The Gilded Age (Staffel 1) – Die Neureichen gegen den alten Adel von New York

Läuft bei: Sky (1 Staffel, 9 Episoden à 45 Min.)

Marian Brook (Louisa Jacobson – die jüngste Tochter von Meryl Streep, die wie ihre beiden Schwestern Mamie und Grace Gummer denselben Beruf wie ihre Mutter ergriffen hat) muss nach dem Tod ihres Vaters feststellen, dass sie völlig mittellos da steht.

Zum Glück gibt’s da ihre reiche Tante Agnes (Christine Baranski – «The Good Fight»), die mit ihrer Schwester Ada (Cynthia Nixon – «Sex and the City») an edelster Adresse in New York lebt.

Die Neureichen fallen ein

Marian reist nach New York, ist dabei aber auf die Hilfe von Peggy Scott (Denée Benton) angewiesen. Da Peggy eine «coloured person» ist, muss Marian auf die Reise in der ersten Klasse verzichten.

Gleich gegenüber von Tante Agnes‘ Haus haben die neureichen Russels zum grossen Missfallen der standesbewussten Agnes einen pompösen Neubau errichtet.

Frischer Wind in alten Gemäuern

Bertha Russell (Carrie Coon) ist wild entschlossen, in die High Society der New Yorker 1880er-Jahre aufzusteigen. Doch der alte Adel der van Rijns und Astors und wie sie alle heissen, zeigen ihr die kalte Schulter. Die Russels bahnen sich allerdings mit ihrem immensen Reichtum langsam einen Weg nach oben.

Marian hat mit dem Dünkel ihrer Tanten nichts am Hut. Sie bewegt sich frisch und munter in der New Yorker Upperclass und scheut auch den Kontakt zu den Ausgestossenen nicht. Dass dabei auch eine Liebschaft eine Rolle spielt, erstaunt kaum.

Ich finde

Was muss man mehr sagen, als dass «The Gilded Age» aus der Feder von Julian Fellows stammt, der «Downton Abbey» erfunden hat.

Schon die erste Einstellung zeichnet dasselbe Bild und Lebensgefühl, wie wir es von den Granthams kennen, nur die Kulisse hat geändert. Die emsigen Bediensteten und die flanierende Oberschicht bevölkern jetzt die Strassen im Nobelviertel von New York statt den Landsitz in Yorkshire.

Und wie schon bei den Granthams sind die Zeiten im Umbruch. Emporkömmlinge machen den Alteingesessenen die Vorherrschaft streitig (hier ein kurzer Vergleich der historischen und fiktionalen Figuren).

Eine unbekannte Geschichte der USA

Doch wo wir mit dem englischen Adel eher vertraut sind, ist der New Yorker Geldadel eine wenig bekannte Spezies. Wie Enno Reins bei SRF Kultur zu Recht konstatiert, ist das ausgehende 19. Jahrhundert in der Filmgeschichte mehrheitlich den Cowboys gewidmet und kaum der Oberklasse der Städte. Gar völlig unbekannt ist die Geschichte der afroamerikanischen Mittelschicht, in der Serie durch Peggy und ihre Familie verkörpert.

Daraus webt Fellowes ein Netz von Geschichten von überheblichen Snobs, skrupellosen Neureichen, ausgestossenen Witwen und der jungen Generation, die oft eine andere Idee vom Leben hat.

Macht Lust auf eine zweite Staffel

Dazu gehören immer auch die Bediensteten, die im Untergeschoss der noblen Häuser zwischendurch ihre eigenen Intrigen aushecken, aber vor allem das Leben im Obergeschoss kontrastieren.

Wer also förmliche Konversationen, wallende Kostüme, unterkühlte Streitereien und formelles Liebeswerben mag, kommt voll auf seine Kosten. Ich gestehe, dass ich mich auf die zweite Staffel von «The Gilded Age» ungemein freue.

Wie viele Sterne gibst du «The Gilded Age» Staffel 1?

Besetzung: Christine Baranski | Cynthia Nixon | Louisa Jacobson | Carrie Coon | Morgan Spector | Denée Benton | Audra McDonald
Showrunner: Julian Fellowes
Genre: Drama | Historie | Romanze
USA, 2022

Killing Eve (Staffel 4) – Die letzte Mission für Eve und Villanelle

Läuft bei: Sky (4 Staffeln, 32 Episoden à 45 Min.)

Am Ende der dritten Staffel gingen Eve und Villanelle getrennte Wege. Eve zieht das in der vierten Staffel auch durch. Sie ist fokussiert auf die Jagd nach den «Twelve», der Gruppe, für die Villanelle Mordaufträge ausführte. Auch Carolyn, mittlerweile ehemalige MI6-Agentin, ist hinter den «Twelve» her. Sie will jene Person der «Twelve» eliminieren, die den Auftrag für den Mord an ihrem Sohn gab.

