Generated by All in One SEO v5.0.0.1, this is an llms.txt file, used by LLMs to index the site. # buergler.net Streaming-Tipps: Welche Serien sich anzuschauen lohnen und welche nicht ## Sitemaps - [XML Sitemap](https://buergler.net/sitemap.xml): Contains all public & indexable URLs for this website. ## Beiträge - [Sugar (Staffel 2) – Die Menschwerdung des John Sugar](https://buergler.net/sugar-staffel-2-die-menschwerdung-des-john-sugar/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV) Cheeseburger, Sex, Mord. Drei Dinge, die für John Sugar tabu sind. Denn – letzte SPOILER-Warnung – er gehört zu einer Gruppe von Ausserirdischen, die auf einer Beobachtungsmission die Erde besuchen. Fleisch essen, Sex haben oder töten ist ihnen streng verboten. Doch Sugar ist der letzte seiner Art auf der Erde. Die anderen sind auf ihren Heimatplaneten zurückgekehrt, nachdem sie enttarnt wurden. Wer soll ihn also zur Rechenschaft ziehen? Sugar bleibt, weil er L.A. liebt und seinen Job als Privatdetektiv. Vor allem aber hofft er noch immer, seine verschwundene Schwester zu finden. Um sich abzulenken, übernimmt er einen neuen Fall: Der Bruder eines aufstrebenden Boxers ist verschwunden. Die Suche führt ihn zu Gangs, korrupten Polizisten und Drogenabhängigen. Gleichzeitig versucht Sugar herauszufinden, wer für die Enttarnung seiner Artgenossen verantwortlich ist. In den ersten Episoden kommt die Handlung nur schleppend voran. Doch es lohnt sich, dranzubleiben. Denn auch diesmal geht es nicht nur um die Lösung eines Falls, sondern um die Menschen und darum, was sie ausmacht. In dieser Hinsicht ist Sugar tatsächlich ein Ausserirdischer. Im Gegensatz zu vielen Menschen liegt ihm viel an Menschlichkeit. Anders als seine filmischen Vorbilder ist der coole Privatdetektiv nicht zynisch, sondern von Skrupeln und Mitgefühl geprägt. «Sugar» spielt intelligent mit diesem Widerspruch und wird so zu einem ungewöhnlichen Krimi mit extravagantem Twist. - [Kurzbesprechung: Achtsam morden (Staffel 2)](https://buergler.net/kurzbesprechung-achtsam-morden-staffel-2/) - ⭐⭐⭐⭐(Netflix) Björn Diemel wollte seine Work-Life-Balance mit Achtsamkeitstherapie in den Griff bekommen. Einige Probleme hat er tatsächlich – und höchst illegal – gelöst, sich dabei aber neue eingehandelt. Neben seinem Job als Strafverteidiger leitet er nun eine Kita und steht an der Spitze zweier krimineller Clans. Das stresst. Zum Glück weiss sein Therapeut erneut Abhilfe. Björn muss sich mit seinem inneren – nein, nicht Schweinehund, sondern Kind versöhnen. Erneut funktioniert das sehr gut. Das innere Kind liefert ihm wertvolle Tipps, wie er die Polizei auf Abstand hält und einen Erpresser ausschaltet. Björns kriminelle Karriere nimmt weiter Fahrt auf – direkt in Richtung dritte Staffel. - [Kastanjemanden (Staffel 2) – Versteckspiel mit tödlichem Ausgang](https://buergler.net/kastanjemanden-staffel-2-versteckspiel-mit-toedlichem-ausgang/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Fünf Jahre nach der ersten Staffel kehrt der dänische Krimi «Kastanjemanden» zurück. Das lange Warten lag vor allem daran, dass Autor Søren Sveistrup die Romanfortsetzung erst 2024 veröffentlichte. Gelohnt hat es sich trotzdem – auch wenn die erste Staffel in meiner Erinnerung noch düsterer und verstörender war. Der Titel führt diesmal etwas in die Irre, denn der ursprüngliche Fall ist abgeschlossen. Stattdessen steht ein neuer Fall im Zentrum, der sich um einen Kinderzählreim dreht. Dieser taucht in Nachrichten auf dem Handy einer verschwundenen alleinerziehenden Mutter auf. Als ihre Leiche gefunden wird, übernehmen Ermittlerin Naia Thulin und ihr Team den Fall. Unterstützung erhält sie durch den Europol-Beamten Mark Hess. Die beiden verbindet eine komplizierte Vergangenheit: Nach ihrer Beziehung verliess er Naia und ihre Tochter. Trotzdem raufen sie sich für die Ermittlungen zusammen. Bald stossen sie auf einen alten Mordfall mit auffälligen Parallelen. Als weitere Opfer entdeckt werden, erkennen sie das Muster: Alle wurden zuvor gestalkt. Die Jagd auf den Serienmörder bleibt spannend und wird durch ein einschneidendes Ereignis für die Hauptfiguren zusätzlich aufgeladen. Dennoch erreicht die zweite Staffel nicht ganz die beklemmende Atmosphäre der ersten. Der Plot wirkt weniger bedrohlich und unheimlich. Trotzdem bleibt «Der Kastanienmann – Versteckspiel» ein gelungener Nordic-Noir-Krimi, der Fans des Genres bestens unterhält. - [Spider-Noir (Staffel 1) – Wenn Bogart auf Bugs Bunny trifft](https://buergler.net/spider-noir-staffel-1-wenn-bogart-auf-bugs-bunny-trifft/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Drei Dinge machen diese Serie unwiderstehlich: die visuelle Hommage an die Film-noir-Klassiker der 40er- und 50er-Jahre, Nicolas Cage in seiner ersten TV-Hauptrolle und ein in die Jahre gekommener Spider-Man, der nach jedem Kampf über schmerzende Knochen klagt. Der Spinnenheld heisst hier nicht Peter Parker, sondern Ben Reilly. In den frühen 30er-Jahren arbeitet er als heruntergekommener Privatdetektiv. Seit der Ermordung seiner Verlobten hat er das Spinnenkostüm abgelegt und trinkt zu viel Whisky. Sein Alltag wird auf den Kopf gestellt, als er zwei Fälle übernimmt. Einer führt ihn zu einem Kriminellen mit übernatürlichen Fähigkeiten, der andere zur geheimnisvollen Sängerin Cat Hardy. Sie arbeitet für Gangsterboss Silvermane (Brendan Gleeson), pflegt aber heimlich Kontakt zu seinem politischen Gegner. Als Reilly sie damit erpresst, gerät er zwischen die Fronten. Nach und nach enthüllt die Serie den Ursprung der Superkräfte: grausame Experimente an Kriegsgefangenen während des Ersten Weltkriegs. Silvermane macht die überlebenden Versuchspersonen zu seinen Verbündeten und steigt zum Herrscher der Stadt auf. Nur «The Spider» kann ihn noch stoppen. Die Kämpfe des Superhelden im düsteren Chiaroscuro des Film noir sind gewöhnungsbedürftig. Dennoch funktioniert das Konzept. Auch dank Nicolas Cage, der seine Rolle als «70 Prozent Humphrey Bogart und 30 Prozent Bugs Bunny» beschreibt. Genau diese Mischung aus Nostalgie und Slapstick macht den besonderen Reiz der Serie aus. - [Kurzbesprechung: Criminal Record (Staffel 2)](https://buergler.net/kurzbesprechung-criminal-record-staffel-2/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV) Die Wege von DI June Lenker (Cush Jumbo) und DCI Dan Hegarty (Peter Capaldi) kreuzen sich erneut. Bei einer Kundgebung von Muslimen wird ein Jugendlicher von einem Vermummten getötet, der zu einer Gruppe von rassistischen Nationalisten gehört. Als Lenker und Hegarty ein Mitglied der Gruppe identifizieren können, beginnen sie, gemeinsam zu ermitteln, allerdings mit unterschiedlichen Zielen. Lenker will den Mörder fassen, Hegarty die Gruppe infiltrieren, die mutmasslich Bombenanschläge plant. Wie schon zuvor ist die Zusammenarbeit geprägt von Misstrauen. Zurecht: Hegarty weiht seine Partnerin nicht in alle Details seiner Pläne ein. Spannender Krimi mit einem genial widerlichen Dustin Demri-Burns als Gegenspieler von Lenker und Hegarty. - [Your Friends & Neighbors (Staffel 2) – Lustvolle Einblicke in ein toxisches Biotop](https://buergler.net/your-friends-neighbors-staffel-2-lustvolle-einblicke-in-ein-toxisches-biotop/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV) Wer sich auf neue Raubzüge von Andrew «Coop» Cooper bei seinen Nachbarn freut, wird von der zweiten Staffel von «Your Friends & Neighbors» etwas enttäuscht sein. Diesmal gibt es weniger Einblicke in die Schmuckschubladen und Safes, in denen die Superreichen ihre Luxusgüter horten. Immerhin bekommt man zu Beginn einen Étoile de Montblanc Joaillière zu Gesicht, Wert: 165’000 Dollar. Nicht schlecht für einen Fülli. Allerdings bleibt Coop beim Einbruch mit einem Rückenkrampf am Boden liegen. Seine Komplizin Elena muss Coops Freund Barney zu Hilfe rufen, der bislang keine Ahnung von Coops illegalen Aktivitäten hatte. Aus dem Duo wird so ein Diebestrio. Doch beim nächsten Coup wird Coop ertappt. Er ist in die Villa des neuen Nachbarn Owen Ashe eingestiegen und wurde dabei von einer Überwachungskamera gefilmt. Ashe zeigt ihn aber nicht an, sondern erpresst ihn. Coop soll für ihn illegal ein paar hundert Millionen Dollar investieren, weil Ashe selbst auf der schwarzen Liste der Finanzaufsicht steht. Auch privat läuft es schlecht: Tochter Tori will trotz Princeton-Perspektive nicht studieren, seine Ex-Frau Mel rutscht wegen ihrer Menopause in eine tiefe Krise mit Schweiss- und vor allem Wutausbrüchen. «Your Friends & Neighbors» unterhält erneut als bissige Milieustudie über Reichtum, Status und Eitelkeit. Westmont Village ist ein toxisches Biotop, in das man gerne lustvoll eintaucht. - [Carmen Curlers (Staffel 1) – Als Lockenwickler die Welt revolutionierten](https://buergler.net/carmen-curlers-staffel-1-als-lockenwickler-die-welt-revolutionierten/) - ⭐⭐⭐ (Play Suisse) Den 60er-Jahren verdanken wir einige modische Errungenschaften – allen voran den Minirock, aber auch die Strumpfhose und futuristische Kleider aus PVC oder Vinyl. Ebenso revolutionär waren die elektrisch beheizten Lockenwickler: die «Carmen Curlers», die der Däne Arne Bybjerg Pedersen 1963 auf den Markt brachte. Die gleichnamige Serie erzählt lose die Geschichte dieses Mannes und seines Produkts und zeichnet zugleich ein Porträt der Ära der auftoupierten Frisuren. Hier heisst der Unternehmer Axel Byvang. Er kauft die Rechte an den Lockenwicklern einem Tüftler ab und will daraus ein Geschäft machen. Doch der Start verläuft katastrophal. Bei einer Präsentation auf einer Modemesse fangen die Haare von Axels Frau Tove Feuer. Sie verlässt ihn daraufhin, nicht wegen der versengten Haare, sondern weil er ihr gesamtes Geld in die Lockenwickler gesteckt hat. Axel gibt trotzdem nicht auf. Unterstützung erhält er vom Friseur Frans und von Birthe, die eigentlich Bäuerin ist und bei «Carmen Curlers» als Betriebsleiterin über sich hinauswächst und zur Familienernährerin wird. Die Serie verbindet die Firmengeschichte mit gesellschaftlichen Umbrüchen der 60er-Jahre, etwa über das neue Frauenbild, das Birthe verkörpert, oder über Frans, der seine Homosexualität nur heimlich ausleben kann. Unterhaltsam ist das durchaus, doch die vielen Handlungsstränge fügen sich nicht immer zu einem überzeugenden Ganzen. - [Widow's Bay (Staffel 1) – Buntes Mosaik aus 50 Jahren Horrorfilme](https://buergler.net/widows-bay-staffel-1-buntes-mosaik-aus-50-jahren-horrorfilme/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV) Horror-Fans werden ihren Spass an dieser Serie haben. Vielleicht weniger wegen der Handlung als wegen der vielen Referenzen auf Klassiker des Genres. Denn «Widow’s Bay» verbindet Horror mit viel skurrilem Humor. Bürgermeister Tom Loftis will eine kleine Insel vor der Küste Neuenglands in ein Ferienparadies à la Martha’s Vineyard verwandeln. Unterstützt wird er von einer charmant unbeholfenen Assistentin, einer betagten, vergesslichen Sekretärin und einer Dauer-Nörglerin. Doch ein Fluch lastet auf der Insel. Während der Fischer Wyck vor dunklen Mächten warnt, setzt Tom auf einen wohlwollenden Bericht der «New York Times». Tatsächlich lockt dieser Tourist:innen an – und damit beginnen die Katastrophen. Jetzt greift «Widow’s Bay» tief in die Horrorkiste. Wie in «Jaws» muss Tom entscheiden, ob er die Gefahr verschweigt, um den Tourismus zu retten. Wyck erinnert an Haijäger Quint, Patricia an Shelley Duvall aus «The Shining». Dazu kommen Anspielungen auf Stephen King, «Carrie», «It», «Storm of the Century», «Halloween», «The Fog», «The Ring», «The Wicker Man» und «Scream». Mit etwas Fantasie lassen sich auch «Twin Peaks» und «Lost» erkennen. So entsteht ein unterhaltsames Mosaik aus 50 Jahren Horrorfilmgeschichte – vom Slasher über Folk- und Psycho- bis zum Arthouse-Horror. Trotz aller Hommagen erzählt die Serie ihre eigene Geschichte und überrascht zum Schluss mit einem cleveren Twist, der die Tür für eine zweite Staffel offen lässt. - [The Hack (Mini-Serie) – Der Skandal, der Grossbritanniens Boulevard erschütterte](https://buergler.net/the-hack-mini-serie-der-skandal-der-grossbritanniens-boulevard-erschuetterte/) - ⭐⭐⭐⭐ (arte) Die britischen Boulevardmedien geniessen seit jeher einen zweifelhaften Ruf. Kein Wunder also, dass einer der grössten Medienskandale genau hier passierte. Journalist:innen der «News of the World», Teil von Rupert Murdochs Medienimperium, hörten über Jahre hinweg illegal Voicemails ab und bestachen indirekt Polizist:innen. Die Doku-Fiction «The Hack» erzählt diese wahre Geschichte spannend und unterhaltsam – wenn auch mit etwas zu viel Pathos. David Tennant spielt «Guardian»-Reporter Nick Davies, der den Skandal aufdeckte. Was 2005 mit dem Abhören der Voicemails von Angehörigen der königlichen Familie als vermeintlicher Einzelfall begann, entpuppte sich als systematische Praxis mit Hunderten, wenn nicht Tausenden Opfern. Lange blieb die Resonanz auf die Enthüllungen des «Guardian» aber aus. Erst als bekannt wurde, dass das Telefon einer entführten und später ermordeten Jugendlichen gehackt worden war, kippte die öffentliche Stimmung. «The Hack» singt das Hohelied des unabhängigen Journalismus bisweilen etwas zu laut. Das macht die Serie jedoch wett, indem sie die Skrupellosigkeit der «News of the World» schonungslos offenlegt. Frustrierend bleibt, dass die mächtigsten Verantwortlichen, allen voran Rupert Murdoch und sein Sohn James. weitgehend ungeschoren davonkamen. Konsequenzen tragen musste einzig Andy Coulson. Der Ex-Chefredaktor musste als Pressesprecher von Premierminister David Cameron zurücktreten und wurde später zu 18 Monaten Haft verurteilt. - [Alice and Steve (Staffel 1) – Im Wunderland der Wut und Rache](https://buergler.net/alice-and-steve-staffel-1-im-wunderland-der-wut-und-rache/) - ⭐⭐⭐ (Disney+) Alice und Steve sind seit Jahrzehnten sehr eng befreundet. Vor 30 Jahren war da mal was zwischen ihnen, aber das ist Vergangenheit. Heute ist Alice zum zweiten Mal verheiratet und hat zwei Kinder. Steve ist geschieden und kinderlos. Ihre Freundschaft bleibt für beide das Wichtigste. Die Dynamik kippt, als Steve nach einer Partynacht bei Alice übernachtet und dort mit ihrer Tochter Izzy schläft. Am nächsten Morgen schwören sie sich, dass das nie wieder passieren darf. Doch dann merken sie, dass sie echte Gefühle füreinander empfinden – und die Katastrophe nimmt ihren Lauf. Alice rastet aus, bis sie sich vermeintlich einsichtig zeigt. Sie lädt zum versöhnlichen Abendessen, nur um Steve vor Izzys Freund:innen zu demütigen. Er kann sich gerade noch retten, verrät allerdings ein Geheimnis aus seiner Arbeit mit Promis. Das nutzt Alice, um seinen Ruf zu zerstören. Jetzt eskaliert der Konflikt. Die Serie pendelt zwischen aggressiver Konfrontation und halbherzigen Versöhnungen, ohne je klare emotionale Konsequenz zu entwickeln. Der zentrale Konflikt wirkt konstruiert, die Figuren handeln zunehmend egoistisch und wenig glaubwürdig. Auch der Humor zündet kaum. Die Komik bleibt eher bemüht als pointiert. Insgesamt enttäuscht die Serie: Trotz starker Besetzung bleibt sie dramaturgisch schwach, tonal unausgeglichen und verfehlt sowohl emotionale Tiefe als auch komödiantische Wirkung. Wer Nicola Walker mag – wie ich – ist wohl mit der Serie «The Split» auf arte besser bedient. - [The Bear (Staffel 5) – Lichterlöschen und Freudentränen](https://buergler.net/the-bear-staffel-5-lichterloeschen-und-freudentraenen/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Mit der fünften Staffel endet das Küchendrama «The Bear». Die Serie bot eine Reise voller Höhen und Tiefen, nicht nur für die Protagonist:innen hinter den Pfannen und im Service, sondern auch für die Show selbst. «The Bear» startete als Überraschungshit, der emotional packte und den Adrenalinspiegel in der Hektik des Küchenalltags hochschiessen liess. Danach hielt die Serie ein hohes Niveau, verlor sich aber zwischendurch in hypergetakteten Dialogen und Schreiduellen. Auch das strapazierte die Nerven, aber auf unangenehme Weise. In der letzten Staffel ändert die Serie den Tonfall. Sie häuft nicht mehr ein Problem aufs andere, sondern wird versöhnlich. All die Konflikte, die uns über die Jahre begleitet haben, finden nicht immer eine Lösung, deuten aber zumindest einen Weg dorthin an. Was bleibt, ist die Hektik. Eigentlich war schon Lichterlöschen angesagt im Restaurant, weil das Geld ausging. Doch die ganze Crew stemmt sich ein letztes Mal gegen den Untergang, um ihren Traum weiterzuleben. Ein Traum, der alles von ihnen fordert, sodass man sich manchmal fragt, ob er wirklich erstrebenswert ist. Aber wenn Carmy, Syd, Richie und alle anderen am Schluss Freudentränen in die Augen schiessen, gönnt man es ihnen von Herzen. Der Abschied von einer Serie, die zurecht haufenweise Auszeichnungen eingeheimst hat, fällt so etwas leichter. - [A Spy Among Friends (Mini-Serie) – Verräter und andere jolly ol' chaps](https://buergler.net/a-spy-among-friends-mini-serie-verraeter-und-andere-jolly-ol-chaps/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) Nichts geht über britische Spione: für Action James Bond, für Intrigen George Smiley, für Sarkasmus Jackson Lamb. Ihre Vorbilder finden sich bei Donald Maclean, Guy Burgess und Kim Philby, die zu den berüchtigten «Cambridge Five» gehörten und KGB-Spione waren. «A Spy Among Friends» basiert auf Ben Macintyres gleichnamigem Buch und fokussiert auf Kim Philby. 1963 reist sein Freund Nicholas Elliott nach Beirut, um ihm Immunität und die Rückkehr nach England anzubieten – im Austausch gegen ein Geständnis. Philby entscheidet sich jedoch für die Flucht nach Moskau. Zurück in London wird Elliott vom MI5 verhört. Lily Thomas soll klären, ob er Philby zur Flucht verhalf. Die abgehörten Gespräche enthüllen ihre Freundschaft. Rückblenden zeigen ihre gemeinsame Vergangenheit im «boys’ club» der britischen Upper Class. Die Serie ist ein klassischer Spionagethriller: Niemand traut dem anderen, lange bleibt unklar, wer welche Agenda verfolgt. Besonders stark sind die Dialoge, in den die britische Klassen- und Machtstrukturen seziert wird. Philbys Verrat kostete Hunderte Menschen das Leben. Doch ebenso skandalös ist für seine Kollegen, dass er die Regeln ihrer elitären Welt brach. «A Spy Among Friends» verbindet Spionagethriller und Charakterdrama zu einem dichten Porträt über Verrat, Loyalität und Selbsttäuschung. Das hervorragende Darsteller-Trio Damian Lewis, Anna Maxwell Martin und Guy Pearce macht aus dem Fall Philby eine faszinierend menschliche Spionagegeschichte. - [High Potential (Staffel 1) – Gut geklaut von den Franzosen](https://buergler.net/high-potential-staffel-1-gut-geklaut-von-den-franzosen/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Amis bedienen sich gerne mal bei europäischen Ideen. Manchmal geht sogar vergessen, dass die Originalserie aus Europa kam. Oder wer hätte gewusst, dass «House of Cards» bei der BBC zu sehen war, mehr als 20 Jahre bevor Kevin Spacey als Präsident Underwood sein Unwesen trieb? Das Original von «High Potential» stammt aus einer anderen Ecke Europas. Als Vorlage dient die französisch-belgische Krimikomödie «HPI: Haut Potentiel Intellectuel». Seit 2021 wurden bereits vier Staffeln produziert, die auch bei der ARD liefen. Welche Version besser ist, kann ich nicht beurteilen. Ich habe das Original nicht gesehen. Aber die US-Adaption der Krimikomödie über die hyperintelligente alleinerziehende Mutter, die als Reinigungskraft abends die Büros der Polizei sauber macht, bevor sie zur Beraterin bei Ermittlungen avanciert, ist sehr unterhaltsam. Die Serie lebt fast ausschliesslich von Kaitlin Olson, die als exaltiertes Superhirn amüsiert. Man schaut genüsslich zu, wie sie immer wieder unterschätzt und als «Putze» abqualifiziert wird, am Ende aber alle Besserwisser in den Senkel stellt. «High Potential» ist als klassischer Krimi konzipiert mit einem Fall pro Episode. Zum Bingen ist das weniger geeignet, da alle Episoden nach demselben Muster ablaufen. Aber eine Episode pro Abend verträgt es allemal. - [Dutton Ranch (Staffel 1) – Die Duttons verlieren ihre Heimat und finden neue Feinde](https://buergler.net/dutton-ranch-staffel-1-die-duttons-verlieren-ihre-heimat-und-finden-neue-feinde/) - ⭐⭐⭐⭐ (Paramount+) Das neueste «Yellowstone»-Spin-off hat einen grossen Makel: die Kulisse. Die majestätische Landschaft der Rocky Mountains mit schneebedeckten Bergen, endloser Prärie und glasklaren Flüssen ist nur zu Beginn zu sehen. Denn die Ranch von Beth Dutton und Rip Wheeler wird durch eine Feuersbrunst zerstört und sie verlassen Colorado. Gemeinsam mit ihrem Pflegesohn Carter ziehen sie nach Rio Paloma in Texas. Statt spektakulärer Berglandschaft erwartet sie trockenes Grasland und drückende Hitze. Dennoch wollen sie sich auf ihrer neuen Ranch mit einer Black-Angus-Herde eine Zukunft aufbauen. Der Empfang in der Kleinstadt fällt frostig aus. Die alteingesessenen Jacksons machen den Neuankömmlingen sofort klar, wer das Sagen hat. Matriarchin Beulah bietet Beth zwar ihre Hilfe an, allerdings zu miserablen Bedingungen. Rip gerät prompt mit Beulahs Sohn Rob-Will aneinander, während sich Carter in Beulahs Enkelin Oreana verliebt. Unterstützung erhalten die Duttons einzig von Everett, dem Tierarzt. Die Serie deutet zunächst bekannte Westernmuster an: zwei verfeindete Familien, eine Romeo-und-Julia-Romanze und ein korrupter Sheriff. Doch zur Mitte der Staffel überrascht «Dutton Ranch» mit einigen unerwarteten Wendungen und wirkt deutlich weniger vorhersehbar als anfangs vermutet. Mit einem grossen Figurenensemble und den überzeugenden Alt-Stars Annette Bening und Ed Harris legt die Serie den Grundstein für mehrere Staffeln. Der Auftakt überzeugt trotz der wenig spektakulären Texas-Kulisse und macht Lust auf die Fortsetzung. - [Maximum Pleasure Guaranteed (Staffel 1) – Tatiana Maslany glänzt als Soccer-Mom im Chaos](https://buergler.net/maximum-pleasure-guaranteed-staffel-1-tatiana-maslany-glaenzt-als-soccer-mom-im-chaos/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV) Paula ist frisch geschieden und streitet mit ihrem Ex-Mann um das Sorgerecht für ihre Tochter Hazel. Zwischen Kinderbetreuung, Job als Factcheckerin, Umzug und ihrem Engagement als Coach der Soccer-Mannschaft ihrer Tochter sucht sie Ablenkung bei einem «Camboy». Doch aus dem harmlosen Online-Flirt wird ein Albtraum: Paula wird Zeugin eines Überfalls, Opfer von Erpressung und zur Hauptverdächtigen in zwei Mordfällen. Während die Polizei gegen sie ermittelt, versucht sie mit Hilfe ihrer Arbeitskolleg:innen, den wahren Täter zu finden. «Maximum Pleasure Guaranteed» trägt bei der Handlung zwar ordentlich dick auf, nimmt sich dabei aber nie ganz ernst. Die Serie verbindet Thriller, Komödie und Krimi mit viel Tempo und einem feinen Gespür für absurden Humor. Selbst in den spannendsten Momenten blitzt immer wieder Selbstironie auf. Tatiana Maslany ist das Highlight der Serie. Wie schon in «Orphan Black» beweist sie ihre enorme Wandlungsfähigkeit und wechselt mühelos zwischen überforderter Mutter, einfallsreicher Ermittlerin und sympathisch-chaotischer Heldin. Auch der restliche Cast überzeugt: Dolly De Leon als stoische Polizistin, Murray Bartlett als überforderter Killer sowie das zerstreute Helferduo Geri und Rudy sorgen für abwechslungsreiche Momente. Die zehn Episoden vergehen wie im Flug und machen «Maximum Pleasure Guaranteed» zu einer ausgesprochen kurzweiligen Binge-Serie. Die Geschichte findet einen runden Abschluss, lässt aber genug Raum für eine mögliche zweite Staffel. - [Kurzbesprechung: Matlock (Staffel 2)](https://buergler.net/kurzbesprechung-matlock-staffel-2/) - ⭐⭐⭐ (Sky Show) Madleine «Matty» Kingston, die unter dem falschen Namen Matlock in einer Anwaltskanzlei arbeitet, sucht immer noch nach Beweisen, dass der oberste Boss der Kanzlei eine Studie zur Gefährlichkeit von Opioiden verschwinden liess. An ihrer Seite steht die Anwältin Olympia, ehemalige Schwiegertochter des Chefs. Daneben vertreten die beiden mit einem Team Klient:innen vor Gericht. Die Mischung von Gerichtsfällen und Mattys Mission funktioniert wiederum gut. Allerdings schlägt der Hauptplot mehr Haken als eine Hase auf der Flucht, um den Bogen über die ganzen 16 Episoden zu ziehen. Das wirkt auf die Dauer etwas ermüdend. Einige Nebenfiguren und ihre Geschichten sorgen für etwas Ablenkung. «Matlock» bleibt unterhaltsam, hat aber etwas von seinem Glanz eingebüsst. - [Star City (Staffel 1) – Paranoides Weltraumdrama aus dem Kalten Krieg](https://buergler.net/star-city-staffel-1-paranoides-weltraumdrama-aus-dem-kalten-krieg/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Apple TV) Die Amerikaner haben das Rennen zum Mond verloren. Das zeigte bereits «For All Mankind». Das Spin-off «Star City» spielt hinter dem Eisernen Vorhang und erzählt die alternative Geschichte der Raumfahrt aus sowjetischer Sicht. Statt Pioniergeist prägen Misstrauen, Bespitzelung und Gewalt den Alltag in Star City, wo Kosmonaut:innen leben und ausgebildet werden. Die Handlung setzt mit der ersten bemannten Mondlandung der Sowjetunion ein und führt zu Verrat, Folter und politischen Intrigen. Ein Chefkonstrukteur, dessen Identität geheim gehalten wird, träumt von der Erforschung des Weltraums, während Partei und KGB ihre Macht mit brutaler Konsequenz durchsetzen. Parallel verfolgt die Serie weitere Erzählstränge über die erste Frau auf dem Mond, einen sowjetischen Spion in amerikanischen Diensten und eine Abhöragentin, deren Loyalität auf die Probe gestellt wird. «Star City» zeigt eine Gesellschaft, in der Angst der treibende Faktor ist und der Staat keine Fehler eingesteht. Besonders die KGB-Offizierin Raskowa, hervorragend gespielt von Anna Maxwell Martin, verkörpert diese Logik mit erschreckender Konsequenz und gehört zu den eindrucksvollsten Figuren der Serie. «Star City» ist ein gelungenes Spin-off. Die Serie entwickelt eine eigene Identität mit bedrückender, klaustrophobischer Atmosphäre und wirkt noch intensiver als die Vorlage. Die visuelle Gestaltung in Grau- und Brauntönen unterstreicht diese Stimmung, wirkt jedoch klischeehaft. Das bleibt der einzige Kritikpunkt an einer faszinierenden Serie. - [Ride or Die (Staffel 1) – Waddingham und Spencer als umwerfendes Action-Duo](https://buergler.net/ride-or-die-staffel-1-waddingham-und-spencer-als-umwerfendes-action-duo/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Judith Butler ist nicht zum Vergnügen in den österreichischen Alpen. Sie soll einen Mann namens Oleg töten. Doch statt ihn mit dem Scharfschützengewehr zu erschiessen, mischt sie sich unter die Après-Ski-Gäste und ersticht ihn. Es folgt eine spektakuläre Verfolgungsjagd auf Skiern, die nicht zufällig an die Eröffnungssequenz des Bond-Klassikers «The Spy Who Loved Me» erinnert. Hannah Waddingham zeigt von Beginn an, dass sie Action beherrscht. Doch «Ride or Die» ist auch eine Serie über beste Freundinnen. Judith ist seit 20 Jahren eng mit Debbie befreundet, die nichts von ihrem Doppelleben als Auftragskillerin einer privaten Geheimorganisation weiss. Als Debbies Ehemann einen albanischen Mafiaboss betrügt, gerät auch Debbie ins Visier der Gangster. Judith muss ihre Tarnung aufgeben und Debbie auf einer Flucht quer durch Europa beschützen. Dabei wird auch Judith von einem rachsüchtigen Schatten aus ihrer Vergangenheit verfolgt. «Ride or Die» lebt von der Dynamik zwischen Hannah Waddingham und Octavia Spencer. Daneben verblassen alle anderen Figuren, auch wenn etwa Bill Nighy als britisch-unterkühlter Chef der Geheimorganisation durchaus amüsiert. Waddingham und Spencer beweisen: Humorvolle Buddy-Action funktioniert perfekt mit Frauen. Besonders, wenn es sich um «W.O.A.C.A.» handelt, wie Judith despektierlich bezeichnet wird: als «woman of a certain age». Von diesen beiden Frauen «im gewissen Alter» sehen wir gerne mehr. - [Life, Larry and the Pursuit of Unhappiness (Mini-Serie) – Misslungene Satire auf die US-Geschichte](https://buergler.net/life-larry-and-the-pursuit-of-unhappiness-mini-serie-misslungene-satire-auf-die-us-geschichte/) - ⭐⭐ (HBO Max) Die USA feiern 250 Jahre Unabhängigkeit – ein idealer Anlass für eine bissige Satire auf die eigene Geschichte. Genau das will «Life, Larry and the Pursuit of Unhappiness» sein. Doch ausgerechnet Larry David, der mit «Seinfeld» und «Curb Your Enthusiasm» Fernsehgeschichte schrieb, scheitert. David reist als nörgelnder Besserwisser durch entscheidende Momente der US-Geschichte und mischt sich unter historische Figuren. Die Sketche greifen Themen wie die Unabhängigkeitserklärung, Rosa Parks, die Grosse Depression, George Washington oder die Wright-Brüder auf. Doch die Gags wirken meist vorhersehbar, ziehen sich in die Länge und enden selten mit einer starken Pointe. Statt scharfem Sarkasmus oder neuen Perspektiven bleibt oft nur Fremdschämen. Wehmütig erinnert man sich an Philomena Cunk. In «Cunk on Britain» und «Cunk on Earth» entlarvt sie historische Mythen mit respektlosem, treffsicherem Humor und absurd klugen Fragen. Genau diese Mischung aus Witz und Erkenntnis fehlt Larry David. Seine Zeitreise durch die US-Geschichte bleibt erstaunlich unlustig. Immerhin überzeugt das hochkarätige Ensemble – und das Intro von Barack Obama: Mit viel Pathos preist er die Ideale der USA, bevor er den Ton überraschend ins Komische kippen lässt. Man sehnt sich nach der Zeit zurück, als Politiker im Weissen Haus sassen, die ihr Amt verstanden – und manchmal auch für Unterhaltung sorgten. - [Matlock (Staffel 1) – Eine Grossmutter auf Undercover-Mission](https://buergler.net/matlock-staffel-1-eine-grossmutter-auf-undercover-mission/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) Die Frau weiss, was sie will. Und es ist nicht das, was sie vorgibt. Sie stellt sich bei einer Sitzung in der Anwaltsfirma Jacobson Moore, in die sie sich eingeschlichen hat, als Madeleine «Matty» Matlock (Kathy Bates) vor. Matlock, wie der berühmte TV-Anwalt, merkt sie an. Matty braucht einen Job. Denn sie ist alleinerziehende Grossmutter und verschuldete Witwe. Weil Frauen in ihrem Alter unsichtbar sind, wählte sie einen Auftritt, der nicht zu übersehen ist. Sie bekommt ihre Chance in der Firma und macht sich an die Arbeit. Einerseits für ihre neue Chefin Olympia. Andererseits verfolgt sie ihre wahre Mission. Die Person zu entlarven, die Dokumente verschwinden liess im Zusammenhang mit der Zulassung von Opioiden, die zu Tausenden von Drogentoten führte. Diese Person machen Matty und ihr tatsächlich quicklebendiger Ehemann für den Tod ihrer Tochter verantwortlich. «Matlock» flimmerte Ende der 80er-Jahre als klassisches Gerichtsdrama mit einer männlichen Hauptfigur über den Bildschirm. Die Neuauflage bleibt dem Genre treu mit Zeugenbefragungen und Kreuzverhören vor Gericht. Wirklich sehenswert ist sie aber wegen Kathy Bates, die brilliert als Mutter auf Rachefeldzug und dauernd unterschätzter Grossmutter. Was man einzig bemängeln kann, ist, dass der grosse Spannungsbogen über 19 Episoden gezogen wird, um in einem Cliffhanger zu enden. Da hätte man sich etwas Clevereres einfallen lassen können, um eine zweite Staffel zu bekommen. - [Down Cemetery Road (Staffel 1) – Zwei Frauen gegen Psychopathen und Schwachköpfe](https://buergler.net/down-cemetery-road-staffel-1-zwei-frauen-gegen-psychopathen-und-schwachkoepfe/) - ⭐⭐⭐ (Apple TV) Der Schauplatz: Oxford, nicht London. Die Protagonistinnen: eine Kunstrestauratorin, eine Privatdetektivin und Angestellte des Verteidigungsministeriums, keine MI5-Agenten. Dennoch erinnert «Down Cemetery Road» sehr an die Spionagekomödie «Slow Horses». Das ist kein Zufall. Beide Serien basieren auf Vorlagen des englischen Autors Mick Herron. Deshalb ähneln sich die Figuren. Die Privatdetektivin Zoë Boehm ist so schrullig und schroff wie Jackson Lamb, der Boss der unfähigen Geheimagent:innen im Slough House. Allerdings legt Zoë Boehm definitiv mehr Wert auf Körperpflege und Kleidung als Lamb. Auch Agenten gibt es, alles Psychopathen oder Schwachköpfe, ähnlich wie die Slow Horses. Der oberste Beamte ist ein arroganter, schmieriger Typ und erinnert an die Chef:innen des MI5. Aus der Reihe tanzt Sarah Trafford. Eine normale Frau, die in Oxford ein beschauliches Leben führt, bis das Nachbarhaus in die Luft fliegt. Dies führt Sarah und später auch Zoë auf die Spur eines Skandals, den ein Chefbeamter vertuschen will. Emma Thompson und Ruth Wilson spielen ihre Figuren überzeugend. Die Story nimmt auch ein paar spannende und wilde Wendungen. Dennoch erreicht «Down Cemetery Road» (noch) nicht das Level von «Slow Horses». Es darf alles noch ein bisschen skurriler, witziger und frivoler werden. - [Rivals (Staffel 1) – Sex Please, We're British](https://buergler.net/rivals-staffel-1-sex-please-were-british/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Damit keine falschen Vorstellungen aufkommen, beginnt «Rivals» nicht in der idyllischen Landschaft von Rutshire, einer fiktiven Grafschaft in England, wo später der grösste Teil der Handlung spielt. Stattdessen sehen wir einen nackten Männerhintern, der sich rhythmisch zum Soundtrack bewegt, während eine Frau lustvoll stöhnt. Das alles spielt sich in der Toilette einer Concorde ab auf dem Flug nach London. Damit wissen wir, dass wir uns im letzten Jahrhundert befinden, genau im Jahr 1986. Und dass uns in «Rivals» keine verklemmte Rosamunde-Pilcher-Geschichte erzählt wird. Es spielt zwar alles in der englischen Upperclass, aber es geht nicht um keusche Liebe, sondern um lustvollen Sex, meist ausserehelich. Und um Macht. Der Knackarsch ist ein ehemaliger Spitzensportler, der sich neben seinen Frauengeschichten mit Politik die Zeit vertreibt. Er gehört zu einer Gruppe von Männern, die dem mächtigen Lord Baddingham (David Tennant in Höchstform) die Lizenz für seinen privaten TV-Sender abjagen wollen. Dieser Plot ist aber eigentlich nur ein Vorwand. «Rivals» schwelgt in der britischen Upperclass, um humorvoll bis bitterböse über ein buntes Panoptikum an Figuren herzuziehen. Die sind – mit wenigen Ausnahmen – oft widerwärtig, meist unsympathisch oder einfältig, aber trotz allem irgendwie menschlich. - [Kurzbesprechung: Rivals (Staffel 2)](https://buergler.net/kurzbesprechung-rivals-staffel-2/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Eigentlich ist es zu früh, die zweite Staffel von «Rivals» zu besprechen. Disney splittet die Staffel in zwei Teile, sechs Episoden jetzt, sechs folgen erst im November. Das verärgert die Fans. Denn die Affären, Liebschaften, zerbröckelnden Ehen sind erneut unglaublich amüsant. Man bekommt nicht genug von den unglücklichen Romanzen, einer zarten ersten Liebe, triebgesteuerten Seitensprüngen und schwülstigen Bettszenen. Dass das Ganze nicht ins Peinliche abrutscht, liegt am satirischen Unterton – und an David Tennant. Er brilliert wieder in seiner Rolle als machtbesessener Bösewicht mit der dicken Zigarre im Mund. Doch dieses Mal vergeht ihm sein fieses Lächeln, als Unheil seine Familie heimsucht. Ich kann es kaum erwarten, bis es November wird mit kühleren Temperaturen, dafür heizt «Rivals» ein mit deftigen Intrigen und lustvollem Sex. - [The Bear (Staffel 1) – Diese Küche ist die Hölle](https://buergler.net/the-bear-staffel-1-diese-kueche-ist-die-hoelle/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Habt ihr euch je überlegt, was in der Küche eines Restaurants abgeht, wenn ihr eure Bestellung aufgegeben habt? Nein? Dann solltet ihr unbedingt «The Bear» schauen. Schon beim Zuschauen bekommt man einen halben Herzinfarkt. Dabei ist das Restaurant «Original Beef», in dessen Küche wir reinschauen, nichts Besonderes. Sandwiches sind die Spezialität, wie schwer kann das denn sein? Aber in der Küche ist Hölle los. Auf engstem Raum arbeitet die Crew in horrendem Tempo. Gemüse rüsten, Zwiebeln schneiden, Fleisch anbraten, Saucen anrühren, Teig kneten, atemlos, ohne Pause. Stress pur. Dahinter verbirgt sich noch eine Familientragödie. Carmy hat das Restaurant von seinem Bruder geerbt, der sich das Leben genommen hat. Weshalb erfahren wir nie genau. Vielleicht wegen des Schuldenbergs, der auf dem Laden lastet. Carmy, der eigentlich ein dekorierter Gourmetkoch ist, will den ziemlich heruntergewirtschafteten Betrieb vor dem Konkurs retten. Das erzählt «The Bear» in einer unglaublichen Intensität. Die hoch getaktete Arbeit in der Küche und die Reibereien der Crew untereinander und mit Carmy erzeugen einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann. - [The Bear (Staffel 2) – Im mörderischen Tempo zum Spitzenrestaurant](https://buergler.net/the-bear-staffel-2-im-moerderischen-tempo-zum-spitzenrestaurant/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Die erste Staffel von «The Bear» war eine Überraschung. Mit Witz, aber noch mehr Dramatik schilderte sie den Alltag in einem traditionsreichen, aber hoch verschuldeten Sandwich-Lokal. Die zweite Staffel beweist, dass der Erfolg der Serie kein Zufall war. Sie ist noch besser und noch intensiver. Carmy Berzatto will aus dem Fastfood-Schuppen ein erstklassiges Restaurant machen. Dafür braucht er Hilfe, die er von seiner Sous-Chefin fürs Kulinarische und seiner Schwester fürs Projektmanagement bekommt. Aber vor allem braucht er Geld. Das kommt von seinem dubiosen Uncle Jimmy, der aber möglichst bald Einnahmen sehen will und einen mörderischen Terminplan für den Umbau vorgibt. Der Stress ist wie in der ersten Staffel beinahe unerträglich, auch wenn er weniger am Kochherd spürbar wird. Faszinierend ist die zweite Staffel vor allem aber, weil sie die Figuren weiter vorantreibt, ihnen mehr und neue Facetten verleiht. Gastauftritte von drei Stars bilden dann noch das Tüpfelchen auf dem i einer perfekt gelungenen Show. - [The Bear (Staffel 3) – Der zerstörerische Preis eines Michelin-Sterns](https://buergler.net/the-bear-staffel-3-der-zerstoererische-preis-eines-michelin-sterns/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Bis jetzt haben wir voller Sympathie mit Carmen «Carmy» Berzatto mitgefiebert. Er stemmte den riesigen Kraftakt, aus dem Sandwich-Schuppen seines verstorbenen Bruders ein Haute-Cuisine-Restaurant zu machen. Dafür ging er an die Grenzen und spornte auch seine Küchencrew zu Höchstleistungen an. Jetzt überschreitet er Grenzen. Nicht nur mit dem, was er von sich selbst verlangt, sondern auch im Umgang mit den anderen Chefs. Denn Carmy will unbedingt einen Michelin-Stern. Das macht ihn zum Küchentyrannen, dem wir mit schwindender Sympathie zuschauen, wie er langsam sein Umfeld zerstört. Mit seinem Servicechef Richie liegt er im Dauerclinch. Sidney, seine beste Köchin, frustriert er dauernd, in dem er ihre Ideen achtlos beiseite wischt. Wie immer spielt sich aber nicht alles nur in der Küche ab. Einzelne Episoden verfolgen ganz andere Plots. Einmal wird die berührende Geschichte erzählt, wie Tina ihren Weg in die Küche des «Original Beef» fand, als noch Carmys Bruder der Chef war. Wie schon in den früheren Staffeln sind manche Episoden von «The Bear» anstrengend und herausfordernd. Es ist aber gleichzeitig auch das, was «The Bear» ausmacht: eine Serie über menschliche Dramen, grosse und kleine, die einen immer wieder emotional reinziehen. Da verzeiht man auch, dass die Show manchmal etwas zu selbstgefällig inszeniert ist. - [Your Friends & Neighbors (Staffel 1) – Auf Raubzug bei den Superreichen](https://buergler.net/your-friends-neighbours-staffel-1-auf-raubzug-bei-den-superreichen/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) So viel Don Draper war schon lange nicht mehr im Fernsehen. Zehn Jahre nach seinem letzten Auftritt als charismatischer Werber in «Mad Men» spielt Jon Hamm wieder einen ehrgeizigen Karrieristen mit Alkoholproblem und kaputter Ehe, der sich seinen Weg in der Welt der Schönen und Reichen bahnt. Andrew «Coop» Cooper muss sich allerdings nicht mehr nach oben arbeiten. Als Hedge-Fund-Manager sahnt Coop dick ab, fährt einen Maserati, ist Mitglied in exklusiven Clubs, trinkt teuren Scotch und besitzt eine riesige Villa, die allerdings von seiner Ex-Frau und den Kindern bewohnt wird. Das ändert sich, als Coop von seinem Chef beim entspannten Bad im Whirlpool gefeuert wird. Da sich die Jobsuche schwieriger gestaltet als gedacht, verlegt sich Coop auf eine völlig neue Einkommensquelle: Er raubt seine Freunde und Nachbarn aus. Das ist einfacher, als man denkt. Denn in den Villen und Anwesen dieser Superreichen liegt so viel teurer Plunder herum, dass es nicht auffällt, wenn eine Luxusuhr oder eine Birkin Bag verschwindet. «Your Friends & Neighbors» geizt nicht mit zynischen Sprüchen über die hohle Luxuswelt. Das macht nicht zuletzt dank Jon Hamm und dem weiteren Cast viel Spass. Aber Kapitalismuskritik ist das nicht. Dafür schwelgt die Serie zu lustvoll im luxuriösen Setting. Wenn die zweite Staffel noch schärfere Spitzen abschiesst, könnte die Serie aber zu einem Hochgenuss werden. - [Kurzbesprechung: For All Mankind (Staffel 5)](https://buergler.net/kurzbesprechung-for-all-mankind-staffel-5/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV) Eine der besten Sci-Fi-Serien der jüngsten Zeit geht auf das Finale zu. Mit der sechsten Staffel ist Schluss. Das ist gut so. Die alternative Raumfahrtgeschichte, die mit der ersten Mondlandung durch russische Kosmonauten begann und jetzt bei der Besiedelung des Mars angelangt ist, verliert etwas an Faszination. Die erste Generation der Raumfahrer:innen tritt langsam ab. Ihre Fussstapfen sind zu gross für die Nachfolger:innen, die nicht mehr das gleiche Charisma auf den Bildschirm bringen. «For All Mankind» bleibt dennoch gute Unterhaltung und man darf gespannt sein, was das Finale bringen wird, in dem die Menschheit offensichtlich noch tiefer in den Weltraum vorstösst. - [Kurzbesprechung: The Four Seasons (Staffel 2)](https://buergler.net/kurzbesprechung-the-four-seasons-staffel-2/) - ⭐⭐⭐ (Netflilx) Zwei Paare und was von einer dritten Ehe übrig blieb, verbringen erneut gemeinsam Ferien. Einmal zu jeder Jahreszeit treffen sie sich und verhandeln ihre Beziehungs- und Midlife-Crisis-Probleme. Zu Beginn kriselt es am meisten zwischen Anne und Ginny, die beide um Nick trauern, aber als Ex-Frau und schwangere Geliebte sich nicht gegenseitig unterstützen können. Kate und Jack suchen neue Wege, um ihre Ehe wieder aufregender zu gestalten, während Danny und Claude sich die Frage stellen, ob sie noch jung genug sind, um Eltern zu werden. Auch wenn die Probleme neu sind, die verhandelt werden, fühlt sich vieles vertraut an. Den Charme und Witz der ersten Staffel erreicht die Serie deshalb nicht mehr ganz. - [Margo's Got Money Troubles (Staffel 1) – Die Stars überzeugen, die Story weniger](https://buergler.net/margos-got-money-troubles-staffel-1-die-stars-ueberzeugen-die-story-weniger/) - ⭐⭐⭐ (Apple TV) Margo hat Geldprobleme – und ist daran nicht unschuldig. Sie lässt sich von ihrem Professor verführen, wird schwanger und entscheidet sich für das Baby. Der Professor lässt sie deshalb sitzen und ihre Mutter Shyanne hält die Entscheidung für einen fatalen Fehler. Um sich und ihren Sohn über Wasser zu halten, startet Margo eine Karriere auf OnlyFans. Der Job bringt Geld, sorgt aber auch für neue Konflikte mit ihrer dysfunktionalen Familie. Ihr plötzlich wieder aufgetauchter Vater Jinx, ein ehemaliger Wrestler mit Drogenproblemen, bringt zusätzliches Chaos in ihr Leben. «Margo’s Got Money Troubles» erzählt diese Geschichte leichtfüssig, aber nicht oberflächlich. Serienmacher David E. Kelley («Big Little Lies») präsentiert einmal mehr eine Geschichte, in der es aus jeder schwierigen Situation einen hoffnungsvollen Ausweg gibt. Die grösste Schwäche der Serie liegt jedoch im Tonfall. Sie schwankt zwischen schräger Komödie und Familiendrama, ohne sich klar zu entscheiden. Kaum wird es humorvoll, folgt schon wieder ein ernster Konflikt, den man in diesem Kontext aber bereits zu oft gesehen hat. Gerettet wird die Serie von ihrer Besetzung. Fanning, Pfeiffer, Offerman, Kinnear und Nicole Kidman in einer Nebenrolle verleihen den Figuren genug Charme und Glaubwürdigkeit, dass man trotz der Schwächen bis zum Ende dranbleibt – und wahrscheinlich auch bei der bereits angekündigten Staffel 2 wieder einschaltet. - [Kurzbesprechung: Will Trent (Staffel 4)](https://buergler.net/kurzbesprechung-will-trent-staffel-4/) - Disney+ (4 Staffeln, 59 Episoden à 45 Min.) «Will Trent» ist kein spezieller Krimi. Die Serie bietet solides Handwerk mit leicht ausgefallenen Figuren, die einem mit der Zeit sogar etwas ans Herz wachsen. Deshalb habe ich alle vier Staffeln geschaut, obwohl weder die Fälle der einzelnen Episoden noch der staffelübergreifende Plot besonders ausgefallen oder aufregend - [The Boroughs (Staffel 1) – Silver Ager auf Monsterjagd](https://buergler.net/the-boroughs-staffel-1-silver-ager-auf-monsterjagd/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Monster aus einer anderen Welt und ein Jungbrunnen, der ewiges Leben verspricht: «The Boroughs» erinnert gleichzeitig an Ron Howards Film «Cocoon» und an «Stranger Things». Kein Zufall: Die Duffer Brothers, Schöpfer von «Stranger Things», produzieren auch diese Serie. Schauplatz ist eine komfortable Alterssiedlung in New Mexico mit Bungalows, Golfplatz, Restaurants und eigener Klinik. Neu zieht dort Sam ein – widerwillig. Es war der Wunsch seiner verstorbenen Frau, den Lebensabend hier zu verbringen. Die freundliche Begrüssung der Nachbarn lässt ihn kalt. Erst eine verstörende Beobachtung verändert alles: Eines Nachts beobachte Sam ein Monster, das seine Tentakel in den Mund eines schlafenden Nachbarn steckt. Gemeinsam mit seinen Nachbar:innen beginnt er zu ermitteln. Das sind Judy, eine ehemalige Journalistin, ihr kiffender Hippie-Ehemann Art, der todkranke Ex-Arzt Wally und die frühere Musikmanagerin Renee. Nach und nach erkennen die Oldie-Detektive, dass hinter den Boroughs ein düsteres Geheimnis steckt, bei dem sicher nicht das Wohl der Senior:innen im Vordergrund steht.. Neben den Monstern stehen andere Dämonen im Zentrum: Einsamkeit, Trauer, Geringschätzung und die Angst vor dem Tod. Dank der starken Besetzung entwickelt die Serie dabei einen überraschend berührenden Unterton – auch wenn die Figuren oft deutlich zu vital wirken, als dass der Sensemann schon um die Ecke warten würde. - [The Boys (Staffel 5) – Wer geht unter: Homelander oder die Welt?](https://buergler.net/the-boys-staffel-5-wer-geht-unter-homelander-oder-die-welt/) - ⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Homelander steht auf dem Höhepunkt seiner Macht. Bei Vought hat er längst das Kommando übernommen, im Weissen Haus sitzen seine Marionetten. Doch das reicht ihm nicht. Er will Unsterblichkeit. Das ergibt Sinn, denn sein Feind Butcher besitzt ein Virus, das selbst den stärksten «Supe» tötet. Der Haken: Würde Butcher das Virus freisetzen, würden auch Starlight und Kimiko sterben. Hughie und Frenchie wollen das nicht zulassen. Gleichzeitig verfolgt Homelander grössere Pläne. Ein Engel hat ihm offenbart, er werde der neue Gott der Menschheit. Nun bereitet er seine Inthronisation vor – inklusive religiöser Supershow. Endlich sollen ihn alle Menschen lieben und verehren. Wer nicht an ihn glaubt, wird in der Hölle schmoren. Die finale Staffel von «The Boys» kann eigentlich nur auf ein Ende hinauslaufen, das viele Fans seit Jahren erwarten: Homelander muss für seine Taten büssen. Doch erfüllt die Serie diesen Wunsch wirklich? Oder triumphiert am Ende doch der grössenwahnsinnige Superheld? «The Boys» wird oft als Allegorie auf die Trump-Ära gelesen. Showrunner Eric Kripke hat bestätigt, dass aktuelle politische Entwicklungen in die Serie eingeflossen sind. Entsprechend wirkt das Finale auch wie ein Blick in die mögliche Zukunft der USA: Rückkehr zur Demokratie oder endgültiger Absturz in die Autokratie? Wer das Ende gesehen hat, kennt die Antwort. Die allerdings nicht ganz eindeutig ist. - [The Boys (Staffel 4) – Homelander erobert das Weisse Haus](https://buergler.net/the-boys-staffel-4-homelander-erobert-das-weisse-haus/) - ⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Wirklich begeistert hat mich «The Boys» nie. Und doch habe ich mir alle vier Staffeln angeschaut. Also muss was dran sein an dieser Superheldensatire, die mit widerwärtigen Figuren und noch abstossenderen Splatterszenen nur so um sich schmeisst. Nur was? Die Show beschreibt eine Gesellschaft, die sich von Moral und Ethik und manchen anderen Grundwerten, die Menschlichkeit ausmachen, endgültig verabschiedet hat. Damit lässt sie sich als Parabel auf die USA lesen, vor allem auf die – erneut drohenden – Trump-Jahre. Dass diese Lesart sicher nicht falsch ist, hat Showcreator Eric Kripke schon mehrmals bestätigt. Auch dass Autoritarismus und Faschismus Themen sind. Den Weg dahin schlägt «The Boys» in der vierten Staffel jetzt ein. Mit den fiesesten Methoden aus dem Handbuch «Wie errichte ich eine Diktatur?» untergräbt Homelander die kümmerlichen Reste einer einstigen Demokratie. Natürlich leisten Billy, Hughie, Annie und ihre Mitstreiter:innen weiterhin nach Möglichkeit Widerstand. Aber viel Erfolg ist ihnen nicht beschert. Dass sie nun endlich in der fünften und letzten Staffel Homelander endgültig aus dem Weg schaffen, diese Hoffnung ist es, die mich bei der Stange hält. Und gerne dürfen sie dabei die dauergrinsende Fresse des Widerlings zu Brei schlagen. Und ihm noch ein paar Dinge mehr antun. - [The Boys (Staffel 3) – Homelander dreht und startet völlig durch](https://buergler.net/the-boys-staffel-3-homelander-dreht-startet-voellig-durch/) - ⭐⭐⭐ (Prime Video) Etwas überraschend findet «The Boys» in dieser dritten Staffel einen Dreh, der die Serie nach einer ziemlich uninspirierten zweiten Staffel doch nochmal annehmbar spannend macht. Unser aller meistgehasster Superheld Homelander dreht jetzt völlig durch. Er findet nämlich heraus, dass seine Fans ihn auch dann lieben, wenn er in aller Öffentlichkeit einem Typen, der ihn ärgert, per Hitzeblick den Kopf zu Brei schmelzt. Homelander kann seiner gestörten Persönlichkeit in Trump'scher Manier freien Lauf lassen und das tut er auch. Umso dringender wird es für Starlight, Butcher, Hughie und den Rest des Teams, dass sie einen Weg finden, Homelander endgültig zu beseitigen. Sie stöbern tatsächlich einen totgeglaubten Superhelden auf, der die nötigen Superkräfte besitzt. Aber es läuft nicht alles ganz nach Plan. Der Plot, inklusive der üblichen unappetitlichen Szenen, ist für diesmal noch unterhaltsam. Aber jetzt sollte die Serie zu ihrem Abschluss finden. - [The Boys (Staffel 2) – Die Rückkehr der korrupten Superhelden](https://buergler.net/the-boys-staffel-2-die-rueckkehr-der-korrupten-superhelden/) - ⭐⭐ (Prime Video) «The Boys» müssen sich zu Beginn der zweiten Staffel im Untergrund verstecken. Ihr Anführer Butcher ist verschwunden. Ihr Kampf gegen die bösen Superhelden scheint verloren. Superheld Homelander und seine Truppe sind dafür wieder im Aufwind. Und eine neue Superheldin, besser -schurkin, stösst dazu. Die Ausgangslage dieser Serie ist zwar wirklich originell. In der ersten Staffel hielt diese Umkehr des Superheldenethos auch gut bei Laune. Jetzt wird das zwar konsequent weitergezogen, aber der Neuigkeitswert ist verloren. Deshalb: Kann man sich die Serie bei Neigung zum Genre antun – wenn man nichts Besseres findet. - [Legends (Staffel 1) – Undercover für Maggie Thatcher](https://buergler.net/legends-staffel-1-undercover-fuer-maggie-thatcher/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Wäre diese Geschichte erfunden, wäre sie kaum glaubwürdig: Gelangweilte Angestellte der britischen Zollbehörde, die sonst Koffer durchsuchen oder Akten schieben, werden ohne spezielle Ausbildung als Undercover-Agent:innen in Drogengangs eingeschleust. Doch die Geschichte von «Legends», die 1990 spielt, beruht auf Tatsachen. England wird von Heroin überschwemmt, Premierministerin Maggie Thatcher erklärt den Drogenbanden den Krieg, vor allem um ihr politisches Überleben zu sichern. Die Zollbehörde soll den Zustrom von Drogen stoppen – allerdings ohne zusätzliches Geld. Deshalb müssen die vier ausgewählten Zollbeamt:innen mit Material aus der Asservatenkammer improvisieren. Don Clark, einst selbst verdeckter Ermittler, weiss, wie gefährlich der Job ist. Wer seine falsche Identität nicht vollständig verinnerlicht, fliegt auf – und ist tot. Besonders Guy, der sich in eine türkische Schmugglerbande einschleust, geht völlig in seiner Rolle auf. Kate und Bailey nehmen Dealerboss Carter ins Visier, während Erin das Team mit Informationen versorgt. «Legends» erzählt nicht nur eine spannende Undercover-Geschichte, sondern zeigt auch, wie die Ermittler zunehmend ihre eigene Identität verlieren. Die echte Taskforce beschlagnahmte damals über 12 Tonnen Heroin im Wert von einer Milliarde Pfund. Thatcher rettete der Erfolg dennoch nicht: Im November 1990 musste sie zurücktreten. - [Kurzbesprechung: Good Omens (Staffel 3)](https://buergler.net/kurzbesprechung-good-omens-staffel-3/) - ⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Es grenzt an ein Wunder, dass die Serie über Himmel und Hölle eine finale Staffel bekommen hat. Nachdem gegen Neil Gaiman, Schöpfer der Comic-Vorlage und Autor der Serie, Missbrauchsvorwürfe erhoben wurden, schien das Projekt erledigt. Amazon bewilligte aber wenigstens eine 90-minütige abschliessende Episode. «Good Omens» hätte zwar eine ganze Staffel verdient, denn der Plot dieser 90 Minuten ist extrem dicht. Aber wir nehmen auch das und erfreuen uns am letzten Auftritt des genialen Duos David Tennant und Michael Sheen als Dämon Crowley und Engel Aziraphale. - [Kurzbesprechung: Citadel (Staffel 2)](https://buergler.net/kurzbesprechung-citadel-staffel-2/) - ⭐⭐⭐ (Prime Video) Eine Überraschung gibt es in der zweiten Staffel von «Citadel». Die darf man allerdings nicht verraten, auch wenn es mich juckt zu spekulieren, weshalb es dazu kommt. Aber sonst bewegt sich die Actionserie im gleichen Fahrwasser wie zuvor. Viel Action, viel Blut und viele Intrigen. Diesmal allerdings auch untereinander. Die beiden Manticore-Agenten Mason Kane und Nadia Sinh sind nicht mehr gut aufeinander zu sprechen. Nur sehr widerwillig spannen sie zusammen, um einem Bösewicht das Handwerk zu legen. Für Freund:innen des Genres, die über miserable Dialoge hinwegsehen können, sicher leidlich unterhaltsam. - [Kurzbesprechung: High Potential (Staffel 2)](https://buergler.net/kurzbesprechung-high-potential-staffel-2/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Egal, ob eine Leiche aus dem Wasser gezogen wird, ein wertvolles Gemälde verschwindet oder ein Fallschirmspringer mitten im Sprung das Zeitliche segnet: Morgan Gillory findet dank ihres IQ von 160 immer heraus, wer dahinter steckt. Zudem kommt sie der Lösung des Rätsels, weshalb ihr Ehemann verschwand, immer näher. Auch ihr Partner Karadec bekommt diesmal mehr Bildschirmzeit mit einer Romanze. Diese klassisch strukturierte Krimiserie unterhält auch in der zweiten Staffel und ist so erfolgreich, dass sie fortgesetzt wird. Staffel 3 wird ab Januar 2027 zu sehen sein. - [Rooster (Staffel 1) – Steve Carells solider Auftritt in einer wackligen Komödie](https://buergler.net/rooster-staffel-1-steve-carells-solider-auftritt-in-einer-wackligen-komoedie/) - ⭐⭐⭐ (HBO Max) Steve Carell ist seit seiner Rolle als Michael Scott in «The Office» vor allem als Komödiendarsteller bekannt. Seine Auftritte sind meist solide, auch wenn nicht jede Serie oder jeder Film überzeugt. Nach der enttäuschenden Politsatire «Space Force» und der gelungenen Dramedy «The Four Seasons» landet die neue Serie «The Rooster» irgendwo dazwischen. Carell spielt den erfolgreichen Trashautor Greg Russo, der am Ludlow College als Gastdozent einspringen muss. Eigentlich wollte er nur seine Tochter Katie besuchen, die von ihrem Mann Archie verlassen wurde. Als Katie aus Rache eine wertvolle Buchausgabe verbrennt und dabei versehentlich das ganze Haus abfackelt, rettet Greg sie vor der Entlassung. Als Gegenleistung verpflichtet ihn der College-Präsident für ein Semester als Dozent. Gregs Romanheld «Rooster» ist ein Frauen verführender Privatdetektiv – bei den Studenten kommt das gut an, bei den Studentinnen weniger. Schnell gerät Greg wegen politisch unkorrekter Äusserungen in Konflikt mit der Schulleitung. Die Serie lebt vom Clash der Generationen und Kulturen sowie von den Beziehungen zwischen den Figuren. Gleichzeitig versucht sie, zu viele Themen unter einen Hut zu bringen: Selbstzweifel, Vater-Tochter-Beziehung, akademische Arroganz und Selbstwertgefühl. Dadurch wirkt sie oft unfokussiert. Was die Serie zusammenhält, ist Steve Carell. Ob als verunsicherter Vater, Helfer oder Verliebter – er überzeugt in jeder Szene. Seine Leistung ist stark, das Drehbuch deutlich weniger. - [Daredevil: Born Again (Staffel 2) – Der Machtkampf eskaliert](https://buergler.net/daredevil-born-again-staffel-2-der-machtkampf-eskaliert/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Disney+) In einem Punkt lag ich falsch bei der Besprechung der ersten Staffel. Ich schrieb, dass Wilson Fisk als korrupter und narzisstischer New Yorker Bürgermeister an den Clown im Weissen Haus erinnert. Doch Fisks brutale Anti-Vigilante Task Force passe nicht in diesen Vergleich. Hier hat die Realität die Fiktion eingeholt. Denn die Bilder, die «Daredevil» zeigt, haben wir inzwischen in der Tagesschau gesehen, als ICE-Beamte in Minneapolis Renée Good und Alex Pretti erschossen. Fisk bleibt dennoch der brillantere Bösewicht. Er ist eben nicht nur eitel, sondern im Gegensatz zu Trump auch intelligent. Und er setzt seine Macht mit furchterregender Brutalität um. Diesem Treiben wollen Daredevil/Matt Murdock und Karen Page ein Ende setzen. In der zweiten Staffel eskaliert dieser Machtkampf und führt zum Showdown, an dem auch Daredevils «Defender»-Kollegin Jessica Jones teilnimmt. Ich bin weiterhin begeistert vom Kontrahenten-Duo Daredevil und Fisk. «Daredevil: Born Again» gehört zum Besten, was Marvel momentan zu bieten hat. Die Serie schafft es sogar, einen befriedigenden Schluss zu finden. Gleichzeitig ist aber klar, dass die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt ist. Wie sie weitergeht, darüber wird bereits heftig spekuliert. Klar scheint aber, dass zwei weitere «Defender» zurückkehren: Auf Luke Cage kann man sich sicher freuen. Ob Iron Fist eine Bereicherung sein wird, bleibt abzuwarten. - [Daredevil: Born Again (Staffel 1) – Wenn Helden zweifeln und Schurken regieren](https://buergler.net/daredevil-born-again-staffel-1-wenn-helden-zweifeln-und-schurken-regieren/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Der Auftakt und das Finale der neuen «Daredevil»-Serie sind furios. Dazwischen flacht die Serie vermeintlich etwas ab. Doch am Schluss erscheinen einige Ereignisse und Figuren in einem ganz anderen, sehr vielversprechenden Licht. Am Anfang steht das Ende von Daredevil. Die drei Freunde und Partner in einer Anwaltskanzlei, Matt Murdock/Daredevil, Karen Page und Foggy Nelson, sind zu einer Party eingeladen, die tragisch endet. Ein Jahr danach arbeitet Matt mit einer neuen Partnerin in einer neuen Kanzlei. Das Superheldenkostüm ist im Schrank verstaut. Matt hat dem Kampf auf der Strasse abgeschworen und ihn endgültig in den Gerichtssaal verlegt. Aber dann betritt sein Gegenspieler die Bühne. Wilson Fisk taucht nach langer Abwesenheit wieder auf. Er kehrt nicht auf seinen Thron als König der Unterwelt zurück. Fisk wird Bürgermeister von New York. Damit schlägt die Stunde der Wiedergeburt des roten Teufels. Man muss dieser ersten Staffel etwas vorhalten, dass sie erst den Boden ebnet für den Machtkampf zwischen den beiden Erzfeinden. Sie deutet zwar viel Potenzial an, unter anderem mit interessanten Nebenfiguren, liefert aber noch nicht 100 Prozent ab. Die letzte Episode stimmt mich jedoch zuversichtlich, dass wir in der zweiten Staffel voll auf unsere Kosten kommen werden. Deshalb gibt es schon jetzt fünf Sterne. - [DTF St. Louis (Mini-Serie) – Schwarze Komödie führt in emotionale Abgründe](https://buergler.net/dtf-st-louis-mini-serie-schwarze-komoedie-fuehrt-in-emotionale-abgruende/) - ⭐⭐⭐⭐ (HBO Max) Als schwarze Komödie angekündigt, überrascht «DTF St. Louis» vor allem damit, wie schwer sie sich einordnen lässt. Mein Fazit nach dem Finale: eher «WTF» als «DTF» – und das ist durchaus positiv gemeint. Im Zentrum stehen Floyd, seine Frau Carol und ihr gemeinsamer Freund Clark. Floyd leidet nicht nur an der Peyronie-Krankheit, die sein Sexualleben belastet, sondern auch an einer festgefahrenen Ehe. Carol beginnt schliesslich eine Affäre mit Clark. Doch die Beziehungen zwischen den Figuren sind viel komplizierter, als sie scheinen. Dann taucht die Polizei wegen eines verdächtigen Todesfalls auf: Floyd ist tot. War ein Date über die App «DTF St. Louis» verantwortlich, die unverbindlichen Sex verspricht? Oder steckt jemand aus seinem Umfeld dahinter? Die Ermittlungen führen tief in eine Geschichte über Liebe, Sehnsucht, Einsamkeit und zerbrochene Lebensentwürfe. Die Serie kombiniert skurrile Figuren und absurde Situationen mit erstaunlich berührenden Momenten. Gerade daraus entsteht ihre Faszination. Besonders stark ist die Besetzung: Harbour, Bateman und Cardellini spielen hervorragend. Auch Peter Sarsgaard überzeugt als zynischer Datingpartner, der die Brüche der Vorstadtgesellschaft schonungslos offenlegt. «DTF St. Louis» ist weder leichte Comedy noch trostloses Drama, sondern eine eigenwillige, langsam immer stärker packende Mischung aus beidem. - [Monarch: Legacy of Monsters (Staffel 1) – Der wahre Titan ist Kurt Russell](https://buergler.net/monarch-legacy-of-monsters-staffel-1-der-wahre-titan-ist-kurt-russell/) - ⭐⭐⭐ (Apple TV+) Zwei Dinge gibt es zu entdecken in «Monarch: Legacy of Monsters»: Dass Wyatt Russell seinem Vater Kurt vor allem um die Kinnpartie herum sehr ähnelt. Und dass es eine Monster-Franchise rund um Godzilla und Co. gibt, die umfangsmässig Marvel, DC oder Star Wars in nichts nachsteht. Zugegeben, die Godzilla-Franchise ist einfach an mir vorbeigegangen. Andere haben die Filmreihe in ihren verschiedensten Ausprägungen sicher intensiver verfolgt. «Monarch» gehört zur so genannten MonsterVerse-Reihe, die bislang drei Filme umfasst. Was besonders auffällt bei der Serie: Monster machen sich ziemlich rar. Die Auftritte lassen sich an zwei Händen abzählen und summieren sich auf vielleicht 15 Minuten Bildschirmpräsenz. Das ist eine schlechte Nachricht für Fans von Titanenduellen à la Godzilla vs King Kong. Aber es ist kein Minuspunkt für die Serie. «Monarch» erzählt eine andere Geschichte. Es ist eigentlich eine Familiengeschichte über Menschen, die in den Bannkreis der Titanen gezogen wurden. Dabei finden zwei Geschwister heraus, wie ihre Familie mit der Entdeckung und Erforschung der Titanen verquickt ist. Diese Spurensuche in der ersten Staffel ist durchaus unterhaltsam. Allerdings ist die Story nicht so überzeugend, dass man eine zweite Staffel, die am Schluss angedeutet wird, unbedingt sehen möchte. Wenn die beiden Russells wieder mitmachen – dann allerdings schon. - [Monarch: Legacy of Monsters (Staffel 2) – Ein Muttermonster und abwesende Väter](https://buergler.net/monarch-legacy-of-monsters-staffel-2-ein-muttermonster-und-abwesende-vaeter/) - ⭐⭐⭐ (Apple TV) Wer noch unvertraut ist mit dem Monsterverse, sollte zuerst die Besprechung der ersten Staffel lesen. Andere erinnern sich: Bei der Rettung der Titanenforscherin Keiko Miura aus Axis Mundi, dem verborgenen Reich der Monster, blieb einer zurück – Lee Shaw. Cate Randa, Keikos Enkelin, will Lee retten. Doch die Vertreterin der Regierungsorganisation Monarch hält das für zu gefährlich, nachdem Kong, den Herrscher von Skull Island, auf die Eindringlinge aufmerksam geworden ist. Cate lässt sich nicht abhalten und holt mit Unterstützung ihres Vaters, Bruders und einer Freundin Lee Shaw zurück. Doch durch den Riss zwischen den Welten kriecht auch das Monster Titan X. Ein neues Monster bedroht die Menschheit und die Jagd beginnt. Allerdings verfolgen die verschiedenen Parteien dabei unterschiedliche Ziele. Parallel dazu wird erzählt, wie Lee, Keiko und ihr Ehemann Bill Randa bereits in den 50er-Jahren Titan X begegneten. Wie zuvor widmet sich die Serie auch den komplizierten Liebes- und Familienverhältnissen der Figuren. Diesmal stehen abwesende Väter im Vordergrund. Auch die Mutterrolle wird thematisiert, allerdings mehr auf einer monströsen Ebene. «Monarch» verbindet Monsterjagd und persönliche Dramen geschickt. Das Spiel mit den Zeitebenen, diesmal um die komplizierten Auswirkungen von Zeitreisen erweitert, sorgt für Abwechslung. Wer Gefallen findet am Monsterverse, wird wieder gut unterhalten. - [Shrinking (Staffel 1) – Traumabewältigung im Wohlfühl-Modus und mit Witz](https://buergler.net/shrinking-staffel-1-traumabewaeltigung-im-wohlfuehl-modus-und-mit-witz/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Harrison Ford kann Komödie. Das beweist er in «Shrinking» eindeutig. Er trägt einiges zum Witz der Serie bei, auch wenn er nicht die Hauptfigur spielt. Die ist Jimmy, ein Psychotherapeut, der nach dem Tod seiner Frau völlig aus der Bahn geworfen wird. Erst als er anfängt, seine Patient:innen mit ungewöhnlichen Methoden zu behandeln, findet er auch selber langsam die Kurve wieder. Aber auch er ist eigentlich nur einer von vielen, die gerade mit erheblichen Problemen zu kämpfen haben. Zuvorderst seine Tochter, die eigentlich Jimmys Hilfe bräuchte, um den Verlust der Mutter zu verarbeiten. Jimmys Praxiskolleg:innen Paul und Gaby: Er hat ebenfalls den Draht zu seiner Tochter verloren, sie den zu ihrem Ehemann, was zur Scheidung führt. «Shrinking» wäre keine Komödie, würde das alles tiefenanalysiert. Stattdessen setzt die Serie auf Wohlfühl-Atmosphäre, in der sich alle gegenseitig helfen, Fehler verzeihen und zueinanderhalten. Das aber tatsächlich mit Witz und ohne dass es peinlich wird. Eine sehr unterhaltsame Show, was wenig überrascht. Schliesslich stehen die Macher von «Ted Lasso» dahinter. - [Shrinking (Staffel 2) – Die perfekte Dosis Humor im Therapie-Drama](https://buergler.net/shrinking-staffel-2-die-perfekte-dosis-humor-im-therapie-drama/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Unter der kalifornischen Sonne bleibt alles beim Alten: Die drei Psychotherapeut:innen Jimmy, Paul und Gaby und ihr Umfeld kämpfen mit Traumata und Beziehungsproblemen – und liefern dabei alle 90 Sekunden eine perfekt platzierte Pointe. Die zweite Staffel folgt exakt der Erfolgsformel der ersten. Neu ist: Brett Goldstein (Roy Kent aus «Ted Lasso») wirkt nicht nur hinter der Kamera als Autor und Showrunner, sondern übernimmt die kleine, aber gewichtige Rolle von Louis. Er ist verantwortlich für den Unfall, bei dem Jimmys Frau ums Leben kam. Dass Louis Kontakt zu Jimmy und dessen Tochter Alice sucht, weckt Dämonen aus der Vergangenheit. Natürlich haben auch Paul, Gaby, Liz, Derek, Sean und wie Jimmys Freunde alle heissen mit alten und neuen Problemen zu kämpfen. Aber da sich alle unterstützen und einander helfen, ist die Welt am Schluss wieder (ziemlich) in Ordnung. Dass «Shrinking» dabei nicht in Kitsch und Peinlichkeit abgleitet, ist das grosse Verdienst der Drehbuchautor:innen. Sie finden immer wieder eine gelungene Balance zwischen Humor und Emotionen. Mit diesem Rezept und einem überzeugenden Cast bleibt die Show äusserst unterhaltsam. Wie lange das Konzept trägt, bleibt offen. Doch ich bin ziemlich sicher: Die bereits angekündigte dritte Staffel wird das Niveau halten. - [Mare of Easttown (Mini-Serie)](https://buergler.net/serien-tipp-mare-of-easttown/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) Mare Sheehan (Kate Winslet) ist eine Polizistin in einem kleinen Kaff. Sie ermittelt im Mord an einer jungen Mutter. Weil in dem Kaff jeder jeden kennt und mit jedem zweiten verwandt ist, wird die Ermittlung auch persönlich. Unglaublich stimmungsvoller Krimi mit hervorragenden Darsteller:innen. Auch wenn es Winslet fast ein wenig auf die Spitze treibt mit ihrer ungeschminkten und ungeschönten Darstellung von Mare, am Ende muss man den Hut ziehen - sie ist grossartig. - [Scrubs (2026 Staffel 1) – Nostalgie mit frischem Charme](https://buergler.net/scrubs-2026-staffel-1-nostalgie-mit-frischem-charme/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) 16 Jahre nachdem J.D., Elliot und Turk ihre Stethoskope an den Nagel gehängt haben, wagt «Scrubs» einen Neuanfang. Nach «The Pitt», das man als Neuauflage von «ER» bezeichnen kann, folgt damit ein weiteres Revival einer Krankenhausserie. Solche Reboots sind heikel. Die Gefahr, dass eine bekannte Serie ideenlos weitergesponnen wird, ist beachtlich. Nicht so «Scrubs». Obwohl die Figuren sich von ihren Originalen kaum unterscheiden – abgesehen von den Altersfalten. Natürlich hat sich in den Jahren einiges getan. J.D. arbeitet als Concierge-Arzt für eine reiche Klientel, deren Wehwehchen er behandelt. Er kehrt aber zurück ans Sacred Heart Hospital, als ihm sein ehemaliger Mentor Dr. Cox seine Stelle anbietet. Dort trifft er auf Turk, der jetzt Leiter der Chirurgie ist, mit dem er über all die Jahre befreundet blieb. Auch Elliot arbeitet immer noch im Sacred Heart. Das Wiedersehen mit ihr verläuft weniger harmonisch, denn die beiden sind geschieden. Damit ist vieles beim Alten in «Scrubs», nur die Rollen sind neu verteilt. J.D. und Turk sind jetzt die Ausbilder der medizinischen Anfänger:innen und in ihren Rollen gefordert. Das sorgt für Konflikte – und wie gewohnt bei «Scrubs» für reichlich komische Momente. Gleichzeitig fehlen auch die berührenden Szenen nicht: sei es im Umgang mit den Patient:innen oder untereinander. Und natürlich gibt es Seitenhiebe auf ein Gesundheitssystem, das an allen Ecken krankt. - [Shrinking (Staffel 3) – Zu erfolgreich, um aufzuhören](https://buergler.net/shrinking-staffel-3-zu-erfolgreich-um-aufzuhoeren/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV) Eigentlich hätte «Shrinking» hier enden können. Die Serie war auf drei Staffeln ausgelegt, und das merkt man. Alles, was in den Beziehungen zwischen den Figuren bisher für Hochs und Tiefs, für Lacher und Tränen sorgte, findet jetzt seinen Abschluss. In der letzten Episode sitzt Jimmy allein in seinem Haus. Er ist aber nicht einsam, sondern steht am Anfang eines neuen Kapitels in seinem Leben. Was es bringen wird, ist völlig offen. Sicher ist nur, dass Jimmy bereit dafür ist. Denn er hat sein grosse Trauma endlich überwunden. Ein stimmiger, befriedigender Schluss. Eine Fortsetzung bräuchte es nicht – die Geschichte ist auserzählt. Das bestätigt auch Co-Creator Bill Lawrence. Dass Jimmy, Paul und Gaby dennoch zurückkehren, liegt am Erfolg der Serie. «Shrinking» ist für Apple TV+ zum Prestigeprojekt geworden: neun Emmy-Nominierungen für die ersten beiden Staffeln, regelmässige Spitzenplätze in den Charts – und mit der dritten Staffel erstmals in den Nielsen-Top-10 der Streaming-Originals. Dabei ist die Serie eigentlich nicht für die breite Masse konzipiert. Ihr Humor ist zu eigenwillig, die Dialoge schnell und pointiert, ohne je in platte Gags zu kippen. Der Grundton bleibt ernst, geprägt von Trauma und Dysfunktion – ein Spannungsfeld, das «Shrinking» bemerkenswert sicher austariert. Einziger Schwachpunkt: Gelegentlich kippt die Serie ins Rührselige. Dennoch bleibt der Eindruck positiv – und die Vorfreude auf Staffel vier ist berechtigt. - [The ʹBurbs (Staffel 1) – Mordgeflüster in der Vorstadt-Idylle](https://buergler.net/the-ʹburbs-staffel-1-mordgefluester-in-der-vorstadt-idylle/) - ⭐⭐⭐ (Sky Show) Rob und Samira Fisher sind frisch gebackene Eltern, die für ihr Baby ein sicheres Zuhause suchen. Sie ziehen nach Hinkley Hills, das sich als sicherstes Städtchen der USA rühmt – keine Verbrechen, nicht einmal Ordnungswidrigkeiten. Doch die Idylle trügt: In ihrer neuen Nachbarschaft Ashfield Place steht eine heruntergekommene viktorianische Villa, um die sich düstere Gerüchte ranken. Vor 20 Jahren verschwand dort Betsy, die Tochter der damaligen Besitzer. Man munkelt, sie sei ermordet und im Keller vergraben worden. Als das Haus plötzlich verkauft wird und ein neuer, suspekter Nachbar einzieht, wird Samiras Neugier geweckt. Er schleppt einen schweren Sack ins Haus, gräbt im Keller und entfacht mysteriöse Feuer. Zusammen mit ihren exzentrischen Nachbarn Lynn, Dana und Tod beginnt Samira zu ermitteln – und entdeckt, dass auch ihr Mann Rob ihr etwas verschwiegen hat: Er war eng mit Betsy befreundet. «The ’Burbs» ist eine Neuauflage der schwarzen Komödie von 1989 mit Tom Hanks, der hier in einem PR-Film als Gründer des Städtchens auftritt. Die Serie setzt weniger auf Grusel, sondern auf Komik – getragen von Keke Palmer, die zwischen Humor und Paranoia brilliert. Die illustren Nachbarn, jeder mit eigenen Geheimnissen, sorgen für zusätzliche Spannung. Allerdings könnte die Handlung mehr Tempo vertragen, dann bräuchte es auch keine zweite Staffel. Doch dank Palmers Performance und der unterhaltsamen Dynamik bleibt die Serie ein sehenswerter Mix aus Vorstadt-Tratsch und Krimi. - [Sternstunde der Mörder (Mini-Serie) – Ein Serienmord in düsterer Endzeitstimmung](https://buergler.net/sternstunde-der-moerder-mini-serie-ein-serienmord-in-duesterer-endzeitstimmung/) - ⭐⭐⭐⭐ (ARD (ausserhalb D mit VPN) Ein Mörder, Nazis und ein paar Unentwegte, die in den finsteren Stunden des Dritten Reichs einen letzten Funken Menschlichkeit bewahren wollen – das erinnert an «Babylon Berlin». Atmosphärisch ähnelt «Sternstunde der Mörder» den jüngsten Staffeln des ARD-Erfolgs. Aber die Serie, basierend auf Pavel Kohouts Roman, erreicht nicht ganz die Höhen von «Babylon Berlin». Es fehlt vor allem an Zeit und am Willen, den Figuren echte Tiefe und Komplexität zu verleihen. Prag ist im Frühling 1945 von der Wehrmacht besetzt. Aber es ist nur noch eine Frage von Wochen, bis die Rote Armee die Stadt erobern wird. Unter diesen Vorzeichen ermittelt der tschechische Kommissar Jan Morava unter Aufsicht des Gestapo-Mannes Erwin Buback in einer Mordserie. Die Jagd nach dem Serienmörder tritt in den Hintergrund, als in Prag der Aufstand des Widerstands beginnt. Die deutschen Besatzer planen die Flucht. Unter ihnen Buback, der seine Geliebte Marleen Baumann retten will. Wie die beiden zerstörten Seelen zueinander finden und auf den drohenden Untergang blicken, gehört zu den stärksten Momenten der Serie. Im Gegensatz zu den grössten Verbrechern, die nur ihre Haut retten wollen, beschäftigen sie sich mit der Frage nach Schuld und Sühne. Ihnen ist klar, dass am Ende nur ein Urteil stehen kann. Doch das erschreckt sie nicht. Denn, so sagt Marleen: «Wir sind ja schon tot». - [Paradise (Staffel 1) – Präsidentenmord in der Vorstadt-Idylle](https://buergler.net/paradise-staffel-1-praesidentenmord-in-der-vorstadt-idylle/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Zu Beginn liegt der Präsident blutüberströmt am Boden. Tot, wie sein Personenschützer Xavier Collins (Sterling K. Brown) feststellt. Zudem fehlt ein Tablet mit geheimsten Informationen. Die grosse Frage ist also: Wer hat Präsident Cal Bradford (James Marsden) getötet? Und wo ist das Tablet? Ein klassischer Politthriller in den höchsten Gefilden der US-amerikanischen Politik scheint sich anzubahnen. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Nur kann man auf die andere Plotebene nicht eingehen, ohne einen interessanten Twist der Geschichte zu spoilern. Der wird zwar schon früh enthüllt, aber kommt trotzdem etwas überraschend. Deshalb kann man zur Geschichte nur so viel sagen, dass die Ermordung des Präsidenten eine wichtige Rolle spielt und verschiedene Figuren als Täter:in infrage kommen. Doch ebenso spannend sind die Hintergründe der Figuren und die Geschichten, die sie mit dem grossen Geheimnis von «Paradise» verbindet. Diese werden geschickt in Rückblenden erzählt, sodass sich langsam der Schleier über den vielen Fragen lüftet, die sich im Lauf der Geschichte stellen. Dass dabei die Lebensläufe der Figuren mit etwas viel Pathos garniert werden, stört nur am Rande. Aber es gibt einige Szenen, in denen am Bildschirm viele Tränen fliessen, ohne dass die Augen der Zuschauer:innen auch nur ein bisschen feucht werden. - [Paradise (Staffel 2) – Verwirrender Weg zu spannendem Schluss](https://buergler.net/paradise-staffel-2-verwirrender-weg-zu-spannendem-schluss/) - ⭐⭐⭐ (Disney+) «Slow burn» beschreibt eine Handlung, die sich langsam entfaltet, aber tief berührt. Es soll unter der Haut kribbeln. Die zweite Staffel von «Paradise» beinhaltet viel «slow», doch das «burn» vermisst man. Die zweite Staffel beginnt irritierenderweise nicht im bekannten Bunker, sondern in Graceland, Elvis Presleys legendärem Anwesen in Memphis. Hier hat sich Annie, die als Fremdenführerin im Elvis-Museum arbeitete, verschanzt und die Katastrophe überlebt. Die ganze erste Episode erzählt nur ihre Geschichte. Erst am Ende taucht ein vertrautes Gesicht auf. Xavier Collins stürzt mit seinem Flugzeug in der Nähe von Graceland ab. Er hat den Bunker verlassen, um seine Frau zu suchen, die ebenfalls überlebt haben soll. Von hier an spinnt «Paradise» eine Menge weiterer Fäden, die die Vorgeschichte der Katastrophe erklären. Sie fügt aber auch Plots hinzu, die die Geschichte in ganz andere Bahnen lenken. Wie alles zusammenhängt, wird erst am Ende verständlich. Bis dahin fühlt man sich beim Zuschauen etwas genervt, wie sehr sich die Serie anstrengt, Verwirrung zu stiften. Oder langweilt sich bei Rückblenden, die unbedeutende Details erzählen. Was sich im Finale als neue Mission für Xavier andeutet, verspricht aber spannend zu werden. Diese Geschichte werden wir sicher zu sehen bekommen, denn die dritte Staffel ist bereits in Produktion. Es könnte die letzte sein und alle Geheimnisse auflösen. - [Detective Hole (Staffel 1) – Der Widersacher überstrahlt den Helden](https://buergler.net/detective-hole-staffel-1-der-widersacher-ueberstrahlt-den-helden/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Erstaunlich, dass der Osloer Kriminalbeamte Harry Hole erst jetzt in der Streamingwelt auftaucht. Sein Schöpfer, der Norweger Jo Nesbø, zählt zu den erfolgreichsten Nordic-Noir-Autor:innen. Die Harry-Hole-Reihe begann 1997. Seither sind 13 Romane erschienen, die – je nach Quelle – 25 bis 50 Millionen Mal verkauft und in über 40 Sprachen übersetzt wurden. In «Detective Hole » treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Er schneidet seinen jungen, weiblichen Opfern jeweils einen Finger ab und schmückt sie mit einem roten Diamanten. Harry Hole übernimmt die Ermittlungen. Er verkörpert den typischen kaputten Helden: Alkoholiker, Einzelkämpfer mit mangelhafter emotionaler Intelligenz und beziehungsunfähig. Dazu kommt eine zweite Erzählebene. Harrys Kollege Tom Waaler steht in den Diensten einer Geheimorganisation, die Waffenhandel und Lynchjustiz betreibt. Harry will Tom das Handwerk legen. Joel Kinnaman als Tom ist zweifellos der faszinierendere Bösewicht als der Serienmörder. Neben ihm verblasst auch Harry Hole etwas, obwohl sich Tobias Santelmann bemüht, den von Selbstzweifeln zerrissenen, tief traumatisierten Einzelgänger überzeugend darzustellen. Der Serie muss man jedoch den Schluss zugutehalten. Der Fall wird abgeschlossen, doch ein geschickter Cliffhanger verspricht, die Geschichte spannend weiterzuführen. - [The Madison (Staffel 1) – Taylor Sheridans Hohelied auf die Landliebe](https://buergler.net/the-madison-staffel-1-taylor-sheridans-hohelied-auf-die-landliebe/) - ⭐⭐⭐ (Paramount+) Taylor Sheridan mag New York und seine woken Einwohner:innen nicht. Er liebt die bodenständigen Landbewohner und die Natur. Das zeigt seine neueste Serie «The Madison». Dieses einfache Strickmuster von Land gleich gut und Stadt gleich böse stört aber überraschend wenig. Das liegt an den wunderschönen Landschaften, der eher sanften Häme, mit der über die Städter:innen hergezogen wird, und an Michelle Pfeiffer, die die Serie öfter davor rettet, in Kitsch abzugleiten. Sie ist Stacy Clyburn, Matriarchin einer Familie, deren Lebensmittelpunkt New York ist. Oder war. Als ihr Ehemann Preston (Kurt Russell) bei einem Flugzeugabsturz stirbt, reist sie mit ihren beiden Töchtern, ihrem Schwiegersohn und zwei Enkelinnen nach Montana, wo das Unglück geschah. Stacy entdeckt die Schönheit und Ruhe, die das Landleben bietet, das ihr Mann so geliebt hat. Sie empfindet die Umgebung als heilende Kraft für ihre Trauer. Ganz im Gegensatz zu ihrer Familie, die nichts mit Holzhütten, Plumpsklo und Hirschfleisch anfangen kann. Trotz allem berührt einen «The Madison» nicht so tief, wie es diese Geschichte sollte. Sheridan setzt zu wenig Energie ein, nahbare und facettenreiche Figuren zu schaffen. Zu schnell verfällt er in den simplistischen Ansatz, dass Natur und das einfache Landleben alle Übel – vor allem die der städtischen – Welt vergessen machen können. - [The Pitt (Staffel 1&2) – Das Krankenhaus-Genre erfolgreich wiederbelebt](https://buergler.net/the-pitt-staffel-12-das-krankenhaus-genre-erfolgreich-wiederbelebt/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (HBO Max) Wer hätte gedacht, dass es gelingt, das Genre der Krankenhausserie aus dem Koma zu holen. Was in den letzten Jahren über den Bildschirm flimmerte, könnte man – mit wenigen Ausnahmen – auch als hirntot bezeichnen. Es bewegt sich zwar etwas, aber es ist völlig seelenlos. «The Pitt» knüpft dort an, wo «ER», vor 17 Jahren aufhörte. Zum einen mit Noah Wyle, der in «ER» einen angehenden Arzt spielte, und jetzt als Dr. Michael «Robby» Robinavitch die Notaufnahme eines Krankenhauses in Pittsburgh leitet. Vor allem aber orientiert sich «The Pitt» am Erfolgsrezept von «ER»: die rasante Erzählweise, die hektische Kameraführung, episodenübergreifende Handlungsstränge, die Einbindung von politisch-gesellschaftlichen Themen und Authentizität. «The Pitt» fesselt von der ersten Minute an. Jede Episode wird (fast) in Echtzeit erzählt. Der Arbeitstag auf der Notaufnahme für Robby, seine Ärzt:innen, ein paar Medizinstudierende und das Pflegepersonal dauert 15 Stunden. Da zeigt sich nicht nur, was alles mit dem menschlichen Körper schiefgehen kann. Auch zwischenmenschlich brodelt es. Wer «The Pitt» einschaltet, wird Mühe haben, wieder abzuschalten. Die Serie entwickelt einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Warum niemand früher auf die Idee kam, wieder eine Krankenhausserie im Muster von «ER» zu produzieren, bleibt ein Rätsel. Denn «The Pitt» beweist, dass das heute noch bestens funktioniert. - [Kacken an der Havel (Staffel 1) – So bescheuert, dass es brillant ist](https://buergler.net/kacken-an-der-havel-staffel-1-so-bescheuert-dass-es-brillant-ist/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Eine Serie über einen Möchtegern-Rapper, in der eine Ente namens Tupac die Erzählerin mimt, und «Kacken an der Havel» heisst. Das kann nur in die Hose gehen, oder? Weit gefehlt! Die Komödie der Brüder Dimitrji und Alex Schaad setzt nicht, wie der Titel vermuten liesse, auf Schenkelklopferwitze oder Fäkalhumor. Stattdessen lebt sie von verrückten Figuren, überdrehten Plots und absurden Dialogen. Dieser Mix macht wirklich Spass. «Kacken an der Havel» beschreibt keine Tätigkeit, sondern einen fiktiven Ort in Brandenburg. Hier ist Toni aufgewachsen und bei erstbester Gelegenheit abgehauen, um in Berlin Rap-Star zu werden. Daraus wurde nichts. Toni arbeitet als Pizzabäcker, Rappen blieb ein Hobby. 16 Jahre später kehrt er zurück, um seine Mutter zu beerdigen. Sie war beim Retten einer Ente vom Baum gefallen und von einem Blitz erschlagen worden. Die Rückkehr nach Kacken stellt seine Welt auf den Kopf. Er ist plötzlich Vater, muss sich mit seiner Familie rumschlagen und erhält ein Angebot für einen Plattenvertrag. Die Gebrüder Schaad haben ein buntes Panoptikum mit einer Unmenge an schrägen Geschichten und noch schrägeren Figuren geschaffen. Das erinnert manchmal an Wes Anderson, aber auch an Monty Python. Ihre Serie erweist sich als gelungenes Alchemistenexperiment: Aus Kacke(n) haben sie Gold gemacht. - [Stenbeck (Mini-Serie) – Das kurze Leben eines unsympathischen Visionärs](https://buergler.net/stenbeck-mini-serie-das-kurze-leben-eines-unsympathischen-visionaers/) - ⭐⭐⭐ (Sky Show) Jan Stenbeck? Nie gehört. Dabei ist dieser schwedische Geschäftsmann mit der schweizerischen Mediengeschichte verknüpft. 1995 gründete er in Stockholm die erste Pendlerzeitung «Metro». Fünf Jahre später erschien sie als «Metropol» in der Schweiz. In Schweden machte sich Jan Stenbeck einen Namen, nicht nur als Unternehmer, sondern auch durch den erbitterten Streit um das Familienimperium mit seinen Schwestern. «Stenbeck» schildert diesen Erbstreit und seinen Aufstieg zum Medienpionier und Erzfeind der staatlichen Monopolbetriebe. «Stenbeck» zeichnet einen Visionär, der technologischen Fortschritt bringt, aber auch einen jähzornigen Egoisten, dem nur sein Erfolg wichtig ist. Untergebene und Angestellte sind ihm egal. Gefühle zeigt er nur für seine Frau und Kinder. Die Serie bleibt in der Charakterzeichnung oberflächlich. Jan Stenbeck bleibt dem Zuschauer fern, obwohl er eine schillernde Figur war. Auch die anderen Charaktere wie seine Schwestern oder seine Wegbegleiter bleiben blass. In der Serie hinterlassen daher weder der Mensch Jan Stenbeck noch seine Leistungen einen bleibenden Eindruck. Der Reiz, in die Anfänge dieser Umwälzungen zu blicken, verpufft schnell. Fast so schnell wie «Metropol» aus der Schweizer Medienlandschaft verschwand. Nach nur zwei Jahren stellte das Blatt 2002 sein Erscheinen ein. - [Scarpetta (Staffel 1) – Beziehungschaos statt Verbrecherjagd](https://buergler.net/scarpetta-staffel-1-beziehungschaos-statt-verbrecherjagd/) - ⭐⭐⭐ (Prime Video) «Scarpetta» landete auf meiner Liste, weil ich vor etwa 20 Jahren einige der Bücher von Patricia Cornwell über die Gerichtsmedizinerin gelesen hatte. Als ich die Serie einschaltete, kam mir aber kaum etwas vertraut vor. Offensichtlich hinterliess die Krimireihe keinen bleibenden Eindruck. Bei der Serie könnte das anders sein, allerdings nicht im positiven Sinn. Die Erwartung an einen Krimi ist klar: Es geht um ein Verbrechen und dessen Aufklärung. Das liefert «Scarpetta» sogar doppelt. Die Serie spielt auf zwei Zeitebenen: In der Gegenwart und im Jahr 1998 zu Beginn von Kay Scarpettas Karriere. Beide Male geht es um Serienmorde, zwischen denen sogar ein Zusammenhang bestehen könnte. Das wäre genug Stoff für interessante Ermittlungen. Stattdessen schiebt «Scarpetta» immer wieder und völlig überproportional Szenen aus ihrem Familienleben ein. Sie hat eine komplizierte Beziehung zu ihrer Nichte, die sie grossgezogen hat. Deren Mutter, ihre Schwester, verabscheut sie. Dazu gesellen sich zwei Ehemänner, die die Sache weiter verkomplizieren. Diese Fokussierung auf Familiendrama, vor allem auf die Schwester, ist die Erfindung der Serienmacher:innen. Was sie sich davon versprochen haben, ist mir ein Rätsel. Mir hat der ganze Familien-Zoff den Spass an der Serie ziemlich verdorben. - [Star Trek: Starfleet Academy (Staffel 1) – Unterhaltsam trotz Highschool-Groove](https://buergler.net/star-trek-starfleet-academy-staffel-1-unterhaltsam-trotz-highschool-groove/) - ⭐⭐⭐ (Paramount+) Am 8. September 2026 feiert Star Trek den 60. Geburtstag. Die Fans der ersten Stunde sind inzwischen im Seniorenalter. Gut ein Dutzend Spin-offs sorgten regelmässig für Nachwuchs in der Fangemeinde. Was aber bisher fehlte, war eine Star-Trek-Serie, die explizit ein jugendliches Publikum anspricht Das will «Starfleet Academy» jetzt nachholen. Im Mittelpunkt stehen Kadett:innen, die an der Academy zu Offizier:innen der Starfleet ausgebildet werden. Das klingt nach militärischem Drill. Doch was sich tatsächlich abspielt, unterscheidet sich kaum von den üblichen Geschichten, die man aus unzähligen Highschool-Serien kennt. Die ältere Generation identifiziert wohl eher mit dem Lehrpersonal, allen voran mit Holly Hunter als Rektorin der Academy. Paul Giamatti als ihr Widersacher ist die witzigste Figur der Serie. Am unterhaltsamsten ist Starfleet Academy, wenn die Kadett:innen sich in Weltraummissionen bewähren müssen. Da kommt das richtige Star-Trek-Feeling auf mit Alarmstufe Rot, Photonentorpedos und dem Warpantrieb, der zu explodieren droht. «Star Trek: Starfleet Academy» verleiht der Franchise keine neuen Impulse. Sie reicht auch nicht an die letzten Spin-offs wie «Strange New Worlds» oder «Picard» heran. Aber wer Gefallen findet an Abenteuern in den unendlichen Weiten des Weltraums, wird nicht schlecht unterhalten. - [Hijack (Mini-Serie) – Wo Idris Elba draufsteht, ist Spannung drin](https://buergler.net/hijack-mini-serie-wo-idris-elba-draufsteht-ist-spannung-drin/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) «Hijack» wäre die perfekte Unterhaltung für einen Langstreckenflug. Denn diese Serie ist so fesselnd, dass man seinen Sitzplatz für einmal freiwillig nicht verlässt, und die ganzen knapp sechs Stunden am Stück schauen will. Nur wird keine Fluggesellschaft die Serie je zeigen. Wäre schlecht für die Stimmung an Bord. Die ist sehr schlecht auf dem Flug KA29 von Dubai nach London, als kurz nach dem Start vier Männer und eine Frau ihre Waffen zücken und das Cockpit stürmen. Sam Nelson, ein Passagier in der ersten Klasse, versucht beruhigend auf die Entführer:innen einzuwirken und ihr Vertrauen zu gewinnen. Gleichzeitig plant er mit dem Piloten die Flugsicherung am Boden auf die Entführung aufmerksam zu machen. Das gelingt zwar, aber die Situation an Bord eskaliert, es fallen Schüsse. «Hijack» packt einen so ziemlich von der ersten bis zur letzten Sekunde. Dass dabei das Drehbuch manchmal über die Stränge schlägt, vergisst man sofort, sobald Idris Elba wieder ins Bild kommt. Er trägt die ganze Serie fast alleine und für einmal zwar mit viel Thrill, aber wenig Action. - [Unfamiliar (Staffel 1) – Das schwierige Familienleben von Ex-Spionen](https://buergler.net/unfamiliar-staffel-1-das-schwierige-familienleben-von-ex-spionen/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Simon und Meret Schäfer leben mit ihrer Tochter Nina in Berlin. Sie betreiben ein kleines Restaurant. Abgesehen von den üblichen Problemen mit einem Teenager ist ihr Leben ziemlich beschaulich. Nur: Es ist eine einzige Lüge. Simon und Meret sind ehemalige BND-Agenten. Ganz haben sie ihre Vergangenheit nicht hinter sich gelassen. Sie betreiben noch immer ein Safe House für Menschen, die diskrete Hilfe benötigen. Als ein Mann mit einer Schussverletzung um Hilfe bittet, holt die beiden ihre Vergangenheit ein. Es geht um eine misslungene Mission in Belarus vor 16 Jahren, bei der ein russischer Agent seine Geliebte vergiftete und Simon und Merets Chef anschoss. Dieser Agent ist jetzt in Berlin und will alle Zeugen der damaligen Ereignisse beseitigen. Er gab den Auftrag, Simon und Meret ausfindig zu machen. «Unfamiliar» ist ein gut inszenierter Spionagethriller mit Schiessereien, Verfolgungsjagden und einem Maulwurf im BND. Gleichzeitig überzeugt die Serie als Familien- und Ehedrama. Dabei geht es um ein weiteres Geheimnis, das mit Belarus zu tun hat und das Simon und Meret ihrer Tochter verschweigen, und es geht um ihre Beziehung. Ihre Ehe kriselt, wenn sie überhaupt jemals gut funktioniert hat. - [Hijack (Staffel 2) – Idris Elbas Abstieg vom Flugzeug in die U-Bahn](https://buergler.net/hijack-staffel-2-idris-elbas-abstieg-vom-flugzeug-in-die-u-bahn/) - ⭐⭐⭐ (Apple TV) «Hijack» war als Mini-Serie konzipiert. Doch der durchschlagende Erfolg des Flugzeugentführungsdramas bewog Apple dazu, eine zweite Staffel in Auftrag zu geben. Das ist nicht immer eine gute Idee, wie die zweite Staffel von «Hijack» beweist. Das bedeutet nicht, dass Sam Nelsons Abstieg in den Berliner Untergrund völlig misslungen ist. Aber die Entführung einer Berliner U-Bahn fesselt deutlich weniger als die spannungsgeladene Geiselnahme an Bord des Flugs KA29. Hauptsächlich wegen der vielen Logiklöcher in der Handlung, die man ohne Spoiler nicht detailliert aufzeigen kann. Was man sagen kann: Sam Nelson ist in Berlin und steigt in die U5 ein. Er wirkt vom ersten Moment an sehr angespannt. Hektik herrscht auch im Führerstand der U-Bahn, wo der Fahrer nervös versucht, einen Gleisarbeiter per Funk zu erreichen. Weitere Schauplätze sind die britische Botschaft und die U-Bahnleitstelle in Berlin, aber auch eine abgelegene Waldhütte in Schottland. Wie das alles mit der Entführung zusammenhängt, ist clever, aber auch kompliziert konstruiert. Wären da nur nicht diese Ungereimtheiten im Plot. Gut möglich, dass wir Sam Nelson trotzdem wiedersehen werden. Vielleicht auf einer Fähre? Das hätte sicher seinen Reiz. Mein Wunsch wäre nur: Macht die Story konsistenter und glaubwürdiger als bei diesem Ausflug in den Berliner Untergrund. - [Tehran (Staffel 3) – Spione statt Bomben: Das waren noch Zeiten](https://buergler.net/tehran-staffel-3-spione-statt-bomben-das-waren-noch-zeiten/) - ⭐⭐⭐ (Apple TV) Man wird fast ein wenig nostalgisch, wenn sich feindliche Nationen mit ausgeklügelten Sabotageakten bekämpfen, um gezielt hochrangige Personen oder militärische Infrastruktur auszuschalten. In der Spionageserie «Tehran» stand dies seit dem Start im Jahr 2020 im Mittelpunkt der Handlung. Heute wirkt es wie aus der Zeit gefallen. Israel und die USA greifen den Iran völkerrechtswidrig und mit brachialer Gewalt an. Die Finesse der Spionage ist nur noch ein Echo aus der Vergangenheit. Abgesehen davon, dass Fiktion und Realität bei «Tehran» gerade massiv auseinanderklaffen, bekommt man einen soliden Thriller zu sehen. Im Zentrum stehen wieder die israelische Spionin Tamar und ihr iranischer Gegenspieler Faraz. Anfangs wird Tamar allerdings auch von den eigenen Leuten gejagt, weil sie Befehle ihrer Mossad-Chefin ignoriert hat. Neu mit dabei ist ein Inspektor der Atomenergiebehörde, der um jeden Preis beweisen will, dass Iran an einer Atombombe bastelt. «Tehran» bleibt auch in der dritten Auflage ein Spionagethriller, bei dem es nie langweilig wird. Doch während die ersten beiden Staffeln uns Einblicke in die iranische High-Society oder junge Regimegegner:innen boten, sehen wir diesmal nur Mullahs und Revolutionsgardisten. Das zeigt wieder nur ein stereotypes Bild des Landes und mindert die Begeisterung für die Serie. - [Tehran (Staffel 2) – Mossad-Agentin auf Rachefeldzug](https://buergler.net/tehran-staffel-2-mossad-agentin-auf-rachefeldzug/) - ⭐⭐⭐ (Apple TV+) Als Vergeltung für eine Mossad-Aktion lässt Qasem Mohammadi, der Führer der Revolutionsgarde, vier Personen hinrichten. Darunter Tante und Onkel der Mossad-Agentin Tamar, die in Teheran auf ihre Ausreise wartet. Tamar verzichtet danach, aus dem Land geschmuggelt zu werden. Stattdessen plant sie mit Marjan (Glen Close), die neu die Mossad-Zelle in Teheran leitet, einen Mordanschlag auf Mohammadi. «Tehran» ist auch in der zweiten Staffel ein spannender Spionagethriller. Was aber leider verloren ging, ist dieses besondere Flair der ersten Folgen, die einen Blick auf wenig vertraute Aspekte der iranischen Gesellschaft warfen, vor allem auf die Szene der jungen Regimegegner:innen. Diesmal infiltriert Tamar die Welt der Söhne und Töchter von Regimegenerälen, deren protziges Leben etwas überraschen mag. Es unterscheidet sich aber kaum von Luxusleben der westlichen Milliardärsgören und bietet keine Bereicherung. - [Bridgerton (Staffel 4) – Aschenputtel goes Hochglanz-Trash](https://buergler.net/bridgerton-staffel-4-aschenputtel-goes-hochglanz-trash/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Aus der ersten Staffel bin ich entsetzt ausgestiegen. Die zweite habe ich übersprungen. Die dritte habe ich mir wieder angeschaut und die vierte jetzt durchgebingt. Ja, ich bin bekehrt. «Bridgerton» kann man sich antun. Aber stellen wir eines vorab klar: Die Serie ist hochglanzinszenierter Trash. Tolle Bilder, triviale Story. Wie einfallslos ist es, wenn man für die neueste Romanze auf Grimms «Aschenputtel» zurückgreift? Man lässt sich trotzdem willig ein auf die unmögliche Liebe von Benedict und Sophie. Er, der Lebemann, der sich nicht binden will, bis er auf die wahre Liebe trifft. Sie, die geknechtete Bastardin, für die die Gesellschaft nur einen Platz kennt: ganz unten. Gibt es ein Happy End für die beiden? Die Frage erübrigt sich. Wir reden schliesslich von «Bridgerton», wo die Liebe alle Grenzen überwindet. Natürlich spielen sich weitere Dramen und Romanzen im Hause der Bridgertons und am Hof von Queen Charlotte ab. Schliesslich braucht es Stoff, um die knapp acht Stunden Eskapismus auszufüllen. Weil der Serie langsam die ledigen Bridgertons ausgehen, wird sich die nächste Staffel vordringlich um eine andere Frage drehen. «Bridgerton» kehrt quasi zu den Anfängen zurück. Spannend wird das nicht, eher vorhersehbar wie immer – aber wen kümmert’s, solange Queen Charlotte ihre imposanten Perücken zur Schau stellt? - [Ted Lasso (Staffel 3) – Diese heile Fussballwelt werden wir vermissen](https://buergler.net/ted-lasso-staffel-3-diese-heile-fussballwelt-werden-wir-vermissen/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Offiziell bestätigt ist es nicht. Aber alles deutet darauf hin, dass die dritte Staffel die letzte war für Ted Lasso, den Footballcoach, der ein englisches Soccer-Team trainiert ohne grosse Ahnung von Fussball. Aber Fussball war auch nie das Thema der Serie, nur nette Kulisse für eine Wohlfühlshow sondergleichen. Auch in dieser Staffel geben Ted Lasso und seine Mitstreiter:innen alles, um uns in jeder Episode mit Glücksgefühlen zu beschenken und so unser Vertrauen in die Menschheit wiederherzustellen. Das gelingt «Ted Lasso» wieder überzeugend. Aber sicher nicht zuletzt deshalb, weil uns das Team und der Staff so ans Herz gewachsen sind. Da leiden wir mit, wenn der abtrünnige Nate bei seinem neuen Verein nicht glücklich wird, aber dafür seine Liebe findet. Das ist aber nur eine der vielen Geschichten, die die (mutmasslich) letzte Staffel erzählt und vor allem zu einem guten Ende führt. Auch wenn uns der unerschütterliche Optimismus von Ted Lasso vielleicht ein wenig fehlen wird, war es ein guter Zeitpunkt, um aufzuhören. Viel Neues hätte eine weitere Staffel nicht zu bieten gehabt. ***** Apple TV+ - [The Night Agent (Staffel 3) – Solider Thriller ohne falsche Ambitionen](https://buergler.net/the-night-agent-staffel-3-solider-thriller-ohne-falsche-ambitionen/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Nach einem Durchhänger in der zweiten Staffel bietet die Neuauflage von «The Night Agent» wieder gut getaktete Spannung und viel Action. Die Serie bleibt sich treu, indem sie inhaltlich und formal keine Experimente wagt und einen Plot präsentiert, der selbst für die heutigen Verhältnisse in den USA ziemlich haarsträubend wirkt. Doch das stört nicht. Man schaut die Serie nicht wegen ihrer Realitätsnähe. Wir wollen Verfolgungsjagden, Faustkämpfe, Scharfschützen und hinterhältige Machenschaften von Superreichen und Politikern sehen. Genau