A League of Their Own (Staffel 1) – Zum Glück nur wenig Baseball, dafür starke Frauengeschichten

Läuft bei: Amazon (1 Staffel, 8 Episoden à 50 Min.)

1943 droht dem Profi-Baseball in den USA das Aus. Die Männer müssen in den Krieg. Ein Süssigkeiten-Mogul gründet eine Frauenliga (im echten Leben war es der Kaugummi-König Philip K. Wrigley), obwohl er dem Vorhaben wenig Chancen einräumt.

Eine Hausfrau wird zur Profispielerin

Carson Shaw (Abbi Jacobson) ist eine der Frauen, die sich um einen Platz in der Liga bewirbt. Eine Hausfrau aus Idaho, deren Mann in Europa dient. Carson reist zu den Tests nach Chicago und trifft auf Dutzende Frauen, die ihre Leidenschaft für Baseball teilen.

Staunen und Freude: Jo (Melanie Field), Carson (Abbi Jacobson) und Greta (D’Arcy Carden) entdecken, dass sie nicht die einzigen Frauen, die sich für Baseball begeistern. © Amazon Studios

Auch Maxine «Max» Chapman (Chanté Adams) will in die Liga. Sie ist eine hervorragende Pitcherin, aber ohne Chancen. Max ist Afroamerikanerin und wird abgelehnt.

Hosen verboten und schminken obligatorisch

Carson wird den «Rockford Peaches» zugeteilt. Dove Porter (Nick Offerman), ein ehemaliger Baseballstar, coacht das Team. Damit alles sittlich zu und hergeht, erhält jedes Team auch eine Anstandsdame, die für Nachtruhe sorgt und angemessene Kleidung.

Hosen sind nämlich verboten. Auch auf dem Platz müssen die «Peaches» in Röcken spielen und erhalten einen Schnellkurs in Schminken. Schliesslich sollen die Sportlerinnen nicht das herrschende Frauenbild unterminieren oder gar die männliche Vorherrschaft in Frage stellen. Das wäre schlecht fürs Geschäft des Sponsors.

Max (Chanté Adams) gibt nicht auf und will im Team der ortsansässigen Schraubenfabrik mitspielen. © Amazon Studios
Eine völlig neue Welt

Max will ihren Traum, Baseball zu spielen, noch nicht aufgeben. Sie nimmt einen neuen Anlauf beim lokalen Fabrikteam, in dem Schwarze mitspielen dürfen. Diesmal wird ihr nicht Rassismus zum Verhängnis, dafür Sexismus. Es scheint, Max wird nie in einem Team spielen.

Die Spielerinnen der «Peaches» erleben nicht nur auf dem Feld eine völlig neue Welt. Für einige wie Carson wird ihr ganzes bisheriges Leben auf den Kopf gestellt.

Einschätzung

Es ist schon fast kühn, dass sich Abbi Jacobson, Hauptdarstellerin und gemeinsam mit Will Graham Autorin der Serie, an die Geschichte der «Rockford Peaches» heranwagt. Denn diese Geschichte wurde schon in einem Film von Penny Marshall im Jahr 1992 erzählt.

Ein viel geliebter Film als Vorlage

Der Film, ebenfalls «A League of Their Own» betitelt, glänzte nicht nur durch seine Starbesetzung mit Geena Davis, Madonna, Rosie O’Donnell und Tom Hanks. Er wurde von Publikum wie Kritiker:innen gleichermassen geliebt– bedingt durch die Sportart vorwiegend in den USA – als eine charmante Komödie, die leichtfüssig, aber nicht unernst ein frühes Kapitel der Frauenbewegung schildert.

Referenz an den Film: Maybelle (Molly Ephraim) macht den berühmten Spagat-Ballfang von Geena Davis nach (im Training, deshalb in Hosen 🙂). © Amazon Studios

Hohe Erwartungen also, denen sich das Remake als Serie stellen muss. Aber die Neuauflage enttäuscht keineswegs. Im Gegenteil. Sie fokussiert die Geschichten der Hauptfiguren um auf gesellschaftspolitische Aspekte, die heute aktuell sind. So wirkt sie frisch und neu und nicht als verstaubter Abklatsch eines 90er-Jahre-Films.

Natürlich bleibt der Hauptpunkt die Gleichstellung der Frau in einer Welt, in der männlicher Chauvinismus die Grundkonstante ist. Die «Peaches» verstehen sich zwar nicht als Kämpferinnen für Frauenrechte. Viele hinterfragen ihre Rolle gar nicht. Aber einige entdecken Freiräume, die ihnen vorher unbekannt oder verwehrt waren.

Carson entdeckt ihre unbekannten Seiten

Allen voran Carson. Sie fährt nicht zuletzt nach Chicago, weil ihr Mann angekündigt hat, dass er demnächst aus dem Krieg nach Hause kommen werde. De facto flieht Carson vor ihrem Hausfrauendasein, auch wenn sie sich das nicht wirklich eingesteht.

Ihr neuer Alltag bei den «Peaches» bringt Eigenschaften hervor, die sie an sich nicht kannte. Als der Coach das Team im Stich lässt, übernimmt Carson zögernd den Job und hadert lange mit Selbstzweifel, obwohl sie absolut die Richtige ist für die Aufgabe.

Ein bisschen viel mehr als nur Freundinnen: Carson und Greta. © Amazon Studios

Und dann ist da noch Greta (D’Arcy Carden), mit der sie sich anfreundet. Dass diese Freundschaft in Liebe mündet, überwältigt Carson. Lesbisch zu sein, war in ihrem Lebenskonzept nicht vorgesehen.

