Die Kaiserin (Staffel 1) – Sisi darf nicht sterben!?

3 von 5 Sternen

Läuft bei: Netflix (1 Staffeln, 6 Episoden à 50 Min.)

Wer kennt sie nicht: Elisabeth Amalie Eugenie von Wittelsbach, genannt Sisi, die in jungen Jahren den österreichischen Kaiser Franz Joseph I. heiratete und somit zur Kaiserin des habsburgischen Reichs wurde.

Die ungezähmte Rebellin für die Gen Z

Möglich, dass ein paar Angehörige der Gen Z bislang um die «Sissi»-Filme mit Romy Schneider herumgekommen sind. Vielleicht zielt Netflix mit der Neuadaption des Lebens der unglücklichen Kaiserin auf diese Zielgruppe. Einiges spricht dafür.

Showrunnerin Katharina Eyssen inszeniert ihre Kaiserin als «kreatives, ungezähmtes, revolutionäres Geschöpf, das in seiner Zeit keinen Platz hat.» Alles andere als eine starke, unabhängige Frauenfigur würde vermutlich beim jungen Publikum, aber wohl nicht nur dort, in einem Shitstorm untergehen.

Die Kaiserin (Devrim Lingnau) ist wild entschlossen, sich nicht den höfischen Regeln zu unterwerfen. © Netflix

Dass sich die Serie dafür ein paar Freiheiten nehmen muss, versteht sich von selbst. Die Frage ist: Stört es, wenn die Serien-Elisabeth – auf diesen Namen besteht sie – von der historischen Sisi abweicht? Nicht grundsätzlich, denn «Die Kaiserin» will ja keine Dokumentation sein.

Eher bemühend: geschichtsklitternde Sozialromantik

Dass Elisabeth lustvoll mit ihrem Franz Sex hat, während die historische Sisi dem Geschlechtsakt eher abgeneigt war – was solls? Bemühend wird es allerdings, wenn dem Kaiserpaar eine starke soziale Ader angedichtet wird.

Franz war ein Leben lang überzeugter absolutistischer Herrscher und Sisi benutzte zur Schönheitspflege des Gesichts Rindfleisch, was sich die einfachen Leute nicht einmal zum Essen leisten konnten. Habsburger Monarch:innen als Wegbereiter des sozialen Umbruchs darzustellen, ist aberwitzig und überspannt den Bogen der künstlerischen Freiheit.

Franz Joseph (Philip Froissant) findet sich in der Serie in seiner Herrscherrolle schlecht zurecht. © Netflix
Sisi als Diana der Habsburger

Aber klar: Die Serie bedient hier ein anderes Bild, das sich bereits in der Popkultur verankert hat. Elisabeth als Kaiserin der Herzen. Wie Prinzessin Diana sorgt sich Elisabeth um die Armen und Kranken. Einem Mädchen, das in den giftigen Dämpfen einer Eisengiesserei arbeiten muss, schenkt Elisabeth ihre Schuhe, als sie die löchrigen Lappen sieht, die das Mädchen an den Füssen trägt.

Fun-Facts
• Philip Froissant, der Franz Joseph I. spielt, war noch auf der Schauspielschule, als er die Zusage für die Rolle des Kaisers erhielt.
• Devrim Lingnau, die Elisabeth spielt, hatte die «Sissi»-Filme vorher nie gesehen.
• Als Kulisse für Schönbrunn, den Palast der Habsburger in Wien, diente Schloss Weissenstein in Bayern.
• Der Dokumentarfilm «Sisi – Mythos einer Märchenprinzessin» von 2017 ist auch wieder im Programm des ZDF. Er wird am 6.11. um 9.45 Uhr auf ZDFinfo ausgestrahlt. Wer nicht warten mag, hier auf YouTube.
• Das Leben von Maximilian, dem jüngeren Bruder von Franz Joseph, ist wohl weniger bekannt, aber kaum weniger tragisch als jenes von Sisi.

Vielleicht ist der ganze historisch inakkurate Ausflug in die Sozialgeschichte dem englischen Königshaus, respektive der Netflix-Serie «The Crown» geschuldet. Die Windsors sind tatsächlich auf die Akzeptanz im gemeinen Volk angewiesen. Das ist in «The Crown» immer wieder thematisiert.

Eine Revolutionärin unter den Hofdamen

Möglicherweise fühlte sich «Die Kaiserin» deshalb ebenfalls verpflichtet, diesen Faden in die Geschichte einzuspinnen. Allerdings liegen zwischen der britischen Elizabeth und der österreichischen Elisabeth etwa 100 Jahren. Im 19. Jahrhundert war den Monarchen das Volk noch ziemlich schnurz.

Natürlich dient die tatsächlich angespannte Lage im Volk in der Serie auch dazu, um etwas Spannung ins Hofleben zu bringen. Unter Elisabeths Hofdamen hat sich eine Revolutionärin eingeschlichen, die ein Attentat plant: «Für das Volk!»

Prunk und wallende Gewänder kommen in «Die Kaiserin» nicht zu kurz. © Netflix

Aber auch diesen Plot hätte es nicht gebraucht. Es passieren genug Intrigen im kaiserlichen Palast. Elisabeths Schwiegermutter ist zwar nicht bösartig, wie ihr «Sissi»-Pendant, dennoch entschlossen, aus dem aufmüpfigen Mädchen eine würdige Kaiserin zu machen. Und Maximilian plant nichts Geringeres, als seinen Bruder Franz vom Thron zu stürzen.

Haben wir auf eine neue Sisi gewartet? Jein

Bleibt noch die Frage: Braucht es überhaupt eine Neuauflage der alten Geschichte? Eigenlicht nein, denn «Die Kaiserin» ist einfach eine leicht aufgepeppte «Sissi»-Version.

Andererseits kann man sich einfach zurücklehnen, die eleganten Kostüme geniessen und die prunkvollen Kulissen bewundern, in der ein paar nicht unsympathische Menschen ihre Probleme wälzen. Es gibt viele weniger ansprechend gemachte Serien als «Die Kaiserin».

Wie viele Sterne gibst du «Die Kaiserin» Staffel 1?

Besetzung: Devrim Lingnau | Philip Froissant | Melika Foroutan | Johannes Nussbaum | Almila Bagriacik | Wiebke Puls | Elisa Schlott | Jördis Triebel
Serie entwickelt von: Katharina Eyssen
Genre: Romanze | Historie | Drama
D, 2022

The Undeclared War (Staffel 1) – Cyberthriller mit zu viel Zeitgeist-Beigemüse

3 von 5 Sternen

Läuft bei: Sky (1 Staffel, 6 Episoden à 45 Min.)

Saara Parvin (Hannah Khalique-Brown) hat ihren ersten Arbeitstag als Praktikantin in den «Government Communications Headquarters» (GCHQ). Die britische Regierungsbehörde ist für die Cybersicherheit des Landes zuständig.

Die Praktikantin stellt die Nerds in den Schatten

Saara hat ein gutes Timing. Es wird gleich spannend, weil eine russische Cyberattacke Teile des britischen Internets lahmlegt. Die blitzgescheite IT-Studentin beweist, was sie drauf hat. Sie findet in der russischen Malware den Code für eine zweite Angriffsstufe.