das liefert die Serie. Unser Night Agent Peter Sutherland hat seit der letzten Staffel eine Rechnung mit dem «Broker» offen, mit dem er einen faustischen Pakt schliessen musste. Als sich der Broker nach Monaten wieder meldet, schmiedet Peter einen Plan, um ihn zu fassen. Der Plan scheitert, aber Peter bleibt auf seiner Spur. Ebenso wie eine Journalistin, die bei ihren Recherchen auf Geldströme stösst, die darauf hindeuten, dass US-amerikanische Geldgeber Terroristen finanzieren. Und wie üblich bei «The Night Agent» sind auch hochrangige Politiker darin verwickelt. «The Night Agent» ist eigentlich völlig unoriginell, doch genau das macht die Stärke der Serie aus. Sie nutzt klassische Elemente des Thrillergenres und ist handwerklich sorgfältig und sauber gemacht. Deshalb könnte Peter noch eine lange Karriere bevorstehen. - [The Night Agent (Staffel 2) – Diese Serie hätte als Film besser funktioniert](https://buergler.net/the-night-agent-staffel-2-diese-serie-haette-als-film-besser-funktioniert/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Peter Sutherland stürzt sich in sein zweites Abenteuer. In Teil 1 war er ein FBI-Rookie, der innerhalb kürzester Zeit über sich hinauswachsen musste, um ein Attentat auf die US-Präsidentin zu vereiteln. Seine ständige Überforderung verlieh der Serie einen humorvollen Touch. Dieser Aspekt fehlt diesmal. Was jedoch bleibt: Auch die zweite Staffel ist mit zehn Episoden überlang. Die Geschichte liesse sich locker auf sechs Episoden straffen oder auf zwei Stunden Film eindampfen. Trotzdem unterhält «The Night Agent» in der Neuauflage ordentlich. Peter taucht nach einer Mission, die katastrophal schieflief, unter, um herauszufinden, wer ihn auffliegen liess. Nicht einmal seiner neuen Chefin traut er. Was für ein Glück, dass Rose ihn ausfindig macht, und ihm wie schon in der ersten Staffel zur Seite steht. Ihr Weg führt sie über eine iranische Botschaftsangestellte zu osteuropäischen Terroristen, die ganz Übles planen. Das ist etwas zu langfädig, aber überzeugend konstruiert. Die Geschichte nähme auch schneller ihren Lauf, wenn Peter und Rose nicht regelmässig die dümmstmöglichen Entscheidungen treffen würden. «The Night Agent» gelingt es aber, über die ganze Staffel hinweg geschickt den Plot für die Fortsetzung aufzugleisen. Der klingt vielversprechend, sodass ich versucht bin, bei einer dritten – hoffentlich weniger ausufernden – Staffel wieder einzuschalten. - [The Night Agent (Staffel 1) – Als das Telefon klingelt, bricht die Hölle los](https://buergler.net/the-night-agent-staffel-1-als-das-telefon-klingelt-bricht-die-hoelle-los/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Es ist unschwer zu erkennen, in welche Fussstapfen der junge FBI-Agent Peter Sutherland treten soll. Die Vorbilder sind die Action-Jacks: Jack Bauer aus «24», Tom Clancys Jack Ryan und der Amazon-Serienheld Jack Reacher. Das macht vieles erwartbar, was in «The Night Agent» passiert. Aber man muss der Serie zugestehen, dass sie die etwas konventionelle Thrillergeschichte gelungen und spannend erzählt. Peter hat einen todlangweiligen Job. Er hütet im Keller des Weissen Hauses ein Telefon, das Agent:innen in Not als Hotline dient. Nur – das Telefon klingelt nie. Bis eines Nachts Rose anruft. Sie ist keine Agentin, nur die nichtsahnende Nichte eines Agentenpaares. Peter schickt Hilfe, aber die beiden Agenten sind tot, Rose wird gerettet. Damit ist die Gefahr nicht gebannt. Peter und Rose geraten in eine Verschwörung, die bis in die höchsten Etagen der Washingtoner Politik reicht. «The Night Agent» ist nicht völlig ohne Makel, aber ein Thriller, der sich bestens zum Bingen eignet. - [The Artful Dodger (Staffel 1&2) – (Ein bisschen) Charles Dickens Down Under](https://buergler.net/the-artful-dodger-staffel-12-ein-bisschen-charles-dickens-down-under/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Wer Charles Dickens’ «Oliver Twist» kennt, vermutet beim Titel dieser Serie sofort eine Verbindung zum Buch. «Artful Dodger» ist der Spitzname von Jack Dawkins, einem der Strassenjungen in Fagins Diebesbande, zu der auch Oliver Twist stösst. Wer den Zusammenhang nicht erkennt, wie ich, verpasst aber nichts. Abgesehen von den Namen hat «The Artful Dodger» wenig gemein mit Dickens’ Romanen. Das beginnt beim Schauplatz: Wir befinden uns in Australien in den 1850er-Jahren. Damals diente das Land der britischen Krone noch vornehmlich als Strafkolonie. Jack Dawkins wurde in der Marine zum Arzt ausgebildet und arbeitet nun als Chirurg in Port Victory. Seine Vergangenheit holt ihn ein, als Fagin mit einem Sträflingskonvoi im Hafen landet. Jack hat jedoch einen triftigen Grund, nicht wieder auf die schiefe Bahn zu geraten: Lady Belle Fox, die Tochter des Gouverneurs, die wild entschlossen ist, Ärztin zu werden – damals für Frauen unmöglich. Damit sind die Plots gesetzt, um die sich «The Artful Dodger» dreht. Blutige Eingriffe im Operationssaal, die verzwickte Romanze zwischen Jack und Bell und Fagins ständige Versuche, illegal Geld zu machen. Wie alle Beteiligten mehr oder weniger heil aus diesen Schlamasseln herausfinden, ist höchst unterhaltsam anzuschauen. - [A Knight of the Seven Kingdoms (Staffel 1) – Der Underdog im Reich der Drachen](https://buergler.net/a-knight-of-the-seven-kingdoms-staffel-1-der-underdog-im-reich-der-drachen/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (HBO Max) Westeros ist gerettet! Nach den enttäuschenden letzten Staffeln von «Game of Thrones (GoT)» und dem mässigen Spin-off «House of the Dragon» überzeugt endlich wieder eine Geschichte aus den sieben Königreichen. Wie schon in «Andor» im Star-Wars-Universum holen die Benachteiligten und Diskriminierten die Kohlen aus dem Feuer und hauchen der Franchise neues Leben ein. Dunk wächst als Waisenkind in den schmutzigen Gassen von King's Landing auf. Durch eine Fügung des Schicksals wird er Knappe eines einfachen Ritters. Als dieser stirbt, beschliesst Dunk, in seine Fussstapfen zu treten, und gibt sich von nun als Ritter aus: Ser Duncan the Tall. Er trifft auf einen kahlköpfigen Stallburschen, der unbedingt sein Knappe werden will. Nach einigem Hin und Her willigt Dunk ein. Zwischen den beiden entwickelt sich eine berührende Freundschaft, die neu ist für das «GoT»-Universum. «A Knight of the Seven Kingdoms» wendet sich ab von der machiavellistischen Fantasywelt, die «GoT» beherrscht. Stattdessen greift die Serie auf die Ritterliteratur und arturianische Motive zurück. Dunk erinnert nicht zufällig an Parzival, den «tumben Toren», der zum Gralskönig wird. Wohin Dunk der weitere Weg führt, ist nach der ersten Staffel völlig offen. Aber es lohnt sich, seine Reise weiter zu begleiten. - [How to Get to Heaven from Belfast (Staffel 1) – Vier Freundinnen, ein Tattoo und ein Todesfall](https://buergler.net/how-to-get-to-heaven-from-belfast-staffel-1-vier-freundinnen-ein-tattoo-und-ein-todesfall/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Mit «How to Get to Heaven from Belfast» legt Lisa McGee nach ihrem Comedy-Erfolg «Derry Girls» eine Serie vor, die tonal in eine andere Richtung geht – aber wiederum «very Irish» ist. Statt Coming-of-Age-Humor liefert sie ein Mystery-Drama über drei Frauen, die von ihrer gemeinsamen Vergangenheit eingeholt werden. Das Ergebnis ist klug konstruiert, oft schrill inszeniert, aber auch überraschend düster. Im Zentrum stehen Saoirse, Robyn und Dara. Die drei Enddreissigerinnen aus Belfast kennen sich seit ihrer Schulzeit. Sie fahren zur Beerdigung von Greta, die damals die Vierte im Bunde war. Doch ein traumatisches Ereignis führte vor 20 Jahren zum Bruch zwischen den Freundinnen. Ihre Reise konfrontiert die drei nicht nur mit ihrer Vergangenheit, sondern bringt sie auf die Spur eines weiteren möglichen Verbrechens. Wurde Greta ermordet? Oder ist sie gar nicht tot? Aber wer ist dann die Leiche im Sarg? Lisa McGee mixt Krimi und Komödie zu einem eigenwilligen Mystery-Drama, das sich wohltuend von durchschnittlichen Whodunit-Serien abhebt. Was ich ihr ausserdem hoch anrechne: Sie erzählt die Geschichte zu Ende und vertraut darauf, dass ihre Storyidee stark genug ist für eine zweite Staffel. Ich würde ihr dafür sofort grünes Licht geben. - [Ponies (Staffel 1) – Zwei Frauen stolpern durch den Kalten Krieg](https://buergler.net/ponies-staffel-1-zwei-frauen-stolpern-durch-den-kalten-krieg/) - ⭐⭐⭐ (Sky Show) Bea und Twila arbeiten Ende der 1970er-Jahre als Sekretärinnen in der US-amerikanischen Botschaft – und sie spionieren für die CIA. Ihre Rekrutierung verdanken sie zwei Eigenschaften: Als Witwen von CIA-Agenten kennen sie den Laden. Aber vor allem sind sie «Ponies» – Persons of No Interest. Will heissen: Sie sind für den KGB unsichtbar, da er Frauen keine Spionagetätigkeit zutraut. Diesen Vorteil will Dane Walter, der CIA-Chef in Moskau, nutzen. Er sieht grosszügig darüber hinweg, dass Bea und Twila ansonsten keinerlei Fähigkeiten als Spioninnen mit sich bringen. Der Charme von «Ponies» liegt im Retro-Ostblock-Look. Den grössten Unterhaltungswert schöpft die Serie aus den absurden Situationen, in die sich Bea und Twila durch ihr Unvermögen immer wieder manövrieren. Leider kann sich «Ponies» aber nicht entscheiden, ob die Serie Komödie oder Thriller sein will. Auf Dauer gelingt dieser Balanceakt nicht. Wirklich unbefriedigend ist wieder einmal der Schluss. Das Drehbuch hätte Bea und Twila ihre Mission abschliessen lassen können, um sie in einer zweiten Staffel auf neue Abenteuer zu schicken. Doch offensichtlich hatten die Macher:innen zu wenig Vertrauen in ihre Grundidee. Deshalb versuchen sie billig zu einer zweiten Staffel zu kommen und lassen die Geschichte mit einem Cliffhanger enden. Das ist immer ein schlechtes Zeichen. - [The Lincoln Lawyer (Staffel 4) – Landet Mickey Haller im Todestrakt?](https://buergler.net/the-lincoln-lawyer-staffel-4-landet-mickey-haller-im-todestrakt/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Landet Mickey Haller im Todestrakt?Nein, natürlich nicht. Das ist kein Spoiler, denn wir wissen von Anfang an, dass Netflix seinen erfolgreichsten Anwalt nicht über die Klinge springen lässt. Der Streamer hat bereits vor dem Start der vierten Staffel die fünfte bestätigt. Also geht es in der jüngsten «Lincoln Lawyer»-Geschichte nicht darum, ob Mickey Haller wegen Mordes verurteilt wird, sondern wie er die Geschworenen von seiner Unschuld überzeugt. Das ist nicht einfach, denn alles deutet darauf hin, dass er seinen ehemaligen Klienten Sam Scales getötet hat. Die Leiche fand man im Kofferraum seines Autos, Patronenhülsen, die zur Tatwaffe passen, in seiner Garage. Auch ein Motiv liegt vor: Sam schuldete Mickey Geld. Für die Staatsanwältin Dana Berg, Spitzname «Death Row Dana», ist klar: Mickey gehört hinter Gitter. Mickey und sein Team haben nur eine Chance, seine Unschuld zu beweisen: Sie müssen herausfinden, wer wirklich hinter dem Mord steckt. Der vierte Fall von Lincoln Lawyer ist zwar persönlicher, weil es um Mickeys eigene Haut geht. Das zeigt sich in ein paar tollkühnen und gefährlichen Entscheidungen, die er trifft. Im Grossen und Ganzen folgt der Plot aber den bewährten und immer noch gut funktionierenden Mustern. Alles spannend wie gewohnt, wenn auch etwas länglicher als in der letzten Staffel. Das ändert nichts daran, dass man «The Lincoln Lawyer» ohne grosse Pausen durchschaut. - [The Lincoln Lawyer (Staffel 3) – Sein dritter Fall ist haarsträubend spannend](https://buergler.net/the-lincoln-lawyer-staffel-3-sein-dritter-fall-ist-haarstraeubend-spannend/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Das kommt überraschend. Schon zweimal konnten wir Mickey Haller zuschauen, wie er im Gerichtssaal für Recht und Gerechtigkeit kämpft. Das war bislang ansprechendes Serienfutter, aber nicht aussergewöhnlich. Jetzt legt die Serie einen Zacken zu. Hallers dritter Fall ist mit Abstand der spannendste. Es sind zehn Episoden, bei denen man nur widerwillig auf die Stoptaste drückt und am liebsten durchbingen würde. Haller verteidigt Julian La Cosse, der des Mordes an Gloria Dayton beschuldigt wird. Gloria war nicht nur Hallers Klientin, sie wurde über die Jahre zu einer guten Freundin. Deshalb will Haller nicht nur Julian freibekommen, sondern den wahren Mörder finden. Die Spuren führen zu einem mexikanischen Drogenkartell und korrupten Polizisten. Die Nachforschungen sind schwierig und lebensgefährlich. Tatsächlich schaffen es nicht alle Figuren unbeschadet bis zum Ende der Staffel. Einige Leichen säumen diesmal Hallers Weg und er muss sich die Frage stellen, wie gross seine Schuld am Tod dieser Menschen ist. Zwar zieht die Serie einen Schlussstrich unter den Fall Gloria Dayton. Aber der Cliffhanger am Ende öffnet die Tore weit für einen weiteren sehr spannenden Gerichtsfall für Mickey Haller. - [The Lincoln Lawyer (Staffel 2) – Gerichtsdrama nach üblichem Muster](https://buergler.net/the-lincoln-lawyer-staffel-2-gerichtsdrama-nach-ueblichem-muster/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Was für die erste Staffel galt, gilt auch hier: Ganz nette Show, die der Anwalt Mickey Haller und sein Team im und ausserhalb des Gerichtssaals abziehen. Aber es fehlt den Figuren an Charisma und der Geschichte an Originalität. Wer nicht mehr erwartet als ein Gerichtsdrama nach üblichem Muster mit etwas zwischenmenschlichem Beigemüse, der wird ansprechend bedient. Mickey Haller ist in seinem neuen Fall emotional involviert. Er lernt seine Klientin Lisa Trammell kennen und lieben, bevor sie des Mordes an einem Immobilienhai angeklagt wird. Ein Highlight dieser Staffel ist Mickeys Gegenspielerin. Die Staatsanwältin Andrea Freemann ist so übermässig blasiert und selbstgefällig, dass man sie aus tiefstem Herzen verabscheut. Der Gerichtsfall zieht sich in dieser Staffel etwas zu sehr in die Länge. Acht Episoden hätten gereicht. Und wer den letzten Plottwist nicht schon nach vier Episoden kommen sieht, der/die hat das Grundprinzip des «Lincoln Lawyer» nicht begriffen. Mickey und seine Klient:innen – das ist immer eine komplizierte Geschichte. - [The Lincoln Lawyer (Staffel 1) – Im Luxusauto Fälle lösen](https://buergler.net/the-lincoln-lawyer-staffel-1-im-luxusauto-faelle-loesen/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Am besten arbeitet Mickey Haller auf dem Rücksitz seines Lincolns. Deshalb nennt man ihn den «Lincoln Lawyer». Arbeit ist gerade viel angesagt. Nach einem Absturz in die Tablettensucht rappelt er sich gerade wieder auf. Ein publicityträchtiger Mordfall soll seinen Ruf als genialer Strafverteidiger wiederherstellen. Hilfe bekommt er von seiner zweiten Ex und deren Freund. Mit seiner ersten Ex-Frau und der gemeinsamen Tochter sucht er wieder mehr Nähe. «The Lincoln Lawyer» ist eine Genreproduktion, die die Erwartungen durchaus erfüllt. Dahinter stecken auch erfahrene Macher. Viel mehr als ein solides Gerichtsdrama im sonnigen Los Angeles mit bekannten Mustern und Plots ist die Serie aber auch nicht. - [Fallout (Staffel 1) – Spiel mir das Lied vom Weltuntergang](https://buergler.net/fallout-staffel-1-spiel-mir-das-lied-vom-weltuntergang/) - ⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Jahrelang garantierten Verfilmungen von Computergames schlechte bis bestenfalls mittelmässige Unterhaltung. Das hat sich geändert. Herausragende Beispiele sind «The Last of Us» oder «The Witcher». «Fallout» setzt die Serie der gelungenen Gameumsetzungen fort. Etwas überraschend, denn im Gegensatz zu «The Last of Us», das sich durch einen fast schon poetischen Roadmovie-Unterton auszeichnet, ist «Fallout» ein eher konventionelles Postapokalypse-Game. Diese Welt nach der nuklearen Katastrophe – und auch jene davor – inszeniert die Serie aber ungemein stimmungsvoll. Die Apokalypse ereignet sich 2077 in einer Welt, die aber mehr daherkommt wie die USA in den 1950er-Jahren im Kalten Krieg. Über 200 Jahre danach bricht die junge Lucy aus der behüteten Welt einer Bunkergemeinschaft auf ins atomare Ödland, um ihren Vater zu suchen. Lucy wandelt sich schnell zur Überlebenskämpferin, denn in der Welt draussen herrscht das Gesetz des Stärkeren und an jeder Ecke lauern mutierte Monster. «Fallout» gefällt, weil die Serie nicht als eintönige Gewaltorgie daherkommt. Sie bedient sich der Stilmittel des Westerns und arbeitet mit der Ästhetik der 50er-Jahre. «Fallout» ist aber vor allem höchst amüsant wegen der Unmenge an skurrilen Figuren und grotesken Abenteuern, die die Protagonist:innen bestehen müssen. - [Fallout (Staffel 2) – Tappt «Fallout» in die «Westworld»-Falle?](https://buergler.net/fallout-staffel-2-tappt-fallout-in-die-westworld-falle/) - ⭐⭐⭐ (Prime Video) Nach der sehr gelungenen ersten Staffel waren die Erwartungen an die Fortsetzung hoch – leider werden sie enttäuscht. «Fallout» verliert sich in zu vielen Erzählsträngen, die sich zu lange hinziehen und nicht zusammenfinden. Lucy MacLean spannt mit Cooper «The Ghoul» Howard zusammen auf der Suche nach Lucys Vater und Coopers Frau und Tochter. Maximus dient nach wie vor der stählernen Bruderschaft, die einen Bürgerkrieg plant und Verbündete sucht. Auch in den verschiedenen Vaults passiert einiges, doch nichts wirklich Erwähnenswertes. Am interessantesten sind die Rückblenden, die erzählen, wie es überhaupt zur grossen Katastrophe kam. Cooper und seine Frau Barb spielen dabei eine entscheidende Rolle. Cooper und Lucy sind weiterhin die wirklich starken Figuren in «Fallout». Mit ihnen fiebert man mit. Auch diese Western-angehauchten Landschaften und die zerstörten Städte, bevölkert von skurrilen Gestalten und gefährlichen Viechern, gefallen erneut. Aber das reicht nicht, um davon abzulenken, dass die Handlung mehr vor sich hin plätschert, als dass sie einen mitreisst. Die Produzent:innen Jonathan Nolan und Lisa Joy haben sich schon in «Westworld» nach einem starken Auftakt in zu vielen Erzählsträngen verzettelt, was zur Absetzung der Serie führte. Ein erneutes Debakel liesse sich vermeiden, wenn der Plot von «Fallout» wieder fokussierter vorangetrieben wird. - [La Linea della Palma (Staffel 1) – Auf den tödlichen Spuren eines Meisterwerks](https://buergler.net/la-linea-della-palma-staffel-1-auf-den-toedlichen-spuren-eines-meisterwerks/) - ⭐⭐⭐⭐ (Play Suisse) 1969 wurde das Gemälde «Natività con i santi Lorenzo e Francesco d'Assisi» von Caravaggio aus einer Kirche in Palermo gestohlen. Das Gemälde ist seither verschwunden. Eine Hypothese über den Verbleib des Kunstwerks besagt, dass es in die Schweiz geschmuggelt wurde. So weit die wahren Begebenheiten, auf denen «La Linea della Palma» (dt. «Das Caravaggio-Komplott») beruht. Die weitere Geschichte, die die Serie erzählt, ist erfunden. Wie die Geschichte der Journalistin Anna Romano, die in der Gegenwart spielt, mit dem Gemälde verknüpft ist, bleibt lange unklar. Sie kehrt nach Lugano zurück, um den Tod ihres Vaters aufzuklären, der 30 Jahre nach seinem Verschwinden in einem Auto aus dem Luganersee geborgen wird. Bei ihren Nachforschungen entdeckt sie in den Unterlagen ihres Vaters Fotos des gestohlenen Caravaggio. Es scheint, ihr Vater, selber Kunstmaler und -experte, habe für einen ortsansässigen Kunsthändler das Bild auf seine Echtheit überprüft. Die Spur führt weiter in die noble Gesellschaft Luganos und zur Mafia. Ein paar Plot-Schwächen kann man grosszügig übersehen. Eine forsche Investigativjournalistin als Hauptfigur ist etwas einfallslos, so wie ihre Affäre mit dem ermittelnden Polizeibeamten klischeehaft wirkt. Regisseur Fulvio Bernasconi bewies schon mit der RTS-Serie «Quartier des Banques» sein Talent für Thriller mit Schweizer Lokalkolorit. Mit «La Linea della Palma» gelingt ihm das erneut. - [The Night Manager (Staffel 2) – Alte Dämonen und neue Intrigen](https://buergler.net/the-night-manager-staffel-2-alte-daemonen-und-neue-intrigen/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Die erste Staffel von «The Night Manager», die 2016 ausgestrahlt wurde, basiert auf dem gleichnamigen Roman von John le Carré. Eine Fortsetzung schrieb er nicht. Anfangs war er wenig begeistert, als man ihm vorschlug, die Serie fortzusetzen. Doch offenbar vertraute er dem Team, das sein Buch erfolgreich und in seinem Sinne verfilmt hatte. So gab le Carré dem Drehbuchautor und Produzenten David Farr vor seinem Tod 2020 sein Einverständnis, die Geschichte von Jonathan Pine weiterzuführen. Dafür können wir dankbar sein. Die zweite Staffel steht der ersten in nichts nach. Zehn Jahre nach den Ereignissen der ersten Staffel lebt Jonathan Pine wieder in London. Er heisst jetzt Alex Goodwin und leitet die Überwachungseinheit «Night Owls». Dabei stösst er auf einen Mann, der ihn zurückführt in seine Vergangenheit und gleichzeitig auf die Spur von Waffenhändlern, Revolutionären und Feind:innen in den eigenen Reihen. «The Night Manager» ist ein genialer Spionagethriller in bester le-Carré-Manier und mit einem überragenden Tom Hiddleston, der wieder tief in die Welt von Verrat und Intrige eintaucht. Einziger Wer­muts­trop­fen: Der Showdown zum Schluss lässt viele Fragen offen. Man weiss aber nicht genau, ob man es David Farr übelnehmen soll, dass er offensichtlich eine weitere Staffel schreiben will. - [Steal (Staffel 1) – Der Jahrhundertraub, bei dem nichts ist, wie es scheint](https://buergler.net/steal-staffel-1-der-jahrhundertraub-bei-dem-nichts-ist-wie-es-scheint/) - ⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Zara Dunne arbeitet bei einer Investmentfirma für Pensionskassen. Sie verarbeitet die Buchungen – kein Traumjob. Oder wie ihr Kollege Luke den Arbeitsalltag beschreibt: «The goal is not to die of boredom.» Diese Gefahr besteht an diesem Tag nicht, an dem wir Zara an ihrem Arbeitsplatz begleiten. Wenn heute jemand in den Büros von Lochmill Capital stirbt, dann durch Kugeln. Gut ein halbes Dutzend schwer bewaffneter Gangster stürmt die Büros der Firma. Ihr Anführer zwingt Luke und Zara, vier Milliarden Pfund auf verschiedene Konten zu überweisen. Lukes Nerven versagen, Zara springt ein und rettet damit wahrscheinlich Leben, wie der ermittelnde DCI Rhys Covaci nach der ersten Unterredung mit Zara und Luke sagt. Doch aus den Zeugen werden bald Verdächtige. Alles deutet darauf hin, dass die Gangster Insiderinformationen besassen. Was als klassische Heist-Serie mit einer nervenaufreibenden ersten Episode beginnt, nimmt bald unerwartete Wendungen. Zara und Luke geraten in Lebensgefahr. Die Gangster wenden sich gegeneinander. Der Inlandsgeheimdienst MI5 schaltet sich ein und torpediert Covacis Ermittlungen. Auch der Raubüberfall erscheint in einem ganz anderen Licht. «Steal» endet mit der Erkenntnis: Geld ist die Wurzel allen Übels. Ob das auch für diejenigen gilt, die mit ein paar Millionen in den Sonnenuntergang reiten? Vielleicht gibt eine zweite Staffel darauf eine Antwort. - [Landman (Staffel 2) – Am stärksten, wenn’s ums dreckige Ölgeschäft geht](https://buergler.net/landman-staffel-2-am-staerksten-wenns-ums-dreckige-oelgeschaeft-geht/) - ⭐⭐⭐ (Paramount+) Billy Bob Thornton ist stark und bleibt das Zugpferd in der zweiten «Landman»-Staffel. Demi Moore bekommt als neue Firmenchefin mehr Raum, ihre Figur gewinnt an Profil und setzt einen neuen Akzent. Doch ansonsten gibt es zu viel romantischen Krimskrams, luxussüchtige Frauen mit beschränktem IQ und sentimentales Familiengelaber. Erst die letzte Episode reisst das Steuer herum und lädt die bis dahin oft lahme Geschichte wieder mit Spannung auf. Hier geht es wieder ums Geschäft, um Öl und darum, wer am meisten Profit herausschlägt. Wenn sich packende Intrigen abspielen, dann ist «Landman» am besten. Doch widmet die zweite Staffel mehr Zeit und Aufmerksamkeit Tommys Privatleben. Das ist manchmal witzig und unterhaltsam. Aber mehrheitlich seicht bis verstörend. Tommys Sohn erlebt ein Auf und Ab in seiner Liebe zu einer jungen Witwe. Ehefrau und Tochter irritieren erneut mit viel nackter Haut und wenig Verstand. Neu mit dabei ist Tommys Vater, den er verachtet. Obwohl von Altstar Sam Elliott gespielt, entwickelt sich daraus kein spannender Konflikt. Vater und Sohn belabern sich nur mit pathetischen Dialogen. Trotz allem Ärger über diese Unzulänglichkeiten schafft es Autor Taylor Sheridan mit einem Twist am Schluss, dass man auf die dritte Staffel gespannt ist. - [Wolf Hall (Staffel 2) – Der Aufstieg und der tiefe Fall von Thomas Cromwell](https://buergler.net/wolf-hall-staffel-2-der-aufstieg-und-der-tiefe-fall-von-thomas-cromwell/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (BBC (VPN)/arte) Zehn Jahre hat es gedauert, bis die zweite Staffel der Verfilmung von Hillary Mantels meisterhaften «Wolf Hall»-Reihe auf den Bildschirm kam. Wie der erste Teil ist auch die finale Staffel ein grandioses Zeitstück mit umwerfenden Darsteller:innen. «The Mirror and the Light» setzt 1536 ein, kurz nach Anne Boleyns Hinrichtung. Thomas Cromwell erreicht den Höhepunkt seiner Macht als oberster Berater von Henry VIII. Doch bald beginnt sein Niedergang. Vier Jahre später wird Cromwell wegen Verrats und Ketzerei zum Tode verurteilt und auf dem Tower Hill hingerichtet. Die Serie schildert eindringlich, aber ohne Pathos, wie es dazu kam. Es ist eine Reise in die Seele von Thomas Cromwell, der vom Handwerkersohn in die Gefilde der Macht aufstieg und dafür einen hohen Preis bezahlte. Mark Rylance spielt diese ambivalente Figur hinreissend. Auch wenn sein Gesichtsausdruck stoische Ruhe ausstrahlt, spiegeln seine Augen Zweifel, Unsicherheit und Abscheu wider, die ihn innerlich quälen. Ebenfalls eindrucksvoll ist Damian Lewis als eitler und unberechenbarer König. Obwohl man von Beginn an weiss, welches Schicksal Cromwell erwartet, fesselt jede Episode dieses hervorragenden Historiendramas. Man bedauert das Ende. Nicht nur, weil Cromwell stirbt, sondern vor allem, weil die Geschichte der Tudors weitergeht. Aus Hillary Mantels Feder werden wir dazu leider nichts mehr lesen oder sehen. Sie starb 2022. - [Take the Money and Run (Mini-Serie) – Sie wollte ja nur ein wenig Reichtum und Luxus](https://buergler.net/take-the-money-and-run-mini-serie-sie-wollte-ja-nur-ein-wenig-reichtum-und-luxus/) - ⭐⭐ (ZDF) Dr. Ruja Ignatova zählt zu den grössten Finanzbetrügerinnen der Geschichte. Fast zehn Jahre nach ihrem Verschwinden steht sie noch immer auf der «Most Wanted»-Liste von FBI und Europol. «Take the Money and Run» erzählt ihre Geschichte – und genau darin liegt das Problem. Die True-Crime-Story über die angebliche Kryptowährung OneCoin fast ausschliesslich aus der Perspektive der Täterin zu erzählen, ist bei einem Verbrechen dieses Ausmasses der falsche Ansatz. Millionen von Anleger:innen auf der ganzen Welt wurden um über vier Milliarden Dollar betrogen. Die Versuchung, den Aufstieg vom rumänischen Einwandererkind zur charismatischen «Cryptoqueen» zu zeigen, ist nachvollziehbar. Doch als Drehbuchautorin sollte man ihrem Charisma und der glamourösen Welt, in der sie lebte, nicht selbst erliegen. Denn Ruja Ignatova ist – oder war – letztlich nur eine selbstsüchtige, skrupellose Betrügerin. Die Serie deutet dies an, zeigt sie aber meist von einer menschlichen Seite. Die Produzenten wollten ein Psychogramm zeichnen, doch es wirkt oft wie eine Rechtfertigung. Das ZDF hat die Chance verpasst, eine faszinierende und gleichzeitig verstörende Geschichte zu erzählen. Denn die Cryptoqueen war unbestritten eine schillernde Frau, die die Sehnsucht von vielen nach dem grossen Geld zu nutzen wusste, um sich selber rücksichtslos zu bereichern. - [Landman (Staffel 1) – Bei diesen Männern fliesst Öl in den Adern](https://buergler.net/landman-staffel-1-bei-diesen-maennern-fliesst-oel-in-den-adern/) - ⭐⭐⭐⭐ (Paramount+) Taylor Sheridan gehört zu den erfolgreichsten Serienschaffenden der Gegenwart. Serien wie «Yellowstone», «1923», «Tulsa King» oder «Lioness» werden von Kritik und Publikum gefeiert. In diese Lobgesänge konnte ich noch nie einstimmen. «Yellowstone» hat mich nicht gepackt, «1923» ziemlich genervt und «Lioness» fand ich nur ärgerlich. Denn Taylor Sheridan pflegt einen Grundtenor in seinen Serien, der mich auf die Palme bringt: die Glorifizierung US-amerikanischer Mythen. Wobei das zu kurz greift. Denn Sheridan ist clever. Er bedient den reaktionären Nationalismus einer Trump-Wählerschaft, streut gleichzeitig kritische Elemente ein, damit auch ein liberales Publikum auf seine Kosten kommt. Diesen Balanceakt beherrscht er perfekt. So auch in «Landman», wo er dasselbe Muster wie in «Yellowstone» wählt: eine Familie, deren Schicksal verknüpft ist mit einem untergehenden Wirtschaftszweig. Statt Viehzucht ist es die Ölindustrie. Aber diesmal ist die Serie überraschend gut. Das liegt vor allem an Billy Bob Thornton, der diesen Landman überzeugend als konservativen Macker spielt, der immer noch vom Segen des Öls für die Menschheit überzeugt ist, aber auch Selbstzweifel aufblitzen lässt. Sheridan hat zudem den reaktionären Unterton ziemlich runtergeschraubt. Einzig die Frauenfiguren sind missraten. Sie wirken wie Karikaturen. Da hat er schon Besseres geliefert. - [The Count of Monte Cristo (Mini-Serie) – Schöne Bilder, schwache Figuren](https://buergler.net/the-count-of-monte-cristo-mini-serie-schoene-bilder-schwache-figuren/) - ⭐⭐⭐ (Disney+) Es mangelt nicht an Verfilmungen von Alexandre Dumas‘ Abenteuerroman «Le Comte de Monte-Cristo». Seit der ersten Stummfilmversion von 1908 folgten über zwei Dutzend weitere Filme und TV-Mehrteiler. Aber es ist immerhin ein Vierteljahrhundert vergangen, seit der Stoff letztmals in extenso über die Bildschirme flimmerte. Damals spielte Gérard Depardieu im Fernsehvierteiler den vom Schicksal gebeutelten Edmond Dantès, der sich auf einen Rachefeldzug begibt. Inzwischen ist eine neue Generation herangewachsen, die man mit dem Klassiker der französischen Literatur beglücken kann. Wenn sich der dänische Regisseur Bille August dem Stoff annimmt, ist das zumindest vielversprechend. Die italienisch-französische Koproduktion, in Englisch gedreht, bietet eine angemessene Umsetzung der Erzählung in schönen Bildern und prächtigem Dekor – mehr nicht. Das liegt nicht zuletzt am steifen Auftritt von Sam Claflin. Seinem Edmond Dantès kauft man weder die Verzweiflung im Kerker noch den Auftritt als rachsüchtiger Edelmann ab. Auch der Rest des Casts agiert, als ob die historischen Kostüme sie dauernd jucken. Sie scheinen sich in ihren Rollen unwohl zu fühlen. Aber das ist wohl auch den hölzernen Dialogen geschuldet. Dumas‘ «Le Comte de Monte-Cristo» hätte eine Umsetzung mit mehr Herz verdient. So verfolgt man Edmonds langen Leidensweg emotionslos. - [Agatha Christie’s Seven Dials (Mini-Serie) – Weder spannend, raffiniert noch amüsant](https://buergler.net/agatha-christies-seven-dials-mini-serie-weder-spannend-raffiniert-noch-amuesant/) - ⭐⭐ (Netflix) Man muss «Agatha Christie’s Seven Dials» zugutehalten, dass die Serie unser Zeitbudget nicht strapaziert. Mit gut zweieinhalb Stunden ist sie kaum länger als ein heutiger Kinofilm. So viel zum Positiven. Denn die Geschichte von Lady Eileen «Bundle» Brent, die beweisen will, dass ihr Beinahe-Verlobter ermordet wurde und keinen Suizid beging, und dabei einer Geheimorganisation auf die Spur kommt, ist weder spannend noch raffiniert oder amüsant. Das dürfte man aber von einem Agatha-Christie-Krimi erwarten. Wie also kann eine Geschichte von ihr, die die unvergleichlichen Detektive Hercule Poirot und Miss Marple erschuf, enttäuschen? Nun, schon das Buch «The Seven Dials Mystery» gilt als einer ihrer schwächsten Romane und erhielt überwiegend negative Kritiken. Am meisten missfiel, dass die Auflösung des Rätsels völlig absurd sei. Das ist auch in der Serie der Fall, obwohl der Schluss von der Vorlage abweicht. Die Serienmacher setzen aber noch einen drauf. Sie gestalten den Schluss so, dass sie sich ein Fensterchen offen lassen für eine allfällige Fortsetzung. Dafür gibt es allerdings keine Vorlagen von Agatha Christie. Die Rechteverwalter müssten ihre Zustimmung geben. Damit sind sie jedoch sehr zurückhaltend. Deshalb darf man hoffen, dass eine misslungene und schwach erzählte Geschichte ihr abschliessendes Ende gefunden hat. - [Ted Lasso (Staffel 1-2) – Der übergriffige Optimist](https://buergler.net/serien-tipp-ted-lasso/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Football-Trainer Ted Lasso übernimmt einen englischen Fussballklub als Coach, obwohl er keine Ahnung von Fussball (also soccer) hat. Mit seinem schon beinahe übergriffigen Optimismus schlägt er sich aber nicht schlecht durch. Erstaunlicherweise funktioniert dieses sehr konstruierte Konzept hervorragend. Sehr hilfreich dabei ist der britische Blick auf den amerikanischen Naivling, allerdings ohne den der Lächerlichkeit preiszugeben. Aus diesem «Clash der Kulturen» entwickeln sich amüsante, herzerwärmende, absurde Geschichten mit manchmal auch leicht boshaftem Touch. - [A Thousand Blows (Staffel 2) – Aus der Gosse zurück ins Leben](https://buergler.net/a-thousand-blows-staffel-2-aus-der-gosse-zurueck-ins-leben/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Am Ende der letzten Staffel waren die drei Protagonist:innen am Boden zerstört. Hezekiah Moscow wurde aus dem Boxring verbannt. Mary Carr verlor ihre Krone als Queen der «Forty Elephants». Henry «Sugar» Goodson verfiel dem Alkohol, nachdem er seinen Bruder fast totgeschlagen hatte. So begegnen wir ihnen wieder: am Tiefpunkt. Mary hat nur noch eine loyale Verbündete, mit der sie sich mit Diebstählen über Wasser hält. Hezekiah boxt, oder besser prügelt sich, in zwielichtigen Lokalen vor einem grölenden, rassistischen Publikum. Sugar lebt – gerade noch so – in der Gosse. Doch es geht wieder langsam aufwärts mit dem Trio, auch wenn sie noch weit davon entfernt sind, ihre Träume zu verwirklichen. Das Leben bleibt grau und düster, wie die Farbgebung des ganzen Settings betont. «A Thousand Blows» fesselt nicht nur optisch erneut. Die drei Hauptfiguren plus ein paar interessante Nebencharaktere ziehen einen wieder tief hinein in die Welt des viktorianischen Londoner East End. Man könnte ihnen stundenlang zusehen, wie sie in einer erbärmlichen Welt nach ein wenig Glück streben. Kirby, Doherty und Graham sind ein unwiderstehliches Trio. Ob ihre Geschichte weitergeht, ist diesmal aber offen. Die ersten beiden Staffeln wurden am Stück gedreht. Für eine dritte Staffel braucht es nun zuerst grünes Licht von der Produktionsfirma. - [Stranger Things (Staffel 5) – Ein Abschied zwischen Nostalgie und Grössenwahn](https://buergler.net/stranger-things-staffel-5-ein-abschied-zwischen-nostalgie-und-groessenwahn/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Es war einmal, lange bevor dieser Blog existierte, eine Kleinstadt in Amerika, in der ein paar Teenager regelmässig in die Fantasywelt von D&D eintauchten, bis diese Fantasywelt als grausige Realität über sie hereinbrach. «Stranger Things» führte 2016 dem Publikum vor Augen, was Streaming bieten kann: Opulent erzählte Geschichten, die einen stundenlang vor dem Fernseher fesselten. Über die Jahre stiegen nicht nur die Produktionskosten. Die Serie wurde lauter, aufgeregter, chaotischer. Dennoch behielt sie einiges von ihrem Charme, den sie ihrer 80er-Nostalgie und dem Cast verdankt. Jetzt also das Grande Finale. Es ist ein langer Weg zum Showdown. Einiges hätte man streichen oder straffen können. Man kann der fünften Staffel aber nicht verübeln, dass sie in der eigenen Geschichte schwelgt. Es erinnert daran, was «Stranger Things» besonders machte: eine ungewöhnliche und humorvolle Geschichte über Teenager und ihre Eltern. Viel davon ging über die Jahre verloren. Die megalomanische Schlussepisode überbordet gewaltig und ist dabei nicht besonders originell. Und während andere in Texttafeln erzählen, was aus den Held:innen wurde, muss es für die Duffer-Brüder ein fast 40-minütiger Epilog sein. «Stranger Things» war grossartig zu Beginn, meist nett bis zum Schluss, aber jetzt ist es gut, dass die Serie ein Ende gefunden hat. - [The War Between the Land and the Sea (Mini-Serie) – Die Wut aus der Tiefe und ein emotionaler Schiffbruch](https://buergler.net/the-war-between-the-land-and-the-sea-mini-serie-die-wut-aus-der-tiefe-und-ein-emotionaler-schiffbruch/) - ⭐⭐⭐ (BBC (VPN), Disney+) Stell dir vor, die Meeresbewohner:innen lassen eines Tages den Müll, den wir Tag für Tag in die Ozeane kippen, über unsere Städte regnen. Das wäre eine gerechte Strafe für all die Umweltsünden, die die Menschheit seit Jahrhunderten begeht. Im «Doctor Who»-Spin-off «The War Between the Land and the Sea» wird dieses Szenario Wirklichkeit. Der «Homo Aqua» erwacht nach Jahrtausenden aus den Tiefen und fordert die Menschen auf, die Zerstörung ihrer Lebenswelt sofort zu stoppen. Das Öko-Drama in «The War Between the Land and the Sea» gehört zu den gelungenen Erzählsträngen. Ebenso die Intrigen, die Wirtschaftsbosse und Regierungschefs mithilfe des Militärs im Hintergrund planen. Sie wollen ihre Versprechen nicht einlösen, um weiterhin ihrer unersättlichen Profitgier frönen zu können. Auch der dritte Erzählstrang beginnt vielversprechend. Barclay Pierre-Dupont wird zufällig in den globalen Konflikt verwickelt. Eigentlich ist der Büroangestellte ein Niemand. Doch er steht plötzlich als Botschafter der Menschheit der Vertreterin der Wassermenschen gegenüber. Daraus entwickelt sich eine Romanze, die in einer unerträglich pathetischen Schlusssequenz mündet und den Spass an der Serie mächtig verdirbt. Aber auch abgesehen davon zeigt sich, dass das Whoniverse ohne den spitzbübischen Humor von Doctor Who schlecht funktioniert. - [Trigger Point (Staffel 1) – Aufregende Polizeiarbeit mit viel unnötigem Drama](https://buergler.net/trigger-point-staffel-1-aufregende-polizeiarbeit-mit-zu-viel-unnoetigem-drama/) - ⭐⭐⭐ (ZDF/ITV/Canal+) / Die Ausgangslage für «Trigger Point» ist vielversprechend. Dahinter stehen die Macher von «Line of Duty» und «Bodyguard». Zudem spielt Vicky McClure aus «Line of Duty» die Hauptdarstellerin. Aber leider erreicht «Trigger Point» nicht das Level der beiden anderen Shows. Statt den Fokus auf die spannende Arbeit der Bombenentschärfer:innen zu richten, verliert sich die Serie zu häufig in langweiligen persönlichen Dramen. Dabei beginnt es spannend und schweisstreibend, als Lana Washington und Joel Nutkins in einer Wohnsiedlung die erste Bombe entschärfen, nur um festzustellen, dass dieser Sprengsatz lediglich ein Ablenkungsmanöver war. Es bleibt nicht bei diesem einen Anschlag. Eine rechtsradikale Gruppierung legt mehrere Bomben. Die raffinierte Bauart deutet darauf hin, dass jemand mit Spezialausbildung dahinter steckt. Dieser spannende Plot wird unnötigerweise zu Lanas persönlichem Rachefeldzug umfunktioniert. Ohne diesen Twist wäre «Trigger Point» eine Klasse besser. - [Ku'damm 77 (Staffel 4) – Disco, Drogen und das Ende eines Höhenflugs](https://buergler.net/kudamm-77-staffel-4-disco-drogen-und-das-ende-eines-hoehenflugs/) - ⭐⭐⭐ (ZDF) Die ersten drei Staffeln der ZDF-Serie «Ku'damm» waren stark. Sie erzählten eine Familiengeschichte, die fest in den Ereignissen der deutschen Nachkriegszeit verwurzelt war. Persönliche Konflikte von Mutter Caterina Schöllack und ihren Töchtern Monika, Helga und Eva verschmolzen mühelos mit den prägenden gesellschaftlichen Ereignissen der jeweiligen Ära. Dabei war Ku'damm stets Seifenoper und Historiendrama zugleich. Aber in «Ku'damm 77» schäumt die Seife ein bisschen zu sehr und lässt den Zeitgeist unter der Schaumdecke verschwinden. Die 70er-Jahre kommen durchaus zur Geltung. Etwa durch orange Schlaghosen, die Disco-Welle, Drogen oder den Stasi-Terror in der DDR. Die Anschläge der Roten Armee Fraktion, die 1977 im sogenannten Deutschen Herbst kulminierten, tauchen aber nur als Hintergrundgeräusch im Radio auf. «Ku'damm 77» fokussiert sich sehr stark, etwas zu stark, nur auf die kleinen und grossen Dramen, die die Schöllack-Frauen, ergänzt um Caterinas zwei Enkelinnen, erleben. Das führt zu eher misslungenen Plots wie etwa der Auferstehung eines Totgeglaubten. Schaut man nur auf «Ku'damm 77», bietet die Serie immer noch gute Unterhaltung. Innerhalb der Reihe fällt sie leider ab. Wer die vorherigen Staffeln nicht kennt, sollte sich zuerst denen zuwenden. Ob man danach auch eine weniger gelungene Episode aus dem Leben der Schöllacks anschauen will, kann man anschliessend entscheiden. - [Pluribus (Staffel 1) – Rhea Seehorn brilliert in Vince Gilligans verstörender Dystopie](https://buergler.net/pluribus-staffel-1-rhea-seehorn-brilliert-in-vince-gilligans-verstoerender-dystopie/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV) Carol Sturka dürfte eine der griesgrämigsten und grantigsten Personen auf Erden sein. Kein Wunder, dass sie ausrastet, als die Welt nur noch mit glücklichen und freundlichen Menschen bevölkert ist. Allerdings hat sie einen Punkt: Den Frieden auf Erden verdankt die Menschheit nicht der Einsicht, dass die Welt ein besserer Ort ist, wenn man sich mit Anstand und Respekt begegnet. Schuld daran ist ein ausserirdisches Virus, das alle infiziert hat – ausser Carol und elf weitere Menschen. Die Story, die sich Vince Gilligan für seine neue Serie ausgedacht hat, ist wirklich überraschend und ungewöhnlich für das Genre. Er macht aus einem eigentlich paradiesischen Zustand eine beklemmende Dystopie. Dabei ist der Kniff mit der miesepetrigen Carol wohl eine der besten Ideen, weil sie der Dystopie eine beinahe ebenso unangenehme Realität gegenüberstellt. Dass «Pluribus» nicht in eine deprimierende Düsternis verfällt, ist auch dem Humor zu verdanken. Am herausragendsten an der ganzen Serie ist aber Rhea Seehorn, die in ihrer Rolle als Carol brilliert. Bei aller Begeisterung ist «Pluribus» nicht ganz ohne Makel. Die Serie gefällt sich etwas zu sehr in der eigenen Cleverness und verliert sich in Längen. Trotzdem muss man zugestehen, dass es eine der aussergewöhnlichsten Serien des vergangenen Jahres ist. - [Zehn Top-Serien, die mir (und dir?) entgangen sind](https://buergler.net/zehn-top-serien-die-mir-und-dir-entgangen-sind/) - Am Ende des Jahres publizieren alle ihre Bestenlisten. Ich habe mir eine ganze Reihe davon angeschaut, um herauszufinden, was ich davon verpasst habe. Bei den meisten Serien ist der Grund dafür klar: Sie sind im deutschsprachigen Raum beim keinem Streaminganbieter zu finden. Dazu gehören etwa die Krankenhausserie «The Pitt», die Komödie «The Chair Company» oder - [Hjem til Jul (Staffel 3) – Johanne, zurück im Weihnachtschaos](https://buergler.net/hjem-til-jul-staffel-3-johanne-zurueck-im-weihnachtschaos/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Johanne ist 36, Krankenschwester und kurz vor Weihnachten wieder Single. Schon wieder. Wie vor sechs Jahren, als sie sich zum ersten Mal ins festtägliche Liebes- und Beziehungschaos stürzte. Damals kündigte sie ihrer Familie an, dass sie dieses Mal mit ihrem Freund an die Feier komme. Nur gab es keinen Freund, was Johanne eine hektische Vorweihnachtszeit mit einigen schrägen Dates bescherte. Aber wie wir jetzt sehen, hielt keine der Beziehungen, die Johanne in der ersten und zweiten Staffel von «Hjem til Jul/Christmas at Home» knüpfte. Zu Beginn der dritten Staffel hat sie wieder einen Freund. Aber nicht lange. Sie trennen sich. Allerdings ist Johanne reifer geworden. Sie verfällt nicht in Dating-Hektik wie zuvor. Aber alleine will sie Weihnachten auch nicht feiern und lädt deshalb ihre Familie zu sich ein. Was ihr dennoch Stress beschert, denn ihre Küche hat ein Wasserleck und muss total saniert werden. Zum Glück taucht dieser gutaussehende Handwerker auf, der ihr verspricht, dass er das noch rechtzeitig erledigen wird. Den Rest kann man sich denken. Oder anschauen. Denn «Hjem til Jul» ist eine sehr gefühlvolle Weihnachts-Romcom. Sie ist vor allem nicht so realitätsfern und zuckersüss wie viele andere Serien und Filme, die zu dieser Jahreszeit die Streamingportale überschwemmen. - [Das 5-Sterne-Serienquiz 2025](https://buergler.net/das-5-sterne-serienquiz-2025/) - 15 Fragen zu den 15 Serien, die 2025 die Höchstbewertung von fünf Sternen erhielten. - [The Beatles Anthology 2025 (Mini-Serie) – Ihre Geschichte in ihren Worten](https://buergler.net/the-beatles-anthology-2025-mini-serie-ihre-geschichte-in-ihren-worten/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Kaum eine Band prägte die moderne Musikgeschichte so wie die Beatles. Ob man ihre aktive Zeit erlebte oder nicht, an den Urvätern der Popmusik führt kein Weg vorbei. Wer den Aufstieg der vier Jungs aus Liverpool genau verfolgen will, hat jetzt die Chance dazu. «The Beatles Anthology» erzählt ihre Geschichte in ihren eigenen Worten so ausführlich wie nie zuvor. Wobei das nicht ganz stimmt. Fans wissen, dass die Anthology vor 30 Jahren erstmals erschien. Von 1995 bis 2003 wurden drei Doppel-CDs, eine zehnstündige Doku und ein Buch veröffentlicht. Was Disney+ jetzt zeigt, ist die von Peter Jackson restaurierte Version der ursprünglichen Doku. Die Pilzköpfe erzählen von ihrer Herkunft, ihrer Beziehung zueinander, ihren musikalischen Inspirationen, Ansprüchen und Differenzen und wie sich ihr Leben anfühlte, wenn sie bei jedem öffentlichen Auftritt einer kreischenden Masse gegenüber standen. Man erlebt alle Stationen der Band von ihren Ursprüngen im Liverpooler Cavern Club, im Hamburger Star-Club über die Stadionauftritte in den USA bis zur Auflösung der Band Anfang 1970. Und das mit einer Fülle von Filmmaterial, darunter auch Aufnahmen, die man selten zu sehen bekommt. «The Beatles Anthology» ist die ultimative Chronik der bedeutendsten Band der frühen Popgeschichte. - [The Abandons (Staffel 1) – Es kann nur eine Mutter geben](https://buergler.net/the-abandons-staffel-1-es-kann-nur-eine-mutter-geben/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Netflix reitet weiter auf der Western-Welle, die Taylor Sheridans «Yellowstone» und dessen Prequels neu entfacht haben. Nach dem Siedlerdrama «American Primeval», dem australischen Ableger «Territory» und der Westernromanze «Ransom Canyon» folgt jetzt «The Abandons». «The Abandons» reiht sich in diesen Reigen solider Western ein, die aber kaum begeistern. Die Serie erzählt eine klassische Geschichte von verfeindeten Familien. Allerdings führen Matriarchinnen die Clans an, die 1854 im Nordwesten der USA um Land kämpfen. Auf der einen Seite steht Fiona Nolan, eine Witwe mit vier Adoptivkindern, die eine Rinderfarm betreibt. Ihre Gegenspielerin ist Constance Van Ness, die das Minenimperium ihres verstorbenen Mannes weiterführt. Constance will Fiona von ihrem Land vertreiben, um Silber zu schürfen. «The Abandons» lebt vor allem vom Spiel der zwei Matriarchinnen, die ihre Familien um jeden Preis verteidigen. Lena Headey als Fiona ist dabei interessanter, weil vielschichtiger. Gillian Andersons Constance wirkt zu steif und eintönig. Vieles, wie etwa die Romeo und Julia-Geschichte zwischen zwei jungen Leuten aus den verfeindeten Familien, ist dagegen unoriginell. «The Abandons» unterhält Westernfans leidlich gut. Einen ähnlichen Erfolg wie «Yellowstone» wird die Serie nicht erleben. - [Andor (Staffel 2) – Bevor das Märchen beginnt, tobt der antifaschistische Kampf](https://buergler.net/andor-staffel-2-bevor-das-maerchen-beginnt-tobt-der-antifaschistische-kampf/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Ich schätze «Star Wars» sehr. Die kreative Originalität der ersten Trilogie ist unbestreitbar, ihr filmhistorischer Einfluss enorm. Die Geschichte von mutigen Rebellen, Schwertkämpfern mit Superkräften und finsteren Bösewichten bleibt jedoch vor allem eines: ein Märchen. Dabei war das Imperium unter Imperator Palpatine eine mörderische Diktatur. Vergessen wir nicht, dass eine der ersten Aktionen des Imperiums die Vernichtung des Planeten Alderaan war, bei dem zwei Milliarden Menschen starben. Diese Banalisierung der Gräueltaten des Imperiums korrigiert «Andor». Es ist kein Kampf der noblen und schönen Guten gegen die hinterhältigen und hässlichen Bösen. Es ist ein Kampf der Unterdrückten gegen einen gewaltigen Machtapparat, der unerbittlich zerstört, was sich ihm in den Weg stellt. Dafür ist dem Imperium und seinen Schergen jedes Mittel recht. In der zweiten Staffel von «Andor» beweist die Diktatur ihre Skrupellosigkeit, indem sie einen Planeten entvölkern will, um dessen Rohstoffe auszubeuten. Es ist nicht der einzige Plot, der erklärt, weshalb «Andor» Diskussionen über die Entstehung von Faschismus und den Widerstand dagegen anregt. Oft wird erwähnt, wie unheimlich aktuell die Serie angesichts des Aufstiegs autokratischer Systeme wie aktuell in den USA wirkt. Ob sich «Andor» als prophetisch herausstellen wird, wird die Geschichte zeigen. Ich messe dieser Frage nicht allzu viel Gewicht bei. Es genügt, dass sich «Andor» mit den zwei Staffeln, die die Vorgeschichte zu «Rogue One» erzählen, als beste Serie im «Star Wars»-Universum etabliert hat. - [All’s Fair (Staffel 1) – Designer-Feminismus mit viel Bling-Bling](https://buergler.net/alls-fair-staffel-1-designer-feminismus-mit-viel-bling-bling/) - ⭐ (Disney+) «All’s Fair» eilt der Ruf voraus, eine der miesesten Serien zu sein, die je für die Mattscheibe produziert wurde. Nach zwei Episoden (mehr gefährdet die mentale Gesundheit), muss ich sagen: «All’s Fair» wird seinem Ruf mehr als gerecht. Erstaunlicherweise liegt das nicht an Kim Kardashian. Ihre Aufgabe besteht darin, in Designerklamotten mit tiefem Ausschnitt in coolen Autos zu sitzen oder durch luxuriöse Häuser zu trippeln. Das kann sie. Wirklich unterirdisch ist, dass «All’s