Funny Woman (Staffel 1) – Spassige Hommage an die Swinging Sixties

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Serienposter mit Schriftzug. Eine Frau in blauem Kostüm schreitet eine Treppe hoch, die aus alten Schwarzweissfernsehgeräten besteht. © Sky Studios
4 von 5 Sternen

Läuft bei: Sky Show (1 Staffel, 6 Episoden à 45 Min.)

Auf der Suche nach leichter Kost? Wohlfühlfernsehen mit ein wenig ernsthaftem Unterton? Dann bist du bei «Funny Woman» genau richtig. Eine relativ seichte, spassige Emanzipationsgeschichte mit viel 60er-Jahre-Groove, passendem Soundtrack und einer Verbeugung vor der Geschichte der britischen TV-Comedy.

«Funny Woman» basiert auf dem Roman «Funny Girl» von Nick Hornby. Ein bekannter Name als Autor von unterhaltsamen Geschichten, von denen es einige auf die Leinwand schafften. In Erinnerung dürften vor allem «High Fidelity» (2000) mit John Cusack und «About a Boy» (2002) mit Hugh Grant sein.

Der Traum vom Showbiz

Die Serie erzählt. wie Barbara Parker (Gemma Arterton) aus Blackpool den Titel der Miss Blackpool Belle gewinnt und unvermittelt realisiert, dass das überhaupt nicht das Leben ist, das sie sich wünscht.

Eine Frau blickt erwartungsvoll aus dem Fenster eines roten Busses.
Von Blackpool nach London: Barbara (Gemma Arterton) hofft auf eine Karriere als Schauspielerin in der vibrierenden Grossstadt. © Sky Studios

Sie verlässt Vater (David Threlfall) und Tante (Rosie Cavaliero), bei denen sie wohnt, kündigt ihren Job in der Zuckerwarenfabrik, lässt ihren Freund, den schönsten Metzger von Blackpool, sitzen und fährt nach London.

Barbara träumt von einer Karriere im Showbusiness. Sie lernt den Theateragenten Brian Debenham (Rupert Everett) kennen, der für sie durchaus Chancen im Business sieht. Allerdings unterscheiden sich die Vorstellungen der beiden, wofür Barbara geeignet ist.

Im Blitzlichtgewitter der Klatschpresse

Barbara sieht sich auf der Bühne als grosse Komödiantin. Brian sieht sie als Blondine mit guter Figur, die besser nicht den Mund aufmacht, weil ihr Akzent ihre Herkunft aus dem Norden und der Unterschicht verrät.

Tatsächlich aber gelingt es Barbara nach einigen Rückschlägen einen TV-Produzenten von ihrem komödiantischen Talent zu überzeugen. Sie bekommt unter ihrem Künstlernamen Sophie Straw die weibliche Hauptrolle für eine Comedy Playhouse-Pilotfolge, die zu einer Hit-Show wird.

Ein Mann und eine Frau verlassen das Büro eines Mannes, der im Hintergrund am Tisch sitzt.
Dennis (Arsher Ali) und Barbara gelingt es, Ted (Alistair Petrie), den «Head of Light Entertainment» des TV-Senders, von ihrer Show zu überzeugen. © Sky Studios

Barbara erobert die Herzen des Publikums und landet schnell im Blitzlichtgewitter der Tabloids, nicht zuletzt wegen der Liaison mit ihrem Co-Star Clive (Tom Bateman).

Die Zeit des Umbruchs

Auch wenn Barbara ein gewisses Selbstbewusstsein als Frau hat und sich beschwert, dass sie keine Witze über ihre «knockers» in der Show will, bleibt sie über weite Strecken die etwas naive Unschuld vom Lande. Nur langsam entwickelt sie eine entschlossene Seite, die nicht mehr zulässt, als Spielzeug für Männer zu dienen.

Ein Mann sitzt an einem Schreibtisch und zeigt das Titelblatt einer Zeitung.
Barbaras Agent Brian (Rupert Everett) ist begeistert von den Schlagzeilen über Barbaras Liaison mit ihrem Co-Star. © Sky Studios

Das ist nur das offensichtlichste Beispiel dafür, dass «Funny Woman» zwar viele Themen aus den Swinging Sixties anspricht, die im Umbruch sind, aber nicht wirklich vertieft.

Barbaras Schwarze Freundin Diane (Clare-Hope Ashitey) etwa bekommt einen Job bei den TV-News. Ein Zuschauer fragt daraufhin, ob es denn keine netten Weissen Frauen für den Job gegeben habe.

Zeitgeist, ja – aber locker und spassig

Ganz selbstverständlich befiehlt der unsympathische TV-Boss Ted (Alistair Petrie) seinem indischstämmigen Produzenten Dennis (Arsher Ali), die Rolle eines Inders in der Comedy-Show mit einem Engländer zu besetzen, der den Akzent nachäfft. Bill und Tony, die beiden Autoren der Show, schliesslich, sind homo-, respektive bisexuell, was sie verbergen müssen, denn bis 1967 war das in England strafbar.

Zwei Frauen in einem poppigen Kleiderladen mit vorwiegend rötlichem Wanddekor.
Rassismus gegen Barbaras Freundin Diane (Clare-Hope Ashitey) ist zwar ein Thema. Aber im Vordergrund stehen die groovy Sixties mit poppigem Design bis in die Kleiderläden. © Sky Studios

Jetzt ist das nicht wirklich eine Schwäche von «Funny Woman», wenn Rassismus, Frauendiskriminierung und Schwulenfeindlichkeit nicht ausgiebig dramatisiert werden. Letztlich will die Serie eine Komödie sein, die den Zeitgeist zwar aufnimmt, aber eher locker und spassig damit umgeht.

Das gelingt wirklich ansprechend. Vor allem dank der Hauptdarstellerin Gemma Arterton, die die Serie mit immenser Energie und Spielfreude trägt. Aber auch dank den Nebenfiguren, die feine Akzente setzen und damit den einen oder anderen zusätzlichen Farbtupfer an die bunte Hommage an die 60er-Jahre beisteuern.

Gezeichnet: Schwarze tanzende Silhoutten vor grosser Silberkugel und orange-rotem Hintergrund.
Soundtrack «Funny Woman»

Golden Oldies aus den 60ern: Hier gibt’s den Soundtrack zur Serie als

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Besetzung: Gemma Arterton | Tom Bateman | David Threlfall | Rosie Cavaliero | Morwenna Banks | Rupert Everett | Leo Bill | Alexa Davies | Arsher Ali | Matthew Beard | Clare-Hope Ashitey | Alistair Petrie
Genre: Komödie | Historie
GB, 2023

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