In den GCHQ klopft man sich gegenseitig auf die Schultern: well done, let’s go for a pint! Dabei war das erst der Anfang des russischen Angriffs.

Saara (Hannah Khalique-Brown) macht sich nicht nur Freunde unter den GCHQ-Codern, als sie einen zweiten Angriffscode entdeckt. © Sky/NBCUniversal
Nur die Vorstufe zum richtigen Krieg

Was die Russen im Schilde führen, erfahren wir durch Vadim (German Segal). Er war auf derselben Uni wie Saara, wurde aber nach Russland zurückbeordert. Er landet beim Geheimdienst (FSB) als Coder in der Abteilung, die den Angriff auf Grossbritannien orchestriert.

Vadim ist entsetzt, als er die Ziele des Angriffs erfährt. Der FSB nimmt einen heissen Krieg mit den Briten in Kauf. Deshalb versteckt Vadim in der Malware eine Botschaft für ein Treffen.

Die Gefahr nicht erkannt

Saara entschlüsselt die Botschaft und trifft Vadim, der sie vor einer dritten Angriffswelle warnt. Allerdings kann er keine genauen Angaben machen, wie und wo die Russen zuschlagen werden. Für Saaras Vorgesetzten Danny (Simon Pegg) ist die Warnung zu vage. Saara muss auf eigene Faust weitersuchen.

Einschätzung

In den letzten beiden Episoden wird «The Undeclared War» richtig spannend. Die Russen sabotieren die britischen Parlamentswahlen, auf der Strasse protestieren Hunderttausende, die Regierung steht unter Druck und beschliesst massive Vergeltungsschläge gegen Russland.

Was will die Serie bloss?

Um so weit zu kommen, braucht es aber Durchhaltewillen. Die Serie hat zu viele Mängel und erweckt durchgehend den Anschein, dass sie nicht so genau weiss, was sie eigentlich will.

Natürlich: Der Cyberwar ist ein zentrales Thema. Das ist sogar witzig inszeniert. Wenn Saara sich an die Tastatur setzt und auf dem Bildschirm die Codezeilen vorbeiflimmern, wechselt die Szenerie. In einer Art Virtual Reality wandert Saara bewaffnet mit einem Werkzeuggürtel durch Gebäude und versucht Schlösser zu knacken und Hinweise zu finden.

Unterwegs in der Malware: Statt langweilige Codezeilen durchforstet Saara Gebäude. © Sky/NBCUniversal
Zeitgeist ohne Ende

Aber dann ist da auch Rassismus. Saara ist Muslima, ihr Bruder entsetzt, als er erfährt, dass sie für den repressiven Staatsapparat arbeitet, unter dem ihre Gemeinschaft zu leiden hat. Familiär kommen unbewältigte Probleme mit ihrem Vater dazu.

Rechtsnationale Hooligans tauchen auch auf, aufgewiegelt durch Medien, die Fake News verbreiten. Die Schlägertruppe überfällt ein linkes Aktivistencamp, in dem Saaras Freund verkehrt. Die Polizei schaut dabei zu und grinst hämisch.

Klar, altbacken geht heute nicht mehr

Und was mit non-heteronormativ gibt es auch: Saara verliebt sich am neuen Arbeitsort. Sie geht nicht mit einem Kollegen fremd, sondern mit der NSA-Verbindungsfrau.

Es leuchtet mir völlig ein, dass der Autor Peter Kosminsky versucht, eine altbackene Inszenierung zu vermeiden, in der sich das Geschehen auf der Chefetage mit alten weissen Männern abspielen würde. Aber auch das funktioniert nur, wenn der Plot fokussiert und die alternativen Hauptfiguren überzeugend und konsistent sind.

Die Chefetage – hier eine Krisensitzung des Kabinetts – spielt nur die zweite Geige in der Story. © Sky/NBCUniversal
Zu viel gewollt und deshalb überladen

Das ist hier nicht der Fall. Die Geschichte mäandert vom Politthriller zum Familiendrama, von der Liebesgeschichte (übrigens mit Vadim alles auch in russischer Version erhältlich) bis zur Gesellschafts- und Medienkritik.

Logischerweise wirken die Hauptfiguren deshalb überladen und unbeständig. Man fragt sich dauernd, worauf es bei ihren Figuren jetzt eigentlich ankommt.

Hätte spannend sein können, wenn …

Schwierig wird es auch, wenn man Schauspieler wie Simon Pegg und allen voran Mark Rylance in die zweite Reihe stellen will. Sobald Rylance im Bild ist, verblasst alles rundum. Da hat Saara als Figur und Hannah Khalique-Brown als Schauspielerin keine Chance.

Wenn «The Undeclared War» tatsächlich nur die titelgebende Geschichte erzählen würde, wäre die Serie womöglich spannend. So irritiert sie mit durcheinander gewürfelten Erzählsträngen, die der Serie weder Tiefe noch Vielfalt verleihen.

Mark Rylance dominiert jede Szene, in der er vorkommt. Nicht nur, wenn die Kamera auf ihn fokussiert. © Sky/NBCUniversal
Einen Extra-Stern für Mark Rylance

Deshalb gibt es nur 2 Sterne, plus einen Stern für Mark Rylance, der auch in seiner winzigen Nebenrolle wieder mal glänzt. (Wahrscheinlich spielte er nur mit, weil er mit Kosminsky befreundet ist. Die beiden haben bei «Wolf Hall» zusammengearbeitet. Diese Serie, basierend auf dem Buch der kürzlich verstorbenen Hilary Mantel, war sehr gut).

Wie viele Sterne gibst du «The Undeclared War» Staffel 1?

Besetzung: Hannah Khalique-Brown | Simon Pegg | Maisie Richardson-Sellers | Edward Holcroft | Adrian Lester | Mark Rylance | German Segal | Alex Jennings | Tinatin Dalakishvili
Serie entwickelt von: Peter Kosminsky
Genre: Thriller | Science-Fiction | Drama
GB, 2022

The Lørenskog Disappearance (Mini-Serie) – Ein Kriminalfall, der die Erwartungen unterläuft

3 von 5 Sternen

Läuft bei: Netflix (Mini-Serie, 5 Episoden à 50 Min.)

Am 31. Oktober 2018 verschwindet die 68-jährige Anne-Elisabeth Hagen aus ihrem Haus in einem Vorort von Oslo. Sie wurde offenbar entführt. Ihr Ehemann, der Millionär Tom Hagen (Terje Strømdahl), findet eine Lösegeldforderung, als er nach Hause kommt.

Erschwerte Bedingungen für die Ermittler:innen

Die Entführer verlangen neun Millionen Euro in Kryptowährung für die Freilassung seiner Frau. Und keine Polizei, sonst werde sie getötet.

Tom wendet sich trotzdem an die Polizei. Unter der Leitung von Jorunn Lakke (Yngvild Støen Grotmol) beginnen die Ermittlungen. Erschwerend ist allerdings, dass weder die Medien noch die Öffentlichkeit etwas bemerken dürfen. Es gibt zwar Kontakt zu den Entführern, aber es kommt nie zu einer Übergabe des Lösegelds.

Die Ermittler:innen finden immer wieder neue Spuren, aber keine entscheidenden Beweise. © Netflix
War es eine Entführung?