Fair» vorgibt, eine Geschichte über Feministinnen zu erzählen, die das Patriarchat bekämpfen. Damit beleidigt die Serie sowohl den Feminismus als auch das Patriarchat. Wären alle Männer so unterbelichtet, wie «All’s Fair» es darstellt, fragt man sich, wie die männliche Herrschaft so lange bestehen konnte. Geht eigentlich nur, wenn die Frauen noch dümmer waren. Immerhin bietet die Serie reichlich Luxus: von Versace, Hermès, Manolo Blahnik, Ferrari bis zu einem etwa siebenkarätigen Diamanten, der Elizabeth Taylor gehörte. Das ist schön anzusehen, wenn da nur die Tonspur nicht dazwischenfunken würde. Die Dialoge sind unsäglich schlecht bis bekloppt. Gestritten wird meist mit Begriffen unter der Gürtellinie – wörtlich gemeint. Dass Schauspielerinnen wie Naomi Watts und Glenn Close sich dafür hergaben, ist unbegreiflich. Muss wohl an immensen Gagen gelegen haben. - [The Morning Show (Staffel 3) – Hochglanz-Seifenoper mit Nervensägen](https://buergler.net/the-morning-show-staffel-3-hochglanz-seifenoper-mit-nervensaegen/) - ⭐⭐⭐ (Apple TV+) Wenn man sich so richtig schön über Figuren aufregen kann, dann muss das keineswegs ein schlechtes Zeichen sein. Oft ist es genau das, was eine Seifenoper auszeichnet – wie bei «The Morning Show». Wobei sich die Produzent:innen wohl verbitten würden, in diese Kategorie eingeteilt zu werden. Sie sehen sich selber eher als hochklassige Dramashow. Das stimmt, was die Besetzung angeht. Neben den bisherigen Hauptdarstellerinnen Jennifer Aniston und Reese Witherspoon gesellt sich in dieser Staffel Jon Hamm dazu als fieser Tech-Milliardär, der den Sender der beiden Starmoderatorinnen kaufen will. Big Tech und serbelnde Medien ist eines der aktuellen Themen, das die Show wie üblich aufgreift. Der Sturm aufs Kapitol, der Ukrainekrieg, der skandalöse Entscheid des Obersten Gerichts gegen die Abtreibung sind weitere. Aber wie immer bei «The Morning Show» dienen diese Bezüge nur als Vehikel, um persönliche (Liebes-)Dramen zu erzählen. Da wird nichts ausgeleuchtet, nur angedeutet. Tatsächlich stört diese Oberflächlichkeit nur marginal. Die auf Hochglanz polierten Dramen werden süffig erzählt und erfüllen ihren Zweck als eskapistische Unterhaltung. - [The Morning Show (Staffel 4) – Der Glanz bröckelt und der Vorspann nervt](https://buergler.net/the-morning-show-staffel-4-der-glanz-broeckelt-und-der-vorspann-nervt/) - ⭐⭐⭐ (Apple TV) Was mal deutlich gesagt werden muss: Der Vorspann von «The Morning Show» ist einfallslos und nervt. Bunte Punkte hüpfen wild zu einem eintönigen Titelsong. Wie passt das zu einer Show über Journalist:innen, die für Wahrheit und Gerechtigkeit kämpfen? Gar nicht, aber deshalb passt es wieder. Denn für «The Morning Show» ist Journalismus nur Vorwand, um Bettgeschichten, Familiendramen und Machtintrigen zu zeigen. In der vierten Staffel, die im ersten Halbjahr 2024 spielt, wird das deutlicher als je zuvor. Damals machten die Ukraine, Gaza, die NATO, die Aussetzer von US-Präsident Biden und vieles andere Schlagzeilen. Und was stellt «The Morning Show» als Grossereignis in den Vordergrund? Die Olympischen Spiele in Paris. Nicht, dass sich die Serie je ernsthaft mit Politik auseinandergesetzt hätte. Aber immerhin spielten gesellschaftliche Themen wie MeToo, Covid oder die Einflussnahme von Milliardären auf Medien und Politik eine Rolle. Doch selbst als Hochglanz-Seifenoper funktioniert die Serie immer weniger. Die Intrigen, Affären und Familiendramen wiederholen sich, wenn auch leicht variiert. Man beginnt sich zu langweilen. Denn die Figuren sind zu oberflächlich und klischeehaft, um sich emotional auf sie einzulassen. Ich werde die angekündigte fünfte Staffel kaum mehr anschauen, auch wenn sich andeutet, dass Jon Hamm mehr zu sehen sein wird. - [Malice (Staffel 1) – Psychothriller mit haarsträubenden Logiklöchern](https://buergler.net/malice-staffel-1-psychothriller-mit-haarstraeubenden-logikloechern/) - ⭐⭐ (Prime Video) Wenn ein rachsüchtiger Psychopath einem selbstsüchtigen Unsympath nachstellt, fragt man sich: Mit wem soll ich mitfiebern? Oder eben nicht. Denn es ist letztlich egal, wer am Schluss auf der Strecke bleibt. Die Welt wird keinen der beiden vermissen. Das ist aber nur eines der Probleme, unter denen «Malice» leidet. Zunächst die Länge. Man muss sich durch drei Episoden kämpfen, bis die Geschichte Fahrt aufnimmt. Eine hätte gereicht, um zu zeigen, wie sich Adam Healy bei der Familie Tanner als Manny (eine männliche Nanny) einschmeichelt, um deren Leben zu zerstören. Zum anderen weist die Handlung haarsträubende Löcher auf. IT-Spezialisten, die eine simple Malware nicht finden. Nachbarn, die weder mitbekommen, wie eine riesige Villa von Einbrechern komplett leergeräumt wird, noch wenn jemand am helllichten Tag eine Leiche aus einem Haus schleppt und ins Auto bugsiert. «Malice» reiht sich ein in die zahlreichen Serien, die aus dem Leben der Superreichen erzählen. «The White Lotus» etwa tut das mit Witz und Sarkasmus und «Succession» erzeugt ein Gefühl von Abscheu beim Zuschauen. «Malice» gelingt nichts davon. Da kann der Psychopath noch so oft hinterhältig in die Kamera grinsen. Die Figuren bleiben blass und uninteressant, die Handlung überdehnt und unglaubwürdig. - [A Man on the Inside (Staffel 2) – Boomer-Komödie mit Herz](https://buergler.net/a-man-on-the-inside-staffel-2-boomer-komoedie-mit-herz/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Liebe Gen Z, «A Man on the Inside» ist nichts für euch. Da regt ihr euch nur auf. Denn hier haben es ein paar Boomer lustig, obwohl sie doch ein ganzes Leben lang eure Welt versaut haben. Immerhin: Einige Boomer sind über 70 und arbeiten noch. Das könntet ihr Omi und Opi unter die Nase reiben, die seit ewig Rente beziehen, die ihr finanziert. Also, sobald ihr mit der Ausbildung fertig seid und einen Job mit genehmer Work-Life-Balance findet. Charles Nieuwendyk bezieht keine Rente. Er arbeitet wieder als Privatdetektiv. Zum zweiten Mal geht er undercover. Diesmal in einem College, in dem irgendjemand eine Grossspende für die Schule sabotieren will – aus gutem Grund, wie sich herausstellen wird. Hier gibt es zwar auch jüngere Dozent:innen, aber im Vordergrund stehen die gleichaltrige Musiklehrerin, mit der Charles anbandelt, und ein Englischlehrer, ebenfalls über 70, der ihn für einen Kulturbanausen hält. «A Man on the Inside» ist keine Komödie, in der eine Pointe die nächste jagt. Der Humor ist leichtfüssiger und oft leicht melancholisch. Genau diese gefühlvolle Erzählweise macht die Serie aber zu einem wohltuenden Zeitvertreib – vor allem für Ü40er, die auch eine gelegentliche, liebevolle Spitze gegen die Gen Z amüsant finden. - [Squid Game (Staffel 3) – Dieses Ende! WTF?](https://buergler.net/squid-game-staffel-3-dieses-ende-wtf/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Die erste Staffel kam aus dem Nichts und verblüffte die ganze Welt mit einer mitreissenden, unerträglich brutalen, (un)menschlichen Story. Die zweite Staffel deutete an, dass das mörderische Spielsystem zu Fall gebracht könnte. Und jetzt die finale dritte Staffel. Sie beschert uns wieder einen emotionalen Höllenritt, aber der Schluss lässt einen völlig ratlos zurück. Das war es also mit diesen modernen Gladiatorenspielen? Oder fast schlimmer: Da kommt noch mehr? Die Probleme mit der dritten Staffel beginnen schon früh. Nachdem der Aufstand von Spieler 456 und ein paar anderen Wagemutigen gescheitert ist, gehen die Spiele weiter. Nur verlieren sie ihren Reiz. Wir kennen das Muster, wie es jetzt nicht mehr nur ums eigene Überleben geht, sondern darum, dass nur überlebt, wer andere tötet. Das alles wird zudem in endlosen Dialogen abgehandelt, die uns wenig neue Erkenntnisse bringen und jede der sechs Episoden auf 60 Minuten auswalzen. Das soll nicht heissen, dass einem das Schicksal der Figuren nicht nahegeht. Aber bei aller Empathie kommt nichts mehr überraschend. Vieles ist sogar sehr vorhersehbar. Deshalb sitzt man leicht ungeduldig vor dem Fernsehschirm und will eigentlich nur noch wissen: Was passiert am Schluss? Aber wenn das Ende kommt, ist es enttäuschend. «Squid Game» begann als beissende Kapitalismuskritik. Davon bleibt am Schluss nur ein saloppes Schulterzucken übrig. Trotzdem verdient sich die Serie insgesamt einen Platz im Serienolymp. Ausser es folgt tatsächlich wie angedeutet ein US-Spin-off der Serie. - [Squid Game (Staffel 2) – Nervenaufreibende zweite Runde der tödlichen Kinderspiele](https://buergler.net/squid-game-staffel-2-nervenaufreibende-zweite-runde-der-toedlichen-kinderspiele/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Kann man einen so beispiellosen Erfolg wiederholen? Diese Frage stellten sich viele, als die zweite Staffel von «Squid Game» angekündigt wurde. Was Autor und Regisseur Hwang Dong-hyuk mit der Fortsetzung abliefert, überzeugt aber auf der ganzen Linie. Das ist umso überraschender, als Hwang mit ziemlich genau denselben Mitteln Spannung und Grauen erzeugt, die uns schon in der ersten Staffel fast alle Nerven gekostet haben. Trotzdem funktioniert das wieder bestens. Bevor wir zur Insel der tödlichen Spiele zurückkehren, begegnen wir Seong Gi-hun wieder. Er hat vor drei Jahren die Spiele gewonnen und den Millionengewinn eingestrichen. Mit dem Geld stellt er ein Team zusammen, mit dem er die Drahtzieher der Spiele zur Strecke bringen und dem Grauen ein Ende bereiten will. Das geht schief. Seong wird entführt und landet erneut als Spieler 456 auf der Insel. Die Spiele gehen ihren gewohnt brutalen Gang, während Seongs Team fieberhaft nach der Insel sucht, auf der die Spiele stattfinden. Ob die Spiele wieder bis zum bitteren Ende dauern, bleibt offen. Das ist der einzige Kritikpunkt an der zweiten Staffel. Sie ist eigentlich nur ein Mittelstück mit einem etwas unbefriedigenden Schluss. Die Geschichte von «Squid Game» wird erst in der dritten Staffel zu Ende erzählt. Die soll noch dieses Jahr ausgestrahlt werden. - [Wayward (Mini-Serie) – Zu viel gewollt, zu wenig erreicht](https://buergler.net/wayward-mini-serie-zu-viel-gewollt-zu-wenig-erreicht/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) «Wayward» will vieles sein. Eine Adoleszenzstory von zwei Teenagern, eine Beziehungserzählung zwischen einer Frau und ihrem transgender Partner und ein Psychohorror im Stil der «Stepford Wives». Die Serie erzählt all diese Geschichten, schafft es jedoch nicht, sie zu einer kohärenten Handlung zu verbinden. Autor:in und Hauptdarsteller:in Mae Martin hat sich ein bisschen zu viel vorgenommen, indem verschiedenste Zielgruppen – Young Adults, Queere und auch das Mainstreampublikum – bedient werden sollen. Für die adoleszente Zielgruppe erzählt «Wayward», wie zwei Teenager in einer Spezialschule für schwierige Jugendliche landen und dort Psychofolter ausgesetzt werden. Mae Martin selbst spielt einen transgender Polizisten, der mit seiner schwangeren Frau Laura in den idyllischen Ort zieht, wo sie aufgewachsen ist. Die Idylle täuscht. Die Fäden laufen bei Evelyn Wade zusammen. Sie ist die Direktorin der Spezialschule, die sich in dem Ort befindet, und auch die ganze Kleinstadt ist ihr hörig. Toni Collette als charismatische Kultanführerin überzeugt zwar. Aber sie rettet die Serie nicht, die sich viel zu sehr in die Länge zieht. Man bleibt zwar hängen, will aber eigentlich nur wissen, wie es ausgeht. Dass es zwei Enden gibt, mögen die Autor:innen für eine clevere Idee gehalten haben. Für mich war es nur eine weitere Episode, mit der die Geschichte unnötig in die Länge gezogen wurde. - [Treason (Mini-Serie) – Holpriger Spionagethriller, der erst am Schluss überzeugt](https://buergler.net/treason-mini-serie-holpriger-spionagethriller-der-erst-am-schluss-ueberzeugt/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Britische Spionagethriller darf man als eigenständiges Genre bezeichnen. Es hat eine lange Tradition und hervorragende Werke hervorgebracht. «Treason» ist leider nur Durchschnittsware, am Anfang ziemlich holprig, aber wenigstens am Schluss spannend. Adam Lawrence (Charlie Cox, bekannt und super als Marvels «Daredevil») wird unverhofft Chef des Auslandsgeheimdienstes MI6. Sein Chef wurde Opfer eines Giftanschlags. Hinter dem Anschlag steckt Kara, eine ehemalige russische Agentin und Geliebte von Adam. Sie hat ihn quasi auf den Posten gehievt, um über ihn an geheime Informationen heranzukommen. Damit nicht genug: Über Adams Frau Maddie versucht die CIA Beweise zu finden, dass Adam ein Doppelagent ist. Diese Vorgeschichte ist ziemlich löchrig und man muss öfters grosszügig über fragwürdige Wendungen in der Geschichte hinwegsehen. Am Schluss wird es spannend. Adam wird zum Gejagten, der niemandem trauen kann. Im Showdown spielen aber Frauen die tragenden Rollen: Ein unerwarteter Dreh, der gut gefällt. Dennoch gibt es aktuelle Serien aus dem Genre, wie «The Ipcress File» oder «Slow Horses», die «Treason» vorzuziehen sind, wenn man sie noch nicht gesehen hat. - [Adolescence (Mini-Serie) – Ist die Serie wirklich so beeindruckend? Ja, aber ...](https://buergler.net/adolescence-mini-serie-ist-die-serie-wirklich-so-beeindruckend-ja-aber/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Es ist eine Weile her, seit eine Netflix-Serie so viel Aufmerksamkeit erregte wie «Adolescence». Verständlich, denn die Serie erzählt die verstörende Geschichte, wie ein 13-Jähriger eine Mitschülerin tötet und was dahintersteckt. Die Serie besteht aus vier Episoden, die in einer einzigen Einstellung – ohne Schnitt – einen Aspekt der Geschichte schildern. Richtig eingesetzt, schafft ein «One Shot» Nähe, Authentizität und zieht einen tief in die Gefühlswelt der Figuren. Dass «Adolescence» beim Publikum so nachhaltig wirkt, liegt auch an dieser Technik. Zum anderen sind die schauspielerischen Leistungen schlicht umwerfend. Allen voran der 16-jährige Owen Cooper in seiner ersten Rolle. Brillant auch Stephen Graham als Vater, Erin Doherty als Psychologin und Ashley Walters als Polizeibeamter. Diese geballte Ladung von grossartigem Können und aussergewöhnlicher Inszenierung ist beeindruckend und lässt einen tief betroffen der Geschichte folgen. Mich überrascht dennoch, welche Resonanz die Serie inhaltlich auslöst. Als ob man den Themen Mobbing an der Schule, Frauenhass, Incels und toxische Männlichkeit zum ersten Mal begegnet. Diese Probleme existieren schon lange. Wer das erst jetzt bemerkt, hat wohl einfach nicht hingeschaut. Wie einige Figuren in «Adolescence» auch. - [The Iris Affair (Staffel 1) – Mörderisches Wettrennen um ein Quantenmonster](https://buergler.net/the-iris-affair-staffel-1-moerderisches-wettrennen-um-ein-quantenmonster/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) Wer nennt einen potenziellen Weltenzerstörer «Charlie Big Potatoes»? In «The Iris Affair» ist es Cameron Beck, zu dessen Art von Humor es durchaus passt, einen gewaltigen Quantencomputer mit mutmasslichem Ichbewusstsein wie eine Kinderbuchfigur zu benennen. Cameron hat allerdings ein Problem mit Charlie: Er schläft. Die Frau, die allenfalls wüsste, wie man ihn aufweckt, ist mit dem Codebuch abgehauen. Deshalb jagt er ihr nach. Mein Problem mit Charlie: Er ist ein typischer MacGuffin. Ein Dutzend Menschen sterben seinetwegen, doch wir erfahren nie, was ihn so besonders macht. Da hätte sich das Drehbuch etwas mehr bemühen können. Vorläufig bleibt Charlie aber eine Nebenfigur. Im Zentrum steht Iris Nixon. Sie ist die hochbegabte Puzzlelöserin, die Cameron anheuert, um Charlie zu wecken. Das hält sie bald für keine gute Idee und flieht. Es beginnt eine mörderische Verfolgungsjagd, bei der korrupte italienische Polizist:innen, eine Schülerin und ein YouTuber ebenfalls mitmischen. «The Iris Affair» bietet solides Thriller-TV mit Verfolgungsjagden, bei denen die Heldin jeweils in letzter Sekunde noch einen Ausweg findet. Unterhaltsam macht die Serie aber vor allem die ambivalente Beziehung von Iris und Cameron. Sie ist von Misstrauen, Verrat, aber auch von Respekt, Faszination und – in gewisser Weise – Zuneigung geprägt. - [The Beast in Me (Mini-Serie) – Hervorragendes Duo im Psychoduell](https://buergler.net/the-beast-in-me-mini-serie-hervorragendes-duo-im-psychoduell/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Hier haben sich zwei gefunden, die perfekt zueinander passen. Claire Danes brillierte in «Homeland» als CIA-Agentin, die zwischen Besessenheit und Depression schwankt. Matthew Rhys spielte in «The Americans» einen russischen Spion, der sich hinter der Fassade eines ganz normalen amerikanischen Ehemanns und Familienvaters versteckt. Beide verkörpern nun ähnlich ambivalente Figuren im Psychothriller «The Beast in Me» und ergänzen sich hervorragend. Danes ist die Autorin Aggie Wiggs, die unter einer Schreibblockade leidet. Vor vier Jahren verlor sie ihren Sohn bei einem Autounfall. Diese Tragödie hat sie nicht überwunden. Trauer und Wut begleiten sie ständig. Rhys ist Nile Jarvis, Aggies neuer Nachbar. Er ist vor dem Medienrummel geflohen. Seine Frau ist vor ein paar Jahren spurlos verschwunden. Seither ist er in den Augen der Medien und Öffentlichkeit ein Mörder, obwohl ihm die Polizei nie etwas beweisen konnte. Die beiden begegnen sich wegen einer Banalität. Nile will einen Joggingpfad in der Nachbarschaft bauen. Es ist das erste von vielen Treffen, in denen die vermeintlich unterschiedlichen Charaktere unerwartete Gemeinsamkeiten entdecken. Die Dynamik zwischen den beiden machen die grosse Faszination dieses Psychothrillers aus, der aber auch mit dem Rest der Handlung von Anfang bis Ende überzeugt. - [Only Murders in the Building (Staffel 5) – Immer dasselbe und immer noch amüsant](https://buergler.net/only-murders-in-the-building-staffel-5-immer-dasselbe-und-immer-noch-amuesant/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Was soll man noch sagen über «Only Murders in the Building»? Die Serie ist zum Phänomen geworden. Das lässt sich an den namhaften Gaststars ablesen, die sich anscheinend darum reissen, auch mal mitspielen zu dürfen. Diesmal reihen sich in die schon beachtliche Liste Christoph Waltz, Renée Zellweger, Bobby Cannavale, Téa Leoni und Dianne Wiest. Ansonsten gilt: Same procedure as last season. Die drei leicht unterschiedlich exaltierten Podcaster lösen einen Mordfall in ihrem schicken Wohnblock, der von skurrilen Figuren bevölkert ist. Obwohl alles wieder nach dem wohlbekannten Muster gestrickt ist, macht es doch wieder erneut viel Spass. Staffel 6 ist gesetzt. Das Mordopfer ist bekannt und es gibt keinen Grund, nicht wieder einzuschalten. Wie lange das noch gutgehen kann? Keine Ahnung. Aber bis jetzt zeigt die Serie keine Ermüdungserscheinungen. - [Only Murders in the Building (Staffel 2) – Bestes Comfy-Food für den Serienabend](https://buergler.net/only-murders-in-the-building-staffel-2-bestes-comfy-food-fuer-den-serienabend/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Es war zu erwarten, dass Charles, Oliver und Mabel eine zweite Staffel ihres True-Crime-Podcasts produzieren. Schliesslich lag da am Schluss der ersten Staffel eine Leiche in Mabels Wohnung. Weniger selbstverständlich ist es, dass diese zweite Staffel, also die der Serie, es schafft, das Niveau zu halten. Obwohl vieles bereits bekannt ist, wie etwa die Marotten der Hauptfiguren, wird es nie langweilig. Neue Promi-Gäste wie Amy Schumer, Shirley MacLaine oder Cara Delevingne tragen dazu bei. Aber auch neue Plots der Haupt- und einiger Nebenfiguren bieten genüssliches Vergnügen. Die 30-Minuten-Episoden sind bestes Comfy-Food für einen Serienabend. Man darf gespannt sein, ob das auch für die dritte Staffel gelten wird. Denn die wird es geben. Schliesslich wollen wir erfahren, wer den vierten Promi auf dem Gewissen hat, der am Schluss tot daliegt. - [Gen V (Staffel 2) – Skurril genug, aber es fehlt der Biss](https://buergler.net/gen-v-staffel-2-skurril-genug-aber-es-fehlt-der-biss/) - ⭐⭐⭐ (Prime Video) Warnhinweis: Wer kein Blut sehen kann oder derben Humor abstossend findet, ist bei «Gen V» an der falschen Adresse. Das Spin-Off der satirischen Superhelden-Serie «The Boys» richtet sich zwar an ein jüngeres Publikum. Dennoch gibt es genug explodierende Körperteile oder skurrile Vorgänge im Unterleibsbereich zu sehen. Für alle anderen: Willkommen zurück an der Godolkin Universität für junge Superheld:innen. Überraschenderweise sind auch Emma und Jordan wieder dabei, obwohl sie nach den Ereignissen der letzten Staffel in ein Straflager kamen. Fehlt noch Marie, die aus dem Straflager ausgebrochen ist. Aber auch sie kehrt auf Umwegen an die Uni zurück. Sehr zur Freude des neuen Dekans. Dean Cipher sieht in Marie eine Superheldin mit aussergewöhnlichen Fähigkeiten, mit denen sie an Homelander heranreicht. Deshalb nimmt er sie unter seine Fittiche. Dahinter verbirgt sich erneut ein geheimes Projekt, das mit dem Gründer der Universität und Marie verbunden ist. Wer sich in der Welt der Superheld:innen mit oft abstrusen Fähigkeiten wohlfühlt, kommt auch hier auf seine Kosten. Die Schwäche von «Gen V» bleibt aber, dass die Serie einiges harmloser daher kommt als «The Boys». Die bösen Seitenhiebe auf die US-amerikanische Gesellschaft und Politik sind zu selten. - [Legenden (Staffel 1) – Undercover mit Ungereimtheiten](https://buergler.net/legenden-staffel-1-undercover-mit-ungereimtheiten/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Bei dieser dänischen Serie braucht es einiges an Wohlwollen gegenüber dem Drehbuch, dann funktioniert «Legenden/The Asset» nicht schlecht. Fragt man sich jedoch, wie der dänische Geheimdienst PET eine Polizistin in Ausbildung über Nacht zur Undercover-Agentin macht, die einen exklusiven Juwelierladen führt, gerät man ins Grübeln. Das ist nicht der einzige Plottwist, der Wahrscheinlichkeitskrämer, wie sie Alfred Hitchcock herablassend nannte, stören wird. Aber lassen wir das. Fakt ist: Tea (Clara Dessau) wird auf Ashley (Maria Cordsen) angesetzt. Sie ist die Frau des Drogenbosses Miran (Afshin Firouzi), den Teas Chef Folke (Nicolas Bro) ins Visier genommen hat. Doch dann gerät Tea in einen Loyalitätskonflikt. Sie muss wählen zwischen ihrer Mission und Ashley, zu der sie eine echte Freundschaft entwickelt hat. Manchmal weiss man nicht mehr, ob «Legenden» eine Serie über Frauenfreundschaft ist, die ausgiebig bei Clubpartys und Kindergeburtstagen gefeiert wird. Oder will sie ein Thriller sein über Ermittlungen gegen organisiertes Verbrechen? Am Schluss deutet sich an, dass es in einer allfälligen zweiten Staffel in eine ganz andere Richtung gehen könnte. Diese Geschichte könnte noch eine Spur spannender sein, als die Geschichte, die «Legenden» erzählt. - [The Witcher (Staffel 4) – Die Fans toben, aber der neue Witcher ist nicht das Problem](https://buergler.net/the-witcher-staffel-4-die-fans-toben-aber-der-neue-witcher-ist-nicht-das-problem/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Jetzt ist er also da, Liam Hemsworth als der neue Witcher. Und ja, er kann Henry Cavill nicht das Wasser reichen. Aber das war schon vorher klar. Hemsworth hatte nie eine Chance. Keiner grunzt das «Hm» so mürrisch wie Cavill. Keiner blickt so unergründlich mit seinen gelben Augen, schmachtet in seiner Liebe zu Ciri und Yennefer so ergreifend. Und keiner kämpft so bestialisch wie er. Cavill war der erste Witcher und perfekt für die Rolle. Die Nachfolger bleiben Epigonen. Doch Hemsworth ist nicht das Problem der vierten Staffel von «The Witcher». Es liegt an der Geschichte, die nicht recht vom Fleck kommt. Am Ende der letzten Staffel trennten sich die Wege von Geralt, Yennefer und Ciri. Am Schluss dieser Staffel sind wir kaum einen Schritt weiter. Alle drei verfolgen zwar ein Ziel, drehen sich aber vor allem im Kreis. Geralt will Ciri aus den Fängen des Herrschers von Nilfgaard befreien. Ein sinnloses Unterfangen, denn die Frau an dessen Seite ist gar nicht Ciri. Die richtige Ciri schliesst sich einer Diebesbande an, während Yennefer den Endkampf gegen den Magier Vilgefortz vorbereitet. Fast alles in dieser Staffel hätte man in eine Kurzzusammenfassung packen und der fünften und letzten Staffel voranstellen können. Diese sollte endlich alle Entscheidungen bringen, die diesmal noch vertagt wurden. - [Night Sky (Staffel 1) – Liebe, Tod, Trauer und ein fremder Planet](https://buergler.net/night-sky-staffel-1-liebe-tod-trauer-und-ein-fremder-planet/) - ⭐⭐⭐ (Prime Video) Es gibt zwei gute Gründe, sich «Night Sky» anzuschauen: Sissy Spacek und J.K. Simmons. Die beiden Oscar-Preisträger:innen liefern eine hervorragende Darbietung als alterndes Ehepaar, das sich langsam damit auseinandersetzen muss, dass ihre gemeinsame Zeit zu Ende geht. Diese Geschichte von Irene und Franklin, ihre tiefe Verbundenheit, ihre Trauer über den frühen Tod ihres Sohnes, ihre fürsorgliche Enkelin wären eigentlich Stoff genug für eine gelungene Serie. Aber «Night Sky» wirft noch ein paar andere Ingredienzien in den Mix. Ein Portal, durch das Irene und Franklin auf einen fremden Planeten reisen. Ein junger Mann, der durch das Portal auftaucht. Und ein Kult, der den jungen Mann verfolgt. Dieser Plot ist nicht schlecht. Er ist aber auch nicht wirklich eine Bereicherung. Klar ist man ein wenig neugierig, was es mit diesem Planeten auf sich hat. Aber die Momente der Serie, die einen wirklich bewegen, sind jene, in denen es um dieses liebenswürdige, etwas kauzige Ehepaar geht. Der Rest ist Beigemüse. Von daher ist auch nicht schlimm, dass das Geheimnis um den Planeten und den Kult nicht aufgelöst wird. Trotz Cliffhanger am Schluss wird es keine zweite Staffel geben. - [Goliath (Staffel 4)](https://buergler.net/serien-tipp-goliath/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Im vierten und leider letzten Fall legt sich Anwalt Billy McBride (Billy Bob Thornton) mit «Big Pharma» an, einem Kartell von Firmen, das für die Opiod-Krise verantwortlich ist. Ein würdiger Abschluss einer grossartigen Anwaltsserie. Beste Unterhaltung über alle vier Staffeln hinweg. - [Alien: Earth (Staffel 1) – Ausserirdisch öde und pseudo-tiefsinnig](https://buergler.net/alien-earth-staffel-1-ausserirdisch-oede-und-pseudo-tiefsinnig/) - ⭐⭐(Disney+) Ich habe mich wirklich bemüht und durch sechs Episoden gekämpft. Aber mehr war nicht zu ertragen. «Alien: Earth» ist zerfahren, wirr, langatmig und einfallslos. Nicht, dass es stören würde, dem Alien wieder zu begegnen. Wegen HR Gigers ikonischem Xenomorph schaltet man ja überhaupt ein. Einfallslos wird es, wenn man mehr Horror mit mehr Monstern erzeugen will, die aus einem Raumschiff auf die Erde stürzen. Mönsterchen wäre treffender. Sie sind zwar tödlich, passen aber in ein Goldfischglas. Nervig ist die Raumschiffscrew, die alles falsch macht, was man mit einer tödlichen Fracht an Bord vermeiden sollte. Auch der selbstgefällige Kindskopf, der eine Tech-Firma führt, sorgt nur für Ärger. Nicht zuletzt versagt «Alien: Earth», wenn die Serie sich in philosophischen Betrachtungen über das Menschsein verliert anhand von Hybriden, einer neuen Art von Humanoiden mit synthetischem Körper und menschlichem Bewusstsein. Erstaunlich ist, dass mit Noah Hawley ein renommierter Serienmacher hinter der Serie steht und dafür im englischsprachigen Raum begeisterte Kritiken bekam. Ich halte es mit dem «Spiegel», der die Serie gnadenlos als «pseudophilosophischen Quark» abkanzelt. Irgendwo ist in diesen knapp sieben Stunden vielleicht ein passabler 100-Minuten-Film versteckt. Aber ich wüsste auch da nicht, was an der Geschichte wirklich packend sein könnte. - [The Witcher (Staffel 3) – Wehmütiger Abschied von Henry Cavill](https://buergler.net/the-witcher-staffel-3-wehmuetiger-abschied-von-henry-cavill/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Zwei Dinge sind klar, wenn es um den «Witcher» geht. Es ist eine Serie für Fantasy-Nerds. Wer mit dem Genre nichts anfangen kann, muss es gar nicht erst versuchen. Zum Zweiten: Das wichtigste Ereignis der dritten Staffel hat nichts mit dem Geschehen in der Serie zu tun. Henry Cavill, der Geralt von Rivia spielte, hört auf. Das war vor Monaten ein Schock für die Fans, als das bekannt wurde. Jetzt wird das Trio Geralt, sein Schützling Ciri und seine Geliebte Yennefer nicht nur am Ende der dritten Staffel auseinandergerissen, sondern auch im wirklichen Leben. Cavills Nachfolger ist bereits bekannt. Liam Hemsworth wird sich den Mantel des Weissen Wolfs umhängen. Liam hat zwar durch seinen Bruder Chris eine enge Beziehung zum Genre. Der spielt immerhin den nordischen Gott Thor im Marvel Universum. Ob das reicht, um in die Fussstapfen Cavills zu treten, der die Figur des Witchers für die Fans der Bücher und der Games ziemlich perfekt impersonierte, wird sich weisen müssen. Ich bin skeptisch. Aber wie die Geschichte in Staffel 4 weitergeht, werde ich dann doch wohl wissen wollen. - [Intraçables/Log Out (Staffel 1) – Ein gelungener Thriller, der den Schluss vermasselt](https://buergler.net/intracables-log-out-staffel-1-ein-gelungener-thriller-der-den-schluss-vermasselt/) - ⭐⭐⭐ (Play Suisse) Lange macht «Intraçables/Log Out» alles richtig. Es wird ein Netz gesponnen aus interessanten Figuren und Ereignissen, die alle mit einem verhängnisvollen Unglück verknüpft sind. Wenn am Schluss die Fäden entwirrt sind und die überraschende Lösung präsentiert wird, weiss man zwar, wer dahintersteckt. Aber das Drehbuch vergisst, das ganze Wie und Warum zu erklären. Man sitzt ziemlich ratlos vor dem Fernseher. Das ist schade. Denn zuvor erzählt die Serie eine spannende Geschichte, die einen Episode für Episode mitreisst. Sieben Jahre nach dem tragischen Tod ihres Ehemannes steigt eines Abends ein Mann in Giulias Taxi, den sie plötzlich wiedererkennt. Er war an jenem Tag an dem Ort, an dem ihr Mann starb. Als Giulia der Sache nachgeht, erhält sie mysteriöse Drohungen. Die Lage eskaliert, als der Mann aus dem Taxi ermordet wird und die Polizei Giulia als Täterin verdächtigt. Sie muss fliehen und nimmt ihren entfremdeten Sohn mit auf einen Roadtrip in die Vergangenheit. Das alles ist gut erzählt. Mit Irène Jacob als Kommissarin Josèphe Brunner, die kurz vor ihrer Pensionierung die Ermittlungen gegen Giulia übernimmt, kommt eine weitere interessante Figur ins Spiel. Wäre nicht dieser unbefriedigende Schluss, wäre «Intraçables» ein gelungener Thriller, der an eine Harlan-Coben-Geschichte erinnert. Ja, er macht sogar etwas besser: Die Überraschung am Ende ist nicht ganz so haarsträubend wie in den Coben-Serien. - [Slow Horses (Staffel 5) – Wie tote Pinguine ein Land destabilisieren](https://buergler.net/slow-horses-staffel-5-wie-tote-pinguine-ein-land-destabilisieren/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Apple TV) Eigentlich wissen wir, wie der Hase läuft – respektive die «Slow Horses». Die Versagertruppe im Slough House um Jackson Lamb stolpert über eine Bedrohung für die nationale Sicherheit, vermasselt einiges und rettet am Schluss die ganze Nation, oder so ähnlich. Trotzdem ist «Slow Horses» nie eintönig, sondern bleibt auch in der fünften Staffel höchst unterhaltsam, nicht zuletzt dank der Nebenfiguren. Diesmal stehen Computernerd Roddy und der schweigsame Kapuzenmann Coe oft im Rampenlicht. Roddy entgeht zweimal knapp einem Attentat. Coe erkennt, dass das Teil einer Kampagne ist, mit dem Ziel, das Land ins Chaos zu stürzen. Während die Slow Horses die richtige Spur verfolgen, tappen die (Hosen-)Anzugsträger:innen des MI-5 wieder mal völlig im Dunkeln. Es braucht ein paar Explosionen, tote Politiker und Pinguine, bis die Zentrale schnallt, was abgeht. «Slow Horses» ist und bleibt die beste Spionageserie mit einem deftigen Schuss herben Humors, die es momentan zu sehen gibt. Beruhigend zu wissen, dass noch mindestens zwei weitere Staffeln folgen werden. Eine letzte Anmerkung. Ich habe die Titelmelodie ein paar Dutzend Mal gehört, aber peinlicherweise erst jetzt gemerkt, wer da singt. Mick Jagger hat den Song «Strange Game» für die Serie geschrieben und gesungen. Falls es doch noch jemanden geben sollte, der/die das auch nicht wusste: Es lohnt sich, die Lyrics anzuschauen. Eine schöne Ode an die «Rejects» aus dem Slough House. - [Star Trek: Strange New Worlds (Staffel 3) – Wird die Enterprise bald eingemottet?](https://buergler.net/star-trek-strange-new-worlds-staffel-3-die-enterprise-bald-im-trockendock/) - ⭐⭐⭐⭐ (Paramount+) Sie sind die letzten ihrer Art: Nachdem Paramount+ die Star-Trek-Serien «Picard», «Discovery», «Lower Decks» und «Prodigy» abgesetzt hat, bleiben nur Captain Pike und seine Crew übrig. Doch ihre Reise endet bald. Nach zwei weiteren Staffeln wird die Enterprise im Trockendock eingemottet. Immerhin ist eine neue Serie angekündigt. In «Starfleet Academy» betreten mit Holly Hunter und Paul Giamatti zwei Hollywoodgrössen das Star-Trek-Universum, auf die ich gespannt bin. Zurück zu Pike, Spock, Uhura, Nurse Chapel und Co. Die bewährte Formel für die Weltraumabenteuer der Enterprise-Crew wird erneut konsequent umgesetzt: Ein Abenteuer pro Episode, wobei zwei Episoden andere Genres erkunden. Diese Genre-Crossovers sind diesmal nicht ganz so genial wie in der zweiten Staffel, aber unterhaltsam genug. In den konventionellen Episoden zieht sich diesmal ein Storybogen durch, der in der letzten Staffel begann, als Pikes Freundin Captain Batel von den bösen Gorn Nachwuchs eingepflanzt bekam. Spock und Nurse Chapel können zwar verhindern, dass die Monster in Batel schlüpfen. Aber es verändert ihr Leben und damit auch das von Pike dramatisch. Auch wenn die dritte Staffel ein bisschen weniger packt, bietet sie dennoch sehr gute Unterhaltung in bester Star-Trek-Manier. Da kann man dabeibleiben und nur hoffen, dass es diesmal nicht wieder zwei Jahre dauert, bis Pike und die Enterprise wieder die Tiefen des Weltraums erkunden. - [Slow Horses (Staffel 4) – Die Leiche im Keller wird zur tödlichen Gefahr](https://buergler.net/slow-horses-staffel-4-die-leiche-im-keller-wird-zur-toedlichen-gefahr/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Ein Selbstmordattentäter verursacht eine tödliche Explosion in einem Kaufhaus in London. In einem abgelegenen Haus auf dem Land erhält ein alternder Geheimagent im Ruhestand Besuch von einem Killer. Wie diese beiden Ereignisse zusammenhängen, bleibt lange unklar. Aber sie tun es und entwickeln eine tödliche Dynamik, in deren Zentrum ein Mitglied der Slow Horses steht. Die Versagertruppe des britischen Inlandgeheimdienstes MI5 unter ihrem Chef Jackson Lamb kommt erneut und wortwörtlich unter Beschuss. Mehr unter Druck als unter Beschuss gerät Diana Taverner, die Vizechefin des MI5. Denn hinter den beiden Ereignissen steckt eine Geschichte, die besser nicht ans Tageslicht kommt, weil sie den Ruf des Geheimdienstes extrem beschädigen würde. «Slow Horses» unterhält auch in der vierten Staffel hervorragend, obwohl Lamb weniger zur Geltung kommt, dafür sein Team mehr Raum erhält. Zudem tauchen ein paar neue Figuren auf, die die Show bereichern. Allen voran JK Coe, der jüngste Zugang bei den Slow Horses. Ein grosser, traumatisierter Schweiger, der nicht nur plötzlich tiefe Erkenntnisse von sich gibt, sondern eine ausgeprägte Kaltblütigkeit unter Beweis stellt, wenn es brenzlig wird. - [Slow Horses (Staffel 3) – Den Versagern droht der Gnadentod](https://buergler.net/slow-horses-staffel-3-den-versagern-droht-der-gnadentod/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Waren Jackson Lamb und sein Team zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, hat sich «Slow Horses» über die drei Staffeln hinweg zu einer famosen Spionageserie entwickelt. Sicherlich auch dank der beiden Stars Gary Oldman und Kristin Scott Thomas. Aber der Rest der Crew fällt keineswegs ab. Man fiebert mit den Spion:innen auf dem Abstellgleis genauso mit, wenn zu Beginn River Cartwright unter extremem Zeitdruck versucht, seine Kollegin Catherine aus den Händen von Entführern zu befreien. Das alles erweist sich allerdings als ein Fake und war nur ein Test. Kurz danach läuft der Test aber aus dem Ruder und die Slow Horses geraten zwischen zwei Fronten. Auf der einen Seite steht ein ehemaliger Agent, der den Inlandsgeheimdienst erpresst. Auf der anderen Seite MI5-Agenten, eigentlich Kollegen der Slow Horses, aber mit der Lizenz zum Gnadentöten ausgestattet, die sie entschlossen umzusetzen versuchen. Wie schon zuvor, zeigt sich auch in dieser Staffel wieder, dass das Team von Jackson Lamb durchaus Qualitäten besitzt. Sie machen zwar nicht den professionellsten Eindruck etwa im Umgang mit Waffen, aber den einen oder anderen Gegner treffen sie schon. Ebenfalls souverän wie immer ist Jackson Lamb selber seinen Widersacher:innen mehr als gewachsen. Er schnallt am schnellsten, worum es eigentlich geht und sorgt dafür, dass er und sein Team ungeschoren davonkommen. - [Slow Horses (Staffel 2) – Die Versager wachsen einem immer mehr ans Herz](https://buergler.net/slow-horses-staffel-2-die-versager-wachsen-einem-immer-mehr-ans-herz/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Ich bin mit der ersten Staffel dieser britischen Spionageserie nicht so richtig warm geworden. Aber die zweite schaltet einen Gang höher. Mehr Action, mehr undurchsichtige Intrigen und ein trauriger Todesfall. Kommt hinzu: So unterhaltsam Jackson Lamb, der Chef der Slow Horses, ist mit seiner schäbigen Kleidung, miesepetrigen Stimmung und schlechten Tischmanieren, allein trägt er keine ganze Staffel. Deshalb tut es der Serie sehr gut, dass sein Team in dieser Staffel mehr im Scheinwerferlicht steht, wenn es um die Jagd nach russischen Schläferagent:innen geht. Selbstverständlich verbocken die Versager:innen aus dem Slough House die eine oder andere Aktion. Aber am Schluss triumphieren sie über die arrogante Truppe im Hauptquartier des MI5. - [Slow Horses (Staffel 1) – Der Spion, der aus der Abstellkammer kam](https://buergler.net/slow-horses-staffel-1-der-spion-der-aus-der-abstellkammer-kam/) - ⭐⭐⭐ (Apple TV+) Jackson Lamb (Gary Oldman) ist der Chef des «Slough House». Hier landen die Versager:innen des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5. Eine von diesen Nieten, wie der miesepetrige Chef sie zu bezeichnen pflegt, verwickelt das Team der sogenannten Slow Horses in einen Entführungsfall. Aber nichts ist in diesem Fall, wie es scheint und niemandem kann man trauen, auch nicht im MI5-Hauptquartier. «Slow Horses» ist ein solider Thriller im britischen Geheimdienstmilieu. Beim Vergleich mit John Le Carrés Meisterspion George Smiley, der sich unweigerlich aufdrängt, schneidet Jackson Lamb aber doch etwas schlechter ab. - [Der Schwarm (Staffel 1) – Seichtes TV-Drama, das erst gegen Schluss zum Ökothriller wird](https://buergler.net/der-schwarm-staffel-1-seichtes-tv-drama-das-erst-gegen-schluss-zum-oekothriller-wird/) - ⭐⭐⭐ (Play Suisse / ZDFmediathek) Nein, wirklich überzeugend ist die TV-Version von Frank Schätzings Bestseller «Der Schwarm» nicht. Leider. Das liegt vor allem am langatmigen Einstieg, der sich über fünf Episoden hinzieht. Natürlich braucht es Raum, um fünf Schauplätze und ein gutes Dutzend Figuren zu etablieren. Aber dabei vergisst das Drehbuch, das Bedrohungsszenario aufzubauen und zu steigern. Immerhin steht die Menschheit vor dem Untergang, wie sich zeigen wird. Stattdessen verliert es sich in Liebesgeschichten und anderen Beziehungsproblemen, die für die Story eigentlich irrelevant sind. Was die Serie hätte sein können, zeigt sich in den letzten drei Episoden. Da wird es spannend, wenn Wissenschaftler:innen mit einer geheimnisvollen Meeresintelligenz Kontakt aufnehmen. Deshalb mein Tipp: Lest die Zusammenfassungen von Folge 1 bis 5 und steigt bei der sechsten ein. - [Welches ist der beste Streamingdienst?](https://buergler.net/welches-ist-der-beste-streamingdienst/) - Ein bisschen Zahlen knobeln mit den Bewertungen der besprochenen Serien. Welcher Streamingdienst hat die meisten Sterne bekommen? Wo findet man die besten Krimis oder Komödien? Trotz der hohen Zahl an Besprechungen hält die Auswertung einer kritischen Betrachtung wohl nicht wirklich stand. Dafür bräuchte noch ein paar andere Bewerter:innen mit anderen Vorlieben. Deshalb ist das Ganze - [The Diplomat (Staffel 3) – Bettgeschichten statt Machtpolitik](https://buergler.net/the-diplomat-staffel-3-bettgeschichten-statt-machtpolitik/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Was für eine Enttäuschung, was für ein Absturz. Bis jetzt war «The Diplomat» eine spannende Serie, die US-amerikanischen Imperialismus und Überheblichkeit auf der diplomatischen Bühne tanzen liess, während im Hintergrund die Nachrichtendienste eifrig ihrem dubiosen Geschäft nachgingen. Von Anfang an waren komplizierte Beziehungen Teil der Mischung. Doch im dritten Teil dreht sich fast alles nur noch darum, wer mit wem ins Bett möchte, scheitert oder gerade anders tickt als sein Gspusi. Alles beginnt damit, dass nach dem plötzlichen Tod des US-Präsidenten Grace Penn als seine Nachfolgerin vereidigt wird. Jetzt braucht sie einen neuen Vize. Am besten geeignet wäre wohl Kate Wyler, die US-Botschafterin in London. ACHTUNG SPOILER. Aber Penn entscheidet sich für Kates Mann Hal. Was die ohnehin wackelige Ehe der beiden in die Krise stürzt. Kate erklärt ihre Ehe privat für beendet. Öffentlich steht sie als Second Lady zur Verfügung, bleibt aber zudem Botschafterin. Nicht ganz einfach, diese beiden Rollen unter einen Hut zu bekommen. Doch ihr vordringlichstes Anliegen ist, ihr Sexleben auf Trab zu bringen. Und sie ist nicht die Einzige, die ihre Beziehungsprobleme voranstellt. Daran hätte Lady Whistledown aus «Bridgerton» ihre helle Freude. Mich hat es genervt. Immerhin bekommt die Geschichte am Schluss noch einen interessanten Dreh, als vor der englischen Küste ein russisches Atom-U-Boot strandet. Der folgende Cliffhanger verspricht wieder mehr Spannung und hoffentlich weniger Beziehungsdrama. - [Task (Staffel 1) – Ein Krimi über kaputte Familien überzeugt trotz Pathos](https://buergler.net/task-staffel-1-ein-krimi-ueber-kaputte-familien-ueberzeugt-trotz-pathos/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) Es ist gefährlich, einen Krimi als moralische Geschichte zu erzählen. Das wirkt schnell schwülstig und aufgesetzt. Wenn noch ausgiebig dem Mythos der heilen Familie gefrönt wird, die über allem steht, geht zumindest bei mir schnell der Laden runter. Nicht so bei «Task». Die heile Welt einer glücklichen Familie wabert zwar irgendwo als Ideal herum, doch die Realität sieht anders aus. Einerseits für Tom Brandis. Seine Familie, zwei Adoptivkinder und eine Tochter, ist am tragischen Tod seiner Frau zerbrochen. Nachdem er lange nur am Schreibtisch gesessen hatte, schickt seine Chefin ihn wieder ins Feld. Er soll mit einer Task-Force Einbrüche aufklären. Hinter denen steckt Robbie. Er überfällt mit Kumpels Häuser, in denen Drogen verkauft werden. Dabei geht es ihm weniger ums Geld als um Vergeltung für die Zerstörung seiner Familie durch die Bikergang, die den Drogenhandel betreibt. «Task» bietet genug Action, um Krimifreund:innen bei Laune zu halten. Spannender und bewegender sind aber die Schicksale der Figuren, die sich im Streben nach Glück, Vergebung oder Vergeltung in tiefe Abgründe stürzen. Der Serienmacher Brad Ingelsby hat schon mit «Mare of Easttown» bewiesen, dass er hervorragend Geschichten erzählen kann über Menschen im provinziellen Milieu, die sich mit Katastrophen im Leben konfrontiert sehen. Das gelingt ihm in «Task» erneut, auch wenn er am Schluss der Serie einen Schuss Pathos zu viel draufsetzt. - [Koka Björn (Staffel 1) – Mörderisches Sozialdrama am Polarkreis](https://buergler.net/koka-bjoern-staffel-1-moerderisches-sozialdrama-am-polarkreis/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Disney+ erweitert seinen Produktionshorizont nach Europa. «Koka Björn» (engl. «How to Cook a Bear») ist die erste schwedische Originalserie. Zuvor bediente der Streaminganbieter bereits das Publikum in Deutschland, Frankreich und Italien mit eigenen Serien. Das bereichert das Angebot, das bei Disney+ stark von Kinder- und Familienserien sowie Star-Wars- und Marvel-Produktionen geprägt ist. «Koka Björn» gehört dagegen zur Kategorie Krimi mit sozialem Hintergrund. 