Dark Matter (Mini-Serie) – Welcher Jason bin ich? Und wenn ja, wie viele?

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Serienposter mit Schriftzug. Eine Frau und ein Mann stehen vor einer Menschenmenge. Es handelt sich aber immer um denselben Mann.
4 von 5 Sternen

Läuft bei: Apple TV+ (Mini-Serie, 9 Episoden à 50 Min.)

Wie wäre mein Leben verlaufen, wenn ich mich damals anders entschieden hätte? Wenn es doch nur eine Maschine gäbe, die mir dieses andere Leben zeigen könnte. Das habe ich mir schon oft gewünscht. Bis jetzt.

Jason auf der Spur von Schrödingers Katze

«Dark Matter» hat mir diese Fantasie gehörig vergällt. Jason Dessen (Joel Edgerton) hat so eine Maschine erfunden. Es ist eine vergrösserte Version der Schachtel, in die man üblicherweise Schrödingers Katze steckt. In den Kubus passen locker mehrere Menschen rein, die darin den Zustand der Superposition erreichen.

Weil eh niemand begreift, was das bedeutet, verbildlicht die Serie das netterweise. Aus dem Kubus wird ein unendlich langer Gang mit unendlich vielen Türen, die in unendlich viele Welten führen, in denen unendlich viele Variationen eines Lebens durchgespielt werden. Multiversum halt.

Ein Mann mit einer Tasche in der Hand steht in einer grossen Halle. Im Hintergrund ein Kubus aus dunklem Material.
Die Tür steht offen für Jason (Joel Edgerton), um in unendliche viele Welten zu reisen. © Apple TV+

Zu Beginn von «Dark Matter» lernen wir zwar einen Jason kennen, aber es ist nicht derjenige, der die Maschine erfunden hat. Dieser Jason hat sich vor Jahren entschieden, nicht seine Forscherkarriere zu verfolgen, sondern mit seiner damaligen Freundin und späteren Frau Daniela (Jennifer Connelly) eine Familie zu gründen.

Entführt in eine völlig andere Welt

Er führt ein etwas langweiliges Leben als Physiklehrer, ist aber glücklich mit seiner Frau und dem Teenager-Sohn Charlie (Oakes Fegley). Jasons Leben gerät völlig aus den Fugen, als er eines Abends von einem maskierten Mann betäubt und entführt wird. Als er wieder zu sich kommt, ist er in einer Welt, die ihm völlig fremd ist.

Eine Frau namens Amanda (Alice Braga), die Jason noch nie gesehen hat, gibt sich als seine Freundin zu erkennen und freut sich, dass er wieder zurück ist. Und Leighton (Dayo Okeniyi) will von seinem Geschäftspartner wissen, wie er es geschafft hat, wieder zurückzukommen. Aber Jason versteht nur Bahnhof.

Zwei Männer und eine Frau sitzen an einem Tisch in einem Glaskubus. Sie werden von einer Reihe von Personen bei ihrem Gespräch beobachtet.
Leighton (Dayo Okeniyi) und Amanda (Alice Braga) stellen Jason Fragen, die er schlicht nicht versteht, weil er aus einer anderen Welt kommt. © Apple TV+

Wir dagegen können uns langsam zusammenreimen, was passiert ist. Jason, nennen wir ihn Jason 1, wurde von seinem Alter Ego aus einem anderen Universum, nennen wir ihn Jason 2, entführt und in die Welt von Jason 2 verfrachtet. Jason 2 hat dafür den Platz von Jason 1 an der Seite von Daniela und Charlie eingenommen.

Das andere Leben zu leben, ist ziemlich kompliziert

Denn Jason 2 bereut, dass er damals den anderen Weg als Jason 1 beschritten hat: Er wollte seine Forschung weitertreiben und drängte Daniela zur Abtreibung. Die beiden trennten sich, Jason 2 erfand den Multiversum-Kubus, wurde aber nie so richtig glücklich. Jetzt will er dank seiner Erfindung das andere Leben leben.

Das ist aber nicht so einfach, denn er weiss nicht, was Jason 1 und Daniela in den 16 Jahren ihrer Ehe erlebt haben. Jason 2 muss dauernd auf der Hut sein, dass er nicht auffliegt. Da schrammt er ein paar Mal nur knapp daran vorbei. Etwa, als er seinem allergischen Sohn ein Eis mit Erdnüssen gibt.

Ein Mann und eine Frau sitzen in einem Wohnzimmer. Er blickt besorgt vor sich her, sie schaut ihn kritisch an.
Daniela (Jennifer Connelly) merkt zwar langsam, dass mit Jason etwas nicht stimmt. Aber sie käme nie darauf, was der Grund dafür ist. © Apple TV+

In der Zwischenzeit hat Jason 1 ebenfalls herausgefunden, wo er gelandet ist und weshalb. Auch Amanda ist klar geworden, dass Jason 1 nicht ihr Jason 2 ist. Sie hilft Jason 1 zu fliehen und begleitet ihn in den Kubus, von dem sie allerdings nicht wissen, wie er funktioniert.

Das lange Warten auf den Showdown

Die beiden wandern durch den endlos langen Gang, der sich im Kubus auftut, und öffnen verschiedene Türen, die sie in fantastische und gefährliche Welten führen. Mit der Zeit finden sie heraus, wie man in diesem Multiversum navigieren kann. Doch aus all den unendlich vielen Welten diejenige von Jason 1 zu finden, bleibt eine grosse Herausforderung.

«Dark Matter» spielt geschickt mit den Möglichkeiten eines Multiversums. Das hält einen bei Laune. Aber es dauert doch zu lange, bis es zu dem Moment kommt, der unweigerlich kommen muss: dem Showdown zwischen Jason 1 und Jason 2.

Ein Mann und eine Frau sitzen in der Tür eines metallenen Kubus in einer idyllischen Waldlandschaft.
Die Idylle täuscht. Bei ihren Reisen ins Multiversum landen Jason und Amanda (Alica Braga) zu Beginn vor allem in lebensfeindlichen Welten. © Apple TV+
Der Preis für die Neugier ist das Chaos

Man bleibt aber trotzdem dabei. Denn wie die Story aus diesem verzwickten multiuniversalen Tohuwabohu herausfindet, will man schon noch erfahren. Die letzte Episode entschädigt denn auch etwas für die Überlängen der Geschichte davor.

Dieser Schluss war es dann, der mich von dem Wunsch nach einer Maschine für alternative Lebenswege heilte. Wenn das zu einem solchen Chaos führt wie in «Dark Matter», dann zügle ich meine Neugier lieber.

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Besetzung: Joel Edgerton | Jennifer Connelly | Alice Braga | Jimmi Simpson | Dayo Okeniyi | Oakes Fegley | Marquita Brooks | Amanda Brugel
Serie entwickelt von: Blake Crouch
Genre: Science-Fiction | Thriller | Drama
USA, 2024

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