Rassismus und eine queere Community

Um Max entwickelt sich eine weitere Ebene der Story. Da ist einerseits der alltägliche Rassismus und wie sich die afroamerikanische Gemeinschaft damit arrangieren muss, um nicht in Gefahr zu geraten.

Andererseits ist da ihre Tante Bertie, zu der ihre Mutter jeglichen Kontakt abgebrochen hat. Denn Bertie lebt schon lange als Bert mit einer Frau zusammen. Max nimmt Kontakt auf mit ihrem Onkel und lernt eine völlig unbekannte Welt kennen.

Männer wie hier Coach Porter (Nick Offerman) halten sich zwar für unersetzlich, spielen aber tatsächlich nur Nebenrollen. © Amazon Studios

Die Geschichte der Frauenbaseballliga, die tatsächlich in den 40er-Jahren entstand, ist in «A League of Their Own» nur die Kulisse für ein Sittengemälde der Kriegsjahre in den USA aus der Sicht von Minderheiten und Unterdrückten.

Baseball ist langweilig, aber diese Serie nicht

Das tut die Serie aber nicht mit dem aktivistischen Zeigefinger, sondern mit liebevoll gezeichneten Charakteren, herzerwärmenden Geschichten und humoristischen Episoden. Man muss Baseball nicht mögen, um von dieser Serie sehr angetan zu sein.

Wie viele Sterne gibst du «A League of Their Own» Staffel 1?

Besetzung: Abbi Jacobson | Chanté Adams | D’Arcy Carden | Gbemisola Ikumelo | Roberta Colindrez | Kelly McCormack | Priscilla Delgado | Melanie Field | Nat Faxon | Nick Offerman | Kendall Johnson
Serie entwickelt von: Will Graham | Abbi Jacobson
Genre: Drama | Romanze | Historie
USA, 2022

The Flight Attendant (Staffel 2) – Kaley Cuocos überdrehte Selbstinszenierung

3 Sterne von 5

Läuft bei: Amazon (2 Staffeln, 8 Episoden à 45 Min.)

Ein Jahr ist vergangen seit der Geschichte in Bangkok. Damals war Cassie (Kaley Cuoco) mit einem höllischen Kater neben einer Leiche im Hotelzimmer aufgewacht. Dieser Tote brachte sie ins Visier von FBI, CIA und einem Mann, der sie ermorden wollte (Episodenliste Staffel 1).

Ein neues Leben ohne Alkohol, dafür mit Spionagethrill

Cassie ist nach Los Angeles gezogen, um ihr Leben neu aufzugleisen. Sie arbeitet immer noch als Flugbegleiterin und ist seit einem Jahr trocken. Sie hat Hilfe und Halt gefunden bei den Anonymen Alkoholiker:innen und ihrer Sponsorin Brenda (Shohreh Aghdashloo). Zudem gibt es da einen Freund. Die Beziehung zu Marco (Santiago Cabrera) scheint ziemlich ernst zu sein.

Einen Kick in ihrem Leben braucht Cassie aber immer noch. Den bietet ihr die CIA, die sie als «human asset» für kleine Aufgaben angeheuert hat.

Mysteriöse Doppelgängerin

Ihr jüngster Auftrag führt sie nach Berlin. Sie soll dort eine Zielperson beobachten, aber keinesfalls verfolgen oder sogar Kontakt aufnehmen. Was Cassie selbstverständlich beides ignoriert.

Eine Frau in einem beigen Mantel und ein Mann im dunklen Anzug sitzen auf einer schwarzen Ledercouch.
Benjamin (Mo McRae) ist Cassies CIA-Betreuer. Er traut ihr nicht so ganz über den Weg, weil sie sich nicht an seine Vorgaben hält. © HBO Max

Der Job wird schnell mysteriös und gefährlich. Da taucht eine Frau im Hotelzimmer ihres Zielobjekts auf, die wie Cassie aussieht. Die Frau hat sogar dasselbe Tattoo auf dem Rücken. Bei der weiteren Verfolgung wird Cassie beinahe getötet, als ihre Zielperson durch eine Autobombe in die Luft fliegt.

Ani und Max wollen helfen

Offensichtlich versucht da wieder jemand, Cassie einen Mord anzuhängen. Es bleibt nicht bei diesem einen Mord. Weitere Leichen tauchen auf und immer ist Cassies Doppelgängerin in der Nähe.

Zusammen mit ihrer Freundin Ani (Zosia Mamet) und deren Freund Max (Deniz Akdeniz), die Cassie in LA besuchen, will sie der Geschichte auf den Grund gehen.

Einschätzung

Schwindelerregend und atemlos. Das sind die Markenzeichen von «The Flight Attendant». Weniger, was die Action und den Thrill angeht, mehr, was Cassies Persönlichkeit ausmacht.

Höllisches Tempo

Ruhig Blut bewahren und überlegt eine Lösung suchen, ist nicht ihr Ding. Hyperventilieren und kopflos der erstbesten, meist schlechten Idee nachrennen dagegen schon.

Wollen Cassie helfen: Ani (Zosia Mamet), Max (Deniz Akdeniz) und Shane (Griffin Matthews). Würde sie nur mehr auf ihre Freund:innen hören … © HBO Max

Das ist anstrengend. Nicht zuletzt, weil sich die Dialoge streckenweise in einem höllischen Tempo abspielen und Splitscreens regelmässig den Bildschirm bedecken. Trotzdem kann man die Inszenierung als reizvoll bezeichnen und vor allem Kaley Cuocos schauspielerische Leistung als überzeugend. Sie kann das.