1852 kommt Lars Levi Læstadius als neuer Pfarrer mit seiner Familie ins nordschwedische Kengis. Er macht sich bei der Oberschicht im Dorf unbeliebt, weil er sich für die Armen einsetzt und Alkohol als Teufelsgebräu brandmarkt. Zudem ist sein Pflegesohn Jussi samischer Herkunft. Viele im Dorf begegnen ihm mit Misstrauen und Verachtung. Als eine junge Magd verschwindet, sucht das ganze Dorf sie vergeblich. Tage später finden Læstadius und Jussi ihre Leiche im Moor. Sie erkennen klare Anzeichen für einen Mord. Der Dorfpolizist und der Arzt glauben an einen Bärenangriff – bis die nächste Leiche entdeckt wird. Die Aufklärung der Morde folgt kaum den bekannten Krimimustern. Sie gestaltet sich wenig aufregend, vielmehr zäh und langwierig. Dafür schwelgt die Serie immer wieder in Landschaftsaufnahmen und schweift ab in die seltsame Welt am Polarkreis, in der die Samen um ihr Land und ihre Kultur kämpfen. «Koka Björn» fesselt als historisches Sozialdrama ebenso wie als spannender Krimi. Von solchen europäischen Produktionen darf Disney gerne mehr produzieren. - [The Diplomat (Staffel 2) – Falsche Flaggen, Feuerwerk und neue Feinde](https://buergler.net/the-diplomat-staffel-2-falsche-flaggen-feuerwerk-und-neue-feinde/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Die erste Staffel endete mit einem gewaltigen Knall. Vor einem Restaurant geht eine Autobombe hoch, als sich Hal Wyler, der Mann der US-Botschafterin, mit einem britischen Abgeordneten treffen will. Kate Wyler erfährt von dem Attentat in Paris, wo sie gerade mit dem britischen Aussenminister anbandelt. Aus der Romanze wird nichts, dafür muss sich Kate wieder in diplomatischen Abenteuern bewähren. Ihr Mann und auch ihr stellvertretender Missionschef überleben das Attentat nur knapp. Bei der Untersuchung, wer dafür verantwortlich ist, stossen Kate und die CIA-Agentin der Botschaft auf einen ungeheuerlichen Verdacht. Zudem muss sie sich mit Innenpolitik herumschlagen, als die US-Vizepräsidentin zu Besuch kommt. Peinlich, weil Kate als ihre Nachfolgerin im Spiel ist. «The Diplomat» setzt das Spiel mit Diplomatie, Spionage und glamourösen Partys gekonnt fort. Überraschende Wendungen und spannende Konflikte sorgen für beste Unterhaltung. Die Staffel endet erneut mit einem grossen Knall, wenn auch diesmal nicht im wörtlichen Sinn. Aber er verheisst nichts Gutes für die Zukunft von Kate Wyler. - [The Diplomat (Staffel 1) – Brillanter Mix aus «Homeland» und «The West Wing»](https://buergler.net/the-diplomat-staffel-1-brillanter-mix-aus-homeland-und-the-west-wing/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Netflix) / Allein das Wiedersehen mit Keri Russell ist es wert, sich den neuen Politthriller «The Diplomat» anzuschauen. Sie war in der Serie «The Americans» grossartig als KGB-Spionin Elizabeth Jennings. In «The Diplomat» ist sie Kate Wyler, die US-amerikanische Botschafterin in London. England war nicht ihr Traumziel. Sie wollte nach Kabul, um das Chaos aufzuräumen nach dem Abzug der amerikanischen Truppen. Doch auch in London ist ausnahmsweise nicht nur Tee und Champagner trinken angesagt. Der Angriff auf einen britischen Flugzeugträger vor der Küste von Iran sorgt für eine gefährliche internationale Krise. Denn der britische Premier ist ein unberechenbarer Hasardeur, der seine transatlantischen Verbündeten in einen Krieg zu ziehen droht. Wer sich bei «The Diplomat» ein bisschen an den CIA-Thriller «Homeland» und die Politserie «The West Wing» erinnert fühlt, liegt nicht falsch. Die Autorin Debora Cahn hat bei beiden mitgewirkt und mit «The Diplomat» einen sehr gelungenen Mix aus den beiden Erfolgsserien destilliert. - [Skiftet/The New Force (Staffel 1) – Drei Polizistinnen, kein Fokus](https://buergler.net/skiftet-the-new-force-staffel-1-drei-polizistinnen-kein-fokus/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Die ersten Frauen, die in Polizeiuniform durch die Strassen patrouillieren: Apple TV zeigte das jüngst in «Las Azules», einem gelungenen Zeitstück über Mexiko 1971 und die Jagd nach einem Serienmörder. Netflix verlegt in «Skiftet/The New Force» die Geschichte nach Schweden, wo 1958 die ersten Polizistinnen in Stockholm ihren Dienst antreten. Wie ihre mexikanischen Kolleginnen sollen sie das Ansehen der Polizei verbessern – und stossen auf Misstrauen der Männer. Carin, Siv und Ingrid lassen sich davon nicht bremsen. Carin ermittelt im Tod einer Prostituierten, den ihr Vorgesetzter als Selbstmord abtut, und gerät dabei ins Visier eines Bordellbesitzers. Siv träumt von einer Karriere als Detektivin und buhlt um die Anerkennung ihres Kollegen Oscar. Ingrid wiederum wird von ihrem Partner ignoriert, bis sie bei einem Einsatz zur Waffe greift – und in den Sog eines rassistischen Polizeigeheimbunds gerät. Doch die Serie verzettelt sich. Die drei Geschichten laufen nebeneinander her, ohne einen in ihren Bann zu ziehen. Carin manövriert sich in die Bedrängnis, Ingrid verliert sich im Chaos, Siv im Flirt mit Oscar. Hätte sich «Skiftet» auf eine der beiden interessanten Geschichten fokussiert – den Tod der Prostituierten oder die rechtsextremen Polizisten –, wäre daraus vielleicht ein spannender Krimi geworden. Stattdessen verlieren sich die drei im Polizeialltag, zusätzlich belastet von privaten Problemen und Konflikten untereinander. - [Foundation (Staffel 2) – Der Kampf um die Vorherrschaft in der Galaxis eskaliert](https://buergler.net/foundation-staffel-2-der-kampf-um-die-vorherrschaft-in-der-galaxis-eskaliert/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Eine Warnung vorab für Einsteiger:innen: «Foundation» ist keine wortgetreue Umsetzung der Trilogie von Isaac Asimov. Die Serie fügt eigene Elemente hinzu, um mehr emotionale Bindung zu erreichen und die Story etwas weniger komplex zu gestalten. Sie bleibt dem Geist der Vorlage aber weitgehend verbunden und bringt Asimovs Geschichte sehr ansprechend auf den Bildschirm. In der zweiten Staffel eskalieren die Ereignisse. Das Imperium, dessen Untergang Hari Seldon vorausgesagt hat, versucht dem zu entgehen. Brother Day will das Zeitalter der Klonherrscher beenden und eine Erbdynastie begründen. Gaal Dornick und ihre Tochter Salvor sind mit einem irgendwie wiederauferstandenen Hari Seldon auf der Suche nach der zweiten Foundation. Ein Unterfangen, das sich als lebensgefährlich herausstellt. Und am Aussenrand der Galaxis bedrohen imperiale Raumschiffe die erste Foundation auf Terminus. «Foundation» gewinnt in der zweiten Staffel noch an Dramatik und Spannung und überzeugt optisch weiterhin mit einem hohen Produktionsniveau. - [Foundation (Staffel 3) – The Mule, the Dude und das Ende der Galaxie](https://buergler.net/foundation-staffel-3-the-mule-the-dude-und-das-ende-der-galaxie/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Die dritte Staffel von Foundation spielt 152 Jahre nach den Ereignissen der zweiten Staffel. Das galaktische Imperium der Celon-Dynastie ist stark geschwächt, während die Foundation auf über 800 Planeten expandiert hat. Im Zentrum steht der Aufstieg einer neuen Figur. «The Mule» unterwirft mit seinen telepathischen Kräften ganze Planeten. Die Foundation und die verbliebenen Cleons schliessen eine wackelige Allianz. Gleichzeitig versucht die geheim operierende Second Foundation unter Führung von Gaal Dornick und Hari Seldon das Universum zu retten. Dabei kommen sie an ihre Grenzen. Denn die neue Gefahr hat Seldons Psychohistorik so nicht kommen sehen. «The Mule» sorgt mit seiner sadistischen Grausamkeit dafür, dass sich einem die Nackenhaare sträuben. Auf der anderen Seite sorgt Brother Day für Heiterkeit. Der vormalige Anführer der drei Cleon-Brüder hat die Schnauze voll vom Regieren und steigt aus. Er fläzt mit seiner Geliebten auf dem Sofa und dröhnt sich mit psychedelischen Sporen das Hirn zu. Das und sein Hippie-Outfit, die langen Haare und der struppige Bart machen ihn zu einer Sci-Fi-Variante des legendären «Dude» aus «The Big Lebowski». Das grösste Problem der Serie bleibt, die Übersicht zu behalten. Die Konflikte verzweigen sich immer mehr, neue Mitspieler:innen betreten die Bühne. Das verlangt etwas Konzentration beim Schauen, man wird aber wie gewohnt belohnt mit spannenden Wendungen in der Geschichte und einer hochstehender Produktionsqualität. - [Platonic (Staffel 2) – Viel Chaos, viel Witz, aber weniger zauberhaft](https://buergler.net/platonic-staffel-2-viel-chaos-viel-witz-aber-weniger-zauberhaft/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Die erste Staffel hat die Pflöcke eingeschlagen: Sylvia und Will sind beste Freunde. Sie schütten sich gegenseitig ihr Herz aus und sind füreinander da. Nicht mehr. Kein Sex, nur Freundschaft. Deshalb freut sich Sylvia für ihren Freund, als er ankündigt, er werde heiraten wird. Gibt sie zumindest vor. Aber eigentlich glaubt sie, dass Will und Jenna nicht zusammenpassen. Trotzdem will Sylvia die Hochzeit organisieren. Mit der Hochzeit ist das Hauptthema für die erste Hälfte der Staffel gesetzt. Die Vorbereitungen laufen chaotisch, die Emotionen schlagen hohe Wellen, bis die Ereignisse eine (nicht ganz) unerwartete Wendung nehmen. Was folgt, ist ein Auf und Ab in der Beziehung von Sylvia und Will. Sie streiten sich, sie trennen sich, sie versöhnen sich wieder. Dieser Beziehungsknatsch gibt genug her für eine gute Komödie. Sie lebt wie schon zuvor grösstenteils vom Können der beiden Hauptdarsteller Byrne und Rogen. Aber die Geschichte erreicht nicht mehr das Level der ersten Staffel. Da hilft es auch nicht wirklich, wenn andere Figuren mehr Raum bekommen. Sylvias Mann Charlie etwa, der seinen grossen Traum erfüllt sieht, als er als Kandidat für die Quizshow «Jeopardy» ausgesucht wird und in einem Albtraum erwacht. Man amüsiert sich weiterhin gut in «Platonic», aber die Dialoge wiederholen sich und die Plots drehen im Kreis. Falls Apple TV+ eine dritte Staffel produziert, schaue ich sicher wieder rein. Aber die Serie hat etwas an Zauber verloren. - [Star Trek: Strange New Worlds (Staffel 1) – They boldly go, again](https://buergler.net/star-trek-strange-new-worlds-staffel-1-they-boldly-go-again/) - ⭐⭐⭐⭐ (Paramount+) Christopher Pike, Kommandant der Enterprise, wird mit einer Rettungsmission beauftragt. Ein Schiff ist bei einer First Contact-Mission verschwunden. Das ist nur der Auftakt zur fünfjährigen Expeditionreise der Enterprise in die unendlichen und unendlich gefährlichen Tiefen des Weltraums. Die Enterprise muss Planeten vor gefährliche Kometen retten, begegnet übermächtigen Gegnern und bekannten Feinden wie den Romulanern. In jeder Episode eine neue Geschichte. Das überrascht, dass «Strange New Worlds» zur alten Episodenerzählung zurückgreift wie die originale Serie. Aber es funktioniert und ist schon fast wohltuend. Mal wieder eine Serie, die man nicht bingen muss, sondern sich einmal pro Woche zu Gemüte führt. Dabei kommen Trekkies auf ihre Kosten, mit einem Blick in die Zeit vor Captain Kirk. Aber auch Einsteiger:innen haben wenig Mühe, sich hier schnell zurechtzufinden. - [Star Trek: Strange New Worlds (Staffel 2) – Spontane Gesangsanfälle und Comicfiguren auf der Enterprise](https://buergler.net/star-trek-strange-new-worlds-staffel-2-spontane-gesangsanfaelle-und-comicfiguren-auf-der-enterprise/) - ⭐⭐⭐⭐ (Paramount+) Wie in der ersten Staffel, hält «Strange New Worlds» wieder am etwas altbackenen Erzählmuster fest: eine Episode = ein Abenteuer für die Enterprise und ihre Crew. Das funktioniert erneut sehr gut. Die ersten Episoden der neuen Staffel sind unterhaltsam und spannend wie gewohnt. Doch mit zwei Episoden in der zweiten Hälfte liefert die Serie absolute Highlights. Für mich, der wenig mit Animationen anfangen kann, völlig überraschend war, wie genial witzig die Crossover-Episode mit «Star Trek: Lower Decks» gelungen ist. Und in «Subspace Rhapsody» wird die Crew der Enterprise von unkontrollierbaren Gesangsanfällen geplagt, die sich nur mit einem gloriosen Musical-Finale beenden lassen. Dass macht der Crew offenbar gewaltig Spass und auch als Zuschauer:in möchte man mittanzen auf der Kommandobrücke. Leider liegt zwischen den beiden Highlights die schlechteste Episode. Dafür endet die Staffel in einer spannungsgeladenen Episode und einem Cliffhanger, der sich gewaschen hat. - [House of Guinness (Staffel 1) – Erben, Lieben, Leiden](https://buergler.net/house-of-guinness-staffel-1-erben-lieben-leiden/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Vier Tage bevor «House of Guinness» auf Netflix startete, war ich in Dublin und tat, was alle Tourist:innen tun: Ich besuchte das Guinness Storehouse. Dort präsentiert die Brauerei stolz ihre Geschichte und Produkte. So war ich bestens vorbereitet auf die Serie, die die Geschichte der Guinness-Dynastie erzählt. Wer bei Guinness nur an dunkles Bier mit cremiger Schaumkrone denkt, braucht vielleicht etwas Eingewöhnung. Doch das opulente Setdesign zieht einen sofort tief hinein in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, in der die Saga mit dem Tod des Familienpatriarchen Benjamin Guinness beginnt. Er hinterlässt vier Kinder, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Arthur, der schwule Dandy, der mit Bier nichts am Hut hat. Benjamin ist Alkohol gar nicht abgeneigt, aber bevorzugt härteres und viel davon. Edward arbeitete schon zuvor in der Brauerei und kennt das Geschäft in- und auswendig. Anne schliesslich spielt als Frau zumindest vorerst keine Rolle im Familienbusiness. Wer jetzt einen Erbfolgestreit à la «Succession» erwartet, liegt falsch. Es gibt zwar Spannungen zwischen den Geschwistern. Aber sie kämpfen weniger gegeneinander, als vor allem um ihr eigenes Glück. Das scheint ihnen das Schicksal grundsätzlich zu verwehren. «House of Guinness» mixt diese persönlichen Geschichten mit dem historischen Hintergrund zu einem wohl mundenden Gebräu, das nicht zuletzt optisch perfekt serviert wird, wie man das bei einem Pint of Guinness erwarten darf. Ich stelle das Guinness aber jetzt schon kalt für die zweite Staffel. Sláinte! - [Black Rabbit (Mini-Serie) – Dummheit verdient kein Mitgefühl](https://buergler.net/black-rabbit-mini-serie-dummheit-verdient-kein-mitgefuehl/) - ⭐⭐ (Netflix) Jude Law («The New Pope») und Jason Bateman («Ozark») als ungleiche Brüder in einem Thriller. Das ist Grund genug, «Black Rabbit» einzuschalten. Dass ich nach zwei Episoden wieder ausgestiegen bin, kann man nicht den beiden Hauptdarstellern anlasten. Sie geben ihr Bestes, aber das rettet die Story nicht. Es liegt sicher auch an mir, dass «Black Rabbit» so schlecht wegkommt. Denn ich kann eines nicht ertragen: Menschen, die in jeder Situation die absolut dümmste Entscheidung treffen. Das kann als Komödie funktionieren, als Drama ist es unerträglich. Man müsste ja Mitgefühl empfinden mit den Figuren, die immer tiefer ins Elend sinken. Aber das funktioniert nicht, wenn sie dieselben Fehler immer wieder machen und damit beweisen: Sie sind schlicht dumm. Beispiel gefällig? Vince Friedken ist spielsüchtig und hat hohe Schulden. Was tun? Natürlich Geld leihen, um damit zu zocken, weil das ja schon früher hervorragend funktioniert hat – eben nicht. Jake Friedken macht es auch nicht besser. Er hat endlich Erfolg mit seinem Restaurant, das er vor Jahren wegen seines Bruders beinahe verloren hätte. Was tut er also, als der Bruder wieder auftaucht? Logisch wäre, ihn zur Hölle zu schicken. Aber nein, Jake will ihm helfen und reitet sich selbst in Teufels Küche. Wie das alles ausgeht, habe ich nachgelesen. Ich kam zum Schluss, dass sich in den restlichen sechs Stunden der Serie nichts tut, was den Aufwand lohnen würde. - [Wednesday (Staffel 2) – Chaos liegt den Addams im Blut](https://buergler.net/wednesday-staffel-2-chaos-liegt-den-addams-im-blut/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Die grosse Überraschung, die «Wednesday» für mich vor drei Jahren war, kann die zweite Staffel logischerweise nicht mehr sein. Was unerwartet kam, wie etwa die geniale Wednesday, die vor Sarkasmus sprüht und der jeder zwischenmenschliche Kontakt zuwider ist, ist jetzt vertraut. Deshalb ist es kein schlechter Dreh, dass die Geschichte mehr auch auf andere Figuren fokussiert. Wednesdays Zimmergenossin Enid, die Werwölfin, ist von einer tödlichen Gefahr bedroht. Das hat Wednesday in einer Vision gesehen. Allerdings weiss sie nicht genau, woher die Bedrohung kommt. Am ehesten vielleicht von Tyler, dem Hyde, der angekettet in einer psychiatrischen Anstalt dahinvegetiert? Oder von einem Zombie, den ihr Bruder ausgräbt? Vor allem aber spielt die Familiengeschichte der Addams eine grössere Rolle. Die Mutter-Tochter-Beziehung liegt im Argen. Vor allem haben Wednesdays Eltern ihrer Tochter einige Ereignisse aus der Vergangenheit verschwiegen, die jetzt unerwartete Konsequenzen haben. Dann ist da noch der neue Schulvorsteher, gespielt von Steve Buscemi, der eine eigene Agenda verfolgt. Auch in seinen Plänen spielt die Addams-Familie eine Rolle. Er will ans Vermögen von Wednesdays Grossmutter. Das alles sorgt für genügend schaurig-spannende Momente, so dass man vergnügt dran bleibt, wenn Wednesday das macht, was sie am besten kann: Ein riesiges Chaos verursachen. Oft unabsichtlich, aber immer erfolgreich. - [Wednesday (Staffel 1) – Ein Händchen für komischen Grusel](https://buergler.net/wednesday-staffel-1-ein-haendchen-fuer-komischen-grusel/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) «Wednesday» wäre mir fast durch die Lappen gegangen. Weil: Tim Burton finde ich etwas überschätzt. Mit der Addams Family wurde ich nie so richtig kühl. Und Highschool-Serien sind mir schlicht ein Gräuel. Aber dann war da der Trailer: Wednesdays Addams rächt sich an den Bullys, die ihren Bruder plagen. Piranhas ins Schwimmbecken, in dem die Bullys trainieren. Da fliesst Blut und als Sahnehäubchen Wednesdays Kommentar: Nicht alle sollten sich fortpflanzen. Das ist meine Art von Humor. Diesen Sarkasmus zieht Wednesday durch bis zum Schluss, was einen grossen Teil des Amüsements der Serie ausmacht. Ihr düsteres Gemüt spiegelt sich auch in den Setdekors bis hin zu ihrer Schuluniform. Als einzige trägt sie keinen einzigen bunten Farbtupfer. Die Geschichte selbst, die Jagd nach einem Monster, die Wednesday tief in ihre eigene Familiengeschichte führt, wird beinahe etwas nebensächlich. Die Macher:innen beweisen mit einem eiskalten Händchen, dass man dem ausgelutschten Highschool-Teenie-Genre mit dunklem Humor Leben (oder hier besser Tod?) einhauchen kann. Da wird sogar der unvermeidliche Schulball zum blutigen Vergnügen. - [Butterfly (Staffel 1) – Ein bisschen Action, viel Langeweile](https://buergler.net/butterfly-staffel-1-ein-bisschen-action-viel-langeweile/) - ⭐⭐ (Prime Video) Vater und Tochter auf Actionmission gab es erst kürzlich auf Netflix. Noldi Schwarzenegger war in «FUBAR» als pensionierter CIA-Agent mit seiner Tochter, ebenfalls CIA-Agentin, unterwegs. Keiner wusste allerdings vom anderen, bis sie sich bei einer Mission gegenüberstanden. «FUBAR» versuchte aus dieser Konstellation eine Actionkomödie zu machen. Meines Erachtens erfolglos. Nachdem ich jetzt «Butterfly» gesehen habe, weiss ich allerdings: Schlimmer als eine misslungene Actionkomödie ist ein schlechtes Actiondrama. Immerhin bieten die Szenen zwischen den Actionszenen in «FUBAR» zumindest etwas Unterhaltung. «Butterfly» dagegen erinnert daran, was man Pornos nachsagt: Die Handlung zwischen den Actionszenen ist langweilig bis sehr bemüht. David Jung hat vor neun Jahren seinen Tod vorgetäuscht. Damit machte er seine 13-jährige Tochter Rebecca zur Vollwaise. Jetzt will er wieder Kontakt mit ihr aufnehmen, denn sie hat einen fragwürdigen Beruf gewählt: Auftragskillerin. Nach einigen Komplikationen finden sie sich, müssen aber vor einer mächtigen und bösen Organisation fliehen. Die Flucht ist gespickt mit Martial-Arts-Zweikämpfen und vielen Leichen. Dazwischen müssen wir Vater-Tochter-Beziehungsdialoge über uns ergehen lassen. Was man «Butterfly» zugutehalten kann: Die Serie verschwendet nur sechs Episoden für eine einfallslose Geschichte. Allerdings spekuliert sie mit einem Cliffhanger auf eine zweite Staffel. Hoffentlich erfolglos. - [Hostage (Mini-Serie) – Wenn Familie der Politik in die Quere kommt](https://buergler.net/hostage-mini-serie-wenn-familie-der-politik-in-die-quere-kommt/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Wäre «Hostage» eine US-Serie, wäre sie langweilig. Präsident:innen, die an Leib und Leben bedroht sind, Verräter in den eigenen Reihen bekämpfen und dann heldenhaft über sich hinauswachsen, kennen wir zur Genüge. Verlegt man die Geschichte nach Europa, wirkt das für uns nicht nur etwas vertrauter, es verändert auch die Dynamik. Denn die Macht einer englischen Premierministerin ist ungleich geringer. In diesem Amt kann man so schnell verschwinden, wie man gekommen ist, wie Liz Truss bewiesen hat. Auch der britische Premierministerin Abigail Dalton droht ein abrupter Abgang. Ihr Ehemann wurde in Französisch-Guyana entführt. Die Entführer fordern Daltons Rücktritt. Zum Glück findet ein MI6-Agent die Geiseln und die in London weilende französische Präsidentin stimmt einer Befreiung durch ein Spezialkommando zu. Bis auch sie erpresst wird und die Aktion abbricht. Die Terroristen drohen, ein Video zu veröffentlichen, das die Präsidentin im Bett mit ihrem Stiefsohn zeigt. Wenn man sich damit abfindet, dass zu Beginn einiges etwas übertrieben konstruiert ist, bekommt man danach einen sauberen und spannenden Politthriller serviert. Elegant eingebettet sind dabei Bezüge zur aktuellen politischen Situation wie das marode englische Gesundheitssystem oder der populistische Kampf um Stimmen auf dem Rücken von Migrant:innen. Nicht zuletzt dank der beiden Hauptdarstellerinnen Suranne Jones und Julie Delpy ist «Hostage» ein fesselnder Thriller. - [The Deal (Staffel 1) – Eine Schweizer Serie ohne die üblichen Klischees](https://buergler.net/the-deal-staffel-1-eine-schweizer-serie-ohne-die-ueblichen-klischees/) - ⭐⭐⭐⭐ (Play Suisse) Wie erfreulich: Eine Schweizer Serie, bei der es nicht nach Kuhmist stinkt, keine Geranien vor den Fenstern hängen und Berge nur weit weg am Horizont zu sehen sind. «The Deal» wählt als Schauplatz ein Genfer Luxushotel und als Handlung die historischen Verhandlungen von 2015 über das iranische Atomprogramm. So ein Setting ist ungewohnt. Allerdings trifft das mehr auf das Deutschschweizer Publikum zu, wo selbst gelungene Serien wie «Tschugger» oder «Wilder» der Heimattümelei ein wenig verhaftet bleiben. In der Westschweiz sah man dagegen schon ein paar Mal Genf als Schauplatz internationaler Konflikte. Hier knüpft «The Deal» an, legt aber noch eine Schippe drauf. Die Weltmächte USA, Russland, China und EU verhandeln mit dem Iran über dessen Atomprogramm. Mittendrin Alexandra Weiss, die als Leiterin der diplomatischen Delegation der Schweiz dafür sorgt, dass die Verhandlungen in einem konstruktiven Klima verlaufen. Was angesichts der Differenzen und des tiefen gegenseitigen Misstrauens alles andere als einfach ist. Gleichzeitig will Alexandra ihren ehemaligen Freund aus den Fängen der iranischen Revolutionswächter befreien. Ein Drahtseilakt, der nicht nur an ihren Nerven zehrt. «The Deal» scheut sich nicht, mit Elementen zu arbeiten, die wir bei angloamerikanischen Produktionen gewohnt sind, ohne dass das übertrieben wirkt. Es ist wirklich erfreulich, mit welcher Leichtigkeit die Serie eine Schweizer Geschichte erzählt, die auf der Weltbühne spielt. - [Smoke (Staffel 1) – Viel Rauch, kein Feuer](https://buergler.net/smoke-staffel-1-viel-rauch-kein-feuer/) - ⭐⭐(Apple TV+) Taron Egerton ist kein Superstar. Aber er hat in Filmen wie «Rocketman» (2019), wo er Elton John spielte, «Tetris» (2023) oder in den beiden «Kingsman»-Filmen einen überzeugenden Eindruck hinterlassen. Zudem stammt die neue Serie «Smoke» mit ihm wieder aus der Feder von Dennis Lehane, mit dem Egerton schon bei der aufwühlenden Serie «Black Bird» zusammengearbeitet hat. Gute Voraussetzungen, die gewaltig enttäuscht werden. Die Geschichte über den Brandermittler Dave Gudsen (Egerton), der gemeinsam mit seiner FBI-Kollegin Michelle Calderone (Jurnee Smollett) zwei Serienbrandstiftern das Handwerk legen soll, ist zu lang, zu repetitiv und voller Dialogszenen, die nervig bis peinlich, aber vor allem unnötig sind. Ich habe nicht gezählt, wie oft irgendein Duo in einer Bar sitzt, sich langsam besäuft, in Buddy-Manier einander auf die Schultern klopft und pseudo-tiefsinnige Banalitäten lallt. Diese Szenen sollen die Figuren vertiefen, sorgen aber nur für Kopfschütteln. Für «Smoke» hätten sechs, vielleicht sogar vier Episoden gereicht, um die Geschichte zu erzählen, die auf einem True-Crime-Podcast basiert und an einen wahren Fall angelehnt ist. So muss man sich jetzt durch neun Episoden plagen, um ganz am Schluss wenigstens einen Twist zu erleben, den man nicht hat kommen sehen. Auch wenn in «Smoke» viele Feuer lodern, lässt einen die Serie am Schluss ziemlich kalt. - [The Gilded Age (Staffel 3) – Viele Hürden auf dem Weg zum Glück](https://buergler.net/the-gilded-age-staffel-3-viele-huerden-auf-dem-weg-zum-glueck/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) Schon die dritte Staffel, die vierte bereits bestätigt, und ein Ende ist nicht in Sicht. Julian Fellowes, der Schöpfer von «The Gilded Age», scheint den Erfolg seines englischen Historiendramas «Downton Abbey» zu wiederholen. Dann dürfen wir uns auf mindestens sechs Staffeln freuen. Der Stoff scheint ihm nicht auszugehen. Und der Cliffhanger am Schluss deutet an, was für ein Drama uns in der nächsten Staffel erwartet. In einer Familie hängt der Haussegen gewaltig schief. Dabei ist die aktuelle Staffel nicht arm an Dramen, beschert uns aber auch ein paar wohltuende Momente. Tränen, Wut und Hass entfacht vor allem Bertha Russell. Unerbittlich strebt sie danach, ihre Familie an die Spitze der New Yorker Gesellschaft zu führen. Gefühle, besonders die der anderen, zählen dabei nichts. Darunter leidet diesmal ihre Tochter, aber sie verärgert auch ihren Mann. Auch auf der anderen Strassenseite geht es drunter und drüber. Die Schwestern Agnes und Ada müssen mit den neuen Rollen zurechtkommen, seit Agnes all ihr Geld verloren hat. Und ihre Nichte Marian und deren Freundin Peggy erleben Höhen und Tiefen des Liebesglücks. Dem Streben nach Glück (und Geld und Ansehen) stehen viele Hindernisse im Weg: Dünkel, Intrigen, Heimtücke, drohender Bankrott und viele andere Widrigkeiten. Auch wenn manche Plots gekünstelt oder repetitiv wirken, fiebert man mit den Figuren mit. Die vierte Staffel ist gesetzt für die Watchlist. - [The Gilded Age (Staffel 1) – Die Neureichen gegen den alten Adel von New York](https://buergler.net/the-gilded-age-staffel-1-die-neureichen-gegen-den-alten-adel-von-new-york/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) Marian ist nach dem Tod ihres Vaters mittellos und muss zu ihren reichen Tanten nach New York ziehen. Sie landet in der Oberschicht der Alteingesessenen, zu der ihre Tanten gehören. Dieser alte Adel wird aber von neureichen Emporkömmlingen herausgefordert. «The Gilded Age» stammt aus der Feder des Erfinders von «Downton Abbey». Das sieht und spürt man fast bei jeder Einstellung, was durchaus als Kompliment gemeint ist. Das Setting im New York der 1880er-Jahre ist nicht nur ein Szenenwechsel. Es führt in eine wenig bekannte Welt, die fasziniert und Interesse am realen historischen Hintergrund weckt. - [The Gilded Age (Staffel 2) – Vier Liebesgeschichten und ein Opernkrieg](https://buergler.net/the-gilded-age-staffel-2-vier-liebesgeschichten-und-ein-opernkrieg/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) Es geht nahtlos weiter in der reichen Upper Class der 1880er-Jahre. Die zweite Staffel von «The Gilded Age» knüpft in allen Belangen direkt und perfekt an die erste an: Da wallen die Kleider, da erröten die Wangen und es wird fleissig diniert und intrigiert. Noch mehr als zuvor mixt die Serie historische Ereignisse ins Leben der Schönen und Reichen (und ihrer Bediensteten). Im Zentrum steht der Streit der Opernhäuser, respektive deren Unterstützerinnen. Weil ihr eine Loge in der Academy of Music verweigert worden ist, macht sich Bertha Russell als grösste Gönnerin für die neue Metropolitan Opera stark. Diesen Opernkrieg gab es tatsächlich, nur hiess die Met-Verfechterin Alva Vanderbilt, der die Figur der Bertha Russell nachempfunden ist. Auch im Haus gegenüber der Russells bei Agnes Van Rhijn passiert einiges in der zweiten Staffel. Ada verliebt sich in den neuen Pfarrer. Die Nichte Marian verlobt sich, aber dieser Beziehung gibt man als Zuschauer:in wenig Chancen. Agnes' Sohn Oscar ist ebenfalls wild entschlossen, endlich zu heiraten und riskiert dafür einiges – zu viel, wie sich zeigen wird. Alles in allem macht auch die zweite Staffel sehr viel Spass, wenn man den Wohlbegüterten beim Flanieren und Intrigieren zuschaut. Der Blick in die Arbeitsplätze der Bediensteten und in Arbeiterwohnungen beruhigt dabei ein wenig das soziale Gewissen. Sogar eine kleine feministische Episode, die den Bau der Brooklyn Bridge betrifft und historisch belegt ist, kommt vor. - [The Sandman (Staffel 1) – Umwerfende Reise ins Traumreich](https://buergler.net/the-sandman-staffel-1-umwerfende-reise-ins-traumreich/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Netflix) 100 Jahre lang wird der Sandmann oder Dream, wie er in seinem Traumreich heisst, von einem okkulten Magier gefangen gehalten. Als er endlich freikommt, muss sich Dream seine mächtigen Werkzeuge wieder beschaffen, die ihm gestohlen wurden. Doch auch danach wird es nicht ruhig in seinem Reich. Ein Vortex bedroht seine Macht und das ganze Traumland. «The Sandman» nach Neil Gaimans Comicvorlage ist fantastisch in jeder Beziehung. Üppig inszeniert, fast zu schade für den kleinen Bildschirm. Hervorragend besetzt mit Namen wie David Thewlin, Jenna Coleman oder Charles Dance. Aber auch mit neuen Gesichtern, die überzeugen. Und nicht zuletzt sind die Geschichten, die sich in Träumen, der Hölle, einem Diner oder auch mal bei einem Nachmittagsspaziergang mit dem Tod abspielen, grossartige Unterhaltung. Die Comicvorlagen geben reichlich Stoff für weitere Staffeln. Darauf darf man sich jetzt schon freuen. - [The Sandman (Staffel 2) – Die Realität überschattet das Traumreich](https://buergler.net/the-sandman-staffel-2-die-realitaet-ueberschattet-das-traumreich/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Die erste Staffel von «The Sandman» konnte man noch ungetrübt geniessen. Nun stören zwei Dinge: Schwächen in den Geschichten sowie Vorwürfe gegen den Autor Neil Gaiman, er habe Frauen sexuell genötigt. Diese Vorwürfe beeinflussten die Produktion nicht direkt, da die zweite Staffel bereits abgedreht war, als sie bekannt wurden. Dennoch betrachtet man Figuren und Plots nun mit anderen Augen. Doch vergessen wir für den Moment die reale Welt und tauchen erneut ein in das Traumreich des Sandmans. So sehr ich die Figur in der ersten Staffel mochte, zeigt sich jetzt, dass er über die Zeit etwas eintönig wirkt. Da helfen auch die tiefsinnigen Monologe nicht, die ihm das Drehbuch zuschreibt. Kommt dazu, dass er einige Charakterschwächen offenbart, die irritieren. Da ist etwa die Geschichte mit Nada, die er liebt, die ihn aber ablehnt, um als Königin ihrem Volk zu dienen. Dafür schickt er sie in die Hölle, wo sie Jahrtausende schmort, bis er endlich ein Einsehen hat. Die Geschichten sind aber unterhaltsam. Es kommen viele Figuren vor, denen man auch mehr Raum hätte geben können. Lucifer Morningstar taucht wieder auf, die Dämonenjägerin Constantine und Morpheus' Geschwister. Amüsant ist das Schurkenpaar Loki und der Kobold Puck. Die zweite Staffel fasziniert nicht mehr ganz so stark wie die erste. Es lohnt sich aber unbedingt, die Geschichte des Sandmans zu Ende zu schauen – und auch die Schlussepisode mit Death im Zentrum. - [The Narrow Road to the Deep North (Mini-Serie) – Krieg und Liebe, aber vor allem Trauma](https://buergler.net/the-narrow-road-to-the-deep-north-mini-serie-krieg-und-liebe-aber-vor-allem-trauma/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) «The Narrow Road to the Deep North» erzählt wie schon der Kriegsfilmklassiker «The Bridge on the River Kwai» vom mörderischen Bau der Eisenbahn zwischen Thailand und Burma Anfang der 1940er-Jahre. In der Mini-Serie sind es australische Soldaten, die in japanische Gefangenschaft geraten und Leid und Folter erleben. Ranghöchster Offizier dieser Truppe von ausgemergelten Schatten ist der angehende Arzt Dorrigo Evans. Er bleibt von den Strapazen der Bauarbeiten verschont, muss sich aber im Lazarett um die vielen Verletzten und Kranken kümmern. Das Resultat ist dasselbe: ein tiefes Trauma, das Dorrigo Jahrzehnte später noch nicht überwunden hat, wie eine zweite Zeitebene erzählt. Eine dritte Ebene spielt kurz vor dem Krieg. Dorrigo verbringt die letzten Wochen vor seinem Einsatz mit seiner Verlobten. Beim Abschiedsbesuch bei seinem Onkel lernt er dessen Frau kennen und verliebt sich unsterblich. Diesen Erzählstrang, der so ganz anders ist als das Grauen der Kriegsgefangenschaft, erzählt die Serie mit einer ähnlich emotionalen Intensität und fängt beides mit kunstvollen Bildern ein. Horror und Brutalität prägen die Stimmung im Dschungel, verzweifelte Liebe und Erotik dagegen die Begegnungen zwischen Dorrigo und Amy. Die Verbindung von Romanze und Kriegsgrauen wirkt irritierend, doch die Erzählung verknüpft beide Ebenen mühelos. Immer im Zentrum: Dorrigo, ein durchaus zwiespältiger Charakter, dessen Leben von einer Tatsache geprägt ist: Ihm bleibt Glück verwehrt. - [Wer verdient einen Emmy?](https://buergler.net/das-emmy-tippspiel/) - Welche Serien, Schauspielerinnen und Schauspieler gewinnen die begehrten Emmy-Trophäen? Hier kannst du deinen Tipp abgeben für die neun bedeutendsten Kategorien. Die Preisverleihung findet am 14. September statt. - [Poker Face (Staffel 2) – Glänzende Natasha Lyonne, schwankende Episodenqualität](https://buergler.net/poker-face-staffel-2-glaenzende-natasha-lyonne-schwankende-episodenqualitaet/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) Wer die erste Staffel kennt, weiss, worauf man sich freuen kann: Natasha Lyonne. «Poker Face» lebt von ihrer schrillen, kauzigen Art, mit der sie die Hauptfigur Charlie Cale verkörpert. Langweilig wird es nie, wenn man ihr zusieht. Für Neulinge: Charlie Cale ist ein menschlicher Lügendetektor. Sie erkennt sofort und unfehlbar, wenn jemand nicht die Wahrheit sagt. «Bullshit», entfährt es ihr dann jeweils spontan. Anfangs versuchte Charlie, mit ihrer Fähigkeit beim Poker Geld zu verdienen. Das ging schief. Die Mafia nahm sie ins Visier, und seitdem ist sie auf der Flucht. Zufällig gerät sie an jedem Ort ihrer Flucht in ein Verbrechen, das sie mit ihrer Spürnase aufklärt. Nicht ganz so hochkarätig wie in der ersten Staffel, aber immer noch beachtlich, sind die vielen Stars mit Gastauftritten. Diesmal sind u.a. dabei Giancarlo Esposito, Margo Martindale, Katie Holmes oder auch Steve Buscemi. Ebenfalls etwas nachgelassen hat der Unterhaltungsfaktor der Morde und anderen Verbrechen, die Charlie aufklärt. Besonders die ersten beiden Episoden fallen ab. Wer aber durchhält, wird mit einigen schön skurrilen Fällen belohnt. Da gibt es etwa den zu Unrecht des Mordes beschuldigten Alligator oder die hinterlistige Streberin in einer Schule, die den Tod eines Hamsters auf dem Gewissen hat. Trotz einiger schwächeren Episoden überwiegt am Ende der zweiten Staffel der positive Eindruck, der vor allem dem starken Auftritt von Natasha Lyonne zu verdanken ist. - [The Marvelous Mrs. Maisel (Staffel 4) – Witze reissen im Striplokal](https://buergler.net/serien-tipp-the-marvelous-mrs-maisel/) - ⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Stand-up-Comedienne Midge Maisel muss in der 4. Staffel wieder ganz unten anfangen. Sie findet ein neues Engagement in einem illegalen Stripclub. Hier ist sie zwar sehr erfolgreich, aber das löst weder ihre Geldprobleme, noch bringt es ihre Karriere voran. Die 4. Staffel führt nahtlos weiter, was die vorangehenden Staffeln erfolgreich machte: witzige Dialoge, tolle Kostüme und Ausstattung (wir sind jetzt im Jahr 1960) und schräge Geschichten, die Midge und den anderen Charakteren widerfahren. Einzig mehr Stand-up-Auftritte von Midge wären zu wünschen gewesen, denn sie sind die Highlights der Serie. - [Star Trek: Discovery (Staffel 4) – Eine Crew in der Sinnkrise](https://buergler.net/serien-tipp-star-trek-discovery/) - ⭐⭐ (Paramount+) Michael Burnham, jetzt Captain der USS Discovery, muss mit ihrer Crew eine Dunkle-Materie-Anomalie stoppen, die ganze Planeten zerstört. Wie sich herausstellt, ist die Anomalie kein natürliches Phänomen: Wer oder was steckt also dahinter? Ich war bis jetzt ziemlich angetan von der Discovery-Reihe. Spannend und unterhaltsam in guter Star-Trek-Tradition. Die Hauptgeschichte mit der Suche nach der Ursache der Anomalie führt diese Tradition weiter. Was aber massiv nervt, sind die diversen Nebengeschichten. Jede Episode schieben mindestens zwei Figuren grosse Krisen, die sie in scheinbar endlosen, pseudo-tiefsinnigen Gesprächen ausbreiten. Schade. - [The Good Fight (Staffel 5) – Covid, Cancel Culture und der Sturm aufs Kapitol](https://buergler.net/serien-tipp-the-good-fight/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+ / Prime Video) Neue Herausforderungen für die Anwältin Diane Lockhart: Die mehrheitlich afroamerikanische Belegschaft der Kanzlei will sie als Firmenchefin loswerden. Ihr Mann wird vom FBI verdächtigt, in den Sturm aufs Kapitol verwickelt zu sein. Es geht also wie gewohnt weiter bei «The Good Fight». Aktuelle politische und gesellschaftliche Themen werden in die Story und in die Gerichtsfälle der Kanzlei verpackt. Immer kritisch, oft witzig und manchmal auch mit wohltuendem Sarkasmus. Es macht weiter Spass, Diane und ihren Kolleg:innen bei ihren Kämpfen und Krämpfen zuzuschauen, auch wenn leider zwei tragende Figuren in dieser Staffel ihren Abschied geben. - [Untamed (Mini-Serie) – Eric Bana im Schatten von «El Capitan»](https://buergler.net/untamed-mini-serie-eric-bana-im-schatten-von-el-capitan/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) «Untamed» beeindruckt mit einem ungewöhnlichen Star-Aufgebot, dessen Namen allerdings nicht im Nachspann auftauchen. Sie heissen «El Capitan», «Half Dome», «Bridalveil Fall» und «Mariposa Grove». Es sind die ikonischen Sehenswürdigkeiten des Yosemite National Parks in Kalifornien. «El Capitan» spielt gleich zu Beginn eine Hauptrolle. Am beliebten Kletterberg stürzt eine junge Frau zu Tode. Kyle Turner, ein Ermittler des National Park Service, bezweifelt, dass es sich um einen Unfall handelt. Die Frau hat eine Schusswunde am Bein. Zuerst muss Turner die Identität des Opfers klären. Naya Vasquez, eine Park Rangerin, die erst kürzlich aus L.A. hierher gezogen ist, unterstützt ihn dabei. Vasquez hat sich nicht freiwillig für den Job gemeldet. Denn Turner ist ein verstockter Einzelgänger, mit dem niemand gerne zusammenarbeitet. Ihre Ermittlungen führen sie zu Aussteiger:innen, die in illegalen Camps leben, und zu einem dubiosen Wildhüter. In einer Höhle entdecken sie ein Drogenlabor. Die Tote war offenbar in den Handel mit diesen Drogen verwickelt. «Untamed» hat einige Mängel. Die Figuren sind wenig originell und stammen alle aus dem 0815-Baukasten für Drehbuchautor:innen. Auch die Geschichte ist oft vorhersehbar. Doch die Landschaft, in der sich das alles abspielt, macht vieles wett. Ich kann mir gut vorstellen, dass aus «Untamed», eigentlich eine Mini-Serie, eine Reihe wird, in der die berühmten Nationalparks der USA als Krimi-Kulisse dienen werden. - [Murderbot (Staffel 1) – Träumen Androiden von epischen Sci-Fi-Soaps?](https://buergler.net/murderbot-staffel-1-traeumen-androiden-von-epischen-sci-fi-soaps/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Security Unit 238776431 hat nur einen Auftrag: Menschen vor Gefahren schützen. Doch zwei Probleme tauchen auf: Der Roboter hält die Minenarbeiter, die er beschützen muss, für Vollidioten. Zudem hat die SecUnit die Sicherung deaktiviert, die sie daran hindert, Menschen zu schaden. Dass sie sich danach «Murderbot» nennt, verheisst auch nichts Gutes. Nach dem Einsatz auf dem Minenplaneten wird die SecUnit neu aufgesetzt. Ob ein Zwischenfall die Neukonfiguration nötig machte, bleibt unklar. Sie bekommt eine neue Mission: eine Gruppe von Wissenschaftler:innen bei der Erforschung eines Planeten zu beschützen. Das erweist sich als schwieriger als gedacht. Denn die Expeditionscrew ist nett zur SecUnit. Das stürzt sie in einen Konflikt. Als die Crew in Gefahr gerät, muss sich «Murderbot» entscheiden, ob er sich oder die Menschen rettet. «Murderbot» funktioniert überwiegend als Mischung aus Komödie und Soap-Opera, die vor allem auf Lacher abzielt. Das funktioniert zu Beginn sehr gut, wenn sich der Roboter mit bissigen Kommentaren über die «Space-Hippies» lustig macht, die er beschützen soll. Mit der Zeit erschöpft sich das aber. Gerade rechtzeitig entwickelt die Story dann mehr Action. Ganz zum Schluss entwickelt die Serie einen melancholischen Unterton, der an eine ganz andere Androiden-Geschichte erinnert: an Ridley Scotts Sci-Fi-Klassiker «Blade Runner». Ein hübsches, vorläufiges Ende. Die zweite Staffel ist bereits bestätigt. - [Ballard (Staffel 1) – Eine neue Ermittlerin erobert das Krimi-Universum](https://buergler.net/ballard-staffel-1-eine-neue-ermittlerin-erobert-das-krimi-universum/) - ⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Prime Videos neue Krimiserie «Ballard» stammt wie «Bosch» aus der Feder von Michael Connelly, was vielversprechend ist. Die Protagonistin Renée Ballard, gespielt von Maggie Q, ist eine faszinierende LAPD-Ermittlerin, die sich durch Polizeikorruption und persönliche Fehden kämpft. Ballard leitet eine Cold-Case-Unit im Keller des Polizeigebäudes – ein Zeichen für deren geringen Stellenwert. Klar, dass die hervorragende Polizistin nicht freiwillig in verstaubten Akten wühlt. Sie wurde zwangsversetzt, weil sie einen Kollegen wegen sexueller Nötigung gemeldet hatte. Doch die «Brothers in Blue» hielten zusammen und sie musste das Morddezernat verlassen. Ballards Team besteht aus einem bunt zusammengewürfelten Haufen von sympathischen Freiwilligen: zwei ehemalige Polizist:innen, eine Hausfrau mit genealogischem Spürsinn, ein reicher Firmenbesitzer mit Geltungsdrang und eine Praktikantin. Ihr erster Cold Case ist eine junge Frau, die Schwester eines Politikers, der Ballard dauernd unter Druck setzt. Daneben holt sie einen Fall ihres Nötigers aus dem Archiv, um ihm eins auszuwischen. Die Fälle entwickeln sich überraschend: Aus dem ersten wird die Jagd nach einem Serienkiller, beim zweiten stösst das Team auf korrupte Polizist:innen, die für ein mexikanisches Kartell arbeiten. «Ballard» folgt Connellys bewährtem Rezept aus komplexen Kriminalfällen und persönlichen Einblicken in die Charaktere. Die Serie ist zwar kein revolutionärer Krimi, aber einer, der das Genre klar überragt. - [Doctor Odyssey (Staffel 1) – «Grey's Anatomy» trifft «Traumschiff»](https://buergler.net/doctor-odyssey-staffel-1-greys-anatomy-trifft-traumschiff/) - ⭐⭐⭐ (Disney+) Eine Warnung vorab: Diese Serie ist Trash! Aber nicht Trash von der Sorte, die Brechreiz verursacht. Es ist überdrehter, aberwitziger Trash, den man in der richtigen Stimmung und wohldosiert geniessen kann. Man bleibt zwar nicht verschont von grässlichen Dialogen, bei denen sich vor lauter Fremdschämen die Eingeweide winden. Aber als Entschädigung winken dafür an anderer Stelle «echte» Eingeweide, die aus einer Bauchhöhle quellen. Ein Doktor lässt diese hektisch durch seine Finger gleiten, um den Riss zu finden, der einen Patienten das Leben kosten könnte. Der Arzt ist Max Bankmann, neu ernannter Schiffsarzt auf dem luxuriösen Kreuzfahrtschiff Odyssey. Ihm zur Seite stehen, anfänglich skeptisch, die beiden «nurses» Avery und Tristan. Oben auf der Brücke navigiert Kapitän Massey, gespielt vom 80er-Star Don Johnson, die Odyssey durch all die Turbulenzen, die sich weniger auf See als vielmehr an Bord ereignen. Dazu gehören selbstverständlich jede Menge medizinische Notfälle, bei denen Max und sein Team Gästen das Leben oder zumindest ein Glied retten müssen, in einem Fall das Glied eines Passagiers. Dabei herrscht unter dem medizinischen Personal nicht selten angespannte Stimmung. Denn sie haben sich in einem Liebesdreieck verwickelt, das bald in einem flotten Dreier und einem positiven Schwangerschaftstest kulminiert. Wer sich das alles antun will als «guilty pleasure», ist herzlich eingeladen, an Bord der Odyssey zu kommen. Es wird garantiert eine unvergessliche Reise in die Höhen und Tiefen des Trash-TVs! - [Ironheart (Mini-Serie) – Divers, aber inhaltsleer](https://buergler.net/ironheart-mini-serie-divers-aber-inhaltsleer/) - ⭐⭐ (Disney+) Einige Aspekte von «Ironheart» sind interessant. Leider haben sie alle nichts mit dem Inhalt der Serie zu tun. Sie gehört zu jenen Marvel-Produktionen, bei denen man sich fragt, warum sie überhaupt entstanden sind. Die Antwort darauf ist einer der interessanten Aspekte. «Ironheart» wurde 2022 gedreht. Das war zwei Jahre, bevor Disney-Boss Bob Iger drastische Sparmassnahmen für Marvel-Produktionen ankündigte und die Fokussierung auf Qualität statt Masse versprach. Damit stammt «Ironheart» aus der Ära, als Marvel etwa mit «Ms. Marvel» zusätzliche Zielgruppen ansprechen wollte. Bei «Ms. Marvel» hatte die jugendliche Heldin einen muslimisch-asiatischen Hintergrund. In «Ironheart» gehören die Hauptfiguren zur Black- und Latino-Community. Allerdings erzählte «Ms. Marvel» eine überzeugende und emotional ansprechende Coming-of-Age-Geschichte über eine junge Frau, die neben ihren Superkräften auch ihr kulturelles Familienerbe entdeckt. Davon fehlt bei «Ironheart» jede Spur. Die Serie versucht, Rassen- und Klassenzugehörigkeit als Ursache für Chancenungleichheit zu thematisieren. Doch das wirkt nur aufgesetzt, wenn persönliche Traumata und magische Kräfte die Handlung fast stärker prägen. Statt ein gesellschaftlich relevantes Thema zu vertiefen, erzählt «Ironheart» eine nichtssagende Geschichte, die selbst für sechs Episoden zu langatmig ist. Wäre Marvel bei der ursprünglichen Idee geblieben, «Ironheart» als Film zu drehen, hätte das vielleicht für den nötigen Fokus gesorgt. - [Die bislang besten Serien des Jahres 2025](https://buergler.net/die-bislang-besten-serien-des-jahres-2025/) - Es hat sich eingebürgert, dass man zur Jahresmitte eine Bestenliste veröffentlicht. Da will ich nicht nachstehen: Alphabetisch aufgelistet die meiner Meinung nach zehn besten Serien des Jahres 2025 – bis jetzt. Zur Ergänzung füge ich noch ein paar weitere Bestenlisten dazu, da ich ja nicht alles gesehen habe. Adolescence (Mini-Serie) – Ist die Serie wirklich - [The Bear (Staffel 4) – Sie labern, sie leiden und sie lachen vor Glück](https://buergler.net/the-bear-staffel-4-sie-labern-sie-leiden-und-sie-lachen-vor-glueck/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) «Labern ohne Ende» titelt «Der Spiegel» zur jüngsten Staffel von «The Bear». Das ist faktisch korrekt, mit einem abwertenden Unterton, der im Artikel verschärft wird: Die Serie «nervt», heisst es da. Wen das Seelen- und Küchenchaos von «The Bear» nervt, der ist aber wohl schon früher ausgestiegen. Denn das endlose Labern ist das Markenzeichen der Serie – und zugegeben manchmal anstrengend. Diese Unfähigkeit zur klaren Artikulation gehört zu Carmy und seiner Crew. Es ist Ausdruck ihrer tiefen Verunsicherung, wie sie mit sich und ihrer Umwelt zurechtkommen sollen. Tatsächlich war es in der letzten Staffel unbefriedigend, dass die Figuren in ihrem Seelenschmerz suhlten und keinen Schritt vorwärtskamen. Das ändert sich jetzt. Zu Beginn stehen allerdings alle Zeichen auf Untergang. Onkel Jimmy will das Restaurant schliessen, wenn es nicht endlich schwarze Zahlen schreibt. Das drückt auf die Stimmung, spornt aber vor allem Carmy an, sich endlich von seinem Perfektionswahn zu verabschieden und auf Syd und die anderen zu hören. Es geht aufwärts und die gesamte Crew erlebt sogar einen Moment des absoluten Hochgefühls. Es wäre untypisch für «The Bear», wenn die Staffel auf einer positiven Note enden würde. Es kommt also noch was. Und jetzt – da stimme ich mit dem «Spiegel» überein – wäre es Zeit, in einer fünften und letzten Staffel den Schlusspunkt für diese aussergewöhnliche, emotional packende Serie zu setzen. - [Parallel Me (Mini-Serie) – Wie eine witzige Idee den Faden verliert](https://buergler.net/parallel-me-mini-serie-wie-eine-witzige-idee-den-faden-verliert/) - ⭐⭐⭐ (Paramount+) Was wäre, wenn ...? Eine Frage, die mir immer mal wieder durch den Kopf geht. Wie sähe mein Leben aus, wenn ich das andere Studienfach gewählt hätte? Oder wenn ich damals meine Stelle beim Weltkonzern nicht gekündigt hätte? Wenn es doch nur etwas gäbe, das Einblicke in diese ungelebten Leben gewährt. Toni Falk besitzt so etwas. Einen Schal. Diesen überreicht ihr die Viertelgöttin Ariadne, als Toni am Tiefpunkt ihres Lebens steht. Einfach am Faden des Schals ziehen und Toni kann zu einer anderen Version ihres Ichs in einem Paralleluniversum reisen, um ihr Glück zu suchen. Erste Station: Bali. Toni betreibt mit ihrer besten Freundin Bea eine Surf- und Segelschule. Palmen, Meer, malerische Sonnenuntergänge – was will man mehr? Toni will mehr. Aus der Idylle ein Luxusresort machen, was zum Streit mit Bea führt, den Toni beendet, indem sie am Faden zieht. Es folgen Stationen als gefeierte Sängerin in Thailand, als Drogendealerin, als Anwältin oder als Besitzerin einer Alpakafarm. Hier erfüllt sich ein anderer Traum. Endlich ist sie mit Jonas zusammen, der Liebe ihres Lebens. Nur um ihn mit Bea zu betrügen. Tonis Reisen durch ihre Leben könnten witzig sein, nachdenklich stimmen, Mitgefühl erzeugen oder spannend sein. «Parallel Me» gelingt von alledem ein bisschen, aber zu wenig, um über alle acht Episoden zu fesseln. Deshalb verfolgt man ohne grosse Empathie, wie der Schal immer kürzer wird, bis Toni – und mit ihr die ganze Serie – am Schluss den Faden verloren hat. - [Black Mirror (Staffel 6) – Gut wie immer und neu mit einer Prise Horror](https://buergler.net/black-mirror-staffel-6-gut-wie-immer-und-neu-mit-einer-prise-horror/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Die Fans scheinen etwas enttäuscht von der neuen Staffel der Anthologie-Serie «Black Mirror». Auf Rotten Tomatoes erhält die sechste Staffel mehrheitlich mässige bis schlechte Bewertungen. Viele haben offenbar Mühe mit zwei Episoden, die ins Horrorgenre abdriften und von Werwölfen und Dämonen handeln. Weil aber auch diese Episoden mehr den gesellschaftskritischen Aspekt betonen, finde ich wenig Grund für Tadel. Am stärksten ist «Black Mirror» aber immer noch, wenn die Episode eine dystopische Sci-Fi-Geschichte erzählt. Hier gleich zu Beginn der Staffel mit «Joan Is Awful». Joan ist eine gewöhnliche Frau, die eines Abends feststellt, dass ihr Streaming-Anbieter ihr Leben als Serie ausstrahlt. Das verändert ihren Alltag katastrophal, auch wenn die TV-Joan von Salma Hayek gespielt wird. Die restlichen vier Episoden sind durchgehend gut gelungen. Von daher lohnt sich auch die sechste Staffel der Serie. Weil aber Kritik und Zuschauer:innen etwas Ermüdungserscheinungen zeigen, scheinen die Tage für «Black Mirror» doch langsam gezählt. - [Sweetpea (Staffel 1) – Vom Mauerblümchen zur Massenmörderin](https://buergler.net/sweetpea-staffel-1-vom-mauerbluemchen-zur-massenmoerderin/) - ⭐⭐⭐ (Sky Show) «Leute, die ich gerne umbringen würde.» Mit diesem Satz stellt sich Rhiannon Lewis vor. Dann beginnt sie eine lange Liste aufzuzählen, die von Manspreadern im Bus, über ihren Chef, ihren Ex bis zu ihrer Todfeindin aus der Schulzeit reicht. Der Grund für Rhiannons Mordgelüste: Alle ignorieren sie. Dass Rhiannon für ihre Umgebung Luft ist, liegt an ihr. Sie macht sich selber unsichtbar, weil ihr Selbstwertgefühl gleich null ist. Wer glaubt aber, dass diese zierliche junge Frau das Zeug zur Massenmörderin hat? Am wenigstens Rhiannon selbst. Bis sie eines Abends auf dem Heimweg vom Pub einen Mann mit 14 Messerstichen tötet. Der Typ war ein widerlicher Bully. Niemand wird ihm eine Träne nachweinen. Sie fühlt sich gut, nachdem sie ihn abgestochen hat. Bald begeht sie einen zweiten Mord. «Sweetpea» könnte ein witziger Psychothriller sein über eine Frau, die aus dem Käfig ausbricht, in den sie ihre Umgebung gesteckt hat, und sich grausam an denen rächt, die ihr Leben zerstört haben. Eine Frau, die erkennt, dass sie in Wahrheit nicht scheu und unsicher ist, sondern eine gewalttätige Psychopathin. Genau davor schreckt die Serie zurück. Rhiannon plant ihre Morde nicht, sie geschehen zufällig. Nach einem kurzen Hochgefühl fällt sie zurück in ihre Rolle als Mauerblümchen, das sich nichts sehnlicher wünscht, als gesehen zu werden, dazuzugehören. Ihre Figur wäre stärker und packender als eine weibliche Dr. Jekyll, die ihren inneren Mr. Hyde immer mehr umarmt. Diese Chance verpasst «Sweetpea» leider. - [Andor (Staffel 1) – Wacht auf, Verdammte des Imperiums](https://buergler.net/andor-staffel-1-wacht-auf-verdammte-des-imperiums/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Disney+) «Andor» ist anders. Nicht das typische Sternenkrieger-Märchen mit Prinzessinnen und Jedi-Ritter. Hier schuften die Menschen in Minen, krampfen auf Schrottplätzen und halten sich mit Schwarzmarktdeals über Wasser. Hier ist alles ein wenig dreckiger, grauer, radikaler. Selbst die Droiden sind verbeult und verlottert und nicht so hochglanzpoliert wie sonst. «Andor»ist quasi die Geschichte des unterdrückten Proletariats im «Star Wars»-Universum. Das ist eine erfrischend andere Perspektive, die sich wohltuend von der herkömmlichen Erzählung abhebt, wie sie dieses Jahr im enttäuschenden «Obi-Wan Kenobi» zu sehen war. Erzählt wird die Vorgeschichte zu «Rogue One», wo Rebellen die Pläne des «Death Stars» stehlen. Cassian Andor wird einer von ihnen sein. Fünf Jahre zuvor war er noch kein Rebell, auch wenn er eine tiefe Abneigung gegen das Imperium hegt. Cassian gerät aber ins Visier des Imperiums, weil er an einem Raubüberfall auf eine imperiale Basis teilnimmt. Das Imperium schlägt zurück – brutal, wie gewohnt. Mit seinem ganzen Apparat, der an die Gestapo erinnert. Und schürt die Funken, die zu einer Rebellion aufflammen werden. - [MobLand (Staffel 1) – Der Mann, der für irre Mobster den Dreck wegräumt](https://buergler.net/mobland-staffel-1-der-mann-der-fuer-irre-mobster-den-dreck-wegraeumt/) - ⭐⭐⭐⭐ (Paramount+) Guy Ritchie inszeniert zwar nur zwei Episoden von «MobLand» und produziert die Serie, doch seine Handschrift ist unverkennbar. Blut fliesst