

Läuft bei: Apple TV+ (4 Staffeln 40 Episoden à 60 Min.)
Enthält Spoiler zu früheren Staffeln
Gleich zu Beginn der vierten Staffel stockt einem zuerst der Atem und anschliessend bekommt man wässrige Augen. Die Mission unter dem Kommando von Ed Baldwin (Joel Kinnaman), einen Asteroiden in die Marsumlaufbahn zu ziehen, endet katastrophal. Zwei Crewmitglieder kommen ums Leben, einer von ihnen ist Grigory Kuznetsov (Lev Gorn), der Kommandant der ersten russischen Marsmission und Eds enger Freund.
Fun Fact: Ein Schweizer führte Regie
Bei den beiden ersten Episoden führte der Schweizer Lukas Ettlin Regie. Der ehemalige Kameramann (u.a. «The Lincoln Lawyer») arbeitet seit rund zehn Jahren vornehmlich als Regisseur von TV-Serien (u.a. «Jack Ryan» und «Daredevil»).
Danach scheint die bislang geniale Space-Soap an Drive zu verlieren. Sie dümpelt etwas lange in den Lower Decks herum, wo die Servicecrew der mittlerweile massive gewachsenen Marsstation haust. Aber schnell wird klar, dass hier mit neuen Figuren ein für den Plot entscheidender Erzählstrang aufgebaut wird.

Für Ed ist Mars die neue Heimat
Der kulminiert in einem gloriosen Finale, das nervenaufreibend ist und in dem Blut und erneut Tränen fliessen. Deshalb kann man das Fazit vorwegnehmen: Auch der vierte Teil von «For All Mankind» ist hervorragend gelungen. Die Serie gehört zum Besten, was in Sachen Sci-Fi-Drama im Moment zu sehen ist.
Ed Baldwin, mit dem vor Jahren alles begann, sitzt also immer noch auf dem Mars und will auch nicht mehr weg. Obwohl seine Tochter Kelly (Cynthy Wu) in dazu drängt, damit sein Enkel wenigstens seinen Grossvater kennenlernt. Grossmutter Karen (Shantel VanSanten) kam ja in der letzten Staffel beim Bombenanschlag auf das NASA-Hauptquartier ums Leben.

Margos tristes Leben in Moskau
Vermeintlich ebenfalls getötet wurde damals NASA-Direktorin Margo Madison (Wrenn Schmidt). Doch wir wissen, dass sie in die UdSSR geflohen ist, nachdem sie den Russen Geheiminformationen verraten hatte, um ihren Freund Sergei (Piotr Adamczyk) zu retten.
Dort fristet sie jetzt zu Beginn der Nullerjahre ein ziemlich betrübliches Dasein. Eigentlich hatte man ihr versprochen, sie könne als Beraterin für die russische Raumagentur Roscosmos arbeiten. Aber dort wird sie abgewimmelt, als sie ihre Hilfe anbietet, die misslungene Asteroidenmission zu analysieren.
Das ändert sich allerdings nach dem erfolgreichen Putsch gegen Gorbatschow. Das neue Regime setzt eine neue Roscomos-Direktorin ein, die auf Margos Expertise setzt. Und die ist bald gefragt.

Goldrausch auf dem Mars
Ein neuer Asteroid taucht auf, der den Spitznamen «Goldilocks» bekommt, weil er ein reichhaltiges Vorkommen des seltenen Metalls Iridium besitzt. Diesen Reichtum wollen sich die Nationen, die am Marsprogramm beteiligt sind, sichern und den Asteroiden in die Marsumlaufbahn bugsieren.
Die Politiker:innen sind aber wenig begeistert, als sie erfahren, was ein Abbau auf dem Mars kostet und wie lange es dauert, bis damit gestartet werden kann. Allen voran macht US-Präsident Al Gore Druck, eine andere Lösung zu finden, weil er im Wahlkampf für eine zweite Amtszeit steht.
Findige Köpfe kommen auf die Idee, den Asteroiden um den Mars herum auf den Weg zur Erde zu schicken. Dort könnte schneller und billiger mit dem Abbau begonnen werden.

Marsianer gegen Erdlinge
Damit würde aber die Marskolonie an Bedeutung verlieren und mittelfristig wohl aufgegeben werden. Für Ed Baldwin kommt das der Zerstörung seines Lebenswerks gleich. Er organisiert auf dem Mars eine Widerstandsbewegung und bekommt unerwartete Unterstützung für eine waghalsige Aktion.
«For All Mankind» macht weiterhin einfach Spass. Wieder verquickt die Serie einen spannenden Plot mit den bekannten Figuren, die sich vor immer neue Herausforderungen gestellt sehen in ihrem Leben. Dabei geht es weniger um Raumfahrt, sondern um Familie, Loyalität, Verrat und andere menschliche Probleme. Eine Seifenoper im besten Sinne, die sich als Schauplatz halt den Weltraum ausgesucht hat, und noch Potenzial hat für mindestens eine weitere Staffel.
«For All Mankind» – Was bisher geschah
Im Juni 1969 setzt erstmals ein Mensch seinen Fuss auf den Mond: der russische Kosmonaut Alexei Leonov. Die NASA hat den Wettlauf zum Mond verloren.
In der ersten Staffel gehen die Rivalitäten zwischen den USA und der UdSSR auf dem Mond weiter mit der Suche nach Wasser und der Errichtung einer permanenten Mondbasis.
In der zweiten Staffel verschärft sich der Kalte Krieg unter Präsident Reagan. Das hat Auswirkungen auf die NASA. Die Mondmission wird militarisiert, es fällt der erste Schuss auf dem Erdtrabanten.
In der dritten Staffel steht das Rennen zum Mars an. Drei Missionen sind gleichzeitig unterwegs: Die NASA, Roscosmos und eine private Firma liefern sich ein spannendes Wettrennen zum roten Planeten mit einem überraschenden Sieger.
Besetzung: Joel Kinnaman | Krys Marshall | Wrenn Schmidt | Cynthy Wu | Coral Peña | Edi Gathegi | Svetlana Efremova | Daniel Stern | Tyner Rushing | Lev Gorn | Toby Kebbell
Serie entwickelt von: Ronald D. Moore | Ben Nedivi | Matt Wolpert
Genre: Science-Fiction | Drama | Abenteuer
USA, 2023
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