Die Polizei findet keine Spur, die sie den Tätern näherbringt. Nach über zwei Monaten werden Medien und Öffentlichkeit über den Fall informiert, in der Hoffnung, Hinweise zum Verbleib von Anne-Elisabeth zu bekommen.

Wochen und Monate vergehen, die Ermittlungen kommen weiterhin nicht vom Fleck. Mittlerweile zweifelt die Polizei an der Entführung. Tom gerät in den Fokus der Untersuchung.

Ehemann unter Mordverdacht

Anderthalb Jahre nach dem Verschwinden von Anne-Elisabeth verhaftet die Polizei Tom und beschuldigt ihn des Mordes. Es fehlt aber nicht nur die Leiche, auch sonst hat die Polizei keine eindeutigen Beweise. Tom kommt schnell wieder auf freien Fuss.

Einschätzung

Es ist schwierig, etwas über «The Lørenskog Disappearance» zu sagen. Einerseits bin ich mir selber nicht ganz im Klaren darüber, was ich von der Serie halte. Andererseits kann ich über vieles nicht schreiben, ohne zu spoilern.

Verkneift euch, den Fall zu googeln

Das Verschwinden von Anne-Elisabeth Hagen ist allerdings ein realer Fall, der nicht nur Norwegen beschäftigte, sondern auch von deutschsprachigen Medien aufgegriffen wurde.

Wer sich also spoilern will, kann das ohne weiteres etwa hier beim Spiegel tun. Obwohl ich bei True-Crime-Serien oft google, was wirklich passiert ist, habe ich es mir bei «The Lørenskog Disappearance» verkniffen. Ich würde auch anderen davon abraten.

Verschiedene Blickwinkel auf die Ermittlungen

Die Serie verliert an Reiz, wenn man weiss, wie sie ausgeht. Sie lebt davon, dass man mit den Protagonist:innen rätselt, was sich an diesem Oktobertag im Haus der Hagens abgespielt hat.

«The Lørenskog Disappearance» zeigt den Fall aus verschiedenen Blickwinkeln. Zuerst aus der Sicht der Ermittler:innen. Dann kommen die Medien dazu, vor allem ein Journalist (Christian Rubeck), der von einem Polizisten mit vertraulichen Informationen gefüttert wird.

Der Journalist: Handlanger der Polizei oder investigativer Reporter? © Netflix
Oberflächliche Kritik an Medien und Polizeiarbeit

Seine Kollegin Aleks (Victoria Ose) findet das problematisch, weil er sich für die Polizeiarbeit instrumentalisieren lasse, die nicht über jeden Zweifel erhaben sei. Diese Medienkritik wirkt etwas zu holzschnittartig, auch die Kritik an den Ermittlungen bleibt oberflächlich.

Die Perspektive des Anwalts von Tom Hagen soll diese Kritik wohl auch etwas vertiefen. Sie liefert am Schluss aber nur ein Beispiel dafür, wie die Polizei bei den Ermittlungen gegen den Ehemann Fehler begeht.

Zäh und frustrierend, deshalb ziemlich faszinierend

Das ist eine Schwäche der Serie. Eine andere sind manche Exkurse ins Privatleben der Protagonist:innen: Dass die Polizistin Jorunn eine dementen Vater hat, der Journalist Erland ein Beziehungsproblem und Aleks einen Freund mit Hang zur Vergangenheitsverklärung spielt für den Fall keine Rolle und wirkt aufgesetzt.

Die Stärke von «The Lørenskog Disappearance» liegt darin, wie man langsam in einen Fluss von Ermittlungen hineingezogen wird, der sich nur zäh vorwärtsbewegt und oft frustrierend in einer Sackgasse endet. Ein Kriminalfall, der gegen die gängigen Erwartungen und Sehgewohnheiten verläuft.

Wie viele Sterne gibst du «The Lørenskog Disappearance» Mini-Serie?

Besetzung: Terje Strømdahl | Christian Rubeck | Victoria Ose | Yngvild Støen Grotmol | Kidan Gjølme Dalva | Henrik Rafaelsen
Genre: True-Crime
NOR, 2021

The Lazarus Project (Staffel 1) – Und täglich grüsst der Weltuntergang

3 von 5 Sternen

Läuft bei: Sky (1 Staffel, 8 Episoden à 45 Min.)

Die schlechte Nachricht: In den letzten Jahrzehnten ist die Welt mehrmals untergegangen, die Menschheit wurde ausgelöscht. Meist durch Atomkriege wie 1962 als Folge der Kuba-Krise, 1971 durch den Konflikt zwischen Indien und Pakistan oder auch durch eine weltweite Pandemie wie 2020.

«Lazarus» lässt die Welt wiederauferstehen

Die gute Nachricht: Es gibt eine geheime Organisation, die diese Weltuntergänge verhindert. «The Lazarus Project» dreht die Zeit zurück und beeinflusst den Lauf der Dinge so, dass die Welt nicht zerstört wird.

Zwei Frauen im Vordergrund. Dahinter weitere Menschen. Sie schauen zu einer Anzeige empor, die nicht im Bild zu sehen ist.
In der Zentrale der Zeitwirtschaft: Wes (Caroline Quentin), die Herrin über die Zeitsprünge und Agentin Archie (Anjli Mohindra). © Sky

Von diesen Zeitsprüngen zurück auf jeweils den 1. Juli des Jahres merkt die normale Bevölkerung nichts. Nur die Lazarus-Agent:innen nehmen das wahr, weil sie ein Serum injiziert bekommen haben. Dann gibt es noch extrem seltene Fälle von natürlicher Wahrnehmung der Zeitsprünge.

George wird «Lazarus»-Agent

George Addo (Paapa Essiedu) gehört zu den wenigen Menschen, die diese Fähigkeit besitzt. Er wacht am 1. Juli 2022 auf und erlebt exakt denselben Tag nochmal. George zweifelt an seinem Verstand, bis er von Archie (Anjli Mohindra) kontaktiert wird.

Die Lazarus-Agentin erklärt ihm, dass «Lazarus» mal wieder die Zeit zurückdrehen musste und rekrutiert George für das Projekt. George findet den neuen Job spannend. Doch dann trifft ihn ein Schicksalsschlag.

Ein Paar schlendert lächelnd vor einem Parkplatz vorbei.
Für George (Paapa Essiedu) gab es eine kurze Zeit, als er unbeschwert mit seiner Freundin Sarah (Charly Clive) zusammen lebte. © Sky
Die Freundin retten durch den Weltuntergang

Seine Freundin Sarah (Charly Clive) kommt ums Leben. Mit einem Zeitsprung könnte «Lazarus» das ungeschehen machen. Aber damit die Maschinerie in Gang gesetzt wird, muss George zuerst den Weltuntergang herbeiführen.

Einschätzung

Was? Wer? Wie? Warum? Am Anfang ist es gerade ein bisschen viel, was einem «The Lazarus Project» zumutet.

Die Frau am Zeitsprung-Drücker

Irgendwo steht eine Maschine, die die Erde rückwärts um die Sonne rotieren lässt und damit die Zeit zurückdreht. Soll irgendwie mit Quantenmechanik funktionieren, heisst es.