literweise, Drohungen, Folter, Mord und Flüche prägen das Geschehen. Harry Da Souza arbeitet seit vielen Jahren für die Harrigans, der führenden Familie des Londoner Untergrunds. Als rechte Hand Conrad Harrigans beseitigt er alle Probleme der Familie. Ein undankbarer, aber gut bezahlter und vor allem anstrengender Job. Denn die Familie schafft sich ständig neue Probleme. Der psychopathische Enkel ersticht den Sohn des grössten Rivalen der Harrigans. Es droht ein Bandenkrieg, wenn Harry nicht eine Lösung findet. Dann muss er schon die nächste Leiche entsorgen, die im Wohnzimmer der Familie sitzt. Conrad hat seinen langjährigen Freund erschossen, weil seine Frau Maeve ihn für einen Verräter hielt. Die Liste wird im Verlauf der Serie noch länger. Harry löst ein Problem nach dem anderen, ruhig, zielbewusst und gewissenhaft. Aber die Familie funkt ihm dauern dazwischen. Natürlich lebt «MobLand» von der spannenden Handlung und der Action. Richtig interessant wird die Serie aber durch die Figuren. Das Trio Hardy, Brosnan und Mirren ist umwerfend, wenn auch manchmal eine Spur überzeichnet. Man darf gespannt sein, was sich Ronan Bennett («The Day of the Jackal») für die zweite Staffel einfallen lässt. Auch wenn die noch nicht bestätigt ist, stehen die Chance dafür sehr gut. - [Drunter und Drüber (Staffel 1) – Lustig ist das Friedhofsleben](https://buergler.net/drunter-und-drueber-staffel-1-lustig-ist-das-friedhofsleben/) - ⭐⭐⭐ (Prime Video) Mit dem berühmten Wiener Zentralfriedhof hat der Friedhof Donnersbach nur eine Gemeinsamkeit: Er liegt auch in Wien. Allerdings irgendwo am Stadtrand, wo gleich nebenan die Eisenbahn vorbeirattert. Kein idyllischer Ort, um zur letzten Ruhe gebettet zu werden. Nicht zuletzt deshalb liegen hier keine Prominenten wie Falco, Beethoven oder Udo Jürgens. Nur ganz normale Menschen wie der ehemalige Leiter des Friedhofs, der in der Mittagspause von einer Grabskulptur erschlagen wurde. Eine vermeidbare Tragödie, meint Leopold «Heli» Wondratschek, der penible stellvertretende Friedhofsleiter. Hätte man die Friedhofsregeln genau befolgt, wäre die Statue nicht umgefallen. Deshalb will er als neuer Friedhofschef für Ordnung sorgen. Nur setzt ihm die Stadtverwaltung die unerfahrene und chaotische Ursula Fink vor die Nase. Das sorgt dafür, dass es auf Donnersbach drunter und drüber geht. Die Serie unterhält durch ihre skurrilen Figuren und Einfälle. Trotz Slapstick und einigen witzigen Dialogen entlockt sie einem aber nur gelegentlich ein Lächeln. Im Schatten von Nicholas Ofczarek, der seinen Wondratschek mit stoischer Verbissenheit spielt, verblassen die anderen Figuren zudem zu sehr. Selbst Julia Jentsch kommt da nicht wirklich zur Geltung. Für eine allfällige zweite Staffel muss die Serie kreativer werden, vielleicht eine Spur bösartiger und zynischer. Sonst bleibt sie im Klischee der morbiden Wiener Melancholie gefangen. - [Sirens (Mini-Serie) – Der süsse Klang des Geldes](https://buergler.net/sirens-mini-serie-der-suesse-klang-des-geldes/) - ⭐⭐ (Netflix) Das kommt einem bekannt vor: Meghann Fahy in der Welt der Superreichen, wo sie nicht wirklich hingehört. Genau, das gab es kürzlich bei Netflix im Krimidrama «The Perfect Couple» zu sehen. Der Unterschied: Die eine Serie ist eine gelungene Gesellschaftssatire mit Krimiplot. «Sirens» dagegen ist ein wirrer Mischmasch aus Komödie, Drama und Thriller mit einem Schuss Öko-Esoterik. Fahy ist allerdings aufgestiegen. In «The Perfect Couple» war sie nur die Leiche am Strand, die in Rückblenden ein bisschen Dialog bekam. In «Sirens» spielt sie die Hauptrolle – neben Julianne Moore. Sie war ausschlaggebend, dass ich die Serie eingeschaltet habe. Moore hat in «Mary & George» bewiesen, dass sie auch eine weniger gelungene Serie aufwerten kann. In «Sirens» verliert sie aber den Kampf gegen ein Drehbuch, das keine Linie findet, sondern im Ungefähren wabert. Dabei ist sie als reiche Wohltäterin, die Vögel liebt und Menschen manipuliert und respektlos behandel, ein Highlight in der Serie. Ebenfalls witzig ist Kevin Bacon als ihr reicher Ehemann. Er finanziert die Freizeitvergnügen seiner Frau, raucht aber lieber im Turmzimmer einen Joint, als an den gesellschaftlichen Anlässen seiner Frau teilzunehmen. Am Schluss findet der Plot allerdings auch hier noch einen Weg, uns die Figur zu vermiesen. Von «Sirens» bleibt am Ende nur eine Frage: Was will uns die Serie eigentlich sagen? Ich bin ziemlich sicher, das wissen selbst die Macher:innen nicht so genau. - [Reservatet (Mini-Serie) – Ein Krimi, der erst am Schluss den richtigen Dreh findet](https://buergler.net/reservatet-mini-serie-ein-krimi-der-erst-am-schluss-den-richtigen-dreh-findet/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Zu Beginn erinnert «Reservatet» («Das Reservat»/«The Secrets We Keep») an eine Harlan-Coben-Serie – kein gutes Zeichen. Alles dreht sich um ein grosses Rätsel, in das unsympathische Figuren verwickelt sind, und einen Plot voller falscher Fährten. Doch die Serie wird besser, leider erst ganz am Schluss. Das Rätsel: Was ist mit dem philippinischen Au-pair-Mädchen Ruby passiert? Die Protagonisten: zwei reiche Ehepaare mit je einem Sohn, die in exklusiven Villen am Meeresufer wohnen. Für das Ehepaar Katarina und Rasmus, bei denen Ruby gearbeitet hat, ist ihr Verschwinden vor allem ein Ärgernis, das den geruhsamen Alltag stört. Cecilie dagegen, die mit den beiden befreundet ist, sorgt sich um Ruby und drängt darauf, die Polizei einzuschalten. Es dauert eine Weile, bis Rubys Schicksal klar wird. Sie war offensichtlich schwanger und wird tot aufgefunden. Die Frage ist also: Wer hat Ruby geschwängert? Und ist er für ihren Tod verantwortlich? Wie der Fall gelöst wird, ist fast nebensächlich. Interessant wird es in der letzten Folge, wenn die sozialen Machtverhältnisse hinterfragt werden, die vorher als gegeben galten. Das rettet die Serie davor, in die Belanglosigkeit abzusinken. Die gesellschaftskritische Note kommt aber sehr spät. Der Schluss wirkt deshalb etwas aufgesetzt und nicht wirklich überzeugend. - [The Last of Us (Staffel 2) – Ein grosser Schock und ein gewaltiger Cliffhanger](https://buergler.net/the-last-of-us-staffel-2-ein-grosser-schock-und-ein-gewaltiger-cliffhanger/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) Zwei Fragen brennen unter den Nägeln nach der ersten Staffel von «The Last of Us»: Wie geht es weiter mit Joel und Ellie? Und kann die Serie ihre überragende Qualität halten? Auch die zweite Staffel ist stark. Es gibt wohldosierte Action mit pilzbefallenen Zombies. Doch wie zuvor fokussiert die Serie auf die Menschen, die sich in der Postapokalypse nach einem normalen Leben sehnen. Das Schicksal dieser Menschen berührt erneut. Aber wir sind schon vertraut mit ihrer Welt. Die Faszination ist deshalb etwas weniger gross. Joel und Ellie durchleben eine (Zieh-)Vater-Tochter-Krise. Sie rebelliert, er geht in Therapie. Aber natürlich entwickelt sich die Geschichte nicht zu einem Familiendrama. Es droht Unheil in Gestalt einer Gruppe von ehemaligen Firefly-Kämpfer:innen. Deren Anführerin ist auf einem Rachefeldzug, der sie nach Jackson führt, wo Joel und Ellie leben. Bereits in der zweiten Episode kommt es zum entscheidenden Showdown, der die Geschichte in neue Bahnen lenkt. Was genau passiert, darf man natürlich nicht verraten. Ebenso wenig, was danach geschieht. Nur so viel: Die Staffel endet mit einem gewaltigen Cliffhanger, der andeutet, dass die dritte Staffel noch einmal neue Wege beschreiten wird, auf die man gespannt sein darf. - [Doctor Who (Staffel 2) – Die überraschende Rückkehr von Rose Tyler](https://buergler.net/doctor-who-staffel-2-die-ueberraschende-rueckkehr-von-rose-tyler/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) ACHTUNG SPOILER Der Auftakt der neuen Abenteuer mit Ncuti Gatwa als The Doctor gelingt besser als in der ersten Staffel. Er muss Belinda Chandra (Varada Sethu) retten, die Roboter auf den Planeten Missbelindachandra entführen, um sie dort zur Herrscherin zu machen. Es ist der Auftakt zur Geschichte, die die Staffel umspannt: Der Doctor will Belinda zurück auf die Erde bringen, weil sie am 24. Mai 2025 um 7.30 Uhr dringend zu Hause sein muss. Doch jedes Mal, wenn die TARDIS an diesem Datum landen will, prallt sie an einem unsichtbaren Kraftfeld ab. Um den Grund dafür zu finden, reisen der Doctor und Belinda durch Zeit und Raum. Die Abenteuer, die die beiden erleben, sind durchgehend unterhaltsam bis zum Finale. Umso überraschender ist, dass sich der Doctor am Schluss dieser gelungenen Staffel regeneriert. Ncuti Gatwa schmeisst den Job also schon nach nur zwei Staffeln hin. Weshalb bleibt unklar. Er gibt Kniebeschwerden und fehlende Energie als Grund an. Gatwa ist 32 Jahre alt ... Ebenso rätselhaft ist das Gesicht des neuen Doctors. Mit einem Lächeln grüsst Billie Piper in die Kamera. Sie war Rose Tyler, die erste Begleiterin des Doctors. Aber ist sie wirklich der neue Doctor? Es gibt Anlass für grosse Zweifel. Wenn Piper nicht als Doctor zurückkehrt, dann hoffentlich als Rose Tyler. Nach ihrem tränenreichen Abschied aus dem Whoniverse, wäre das wieder Anlass für Tränen, für Freudentränen. - [Pistol (Mini-Serie) – Als die Wut zu Musik wurde](https://buergler.net/pistol-mini-serie-als-die-wut-zu-musik-wurde/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Full disclosure: Mit Punk hatte ich nie viel am Hut. Deshalb kenne ich die Geschichte der Bands und des Genres nur oberflächlich. Wie vertraut man mit den «Sex Pistols» und der anarchischen Bewegung ist, kann scheinbar eine Rolle spielen, wie man «Pistol» erlebt und beurteilt. Aus meiner Sicht hat die Serie viele starke Momente. Wie sie etwa ein stockkonservatives England in den 70ern kontrastiert mit dem grossen Frust einer jungen Generation. Vor allem aber, wenn die «Sex Pistols» den Frust auf der Bühne rauslassen. Aus Wut wird eine musikalische Botschaft in ohrenbetäubender Lautstärke. Der Seitenblick auf Figuren wie Vivienne Westwood oder Jordan, die Queen of Punk, dürfte zwar noch mehr Raum bekommen. Denn sie prägten den Punk mit ikonischem Design mindestens so stark wie die Musik. Ich finde Danny Boyles Zeitgemälde einer wilden Generation gut gelungen. Was Fans oder Musikkenner:innen davon halten? Lasst es mich wissen. - [Dept. Q (Staffel 1) – Netflix ist auf eine Goldader gestossen](https://buergler.net/dept-q-staffel-1-netflix-ist-auf-eine-goldader-gestossen/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Bist du ein Fan von «Slow Horses»? Dann ist «Dept. Q» genau das Richtige für dich! Man könnte meinen, Netflix habe die Apple TV-Serie kopiert, den abgehalfterten Spion Jackson Lamb und seine Versagertruppe in Polizisten verwandelt und nach Edinburgh versetzt. Tatsächlich basiert «Dept. Q» auf der Krimireihe des dänischen Erfolgsautors Jussi Adler-Olson. Er hat bereits zehn Romane über das Sonderderzernat Q (orig. Afdeling Q) und dessen Leiter Carl Mørck geschrieben. Es gibt also Stoff für viele Staffeln – und das ist gut so. Denn wie «Slow Horses» packt einem «Dept. Q» nicht nur mit einem spannenden Plot. Vor allem die Charaktere ziehen einen in die Geschichte und lassen einen nicht mehr los. Das gilt selbst für Carl Morck. Er ist der Inbegriff eines Scheisskerls, den keiner mag. Deshalb verbannt ihn seine Chefin in den Keller, wo er die neue Abteilung für Cold Cases übernimmt. Als Unterstützung bekommt er einen Syrer mit dubioser Vergangenheit und eine Polizistin, die unter PTSD leidet. Ihr erster Fall: eine verschwundene Staatsanwältin. Doch der tritt oft in den Hintergrund. «Dept. Q» mixt den Cold Case mit ausgiebigen Charakterstudien. Das ist das Markenzeichen der Serie und macht sie so sehenswert. Netflix ist mit der Krimireihe von Adler-Olson auf eine Goldader gestossen. Die zweite Staffel ist zwar noch nicht bestätigt, aber man kann darauf wetten, dass wir Morck und sein Team nicht zum letzten Mal gesehen haben. - [Dirty Lines (Staffel 1) – Als Sex-Hotlines das neue heisse Ding waren](https://buergler.net/dirty-lines-staffel-1-als-sex-hotlines-das-neue-heisse-ding-waren/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Die Studentin Marly findet einen Job, bei der Firma der Brüder Frank und Ramon. Sie betreiben eine Sex-Hotline, damals in der Mitte der 80er das neue heisse Ding. Die rasante Erfolgsgeschichte wird garniert mit viel Party, etwas Sex(ualkunde) und ein bisschen Ecstasy. «Dirty Lines» feiert den Groove der 80er-Jahre: von dünnen Schnäuzen über Schulterpolster bis zum Siegeszug der House-Musik in der Amsterdamer Szene. Nostalgie für die einen, einen bisschen Zeitgeschichte für die anderen. Alles in allem ist die Serie überaus gefällig und bietet amüsante Unterhaltung. - [1923 (Staffel 2) – Weniger reaktionär und emotional total packend](https://buergler.net/1923-staffel-2-weniger-reaktionaer-und-emotional-total-packend/) - ⭐⭐⭐⭐ (Paramount+) Die erste Staffel von «1923» hat mich aufgeregt. Die Verherrlichung der Blut- und Bodenmythologie ging mir auf die Nerven. Doch die zweite Staffel hat mich gefesselt. Der Kampf von Jacob und Cara Dutton um ihre Ranch, von Spencer und Alexandra um ihre Liebe, von Teonna um ihre Freiheit hat mich nicht mehr losgelassen. Was ist passiert? In erster Linie hat Autor Taylor Sheridan die reaktionäre Rhetorik zurückgeschraubt. Zudem fokussiert er die Geschichte auf den Kampf zwischen Gut und dem absolut Bösen. Wobei «gut» zu relativieren ist, denn die Duttons schrecken vor verwerflichen Taten wie Selbstjustiz immer noch nicht zurück. Doch man versteht ihre Handlungen und fühlt vor allem mit. Der Gegenspieler von Jacob und Cara ist ein Ausbund an teuflischer Niedertracht, dem auch wir einen qualvollen Tod wünschen. Wie schon in der ersten Staffel fiebern wir aber vor allem mit Spencer, dem Neffen der Duttons, und seiner grossen Liebe Alexandra mit. Und nicht zuletzt ist da Teonna Rainwater, die ebenfalls vor absolut bösen Gegenspielern fliehen muss. «1923» ist nicht frei vom ideologischen Geschwafel, das mich in der ersten Staffel auf die Palme getrieben hat. Aber in Erinnerung bleiben jetzt die Figuren, deren Geschichten eine emotionale Achterbahnfahrt bescheren, die man als gelungene Unterhaltung gelten lassen muss. - [Doctor Who 60th Anniversary Specials – Donna und der doppelte Doctor](https://buergler.net/doctor-who-60th-anniversary-specials-donna-und-der-doppelte-doctor/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Disney+ / BBC) David Tennant und Catherine Tate sind zurück als der Doctor und seine Begleiterin Donna Noble. Das allein lohnt schon, denn dieses Paar war das spektakulärste Duo der Kultserie. Eigentlich aber ein Ding der Unmöglichkeit, dass ein Doctor wiederkehrt. Die grosse Frage, weshalb es zu dieser Reinkarnation kam, wird erst zum Schluss der dreiteiligen Special-Serie aufgelöst. So viel darf man sagen: Es ist ein wunderschönes Geschenk für den Doctor zu seinem 60. Geburtstag. Zuvor steht der Doctor vor einigen anderen Herausforderungen. Ein herziges Alien ist auf der Flucht vor seinen Verfolgern in London gelandet. Zufälligerweise versteckt es sich im Gartenhaus der Familie Noble. Das ist gefährlich, gefährlich für Donna, die keine Erinnerung mehr an ihre Zeit mit dem Doctor hat. Denn sobald diese Erinnerung einsetzt, wird sie sterben. Doch der Doctor braucht Donnas Hilfe um das Alien zu vertreiben, das nämlich alles andere als lieb ist. Donna ist bereit sich zu opfern, um die drohende Zerstörung Londons abzuwenden. Glücklicherweise überlebt sie aber dank ihrer Tochter, die sehr ungewöhnliche Fähigkeiten hat. Muss auch sein, denn sonst könnte Donna nicht noch zwei weitere Abenteuer mit dem Doctor bestreiten, von denen das letzte das unbestrittene Highlight der Specials ist mit einem überragenden Bösewicht und einem spektakulären Plottwist, der nahtlos zum neuen Doctor überleitet. - [Doctor Who (Staffel 1) – Nach Startschwierigkeiten zu einem grandiosen Finale](https://buergler.net/doctor-who-staffel-1-nach-startschwierigkeiten-zu-einem-grandiosen-finale/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+/BBC) Ncuti Gatwa als 15. Doctor und Millie Gibson als seine Begleiterin Ruby hatten eine vielversprechende Premiere im Weihnachtsspecial «The Church on Ruby Road». Gatwa brachte seine Spritzigkeit und seinen Charme ein, wie wir das von ihm aus «Sex Education» kennen. Und zwischen den beiden funkte es, wenn auch nicht romantisch. Dass der Auftakt zur neuen Staffel völlig enttäuscht, liegt nicht an Ruby oder dem Doctor. Die erste Episode «Space Babies» erzählt nicht nur eine Geschichte mit Kleinkindern, sondern eine absolut kindische Geschichte. Zum Glück geht es aber rasch aufwärts in den nächsten Episoden. Wir begegnen den Beatles, die völlig unmusikalisch sind, erleben eine Gesellschaft, in der man wortwörtlich in einer Bubble lebt und machen einen Ausflug in die Welt von «Bridgerton». Es gab einige Bedenken, als der Unterhaltungsriese Disney mit der BBC einen Deal machte und seither bei «Doctor Who» mitmischt. Spürbar war das in der ersten Staffel nur, weil der Doctor in Wikipedia-Dialogen für Neulinge erklärte, was ein Time Lord ist und wie die TARDIS funktioniert. Der neue Doctor hat seine Feuertaufe alles in allem gut bestanden. Ein grosses Drama zum Schluss der Staffel lässt uns rätseln, wie es weitergeht. Anreiz genug, um an den Abenteuern des 15. Doctors dranzubleiben. - [The Studio (Staffel 1) – Liebevolle und bitterböse Satire auf Hollywood](https://buergler.net/the-studio-staffel-1-liebevolle-und-bitterboese-satire-auf-hollywood/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) «The Studio» verlangt Nerven aus Drahtseil, um bei den schnellen, manischen Dialogszenen nicht zu hyperventilieren. Eine hohe Fremdschämtoleranz ist ebenfalls von Vorteil. Ein wenig Hintergrundwissen über Hollywood schadet auch nicht. Dann kann man die Serie in vollen Zügen geniessen. Die Serie ist eine Hommage an Hollywood, die die Traumfabrik oft liebevoll, manchmal zynisch und gelegentlich bösartig auf die Schippe nimmt. Das macht Spass. Offenbar auch einigen Hollywoodstars, die die Serie mit Gastauftritten beehren. Mit dabei sind Martin Scorsese, Charlize Theron, Steve Buscemi, Ron Howard, Olivia Wilde, Zac Efron, Ice Cube, Aaron Sorkin und viele mehr. Ihnen allen begegnet Matt Remick (Seth Rogen), der gerade zum Chef der Continental Studios ernannt wurde. Matt liebt das Kino. Allerdings stellt er bald fest, dass seine Aufgabe nicht ist, gute Filme zu machen, sondern in erster Linie Geld zu verdienen. Dabei darf er auch nicht vor Zombies mit explodierenden Hinterteilen zurückschrecken. «The Studio» spielt mit Filmgeschichte und Geschichten übers Filmemachen. Aber die Serie teilt auch heftig auf das heutige Hollywood aus, wenn etwa beim Casting nicht über die geeignetsten Schauspieler:innen gestritten wird, sondern über Hautfarbe und sexuelle Orientierung. - [Paris Has Fallen (Staffel 1) – Action, die die Welt nicht braucht](https://buergler.net/paris-has-fallen-staffel-1-action-die-die-welt-nicht-braucht/) - ⭐⭐ (ZDF/Canal+) Wer deftige Action mag, kann sich «Paris Has Fallen» schon anschauen. Die Serie ist nicht wirklich miserabel, aber es gibt so viele bessere Actionserien. «Paris Has Fallen» fällt ab, weil die Serie einfallslos gemacht ist und einer unbändigen Lust an Kopfschüssen frönt. Das kommt wenig überraschend für alle, die schon mal von einer «Has Fallen»-Trilogie gehört haben. An mir ist die völlig vorbeigegangen. Das hat einen Grund: Gerard Butler. Butler hat alle «Has Fallen»-Filme produziert und spielt die Hauptrolle. Der schottische Haudrauf gehört nicht zu meinen Lieblingen. Zu wenig Talent, zu stereotype Rollen. Ein Punkt spricht jedoch für die «Has Fallen»-Reihe: Sie hat über 500 Millionen Dollar eingespielt. Kein Wunder, dass die Produzent:innen die Franchise auch im Streaming etablieren wollen. Deshalb fällt jetzt also Paris auf dem TV-Schirm. Verantwortlich dafür ist ein ehemaliger Fremdenlegionär, der auf einem Rachefeldzug ist. Er will die Verantwortlichen töten, die ihn und seine Leute an die Taliban verraten haben. Dazu gehören unter anderem die französische Präsidentin. Verhindern sollen das ein Bodyguard und eine MI6-Agentin, die sich allerdings ziemlich doof anstellen und in jede Falle tappen. «Paris Has Fallen» fällt für mich in die Kategorie «völlig unnötig», weil wir Ähnliches schon hundertmal gesehen haben und keine einzige originelle Idee darin steckt. - [El Eternauta (Staffel 1) – Sci-Fi aus Südamerika: visuell stark, inhaltlich eher schwach](https://buergler.net/el-eternauta-staffel-1-sci-fi-aus-suedamerika-visuell-stark-inhaltlich-eher-schwach/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Es schneit in Buenos Aires. Das ist sehr ungewöhnlich. Das seltene meteorologische Ereignis lädt dazu ein, im Schneegestöber zu tanzen. Empfiehlt sich aber nicht, denn wer mit den Schneeflocken in Berührung kommt, fällt auf der Stelle tot um. Ein vielversprechender Auftakt für eine Serie und nicht das einzig Interessante, das «El Eternauta» zu bieten hat. Sci-Fi aus Südamerika ist an sich schon aussergewöhnlich. Zudem basiert die Serie auf einem der bedeutendsten argentinischen Comics, der mit der erschütternden Familiengeschichte des Autors und der brutalen Militärdiktatur in den 1970er-Jahren verbunden ist. Dennoch vermag die erste Staffel – eine zweite ist bereits bestätigt – nicht vollends zu überzeugen. Die Handlung kommt nur schleppend voran. Die Figuren packen einen emotional zu wenig, um über die langfädige Erzählung hinwegsehen zu können. Dabei erleben sie gerade den Untergang der Welt. Denn der tödliche Schnee ist nur die Begleiterscheinung einer Invasion durch Ausserirdische. Was man «El Eternauta» zugutehalten muss, ist die begeisternde Inszenierung. Visuell überzeugt die Serie vom ersten bis zum letzten Moment. «El Eternauta» deutet am Schluss der ersten Staffel an, dass die Geschichte an Intensität gewinnen könnte. Deshalb habe ich die Serie noch nicht ganz abgeschrieben, auch wenn der Auftakt doch einige Schwächen aufweist. - [Der Schatten (Mini-Serie) – Paranoia in der Wiener Sommerhitze](https://buergler.net/der-schatten-mini-serie-paranoia-in-der-wiener-sommerhitze/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) «Der Schatten» ist vorab mal eines: Eine Erinnerung daran, dass es sich lohnt, in die Mediatheken von ZDF, ARD und SRG (Play Suisse) zu schauen. Die Serie ist zwar erst seit kurzem auf Netflix abrufbar, feierte aber schon vor zwei Jahren auf ZDF neo Premiere. Zum anderen ist die Serie ein clever konstruierter Mysterythriller, der in der schweisstreibenden Sommerhitze von Wien spielt. Hier vermischen sich Übersinnliches, Vergangenheitsbewältigung und Paranoia. All das erlebt die Journalistin Norah Richter innert weniger Wochen, und es wird sie tief in ein dunkles Loch reissen. Norah ist für einen beruflichen Neuanfang von Berlin nach Wien gezogen. Kaum angekommen prophezeit ihr eine Bettlerin, dass sie in wenigen Wochen einen Mann ermorden wird. Von jetzt an ist nichts mehr normal in Noras Leben. Es geschehen immer mehr merkwürdige Dinge, die Norah in die Krise treiben und sie an ihrem Verstand zweifeln lassen, bis sie am Schluss schweissdurchnässt und völlig paranoid kurz vor der Einweisung in die Psychiatrie steht. Doch dann kommt es zu einem Showdown im Wiener Prater, den man so nicht kommen sieht. Das Finale ist raffiniert inszeniert, mit Auslassungen in der Erzählung, die nachträglich aufgelöst werden. Wer aber genau hingeschaut hat, wird vielleicht nicht ganz so überrascht sein, was sich unter dem Riesenrad am Ende abspielt. - [Herrhausen (Mini-Serie) – Wie «Don Alfredo» half, die Mauer einzureissen](https://buergler.net/herrhausen-mini-serie-wie-don-alfredo-half-die-mauer-einzureissen/) - ⭐⭐⭐ (ARD) Von Alfred Herrhausen wusste ich bis jetzt, dass er 1989 bei einem Anschlag der RAF getötet wurde und dass er Banker war. Die ARD-Mini-Serie «Herrhausen – Der Herr des Geldes» füllt meine Wissenslücke mit einem detaillierten Porträt über den ambitionierten und mächtigen Manager. Aber gepackt hat es mich nicht. Ungewöhnlich, denn Serien, die grosse Ereignisse der deutschen Geschichte beleuchten, faszinieren mich normalerweise. «Herrhausen» spielt in den Jahren vor dem Mauerfall, in denen der Chef der Deutschen Bank eine bedeutende Rolle gespielt hat. Von Anfang an zeigt sich Herrhausen als ehrgeizig und visionär, aber auch als arrogant und eitel – und im Privatleben als Ehemann mit einer sehr engen Beziehung zu seiner Frau. Die Serie behandelt auch die dritte und letzte Generation der Roten Armee Fraktion. Das sind die schwächsten Momente. Was die Serie über die Vorbereitungen des Attentats im Libanon zeigt, ist reine Spekulation, ebenso wie die angedeutete Unterstützung der Attentäter:innen durch Stasi und CIA. «Herrhausen» bemüht sich redlich, ein differenziertes Bild des Protagonisten und der Ereignisse zu zeichnen. Das gelingt nicht schlecht. Wohl deshalb fühlt man nur begrenzt Empathie mit dem Machtmenschen, den Helmut Kohl humorvoll, aber nicht ohne Grund «Don Alfredo» nannte. - [Vigil (Staffel 2) – Ein ganz normaler Krimi, einfach perfekt gemacht](https://buergler.net/vigil-staffel-2-ein-ganz-normaler-krimi-einfach-perfekt-gemacht/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (BBC) Das Einzige, was ein wenig mühsam ist an der zweiten Staffel von «Vigil», ist die Zugänglichkeit. Denn leider bietet kein Streamer die Serie an. Man muss den BBC iPlayer überzeugen, dass man Brit:in ist oder sich anderweitig behelfen. Ein bisschen aufwendig, aber es lohnt sich. Wie schon in der ersten Staffel, als sich DCI Amy Silva (Suranne Jones) und DI Kirsten Longacre (Rose Leslie) auf einem U-Boot mit der britischen Marine und dem MI5 anlegten, bekommen sie es erneut mit dem Militär und dem Geheimdienst zu tun. Allerdings scheinen die Militärs viel hilfsbereiter als zuvor, denn es geht darum, einen siebenfachen Mord aufzuklären. Bei der Testvorführung einer neuartigen Drone laufen die fliegenden Killermaschinen Amok. Als mutmassliche Täter gerät bald eine oppositionelle Gruppierung im Nahen Osten ins Visier der Ermittler:innen. Aber Silva merkt bald, dass es einige Ungereimtheiten gibt und die wahren Täter woanders zu finden sind. «Vigil» ist kein aussergewöhnlicher Krimi. Nicht besonders düster, keine visuellen Überraschungen, auch die Charaktere sind solide, aber nicht ausgefallen. Aber dafür ist «Vigil» von A bis Z sorgfältig inszeniert. Es stimmt einfach alles. Das Timing der Spannungsbögen, der Krimiplot mit den wechselnden Verdächtigen und interessant gestaltete Nebenfiguren. Einfach ziemlich perfekt gemachte Unterhaltung. - [Oxen (Staffel 1) – Dieser Thriller lässt sich kaum Zeit für seine Figuren und die Story](https://buergler.net/oxen-staffel-1-dieser-thriller-laesst-sich-kaum-zeit-fuer-seine-figuren-und-die-story/) - ⭐⭐⭐ (ZDF) Irgendwie hatte ich den hochdekorierten Soldaten Niels Oxen (Jacob Lohmann), der zum Einsiedler wird, anders in Erinnerung aus den Büchern. Rauer, unangepasster, traumatisierter. Auch die Geschichte selbst war spannender und bedrohlicher in der Vorlage von Jens Henrik Jensen. Mir scheint, die dänisch-deutsche Koproduktion hat sich zu wenig Mühe gegeben in der Umsetzung, obwohl mit Mai Brøstrom und Peter Thorsboe ein renommiertes Autorenduo («The Team», «Modus») dahintersteckt. Die Figuren wirken zu eindimensional und stereotyp. Die Bedrohung der dänischen Demokratie durch einen Geheimbund wirkt aufgesetzt und wenig überzeugend. Im Fokus steht der ehemalige Elitesoldat Nils Oxen. Er wurde unehrenhaft aus der Armee entlassen, nachdem er Gerechtigkeit für einen gefallenen Kameraden wollte. Doch bald wird er in eine noch komplexere Geschichte verwickelt. Es geht um einen Geheimbund, der nichts Geringeres als den Umsturz der Demokratie will. Deshalb interessiert sich auch der dänische Geheimdienst für Oxen. Leider hetzt einen die Serie durch diese verwickelte Geschichte und gibt seinen Figuren kaum Raum, um sich angemessen in Szene zu setzen. - [Kafka (Mini-Serie) – Der Mensch hinter dem Käfer](https://buergler.net/kafka-mini-serie-der-mensch-hinter-dem-kaefer/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (ARD) Zum 100. Todestag bringt die ARD eine Mini-Serie über den Ausnahmedichter Franz Kafka. Das kommt gut an in den deutschsprachigen Feuilletons. Zu Recht und man sollte sich nicht abschrecken lassen, wenn man in Besprechungen etwa liest: «Es ist nicht die Konkretisierung einer Persönlichkeit, sondern das Zurücktreten eines Ich hinter das Selbst der Sprache.» Denn die Serie ist keineswegs so verkopft, wie ein solcher Satz vermuten liesse. «Kafka» ist von Daniel Kehlmann so lustvoll und trotz einer gewissen Sperrigkeit der Hauptfigur leichtfüssig geschrieben, dass man gebannt dabei bleibt, wenn sich die Serie ihrer Hauptfigur über Personen aus seinem Leben annähert. Im Vordergrund stehen zwei Männer und drei Frauen. Max Brod, Kafkas Mentor und Nachlassverwalter. Kafkas Vater Hermann, ein Tyrann, der ihn möglicherweise inspirierte, «Die Verwandlung» zu schreiben. Kafkas komplizierte Beziehung zu Frauen erzählt die Serie in eindrücklichen Episoden anhand seiner Verlobten, Felice Bauer, seiner Übersetzerin Milena Jesenská und Dora Diamant, die ihn in seinen letzten Tagen begleitete. «Kafka» ist von der ersten bis zur letzten Minute ein immenser Genuss. Nicht zuletzt dank eines hervorragenden Joel Basman als Kafka, dem aber alle seine Mitspieler:innen in nichts nachstehen. - [Charité (Staffel 4) – Die Zukunft kann mit der Vergangenheit nicht mithalten](https://buergler.net/charite-staffel-4-die-zukunft-kann-mit-der-vergangenheit-nicht-mithalten/) - ⭐⭐⭐ (ARD, ausserhalb D nur mit VPN) «Charité» hatte über drei Staffeln eine Erfolgsformel: ein weltbekanntes Krankenhaus, ein bisschen Medizingeschichte, fiktive Figuren für die emotionale Zuschauerbindung und ein packendes historisches Umfeld. Das hat sehr gut funktioniert. Mit der vierten Staffel wagt die Serie den Sprung in die Science-Fiction, denn sie spielt in der Zukunft, im Jahr 2049. Damit entfällt ein Teil der Erfolgsformel, weshalb die Staffel nicht an die Vorläufer heranreicht. Es ist zwar durchaus spannend, in welche Welt uns die vierte Staffel führt. Der Klimawandel setzt ein gefährliches Bakterium aus dem ewigen Eis frei. Die Spitzenforscherin Maral Safadi versucht, dem tödlichen Erreger Herrin zu werden und greift dazu zu radikalen Methoden. Dabei vernachlässigt sie aber ihre Familie, was zur Ehekrise mit ihrer Frau führt. Auch mit ihrer Mutter, die als Chirurgin in der Charité arbeitet, liegt sie im Zwist, weil Maral bei einer umstrittenen Gesundheitsreform als Beraterin mitgewirkt hat. Die Reform führt zu einer Zweiklassenmedizin, die die Mutter nicht hinnehmen will. Es gibt noch weitere Figuren und Geschichten, die ein Bild entstehen lassen, wie Medizin und Gesundheitspolitik in der Zukunft aussehen könnten. Das ist nicht schlecht gelungen. Aber weil es reine Fiktion ist, vermag die Staffel einen nicht so reinzuziehen, wie es die Vorgängerinnen getan haben. - [Rebus (Staffel 1) – Die Anfänge des düsteren Schotten](https://buergler.net/rebus-staffel-1-die-anfaenge-des-duesteren-schotten/) - ⭐⭐⭐⭐ (BBC) Wer Krimis liebt, kennt den Schotten (oder muss ihn unbedingt kennenlernen): John Rebus, Detective Sergeant (später Inspector) der Lothian and Borders Police in Edinburgh. Er gehört zu den grossen europäischen Krimifiguren wie Mankells Wallander, Simenons Maigret oder Donna Leons Brunetti. Es ist nicht das erste Mal, dass Rebus am TV auftaucht. Von 2000 bis 2007 produzierte ITV bereits vier Staffeln, in denen zuerst John Hannah und danach Ken Stott den Polizisten aus Edinburgh spielte. Die Neuauflage stammt jetzt von der BBC. Die neue Serie hält sich allerdings nicht an die Vorlagen, sondern würfelt Plots aus verschiedenen Büchern zusammen. In der ersten Staffel beginnen Rebus' Ermittlungen mit einer Messerattacke auf einen Mann. Dahinter scheint sein Erzfeind Ger Cafferty zu stecken, der grosse Gangsterboss von Edinburgh. Tatsächlich ist es einiges komplizierter. Und es wird auch persönlich. Denn Rebus' Bruder Michael ist über ein paar Ecken ebenfalls in den Fall verwickelt. Die BBC-Adaption trifft den Geist der Rebus-Bücher sehr gut. Figuren und das Setting in Edinburgh ergeben einen erstklassigen Mix von spannendem Krimi und packendem Drama. - [Concordia – Tödliche Utopie (Staffel 1) – Veganer Thriller: blutleer und ohne Fleisch am Knochen](https://buergler.net/concordia-toedliche-utopie-staffel-1-veganer-thriller-blutleer-und-ohne-fleisch-am-knochen/) - ⭐⭐ (ZDF) Was man der Serie zugutehalten kann: Sie greift aktuelle, relevante Themen auf und versucht das Ganze in einen Thriller zu packen. Aber dann hat es sich auch schon. Die Umsetzung ist misslungen. Das Hauptthema: KI-Überwachung der Bevölkerung. Aber nicht im Big-Brother-Stil, sondern zum Wohl der Menschen. Das wird seit 20 Jahren in der schwedischen Stadt Concordia erfolgreich praktiziert. Dann allerdings die Katastrophe: Zum ersten Mal geschieht ein Verbrechen in Concordia, ein Mord. Wie «Concordia» jetzt die Auflösung des Verbrechens über sechs Episoden hinweg umsetzt, ist anstrengend und angestrengt. Das Skript scheint von einer KI geschrieben, die Figuren hat wohl ein 3D-Drucker ausgespuckt. Alles wirkt so, als ob beim Drehbuchschreiben nur darauf geachtet wurde, dass gewisse Themen abgearbeitet werden. Das Resultat: Die Figuren wirken allesamt blutleer und die Geschichte ist bloss eine Aneinanderreihung von Ereignissen. Es hat sich niemand darum gekümmert, dem Ganzen auch wirklich Leben einzuhauchen. So nimmt man als Zuschauer:in zur Kenntnis, dass sich einiges auf dem Bildschirm abspielt, was irgendwie auch bedeutsam sein soll. Aber es berührt einen weder emotional noch auf der intellektuellen Ebene. Es bleibt einem alles ziemlich egal. - [Ashes to Ashes - Season 2](https://buergler.net/ashes-to-ashes-season-2/) - Das Warten ist vorüber: Am Montag Abend liess DCI Gene Hunt seinen Audi Quattro wieder donnern und Alex Drake stiefelt wieder durch die 80er, obwohl sie doch eigentlich gar nicht da hingehört. Ashes to Ashes, 2. Season läuft, endlich. Oder doch nicht endlich, sonder eher leider wieder? Die englische Presse zeigt sich mehrheitlich reserviert. «Not - [The Four Seasons (Mini-Serie) – Midlifecrisis, zum Schieflachen](https://buergler.net/the-four-seasons-mini-serie-midlifecrisis-zum-schieflachen/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Besonders originell ist es eigentlich nicht, drei mittelalterliche Paare in die Ferien zu schicken, wo sie dann ihre Midlifecrisis ausleben. Hat man so oder ähnlich schon mal gesehen. Im Fall von «The Four Seasons» sogar ziemlich genau so. Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Film von 1981. Tina Fey und ihre beiden Mitautorinnen haben die Geschichte modernisiert. In den 80er-Jahren gab es natürlich noch kein gleichgeschlechtliches Paar wie jetzt im Remake. Vor allem aber setzt die Serie bei allen Krisen, die die Figuren durchleben, auf Witz und Amüsement. «The Four Seasons» begleitet die drei Paare Kate und Jack, Danny und Claude und Anne und Nick über ein Jahr, in dem sich einiges verändert. Es beginnt damit, dass die Ehe von Anne und Nick auseinanderbricht. Beim nächsten Urlaub bringt Nick seine neue Freundin mit. Während er glücklicher scheint als zuvor, zeigen sich langsam die Risse in der Partnerschaft der anderen Paare. Die Probleme der Paare eskalieren über die Zeit, die Stimmung wird melancholischer. Aber immer wieder lassen einen witzige Dialoge und komische Szenen breit grinsen oder laut loslachen. Tina Fey ist mit «Four Seasons» eine überzeugende Komödie gelungen, die einzig mit der Einschränkung daherkommt, dass sie nur für ein Ü40-Publikum geeignet ist. - [Suspect: The Shooting of Jean Charles de Menezes (Mini-Serie) – Der grosse englische Polizeiskandal](https://buergler.net/suspect-the-shooting-of-jean-charles-de-menezes-mini-serie-der-grosse-englische-polizeiskandal/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Es gibt Serien, die regen einen mächtig auf. Gerade deshalb kann man nicht aufhören und schaut von Anfang bis Ende durch. «Suspect: The Shooting of Jean Charles de Menezes» ist so eine Serie. Für die Wut, die einen packt, sorgt die Londoner Polizei. Sie war verantwortlich dafür, dass am 22. Juli 2005 der 27-jährige Brasilianer Jean Charles de Menezes in der Londoner U-Bahn mit elf Schüssen getötet wurde. Wie es zu dieser Tragödie kam und wie die Metropolitan Police damit umging, ist schlicht skandalös. Das schildert die Dramatisierung der Ereignisse in «Suspect» detailgetreu und durchaus fair. Sie stellt die Erschiessung von de Menezes als vermeintlichen Selbstmordattentäter in Zusammenhang mit den Anschlägen radikaler Islamisten, die nur wenige Tage zuvor über 50 Menschen das Leben gekostet hatten. Deshalb lagen die Nerven in den Sicherheitsbehörden blank. Aber wie die Verantwortlichen, darunter der damalige und die spätere Polizeichef:in, die eigenen Fehler und Versäumnisse zu vertuschen und verschleiern suchten, lässt auch 20 Jahre später die Wut hochkochen. Persönliche Konsequenzen musste keine der Personen tragen, die an der Erschiessung beteiligt oder dafür verantwortlich waren. Nicht zuletzt deshalb gilt dieser Vorfall als einer der grössten Polizeiskandale in der englischen Geschichte. - [Serien-Tipps für die Schweizer Bundesrät:innen](https://buergler.net/serien-tipps-fuer-die-schweizer-bundesraetinnen/) - Welche Serien schauen sich die sieben Mitglieder der Schweizer Landesregierung wohl an, wenn sie mal einen ruhigen Abend geniessen? Was würden zu ihnen passen oder was sollten sie sich anschauen? Hier ein paar Ideen von ChatGPT, Gemini und mir. - [1923 (Staffel 1) – Ein amerikanisches Blut- und Bodendrama](https://buergler.net/1923-staffel-1-ein-amerikanisches-blut-und-bodendrama/) - ⭐⭐⭐ (Paramount+) / Da sitzt Harrison Ford als alter Cowboy am Lagerfeuer und erklärt seinem Neffen die Welt: Gierige Typen wollen einem immer stehlen, was man mit harter Arbeit geschaffen hat. Deshalb darf man die am nächsten Baum lynchen. Was er wohlweislich nicht sagt: Seine Ranch steht auf Land, das eigentlich Indigenen gestohlen wurde. Also könnte man ihn auch aufknüpfen. Diese Blut- und Bodenideologie wabert immer mit bei der Dutton-Dynastie mit ihrer «Yellowstone»-Ranch. Das ist schwer zu ertragen, selbst wenn Ford und Helen Mirren in «1923» diese Duttons spielen. Aber es gibt auch noch andere Geschichten. Einen unterhaltsamen Gegenpol bildet die Romanze des Neffen, der sich in Afrika in eine englische Adlige verliebt. Aufwühlend dagegen ist die Geschichte der jungen Indigenen Teonna, die in einem Internat von sadistischen Nonnen und Priestern misshandelt wird. Wie das alles ausgeht, wird erst die zweite Staffel zeigen. Weil mich das Schicksal des Neffen und von Teonna interessieren, bin ich wohl dabei. Und hoffe, dass es der alte Dutton nicht mehr lange macht. - [Glaskupan (Mini-Serie) – Finster und spannend bis zum enttäuschenden Ende](https://buergler.net/glaskupan-mini-serie-finster-und-spannend-bis-zum-enttaeuschenden-ende/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Erst kürzlich brachte Netflix mit «Åremorden» den Krimi einer schwedischen Autorin auf den Bildschirm. Mir war die Geschichte zu seicht und zu wenig «Nordic Noir». In dieser Hinsicht überzeugt «Glaskupan» besser. Die Geschichte der ebenfalls schwedischen Autorin Camilla Läckberg ist psychologischer, düsterer und spielt gekonnt mit den Figuren in einer Kleinstadt, in der alle etwas zu verbergen haben. Lejla kehrt nach jahrelanger Abwesenheit für die Beerdigung ihrer Adoptivmutter nach Granås zurück, wo sie aufgewachsen ist. Mit gemischten Gefühlen. Auf das Wiedersehen mit ihrem Adoptivvater Valter freut sie sich. Aber dem Ort hat sie aus gutem Grund den Rücken gekehrt. Lejla wurde als Kind entführt und in einer Glaskammer wochenlang gefangen gehalten. Sie konnte fliehen, aber ihr Entführer wurde nie gefasst. Jetzt verschwindet wieder ein Mädchen. Lejla stellt sich ihrem Trauma und nimmt die Suche nach dem Mädchen auf. «Glaskupan» ist spannend aufgebaut, führt auf falsche Fährten und überrascht mit unerwarteten Wendungen. Ein gelungener Krimi, wenn da nur dieser Schluss nicht wäre. Den als «an den Haaren herbeigezogen» zu beschreiben, ist untertrieben. Aber bis dahin unterhält die Serie immerhin wirklich gut. - [The Bondsman (Staffel 1) – Blutige Dämonenjagd zu lüpfigen Countryklängen](https://buergler.net/the-bondsman-staffel-1-blutige-daemonenjagd-und-luepfige-countryklaenge/) - ⭐⭐⭐⭐ (Prime TV) Es geht gleich richtig zur Sache: Der Kopfgeldjäger Hub Halloran hat sein Ziel in einem Motel ausfindig gemacht. Er lockt ihn aus dem Zimmer und fängt ihn mit einer Schlinge. Aber das Ganze ist eine Falle. Ein zweiter Mann taucht auf, stürzt sich von hinten auf Hub und schneidet ihm die Kehle durch. Hub stirbt. Kurz darauf steht er jedoch wieder auf und zündet sich eine Zigarette an. Der Rauch entweicht durch seine aufgeschlitzte Luftröhre. Spätestens jetzt fragt man sich: Was zum Teufel ist hier los? Gute Frage! Hinter Hubs Wiederauferstehung steckt tatsächlich der Herr der Hölle. Er schickt ihn zurück, um entflohene Dämonen zu jagen. Das sorgt für einige Splatterszenen, wie man sie von der Produktionsfirma Blumhouse erwartet. Neben der Dämonenjagd sinnt Hub auf Rache. Denn der neue Freund seiner Ex steckt hinter Hubs temporärem Tod. Zudem träumt er von der Wiedervereinigung mit seiner Familie auf der Bühne als Country-Trio. «The Bondsman» ist eine unterhaltsame Mischung aus Action, Horror und Familiendramedy, die in leicht verdauliche 30-Minuten-Episoden portioniert ist. Wer abstrusen Humor schätzt, nicht übermässig brutale Splatterszenen erträgt und vor allem Countrymusik nicht abgeneigt ist, kommt auf seine Kosten. - [Prime Target (Staffel 1) – Ein Mathe-Genie als Weltenzerstörer](https://buergler.net/prime-target-staffel-1-ein-mathe-genie-als-weltenzerstoerer/) - ⭐⭐⭐ (Apple TV+) Menschen, die komplexe Probleme der abstrakten Zahlenwelt meistern, üben eine besondere Faszination auf Normalsterbliche aus. Das erklärt, warum einige Filme über Mathe-Genies Popkulturgeschichte geschrieben haben. «Prime Target» bedient sich dieser Faszination für einen Thriller über einen jungen Mathematiker. Edward Brooks sucht an der Universität in Cambridge nach einer Formel, die Primzahlen generiert. Damit gerät er ins Visier der NSA und anderer Organisationen. Das kann tödlich enden. Denn findet Edward seine Formel, wäre jede Verschlüsselung auf dieser Welt knackbar. Die NSA-Agentin Taylah stellt sich allerdings auf Edwards Seite und will ihn beschützen. Das könnte zu einem gelungenen Spionagethriller werden, wenn da nicht die völlig eindimensionale Hauptfigur wäre. Edward ist das Abziehbild eines Mathe-Nerds und nur erträglich im Zusammenspiel mit anderen Figuren wie Taylah oder dem Barkeeper, der sich in ihn verliebt. Wenn sich Edward am Schluss mit Robert Oppenheimer auf eine Stufe stellt als «Weltenzerstörer», dann zeigt das, wie sehr die Macher:innen ihre Serie überschätzen. «Prime Target» ist nicht annähernd so spannend wie Oppenheimers Geschichte. Diese Überheblichkeit nehme ich der Serie am meisten übel. - [Bosch: Legacy (Staffel 3) – Die Bosch-Saga endet: Fortsetzung folgt](https://buergler.net/bosch-legacy-staffel-3-die-bosch-saga-endet-fortsetzung-folgt/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) «The sun is setting on the epic saga» lautet das Motto der dritten Staffel von «Bosch: Legacy». Wäre dies wirklich der letzte Auftritt von Harry Bosch, wäre das Ende enttäuschend. Zum Glück ist es nicht vorbei. Die Sonne wird wieder aufgehen für Harry, aber vor allem für eine neue Figur: Renée Ballard. Die LAPD-Detektivin steht im Mittelpunkt des zweiten Spin-offs der Bosch-Saga. Harry wird sie unterstützen, wenn sie diesen Sommer ihr Debüt gibt. Wir lernen Ballard bereits jetzt kennen. In der letzten Episode lösen Bosch und Ballard gemeinsam den Fall eines Serienkillers, der nach Jahren wieder auftaucht. In Sachen Staffeldramaturgie ist diese Episode ein Anhängsel, das eben nur der Einführung von Ballard dient. Das sei verziehen, denn zuvor gibt es reichlich spannende Geschichten mit Bosch, seiner Tochter Maddie und der Anwältin Honey Chandler. Die Serie jongliert mit den verschiedenen Handlungssträngen perfekt und sorgt mit einer überraschenden Wendung mitten in der Staffel für Hochspannung. Wie immer wird Boschs zweifelhaftes Verständnis von Gerechtigkeit irgendwann auf die Probe gestellt. In der entscheidenden Szene bleibt bis zur letzten Sekunde unklar, ob er das Recht selbst in die Hand nimmt. Mal schauen, ob Renée Ballard da einen positiven Einfluss auf Bosch haben wird. Allzu viel Hoffnungen sollte man sich bei Boschs sturem Charakter nicht machen. - [Bosch: Legacy (Staffel 2) – Harry gegen das FBI und korrupte Cops](https://buergler.net/bosch-legacy-staffel-2-harry-gegen-das-fbi-und-korrupte-cops/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Vielleicht schalten sich meine Kritikersensoren automatisch aus, sobald Harry Bosch auf dem Bildschirm auftaucht. Denn ich finde auch in der insgesamt neunten Staffel der Bosch-Reihe keinen Makel. Gleich zu Beginn zeigt sich Bosch von seiner unangenehmen Seite. Da will er einem die Augen ausstechen. Aber er hat einen guten Grund dafür. Der Typ hat seine Tochter entführt und in der Wüste lebendig vergraben. Kurz darauf legt sich Bosch mit zwei korrupten Cops an, als er für die Anwältin Honey Chandler Beweise für die Unschuld eines ihrer Mandanten sucht. Dieser Auftrag wird für ihn lebensgefährlich. Kommt dazu, dass das FBI Bosch und Chandler auf die Pelle rückt. Bei all dem Ärger sorgt Mo Bassi, der als Techfreak und Hacker für Bosch arbeitet, für etwas positive Stimmung. Er lernt eine Frau kennen, die sich für ihn interessiert. Aber irgendetwas scheint da nicht zu stimmen. Was, das erfahren wir gegen Schluss, wenn alle Plots zusammenlaufen und aufgelöst werden. Happy End? Keineswegs. Der Cliffhanger kommt am Ende noch und deutet ein grosses Zerwürfnis zwischen zwei Hauptfiguren für die nächste Staffel an. - [Bosch: Legacy (Staffel 1) – Privatdetektiv ohne Skrupel](https://buergler.net/bosch-legacy-staffel-1-privatdetektiv-ohne-skrupel/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Bosch is back! Der ehemalige LAPD-Cop arbeitet jetzt als Privatdetektiv. Für einen sterbenskranken Milliardär soll er eine:n Erb:in ausfindig machen. Das wird für Bosch und für die Erbin, die er aufspürt, lebensbedrohlich. Daneben arbeitet Bosch mit der Anwältin Honey Chandler zusammen. Der Mann, der Chandler und Boschs Tochter ermorden lassen wollte, droht ungestraft davonzukommen. Das wollen die beiden verhindern. «Bosch: Legacy» knüpft nahtlos an die siebte Staffel «Bosch» an. Nicht nur inhaltlich, sondern auch qualitativ. Die Serie legt noch ein bisschen zu. Honey Chandler und Boschs Tochter Maddie werden zu Hauptfiguren. Bosch selber lässt die letzten Hemmungen fallen, die er als Cop noch hatte. Er schreckt auch vor gesetzeswidrigen Methoden nicht zurück. - [Totenfrau (Staffel 1) – Eine Racheengel in den Alpen](https://buergler.net/totenfrau-staffel-1-eine-racheengel-in-den-alpen/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Alpenkulisse und eine Bestatterin: Man könnte meinen, da habe jemand bei den Schweizer Krimis «Wilder» und «Der Bestatter» abgekupfert. Aber die «Totenfrau» basiert einerseits auf einem Roman von Bernhard Aichner und ist andererseits einiges drastischer und düsterer. Die Bestatterin Blum, die alle nur mit Nachnamen anreden, verliert ihren Mann durch einen Unfall mit Fahrerflucht. Bald findet Blum aber heraus, dass es wohl ein Mord war, für den mehrere Männer verantwortlich sind. Blum beginnt einen gnadenlosen Rachefeldzug, bei dem ihr ihr Handwerk zugutekommt, um die Leichen zu entsorgen. Auch wenn die Alpenwelt mehr Kulisse bleibt als atmosphärisch zu wirken, ist die «Totenfrau» ein gut gelungener Krimi mit ein paar überraschenden Wendungen. - [The White Lotus (Staffel 2) – Unterhaltsam, aber zu brav](https://buergler.net/the-white-lotus-staffel-2-unterhaltsam-aber-zu-brav/) - ⭐⭐⭐ (Sky Show) Nach Hawaii in der ersten Staffel reist eine illustre Gästeschar diesmal nach Sizilien. Die Figuren-Konstellation ist ähnlich, auch die schon obligate Leiche zu Beginn fehlt nicht. Und doch bereitet die zweite Staffel sind dasselbe grosse Vergnügen. Nicht nur die Wellen im Mittelmeer sind sanfter als die Wogen im Pazifik. Auch die Story hat an Biss und Bösartigkeit verloren. Am vergnüglichsten sind die drei Di Grassos, Grossvater, Sohn und Enkel. Opa hält sich mit 80 immer noch für unwiderstehlich, Papa kauft sich Sex, und der Enkel ist ein moderner Frauenversteher, der allerdings immer wieder von Machos ausgestochen wird. Tanya, die schon auf Hawaii war, ist wieder völlig schrill unterwegs. Nur kennen wir sie halt schon. Einzig ihre Fahrt als Monica Vitti auf einer Vespa ist wirklich sehenswert. Wenig originell sind die Beziehungsprobleme, die zwei Pärchen wälzen, und blass das Personal des Luxusresorts. Wenigstens die beiden einheimischen Callgirls sorgen für nette Twists. Sie profitieren am Ende verdientermassen nicht nur monetär am meisten. Man kann sich etwas in Nebenschauplätzen delektieren und etwa in der Titelsequenz nach Plot-Hinweisen suchen. Das entschädigt für eine zwar immer noch gute, aber nicht mehr herausragende Staffel. - [The White Lotus (Staffel 1)](https://buergler.net/serien-tipp-the-white-lotus/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) Eine Familie, ein Pärchen auf Hochzeitsreise und eine alleinstehende Frau machen Urlaub im Luxusresort auf Hawaii. Gemeinsam ist allen, dass sie sehr reich sind und sehr gestört. Das wird über sechs Episoden lustvoll seziert. Eine gut inszenierte Gesellschaftssatire, die in alle Richtungen austeilt. Auch das Hotelpersonal, getrimmt auf unterwürfige Sklavenhaltung, ist nicht nur Opfer der aufgeblasenen, reichen Sozio- und Psychopathen, sondern im besten Fall reichlich naiv. - [KRANK Berlin (Staffel 1) – Ein Krankenhaus am Rand des Kollapses](https://buergler.net/krank-berlin-staffel-1-ein-krankenhaus-am-rand-des-kollapses/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Wenn du in diesem Krankenhaus hörst: «Es kümmert sich gleich jemand um Sie», dann stell dich auf stundenlanges Warten ein. Nur wenn du kurz vor dem Tod stehst, wirst du – hoffentlich rechtzeitig – eine Ärztin oder einen Arzt sehen. Denn im «Krank», dem Krankenhaus im Berliner Problembezirk Neukölln, herrschen katastrophale Zustände. Zu wenig Pflegepersonal, zu wenig Ärzt:innen, veraltete Ausrüstung, zu wenig Platz und zu viele Patient:innen. In diesem Chaos beginnt Dr. Zanna Parker als Leiterin der Notaufnahme. Ihre neuen Kolleg:innen machen ihr sofort klar: Hier hört keiner auf die Chefin. Dafür haben sie alle ihre eigenen Strategien entwickelt, um in der Hektik zu überleben. Die Ärztin Emina setzt auf Gefühlskälte, ihr Kollege Ben auf Opioide. «Krank Berlin» lebt nicht nur von der Schilderung des medizinischen Alltags. Wie immer bei solchen Serien geht es auch um Beziehungen und Konflikte. Etwa bei den beiden Rettungssanitäter:innen Olivia und Olaf. Der alte Hase und die junge Idealistin geraten sich dauernd in die Haare. Im Gegensatz zu Petra Volpes neuem Film im gleichen Umfeld kennt die Serie keine Held:innen. Hier sind es Menschen, die unter Druck immer wieder Fehler machen. Das stimmt weniger hoffnungsvoll als der Film und ist wohl einiges trashiger. Die Botschaft ist aber gleich: Das System kollabiert, wenn nicht endlich etwas passiert. - [Totenfrau (Staffel 2) – Eigentlich will Frau Blum nur ihre Tochter retten](https://buergler.net/totenfrau-staffel-2-eigentlich-will-frau-blum-nur-ihre-tochter-retten/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Leichen pflastern ihren Weg. An und für sich nichts Aussergewöhnliches für eine Bestatterin. Allerdings ist Blum (Anna Maria Mühe), die sich nur mit ihrem Nachnamen ansprechen lässt, bei einigen Leichen schuld an deren Tod. Wie etwa am Tod von Edwin Schönborn. Den hat sie vor zwei Jahren getötet, seine Leiche zerstückelt und in den Sarg eines Verstorbenen gelegt. Dumm nur, dass jetzt dieses Grab wegen Erbstreitigkeiten geöffnet wird. Blum versucht mit der Hilfe ihres Freundes und Mitarbeiters Shadid (Yousef Sweid) die Leichenteile aus dem Grab zu holen. Aber sie erwischen nicht alle Teile, bevor die Polizei auftaucht. So wird das Verschwinden von Schönborn zum Mordfall, der die BKA-Ermittlerin Wallner auf den Plan ruft. Sie hatte Blum schon vor zwei Jahren in Verdacht und will sie jetzt zur Strecke bringen. Für Blum wird die Polizei aber zum kleineren Problem, als ihre Tochter entführt wird. Die «Totenfrau» ist erneut düster und blutig wie in der ersten Staffel. Auch die Handlungslogik wird wieder ziemlich strapaziert, aber das kann man der Serie nachsehen. Sie ist für einen deutschsprachigen Krimi ungewohnt finster und benutzt die Alpenkulisse nicht als Tourismuswerbung, sondern als Schauplatz für Verbrechen, die tief in menschliche Abgründe blicken lassen. - [The White Lotus (Staffel 3) – Die Erfolgsformel hat sich abgenutzt](https://buergler.net/the-white-lotus-staffel-3-die-erfolgsformel-hat-sich-abgenutzt/) - ⭐⭐⭐ (Sky Show) Wen erwischt's diesmal? Klar wird eine:r der Feriengäste im Leichensack nachhause fliegen. Das ist immer so bei «The White Lotus». Diesmal stehen elf Kandidat:innen zur Auswahl. Ein Ehepaar mit zwei Söhnen und einer Tochter, drei beste Freundinnen, ein komischer Kauz mit seiner jungen Freundin und Belinda, die Wellnesstrainerin aus der ersten Staffel. Sie alle werden eine Woche im «White Lotus» auf der thailändischen Insel Ko Samui verbringen, die ihr Leben in den Grundfesten erschüttern wird. Aber das dauert, lange, viel zu lange. Bei allem Respekt davor, wie Mike White wieder ein buntes Panoptikum an Figuren und Geschichten webt, hat sich die Erfolgsformel seiner Serie abgenutzt. Das Erzähltempo ist viel zu gemächlich und gespickt mit Wiederholung. Das macht auch das exotische Setting nicht vergessen. Nicht dass «The White Lotus» nur Langeweile verbreiten würde. Es passiert einiges, das überrascht und amüsiert. Vor allem die Figur von Patrick Schwarzenegger erstaunt mit ihrem Wandel, den sie durchlebt. Und dass der Sohn offenbar talentierter ist als sein Vater 😉. Jetzt beginnt das Rätselraten, wo die vierte Staffel spielen wird. Afrika scheint die Nase vorn zu haben. Dann bliebe Australien für die hoffentlich letzte Staffel. Da könnten giftige Spinnen und mörderische Haie zum Finale vielleicht allen Hotelgästen den Garaus machen. - [Reacher (Staffel 3) – Deftige Action zum Bingen](https://buergler.net/reacher-staffel-3-deftige-action-zum-bingen/) - ⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Wer glaubt, es gäbe kein grösseres Muskelpaket als Reacher, wird in der dritten Staffel eines Besseren belehrt. Gleich zu Beginn trifft er auf Paulie, der fast einen Kopf grösser ist und einen noch massigeren Oberkörper hat. Die beiden verbindet umgehend eine tiefe gegenseitige Abneigung. Man ahnt, dass es zwischen ihnen zum ultimativen Showdown kommen muss. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg. Zuerst muss Reacher die kriminelle Organisation von Zachary Beck unterwandern. Reacher arbeitet dabei mit der FBI-Agentin Susan Duffy zusammen. Duffy sucht eine Informantin, die sie bei Beck eingeschleust hat und die nun verschwunden ist. Auch Reacher sucht jemanden. Er hat mit Xavier Quinn eine Rechnung offen. Quinn war früher wie Reacher beim militärischen Nachrichtendienst. Allerdings verkaufte er Informationen und tötete brutal eine Kollegin von Quinn, als sie ihm auf die Spur kam. Dafür will Reacher Rache und Quinn töten. Man sollte seine Moralvorstellungen herunterschrauben, bevor man diese Serie einschaltet. Wer aber Action mag und deftige Faustkämpfe kommt (wieder) auf seine Kosten. Wenn einem danach der Sinn steht, wird man bestens unterhalten. Das Publikum mit dieser Vorliebe scheint zahlreich. Prime Video hat angekündigt, dass die Reihe fortgesetzt wird. - [Reacher (Staffel 1) – Der Rächer mit Herz und Kleiderproblemen](https://buergler.net/reacher-staffel-1-der-raecher-mit-herz-und-kleiderproblemen/) - ⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Jack Reacher wird in einem Kaff in Georgia in einen Mordfall verwickelt. Nicht nur stellt sich heraus, dass das Opfer sein Bruder Joe war. Es folgt eine ganze Serie von brutalen Morden. Bei den Ermittlungen, die Reacher mit einem Polizisten und einer Polizistin aufnimmt, entdecken sie einen Sumpf an Korruption und die skrupellosen Machenschaften eines Unternehmers. «Reacher» ist nichts für zarte Gemüter. Gewalt ist an der Tagesordnung und auch die Hauptfigur ist in seinen Methoden nicht zimperlich. Die Serie ist dennoch keine dumpfe Gewaltorgie. Sie mixt ein paar andere Komponenten dazu, die sie nicht nur erträglich, sondern durchaus gelungen machen. - [Reacher (Staffel 2) – Wo dieser Rächer auftaucht, fliesst viel Blut](https://buergler.net/reacher-staffel-2-wo-dieser-racher-auftaucht-fliesst-viel-blut/) - ⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Eigentlich ist dieser Reacher (Alan Ritchson) eine bedauernswerte Figur. Sein einziger Besitz ist eine Zahnbürste und seine Freunde lassen sich an einer Hand abzählen. Dass das alles ehemalige Soldat:innen aus seiner Militärzeit sind, ist zwar als Hohelied auf die Kameradschaft gedacht, aber ich finde auch das eher traurig. Um diese ach, so unverbrüchliche Gemeinschaft geht es nun in der zweiten Staffel. Reacher befehligte früher eine Einheit mit handverlesenen Mitgliedern, die als Militärpolizei besonders heikle Fälle aufklärte. Ein ehemaliges Mitglied dieser Einheit wird tot aufgefunden. Reacher macht sich gemeinsam mit drei Mitgliedern seiner ehemaligen Einheit auf die Suche nach dem Mörder. Dabei stellt sich heraus, dass der noch weitere Kameraden von Reacher auf dem Gewissen hat. Die Suche nach dem Verantwortlichen wird blutig, brutal und haarsträubend spannend. Genau das macht «Reacher» ja aus. Da wird nicht raffiniert ermittelt und kombiniert, um herauszufinden, wer die Bösewichte sind. Er bahnt sich den Weg mit Kopfschüssen und Faustkämpfen, an deren Ende der Gegner im Beton ersäuft wird. Als moralischer Mensch darf man sich nicht zu viele Gedanken darüber machen, welche Grenzen Reacher regelmässig überschreitet. Wer keine Mühe hat mit einer gnaden- und gesetzlosen Killermaschine, wird gut unterhalten. - [Il Gattopardo (Mini-Serie) – Wunderschön inszeniert, aber aus der Zeit gefallen](https://buergler.net/il-gattopardo-mini-serie-wunderschoen-inszeniert-aber-aus-der-zeit-gefallen/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Italienische Netflix-Produktionen haben ein Faible für historische Stoffe. Sowohl «Briganti» (2024) als auch «La legge di Lidia Poët» (2023) spielen wie «Il Gattopardo» im ausgehenden 19. Jahrhundert. Ein Markenzeichen dieser Serien: Sie schwelgen in zeitgenössischen Kostümen und Schauplätzen. Das ist der grösste Pluspunkt von «Il Gattopardo». Die Serie ist ein Fest fürs Auge. Der Adel trägt schon zum Frühstück festliche Kleidung. Die Palazzi sind imposant, die Interieurs üppig ausgestattet. Die Landschaftsaufnahmen vermitteln die drückende Hitze. Aber damit hat es sich auch. Weder der gesellschaftliche Wandel, der sich durch Garibaldis Kampf für ein vereintes Italien anbahnt, noch die Liebesgeschichten packen einen. Vor allem aber fällt es schwer, mit dem «Gattopardo» mitzufühlen. Er soll den Zerfall einer Dynastie und einer Ära symbolisieren, an deren Niedergang er mitschuldig ist. Doch seine Figur wirkt so aus der Zeit gefallen, dass man das zwar intellektuell nachvollziehen kann, aber emotional unberührt bleibt. Auch wenn «Il Gattopardo» mehr visuell, denn inhaltlich überzeugt, die Serie ist sicher nicht langweilig. Und mit rund sechs Stunden Laufzeit ist sie nur etwa doppelt so lang wie Luchino Viscontis Filmklassiker von 1963. Dessen epische Länge von 186 Minuten galt damals als sehr gewagt. - [Severance (Staffel 2) – Es kommt zum Konflikt zwischen «Innies» und «Outies»](https://buergler.net/severance-staffel-2-es-kommt-zum-konflikt-zwischen-innies-und-outies/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) «Severance» war vor drei Jahren ein Highlight im Streamingangebot, das durch seine Kühnheit bestach. Wagemutig mixte die Serie Komödie mit bissiger Gesellschaftskritik. Sie forderte heraus durch einen surrealen Plot und faszinierte durch ein paradoxes Setdesign mit Smartphones neben Computern und Autos aus den 80ern. Diese erste Staffel bot ein ungewöhnliches und fesselndes Seherlebnis mit einer herausragenden Besetzung. Die zweite Staffel knüpft nahtlos daran an, bringt jedoch eine entscheidende Veränderung. Jetzt geht es weniger um den Kampf gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen im Kapitalismus. Im Vordergrund steht eine Art Selbstfindung der «Innies». Dadurch verliert «Severance» etwas vom dystopischen Grundton. Dennoch bietet auch diese Staffel beste Unterhaltung. Man hat die «Innies» halt liebgewonnen und gönnt ihnen von Herzen, wenn sie ein wenig Liebesglück geniessen dürfen. Doch ihr Streben nach Glück führt zum Konflikt mit ihren «Outies». «Severance» verlagert zwar seine scharfe Gesellschaftskritik mehr auf die individuelle Ebene. Dennoch bleibt die Serie aussergewöhnlich und sehr empfehlenswert. Der Cliffhanger am Schluss verspricht auch für die dritte Staffel, dass es spannend weitergeht mit den «Innies» und «Outies». - [A Thousand Blows (Staffel 1) – Viel mehr als nur ein Boxerdrama](https://buergler.net/a-thousand-blows-staffel-1-viel-mehr-als-nur-ein-boxerdrama/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Verprügeln nach Regeln, aka Boxen, ist weniger mein Ding. Wenn es sich bei «A Thousand Blows» nur um die Geschichte von ein paar «bare-knuckle boys» handeln würde, wäre ich vielleicht wieder ausgestiegen. Aber das neueste Werk von «Peaky Blinders»-Creator Steven Knight bietet mehr als nur eine historische Betrachtung des Boxens, das sich im spätviktorianischen England vom blutigen Spektakel zum gediegenen Faustkampf wandelte. Es geht um Unterdrückung und Ausbeutung. Um eine Welt im Umbruch, in der die Schwächsten der Gesellschaft überrollt werden. Mittendrin drei Figuren, die sich dem widersetzen. Hezekiah, ein Einwanderer aus Jamaika, der sich als Boxer einen Namen machen will. Mary, die sich als Anführerin einer Bande von Diebinnen schon einen Namen gemacht hat. Und Sugar, Pubbesitzer und legendärer Champion im blutigen Faustkampf. Die Wege von Hezekiah, Mary und Sugar kreuzen sich in einem Geflecht aus Rivalität, Zuneigung und Verrat. Anfänglich sieht es danach aus, als würde ihnen ein nächster Schritt nach oben gelingen. Aber sie werden betrogen und belogen und sehen ihre Träume schwinden. «A Thousand Blows» fasziniert nicht zuletzt, weil die Geschichte auf historischen Figuren und Ereignissen basiert. Knight beweist erneut, dass er daraus mitreissende Geschichten machen kann. - [Su majestad (Staffel 1) – Majestätisch belanglos: Eine Komödie ohne Witz](https://buergler.net/su-majestad-staffel-1-majestaetisch-belanglos-eine-komoedie-ohne-witz/) - ⭐⭐ (Prime Video) «Su majestad» will eine Komödie über das spanische Königshaus sein. Ich habe zwei Probleme damit: Als zutiefst anglophiler Mensch gibt es für mich nur ein Königshaus – das britische. Die anderen sind Operetten-Monarchien. Zugegeben, das ist eine subjektive Einschätzung. Der zweite Punkt ist gravierender. Die Serie ist nicht lustig. Zumindest in den drei Episoden, die ich geschafft habe. «Su majestad» setzt darauf, dass es grundsätzlich amüsant ist, wenn eine verwöhnte Göre auf dem Thron fläzt. Das reicht aber nicht. Man hat nämlich schnell begriffen, dass es keine gute Idee ist, wenn König Alfonso XIV wegen eines Skandals abtaucht und vorübergehend seine Tochter Pilar auf den Thron hievt. Die Prinzessin kann zwar Party, shoppen und mit Freundinnen tratschen. Die angeschlagene Monarchie zu repräsentieren, liegt ihr aber definitiv nicht. Diese Diskrepanz böte vielleicht Stoff für ein paar witzige Szenen. Doch die Serie bietet uns lediglich eine dauernd nölende Prinzessin, die lieber feiert, als einen Orden zu verleihen. Ich hätte mir eher eine Doku über das reale spanische Königshaus angesehen, als hier weiterzuschauen. Da gäbe es immerhin eine schmähliche Abdankung zu sehen, ein Dessous-Modell, das der Kronprinz nicht heiraten durfte, und eine Prinzessin, die gerade drei Jahre Militärdienst absolviert. - [Die Beschatter (Staffel 1) – Basler Krimi kämpft mit Anlaufschwierigkeiten](https://buergler.net/die-beschatter-staffel-1-basler-krimi-kaempft-mit-anlaufschwierigkeiten/) - ⭐⭐⭐ (Play Suisse) Allein aus Lokalpatriotismus würde ich «Die Beschatter» gerne in den höchsten Tönen loben. Endlich mal ein Schweizer Krimi aus Basel! Aber leider hat die Serie einige Schwächen. Vor allem sind die Figuren zu schematisch skizziert. Das Drehbuch gesteht den fünf Schüler:innen in der Detektei Brand nur bruchstückhaft etwas Hintergrundgeschichte zu. Da geht viel Storypotenzial verloren und die fünf wachsen uns kaum ans Herz. Der Ex-Polizist Leo Brand hat da etwas mehr Glück. Über ihn erfahren wir nicht nur, dass er aus Geldnot diese Schule aufgemacht hat. Da gibt es in seiner Vergangenheit auch einen ominösen Fall. Ein Serienmörder, der sogenannte «Dornröschen-Killer», kostete Brand seine Karriere, seine Ehe und die Beziehung zu seiner Tochter. Dieser Fall wird jetzt wieder aktuell und zieht sich als roter Faden durch die sechs Episoden. Daneben beschäftigen sich Brand und seine Azubis mit Fällen im baslerischen Umfeld von Zolli über FCB bis zur Pharma. In der zweiten Hälfte legen «Die Beschatter» deutlich zu. Da blitzt das Potenzial der Serie auf. Das Finale endet mit einem vielversprechenden Cliffhanger. Wenn es eine zweite Staffel gibt, könnte die tatsächlich gut werden. - [Die Beschatter (Staffel 2) – Letzter Auftritt für Leo und die Detektive](https://buergler.net/die-beschatter-staffel-2-letzter-auftritt-fuer-leo-und-die-detektive/) - ⭐⭐⭐ (Play Suisse) Nach zwei Staffeln beendet SRF das Krimiexperiment am Rheinknie. Es handle sich dabei weder um eine Absetzung, noch sei die Serie dem Sparhammer zum Opfer gefallen, heisst es bei SRF. «Die Geschichte ist auserzählt und findet damit ein natürliches Ende.» Das stimmt zwar, aber es ist nur die halbe Wahrheit. «Die Beschatter» haben es bei der Premiere vor über zwei Jahren nicht geschafft, das Publikum zu begeistern. Die Quoten waren «enttäuschend», wie SRF damals eingestand. Als Basler mit typischem Minderwertigkeitskomplex führe ich das auf die Abneigung der Restschweiz gegenüber allem, was nördlich des Hauensteins liegt, zurück. Wobei die Serie das Ihrige dazu beitrug. Die Story war nicht wirklich packend und Figuren gewöhnungsbedürftig. Aber SRF gewährt Leo Brand (Roeland Wiesnekker) und seinen Detektiv:innen immerhin einen ehrenvollen Abgang. Wir erfahren zumindest, was es mit dem geheimnisvollen «Dornröschen-Killer» auf sich hat, der mutmasslich auch hinter dem Verschwinden von Agothas Mutter steckt. Auch in der zweiten Staffel schaffen es die «Beschatter» allerdings nicht übers Mittelmass hinaus. Deshalb war es richtig, die Serie nicht weiterzuführen. Schade nur, dass es jetzt auch vorbei ist mit den Locations, die einem als Basler:in sehr vertraut sind. Es war eine nette Abwechslung zu den üblichen Schweizer Krimi-Kulissen. - [The Agency (Staffel 1) – Auch Stars retten wirren Spionagethriller nicht](https://buergler.net/the-agency-staffel-1-auch-stars-retten-wirren-spionagethriller-nicht/) - ⭐⭐⭐ (Paramount+) Das Staraufgebot in «The Agency» ist beeindruckend: Michael Fassbender und Richard Gere, auch Jeffrey Wright («Westworld») und Jodie Turner-Smith («Bad Monkey») sind bekannte Gesichter. Dazu Jez Butterworth und Bruder John-Henry, u.a. Drehbuchautoren von «Indiana Jones and the Dial of Destiny» als Showrunner. Zu guter Letzt fungiert George Clooney als Produzent. Was kann also schiefgehen? Eine ganze Menge, wie sich zeigt. «The Agency» verzettelt sich in unübersichtlichen Schauplätzen und rätselhaften Figuren. Beziehungen sollen Dramatik verstärken, bleiben aber emotional flach. Immerhin ist das Beziehungsleben der Hauptfigur interessant. Brandon Colby, CIA-Codename «Martian», trifft die sudanesische Anthropologin Sami wieder, mit der er bei seinem letzten Einsatz eine Beziehung hatte. Jeder Spion weiss, dass man wegen der Liebe erpressbar wird. Trotzdem läuft Martian genau in diese Falle. Das ist aber nur einer von vielen Plots. In der Ukraine läuft etwas gewaltig schief, irgendwas ist im Iran geplant und der MI6 funkt dem CIA dazwischen, was immerhin amüsant ist. «The Agency» fokussiert sich zu wenig auf eine klare Geschichte. Das verwirrt und lässt das Interesse schwinden. Im Vergleich zu anderen aktuellen Spionageserien wie «Slow Horses», «The Day of the Jackal» oder «Black Doves» kann «The Agency» definitiv nicht mithalten. - [Zero Day (Mini-Serie) – Die Realität hat diesen US-Politthriller überholt](https://buergler.net/zero-day-mini-serie-die-realitaet-hat-diesen-us-politthriller-ueberholt/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Diese Serie will uns etwas sagen über den Zustand der Vereinigten Staaten von Amerika: Die USA gehen vor die Hunde. Fake News bestimmen den Diskurs, Verschwörungstheorien sind die neuen Wahrheiten und die Politik bekommt nichts auf die Reihe. Da kann man nur sagen: treffend analysiert. Wie löst man all diese Probleme? «Zero Day» bietet darauf keine überzeugende Antwort. Es werden lediglich Tugenden wie Wahrhaftigkeit und Integrität beschworen, die uramerikanisch sein sollen. Es ist schon fast mitleiderregend, wie hilflos das wirkt angesichts der Ereignisse, die sich in Trumpistan abspielen. Aber man muss den Macher:innen zugutehalten, dass sie zumindest versuchen, die Probleme zu benennen. Dass sich dafür Robert De Niro zum ersten Mal für eine Serienrolle gewinnen liess, erstaunt nicht. Er ist bekannt für seine liberal-progressive Haltung und rief auch schon mal «Fuck Trump!» ins Mikrofon. Ob das, was er und die Serie als Lösung für ein Land in tiefer Krise vorschlagen, verursacht durch eine Cyberattacke von einem Feind, der aus dem inneren kommt, allerdings hilfreich ist, bleibt zweifelhaft. Wie die USA in «Zero Day» einigermassen wieder zurück in die Normalität finden, entspringt einem ziemlich naiven Wunschdenken. Die US-Realität sieht ganz anders aus. So ist das Land nicht zu retten. - [American Primeval (Mini-Serie) – Im Western wenig Neues](https://buergler.net/american-primeval-mini-serie-im-western-wenig-neues/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Wenn wir in Europa von Urzeit - englisch «primeval», reden, dann meinen die meisten etwa so die Zeit, als unsere Vorfahren noch gemeinsam mit den Neandertalern den Kontinent durchstreiften. Der historische Horizont der US-Amerikaner:innen ist – wie so oft – einiges beschränkter. Die Urzeit in «American Primeval» spielt im vorletzten Jahrhundert, 1857 während des Utah-Kriegs. Hier bekriegen sich nicht nur die Mormonen und das US-Militär, sondern auch indigene Stämme und gesetzlose Banden. Im Kampf um Land, Freiheit oder schlicht für eine Handvoll Dollar töten diese Gruppierungen, was ihnen in die Quere kommt. Mittendrin eine Frau, die mit ihrem Sohn zu ihrem Ehemann will. Sie überlebt ein Massaker nur knapp und entkommt weiteren Bedrohungen dank einem wortkargen Cowboy, der sie über die Berge führt. Die Botschaft von «American Primeval» ist klar: Die Besiedelung des Westens war mörderisch. Die Serie inszeniert diese Gnadenlosigkeit eindrücklich. Neu ist die Erkenntnis allerdings nicht. Um nicht nur ein durchschnittlicher Western zu sein, müsste die Serie noch mehr bieten. Bei den Figuren bleibt sie aber einfallslos. Weniger bekannt ist einzig der Aspekt, wie die Mormonen, respektive ihr Anführer Brigham Young, mit rücksichtsloser Brutalität versuchen, im Utah-Territory eine Theokratie zu gründen. - [The Crowded Room (Mini-Serie) – Die überwältigende Kraft der Einbildung](https://buergler.net/the-crowded-room-mini-serie-die-ueberwaeltigende-kraft-der-einbildung/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) «The Crowded Room» gehört zu jenen Serien, bei denen man am besten ohne jegliches Vorwissen einsteigt. Sonst verliert die Geschichte einiges an Reiz. Deshalb ist es auch nicht ganz einfach, darüber zu schreiben, ohne zu viel zu verraten. Danny Sullivan wird verhaftet, nachdem er auf dem Rockefeller Plaza einen Mann mit einer Waffe bedroht hat. Der zuständige Polizist lässt Danny aber noch von einer Psychiaterin beurteilen, weil er glaubt, einem Serienmörder auf der Spur zu sein. In langen Gesprächen erzählt Danny der Psychiaterin Rya sein Leben, das ein schreckliches Geheimnis birgt. Was als Krimi beginnt und zu einer langen Therapiesitzung wird, endet in einem Gerichtsdrama, bei dem ein Schuldspruch Dannys Leben zerstören würde, aber nicht so, wie man es erwarten könnte. «The Crowded Room» braucht etwas Zeit, bis einen die Story so richtig packt und hat auch gegen Ende einige Storyplots, über die man sich streiten könnte. Aber die hervorragende Leistung von Tom Holland und Amanda Seyfried lassen einen grosszügig über die leichten Schwächen hinwegsehen. - [Åremorden (Staffel 1) – Ein «Tatort» aus dem hohen Norden](https://buergler.net/aremorden-staffel-1-ein-tatort-aus-dem-hohen-norden/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) In Åre liegt viel Schnee, die Tage sind kurz, die Nächte lang und dunkel. Dennoch entspricht der schwedische Krimi «Åremorden» (Die Åre-Morde) nicht dem, was man von Nordic Noir erwartet. Dafür sind die Figuren zu wenig soziopathisch, die Morde zu wenig brutal und das gesamte Umfeld zu bieder. Es reicht eben nicht, beiläufig die Problematik von Menschenhandel oder häuslicher Gewalt anzutippen, um die düstere Tiefe eines Wallander oder der Millennium-Reihe zu erreichen. Auch die Hauptfigur Hanna Ahlander umweht zu Beginn das Geheimnis, was sie eigentlich nach Åre bringt. Die Polizistin hat sich eine Auszeit genommen, vermutlich nicht ganz freiwillig. Die Auflösung des Geheimnisses beeindruckt dann aber wenig. Als eine junge Frau ermordet wird, bietet Hanna der örtlichen Polizei ihre Dienste an. Gemeinsam mit dem Kollegen Daniel löst sie nach einigen Irrungen und Wirrungen den Fall. Weil es ihr in Åre gut gefällt – respektive weil die Buchvorlage der schwedischen Bestsellerautorin Viveca Sten mehrere Bände umfasst – bleibt sie im Wintersportort und löst noch einen zweiten Fall. In der Anmutung sind die «Åremorden» dem deutschen «Tatort» sehr ähnlich und damit – auch wenn ich jetzt einigen Fans auf die Füsse trete – nur Dutzendware. Einfach mit viel mehr Schnee und tieferen Temperaturen. Kann man sich aber antun. Gerade als Tatort-Fan, wenn der mal Sendepause hat. - [Winter Palace (Staffel 1) – Swissness für den Weltmarkt: klischiert und uninspiriert](https://buergler.net/winter-palace-staffel-1-swissness-fuer-den-weltmarkt-klischiert-und-uninspiriert/) - ⭐⭐⭐ (Play Suisse) Wenigstens etwas ist an «Winter Palace» aussergewöhnlich. Die Serie ist die erste Koproduktion zwischen der SRG und Netflix. «Winter Palace» ist der sogenannten Lex Netflix zu verdanken, die Streaminganbieter verpflichtet, in Schweizer Produktionen zu investieren. Die Swissness, die hier für den globalen Markt aufbereitet wird, besteht aber vor allem aus Klischees. Das zeigt sich schon bei der Themenwahl. Berge, Schnee und Tourismus sind ziemlich uninspiriert. Wenn auch nicht zwingend schlecht, wie «Davos 1917» bewies, die letzte Grossproduktion der SRG. «Winter Palace» spielt nur wenige Jahre zuvor. 1899 erfüllt sich André Morel einen Traum: Er eröffnet in den Alpen ein Luxushotel, das als erstes seiner Art auch im Winter geöffnet ist. Das Hotel beherbergt viele Figuren, die sich in Liebesdramen, Machtkämpfe und anderem Unheil verstricken. Dabei sind die Plots so banal wie vorhersehbar. Schade, dass es Regisseur Pierre Monnard («Platzspitzbaby», «Wilder») nicht gelungen ist, uns die Figuren emotional nahezubringen. Von «Winter Palace» bleibt vor allem die einfallslose Handlung in Erinnerung, die auch das üppige Setdesign und die Kostüme nicht kaschieren können. Die Schlussszene legt nahe, dass die Serie weitergehen soll. Ich bezweifle, dass die Serie auf Netflix dafür erfolgreich genug sein wird. - [The Old Man (Staffel 2) – Den Zeitpunkt zum Aufhören verpasst](https://buergler.net/the-old-man-staffel-2-den-zeitpunkt-zum-aufhoeren-verpasst/) - ⭐⭐⭐ (Disney+) Den Einschaltimpuls für die erste Staffel von «The Old Man» gaben die zwei Hauptdarsteller Jeff («The Dude» 😉) Bridges und John Lithgow. An die Geschichte hatte ich keine Erwartungen und wurde positiv überrascht. Die Serie bot einen gewitzten Thriller mit ein wenig Action, die dem Alter der Protagonisten entsprechend beschwerlich und träge war. Dafür gab es mehr Mono- und Dialoge über das Leben an und für sich und die Familie im Besonderen. Die zweite Staffel kann das Niveau aber leider nicht halten. Das liegt vor allem daran, dass sich der prägende Storyplot mit der Vergangenheit, die die Protagonist:innen einholt, bald erschöpft hat. Es gibt den einen Zeitpunkt, an dem «The Old Man» den Schlussstrich hätte ziehen sollen. Der liegt allerdings mitten in der zweiten Staffel. Was danach folgt, ist der missglückte Versuch, den Thriller mit einer aberwitzigen Geschichte über die drohende Zerstörung der gesamten Weltwirtschaft voranzutreiben. Das ist eine Nummer zu gross für die beiden alten Agenten Dan und Harald und die junge Emily und wirkt überkonstruiert. Offensichtlich fiel die Serie nicht nur bei mir in Ungnade. Trotz erneutem Cliffhanger wurde sie abgesetzt. Was für einmal wenig ärgerlich ist, denn die angedeutete Fortsetzung der Geschichte war nicht sehr vielversprechend. - [Funny Woman (Staffel 1) – Spassige Hommage an die Swinging Sixties](https://buergler.net/funny-woman-staffel-1-spassige-hommage-an-die-swinging-sixties/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) Auf der Suche nach Wohlfühlfernsehen mit leicht ernsthaftem Unterton? Dann bist du bei «Funny Woman» genau richtig. Eine relativ seichte, aber sehr spassige Emanzipationsgeschichte mit viel 60er-Jahre-Groove, passendem Soundtrack und einer Verbeugung vor der Geschichte der britischen TV-Comedy. «Funny Woman» basiert auf dem Roman «Funny Girl» von Nick Hornby, ein bekannter Name als Autor von unterhaltsamen Geschichten. Die Serie erzählt, wie Barbara Parker aus der Blackpooler Unterschicht als Sophie Straw zum Star einer TV-Komödie im London der Swinging Sixties wird. Auf ausgelassenen Partys wird zwar gefeiert, wie sich die Welt gerade verändert. Aber vorherrschend ist immer noch Misogynie, Rassismus und Homophobie. Das packt die Serie in witzige Geschichten, aus der die grossartige Hauptdarstellerin Gemma Arterton heraussticht, aber die Nebenfiguren auch einige feine Akzente setzen. - [Cien años de soledad (Staffel 1) – Ein Meisterwerk, das langweilt, bis es endlich seinem Ruf gerecht wird](https://buergler.net/cien-anos-de-soledad-staffel-1-ein-meisterwerk-das-langweilt-bis-es-endlich-seinem-ruf-gerecht-wird/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Selten fiel mir die Beurteilung einer Serie so schwer wie bei «Cien años de soledad». Die Adaption basiert auf Gabriel García Márquez’ Roman, der als Klassiker der Weltliteratur und Aushängeschild des magischen Realismus gilt. Wie kann man also anders, als vor Ehrfurcht im Sofa zu versinken, wenn dieses ultimative Kunstwerk den heimischen Bildschirm verzaubert. Doch bei mir lösten die ersten paar Episoden keine Begeisterungsstürme aus. Über lange Zeit – jede der acht Episoden der ersten Staffel dauert rund 60 Minuten – konnte mich die Geschichte nicht überzeugen, mich für das Leben der Familie Buendía zu interessieren. Da passiert zwar viel: Die Stammeseltern ziehen aus, ein Dorf zu gründen, in dem sie ihre drei Kinder grossziehen und sonst noch Familienmitglieder aufnehmen. Aber die Figuren sind aussergewöhnlich, nicht magisch, höchstens skurril. Was allerdings vom ersten Moment an überzeugt, ist die Inszenierung. Farben und opulente Sets überwältigen das Auge und lassen die oft zähe Handlung in den Hintergrund treten. Nach fünf zähen Stunden erreicht die Serie in den letzten drei Episoden aber endlich eine Stufe, die mich langsam zuversichtlich stimmte, dass aus der Geschichte doch noch was werden kann und die meine Neugier weckte. Deshalb werde ich mir den Rest der Geschichte anschauen, wenn Netflix die zweite Staffel herausbringt. - [Silo (Staffel 1) – Beklemmende Welt aus Stahl, Beton und vielen Geheimnissen](https://buergler.net/silo-staffel-1-beklemmende-welt-aus-stahl-beton-und-vielen-geheimnissen/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) «Wir wissen nicht, weshalb wir hier sind, wer den Silo gebaut hat oder wann wir ihn wieder gefahrlos verlassen können. Wir wissen nur, heute ist nicht dieser Tag.» Diese Worte begleiten jene, die den Silo verlassen und nach draussen gehen. Kaum jemand tut das aus freien Stücken, denn es bedeutet den sicheren Tod. Oder doch nicht? Diese Frage beschäftigt einige Menschen im Silo. Doch Antworten zu suchen, gilt in der hermetisch abgeriegelten Welt des Silos als Hochverrat. Deshalb wird es auch für Jules gefährlich, als nach herausfinden will, wie ihr Freund ums Leben kam. Dass sie das als oberste Polizistin tun kann, schützt sie nicht vor mächtigen Feinden, die gegen sie arbeiten. «Silo» erzeugt aus diesen Krimi- und dystopischen Sci-Fi-Elementen, angereichert mit einem Schuss Gesellschaftsexperiment, eine packende Stimmung. Hinzukommen kommen ein sehr gut besetztes Cast und ein Setdesign, das die bedrückende Atmosphäre verstärkt. Wer nicht auf die zweite Staffel warten mag, kann sich mit der Buchvorlage spoilern. **** Apple TV+ - [Silo (Staffel 2) – Auf dem Weg in den Sci-Fi-Olymp](https://buergler.net/silo-staffel-2-auf-dem-weg-in-den-sci-fi-olymp/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Es brodelt im Silo. Tief unten im Maschinenraum, wo die Mechaniker:innen die lebenswichtigen Generatoren warten, fordern die Menschen Antworten. Was ist da draussen? Blühende Landschaften oder Tod und Verderben? Das war schon die grosse Frage, die sich durch die erste Staffel von «Silo» zog. Jetzt eskaliert aber die Lage und es droht eine Rebellion. Auslöser ist der unfreiwillige Gang nach draussen von Jules Nichols. Entgegen aller Erwartungen fällt sie nicht tot um, sondern wandert über die Hügel davon. Während sich in ihrem Silo die da unten einen Machtkampf mit denen ganz oben liefern, entdeckt Jules einen anderen Silo, von denen es insgesamt 50 gibt. Tausende Skelette, die den Eingang säumen, zeugen allerdings von einer Katastrophe, die sich hier abgespielt haben muss. Es gibt aber einen wirrköpfigen Überlebenden, mit dem sich Jules arrangieren muss. «Silo» war 2023 ein Überraschungserfolg im gut besetzten Sci-Fi-Angebot von Apple TV+. Die zweite Staffel bietet noch mehr packendes Drama und Mystery. Über die ganzen zehn Episoden hinweg sitzt man erneut gebannt und ziemlich atemlos vor dem Bildschirm. Wenn das in den bereits angekündigten zwei weiteren Staffel so bleibt, hat «Silo» sich einen Platz im Olymp der Sci-Fi-Serien verdient. - [The Recruit (Staffel 1) – Zwei Wochen im Job und schon im Kugelhagel](https://buergler.net/the-recruit-staffel-1-zwei-wochen-im-job-und-schon-im-kugelhagel/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Man würde annehmen, dass einem Anwalt, der frisch ab Uni eine Stelle bei der CIA antritt, nicht gleich die Kugeln um die Ohren fliegen. «The Recruit» behauptet das Gegenteil. Owen Hendricks fasst am zweiten Tag bei der CIA einen eigentlich langweiligen Job: Briefe von Spinnern und Verrückten durchackern. Er stösst aber auf den Brief einer Frau, die in Untersuchungshaft sitzt, und droht, CIA-Agenten zu enttarnen, wenn sie nicht aus dem Gefängnis geholt wird. Von jetzt an stolpert der Anfänger von einer gefährlichen Situation in die andere, die ihn regelmässig überfordert. Das wird anfänglich witzig inszeniert, landet aber bald bei den üblichen Actionszenen. Hätte die Serie mehr auf Humor gesetzt, würde sie sich etwas von den üblichen Thrillern wie etwa «Jack Ryan» unterscheiden. So bietet sie solides Handwerk, das man sich anschauen kann, wenn man Lust auf das Genre verspürt. - [The Old Man (Staffel 1) – Das Duell der betagten Spione](https://buergler.net/the-old-man-staffel-1-das-duell-der-betagten-spione/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Zwei alte weisse Männer, deren Wege sich nach 30 Jahren wieder kreuzen. Das verspricht nicht gerade der aufregendste Thriller zu werden. Aber einerseits spielen Jeff Bridges und John Lithgow die beiden Alten, die mal Freunde waren und sich als Todfeinde wiederbegegnen. Andererseits geraten weitere Figuren ins Kreuzfeuer dieses Seniorenduells, die der Geschichte zusätzliche Facetten verleihen. Anfänglich dreht sich alles um Chase, einen ehemaligen CIA-Agenten, der sich seit 30 Jahren vor seinem früheren Arbeitgeber versteckt. Lithgow als Harald Harper ist sein Gegenspieler, der überraschend den Auftrag erhält, Chase nach all den Jahren aufzuspüren. Dahinter steckt eine Geschichte, die sich in Afghanistan abspielte, als Chase und Harper in den 80er-Jahren einen Warlord im Kampf gegen die sowjetischen Invasoren unterstützten. «The Old Man» ist tatsächlich etwas ungewöhnlich fürs Genre. Wenig Action, dafür viele introspektive Mono- und Dialogen. Dennoch entsteht eine reizvolle Geschichte mit überraschenden Wendungen, die durchaus Spannung erzeugt. - [Serie des Jahres 2024 – die Rangliste](https://buergler.net/serie-des-jahres-2024-die-rangliste/) - Das Ergebnis des User:innen-Votings. So habt ihr bei der Wahl der Serie 2024 abgestimmt: Platz 1 Slow Horses (Staffel 4) Platz 2 Ripley Platz 3 Tschugger (Staffel 4) Platz 4 Rivals Platz 5 Shōgun Platz 6 Baby Reindeer Platz 7 Milliardærøya Platz 8 Fargo (Staffel 5) Platz 9 The Lincoln Lawyer (Staffel 3) Platz 10 - [Machos Alfa (Staffel 1) – Rückständige Geschlechterkonflikte](https://buergler.net/machos-alfa-staffel-1-rueckstaendige-geschlechterkonflikte/) - ⭐⭐ (Netflix) Es gibt Serien, die sind nicht wirklich gut, aber auch nicht wirklich mies, sondern einfach Zeitverschwendung. Wie beispielsweise «Machos Alfa». Vom Thema her eigentlich nicht. Sexismus, Machismus würde immer noch sehr gut zum Zeitgeist passen. Aber dafür müsste die Komödie bei einem aktuellen Stand der Debatte einsetzen. Das leistet «Machos Alfa» nicht. Was die vier spanischen Freunde in Gesprächen über bröckelnde Männlichkeit und weibliches Empowerment debattieren, war vielleicht vor zehn Jahren oder ein bisschen mehr angebracht. Heute nicht mehr. Deshalb wirken die Witze und die Figuren, auch die Frauen, ziemlich angestaubt und arg klischiert. Mag sein, dass das für Spanien ein zeitgemässer Beitrag ist. Aber sogar da würde ich gewisse Zweifel anmelden. - [Genombrottet (Mini-Serie) – Wie ein Ahnenforscher einen Doppelmord aufklärt](https://buergler.net/genombrottet-mini-serie-wie-ein-ahnenforscher-einen-doppelmord-aufklaert/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Genealogie tönt staubig und etwas nerdig. Ist es auch, wie ich aus eigener Erfahrung weiss. Man blättert stundenlang in alten Kirchenbüchern, um herauszufinden, wer der Grossvater des Urgrossvaters der Grossmutter war. Es ist aber auch total spannend, zu erfahren, dass der erste bekannte Vorfahr 1421 im Kanton Schwyz lebte und ein anderer Landvogt in Locarno war. Noch spannender ist die Ahnenforschung, die der Genealoge Per Skogkvist im schwedischen True-Crime-Drama «Genombrottet» («The Breakthrough») betreibt. Er sucht den Mörder, der im Oktober 2004 einen kleinen Jungen und eine 56-jährige Frau in Linköping erstochen hat. Skogkvist tritt allerdings erst viel später in Aktion. Zuvor versucht John Sundin den Fall mit den üblichen Polizeimethoden zu lösen. Erfolglos, und zwar über viele Jahre. Die Wende bringt die Verhaftung des Golden State Killers in den USA. Erstmals wurde ein Täter durch genealogische Nachforschungen in einer öffentlichen Datenbank gefunden. Nach derselben Methode will Sundin mit Skogkvist seinen Fall lösen. «Genombrottet» zeigt auf, wie langwierig und frustrierend die Ermittlung für Sundin war. Aber auch wie die Angehörigen der Mordopfer unter der Tat litten und den langen Jahren, in denen die Polizei ihnen keine Antwort auf die Frage geben konnte, wer ihre Liebsten getötet hat und warum. - [Meistgelesene Serienbesprechungen 2024](https://buergler.net/meistgelesene-serienbesprechungen-2024/) - Welche Serien auf das grösste Interesse stiessen bei den User:innen von buergler.net. - [Bad Sisters (Staffel 2) – Der tiefe Fall der Garvey Schwestern](https://buergler.net/bad-sisters-staffel-2-der-tiefe-fall-der-garvey-schwestern/) - ⭐⭐⭐ (Apple TV+) Was für eine Enttäuschung! Da freut man sich auf die Fortsetzung einer genialen schwarzen Krimikomödie und bekommt ein mässiges Schwesterndrama mit ein bisschen Krimi serviert. Dass die zweite Staffel der «Bad Sisters» nicht ganz die Qualität der ersten erreicht, wäre verzeihlich. Aber der Fortsetzung fehlt es an so vielem, was die erste zu einem unvergesslichen Vergnügen gemacht hat. Zuoberst auf der Liste der Versäumnisse steht der Humor. Komik bis zum Slapstick, wie er zu sehen war, als die Schwestern den Widerling John Paul, kurz JP, ins Jenseits zu befördern versuchten, fehlt vollständig. Ebenso eine Hassfigur wie JP es war, dem alle nur das Schlimmste wünschten. Der verfolgt die fünf Schwestern noch aus dem Grab heraus. Als eine zerstückelte Leiche auftaucht, die sich als JPs Vater entpuppt, nimmt die Polizei die Ermittlungen wieder auf. Würde sich «Bad Sisters» auf den Plot beschränken, wie die alte Geschichte wieder hochkocht und sich die Schwestern tollpatschig in Widersprüche verwickeln, wäre die Staffel einigermassen okay. Stattdessen dehnt sie den Erzählfluss mit Nebengeschichten, die krampfhaft gesucht wirken, um die Episoden zu füllen. Sharon Horgan, die Eva spielt in der Serie und für beide Staffeln als Showrunnerin zeichnet, fehlten leider die zündenden Ideen, um die Geschichte der Garvey Schwestern unterhaltsam weiterzuspinnen. - [The Day of the Jackal (Staffel 1) – Die faszinierende Präzisionsarbeit eines Scharfschützen](https://buergler.net/the-day-of-the-jackal-staffel-1-die-faszinierende-praezisionsarbeit-eines-scharfschuetzen/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) 3815 Meter. Zu Fuss braucht man dafür knapp eine Stunde. Eine Gewehrkugel nur ein paar Sekunden. Aber es dauert ungewohnt lange vom Moment an, als der Scharfschütze abdrückt, bis die Kugel ihr Ziel erreicht und das Opfer zu Boden sinkt. Gleich mit seinem ersten Auftragsmord stellt der «Jackal» einen Weltrekord auf. Das beeindruckt die MI6-Agentin Bianca Pullman, die sich ab sofort gnadenlos an seine Fersen heftet. Die Jägerin und der Gejagte sind sich nicht unähnlich. Beide kennen keine Skrupel, wenn es darum geht, ihr Ziel zu erreichen. Und beide hinterlassen dabei eine blutige Spur. Das zeigt «The Day of the Jackal» in actionreichen Szenen. Fast mehr fasziniert aber das langsame Tempo, mit der sich die Geschichte entwickelt, und die Bedächtigkeit und Sorgfalt, mit der der Jackal seine Aufträge plant. Kommt dazu, dass die Serie verschwenderisch inszeniert ist mit Dutzenden von Schauplätzen in bester James-Bond-Manier, die man auch dem Intro anmerkt. Man könnte den Eindruck gewinnen, Eddie Redmayne möchte sich als nächster Bond bewerben. Zuvor muss er allerdings noch für eine weitere Staffel den Jackal spielen, denn die wurde nach dem grossen Publikumserfolg der Serie bereits in Auftrag gegeben. - [Bad Sisters (Mini-Serie) – Halleluja, der Scheisskerl ist tot](https://buergler.net/bad-sisters-mini-serie-halleluja-der-scheisskerl-ist-tot/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) John Paul hat das Zeitliche gesegnet, scheinbar durch einen Unfall, aber wahrscheinlicher durch Gewalt. Und das ist eine gute Nachricht. Denn John Paul war ein Scheisskerl erster Güte, der allen das Leben versaut hat, denen er je begegnet ist. Allen voran hatten die fünf Garvey-Schwestern unter «JP» zu leiden. Grace war mit ihm verheiratet und wurde ständig gedemütigt. Die anderen vier hatten auch alle eine Rechnung zu begleichen mit ihrem Schwager. Die Vier fassen den Entschluss, JP ins Jenseits zu befördern. Das kann man gut nachvollziehen, je mehr man über JP erfährt. Mit viel schwarzem Humor erzählt «Bad Sisters», wie die vier Schwestern - allesamt unerfahren in kriminellen Handlungen – Pläne aushecken für den perfekten Mord an ihrem Schwager. Der gelingt natürlich nicht auf Anhieb. Selbst danach sind sie nicht gefeit davor, doch noch im Gefängnis zu landen. Der Typ von der Lebensversicherung will ihnen den Mord nachweisen. Nicht weil er Gerechtigkeit für JP will, sondern weil sonst seine Firma pleite geht. «Bad Sisters» zieht diese zwei Erzählstränge auf zwei Zeitebenen äusserst amüsant durch die zehn Episoden der Serie. Als Zuschauende fiebert man mit den Schwestern mit und hofft inständig, dass dem von Claes Bang hervorragend gespielten Fiesling JP endlich das verdiente Ende bereitet wird. - [Die Kaiserin (Staffel 1) – Sisi darf nicht sterben!?](https://buergler.net/die-kaiserin-staffel-1-sisi-darf-nicht-sterben/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Braucht die Welt eine neue Serie über Elisabeth von Österreich-Ungarn, besser bekannt als Sisi? Natürlich nicht. Über das Leben der letzten grossen Kaiserin der Habsburger ist auf Leinwand und Bildschirm so ziemlich alles gesagt. Aber obwohl die «Sissi»-Filme mit Romy Schneider jede Weihnacht im TV-Programm auftauchen, heisst das nicht, dass alle die Geschichte der unglücklichen Kaiserin kennen. Die Gen Z schaut kaum mehr TV. Für sie und für alle, die nicht genug Sisi bekommen können, hat Netflix wohl den ewigen Stoff neu aufbereitet. «Die Kaiserin» ist aufwendig inszeniert mit fantastischen Kostümen, prunkvollen Dekors und einer Sisi, die bitte Elisabeth genannt werden will. Das zeigt schon: Die Frau hat Selbstbewusstsein und Charakter, wie das heute erwartet wird. Einzig nervig ist, dass die Serie Elisabeth als eine «Kaiserin der Herzen» präsentiert und dem Monarchenpaar eine soziale Ader andichtet. Elisabeth als Diana des 19. Jahrhunderts zu verkaufen, muss man bei allem Verständnis für künstlerische Freiheit doch als absurd bezeichnen. - [Agatha All Along (Mini-Serie) – Die Ballade von den Hexen auf der Suche nach ihren magischen Kräften](https://buergler.net/agatha-all-along-mini-serie-die-ballade-von-den-hexen-auf-der-suche-nach-ihren-magischen-kraeften/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Eine Warnung vorab: Der Song, den Agatha und ihre Hexen singen, um die Hexenstrasse herbeizubeschwören, ist ein Ohrwurm, den ihr so schnell nicht wieder loswerdet. Der Refrain verfolgt mich seit Tagen. Aber zurück zum Anfang, an dem Agatha Harkness sich nicht daran erinnern kann, dass sie mal eine mächtige Hexe war. Damals, als sie in «WandaVision» gegen Wanda Maximoff aka the Scarlet Witch kämpfte. Agatha heisst zu Beginn Agnes und ist eine Detektivin, die den Mord an einer jungen Frau aufklären will. Doch dazu kommt es nicht. Ein Teenager bricht bei ihr ein und sie erwischt ihn. Er erzählt ihr, wer sie wirklich ist, und kann den Bann brechen, der Agatha gefangen hielt. Agatha will ihre Hexenkräfte zurück und versammelt einen Hexenzirkel, mit dem sie die Prüfungen auf der Strasse der Hexen absolvieren will. Wer überlebt, bekommt seinen Wunsch erfüllt. Es folgt ein fantastisches Roadmovie ohne Fahrzeuge – wenn man von einem kurzen Flug auf Hexenbesen absieht – mit Witz, Musik und Drama. «Agatha All Along» ist eine untypische Show aus der Marvel-Welt, auch wenn es dort genug Magie gibt. Dass sie viel Spass bereitet, liegt vor allem an den Hexenfiguren und ihren Darstellerinnen, allen voran Kathryn Hahn, die als Agatha begeistert. - [Die Kaiserin (Staffel 2) – Elisabeth auf dem Weg ins Jammertal](https://buergler.net/die-kaiserin-staffel-2-elisabeth-auf-dem-weg-ins-jammertal/) - ⭐⭐ (Netflix) Schon die erste Staffel von «Die Kaiserin» bot eine mässig überzeugende Neuauflage der «Sisi»-Geschichte. Jetzt schlittert die Serie in der zweiten Staffel in die Kategorie nervig und überflüssig. Was einzig weiterhin überzeugt, ist die üppige Ausstattung. Die kaiserlichen Hoheiten Elisabeth (Devrim Lingnau) und Gemahl Franz (Philip Froissant) bemühen sich jetzt um Nachwuchs, ein Thronfolger muss her. Das gelingt auch im zweiten Anlauf nicht. Auch in der Reichspolitik haben die Habsburger Probleme. Die Lombardei droht abzufallen. Ein Besuch des Kaiserpaars soll das verhindern. Bis dahin bewegt sich «Die Kaiserin» in den Bahnen der ersten Staffel inklusive geschichtsklitternder Sozialromantik. Richtig schlimm wird es erst, als ein Schicksalsschlag das Kaiserpaar trifft. Von da an beherrschen schwülstige Dialoge die Szenen und die Hoheiten versinken in klischiertem Verhalten. Aus dieser oberflächlichen Inszenierung findet die Serie nicht mehr heraus. Die Geschichte Elisabeths und der Habsburger bietet Stoff für noch einige weitere Staffeln, bis – und das ist jetzt definitiv kein Spoiler – die Kaiserin am Ufer des Genfersees einem Attentat zum Opfer fällt. Wenn die Figuren aber weiterhin so einfallslos und klischeehaft agieren, endet meine Geschichte mit «Sisi» schon an dieser Stelle. - [Black Doves (Staffel 1) – Die Xmas-Serie für «Die Hard»-Fans](https://buergler.net/black-doves-staffel-1-die-xmas-serie-fuer-die-hard-fans/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Da kommt so richtig Weihnachtsstimmung auf: Im Pub grölt die Menge das Weihnachtslied «Fairytale of New York» von den Pogues. Ein Weihnachtsmann schnappt sich ein Pint und torkelt auf die Strasse. Kurz darauf türmen sich die Toten in London. Das verdanken wir Helen Webb und Sam Young. Sie ist am Tag eine hingebungsvolle Mutter und Ehefrau. Nachts eine Spionin und rachsüchtige Geliebte. Er ist ein alter Freund, gibt als Beruf «triggerman» an und hat Helen die Schiesskunst beigebracht. Beide arbeiten für die «Black Doves», eine Spionageorganisation, die Informationen an den Meistbietenden verkauft – egal ob das ein Land, ein Diktator oder ein Verbrechersyndikat ist. Helen ist eine der Topspioninnen. Denn sie ist mit dem britischen Verteidigungsminister verheiratet. So kommt sie an Staatsgeheimnisse. «Black Doves» bietet reichlich Action und Spannung. Dass dazu auch noch Romanzen reingemixt werden, ist eigentlich way too much. Doch das verzeiht man der Serie. Vor allem wegen des Trios Keira Knightley, Ben