Villanelle hingegen will dem Morden abschwören. Sie hat sich der Religion zugewandt und lebt bei einem Pastor und dessen Tochter. Zu ihrer Taufe lädt sie Eve ein, um ihre Abkehr vom Bösen zu beweisen. Als Eve nicht erscheint, erweist sich der Villanelles Glaube als nicht besonders nachhaltig. Leichen pflastern ihren weiteren Weg.

Auch Konstantin taucht wieder auf. Er trainiert für Hélène (Camille Cottin – auch zu sehen in der empfehlenswerten französischen Serie «Dix pour cent», auf Netflix unter dem Titel «Call My Agent») eine neue Killerin.

Ich finde

Die vierte ist auch die letzte Staffel von «Killing Eve». Wir können noch einmal eintauchen, in die komplizierte Welt der psychopathischen Killerin Villanelle und ihre nicht minder komplizierte Beziehung zu Eve, die mittlerweile selber nicht mehr vom Morden zurückschreckt.

Dieses Konstrukt kostet die Serie auch in der letzten Staffel aus. Auch wenn wir Zuschauenden das eigentlich schon in den früheren Staffeln gesehen haben, bleibt der Kern dieser Geschichte faszinierend und trägt eine weitere Staffel.

Wer wird überleben am Schluss?

Dazu tragen auch die Nebenplots bei: Für die eher komische Note sind Konstantin und seine Killer-Azubi Pam besorgt. Sie ist eine etwas verstockte Bestatterin, die nicht mehr Tote einbalsamieren will, sondern ihre Berufung beim Befördern ins Jenseits sieht.

Oder Eve und Hélène, die sich eigentümlich anziehend finden, aber bis aufs Blut bekämpfen. Und Carolyn, die mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird, als sie den:die Mörder:in ihres Sohnes sucht.

Weil es die finale Staffel ist, wird es wenig überraschen, dass alle Handlungsstränge auf einen Showdown in der letzten Episode hinauslaufen. Die grosse Frage ist: Wer wird überleben? Denn dass «Killing Eve» mit einem Happy End aufhört, glauben wohl nicht einmal die unverbesserlichsten Optimist:innen.

Wie viele Sterne gibst du «Killing Eve» – Staffel 4?

Besetzung: Jodie Comer, Sandra Oh, Fiona Shaw, Kim Bodnia
Showrunner: Phoebe Waller-Bridge
Genre: Thriller
GB, 2022

Landscapers (Mini-Serie) – True-Crime, fantastisch inszeniert

Läuft bei: Sky (Mini-Serie, 4 Episoden à 45 Min.)

Susan (Olivia Colman) und Christopher Edwards (David Thewlis) sind ein eigentümliches Paar. Sie haben keine Freunde, leben nur für sich, sind tief verbunden miteinander. Sie leben in Frankreich in einer ärmlichen Wohnung. Ihnen ist das Geld ausgegangen. Chris bittet seine Stiefmutter um Hilfe. Er gesteht ihr dabei, dass sie vor Jahren nach Frankreich geflüchtet sind, weil sie im Garten von Susans Elternhaus die Leichen der Eltern vergraben haben.

Die Stiefmutter informiert die Polizei. Susan und Christopher kehren freiwillig nach England zurück, werden sofort verhaftet und verhört. Die beiden erzählen ihre Geschichte: Susans Mutter erschoss den Vater, Susan darauf im Streit ihre Mutter. Gemeinsam vergruben sie die Eltern im Garten. Doch im weiteren Verlauf der Verhöre beginnt sich eine andere Geschichte abzuzeichnen.

Ich finde

True-Crime ist normalerweise nicht mein Ding. Die übliche Doku-Fiktion-Erzählweise mit pensionierten Ermittlern, Fernsehclips, nachgespielten Szenen und einer bedeutungsschwangeren Off-Stimme vermag mich nicht zu packen.

Ganz anders bei «Landscapers», das diese Geschichte der Edwards in einer aussergewöhnlichen Art nacherzählt (Spoiler! BBC Artikel nach dem Gerichtsurteil 2014; Wikipedia – Aber auch wenn man die Geschichte im Voraus kennt, schmälert das den Genuss der Serie in keiner Weise).