Es fliessen literweise Tränen

Letztlich bleibt für mich die Frage aber offen, ob die Mixtur der Serie stimmt. Denn über all dem Thrill und der überdrehten Action steht das Drama: Cassies Alkoholsucht, die all ihre Beziehungen strapaziert oder sogar ruiniert.

Diesem Aspekt bietet «The Flight Attendant» auch in der zweiten Staffel reichlich Raum. Cassie führt innere Dialoge mit ihrem depressiven Ich, dem Ich, das nach Alkohol und Party lechzt, ihrem jüngeren Alter Ego. Eine Wiederbegegnung mit ihrer Mutter endet katastrophal. Und es fliessen literweise Tränen, weil Cassie ihre eigenen und die Erwartungen ihrer Freunde und Familie enttäuscht.

Eine Frau im glitzernden Abendkleid unterhält sich mit der gleich aussehenden Frau im Pullover und Hosen.
Die glamouröse Cassie will die neue Cassie immer wieder zu Alkohol und Party verführen. © HBO Max
Wagemutiger Versuch, der nicht ganz überzeugt

Ist die Serie also ein wagemutiger Versuch, die Problematik einer zerstörerischen Alkoholsucht in einen komödiantischen Spionagethriller zu verpacken? Sieht danach aus. Gelingt es auch? Meiner Meinung nach nicht ganz. Das Drama wird nicht intensiv inszeniert, sondern ähnlich überdreht wie die unterhaltsamen Seiten des Plots.

Am Schluss fragt man sich, was man da gerade gesehen hat. Sicher eine gloriose Selbstinszenierung von Kaley Cuoco, die die Serie mitproduziert hat. Das lässt leider anderen, durchaus namhaften Darsteller:innen kaum Platz, um ernsthaft mitzuspielen.

Wie viele Sterne gibst du «The Flight Attendant» Staffel 2?

Besetzung: Kaley Cuoco | Zosia Mamet | Deniz Akdeniz | Griffin Matthews | Rosie Perez | Mo McRae | Mae Martin | Santiago Cabrera | Shohreh Aghdashloo | Sharon Stone
Serie entwickelt von: Steve Yockey
Genre: Komödie | Thriller | Drama
USA, 2022

Outer Range (Staffel 1) – Zeitreise in den Rocky Mountains

Läuft bei: Amazon (1 Staffel, 8 Episoden à 50 Min.)

Royal Abbott (Josh Brolin) bewirtschaftet mit seiner Frau Cecilia (Lili Taylor) und den beiden Söhnen Rhett (Lewis Pullman) und Perry (Tom Pelphrey) eine grosse Farm in Wyoming. Das Leben ist hart, nicht nur finanzielle Probleme plagen die Familie.

Eine Leiche verschwindet in einem mysteriösen Loch

Vor Monaten ist Rhetts Ehefrau spurlos verschwunden. Die Nachbarsfamilie Tillerson, mit denen die Abbotts seit jeher keine guten Beziehungen pflegen, beanspruchen einen grossen Brocken Land der Abbotts. Und dann ist da noch ein mysteriöses, waberndes Loch auf seinem Land, das Royal eines Tages entdeckt.

Damit nicht genug. Bei einem Streit hinter dem Saloon prügelt Rhett einen der Tillerson Brüder zu Tode. Perry und Royal helfen Rhett, die Spuren zu verwischen. Royal wirft die Leiche in das ominöse Loch.

Ein Fenster in die Zukunft

Dabei wird er aber beobachtet. Autumn (Imogen Poots), eine junge Frau, die ein paar Tage zuvor aufgetaucht ist und um Erlaubnis bat, auf dem Land der Abbotts zu campieren. Sie stösst Royal ins Loch, das sich als Zeitmaschine erweist. Er landet in der Zukunft.

Autumn (Imogen Poots) fühlt sich seltsam angezogen von den Abbotts und ihrem geheimnisvollen Loch. © Amazon

Das Land rund um das Loch sieht ganz anders aus. Bohrmaschinen und Tanks stehen auf dem ehemaligen Weideland. Das ganze Städtchen hat sich um das Loch versammelt. Cecilia geht auf ihren Mann zu und flüstert ihm ins Ohr, dass er vor zwei Jahren gestorben sei und jetzt fliehen müsse. Royal springt wieder ins Loch.

Die Fremde wird zur Bedrohung

Zurück in der Gegenwart eskaliert auch hier die Situation. Trevor Tillersons Leiche taucht wieder auf. Sheriff Joy (Tamara Podemski) verdächtigt die Abbotts und sucht Beweise.

Autumn ist besessen von der Idee, dass sie eine spezielle Verbindung mit dem Land der Abbotts und dem Loch hat. Sie agitiert gegen Royal und die beiden werden zu Todfeinden.

Einschätzung

«Outer Range» ist ein mysteriöses Familiendrama in der Cowhand*-Welt der wunderschönen Rocky Mountains mit Bisons, Rindern, Rodeos, Saloons und überdimensionierten Gürtelschnallen. Eine Mischung von «Yellowstone», «X-Files» und «Dynasty» (wie rogerebert.com schreibt), die ziemlich gut gelungen ist.

Grunzen statt reden

Ich habe zwar meine liebe Mühe mit diesen verstockten Cowhand-Charakteren, die kaum einen ganzen Satz über die Lippen bringen. Royal Abbott könnte ich prügeln, wenn er ein knappes «Hmm» grunzt, statt eine vernünftige Antwort zu geben. Dabei würde das manches Problem der Abbotts lösen.

