine Detektivschule. Schnell wird klar, dass sein letzter Fall ihn nicht nur seine Polizeikarriere, sondern auch seine Ehe und die Beziehung zur Tochter gekostet hat.

Der Serienmörder aus der Vergangenheit

Brand möchte darunter einen Schlussstrich ziehen. Doch dieser Fall eines Serienmörders mit dem Übernamen «Dornröschen-Killer» wird ihn auch in seiner neuen Rolle als Detektivausbilder verfolgen. Das verdankt er einer seiner Schülerinnen.

Eine Frau fotografiert mit ihrem Handy Notizen an einer Wand. Im Hintergrund ein Mann.
Der Mord an ihrer Mutter verbindet Agotha (Meryl Marty) mit ihrem Detektiv-Lehrer Leo Brand (Roeland Wisnekker). © SRF/Pascal Mora

Agotha Bayani (Meryl Marty) will Detektivin werden, weil sie das Schicksal ihrer Mutter aufklären will. Sie war eine Prostituierte und wurde Opfer des «Dornröschen-Killers». Damit liegt Agotha Brand dauernd in den Ohren und will seine Hilfe.

Agotha – der nervige Trotzkopf

Agotha wäre prädestiniert als zweite starke Figur in der Runde. Aber sie nervt in erster Linie. Meistens schmollt und tobt sie wie ein pubertierender Teenager, wenn etwas nicht nach ihrem Kopf läuft. Dann stürzt sie sich, aber auch andere, kopflos in gefährliche Situationen.

Immerhin geht auch eine der berührendsten Szenen auf ihr Konto. Bei einem Abschiedskaraoke beweist Meryl Marty, dass sie schauspielerisch mehr Facetten drauf hat, als ihr ihre Rolle sonst zugesteht.

Schräge Fälle mit schrillen Figuren

Unter Wert eingesetzt sind auch Esther Gemsch als etwas klischierte Daig-Dame Doro Iselin und Martin Rapold als vorbestrafter Hochzeitsschwindler. Vor allem aber Dardan Sadik als Balkan-Secondo Milan Gjokaj würde man mehr Präsenz wünschen. Milan und sein Vater Prenk (Kamil Krejci) böten Potenzial für mehr Geschichten aus dem Leben in der Schweiz mit Migrationshintergrund.

Zwei Männer sitzen auf einer Couch. Sie tragen Fan-Utensilien des FC Basel.
Vater (Kamil Krejci) und Sohn Gjokaj (Dardan Sadik). Sie könnten die Story mit mehr anreichern als nur mit ihrer Begeisterung für den FC Basel. © SRF/Pascal Mora

Die Fälle, die Brand und seine Schüler:innen lösen müssen, sind schrill und schräg genug, um ansprechend zu unterhalten. Der Zolli als Tatort, Geschichten rund um den FC Basel und eine Pharmafirma geben zusätzliches Lokalkolorit, das allerdings wenig überrascht. Etwas mehr Einfallsreichtum des Writers Room hätte man sich gewünscht.

Wenig Publikumsliebe für «Die Beschatter»

«Die Beschatter» endet nach sechs Episoden mit einem vielversprechenden Cliffhanger (und nicht mitten in der Geschichte wie «Tschugger» 😉). Ob es allerdings weitergeht mit der Basler Krimiserie, scheint fraglich.

Die Zuschauer:innenzahlen sind enttäuschend. Man werde das «gründlich und selbstkritisch» analysieren, heisst es bei SRF. Abgesehen von den Schwächen, die ich bereits erwähnt habe, gibt es wohl noch andere Gründe für die fehlende Begeisterung beim Publikum.

Der Ex-Polizist ist hier halt nicht so knuddelig wie Mike Müller als «Bestatter». Auch einen trotteligen Doerig sucht man vergeblich. Stattdessen bekommt man eine Prostituiertentochter, einen Secondo, einen eitlen Knacki und eine Reihe anderer skurriler Figuren vorgesetzt. Das sind kaum Sympathieträger:innen für ein Durchschnittspublikum.

Ein Mann sitzt an einer Bartheke. Dahinter steht eine lächelnde Frau.
Imbissbudenbesitzerin Inci (Lale Yavas) sorgt für etwas Halt im Leben von Leo. © SRF/Pascal Mora
Potenzial für eine bessere zweite Staffel

Ob das Setting in einer Stadt und der Dialekt auch noch eine Rolle spielen? Wer weiss. Schade wäre es auf jeden Fall, wenn «Die Beschatter» schon nach einer Staffel bestattet würden.

Wie gesagt: Trotz anfänglicher Schwäche zeigt sich im Verlauf der Serie durchaus das Potenzial für eine solide Krimikomödie. Und wenn der Writers Room seinen Charakteren noch etwas mehr Leben schenkt, könnte sie sogar richtig gut werden.