Da ist zum einen dieses äussert wunderliche Paar. Susan und Chris versichern sich immer wieder ihrer gegenseitigen Liebe. Es scheint, keiner könnte ohne den anderen leben, denn die wirkliche Welt ist nicht für sie geschaffen. Gemeinsam flüchten sie gerne in die Traumwelt von Filmen, Western etwa, am liebsten mit Gary Cooper. Susan gibt viel Geld aus, das sie eigentlich nicht haben, für Gary Cooper-Memorabilien. Oder auch französische Filme mit Gérard Depardieu, mit dem sie eine Brieffreundschaft zu pflegen scheinen.

Zum anderen fasziniert die Inszenierung. Die Grenzen zwischen Realität und der Fantasiewelt der Edwards verschwimmen immer wieder. Dass Szenen aus ihren Lieblingsfilmen eingeflochten werden, ist fast erwartbar. Hier werden aber Kulissen klar als solche kenntlich gemacht und bespielt. Oder die vierte Wand wird unvermittelt aufgebrochen, wenn die ermittelnde Kommissarin im Verhörraum aufsteht, durchs Filmset läuft und im Schlafzimmer der Eltern die Schauspieler:innen auffordert, sie sollen die Szene nachspielen, wie die Schüsse fielen.

Zum dritten sind da die Schauspieler. Olivia Colman und David Thewlis sind schlicht überragend. Sie, die – vermeintlich? – weltfremde, fragile Ehefrau, nahe am Zusammenbruch in der Zelle, weil sie getrennt ist von ihrem Mann, und scheinbar naiv im Verhör. Er, der wohlüberlegte Beschützer, der präzise ausgerechnet hat, wie das Paar einigermassen ungeschoren davon kommt, am Ende dann aber doch im Verhör nicht ganz standhält und überfordert ist.

Mit diesem Mix wird «Landscapers» zum Vierteiler, der einen nicht loslässt bis zum Schluss.

Wie viele Sterne gibst du «Landscapers»?

Besetzung: Olivia Colman | David Thewlis | Kate O’Flynn | Samuel Anderson | Daniel Rigby
Showrunner: Ed Sinclair
Genre: True-Crime | Krimi
GB/USA, 2021

The Wire (Staffeln 1-5)

Läuft bei: Sky (5 Staffeln, 60 Episoden à 60 Min.)

Baltimore in den Nullerjahren: eine Stadt im Zerfall, Drogenkriminalität, Korruption und Arbeitslosigkeit beherrschen die Stadt. Eine spezielle Einheit der Polizei versucht gegen die Drogenbarone und die geschmierten Politiker anzukämpfen, auch nicht immer mit den saubersten Methoden.

Ich finde

Es hat gedauert, bis ich dieses Urgestein der modernen TV-Serie endlich komplett geschaut habe. Die erste Staffel schon zweimal angefangen und hängen geblieben. Auch jetzt habe ich mich zu Beginn gefragt, weshalb die Serie so hochgelobt ist.

Einverstanden, eine tolle Sozialstudie in einem äusserst unbehaglichen Umfeld – egal ob in den Drogenvierteln, im Polizeirevier oder Bürgermeisterbüro. Aber ähnlich vielleicht wie bei «Breaking Bad» braucht’s ein bisschen Durchhaltevermögen. Mit der vierten und fünften Staffel hat sich die Serie einen der obersten Plätze in der ewigen Bestenliste der TV-Serien redlich verdient.

Die Figuren bekommen noch mehr Tiefe, die Geschichten noch mehr Differenzierung. Hier gelingt die Zeichnung dieser Gesellschaft perfekt, wo der Alltag eigentlich die reine Hölle ist. Gewalt, Mord, Betrug und Intrige nimmt man auch als Zuschauer als Normalzustand einfach zur Kenntnis. Hier noch nach Moral zu fragen, ist absolut nutzlos.

Trotz dieser depressiven Grundstimmung versinkt man nicht im Elend. Denn egal, ob Drogenbaron, Killer, korrupter Politiker oder Alkoholiker mit Polizeibadge – es sind alles Menschen. Nicht wirklich tröstlich, aber gnadenlos packend.

Besetzung: Dominic West | John Doman | Deirdre Lovejoy | Wendell Pierce | Lance Reddick | Sonja Sohn | Clarke Peters | Andre Royo | Michael Kenneth Williams | Idris Elba
Created by: David Simon
Genre: Krimi | Drama
USA, 2002-2008

American Rust (Mini-Serie)

Läuft bei: Sky (Mini-Serie, 9 Episoden à 60 Min.)

Del Harris (Jeff Daniels) ist Polizeichef in Buell, einer Kleinstadt im «Rust Belt», dem heruntergekommen Industriegebiet der USA. In einem ehemaligen Stahlwerk findet die Polizei eine Leiche. Des Mordes verdächtigt wird ein junger Mann, der einst eine Karriere als Football-Spieler in Aussicht hatte, die Chance aber sausen liess.