Den Befehl für den Zeitsprung gibt eine einzelne Person: Wes (Caroline Quentin), die Chefin des «Lazarus Projects». Höhere Mächte werden zwar angedeutet, aber der ganze Prozess scheint nicht besonders demokratisch organisiert.

Mann mit krausem Haar hält eine Waffe schussbereit.
Die «Lazarus»-Agenten wie hier Shiv (Rudi Dharmalingam) sind unzimperlich, wenn es darum geht, den Weltuntergang zu verhindern. © Sky
Keine Serie für Wahrscheinlichkeitskrämer:innen

Vor allem, wenn man sich noch vorstellt, dass der Zeitsprung wahrscheinlich das ganze Universum betrifft. Was sagen die Aliens dazu? Und wieso entwickelt George von einem Tag auf den anderen die Fähigkeit, die Zeitsprünge wahrzunehmen? War da was mit Eiweissmutation?

Wer all diese Fragen nicht beiseiteschieben kann und sich nicht einfach auf die Prämissen der Serie einlässt, der:die sollte die Finger davon lassen.

Die Tragik der Zeitsprünge

Wenn man sich darauf einlässt, gibt’s dafür eine ansprechend spannende und unterhaltsame Geschichte mit viel Action, die der ganzen Zeitsprung-Thematik auch noch einen emotionalen Twist abringt.

Da gibt es etwa eine Agentin, die ein Kind bekommen hat. Es droht aber ein Zeitsprung, der vor ihre Schwangerschaft führen würde. Das Kind würde nie gezeugt. Sie fleht Wes vergeblich an, den Befehl nicht zu geben. Es kommt dann noch schlimmer mit dem zweiten Kind.

Ein Paar sitzt auf einem Bett. Die schwangere Frau hält eine Hand auf ihren Bauch.
Janet (Vinette Robinson) und Rebrov (Tom Burke) wenden sich nach einer Zeitsprung-Tragödie vom «Lazarus-Project» ab. © Sky
Kein Happy End, sondern ein Cliffhanger

Auch Georges Mission, seine Freundin von den Toten auferstehen zu lassen, nimmt eine unerwartete Wendung. Glücklicherweise dient diese etwas allzu rührselige Geschichte nur als Katalysator für Action und Intrigen.

Störend allerdings: Die Serie schliesst zwar einen Teil des Plots ab, endet aber mitten in einem neuen, scheinbar ausweglosen Weltuntergangsszenario. Immerhin ist die zweite Staffel bestätigt. Wir werden in etwa einem Jahr erfahren, ob die Menschheit weiterexistieren wird.

Wie viele Sterne gibst du «The Lazarus Project» Staffel 1?

Besetzung: Paapa Essiedu | Anjli Mohindra | Rudi Dharmalingam | Caroline Quentin | Tom Burke | Vinette Robinson | Charly Clive
Serie entwickelt von: Joe Barton
Genre: Science-Fiction | Action | Drama
GB, 2022

Dr. Death (Staffel 1) – Ein gefährlicher Pfuscher konnte jahrelang unbehelligt operieren

3 von 5 Sternen

Läuft bei: Sky (1 Staffel, 8 Episoden à 50 Min.)

Christopher Duntsch (Joshua Jackson) hat eine vielversprechende Karriere als Arzt vor sich. Er beeindruckt durch sein Wissen und vor allem durch seinen Ehrgeiz. Allerdings hat er auch ein Drogenproblem und leidet unter massiver Selbstverherrlichung.

Der Artz, der Patient:innen zu Krüppeln macht

Nach dem Studium gründet er ein Start-up, das Stammzellentherapien für Wirbelsäulenprobleme erforscht. Doch finanzielle Probleme zwingen ihn dazu, in den Operationssaal zurückzukehren.

Nach einer missglückten Operation im Dallas Medical Center werden die beiden Ärzte Robert Henderson (Alec Baldwin) und Randall Kirby (Christian Slater) auf Duntsch aufmerksam. Sie finden heraus, dass Duntsch mehrere seiner Patient:innen verkrüppelt hat, zwei sind sogar an den Folgen des Eingriffs gestorben.

Mehr Klempner und Metzger im OP als Chirurg: Dr. Duntsch (Joshua Jackson), der über 30 Patient:innen zu Krüppeln operierte. © Peacock
Duntsch muss hinter Gitter

Henderson und Kirby wollen dem offensichtlich unfähigen, ja sogar gefährlichen Chirurgen die Zulassung entziehen. Doch das ist nicht so einfach. Zudem könnte Duntsch einfach in einem anderen Bundesstaat weiterarbeiten, auch wenn er die Lizenz in Texas verlieren würde.

Es gibt deshalb nur eine Lösung. Duntsch muss vor Gericht und hinter Gitter, damit er nie mehr einen Operationssaal betreten kann. Die junge Staatsanwältin Michelle Shughart (AnnaSophia Robb) nimmt sich des Falls an.

Obwohl Duntsch unzweifelhaft grauenvolle Fehler begangen hat, erweist es sich als schwierig, ihn strafrechtlich zu belangen.

Einschätzung

Es gibt genau etwas, was diese Serie trägt: Die unglaubliche, aber wahre Geschichte eines Chirurgen, der 33 Patient:innen im Operationssaal verkrüppelt hat, zwei davon sogar tödlich verletzte. Unter den Opfern von Duntsch ist auch sein bester Freund, der den OP als Tetraplegiker verliess.

Horrorszenen im OP

Da beisst man vor dem Fernseher auf den Nägeln rum, wenn Duntsch im OP nur schon das Skalpell in die Hand nimmt. Wenn er danach verbissen auf die Wirbelsäule einhämmert, obwohl ihn der Kollege darauf aufmerksam macht, dass er falsch angesetzt hat, mag man gar nicht mehr zuschauen.

«Dr. Death» ist glücklicherweise ziemlich zurückhaltend mit solchen Horrorszenen im OP. Doch nachdem die Serie uns die Figur dieses Pfuschers in Weiss vorgestellt hat, reicht es schon, wenn Duntsch grinsend und scherzend die Patientin vor der OP begrüsst, dass sich einem die Nackenhaare sträuben.

Die Patient:innen überzeugt Dr. Duntsch durch seine gewinnende und selbstüberzeugte Art. © Peacock
Soziopath erster Güte

Denn inzwischen wissen wir, dass dieser Duntsch an krankhafter Selbstüberschätzung leidet. Er kann Fehler nicht eingestehen kann und ist offensichtlich unfähig, Empathie zu empfinden. Ein Soziopath erster Güte, wie Kirby einmal feststellt.

Der Grusel- und Grauenfaktor für das Publikum ist also hoch. Man bleibt gebannt vor dem Bildschirm sitzen. Und doch erreicht «Dr. Death» nicht die Intensität von beispielsweise «The Dropout».

Wie konnte er jahrelang unbehelligt arbeiten?

Da fliesst zwar viel weniger Blut und die Opfer verlieren nur Geld, nicht das Leben. Dennoch ist die Geschichte von Elizabeth Holmes und ihrem betrügerischen Imperium packender, weil sie vielschichtiger und subtiler erzählt ist.