Royal Abbott (Josh Brolin) ist ein typischer verstockter Farmer. Aber am Ende wird klar, weshalb er nicht viel über seine Vergangenheit preisgeben will. © Amazon
Das Loch, die Zeit und Gott

Aber dann wäre die Geschichte weniger dramatisch und schneller erzählt. Sie lebt davon, dass jede:r sein Geheimnis hegt und oft auch damit ringt. Royal trifft nicht zum ersten Mal auf dieses Loch, als er die Leiche darin entsorgt. Für ihn hat das Loch viel mit der Frage seiner Herkunft zu tun und ob es einen Gott gibt.

Autumn kennt ihr Geheimnis selber noch nicht so genau. Sie weiss nur, dass das Schicksal sie mit den Abbotts und dem wabernden Schlund verbindet. Im Staffelfinale wird ein bisschen aufgelöst, was diese Verbindung ist.

Etwas mehr Tempo und einen Fingerzeig mehr

Für meinen Geschmack hätte «Outer Range» zwar – neben mehr ganzen Sätzen in den Dialogen – etwas mehr Tempo in die Geschichte bringen können. Auch ein, zwei Andeutungen mehr, wie dieses Loch und die Zeit zusammenhängen, wären hilfreich gewesen, damit man interessierter dabeibleibt.

Aber wenn man sich auf diese typische Westernatmosphäre einlässt und den Figuren ein paar Eigenheiten nachsieht, dann unterhält «Outer Range» ordentlich.

Achtung Cliffhanger und falsche Töne

Allerdings muss noch vor zwei Dingen gewarnt werden: Die Geschichte ist nicht zu Ende erzählt, eine zweite Staffel noch nicht bestätigt. Könnte also etwas unbefriedigend werden, wenn Amazon die Serie nicht verlängert.

Wirklich schlimm ist der Soundtrack. Da werden Songs eingespielt, die zwar in einen Western passen, aber null zur Handlung. Und eine der Figuren singt dauernd laut und so falsch, dass es zwar in den Ohren etwas wehtut, aber irgendwie auch witzig ist.

*Ist die gender-inclusive Version von Cowboy und -girl. Habe ich zum ersten Mal in «The Power of the Dog» gehört.

Wie viele Sterne gibst du «Outer Range» Staffel 1?

Besetzung: Josh Brolin | Imogen Poots | Lili Taylor | Tom Pelphrey | Tamara Podemski | Lewis Pullman | Noah Reid
Serie entwickelt von: Brian Watkins
Genre: Mystery | Western | Drama
USA, 2022

Bosch: Legacy (Staffel 1) – Privatdetektiv ohne Skrupel

Läuft bei: Amazon (1 Staffel, 10 Episoden à 50 Min.)

Bosch is back! Der ehemalige LAPD-Cop arbeitet jetzt als Privatdetektiv. Der todkranke Milliardär Whitney Vance (William Devane) engagiert Harry Bosch (Titus Welliver), um herauszufinden, was aus seiner Jugendliebe wurde, die er schmählich sitzen liess.

Lebensbedrohliches Milliardenerbe

Bosch macht einen unehelichen Sohn ausfindig, der im Vietnamkrieg fiel. Weitere Nachforschungen ergeben, dass dieser Sohn wiederum eine Tochter hatte, die Bosch anschliessend aufspürt.

Sie wäre die legitime Erbin von Vances Vermögen und seiner Firma. Das will deren CEO aber um jeden Preis verhindern. Dabei schreckt er auch vor kriminellen Machenschaften nicht zurück. Bosch will das Leben der Erbin beschützen – auch um jeden Preis.

Rache für den Mordauftrag

Die etwas komplizierte Zusammenarbeit mit der Anwältin Honey Chandler (Mimi Rogers) setzt sich ebenfalls fort. Der Mann, der in der letzten Staffel «Bosch» einen Killer auf Chandler und Boschs Tochter Maddie (Madison Lintz) ansetzte, kommt ohne Strafe davon. Bosch und Chandler wollen das nicht hinnehmen und suchen nach neuen Beweisen, mit denen sie ihn zur Strecke bringen können.

Maddie macht ihre ersten Schritte als Cop auf Patrouille. Der Fall eines Serienvergewaltigers nimmt sie emotional besonders mit. Sie verliert die professionelle Distanz und gerät in Gefahr.

Wie gross diese Gefahr ist, wissen wir noch nicht, denn das ist der Cliffhanger zur nächsten Staffel.

Ich finde

Ich bin ein Fan von Harry Bosch. Die sieben Staffeln «Bosch» waren allesamt ohne einen einzigen Durchhänger grossartiger Krimigenuss. Dass es mit einem Spin-off weitergehen sollte, hat mich bei der Ankündigung schon gefreut. «Bosch: Legacy» knüpft jetzt nicht nur inhaltlich, sondern vor allem qualitativ nahtlos an die Originalserie an.