Zudem ist dieser Billy der Sohn der Frau ( Maura Tierney ), in die sich Chief Harris verliebt hat. Harris ist deshalb mehr daran interessiert, Billys Unschuld zu beweisen, als die Frage zu beantworten, wer der Mörder ist.

Ich finde

Das Setting in der Kleinstadt im Rust Belt ist «schön» depressiv ausgestaltet. Drogen spielen eine grosse Rolle, weil fast alle Drogen nehmen, aus den unterschiedlichsten Gründen. Zukunftsaussichten hat niemand, ausser er oder sie schafft es, aus der Stadt rauszukommen (um im Fall von Billys Ex-Freundin zurückzukehren und aus nicht ganz einsichtigen Gründen wieder zu bleiben).

Jeff Daniels und Maura Tierney sind hervorragende Schauspieler – und doch, am Schluss ist alles Elend ein wenig zu viel und überladen mit diversesten persönlichen Dramen und Katastrophen. Beim Vergleich mit «Mare of Easttown», der sich ein wenig aufdrängt, schneidet «American Rust» einiges schlechter ab.

Besetzung: Jeff Daniels, Maura Tierney, David Alvarez, Bill Camp, Julia Mayorga, Alex Neustaedter
Created by: Dan Futterman
Genre: Krimi
USA, 2021

Lovecraft Country (Staffel 1)

Läuft bei: Sky (1 Staffel, 10 Episoden à 60 Min.)

Atticus Freeman begibt sich mit seiner Freundin und seinem Onkel im Amerika der 50er-Jahre auf einen Roadtrip auf die Suche nach seinem Vater. Monster, ein menschenopfernder Kult und der alltägliche Rassismus, der auch vor Lynchmord nicht haltmacht, sind dabei die weiteren Weggefährten.

Ich finde

Eine Serie, die überraschend Sozialkritik mit deftigem Horror verbindet. Das geht manchmal bis an die Grenze des Abstrusen. Aber letztlich ist es stimmig, den fantastischen Horror zu mischen mit der Realität des rassistischen Amerikas in den 50ern. Die Referenz an H.P. Lovecraft im Titel sagt ja einem ja schon, was zu erwarten ist.

Besetzung: Jurnee Smollett | Jonathan Majors | Aunjanue Ellis | Wunmi Mosaku | Abbey Lee | Michael Kenneth Williams | Jamie Chung
Created by: Misha Green
Genre: Fantasy | Horror
USA, 2020

Britannia (Staffel 1-3)

Läuft bei: Sky (3 Staffeln, 27 Episoden à 45 Min.)

Die Römer fallen 43 n.Chr. in Britannien ein. Die Kelten sind zerstritten und machen teilweise gemeinsame Sache mit den Eindringlingen.

Tönt zwar wie ein Historiendrama, ist aber tatsächlich mehr Fantasy. Druiden und Dämonen spielen eine grössere Rolle als Widerstandskampf und Intrigen.

Hauptfiguren sind ein römischer General und eine junge Frau. Seine Mission ist weniger die eines Feldherren, sondern mehr die des Anhängers eines Kults, der den Weg für seinen dämonischen Gott bereiten soll.

Die junge Frau wird auserkoren als Retterin der Kelten vor dem römischen Joch. Doch der Weg dahin ist lang und sie ist von ihrer Mission immer weniger überzeugt.

Ich finde

Wer Fantasy in einem historischen Setting mag, kommt durchaus auf seine Kosten. Weil der Kampf zwischen den verschiedenen Gottheiten und ihren Vertretern auf Erden vor allem in der dritten Staffel ziemlich abstruse und in der Figur einer Hohepriesterin des Bösen extrem nervige Formen annimmt, leidet der Unterhaltungswert der Serie doch ziemlich.

Einzig die Figur des verstörten und verstossenen Druiden Divis (Nikolaj Lie Kaas – auch in der ersten Staffel von «Follow the Money» zu sehen) bringt etwas Witz in die Geschichte und macht die teils langfädige Erzählung erträglicher.

Wer Lust hat auf englische Geschichte der Frühzeit, ist aber viel besser bedient mit «The Last Kingdom» (Netflix, 5 Staffeln), Angelsachsen gegen Wikinger und das historisch sogar einigermassen akkurat.