Vielleicht braucht es deshalb die beiden grossen Namen von Alec Baldwin und Christian Slater, die fast ein bisschen unter ihrem Wert verkauft werden in dieser Serie. Dafür bietet Joshua Jackson (bekannt u.a. als Peter Bishop aus «Fringe») eine facettenreiche Darstellung des gestörten Dr. Duntsch.

Das Versagen der Spitäler und des Systems

Vor allem aber rätselt man am Schluss, wie es überhaupt möglich war, dass so ein unfähiger Chirurg jahrelang unbehelligt arbeiten konnte. Ein bisschen wird das zwar angedeutet, aber nicht wirklich ausgeleuchtet.

Wollen Duntsch endgültig das Handwerk legen: die Staatsanwältin (AnnaSophia Robb) und zwei Arztkollegen (Christian Slater und Alec Baldwin). © Peacock

Die Spitäler hatten kein Interesse daran, die verpfuschten Operationen an die grosse Glocke zu hängen, weil ihr Ruf leiden würde und damit ihre Einnahmen. Und eine Gesetzesreform in Texas schränkte die Möglichkeiten der Patient:innen stark ein, gegen Ärzt:innen oder Spitäler zu klagen.

Kaputtes System

Das wäre offenbar eine andere Geschichte, die über den Fall des «Dr. Death» hinausgehen würde und deshalb korrekterweise hier nur am Rande vorkommt.

Aber dass erst ein ziemlich kaputtes Rechts- und Gesundheitssystem Christopher Duntsch den Weg ebnete, scheint ebenso klar, wie dieser Artikel im «TexasMonthly» aufzeigt.

Wie viele Sterne gibst du «Dr. Death» Staffel 1?

Besetzung: Joshua Jackson | Christian Slater | Alec Baldwin | Dominic Burgess | Grace Gummer | Molly Griggs | AnnaSophia Robb | Laila Robins | Kelsey Grammer
Serie entwickelt von: Patrick Macmanus
Genre: True-Crime | Drama
USA, 2021

Wedding Season (Staffel 1) – Hochzeitskomödie mit Nervenkitzel

3 von 5 Sternen

Läuft bei: Disney+ (1 Staffel, 8 Episoden à 30 Min.)

Stefan (Gavin Drea) legt gleich zu Beginn einen oberpeinlichen Auftritt hin. Er stürmt mitten in eine Hochzeitsfeier und fleht die Braut (Rose Salazar) an, nicht diesen reichen Schnösel an ihrer Seite zu heiraten. Aber Katie lässt Stefan knallhart abblitzen.

Hoffnungsloser Romantiker

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Stefan vor versammelter Mannschaft lächerlich macht. Vor kurzem hat er seiner damaligen Freundin an einer anderen Hochzeit einen Heiratsantrag gemacht. Sie liess ihn einfach stehen.

Alle seine Freund:innen hatten ihn gewarnt. Aber Stefan scheint ein hoffnungsloser Romantiker zu sein. Sein Drang, in den Hafen der Ehe zu segeln, entpuppt sich allerdings nicht als sein grösstes Problem. Das ist die Braut vom Anfang, Katie.

Acht Leichen am Hochzeitsessen

Kurz nachdem Stefan in Katies Hochzeit gestürmt ist, stürmt die Polizei seine Wohnung. Stefan wird verdächtigt, etwas damit zu tun zu haben, was an Katies Hochzeitsessen passiert ist.

Nur die Braut (Rosa Salazar) überlebt das Hochzeitsessen. © Hulu

Da gab es nämlich acht Leichen, Katies neue Verwandtschaft inklusive Ehemann. Alle vergiftet, alle Mitglieder des Delaney-Clans, stinkreich, aber kriminell.

Die Braut – eine Giftmörderin?

Nur Katie hat überlebt und ist getürmt. Damit ist sie natürlich die Hauptverdächtige. Stefan soll ihr geholfen haben, wie die Polizei glaubt. Hat er zwar nicht, aber jetzt passiert das Unvermeidliche.

Katie holt Stefan aus dem Polizeigewahrsam, die beiden fliehen und wir erfahren nach und nach, was für eine komplizierte Beziehung die beiden schon vor dieser ominösen Hochzeit geführt haben.

Einschätzung

Die Referenz ist unübersehbar, die «Wedding Season» dem britischen Hochzeitsklassiker «Four Weddings and a Funeral» erweist. Stefans Freundeskreis lässt sich fast eins zu eins übertragen auf die Hochzeitsgang um Hugh Grant. Und natürlich ist da dieselbe Tournee von einer Hochzeit zur nächsten, wo immer etwas beinahe katastrophal schiefläuft.

Nur knapp hat es Stefan ( Gavin Drea 2.v.l.) zur Hochzeit seines besten Freundes Anil (Bhav Joshi, l.) geschafft. © Hulu
Grosse Vorbilder – nicht ganz erreicht

Die andere Referenz gilt dem britischen Altmeister Alfred Hitchcock. Wie Roger Thornhill in «North by Northwest» wird Stefan in einen Strudel von Ereignissen gerissen, ohne genau zu wissen, was eigentlich los ist.

Das ergibt auch eine ganz nette Mischung von vergnüglichem Hochzeitsslapstick bis zu mörderischen Verfolgungsjagden. Aber so ganz erreicht «Wedding Season» die Höhe seiner Vorbilder nicht.

Es fehlt an Romantik

Zu rätselhaft bleibt, weshalb Stefan sich so wahnsinnig zu Katie hingezogen fühlt. Da gibts zwar Sex in der Abstellkammer und ein paar kleine gemeinsame Abenteuer. Aber es fehlt gewaltig an romantischen Momenten, die erklären würden, weshalb Stefan für diese Frau Kopf und Kragen riskiert, obwohl sie ihn immer wieder fallen lässt und brüskiert.

Die schottischen Highlands sind ein Pluspunkt

Der Thriller-Teil, in dem die beiden von der Polizei, aber auch von noch viel gefährlicheren Mobstern gejagt werden, ist dagegen besser gelungen: Verfolgungsjagden, ausweglose Situationen, mysteriöse Bösewichte.

DCI Metts (Jade Harrison) und DI Donahue (Jamie Michie) sind Katie und Stefan auf den Fersen, aber fast immer einen Schritt zu spät. © Hulu

Zudem spielt ein Teil der Handlung in den schottischen Highlands und es ist viel nordenglischer bis schottischer Dialekt zu hören. Damit verdient sich die Serie mindestens einen Zusatzstern 😉.

Angelegt scheint «Wedding Season» auf mehr als eine Staffel, wie der Cliffhanger am Schluss zeigt. Ich bin mir aber nicht so sicher, ob die Serie so gut ankommt bei Publikum und Kritiker:innen, dass es dafür reicht.

Wie viele Sterne gibst du «Wedding Season» Staffel 1?

Besetzung: Gavin Drea | Rosa Salazar | Jade Harrison | Jamie Michie | Omar Baroud | Callie Cooke | Ioanna Kimbook | Bhav Joshi | George Webster
Serie entwickelt von: Oliver Lyttelton
Genre: Thriller | Komödie | Romanze
GB, 2022

The Flight Attendant (Staffel 2) – Kaley Cuocos überdrehte Selbstinszenierung

3 Sterne von 5

Läuft bei: Amazon (2 Staffeln, 8 Episoden à 45 Min.)