Die Serie «Bosch»
Hieronymus «Harry» Bosch hat bereits eine lange Serienvergangenheit. Von 2014 bis 2021 produzierte Amazon sieben Staffeln mit Bosch als LAPD-Cop in der Mordkommission der Hollywood Division.
In jeder Staffel steht ein Fall im Vordergrund. Parallel dazu werden Bruchstücke aus Boschs Leben aufgedeckt: Armeeveteran, geschiedener Vater, Sohn einer Prostituierten u.a. Seine Vergangenheit erklärt, weshalb er von gewissen Aspekten seiner Arbeit regelrecht besessen ist und sich nicht immer an die Regeln hält. Das führt am Ende der siebten Staffel dazu, dass Harry Bosch den Dienst quittiert.
Die Serie basiert auf den Harry-Bosch-Romanen von Michael Connelly, der auch als Produzent und Drehbuchautor mitwirkte. Alle Staffeln «Bosch» sind noch online bei Amazon und Krimifans sehr empfohlen.

Gut gelungen ist die Erweiterung des Figurenarsenals um Chandler und Maddie. Beide kamen zwar in den alten Boschs vor, aber waren doch nur Nebenfiguren. Hier erhalten sie ihre eigenen Geschichten, die sie aufwerten und zu weiteren Hauptfiguren neben Bosch machen. Zudem sind die Fälle der drei untereinander verknüpft. Das ist clever gemacht und bringt Schwung in die Serie.

Selbstjustiz ist kein Tabu

Bosch selber legt nochmal einen Zacken zu. Er war schon als Cop bereit, hart an die Grenze Erlaubten zu gehen, wenn es ihm richtig schien. Jetzt überschreitet er diese Grenze auch.

Das ist konsequent für seinen Charakter, der nie der gesetzestreue Polizist war, sondern immer besessen davon, was er für Gerechtigkeit hielt. Dass das nicht weit von Selbstjustiz entfernt ist, zeigt sich hier deutlich.

Bosch vs. The Lincoln Lawyer

Boschs Gerechtigkeitsbegriff ist zudem oft fragwürdig. Ihm ist es wichtiger, dass die Karriere seiner Tochter nicht gefährdet wird, als dass schiesswütige Polizisten zur Rechenschaft gezogen werden, die eine unschuldige Frau töteten.

Wahrscheinlich gefällt mir diese Serie deshalb so gut: klassische Kriminalfälle, mit viel Spannung inszeniert, aber oft verschwimmt die Grenzen zwischen Gut und Böse. Und wahrscheinlich macht dieser Zwiespalt Bosch interessanter als seinen Halbbruder Mickey Haller, der gerade bei Netflix in «The Lincoln Lawyer» zu sehen ist.

Die Umfrage ist beendet

Wie viele Sterne gibst du «Bosch: Legacy» Staffel 1?

Besetzung: Titus Welliver | Mimi Rogers | Madison Lintz | Stephen A. Chang | Denise G. Sanchez
Created by: Tom Bernardo | Michael Connelly | Eric Ellis Overmyer
Genre: Krimi
USA, 2022

Star Trek: Picard (Staffel 2) – Jean-Luc auf Zeitreise (ins Ich)

Läuft bei: Amazon (2 Staffeln, 20 Episoden à 45 Min.)

Wir treffen Jean-Luc Picard (Patrick Stewart) in seinem Château wieder, als sich eine amouröse Beziehung zu seiner Haushälterin Laris (Orla Brady) anbahnt. Aber Picard lässt sich nicht darauf ein. Denn, so werden wir im Verlauf der Staffel erfahren, ihn plagt eine tiefe Schuld, die es ihm verunmöglicht, Liebe zuzulassen.

Was folgt, ist eine Reise in die Vergangenheit. Einerseits eine klassische Zeitreise, andererseits die Reise in Picards Kindheit zu dem Moment, der ihm ein Leben bescherte mit Schuld und Schmerz und ohne Liebe.

Angriff der Borgs

Aber der Reihe nach: Die USS Stargazer unter dem Kommando von Chris Rios (Santiago Cabrera) empfängt aus einer Raumanomalie eine Botschaft, mit der Aufforderung, Picard für Verhandlungen an Bord zu holen.

Als Picard den Kontakt aufnimmt, erscheint ein Borg-Schiff, die Borg-Königin beamt sich auf die Stargazer und beginnt, alle Schiffe der Föderation zu assimilieren, die mittlerweile ebenfalls eingetroffen sind. Picard gibt den Befehl zur Selbstzerstörung.

Die totalitäre Zukunft in der Vergangenheit verhindern

Doch anstatt im Jenseits landen Picard und einige weitere Crew-Mitglieder nach dem grossen Knall auf einem alternativen Zeitstrahl. Es ist eine totalitäre Welt, in der die Menschheit zwar ebenfalls die unendlichen Weiten des Weltraums erkundet, aber fremde Spezies versklavt, unterwirft oder ausrottet.

Jean-Luc Picard
Seven of Nine
Raffeala «Raffi» Musiker
Laris / Tallin
Cristóbal Rios
Dr. Agnes Jurati
Adam Soong
Q
Guinan
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Ein singuläres Ereignis im Jahr 2024 ist verantwortlich dafür, dass sich diese Albtraumwelt entwickeln konnte. Das erfährt Picard von seinem Erzfeind Q. Also brechen er, Seven of Nine (Jery Ryan), Dr. Agnes Jurati (Alison Pill), Raffi Musiker (Michelle Hurd), Chris Rios und die Borg-Königin (Annie Wersching) auf in die Vergangenheit, um die Welt wieder in Ordnung zu bringen.

Ich finde

Für mich war die erste Staffel von «Star Trek: Picard» etwas zu hagiografisch. Da wurde die Figur Picards in moralische Höhen gehievt, die etwas auf den Geist gingen.

