How to Get to Heaven from Belfast (Staffel 1) – Vier Freundinnen, ein Tattoo und ein Todesfall

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Poster der Netflix-Serie «How to Get to Heaven from Belfast». Drei Frauen sitzen auf einem Sarg vor blauem Himmel. Links steht ein gerahmtes Porträtfoto. Text unten: «From the creator of Derry Girls». Surreale Darstellung mit Grasstück am Boden.
4 von 5 Sternen

Netflix (1 Staffel, 8 Episoden à 50 Min.)

Mit «How to Get to Heaven from Belfast» legt Lisa McGee nach ihrem Comedy-Erfolg «Derry Girls» eine Serie vor, die tonal in eine andere Richtung geht – aber wiederum «very Irish» ist.

Statt Coming-of-Age-Humor liefert sie ein Mystery-Drama über drei Frauen, die von ihrer gemeinsamen Vergangenheit eingeholt werden. Das Ergebnis ist klug konstruiert, oft schrill inszeniert, aber auch überraschend düster.

Das Trauma einer Jugendsünde

Im Zentrum stehen Saoirse (Roisin Gallagher), Robyn (Sinéad Keenan) und Dara (Caoilfhionn Dunne). Die drei Enddreissigerinnen aus Belfast kennen sich seit ihrer Schulzeit. Zu einer vierten Freundin, Greta (Natasha O’Keeffe), haben sie den Kontakt verloren.

Drei Frauen stehen nebeneinander in einem elegant eingerichteten Wohnzimmer mit Parkettboden und orientalischem Teppich. Von links: Frau in grauem Pullover und Jeans, Frau in orangem Overall mit blauer Mütze, Frau in rotem Pullover und dunkler Hose. Alle blicken ernst in die Kamera.
Robyn (Sinéad Keenan), Dara (Caoilfhionn Dunne) und Saoirse (Roisin Gallagher) als schrullige Ermittlerinnen in einem Mordfall, der vielleicht gar keiner ist. © Netflix

Als Greta plötzlich stirbt, fühlen sich die drei verpflichtet, zur Beerdigung zu gehen. Das fällt ihnen schwer, denn mit Greta verbindet sie ein traumatisches Ereignis, das sie seit ihrer Jugend verdrängt haben.

Doch, so glauben die drei Freundinnen, das können sie endgültig hinter sich lassen, wenn sie Greta die letzte Ehre erwiesen haben. Aber alles kommt anders.

War es Mord? Und wer ist die Leiche?

Zuerst beginnen sie daran zu zweifeln, dass Greta durch einen Treppensturz ums Leben kam. Ihr Ehemann Owen (Emmett J. Scanlan) und ihre Adoptivmutter Margo (Michelle Fairley) benehmen sich ihnen gegenüber sehr verdächtig.

Darüber hinaus entdeckt Saoirse, dass bei der Leiche im Sarg die Tätowierung fehlt, die sich alle vier in ihrer Jugend hatten stechen lassen. Ist Greta gar nicht tot?

Vier Personen in einem Wohnzimmer: Zwei Frauen sitzen links (eine in rotem Mantel, eine in gelbem Kleid mit grünem Kopftuch), zwei Männer stehen rechts (einer in rotem Hemd mit Schürze, einer in blauem Cardigan). Gespannte Atmosphäre, gedämpfte Beleuchtung.
Würden Sie dieser Trauerfamilie die Geschichte von einem tragischen Unfall abkaufen? © Netflix

Der Mystery-Plot ist sorgfältig konstruiert. Die Serie arbeitet mit Rückblenden, Perspektivverschiebungen und gezielt gesetzten Informationslücken. Nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Skurrile Figuren mit unglaublich viel Energie

Zum anderen lebt «How to Get to Heaven from Belfast» von den skurrilen Hauptfiguren. Saoirse arbeitet als Autorin für eine erfolgreiche Krimiserie. Der Job langweilt sie mittlerweile. Umso mehr fasziniert sie die Möglichkeit, einem echten Verbrechen auf der Spur zu sein.

Robyn lebt dank ihrer drei Söhne ständig am Rande eines Nervenzusammenbruchs und ist eigentlich froh, mal wegzukommen. Aber das ändert nichts daran, dass sie dauernd unter Hochspannung steht.

Eine Frau in hellblauem viktorianischem Kleid mit Perlenketten und Häubchen hält eine Eistüte und blickt ernst in die Kamera. Im Hintergrund sitzen zwei weitere Personen an einem Holztisch mit Kaffeetassen in einem Café oder Restaurant.
Ein weiteres skurriles Trio, das auftaucht, von dem man lange nicht weiss, welches Ziel es verfolgt. © Netflix

Dara betreut ihre kranke Mutter und hat ihr eigenes Leben eigentlich aufgeben. Zudem hat sie einen Hang zum Religiösen und Übernatürlichen. Wenn sich die drei in die Haare bekommen, was öfter passiert, fliegen einem die Dialoge mit Höchstgeschwindigkeit um die Ohren.

Witzig und ernsthaft zugleich

Diese komödiantischen Momente der Serie überdecken allerdings nicht, dass sich hinter dem Mystery-Plot eine durchaus ernsthafte Auseinandersetzung mit der Frage nach Schuld und Sühne verbirgt.

Lisa McGee mixt das zu einem eigenwilligen Mystery-Drama, das sich wohltuend von durchschnittlichen Whodunit-Serien abhebt. Was ich ihr ausserdem hoch anrechne: Sie erzählt die Geschichte zu Ende und vertraut darauf, dass ihre Storyidee stark genug ist für eine zweite Staffel. Ich würde ihr dafür sofort grünes Licht geben.

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Besetzung: Roisin Gallagher | Sinéad Keenan | Caoilfhionn Dunne | Natasha O’Keeffe | Darragh Hand | Emmett J. Scanlan | Bronagh Gallagher | Michelle Fairley | Josh Finan | Emma Canning | Emily Flain | Chara Aitken | Maria Laird
Serie entwickelt von: Lisa McGee
Genre: Mystery | Komödie
IRL, 2026

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