Ein Jahr ist vergangen seit der Geschichte in Bangkok. Damals war Cassie (Kaley Cuoco) mit einem höllischen Kater neben einer Leiche im Hotelzimmer aufgewacht. Dieser Tote brachte sie ins Visier von FBI, CIA und einem Mann, der sie ermorden wollte (Episodenliste Staffel 1).

Ein neues Leben ohne Alkohol, dafür mit Spionagethrill

Cassie ist nach Los Angeles gezogen, um ihr Leben neu aufzugleisen. Sie arbeitet immer noch als Flugbegleiterin und ist seit einem Jahr trocken. Sie hat Hilfe und Halt gefunden bei den Anonymen Alkoholiker:innen und ihrer Sponsorin Brenda (Shohreh Aghdashloo). Zudem gibt es da einen Freund. Die Beziehung zu Marco (Santiago Cabrera) scheint ziemlich ernst zu sein.

Einen Kick in ihrem Leben braucht Cassie aber immer noch. Den bietet ihr die CIA, die sie als «human asset» für kleine Aufgaben angeheuert hat.

Mysteriöse Doppelgängerin

Ihr jüngster Auftrag führt sie nach Berlin. Sie soll dort eine Zielperson beobachten, aber keinesfalls verfolgen oder sogar Kontakt aufnehmen. Was Cassie selbstverständlich beides ignoriert.

Eine Frau in einem beigen Mantel und ein Mann im dunklen Anzug sitzen auf einer schwarzen Ledercouch.
Benjamin (Mo McRae) ist Cassies CIA-Betreuer. Er traut ihr nicht so ganz über den Weg, weil sie sich nicht an seine Vorgaben hält. © HBO Max

Der Job wird schnell mysteriös und gefährlich. Da taucht eine Frau im Hotelzimmer ihres Zielobjekts auf, die wie Cassie aussieht. Die Frau hat sogar dasselbe Tattoo auf dem Rücken. Bei der weiteren Verfolgung wird Cassie beinahe getötet, als ihre Zielperson durch eine Autobombe in die Luft fliegt.

Ani und Max wollen helfen

Offensichtlich versucht da wieder jemand, Cassie einen Mord anzuhängen. Es bleibt nicht bei diesem einen Mord. Weitere Leichen tauchen auf und immer ist Cassies Doppelgängerin in der Nähe.

Zusammen mit ihrer Freundin Ani (Zosia Mamet) und deren Freund Max (Deniz Akdeniz), die Cassie in LA besuchen, will sie der Geschichte auf den Grund gehen.

Einschätzung

Schwindelerregend und atemlos. Das sind die Markenzeichen von «The Flight Attendant». Weniger, was die Action und den Thrill angeht, mehr, was Cassies Persönlichkeit ausmacht.

Höllisches Tempo

Ruhig Blut bewahren und überlegt eine Lösung suchen, ist nicht ihr Ding. Hyperventilieren und kopflos der erstbesten, meist schlechten Idee nachrennen dagegen schon.

Wollen Cassie helfen: Ani (Zosia Mamet), Max (Deniz Akdeniz) und Shane (Griffin Matthews). Würde sie nur mehr auf ihre Freund:innen hören … © HBO Max

Das ist anstrengend. Nicht zuletzt, weil sich die Dialoge streckenweise in einem höllischen Tempo abspielen und Splitscreens regelmässig den Bildschirm bedecken. Trotzdem kann man die Inszenierung als reizvoll bezeichnen und vor allem Kaley Cuocos schauspielerische Leistung als überzeugend. Sie kann das.

Es fliessen literweise Tränen

Letztlich bleibt für mich die Frage aber offen, ob die Mixtur der Serie stimmt. Denn über all dem Thrill und der überdrehten Action steht das Drama: Cassies Alkoholsucht, die all ihre Beziehungen strapaziert oder sogar ruiniert.

Diesem Aspekt bietet «The Flight Attendant» auch in der zweiten Staffel reichlich Raum. Cassie führt innere Dialoge mit ihrem depressiven Ich, dem Ich, das nach Alkohol und Party lechzt, ihrem jüngeren Alter Ego. Eine Wiederbegegnung mit ihrer Mutter endet katastrophal. Und es fliessen literweise Tränen, weil Cassie ihre eigenen und die Erwartungen ihrer Freunde und Familie enttäuscht.

Eine Frau im glitzernden Abendkleid unterhält sich mit der gleich aussehenden Frau im Pullover und Hosen.
Die glamouröse Cassie will die neue Cassie immer wieder zu Alkohol und Party verführen. © HBO Max
Wagemutiger Versuch, der nicht ganz überzeugt

Ist die Serie also ein wagemutiger Versuch, die Problematik einer zerstörerischen Alkoholsucht in einen komödiantischen Spionagethriller zu verpacken? Sieht danach aus. Gelingt es auch? Meiner Meinung nach nicht ganz. Das Drama wird nicht intensiv inszeniert, sondern ähnlich überdreht wie die unterhaltsamen Seiten des Plots.

Am Schluss fragt man sich, was man da gerade gesehen hat. Sicher eine gloriose Selbstinszenierung von Kaley Cuoco, die die Serie mitproduziert hat. Das lässt leider anderen, durchaus namhaften Darsteller:innen kaum Platz, um ernsthaft mitzuspielen.

Wie viele Sterne gibst du «The Flight Attendant» Staffel 2?

Besetzung: Kaley Cuoco | Zosia Mamet | Deniz Akdeniz | Griffin Matthews | Rosie Perez | Mo McRae | Mae Martin | Santiago Cabrera | Shohreh Aghdashloo | Sharon Stone
Serie entwickelt von: Steve Yockey
Genre: Komödie | Thriller | Drama
USA, 2022

Westworld (Staffel 4) – Eine tolle Serie hat ihren Zenit überschritten

Läuft bei: Sky (4 Staffeln, 36 Episoden à 55 Min.)

Was bisher geschah
Weil es viel zu kompliziert ist, die Handlung der vorhergehenden Staffeln zusammenzufassen, empfehle ich dafür ein YouTube-Video (Engl. mit engl. UT):
WESTWORLD Season 1-3 Recap (22 Min.) oder nur die 3. Staffel (8 Min.)

Sieben Jahre sind vergangen seit der Zerstörung von «Rehoboam», dem System, das in Staffel 3 die Menschheit manipulierte. Charlotte Hale (Tessa Thompson) verfolgt gemeinsam mit William (Ed Harris) ihr Ziel, die Kontrolle über die Menschen zu erlangen.

Dolores ist jetzt Christina

Charlotte (die ja eigentlich Dolores Abernathy ist) ersetzt Menschen durch Hosts. Ihre Gegenspieler:in sind Maeve (Thandiwe Newton) und Caleb (Aaron Paul), die ihre Pläne zu durchkreuzen versuchen.

Teddy (James Marsden) war die grosse Liebe von Dolores. Er öffnet Christina (Evan Rachel Wood) die Augen. © HBO

In New York lebt Christina (Evan Rachel Woods), die aussieht wie Dolores, aber offensichtlich nicht die uns bekannte Dolores ist. Sie arbeitet für eine Unterhaltungsfirma und erfindet Charaktere für Computergames.