Wie viele Sterne gibst du «Die Beschatter» Staffel 1?
13 Stimmen

Besetzung: Roeland Wiesnekker | Meryl Marty | Esther Gemsch | Martin Rapold | Dardan Sadik | Martin Butzke | Martin Vischer | Lale Yavas
Serie entwickelt von: Francesco Rizzi | Simone Schmid
Genre: Komödie | Krimi
CH, 2022

The Resort (Staffel 1) – Mystisches Abenteuer als Paartherapie

Serienposter. Frau und Mann auf einem Weg im Urwalt. Schriftzug The Resort
3 von 5 Sternen

Läuft bei: Sky Show(1 Staffel, 8 Episoden à 35 Min.)

Emma (Cristin Milioti) und Noah (William Jackson Harper) gönnen sich zu ihrem zehnten Hochzeitstag Ferien in einem All-Inclusive-Resort in Mexiko. Zum Feiern scheint es den beiden aber wenig zumute zu sein.

Spurlos verschwunden

Die Ferien dienen offensichtlich dazu, herauszufinden, ob ihre Ehe noch zu retten ist. Da kommt ihnen ein Abenteuer sehr gelegen, das sie vielleicht wieder zusammenbringt.

Emma entdeckt bei einem Ausflug mitten im Urwald ein altes Mobiltelefon. Es gehörte Sam (Skyler Gisondo), der vor 15 Jahren zusammen mit seiner Ferienbekanntschaft Violet (Nina Bloomgarden) spurlos verschwunden ist.

Emma und Noah im Gespräch. Hinter ihnen Urwald. Sie sind verschwitzt.
Im Urwald suchen Emma (Cristin Milioti) und Noah (William Jackson Harper) nach zwei Vermissten, aber eigentlich noch mehr nach dem Sinn ihrer Ehe. © Peacock / Sky
Reise zur magischen Höhle

Emma und Noah finden auf dem Mobiltelefon Textnachrichten und Bilder. Sie folgen den Spuren und finden ein verfallenes Hotel, in dem Sam Ferien machte. Ihre Ermittlungen führen die beiden Hobbydetektive weiter zu einer einflussreichen Familie, einem Schriftsteller und einer magischen Höhle.

Einschätzung

«The Resort» beginnt ziemlich schwerfällig. Die beiden ersten Episoden ziehen sich in die Länge, ohne dass die Handlung entscheidend vorangetrieben wird.

Danach wird es unterhaltsamer. In Rückblenden erfahren wir, wie Sam und Violet zueinandergefunden haben. Zwei neue Figuren tauchen auf.

Das schwarze Schaf und der Exzentriker

Da ist einerseits Baltasar (Luis Gerardo Méndez), der zu der einflussreichen Familie Frias gehört, aber seinen eigenen Weg gegangen ist. Baltasar arbeitete in dem Hotel, in dem Sam und Violet wohnten, bevor sie verschwanden.

Baltasar im braunen Anzug mit Krawattel. Er steht vor Palmen.
Baltasar (Luis Gerardo Méndez) hat seine eigene unbewältigte Vergangenheit, die ihn mit den beiden Verschwundenen verbindet. © Peacock / Sky

Das Hotel gehörte dem exzentrischen Alex (Ben Sinclair). Er leidet an einer eigentümlichen Krankheit namens «Tempus Exhaurire». Als Folge verliert er seine Erinnerungen.

Die mystische Reise zu sich selbst

Beide haben ihre eigene Geschichte, die sie mit Sam und Violet verbindet, und gleichzeitig um das Thema kreisen, das sich langsam als Grundzug der Serie herauskristallisiert: Die Vergangenheit, die Erinnerung, unser Umgang damit, und wie das unser Leben formt.

In den letzten Episoden wird die Suche nach den Verschwundenen für Emma, Noah und auch Baltasar immer mehr zu einer mystisch angehauchten Reise zu sich selbst. Am Schluss finden sie Antworten auf Fragen, die sich ihnen stellten.

Violet und Sam in Freizeitkleidung, Hinter ihnen Urwaldbäume.
Mit dem Buch über Zeitreisen von Violet (Nina Bloomgarden) und dem Telefon von Sam (Skyler Gisondo) beginnt alles. © Peacock / Sky
Interessant, aber nicht ganz überzeugend

Doch eine Frage bleibt offen: Was genau haben wir da gerade gesehen? Eine Geschichte, die zu Beginn an «The White Lotus» erinnert, sich am Ende aber etwas anfühlt wie eine Fantasiewelt à la Narnia.

Immerhin: «The Resort» findet ein Ende, das diesen Namen verdient. Der Weg dahin ist leidlich interessant. Wirklich originell und überzeugend ist die Geschichte aber nicht.

Ebenso etwas enttäuschend: «The Resort» wird auch als Komödie angepriesen. Das finde ich nicht zutreffend. Schade vor allem, weil William Jackson Harper sein komödiantisches Talent als Chidi Anagonye in «The Good Place» bewiesen hat.

Wie viele Sterne gibst du «The Resort» Staffel 1?
4 Stimmen

Besetzung: Cristin Milioti | William Jackson Harper | Luis Gerardo Méndez | Skyler Gisondo | Nina Bloomgarden | Gabriela Cartol | Nick Offerman | Dylan Baker
Serie entwickelt von: Andy Siara
Genre: Mystery | Thriller | Abenteuer
USA, 2022

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