Picard, der Leidensmensch

Jetzt stellt zwar auch in dieser Staffel ein Handlungsstrang Picards Charakter ins Zentrum. Eben dieses Mysterium, welches Ereignis in seiner Kindheit Picard zu einem Leidensmenschen machte. Zu einem Helden, der seinen persönlichen Schmerz kompensierte, indem er als Retter ganzer Spezies durchs Weltall reiste, aber selber für sich nie Liebe zuliess.

Das tönt auch ziemlich überzogen, ist es auch ein bisschen, aber viel gefühlvoller inszeniert als in der ersten Episode. Ohne zu viel zu verraten: Ein wichtiger Baustein dabei ist die Beziehung zwischen Picard und seinem ewigen Gegenspieler Q. Die nimmt eine überraschende Wende.

Zeitreise – schon wieder?

Dann gibt es diese Zeitreise, die mit einem Manöver vollzogen wird, das schon Captain Kirk erfolgreich durchführte (Star Trek IV: The Voyage Home), wie Picard bemerkt. Was deutlich darauf hinweist, dass Zeitreisen wirklich nichts Neues sind.

Dennoch ist es amüsant zu sehen, wie die Fallen der Zeitreise mal wieder zuschnappen. Nicht auffallen, nicht einmischen, nichts verändern – das funktioniert ja nie.

Viel Neues für Kenner:innen der Next Generation

Picard wird vom FBI verhaftet und verhört. Glücklicherweise von einem Beamten, der als Kind eine Begegnung mit Vulkaniern hatte und deshalb offen ist gegenüber Ausserirdischen und Zeitreisenden. Rios landet in der Klinik einer attraktiven Ärztin, die Illegalen hilft, wird aber prompt von ICE-Beamten geschnappt.

Auch die weiteren Handlungsstränge mit Seven of Nine und Raffi sowie Agnes Jurati und der Borg-Königin geben der Serie einen spannenden Dreh.

Alles in allem entwickelt diese zweite Staffel die (Beziehungs-)Welt der Charaktere ansprechend weiter. Daran werden sich vor allem die Fans von «Star Trek: Next Generation» erfreuen können. Auf jeden Fall hat dieser Star Trek-Spin-Off meine Erwartungen deutlich besser erfüllt als die letzte Staffel von «Star Trek: Discovery».

Fun Facts:

Die Umfrage ist beendet

Wie viele Sterne gibst du «Star Trek: Picard» Staffel 2?

Besetzung: Patrick Stewart | Alison Pill | Michelle Hurd | Santiago Cabrera | Jeri Ryan | Brent Spiner | John de Lancie | Annie Wersching | Whoopi Goldberg | Orla Brady
Created by: Kirsten Beyer| Michael Chabon | Akiva Goldsman
Genre: Science-Fiction | Abenteuer
USA, 2022

The Boys (Staffel 2) – Die Rückkehr der korrupten Superhelden

Läuft bei: Amazon (2 Staffeln, 16 Episoden à 50 Min.)

«The Boys» müssen sich zu Beginn der zweiten Staffel im Untergrund verstecken. Ihr Anführer Butcher ist verschwunden. Ihr Kampf gegen die bösen Superhelden scheint verloren.

Der zutiefst narzisstisch gestörte Homelander und seine Truppe von mehrheitlich korrupten Superhelden sind wieder im Aufwind. Auch die Firma Vought, die diese «Supes» geschaffen hat, ist zurück im Geschäft.

Mit Stormfront stösst eine neue Superheldin dazu. Sie macht Homelander seine Führungsrolle streitig. Zudem hat sie auch klare Vorstellungen, welche Rolle die Supes in Zukunft in der Gesellschaft einnehmen soll – so etwas in Richtung «white supremacy».

Ich finde

Ich habe die zweite Staffel jetzt abgeschlossen, kurz bevor Anfang Juni die dritte kommt. Was schon andeutet, dass mich «The Boys» nie wirklich reingezogen hat.

Die Ausgangslage dieser Serie ist zwar wirklich originell. Die Superhelden sind zwar super, aber keineswegs Helden. Ganz im Gegenteil. Sie setzen ihre Kräfte öfters nach ihrem Gutdünken ein. Sie bringen auch mal ein paar Menschen um, weil sie einfach gerade schlechte Laune haben.

Superheldenethos auf den Kopf gestellte

Und sie sind eigentlich nur die Aushängeschilder eines Unternehmens, das Geld verdienen will – um jeden Preis. Das ganze Superheldenethos wird also einfach auf den Kopf gestellt.

Ihre Gegenspieler sind eine Truppe von bunt zusammengewürfelten Typen, die auch nicht gerade ein Ausbund an Freundlichkeit sind. Mit Ausnahme von Hughie, der das absolute Gegenteil eines Kämpfers ist und völlig Fehl am Platz in der Runde.

Das alles war in der ersten Staffel neu und amüsant.

Widerlich hoch zwei

Die zweite Staffel führt die Geschichte und Figuren konsequent weiter. Mit Stormfront stösst eine Figur dazu, die die Widerwärtigkeit der Supes nochmal einen Gang höher schaltet.

Aber das war’s dann auch. «The Boys» ist eine Serie für Freund:innen des Superhelden-Genres, vor allem aber für Zeiten, in denen man gerade nichts Besseres findet. Trotzdem gut möglich, dass ich auch mal einen Blick in die dritte Staffel werfe – zwischendurch, auf dem Crosstrainer.

Die Umfrage ist beendet

Wie viele Sterne gibst du «The Boys» Staffel 2?