Besetzung: David Morrissey | Eleanor Worthington-Cox | Julian Rhind-Tutt | Liana Cornell | Hugo Speer | Nikolaj Lie Kaas | Zoë Wanamaker | Kelly Reilly
Created by: Jez Butterworth | Tom Butterworth | James Richardson
Genre: Historie | Abenteuer
GB | USA, 2022

The White Lotus (Staffel 1)

Läuft bei: Sky (1 Staffel, 6 Episoden à 60 Min.)

Eine Familie, ein Pärchen auf Hochzeitsreise und eine alleinstehende Frau machen Urlaub im Luxusresort auf Hawaii. Gemeinsam ist allen, dass sie sehr reich sind und sehr gestört. Das wird über sechs Episoden lustvoll seziert. Selbst die woken Teenies bekommen ihr Fett weg.

Ich finde

Eine gut inszenierte Gesellschaftssatire, die in alle Richtungen austeilt. Auch das Hotelpersonal, getrimmt auf unterwürfige Sklavenhaltung, ist nicht nur Opfer der aufgeblasenen, reichen Sozio- und Psychopathen, sondern im besten Fall reichlich naiv.

Identifikationsfiguren sucht man hier vergeblich, man kann sich nur an ziemlich widerwärtigen Figuren delektieren. Aber diese Figuren sind hervorragend gezeichnet und gespielt.

Ursprünglich als Miniserie geplant, wird’s wegen des grossen Erfolgs wohl noch weitere Staffeln geben.

Besetzung: Jennifer Coolidge | Murray Bartlett | Connie Britton | Alexandra Daddario | Fred Hechinger | Jake Lacy | Brittany O’Grady | Sydney Sweeney | Steve Zahn | Natasha Rothwell
Created by: Mike White
Genre: Drama
USA, 2021

Mare of Easttown (Mini-Serie)

Läuft bei: Sky (Mini-Serie, 7 Episoden à 60 Min.)

Mare Sheehan (Kate Winslet) ist eine Polizistin in einem kleinen Kaff. Sie ermittelt im Mord an einer jungen Mutter.

Weil in dem Kaff jeder jeden kennt und mit jedem zweiten verwandt ist, wird die Ermittlung auch persönlich. Ganz abgesehen davon, dass Mare noch von einigen Geistern aus der Vergangenheit gejagt wird.

Ich finde

Unglaublich stimmungsvoller Krimi mit hervorragenden Darsteller:innen. Auch wenn es Winslet fast ein wenig auf die Spitze treibt mit ihrer ungeschminkten und ungeschönten Darstellung von Mare, am Ende muss man den Hut ziehen – sie ist grossartig.

Und dann dieses Kaff, das ich intuitiv eher irgendwo in England verorten würde, aber wohl nur deshalb, weil solche Orte in US-amerikanischen Serien sonst nicht auftauchen. Eine perfekte Kulisse für normale Menschen, die mit kleinen und grossen Katastrophen im Leben konfrontiert sind.

Kurzum: «Mare of Eastwood» ist ein Binge-Genuss.

Besetzung: Kate Winslet | Julianne Nicholson | Jean Smart | David Denman | Guy Pearce | John Douglas Thompson | Joe Tippet
Created by: Brad Ingelsby
Genre: Krimi | Drama
USA, 2021

Riviera (Staffel1)

Läuft bei: Sky (3 Staffeln, 28 Episoden à 45 Min.)

Georgina (Julia Stiles) ist erst ein Jahr mit dem Milliardär Constantine Clios verheiratet, als dieser bei einer Explosion auf einer Jacht ums Leben kommt.

Jetzt kommt ans Licht, dass das Vermögen der Familie (es gibt noch eine Ex-Frau (Lena Olin) und drei Kinder aus erster Ehe) mit zweifelhaften Geschäftspraktiken und -partnern erwirtschaftet wurde. Das wird für die Familie lebensgefährlich.

Ich finde

Das Setting an der Riviera und ein paar äusserst luxuriöse Locations reichen leider nicht, um die Schwächen der Story zu übertünchen.

Hier ein Geheimnis aus der Vergangenheit, das gelüftet wird, da ein mörderischer Gegner, und immer wieder mal ein Interpol-Polizist, der ohne jegliche Beweise Vermögen beschlagnahmt und Leute einbuchtet.

Ob und wie Georgina und der Clios-Clan sich da durchschlagen, bleibt einem ein wenig egal. Von Neil Jordan (Creator) hätte ich etwas mehr erwartet.

Besetzung: Julia Stiles | Anthony LaPaglia | Lena Olin | Dimitri Leonidas | Roxane Duran | Igal Naor | Poppy Delevingne | Jack Fox | Iwan Rheon | Phil Davis
Created by: Neil Jordan
Genre: Thriller | Krimi
IRL, 2022