Die Apokalypse naht

Allerdings scheint ihre Arbeit eng verknüpft mit der Realität. Ein Mann wirft ihr vor, dass sie sein Schicksal bestimme. Tatsächlich weist er Ähnlichkeiten auf mit einer von Christinas fiktiven Figuren. Und wie diese Figur nimmt er sich das Leben.

Auch Bernard (Jeffrey Wright) begegnen wir wieder. Er hat Jahre in der virtuellen Welt, dem «Sublime» verbracht und Simulationen durchgespielt. Bernard weiss nämlich, dass die reale Welt dem Untergang geweiht ist. Nur eine einzige Reihe von Ereignissen könnte das verhindern. Die will er jetzt in Gang setzen.

Einschätzung

Es ist ziemlich aussichtslos, die Story der vierten Staffel von «Westworld» nachzuerzählen. Die Zeitebenen werden – wie üblich in dieser Serie – wild durcheinandergewirbelt. Und alles ist viel komplizierter, als es scheint.

Rätsel um Rätsel

Im zweiten Teil dreht die Geschichte in eine andere Richtung, als man zu Beginn erwarten würde. Die Hosts haben die Welt erobert und den Spiess umgedreht. Charlotte lässt die Menschen wortwörtlich nach ihrem Willen tanzen.

Das ist einerseits faszinierend. Andererseits beschleicht einen der Verdacht, dass die vielen Rätsel, die unendlichen Verwirrspiele, die uns die Serie auftischt, nur noch reiner Selbstzweck sind.

Charlotte (Tessa Thompson) hat sich die Menschen untertan gemacht. © HBO
Ein bisschen wie «Inception» – man kann es lieben oder hassen

Wäre nicht ganz überraschend, schliesslich steckt ein Nolan hinter der Serie. Jonathan, der Bruder von Christopher Nolan. Dessen Film «Inception» teilt die Welt ja auch in zwei Lager: Die grossen Fans und die Hater, die dem Film vorwerfen, das sei reine selbstverliebte Gehirnwindungsverdrehung. Oder neudeutsch: ein Mindfuck.

Auf jeden Fall ist es ziemlich anstrengend, dauernd darauf zu achten, ob wir gerade wieder die Zeitachse gewechselt haben. Rauszufinden, ob da ein Host oder ein Mensch vor einem steht. Und überhaupt: In welcher (virtuellen) Realität sind wir eigentlich?

Ehrvoller Abgang mit einer fünften Staffel – hoffentlich

Trotzdem bewahrt die Geschichte einiges an Reiz. Auch wenn man gerade den Faden verloren hat, welche Version von Maeve wiedermal von den Toten auferstanden ist.

Die ganz grosse Begeisterung, die vor Jahren die ersten beiden Staffeln von «Westworld» auslösten, stellt sich nicht mehr ein. Die Serie hat ihren Zenit überschritten. Jetzt noch ein ehrenvoller Abschluss mit einer fünften Staffel und dann ist gut.

Wie viele Sterne gibst du «Westworld» Staffel 4?

Besetzung: Evan Rachel Woods| Thandiwe Newton | Ed Harris | Jeffrey Wright | Tessa Thompson | James Marsden | Luke Hemsworth | Aaron Paul | Angela Sarafyan | Aurora Perrineau | Nozipho Mclean
Serie entwickelt von: Lisa Joy | Jonathan Nolan
Genre: Science-Fiction | Thriller | Mystery
USA, 2022

Loot (Staffel 1) – Peinlichkeiten einer stinkreichen Wohltäterin

Frau im purpurenem Kleid hält einen geöffneten Schirm aus dem es Geld regnet

Läuft bei: Apple TV+ (1 Staffel, 10 Episoden à 30 Min.)

Molly (Maya Rudolph) ist stinkreich. Sie geniesst das Luxusleben mit ihrem Mann, dem Tech-Milliardär John Novak (Adam Scott, zuletzt in «Severance»). An ihrem 45. Geburtstag entdeckt sie allerdings, dass John sie mit einer jüngeren Frau betrügt.

Keine Ahnung, dass sie eine Wohltäterin ist

Molly lässt sich scheiden. Um ihren Kummer zu vergessen, reist sie mit ihrem Assistenten Nicholas (Joel Kim Booster) von Party zu Party rund um die Welt. Das kann sie sich locker leisten. Sie hat die Hälfte des gemeinsamen Vermögens bekommen – 87 Milliarden Dollar.

Als Molly wieder kurz in Los Angeles weilt, erhält sie einen Anruf. Es ist Sofia (MJ Rodriguez), die Direktorin ihrer Stiftung, die sich um soziale Projekte in LA kümmert, und von deren Existenz Molly keine Ahnung hatte.

Eine Frau und ein Mann prosten sich zu mit einem Glas Orangensaft.
Nicholas (Joel Kim Booster) ist Mollys (Maya Rudolph) treuer Assistent und trinkt wie sie lieber Champagner als Orangensaft. © Apple TV+
Molly unter den 99 Prozent

Sofia liest Molly die Leviten, weil ihr Lebensstil ein extrem schlechtes Licht auf die Stiftung wirft. Molly verspricht Besserung. Aber nicht nur das. Sie will sich aktiv engagieren.

So taucht sie bei der Einweihung eines Obdachlosenheims auf und lässt Geschenktüten mit Luxusartikeln unter den Gästen verteilen. Es bleibt nicht der einzige peinliche Auftritt, bei dem Molly unter Beweis stellt, wie fremd ihr das Leben der 99 Prozent ist.

Radikaler Schritt

Ganz langsam lernt sie aber im Kontakt mit ihrer Stiftung und deren Mitarbeiter:innen, was sie und ihr Geld sinnvolles ausrichten können. Am Ende kommt sie zu einer radikalen Erkenntnis und Entscheidung.

Einschätzung

Molly, respektive Maya Rudolph, scheint es grosses Vergnügen zu bereiten, sich in der Sphäre der Superreichen mit Villen, Privatjets und Birkin Bags zu bewegen und von einem Fettnapf in den anderen zu treten. Das ist es auch, was diese Serie in erster Linie unterhaltsam macht.

Neid und Häme

Als Zuschauer:in darf man etwas neidisch staunen, wenn Molly in ihrer Villa vom begehbaren Kleider-, zum Schuh-, zum Handtaschenschrank flaniert, alle etwa so gross wie ein Wohnzimmer. Oder dass es einen Candy-Room gibt, wo sie ihren Kummer mit Süssigkeiten vertreiben kann.

Leicht hämisch dürfen wir uns aber auch daran ergötzen, wenn sie sich wieder eine Peinlichkeit sondergleichen leistet und nicht zu ganz unrecht als «rich bitch» beschimpft wird.

Die Weltfremdheit verliert an Witz

Allerdings funktioniert das nur über die ersten paar Episoden hinweg. Danach verliert Mollys Weltfremdheit an Witz. Zudem taucht ein neuer Mann in ihrem Leben auf und Mollys Plot gleitet ab in eine (fast) normale Liebesgeschichte.