Besetzung: Karl Urban, Jack Quaid, Antony Starr, Erin Moriarty, Aya Cash, Laila Robins
Created by: Eric Kripke
Genre: Superhelden | Action
USA, 2021

Upload (Staffel 2) – Das komplizierte Leben im noblen Jenseits

Läuft bei: Amazon (2 Staffeln, 17 Episoden à 30 Min.)

Für Einsteiger:innen (Achtung kleine Plot-Spoiler): Wir sind in einer Welt, in der reiche Menschen ihr Bewusstsein in ein virtuelles Leben hochladen können, anstatt zu sterben. Nathan ist einer von diesen «Uploads». Allerdings hat er selber kein Geld. Seine reiche Freundin bezahlt für ihn das Leben nach dem Tod in einem luxuriösen Resort namens Lakeview. Dort findet Nathan heraus, dass der Autounfall, der ihn ins Nachleben brachte, kein Unglück war.

Kompliziert wird die Geschichte durch Nora. Sie ist Nathans Kundenbetreuerin in Lakeview und bald mehr als das. Ihrer Beziehung steht nicht nur die Tatsache im Weg, dass sie lebt und er nur noch virtuell existiert. Auch andere Ereignisse lassen sie am Schluss der ersten Staffel getrennte Wege gehen.

Anarchisten wollen die Welt der Untoten löschen

In der zweiten Staffel tritt Nora einer Gruppe von tech-skeptischen Anarchisten bei, die das Geschäft der Firmen mit den Uploads zerstören wollen. Sie kehrt als Maulwurf zurück zur Firma, die Lakeview betreibt und trifft wieder auf Nathan.

Er lebt jetzt mit seiner reichen Freundin zusammen, die sich für ihn – vermeintlich – ins Nachleben hochladen liess. Nora und Nathan spannen trotz der beziehungsmässig komplizierten Situation zusammen, um neuen Spuren nachzugehen, wer Nathan und weshalb genau ins Jenseits befördern liess.

Ich finde

«Upload» hat Science Fiction-Anklänge, minime Kapitalismuskritik und Thrillermomente. In erster Linie ist es aber eine romantische Komödie. Das war in der ersten Staffel so und bleibt es in der zweiten.

Die skurrile Welt in Lakeview bietet ein Arsenal von schrägen Figuren: von den Uploads über die virtuellen Serviceangestellten bis zu den Kundenbetreuer:innen, die vor allem Geld verdienen wollen. Genug Stoff für diverse amüsante Gags und Dialoge.

Dazu kommt die Liebesgeschichte zwischen Nathan und Nora, die selbstverständlich noch nicht zu Ende ist, auch wenn es am Anfang anders scheint.

Binge-Stoff für einen oder zwei Abende

Alles zusammen macht das auch die zweite Staffel von Upload unterhaltsam und binge-würdig. Die insgesamt sieben Episoden à 30 Minuten schafft man locker an einem, maximal zwei Abenden. Immer vorausgesetzt, man hat eine Affinität für Romcoms (In diesem Fall wäre «The Good Place» auch ein heisser Tipp).

Etwas unbefriedigend ist lediglich der Schluss, der nichts abschliesst, sondern nach einer dritten Staffel schreit. Die ist bis jetzt offiziell nicht bestätigt. Die Drehbuchschreiber:innen sollen sich immerhin schon an die Arbeit gemacht haben.

Die Umfrage ist beendet

Wie viele Sterne gibst du «Upload» – Staffel 2?

Besetzung: Robbie Amell | Andy Allo | Allegra Edwards | Zainab Johnson | Kevin Bigley | William B. Davis
Showrunner: Greg Daniels
Genre: Romanze | Komödie | Science-Fiction
USA, 2022

The Good Fight (Staffel 5) – Covid, Cancel Culture und der Sturm aufs Kapitol

Läuft bei: Disney+ (5 Staffeln, 51 Episoden à 45 Min.) / Amazon (Staffeln 1-3)

Diane Lockhart gerät zunehmend unter Druck: Die mehrheitlich afroamerikanische Belegschaft will sie nicht mehr an der Spitze der Kanzlei. Das strapaziert Dianes Beziehung zu Liz Roddick, der zweiten noch verbliebene Chefin der Kanzlei, nachdem Adrian Boseman die Firma verlassen hat.

Auch mit ihrem Ehemann Kurt durchlebt Diane turbulente Zeiten, weil er mit Leuten in Kontakt stand, die am 6. Januar das Kapitol stürmten. Kurt kommt deshalb ins Visier des FBI.

Auf der juristischen Seite beschäftigt die Kanzlei – neben anderen Fällen – ein selbsternannter Richter. Hal Wackner (Mandy Patinkin – immer wieder schön, ihn zu sehen) hat im Lagerraum eines Copy-Shops das «Amtsgericht 9¾» eröffnet, in dem er frei von rechtlichen Regeln seine Urteile fällt. Diese Anarcho-Justiz findet zum Entsetzen von Diane grossen Anklang bei Rechtssuchenden.

Ich finde

In der fünften Staffel heisst es leider Abschied nehmen von zwei tragenden Figuren: Der bisherige Firmenchef Adrian Boseman wendet sich der Politik zu und die Anwältin Lucca Quinn hat ein lukrativeres Angebot angenommen als Finanzchefin für ihre superreiche Freundin Bianca.

Dafür beginnt mit Carmen Moyo eine neue Anwältin. Sie kommt zwar direkt von der Uni, macht aber einem wichtigen Klienten der Firma so viel Eindruck, dass er sie als seine Hauptanwältin will.

Aktuelle Themen unterhaltsam verpackt

Auch dieser Anarcho-Richter Wackner sorgt für viel Aufruhr mit seiner unkonventionellen Rechtsprechung, die aufzeigt, wie sehr das «richtige» Justizsystem (in den USA) sich von den Ansprüchen der Bevölkerung entfremdet hat.

Mit dem Sturm aufs Kapitol, Cancel Culture, Covid-Krise, Rassendiskriminierung und -bewusstsein finden sich wie gewohnt aktuelle politisch-gesellschaftliche Themen wieder, die in Rechtsfälle verpackt werden. Immer kritisch, witzig, teilweise auch sarkastisch und deshalb sehr unterhaltsam.

Die Umfrage ist beendet

Wie viele Sterne gibst du «The Good Fight» Staffel 5?

Besetzung: Christine Baranski | Sarah Steele | Nyambi Nyambi | Audra McDonald | Michael Boatman | Gary Cole | Mandy Patinkin | Charmaine Bingwa | Zach Grenier
Showrunner: Michelle King | Robert King
Genre: Krimi | Drama
USA, 2022

The Marvelous Mrs. Maisel (Staffel 4) – Witze reissen im Striplokal

Läuft bei: Amazon (4 Staffeln, 35 Episoden à 45 Min.)

Stand-up-Comedienne Midge Maisel kommt nicht darüber hinweg, dass Shy Baldwin sie vor seiner Europatour rausgeschmissen hat, weil sie Anspielungen auf seine Homosexualität machte. Sie schwört sich, dass sie nur noch dort auftritt, wo sie sagen kann, was sie will.

Das stellt sie und ihre Managerin Susie vor einige Herausforderungen. Doch Midge findet ihre Bühne – in einem illegalen Striplokal.

Auch wenn ihr neues Engagement erfolgreich ist, löst es weder ihre ewigen Geldprobleme, noch bringt es ihre Karriere voran. Stand-up-Star und Freund Lenny Bruce sagt Midge das auch unmissverständlich. Ob und wie Midge ihr Leben und ihre Karriere ändern will, bleibt allerdings offen.

Ich finde

Mit der vierten Staffel von «Mrs. Maisel» sind wir mittlerweile im Jahr 1960 angekommen (weshalb auch Jackie Kennedy einen Auftritt hat). Die Serie spinnt den Faden nahtlos weiter mit allen bekannten Elementen: witzige Dialoge, tolle Ausstattung, fantastische Kostüme und schräge Geschichten, die Midge, ihrer Familie und ihren Freunden widerfahren.

Ihre Mutter betätigt sich als erfolgreiche Heiratsvermittlerin, bis sie Ärger bekommt mit Konkurrentinnen. Ihr Vater wird in der Synagoge während einer Bar Mitzwa-Feier angefeindet, weil er das Musical eines Gemeindemitglieds verrissen hat. Midges Ex-Mann lebt mit seiner chinesischen Freundin zusammen und weiss nicht, wie er das seinen Eltern beibringen soll und Managerin Susie bekommt dank zwei Mafiosi ein grosszügiges Büro mit Sekretärin.

Die Staffel hält das Niveau der vorangehenden. Die Story bleibt amüsant, turbulent, unterhaltsam über alle acht Episoden. Einzig Midges Stand-up-Auftritte sind etwas seltener als zuvor. Das ist schade. Aber es gibt immer noch genügend Comedy im Leben der Maisels und Weissmans, die das fast ganz wettmacht.

Eine fünfte Staffel ist bereits angekündigt, voraussichtlich für Sommer 2023. Es wird die letzte sein und damit die offene Frage beantworten, wo die Hausfrau aus der Upper Westside, die Stand-up-Comedienne wurde, mit ihrer Karriere landet.

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Besetzung: Rachel Brosnahan | Alex Borstein | Michael Zegen | Marin Hinkle | Tony Shaloub
Showrunner: Amy Sherman-Palladino
Genre: Komödie
USA, 2022

The Wheel of Time (Staffel 1)

Läuft bei: Amazon (1 Staffel, 9 Episoden à 60 Min.)

Die Aes Sedai (eine Art Magierin) Moiraine (Rosamunde Pike) ist auf der Suche nach dem «Dragon reborn». Dieser wiedergeborene Drachen ist die einzige Hoffnung im Kampf gegen eine weltzerstörende Macht, die «the Dark One» genannt wird.

In einem Dorf findet sie vier junge Erwachsene, von denen eine oder einer dieser Drache sein muss. Zu siebt (es kommen noch Moraines Begleiter und eine weitere Figur mit magischen Kräften dazu) beginnen sie eine Reise.

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Zu lesen war, dass die Serie Anklänge an «Lord of the Rings» oder «Game of Thrones» aufweist. Das erstere passt bisher eher, für das zweite fehlt es an Intrige und Machtkampf der Clans.

Dennoch entsteht hier ein reizvolles Fantasy-Universum, das sich in dieser ersten Staffel recht viel sprechend anlässt. Die zweite Staffel ist bereits in Produktion.

Werde ich sicher weiterverfolgen. Und man darf gespannt sein, wie weit der Atem von Amazon und der Zuschauer:innen reicht bei der Umsetzung einer Serie, die auf 15 Buchbänden basiert.

Besetzung: Rosamunde Pike | Daniel Henney | Zoë Robins | Madeleine Madden | Josha Stradowski | Marcus Rutherford
Created by: Rafe Judkins
Genre: Fantasy | Abenteuer
USA, 2021

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