Zwei Frauen in weissen Bademänteln und mit blauen Gesichtsmasken auf Liegestühlen.
Teamausflug ins Luxusspa. Sofia (MJ Rodriguez) hält wenig von Mollys Lebensstil, lässt sich aber manchmal verführen. © Apple TV+

Deshalb braucht es noch die anderen Figuren. Der blasierte Assistent Nicholas, der alle Normalos schrecklich findet, sich aber langsam mit Howard (Ron Funches) anfreundet, dem IT-Techniker der Stiftung und Cousin von Molly.

Die Nebenfiguren halten einen bei der Stange

Sofia, die Molly regelmässig die Leviten liest, aber die Einladung ins Luxusspa doch nicht ausschlagen kann. Schliesslich gibt es noch Arthur (Nat Faxon, zuletzt als Bob Haldeman in «Gaslit»), ein Klischee-Buchhalter, korrekt, schlecht gekleidet, peinlich lustig und geschieden.

Dieses Figurenarsenal hält einen einigermassen bei der Stange, wenn der Spassfaktor in der zweiten Hälfte etwas abnimmt. Alles in allem ist «Loot» eine durchaus vergnügliche Sitcom. Sie ist aber etwas zu wenig bösartig, um den Titel Satire zu verdienen.

Wie viele Sterne gibst du «Loot» Staffel 1?

Besetzung: Maya Rudolph | MJ Rodriguez | Joel Kim Booster | Ron Funches | Nat Faxon | Adam Scott
Serie entwickelt von: Matt Hubbard | Alan Yang
Genre: Komödie
USA, 2022

Outer Range (Staffel 1) – Zeitreise in den Rocky Mountains

Läuft bei: Amazon (1 Staffel, 8 Episoden à 50 Min.)

Royal Abbott (Josh Brolin) bewirtschaftet mit seiner Frau Cecilia (Lili Taylor) und den beiden Söhnen Rhett (Lewis Pullman) und Perry (Tom Pelphrey) eine grosse Farm in Wyoming. Das Leben ist hart, nicht nur finanzielle Probleme plagen die Familie.

Eine Leiche verschwindet in einem mysteriösen Loch

Vor Monaten ist Rhetts Ehefrau spurlos verschwunden. Die Nachbarsfamilie Tillerson, mit denen die Abbotts seit jeher keine guten Beziehungen pflegen, beanspruchen einen grossen Brocken Land der Abbotts. Und dann ist da noch ein mysteriöses, waberndes Loch auf seinem Land, das Royal eines Tages entdeckt.

Damit nicht genug. Bei einem Streit hinter dem Saloon prügelt Rhett einen der Tillerson Brüder zu Tode. Perry und Royal helfen Rhett, die Spuren zu verwischen. Royal wirft die Leiche in das ominöse Loch.

Ein Fenster in die Zukunft

Dabei wird er aber beobachtet. Autumn (Imogen Poots), eine junge Frau, die ein paar Tage zuvor aufgetaucht ist und um Erlaubnis bat, auf dem Land der Abbotts zu campieren. Sie stösst Royal ins Loch, das sich als Zeitmaschine erweist. Er landet in der Zukunft.

Autumn (Imogen Poots) fühlt sich seltsam angezogen von den Abbotts und ihrem geheimnisvollen Loch. © Amazon

Das Land rund um das Loch sieht ganz anders aus. Bohrmaschinen und Tanks stehen auf dem ehemaligen Weideland. Das ganze Städtchen hat sich um das Loch versammelt. Cecilia geht auf ihren Mann zu und flüstert ihm ins Ohr, dass er vor zwei Jahren gestorben sei und jetzt fliehen müsse. Royal springt wieder ins Loch.

Die Fremde wird zur Bedrohung

Zurück in der Gegenwart eskaliert auch hier die Situation. Trevor Tillersons Leiche taucht wieder auf. Sheriff Joy (Tamara Podemski) verdächtigt die Abbotts und sucht Beweise.

Autumn ist besessen von der Idee, dass sie eine spezielle Verbindung mit dem Land der Abbotts und dem Loch hat. Sie agitiert gegen Royal und die beiden werden zu Todfeinden.

Einschätzung

«Outer Range» ist ein mysteriöses Familiendrama in der Cowhand*-Welt der wunderschönen Rocky Mountains mit Bisons, Rindern, Rodeos, Saloons und überdimensionierten Gürtelschnallen. Eine Mischung von «Yellowstone», «X-Files» und «Dynasty» (wie rogerebert.com schreibt), die ziemlich gut gelungen ist.

Grunzen statt reden

Ich habe zwar meine liebe Mühe mit diesen verstockten Cowhand-Charakteren, die kaum einen ganzen Satz über die Lippen bringen. Royal Abbott könnte ich prügeln, wenn er ein knappes «Hmm» grunzt, statt eine vernünftige Antwort zu geben. Dabei würde das manches Problem der Abbotts lösen.

Royal Abbott (Josh Brolin) ist ein typischer verstockter Farmer. Aber am Ende wird klar, weshalb er nicht viel über seine Vergangenheit preisgeben will. © Amazon
Das Loch, die Zeit und Gott

Aber dann wäre die Geschichte weniger dramatisch und schneller erzählt. Sie lebt davon, dass jede:r sein Geheimnis hegt und oft auch damit ringt. Royal trifft nicht zum ersten Mal auf dieses Loch, als er die Leiche darin entsorgt. Für ihn hat das Loch viel mit der Frage seiner Herkunft zu tun und ob es einen Gott gibt.

Autumn kennt ihr Geheimnis selber noch nicht so genau. Sie weiss nur, dass das Schicksal sie mit den Abbotts und dem wabernden Schlund verbindet. Im Staffelfinale wird ein bisschen aufgelöst, was diese Verbindung ist.

Etwas mehr Tempo und einen Fingerzeig mehr

Für meinen Geschmack hätte «Outer Range» zwar – neben mehr ganzen Sätzen in den Dialogen – etwas mehr Tempo in die Geschichte bringen können. Auch ein, zwei Andeutungen mehr, wie dieses Loch und die Zeit zusammenhängen, wären hilfreich gewesen, damit man interessierter dabeibleibt.

Aber wenn man sich auf diese typische Westernatmosphäre einlässt und den Figuren ein paar Eigenheiten nachsieht, dann unterhält «Outer Range» ordentlich.

Achtung Cliffhanger und falsche Töne

Allerdings muss noch vor zwei Dingen gewarnt werden: Die Geschichte ist nicht zu Ende erzählt, eine zweite Staffel noch nicht bestätigt. Könnte also etwas unbefriedigend werden, wenn Amazon die Serie nicht verlängert.

Wirklich schlimm ist der Soundtrack. Da werden Songs eingespielt, die zwar in einen Western passen, aber null zur Handlung. Und eine der Figuren singt dauernd laut und so falsch, dass es zwar in den Ohren etwas wehtut, aber irgendwie auch witzig ist.

*Ist die gender-inclusive Version von Cowboy und -girl. Habe ich zum ersten Mal in «The Power of the Dog» gehört.

Wie viele Sterne gibst du «Outer Range» Staffel 1?

Besetzung: Josh Brolin | Imogen Poots | Lili Taylor | Tom Pelphrey | Tamara Podemski | Lewis Pullman | Noah Reid
Serie entwickelt von: Brian Watkins
Genre: Mystery | Western | Drama
USA, 2022

1 2 3