Wishaw und der eiskalten Sarah Lancashire. Fasziniert und belustigt folgt man ihnen, wie sie in der überbordenden Geschichte glaubhaft agieren. Dank dem wird «Black Dove» zur völlig abstrusen, aber fesselnden und zudem amüsanten Weihnachtsserie in bester «Die Hard»-Tradition. - [A Man on the Inside (Staffel 1) – Der Spion im Altersheim](https://buergler.net/a-man-on-the-inside-staffel-1-der-spion-im-altersheim/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Für diese Serie wäre ein Altershinweis sinnvoll: «Weniger geeignet für Personen unter 50 Jahren.» Denn man sollte etwas vertraut sein mit Altersgebresten. Aus eigener Erfahrung oder weil die Eltern damit konfrontiert sind. Dann amüsiert man sich bei den Abenteuern von Charles Nieuwendyk noch besser. Charles ist Mitte 70 und Witwer, hat vor einigen Jahren seine an Demenz erkrankte Frau verloren. Seither lebt er allein und einsam. Zu seiner Tochter Emily hat er zwar ab und zu Kontakt, aber sie lebt in Sacramento. Sie rät ihm, er soll sich eine sinnvolle Beschäftigung suchen. Was Charles tut. Er antwortet auf eine Kleinanzeige und wird von der Privatdetektivin Julie angeheuert. Er zieht in eine Altersresidenz, um den Diebstahl eines Schmuckstücks aufzuklären. Charles stürzt sich voller Elan ins Spionagedasein. Was als Komödie beginnt, in der sich Charles mit Agentengadgets rumschlägt wie einer Brille, die Videos aufnehmen kann, entwickelt sich zu einer Geschichte über Liebe, Freundschaft und Familienbeziehungen im Alter. Dabei drückt «A Man on the Inside» zum Glück nicht auf die Tränendrüse und rutscht nicht in Sentimentalität ab. Die Serie behält den humorvollen Unterton stets bei, sogar wenn es um Demenz und Sterben geht. Deshalb verdient sie das Prädikat «rundum gelungen» – vielleicht sogar für Zuschauer:innen unter 50. - [Das Serienquiz 2024](https://buergler.net/das-serienquiz-2024/) - Du kannst auswählen, ob du 12 oder 24 Fragen zu den Serien beantworten willst, die 2024 über den Bildschirm flimmerten. Klick auf den entsprechenden Button. Ich hab's eilig.Stell mir 12 Fragen. Ich will die volle Dröhnung.Stell mir 24 Fragen. - [La Legge di Lidia Poët (Staffel 1) – Üppig inszenierter Kostüm-Krimi](https://buergler.net/la-legge-di-lidia-poet-staffel-1-ueppig-inszenierter-kostuem-krimi/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Frauen seien rein biologisch nicht für den Beruf der Anwältin geeignet. Das muss sich Lidia Poët gleich zu Beginn anhören, als ihr vor Gericht die Zulassung entzogen wird. Doch die erste Frau, die in Italien das Jus-Studium absolvierte, lässt sich nicht davon abhalten, Unschuldige aus den Fängen der ziemlich unfähigen Polizei und Justiz zu befreien. Zwar basiert Lidia Poët auf einer historischen Figur, doch sind die Fälle, die sie löst, alle frei erfunden. Die Geschichte der wahren Lidia Poët geht denn auch fast etwas unter. Der Kampf für Frauenrechte wirkt etwas zweitrangig. Dafür legt die Serie viel Effort in die Ausstattung. Die Welt des ausklingenden 19. Jahrhunderts wird in üppigen Kostümen und Dekors inszeniert. Das bietet viel fürs Auge, aber auch die Kriminalfälle unterhalten gut. Alles in allem ein gelungener Kostüm-Krimi. - [La Legge di Lidia Poët (Staffel 2) – Mord, Komplott und viel Amore](https://buergler.net/la-legge-di-lidia-poet-staffel-2-mord-komplott-und-viel-amore/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Als wir Lidia Poët kennenlernten, wurde es ihr verwehrt, als Anwältin tätig zu sein, weil sie eine Frau ist. Damit begann ihr Kampf für die Rechte der Frauen. In der zweiten Staffel setzt Lidia diesen Kampf fort. Doch noch mehr als zuvor steht ihr turbulentes Liebesleben im Mittelpunkt. Das mindert den Spass an der Serie nicht. Aber sie entfernt sich immer mehr vom Leben der historischen Lidia Poët, mit der diese Lidia langsam nur noch den Namen gemeinsam hat. Ein Fall beschäftigt Lidia über die ganze Staffel hinweg. Ein Journalist wird ermordet, der Machenschaften mächtiger Männer auf der Spur war. Dummerweise ist der Ermordete ein guter Freund von Jacopo Barberis, von dem sich Lidia nicht in bester Freundschaft getrennt hat. Ganz erloschen ist das Feuer zwischen den beiden dann doch nicht. Es ist eben kompliziert und wird noch viel komplizierter, als Staatsanwalt Fourneau auftaucht. Egal, ob es um Mord, Komplott oder die Liebe geht: Lidia, ihre Lover und ihre Familie sind immer picobello gekleidet. Die Kostüme sind wieder eine Augenweide, das Setdesign ebenso. Schon allein deshalb wird es sich lohnen, auch in die dritte Staffel reinzuschauen, die Netflix schon bestätigt hat. Aber auch, weil das Liebesleben der Lidia Poët am Schluss wieder eine dramatische Wende nimmt. - [Cross (Staffel 1) – Der Cop, der gerne «Luther» wäre, aber gewaltig abschifft](https://buergler.net/cross-staffel-1-der-cop-der-gerne-luther-waere-aber-gewaltig-abschifft/) - ⭐⭐ (Prime Video) «Cross» enttäuscht auf der ganzen Linie. Den Plot haben wir schon dutzendfach gesehen: Leidenschaftlicher Cop jagt blasierten Serienmörder. Die Figuren sind ein Ausbund an Stereotypen, die aus der Bastelanleitung «Krimi für Anfänger» stammen. Das Ganze zieht sich qualvoll über acht Episoden. Dazu kommt noch einiges an Beigemüse. Alex Cross ist vom Schicksal schwer gebeutelt. Seine Frau wurde ermordet. Weil er sein Trauma verdrängt, gerät er mit seinem besten Freund John in Konflikt. Dazu muss er seine beiden Kids und die Mutter vor einem bösen Geist aus seiner Vergangenheit beschützen, der auf Rache sinnt. Und Cross versagt dabei kläglich. All das soll den Figuren Tiefe verleihen und Empathie für sie wecken. Doch es wirkt aufgesetzt und überlädt die Handlung. Wer wirklich einen höchst ambivalenten Cop sehen will, der brillant und gleichzeitig tief gestört ist, der schaut sich besser «Luther» an. Die Serie mit Idris Elba zeigt, wie man's richtig macht. Amazon Studios hofft wohl, mit Cross auf eine Goldader gestossen zu sein. Denn es gibt über 30 Bücher, die der Bestsellerautor James Patterson über den Cop geschrieben hat. Aber egal, wie viele Staffeln noch produziert werden, ich bin raus. Die Chancen, dass aus dieser Serie nochmal was wird, halte ich für minimal. - [Mit welcher Serienfigur 2024 bist du seelenverwandt?](https://buergler.net/mit-welcher-serienfigur-2024-bist-du-seelenverwandt/) - Entscheide dich, ob du erfahren willst, wer deine weibliche oder wer deine männliche seelenverwandte Serienfigur ist. Klicke auf das entsprechende Bild. - [Say Nothing (Mini-Serie) – Verstörender Einblick in die mörderische Geschichte der IRA](https://buergler.net/say-nothing-mini-serie-verstoerender-einblick-in-die-moerderische-geschichte-der-ira/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Die Geschichte der Schwestern Dolours und Marian Price beginnt mit einem gewaltfreien Protestmarsch anfangs der 1970er-Jahre, der von Protestanten angegriffen wird. Der Hass und die Wut, die Dolours und Marian hier entgegenschlagen, radikalisieren die Schwestern. Sie treten der IRA bei. Allerdings wollen Dolours und Marian nicht nur wie für Frauen üblich Tee kochen, sondern selber Banken ausrauben und Bomben legen. Zögernd stimmt der Oberkommandierende dem zu. Die Schwestern beginnen eine Karriere, die 1973 ihren Höhepunkt erreicht mit dem ersten Bombenanschlag der IRA in London. Zwei weitere IRA-Anführer spielen eine grosse Rolle in «Say Nothing»: Brendan Hughes, der als Drahtzieher des «Bloody Friday» gilt, und Gerry Adams, der allerdings bis heute bestreitet, je der IRA angehört zu haben. «Say Nothing» gibt einen eindringlichen Einblick in die Hintergründe des Nordirlandkonflikts aus Sicht von IRA-Akteur:innen. Mit jeder Episode werden die Ereignisse dramatischer und das Verhalten der Figuren zweifelhafter. Aber genau da liegt eine Schwäche der Serie. Sie akzeptiert, die Normalität des Fanatismus. Zu wenig kommt zur Geltung, dass Bombenterror und Mord unendliches Leid verursachen. Die Opfer des sogenannten Befreiungskampfes kommen zu wenig zu Wort. - [Wo ist Wanda? (Staffel 1) – «Fargo» ins deutsche Kleinstadtleben verfrachtet](https://buergler.net/wo-ist-wanda-staffel-1-fargo-ins-deutsche-kleinstadtleben-verfrachtet/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Jetzt hat auch Apple TV die erste deutsche Originalserie produziert. Da darf man gewisse Erwartungen hegen, denn Apple-Serien legen Wert auf hochwertig produzierte Inhalte. Das merkt man «Wo ist Wanda?» auch an. Aufwendiges Setdesign und ausgesuchte Kamera-Ästhetik garantieren allerdings noch keine gute Geschichte. Hier erreicht «Wo ist Wanda?» nicht ganz das Niveau der Produktionstechnik, aber es reicht für eine unterhaltsame Krimikomödie. Die Prämisse lässt eine düstere Geschichte vermuten. In einer Kleinstadt verschwindet die 17-jährige Wanda Klatt spurlos. Als die Polizei nach Wochen und Monaten noch immer keine Spur hat, beschliessen Wandas Eltern Carlotta und Dedo die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Sie verwanzen Dutzende Häuser, entdecken aber keinen Hinweis auf ihre Tochter, nur die Geheimnisse ihrer Nachbar:innen. Daraus hätte die Serie zwar mehr machen können, aber Sexrollenspiele und Prepperbunker sind vergnüglich genug. Kommt dazu, dass der Spannungsfaktor steigt, als sich herausstellt, dass eine organisierte Bande, die mit seltenen Tieren handelt, auch irgendwie involviert ist. «Wo ist Wanda?» fühlt sich zwar eher amerikanisch als deutsch an, weil mit einem Auge immer auf das internationale Publikum geschielt wurde. Aber das tut dem Spass an der Krimikomödie keinen Abbruch. - [Tschugger (Staffel 4) – Bye-bye Bax, es war toll mit dir](https://buergler.net/tschugger-staffel-4-bye-bye-bax-es-war-toll-mit-dir/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Play Suisse) Das war's. Bax Schmidhalter und Pirmin Lötscher lösen «der lätscht Fall». Nach vier Staffeln ist Schluss, wie das «Tschugger»-Team verkündet hat. Wobei sie das Wörtchen «vorerst» angehängt haben. Man sollte sich nicht allzu viel Hoffnung auf eine Fortsetzung machen. Denn das Produktionsteam weiss genau, dass ihnen eine aussergewöhnliche, für Schweizer Verhältnisse sensationelle Serie gelungen ist. Dieses Niveau zu halten, ist schwierig. Vorerst kehren wir aber ein letztes Mal zurück ins Wallis. Dank korrupten Wallisern droht Europa, ja der ganzen Welt die Apokalypse. Und nur ein Mann kann das verhindern. Bax, der Supercop. Wobei Bax auch dieses Mal die Hilfe von Pirmin und Regina, bei denen er jetzt wohnt, braucht. Auch Smetterling, Valmira und Juni sind wieder mit von der Partie. «Der lätscht Fall» dreht sich um eine explosive Hinterlassenschaft aus dem Kalten Krieg und eine gesuchte Topterroristin. Erschwerend für Bax und Pirmin diesmal, dass sie als Verdächtige in zwei Mordfällen gesucht werden. Auch im Finale bleibt «Tschugger» höchst unterhaltsam mit pfiffigen Dialogen und rasanter Action, die völlig überdreht ist für schweizerische Verhältnisse. Aber genau das hat «Tschugger» immer ausgezeichnet: keine Scheu vor irrwitzigen Plots und spektakulären Stunts. - [Disclaimer (Mini-Serie) – Trotz Staraufgebot nur unerträglich aufgeblasen](https://buergler.net/disclaimer-mini-serie-trotz-staraufgebot-nur-unertraeglich-aufgeblasen/) - ⭐⭐ (Apple TV+) «Disclaimer» will beeindrucken. Mit einem Staraufgebot, das rund ein Dutzend Oscars hinter sich versammelt. Mit einer Geschichte, die in die menschliche Psyche eintaucht und unsere Wahrnehmung der Welt hinterfragt. Und mit einer üppigen Inszenierung, die fast zu schade ist für den Bildschirm. Alfonso Cuarón, fünffacher Oscargewinner, zeichnet als Showrunner, Autor und Regisseur verantwortlich. Er trägt die Hauptverantwortung dafür, dass «Disclaimer» eine Serie ist, die mit ihrer gestelzten, eitlen und wichtigtuerischen Attitüde über sieben Episoden hinweg nervt. Weniger Schuld trifft Cate Blanchett, Kevin Kline und Sacha Baron Cohen. Sie verleihen ihren Figuren Glaubwürdigkeit in Lust und Leid, Verlust und Trauer. Unverständlich nur, dass sie sich auf diese überkonstruierte Geschichte eingelassen haben. «Disclaimer» will ein Psychodrama über einen verbitterten alten Mann sein, der eine eigensüchtige Frau zwingen will, eine schreckliche Tat zu gestehen und zu büssen, die sie vor Jahren begangen hat. Das ist es auch bis zur letzten Episode, in der alles auf den Kopf gestellt wird. Neben einigem anderen ärgert dieser Schlusstwist am meisten. Nicht nur wird man als Zuschauer:in reingelegt, man soll auch noch ein schlechtes Gewissen haben, dass man sich täuschen liessen. - [The Penguin (Mini-Serie) – Der hässliche Emporkömmling und die eiskalte Rächerin](https://buergler.net/the-penguin-mini-serie-der-haessliche-emporkoemmling-und-die-eiskalte-raecherin/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) Die jüngste Serie aus dem DC-Universum müsste eigentlich «The Penguin and the Hangman» heissen. Ohne Sofia Falcone, die als Serienmörderin mit dem Übernamen «The Hangman» im berüchtigten Arkham Asylum inhaftiert war, wäre die Show nur halb so interessant. Sofia ist die beeindruckendste Widersacherin, die sich Oswald «Oz» Cobb in den Weg stellt bei seinem Vorhaben, zum grössten Gangsterboss in Gotham aufzusteigen. «The Penguin» setzt ein nach den Ereignissen, die am Ende von «The Batman» (2022) Tod und Verwüstung über Gotham gebracht haben. Oz will das Chaos und das Machtvakuum im Mobsteruniversum zu seinen Gunsten nutzen. Oz beginnt ein Doppelspiel gegen seinen bisherigen Arbeitgeber, den Clan der Falcones. Er verbündet sich mit den Erzfeinden der Falcones. Die bekommen davon lange nichts mit, auch Sofia nicht, die aus Arkham entlassen worden ist. Sie ist aber die Erste, die erkennt, dass man Oz nicht unterschätzen darf. «The Penguin» lebt von den brutalen Machtkämpfen, die Oz und Sofia ausfechten. Zuerst beseitigen sie die Feinde um sich herum, bis sie sich im Endkampf gegenüberstehen. Und die Serie lebt von den manischen Charakterzügen, die beide Figuren auszeichnen. Colin Farrell als Oz und Cristin Milioti als Sofia spielen dieses verstörende Duo hervorragend. - [Achtsam morden (Staffel 1) – Vor jedem Verbrechen tief ein- und ausatmen](https://buergler.net/achtsam-morden-staffel-1-vor-jedem-verbrechen-tief-ein-und-ausatmen/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Achtsamkeit ist so ein Trend, mit dem ich nicht viel anfangen kann. Vieles, was da als grosse Weisheit gefeiert wird, ist so platt wie eine Yogamatte (habe ich irgendwo gelesen, gebe ich zu). Aber ich muss wohl meine Meinung überdenken. Denn so erfolgreich wie der Anwalt Björn Diemel dank Achtsamkeit gnadenlos Gegner aus dem Weg räumt, um seine Work-Life-Balance zu verbessern, muss vielleicht doch was dran sein an diesem tief Ein- und Ausatmendings. Dass Björn sein Leben auf eine neue Basis stellen muss, wird schnell klar. Sein Job frisst seine Freizeit weg und kostet extrem Nerven. Deshalb kriselt die Ehe und Björn lässt sich von seiner Frau zu einer Achtsamkeitstherapie überreden. Das verändert alles grundlegend. Bringt aber auch massive Probleme mit sich wie die Leiche eines Mafiabosses in Björns Kofferraum. Aber dank seiner neuen Lebensphilosophie meistert Björn die Herausforderungen entspannt und locker. Fast immer. Björn als Mischung aus Dexter und Walter White ist äusserst unterhaltsam. «Achtsam Morden» verbindet Spannung mit viel Humor. Es wird kaum das letzte Mal gewesen sein, dass wir Björn bei seinen Achtsamkeitsübungen in mörderischem Umfeld erleben dürfen. Die Serie hat auf Anhieb Platz 1 in den Netflix-Charts erobert. Die Ankündigung einer zweiten Staffel dürfte bald folgen. - [Death and Other Details (Staffel 1) – Ein Detektiv wie Poirot, aber doch ganz anders](https://buergler.net/death-and-other-details-staffel-1-ein-detektiv-wie-poirot-aber-doch-ganz-anders/) - ⭐⭐⭐ (Disney+) Ein Schiff, illustre Passagier:innen, ein Mord und der weltbeste Detektiv an Bord. Klar: Kann sich nur um Agatha Christies «Death on the Nile» handeln mit ihrem Meisterdetektiv Hercule Poirot. Denkste. Es ist ziemlich wagemutig, dass die beiden Showrunner von «Death and other Details» mit dem exakt gleichen Setting arbeiten. Denn sie mussten wissen, dass sie am Vorbild gemessen werden. Dabei schneidet «Death and Other Details» aber gar nicht so schlecht ab. Obwohl die Story ähnlich tönt, unterscheiden sich Figuren und Plot am Ende deutlich. Meisterdetektiv Rufus Cotesworth , der eigentlich fast ein Hochstapler ist, wird auf einem Luxusdampfer mit seiner Vergangenheit konfrontiert: ein Mordfall, den er nicht lösen konnte und der ihn nie mehr losgelassen hat. Genau sowenig wie Imogene Scott den Mord an ihrer Mutter vergessen kann, den sie als kleines Mädchen miterlebte. Jetzt bekommen sie die Gelegenheit, gemeinsam den Fall aufzuklären. Die Story schlägt einige überraschende Haken. Das ist clever aufgebaut und die Enthüllungen der beiden Detektive Cotesworth und Imogene halten einen bei Laune. Trotzdem hätte die Serie profitiert, wenn sie statt zehn nur acht oder sechs Episoden lang gewesen wäre. - [Only Murders in the Building (Staffel 4) – Mit Starpower gegen Eintönigkeit](https://buergler.net/only-murders-in-the-building-staffel-4-mit-starpower-gegen-eintoenigkeit/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Am Ende der letzten Staffel beschlich mich die Befürchtung, dass «Only Murders in the Building» eintönig werden könnte. Wir kennen unsere drei Podcaster, die beiden Mittsiebziger Charles und Oliver mit ihren narzisstischen Neigungen und die unter Selbstzweifeln leidende Mabel, zur Genüge. Das Trio garantiert gute Unterhaltung mit witzigen Dialogen und Situationskomik. Aber irgendwie sind die Erwartungen an die Serie höher. Da wäre es enttäuschend, wenn «Only Murders in the Building» nur die Erfolgsformel weiter ausschlachten würde. In der vierten Staffel erweitert die Serie das Rezept um den Faktor Hollywood. Die aufregenden True-Crime-Fälle der drei sollen verfilmt werden. Und daraus resultiert noch mehr Starpower als wir bisher von der Serie gewohnt sind. Als Cast für die drei Podcaster werden Eugene Levy, Zach Galifianakis und Eva Longoria aufgeboten. Das bereichert die Show, aber nicht nur, weil ein paar Stars mehr zu sehen, sondern weil die Figuren eine witzige Ergänzung sind. Die Aufklärung des Mordfalls wird in dieser Staffel etwas zur Nebensache. Das stört aber nicht, denn man wird dafür mit einem bunten Strauss an skurrilen Charakteren mehr als entschädigt. So kann man die Erfolgsformel auch in einer bereits angekündigen fünften Staffel fortsetzen. - [Only Murders in the Building (Staffel 3) – Man stirbt nur zweimal](https://buergler.net/only-murders-in-the-building-staffel-3-man-stirbt-nur-zweimal/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Das Mordopfer lag schon in der zweiten Staffel tot auf der Bühne. Allerdings feiert der Tote zu Beginn der dritten Staffel eine kurze Auferstehung, bevor er doch endgültig das Zeitliche segnet. Ein Motiv für den Mord an Ben, Hauptdarsteller in Oliver Putnams Broadway-Comeback, hätten alle an der Show Beteiligten. Denn Ben war ein unausstehlicher Kollege. Wer also war es? Üblicherweise gehen Mabel, Charles und Oliver gemeinsam dieser Frage auf den Grund. Diesmal aber führen Interessenskonflikte dazu, dass Mabel ohne ihre beiden alten Buddys ermitteln muss. Oliver will sein Broadwaystück nicht gefährden und Charles steckt in einer verzwickten Beziehung. Diese Beziehungskrise ist das einzig Neue an der Show. Sonst ist alles wie zuvor, und das ist grösstenteils als Kompliment gedacht. Denn die Figuren sind weiterhin sehr amüsant, die Gastauftritte von Paul Rudd, Meryl Streep, Matthew Broderick und Mel Brooks unterhaltsam. Allerdings bringt die nächste Staffel, für die die Leiche am Schluss schon bereitliegt, hoffentlich ein paar neue und interessante Twists. Sonst droht die Serie bei allen Qualitäten etwas eintönig zu werden. - [Candy (Mini-Serie) – Ein Axt-Mord als Schrei nach Freiheit?](https://buergler.net/candy-mini-serie-ein-axt-mord-als-schrei-nach-freiheit/) - ⭐⭐ (Disney+) Warum dreht man eine Serie über ein wahres Verbrechen? Um Hintergründe, Motive, Konsequenzen der Tat für Opfer und Täter:in zu ergründen. Würde man doch erwarten, oder? «Candy» verspricht das auch in der Ankündigung zur Serie. Die Titelheldin habe unter den Konventionen ihrer Kleinstadtwelt gelitten, ihre Handlungen seien ein «Schrei nach Freiheit» gewesen. Wie das genau zum brutalem Mord an Betty Gore in den 80er-Jahren in Texas führte, bleibt aber rätselhaft. Candy Montgomery war mit dem Opfer befreundet. Gleichzeitig hatte sie eine Affäre mit Bettys Ehemann. Aber das scheint wenig bedeutsam für die Tat. Wie überhaupt dieser grosse Druck, der auf Candy lasten soll, kaum spürbar wird. Die Serie blickt sehr distanziert auf ihre Figuren. Einsichten in das Gefühlsleben bekommt man kaum. Seltsam spannungsarm ist auch die Aufklärung des Verbrechens und die folgende Gerichtsverhandlung. Die Dinge nehmen ihren Lauf, ohne dass man je der Antwort einen Schritt näher käme, warum das alles passiert ist. In einer der letzten Einstellungen steht das Mordopfer Betty im Gerichtssaal und fragt nach der Urteilsverkündung: «Das wars?» Eine berechtigte Frage. - [Territory (Staffel 1) – Auch Down Under gehen Farmer-Dynastien unter](https://buergler.net/territory-staffel-1-auch-down-under-gehen-farmer-dynastien-unter/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Was hat es bloss auf sich mit dieser Faszination für Ackerbau und Viehzucht? Nur ein minimaler Prozentsatz der Bevölkerung in Industrienationen geht diesem Erwerb nach. Aber als Serienstoff scheint dieses Berufsfeld von grösstem Interesse. «Yellowstone» ist dafür das Paradebeispiel. Eine Serie allerdings, die den US-amerikanischen Gründermythos glorifiziert und die damit verbundene Blut-und-Boden-Ideologie. Für mich ein unerträglicher Mix. «Territory» ist in dieser Hinsicht weniger aufdringlich und nervig. Aber auch hier bekommen wir ein typisches Drama um ein Familienimperium vorgesetzt, wie wir es seit «Dallas» oder «Dynasty» kennen, und es bedient sich derselben Stereotypen. Grundsätzlich sind alle Figuren Fieslinge, Bösewichte, Charakterlumpen oder zumindest gescheiterte Existenzen. Das gilt auch für die Lawsons, um die es in «Territory» geht. Ihnen gehört die grösste Rinderfarm der Welt. Aber der Farm und der Familie droht der Untergang. Wer solche Geschichten mit Intrigen und viel Drama mag, wird nicht schlecht bedient. Aber wirklich packend ist «Territory» nicht. Dafür sind die Figuren zu generisch und der Plot zu vorhersehbar. Da helfen auch schöne Landschaften nicht und das durchaus respektable Cast. - [Transatlantic (Mini-Serie) – Nazi-Flüchtlinge und Romanzen an der sonnigen Côte d'Azur](https://buergler.net/transatlantic-mini-serie-nazi-fluechtlinge-und-romanzen-an-der-sonnigen-cote-dazur/) - ⭐⭐ (Netflix) / Es ist eine spannende Geschichte, die «Transatlantic» zu erzählen hätte. Eine Gruppe von Wagemutigen, darunter der Journalist Varian Fry und die reiche Erbin Mary Jane Gold, helfen rund 2000 Verfolgten des Nazi-Regimes zur Flucht aus Marseille nach Übersee. Beeindruckend auch, welche historisch verbrieften Namen sich unter den Geflüchteten finden, denen Fry, Gold und ein paar andere geholfen haben: Walter Benjamin, Max Ernst, Hannah Arendt, Marc Chagall, André Breton und noch viele andere Intellektuelle und Künstler:innen jener Zeit. Aber die Rettung von Flüchtlingen wird in der Serie zur Nebengeschichte degradiert. Dafür stellt sie Romanzen der Hauptfiguren in den Vordergrund, die zur Ausschmückung der Charaktere in Ordnung wären, aber nicht den Kern der Geschichte übertünchen sollten. Kommt hinzu, dass die Inszenierung an der sonnigen Côte d'Azur nie wirklich das Gefühl von Bedrohung aufzubauen vermag. Im Gegenteil erinnert die Polizei von Marseille an Louis de Funès und seine Gendarmen von St. Tropez. - [The Devil's Hour (Staffel 2) – Weniger Mystery, mehr Thriller](https://buergler.net/the-devils-hour-staffel-2-weniger-mystery-mehr-thriller/) - ⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Die grosse Frage am Schluss der ersten Staffel war: Weshalb ist Lucy Chambers plötzlich eine Polizistin? Vorher war sie eine Sozialarbeiterin mit einem Sohn, der einen Schauer über den Rücken jagte, und einer akuten Schlafstörung. Die Antwort hat mit einer Mischung aus Paralleluniversen und Zeitschlaufen zu tun. Darin bewegt sich Gideon als erfahrener Reisender, der schon hundert Tode gestorben ist und wiederkehrte. Mit ihm verbindet Lucy etwas Besonderes, was in dieser zweiten Staffel jetzt erklärt wird. Gideon braucht Lucy, um einen schrecklichen Bombenanschlag zu verhindern. Die verzwickte Geschichte zu erklären, die jetzt in zwei verschiedenen Welten spielt, ist zu kompliziert und vermag auch nicht die Spannung des Plots zu vermitteln. Die bleibt hoch wie in der ersten Staffel. Allerdings verliert die zweite etwas an Reiz, weil das Unerklärliche «aufgeklärt» wird, so gut das überhaupt möglich ist. Aus einem Mystery-Thriller wird ein (fast) normaler Wettlauf gegen die Zeit. Und im Gegensatz zum Cliffhanger der ersten Staffel, kann man sich beim neuerlichen Cliffhanger schon eher vorstellen, in welche Richtung die Geschichte sich in der nächsten Staffel entwickeln wird. - [Vikings: Valhalla (Staffel 3) – Das Ende der Wikinger-Ära](https://buergler.net/vikings-valhalla-staffel-3-das-ende-der-wikinger-aera/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Der dritte Teil von «Vikings: Valhalla» war als finale Staffel angekündigt. Wir sind also darauf vorbereitet, dass die Abenteuer unserer Heldi:innen ein Ende finden. Aber der Abschied fällt nicht leicht. Wir schreiben (etwa) das Jahr 1033. Sieben Jahre sind vergangen, seit wir Freydis Eriksdottir, Leif Eriksson und Harald Sigurdsson zuletzt gesehen haben. Freydis wird mit ihren Anhänger:innen des alten Wikingerglaubens aus ihrem Zufluchtsort vertrieben und muss bei ihrem Vater, Erik dem Roten, auf Grönland Unterschlupf suchen. Leif und Harald erringen für den byzantinischen Kaiser einen wichtigen Sieg in Sizilien. Nach ihrer Rückkehr nach Konstantinopel trennen sich allerdings ihre Wege. Und König Knut sieht seine Kräfte schwinden, was ihn dazu veranlasst, seine Nachfolge in seinen Königreichen zu regeln. Mit Knuts Tod wird – auch historisch – das Ende der Wikinger-Ära eingeläutet. Für alle Held:innen der Serie wird die letzte Staffel zu einer Reise in ihre Heimat. Knut nach Valhalla, Leif und Freydis nach Grönland und Harald nach Norwegen. Auch wenn die Serie einen gelungenen Schlusspunkt setzt, ist das Ende doch etwas unbefriedigend. Denn ein Blick in die Geschichte zeigt, dass es noch einiges zu erzählen gäbe. Ob Showrunner Jeb Stuart da noch ein weiteres Spin-Off plant? - [The Rings of Power (Staffel 2) – Sauron greift nach der Macht](https://buergler.net/the-rings-of-power-staffel-2-sauron-greift-nach-der-macht/) - ⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Nichts Neues unter der Sonne von Mittelerde. Das ist nicht abwertend gemeint. «The Rings of Power» macht nahtlos weiter mit dem, was die Serie schon in der ersten Staffel ausgezeichnet hat: epische Geschichten über Freundschaft und Feindschaft, Loyalität und Betrug. Das in einer Inszenierung, die auch in der zweiten Auflage nichts von ihrer überwältigenden visuellen Kraft verliert. Der Hauptstrang der zweiten Staffel ist die Schaffung von weiteren Ringen durch den Meisterschmied Celebrimbor. An seiner Seite ein Gehilfe mit finsteren Absichten. Darum herum werden die Geschichten der anderen Figuren weitergesponnen werden. Galadriel zerstreitet sich mit ihrem Weggefährten Elrond. Im Zwergenreich überwirft sich Prinz Durin mit seinem Vater und die beiden Harfoot Nori und Poppy begleiten den Fremden auf der Suche nach seiner Bestimmung. Die wird auch uns klar, als er herausfindet, wie er heisst. Sein Name ist uns wohlvertraut aus der späteren Geschichte der Ringe. Viel Drama, bei dem auch ausgiebig Schwerter und Äxte geschwungen werden und Pfeile durch die Luft schwirren. Das unterhält Freund:innen des Fantasy-Genres weiterhin gut, auch wenn eingeschworene Tolkien-Fans sich immer noch zu Hasstiraden genötigt sehen, die ich nicht nachvollziehen kann. - [Renegade Nell (Staffel 1) – Robin Hood trifft Tinkerbell](https://buergler.net/renegade-nell-staffel-1-robin-hood-trifft-tinkerbell/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Im Wald, da sind die Räuber, weiss man dank des deutschen Volkslieds schon lange. Das gilt aber auch für England im Jahr 1705. Die junge Nell Jackson macht die unerfreuliche Bekanntschaft mit Banditen. Die Begegnung nimmt allerdings einen unerwarteten Verlauf – für die Räuber. Nell fängt die Kugeln aus ihren Musketen mit der blossen Hand und verhaut sie gnadenlos. Ihre übermenschlichen Kräfte könnten vielleicht mit diesem komischen Lichtkügelchen zu tun haben, das nach dem Kampf aus ihrem Mund rausfliegt. Das Lichtwesen entpuppt sich als männliche Fee Billy Blind und hat den Auftrag, Nell zu beschützen. Dazu erhält Billy reichlich Gelegenheit in «Renegade Nell». Nell muss mit ihren beiden Schwestern fliehen, weil sie des Mordes beschuldigt wird. Das ist aber erst der Anfang ihres Abenteuers, bei dem es am Schluss um nichts Geringeres geht, als die englische Monarchie zu retten. «Renegade Nell» ist eine spassige Mischung aus Robin Hood, Peter Pan, Pippi Langstrumpf mit einem Schuss schwarzer Magie aus Harry Potter. Dazu kommen ein paar nette Seitenhiebe gegen eine Gesellschaft, in der sich die Reichen alles herausnehmen können. Und gegen eine Presse, die lieber verkaufsträchtige Schlagzeilen produziert, als die Fakten zu berichten. Das bereitet Vergnügen beim Zuschauen, so wie es offensichtlich dem Cast auch Vergnügen bereitete zu spielen. - [Tschugger (Staffel 2) – Die spektakuläre Rettung des Wallis durch den furchtlosen Polizisten Bax](https://buergler.net/tschugger-staffel-2-die-spektakulaere-rettung-des-wallis-durch-den-furchtlosen-polizisten-bax/) - ⭐⭐⭐⭐ (Play Suisse) Was habe ich mich geärgert, als die erste Staffel von «Tschugger» mitten in der Geschichte abbrach. So konzipiert man keine Serien! Aber was Polizist Bax, Kollege Pirmin, die Bundespolizistin Brotz und die böse Ex von Bax jetzt in der zweiten Staffel (besser: im zweiten Teil der ersten Staffel) liefern, macht den Ärger vergessen. «Tschugger» war schon im ersten Teil ziemlich witzig und ungewohnt rasant. Jetzt schaltet die Serie noch einen Gang höher. Die Gags und Dialoge sind lustiger, die Action bleibt hochtourig. Und die Handlung erreicht schon Ausmasse wie in einem James Bond, wenn auch mit einem gehörigen Mass Absurdität. Um nichts Geringeres als die Rettung des ganzen Wallis geht es jetzt. Bax' grosser Traum als Held in den Schlagzeilen gefeiert zu werden, rückt in greifbare Nähe. Aber dann ... «Tschugger» macht richtig Spass. Gerne mehr davon. Aber bitte, bitte die ganze Geschichte am Stück ausstrahlen! - [Tschugger (Staffel 1)](https://buergler.net/serien-tipp-tschugger/) - ⭐⭐⭐ (Play Suisse / Sky Show) Der Walliser Cop Bax Schmidhalter ermittelt gegen Drogendealer. Seine Ermittlermethoden sind eher wagemutig bis skrupellos. Das bekommt der arme Polizeipraktikant Smetterling knallhart zu spüren. Er landet angeschossen im Spital. Alles in allem ist «Tschugger» untypisch wagemutig für eine Schweizer Serie und dafür verdient sie Lob. Was aber gar nicht geht: Mitten in der Story aufhören, ohne dass eine einzige offene Frage beantwortet ist. Da hat SRF noch nicht ganz begriffen, wie man Staffeln konzipiert. - [Tschugger (Staffel 3) – Witziger geht Krimi nicht](https://buergler.net/tschugger-staffel-3-witziger-geht-krimi-nicht/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Play Suisse) Meine Geschichte mit «Tschugger» begann mit einem grossen Ärger über die erste Staffel, die mitten in der Geschichte aufhörte. Staffel 2 versöhnte mich mit dem Supercop aus dem Wallis. Vor der dritten Staffel kann ich jetzt nur noch den Hut ziehen. Eine bessere Schweizer Krimikomödie habe ich noch nicht gesehen. Hier stimmt einfach alles, hochgetaktete Komik, irrwitzige Plots, schrullige Figuren und ein vielversprechender Cliffhanger. Die beiden Walliser Tschugger Bax und Pirmin haben den Dienst quittiert. Bax lebt als Hipster mit Man Bun in Bern, verkauft Smoothies und versucht seine Traumata in einer Eso-Therapie loszuwerden. Pirmin widmet sich ganz seinem neugeborenen Sohn und fühlt sich wohl in der Rolle des Vollzeitpapi. Bis zwei Leichen sein neues Leben völlig auf den Kopf stellen. Auch Bax wird mit einer Leiche konfrontiert, die ihn aus der Bahn wirft und ihn als Tatverdächtigen ins Gefängnis bringt. Das alles hängt zusammen und so kreuzen sich die Wege der beiden Ex-Tschugger wieder. Wenn man etwas bemängeln will, dann höchstens, dass die Geschichte etwas gehetzt erzählt wird. Eine oder zwei weitere Episoden hätten der Serie sicher nicht geschadet. - [The Devil's Hour (Staffel 1) – Alpträume aus der Zukunft](https://buergler.net/the-devils-hour-staffel-1-alptraeume-aus-der-zukunft/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Sehr geschickt, wie «The Devil's Hour» gleich in der ersten Szene das grosse Mysterium unterbreitet, um das es eigentlich geht. Aber gleichzeitig nichts verrät. Packend auch, wie das gemacht ist: Wir hören nur die eindringliche Stimme eines Mannes, der eine Frau mit Fragen bombardiert und ihre innersten Ängste zu kennen scheint. Dieses hervorragende Duo, Jessica Raine als Lucy Chambers und Peter Capaldi als Gideon, ist eine weitere Stärke der Serie. Erst ganz am Schluss wird ihre Begegnung stattfinden und all die Rätsel erklären, die sich im Verlauf auftürmen. Weshalb Lucy etwa jede Nacht um Punkt 3.33 Uhr aufwacht. Was ihre Alpträume bedeuten, die sie aus dem Schlaf hochschrecken lassen. Wieso Lucys Sohn jegliche Gefühlsregung fehlt und er mit Geistern spricht. Und wer für die Morde verantwortlich ist, die geschehen. Dass dahinter keine normale Erklärung stecken kann, wird schnell klar. Nur was die Lösung ist, das wird ganz langsam enthüllt. Gebannt rätselt man mit Lucy mit, die versucht herauszufinden, was mit ihr und um sie herum passiert. Am Schluss wird das zur existenziellen Frage: Führt sie das richtige Leben? Mit einer Antwort darauf, die ziemlich ungewöhnlich ist. - [The Rings of Power (Staffel 1) – Bombastisch inszenierte Fantasiewelt](https://buergler.net/the-rings-of-power-staffel-1-bombastisch-inszenierte-fantasiewelt/) - ⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Es herrscht Frieden in Mittelerde. Der dunkle Lord Morgoth ist besiegt, sein böser Diener Sauron verschwunden. Nur die Elfenkriegerin Galadriel traut der Sache nicht. Und sie hat recht. Der Rest ist viele Geschichten, die sich im «Zweiten Zeitalter» von Tolkiens Fantasiereich abspielen, mit Elfen, Zwergen, Menschen, Harfoots und bösen Orks. Am Ende dieser ersten Staffel sieht man sie dann zum ersten Mal, diese Ringe der Macht, um die sich alles drehen wird in den weiteren Folgen. So richtig packend ist «The Rings of Power» nicht. Aber das war bei Tolkien schon immer so. Da gibt es nur Gut und Böse, keine machiavellistischen Machtspiele wie in «House of the Dragon». Schlecht ist die Serie aber keineswegs. Imposant ist vor allem die Inszenierung. Die Computergrafik erschafft gewaltige Städte und üppige Landschaften. Da sieht man, wohin die fast 500 Millionen Dollar Produktionskosten geflossen sind. Da verfolgt man doch mit Interesse, was den gut zwei Dutzend Hauptfiguren in dieser malerisch gestalteten Fantasiewelt so alles widerfährt. - [Bad Monkey (Staffel 1) – Wo die Seekühe grasen, gedeiht das Verbrechen](https://buergler.net/bad-monkey-staffel-1-wo-die-seekuehe-grasen-gedeiht-das-verbrechen/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Zwei Namen gaben bei dieser Serie den Einschaltimpuls: Carl Hiaasen und Bill Lawrence. Hiaasens Florida-Krimis garantieren vergnügte Lektüre mit skurrilen Figuren und grotesken Wendungen. Bill Lawrence steht als Showrunner für so gelungene Komödien wie «Ted Lasso» oder «Scrubs». Weniger verheissungsvoll stimmte mich dagegen, dass Vince Vaughn die Hauptrolle spielt. Mit ihm hatte ich öfters meine liebe Mühe. Aber ich wurde überrascht. In «Bad Monkey» passt er perfekt als Detective Andrew Yancy, der ohne Punkt und Komma dauerplappert. Yancy wurde gerade zum Food-Cop degradiert, der Restaurantküchen inspizieren muss. Da ist er für jede Abwechslung dankbar, wie etwa einen abgetrennten Arm eines Unfallopfers nach Miami zu fahren. Schnell wird daraus ein Mordfall, den er gar nicht untersuchen darf, was ihn nicht kümmert. Bei seinen Nachforschungen trifft er nicht nur eine attraktive Pathologin, sondern auch ein ganzes Panoptikum an überdrehten, durchgeknallten, niederträchtigen Menschen. Auch ein paar stinknormale sind darunter, die allerdings irrwitzige Dinge erleben. Da werden Immobilienhaie mit Flüchen belegt, illegale Bauten in die Luft gejagt. Ein drogensüchtiger Arzt spielt genauso eine Rolle wie die russische Mafia oder eine Lehrerin, die Sex mit einem Schüler hatte. Kurz: «Bad Monkey» bietet beste Unterhaltung à la Hiaasen. - [Colin from Accounts (Staffel 1) – Eine Rom Com, die mich kaltlässt](https://buergler.net/colin-from-accounts-staffel-1-eine-rom-com-die-mich-kaltlaesst/) - ⭐⭐⭐ (Prime Video) Eigentlich stimmt vieles bei dieser australischen romantischen Komödie. Die Figuren sind Menschen, die im Haus gegenüber leben könnten. Real, geerdet, keine Drehbuchkopfgeburten. Der Humor oszilliert zwischen deftig und dezent. Und die Romanze lädt ein zum Mitfühlen. Aber genau da lief zumindest bei mir etwas schief. Ich habe Ashley und Gordon zugeschaut, wie sie sich kennenlernen, näherkommen, zerstreiten und wiederfinden. Das war nicht uninteressant, aber zu guter Letzt war es mir ziemlich egal, was zwischen den beiden passiert. Dabei ist sogar der Hund wirklich süss, obwohl ich eher ein Katzenmensch bin. Der spielt eine grosse Rolle bei der ersten Begegnung von Ashley und Gordon – und ein Busenblitzer. Damit lenkt Ashley Gordon ab, sodass er mit seinem Auto den Hund anfährt. Der Hund wird verletzt. Gelähmte Hinterbeine diagnostiziert die Tierärztin. Einschläfern? Oder ein paar Tausend Dollar auf den Tisch legen für die OP? Logisch bleibt der Hund am Leben. Ashley und Gordon haben ihn jetzt am Hals und müssen sich gemeinsam um ihn kümmern. Das ist der Anfang ihrer komplizierten Beziehung, bei der der Altersunterschied Probleme verursacht, eine esoterische Mutter und zwei völlig verschiedene Freundeskreise, in denen die beiden verkehren. Wie gesagt, alles eigentlich sehr ok, traf bei mir aber den Nerv nicht. - [Citadel: Diana (Staffel 1) – Doppelagentin auf Rachefeldzug](https://buergler.net/citadel-diana-staffel-1-doppelagentin-auf-rachefeldzug/) - ⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Üblicherweise muss sich eine Serie über mehrere Staffeln als erfolgreich beweisen, bis sie ein Spin-off bekommt. Nicht so bei «Citadel», dem Spionagethriller, der vor gut einem Jahr bei Prime Video startete. Prime Video bringt jetzt einen italienischen Ableger: «Citadel: Diana». Das Spin-off muss den Vergleich mit dem Vorläufer nicht scheuen. Was allerdings auch nicht besonders schwer ist. «Citadel» enttäuschte trotz Starbesetzung mit Richard Madden und Priyanka Chopra Jonas. «Citadel: Diana» ist in einem Punkt sicher besser: Die Agentin Diana Cavalieri ist eine packende und überzeugende Hauptfigur. Sie wird von einem Citadel-Agenten angeheuert und ausgebildet, um den Erzfeind Manticore zu infiltrieren und auszulöschen. Aber es kommt anders. Manticore führt einen tödlichen Schlag gegen Citadel aus, alle Agent:innen werden ausgeschaltet mit Ausnahme von Diana. Acht Jahre später arbeitet sie immer noch für Manticore, allein, ohne Unterstützung. Doch ihr Ziel bleibt, Manticore zu zerstören. Über den Sohn des Manticore-Chefs eröffnet sich eine Möglichkeit. Was da an Intrigen und Twists passiert, ist ziemlich wirr, aber egal. Denn es gibt Action mit einer Agentin, die im coolen Outfit ihre Gegner mit eiskalter Präzision erledigt. Das ist ziemlich unterhaltsam. - [Nobody Wants This (Staffel 1) – Der Rabbi und die Sex-Podcasterin](https://buergler.net/nobody-wants-this-staffel-1-der-rabbi-und-die-sex-podcasterin/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Es ist wagemutig, eine Liebeskomödie «Nobody Wants This» zu betiteln. Es gibt mehr als genug öde Rom Coms im Angebot. Der Titel ist eine Steilvorlage, wenn man die Serie nicht mag. Nur verdient «Nobody Wants This» keinen Verriss – im Gegenteil. Ebenso verlockend ist es, angelehnt an das klassische Witzformat einzusteigen: Ein Rabbi und eine Schickse treffen sich in einer Bar. Das tun Noah und Joanne tatsächlich mehrmals. Allerdings haben sie sich bei einem Abendessen kennengelernt, als Joanne lange nicht bemerkt hat, dass sie mit einem Rabbi flirtet. Eine Nichtjüdin, die zudem noch einen Sex-Podcast betreibt, und ein Rabbi: Kann das gut gehen? Die Chancen stehen schlecht, wie Noah selber sagt: «Well, rabbi, gentile - it's pretty hard to pull off. We're trying to repopulate our people, you know?» Schwerer wiegt, dass das ganze Umfeld von Joanne und Noah gegen die Beziehung ist. Eben: «Nobody Wants This», ausser die beiden – und wahrscheinlich die meisten, die vor dem Bildschirm sitzen. Die Serie erfindet die Rom Com nicht neu, wirkt aber erfrischend und viel weniger generisch als das meiste, was man üblicherweise vorgesetzt bekommt. Kristen Bell und Adam Brody tragen viel zum Unterhaltungswert bei, aber auch die Nebenfiguren, die den Turteltauben des Öfteren fast die Show stehlen. - [Invasion (Staffel 1&2) – Aliens spielen nur eine Nebenrolle](https://buergler.net/invasion-staffel-12-aliens-spielen-nur-eine-nebenrolle/) - ⭐⭐⭐ (Apple TV+) Es muss ja nicht immer Action und Horror sein, wenn Ausserirdische die Erde angreifen. Man kann es auch gemütlicher angehen, haben sich die Macher von «Invasion» wohl gedacht. Dagegen ist nichts einzuwenden. Auch dass es mehrere Episoden dauert, bis man ein Alien zu Gesicht bekommt, kann man als Vorenthaltungsstrategie gelten lassen. Aber «Invasion» nimmt sich zu viel Zeit, um die Geschichte von vier Personen zu erzählen, die massgeblich von der Alien-Invasion betroffen sind. Man wundert sich mit der Zeit, ob die Serie wirklich ein Sci-Fi-Thriller sein will. Denn sie erzählt rund um diese vier Figuren noch ganz andere Geschichten: Ein Soldat, der von der zivilen Welt entfremdet ist. Ein gemobbter Schüler, der seine erste Liebe erlebt. Eine Frau, die ihre grosse Liebe verliert. Und eine betrogene Hausfrau, die sich auf ihre Stärken besinnt. Die Verbindung dieser Figuren und Geschichten mit dem Invasions-Plot gelingt aber nur mässig. Es braucht Durchhaltewillen, um bis zum Ende der zweiten Staffel dabeizubleiben, wo sich erstmals abzeichnet, dass jetzt wirklich der Kampf gegen die Invasoren beginnt. - [Elsbeth (Staffel 1) – Die schrille Anwältin macht auf Columbo](https://buergler.net/elsbeth-staffel-1-die-schrille-anwaeltin-macht-auf-columbo/) - ⭐⭐ (Sky Show) Wer «The Good Wife» oder «The Good Fight» gesehen hat, erinnert sich an Elsbeth Tascioni. Die Anwältin, die exaltiert daherkommt, redet wie ein Wasserfall und von allen völlig unterschätzt wird. Elsbeth hat ihre eigene Serie bekommen. Ob das eine gute Idee ist, fragt man sich, ohne nur eine Episode des Spin-offs gesehen zu haben. Denn sie stiess schon als Nebenfigur auf ein geteiltes Echo. Für die einen war sie eine witzige Bereicherung. Die anderen erlitten einen Nervenzusammenbruch, wenn sie wild gestikulierend und dauernd plappernd über den Bildschirm wuselte. Doch selbst wer Elsbeths überkandidelte Art mag, ist gefordert, wenn er oder sie Elsbeth 40 Minuten ertragen muss. Bei mir war es grenzwertig. Aber das war nicht der Hauptgrund, weshalb ich nach drei Episoden auf Pause gedrückt habe. Wirklich enttäuschend waren die generischen Plots von «Elsbeth»: Ein Mord, die Polizei tappt im Dunkeln oder auf der falschen Fährte, Elsbeth hat den oder die Täter:in von Anfang an im Visier und überführt ihn oder sie nach einigen Schwierigkeiten. Ziemlich monoton und altbacken, völlig ungeeignet zum Bingen und höchstens in wöchentlichen Portionen erträglich. Oder man lässt es ganz bleiben. - [Milliardærøya (Staffel 1) – Norwegische Business-Satire stellt «Succession» in den Schatten](https://buergler.net/milliardaeroya-staffel-1-norwegische-business-satire-stellt-succession-in-den-schatten/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Die Norweger machen's vor: So geht bitterböse und gleichzeitig äusserst amüsante Satire auf die Welt des Big Business und der geldgierigen Heuschrecken. Da kann die gewaltig überschätzte US-Serie «Succession» einpacken. In «Milliardærøya» (Insel der Milliardäre) geht's zwar nur um Fischzucht, aber das sollte man nicht unterschätzen. Aquafarming von Lachs ist Big Business für Norwegen. Rund zehn Milliarden Euro pro Jahr bringt der Handel mit Zuchtlachs. Aber der Fisch stinkt vom Kopf her. Die Fischköpfe sind Julie Lange und Gjert Meyer, denen die beiden grössten Lachszuchten gehören. Julie will Gjerts ausbooten und weltweite Marktführerin werden. Neben dem tonangebenden Machtkampf sorgt das weitere Figurenarsenal, das vor allem aus Julies und Gjerts Familienmitgliedern besteht, für grandioses Spektakel. Hinter der Serie stecken Anne Bjørnstad und Eilif Skodvin. Die beiden haben vor zwölf Jahren schon einmal eine geniale Satire für Netflix produziert. «Lilyhammer» mit Steve van Zandt als Mobster im norwegischen Exil war eine der ersten Eigenproduktionen von Netflix. «Milliardærøya» hat das Potenzial, ebenfalls wieder in der obersten Liga zu spielen. Man darf hoffen, dass Netflix bald die zweite Staffel bestätigt. - [Las Azules (Staffel 1) – Pionier-Polizistinnen jagen Serienmörder](https://buergler.net/las-azules-staffel-1-pionier-polizistinnen-jagen-serienmoerder/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Mexiko-Stadt zu Beginn der 1970er-Jahre: Da blühen der Machismo und die Frauenfeindlichkeit so prächtig und farbenfroh wie die Dahlien in den Parks der Stadt. Umso revolutionärer ist die Idee der Präsidentengattin, eine weibliche Polizeitruppe auf die Beine zu stellen. Allerdings steckt dahinter nicht die Absicht, die Rolle der Frau in der Gesellschaft zu verändern. Es geht nur darum, das miserable Image der korrupten und gewalttätigen Polizei aufzupolieren. «Ihr geht auf Patrouille und lächelt», lautet die Anweisung des Polizeichefs an die neuen Polizistinnen. Aber es kommt anders. Bei ihrem ersten Einsatz entdecken die vier Polizistinnen Maria, Angeles, Gabina und Valentina die Leiche einer Frau. Sie ist das jüngste Opfer eines Serienmörders, der es auf arbeitstätige Frauen abgesehen hat. Bei ihren Ermittlungen, die ihnen explizit untersagt sind, stossen die Vier bald auf eine Spur des Täters. «Las Azules» fokussiert stark auf die Gesellschaftspolitik, vergisst dabei aber nicht, die Jagd nach dem Serienmörder spannend zu inszenieren. Kommt dazu, dass die 70er-Jahre optisch eine sehr reizvolle Kulisse abgeben. Und die Serie endet zwar auf einer befriedigenden Note, aber es ist kein banales Happy End. - [Sunny (Staffel 1) – Unausgegorener japanischer Mystery-Mix](https://buergler.net/sunny-staffel-1-unausgegorener-japanischer-mystery-mix/) - ⭐⭐⭐ (Apple TV+) «Sunny» lässt mich ziemlich ratlos zurück. Die Serie ist nicht schlecht. Sie bietet einige unterhaltsame Plots. Gut ist sie aber auch nicht, denn all diese Elemente fügen sich nicht zu einem überzeugenden Ganzen zusammen. «Sunny» beginnt als Drama über Verlust und Einsamkeit. Suzie verliert bei einem Flugzeugabsturz ihren Mann Masa und ihren Sohn Zen. Der Verlust schmerzt umso mehr, als Suzie keinen Kontakt gefunden hat in Japan. Es bleibt ihr einzig ihre nervige Schwiegermutter. Bis eines Abends ein Fremder auftaucht und ihr einen Roboter ins Haus stellt, den Suzies Mann speziell für sie programmiert habe. Nur hasst Suzie Roboter. Das wird sich ändern, wie auch die Tatsache, dass sie eine Freundin findet. Zu dritt versuchen sie die vielen Rätsel zu lösen, die jetzt plötzlich auftauchen. Sind Suzies Mann und ihr Sohn wirklich tot? Was haben Killerroboter damit zu tun? Und was diese Frau von der Yakuza? Die Geschichte, die immer mehr Haken schlägt, mag noch hingehen. Wirklich störend ist, dass «Sunny» abrupt das Tempo wechselt und sich plötzlich in langwierigen und auch ziemlich langweiligen Nebenplots verliert. Da spielt es schon keine Rolle mehr, dass die Serie mit einem Cliffhanger endet. Ich bin kaum dabei bei einer zweiten Staffel. - [House of the Dragon (Staffel 2) – Lasst endlich die Drachen los](https://buergler.net/house-of-the-dragon-staffel-2-lasst-endlich-die-drachen-los/) - ⭐⭐⭐ (Sky Show) Ich will die Serie nicht aufgeben. Es kann doch nicht sein, dass eine Show mit feuerspeienden Drachen, egomanischen Fieslingen und hinterhältigen Morden nicht beste Unterhaltung bietet. Aber wenn man sich zwischendurch sogar nach der letzten, unbestritten schlechtesten Staffel von «Game of Thrones» zurücksehnt, muss ich mir eingestehen, dass «House of the Dragon» nicht die Sphären der Vorgängerserie erreicht. Noch nicht, sagt mein Optimismus. Denn «House of the Dragon» ist keineswegs schlecht. Aber die Serie leidet unter Schwächen. Wie schon zuvor festgehalten, fehlt es an Figuren wir Tyrion Lannister oder Samwell Tarly, die für Auflockerung sorgen. Zum anderen versteht die Serie den Begriff «episch» nicht ganz richtig. Auch in der zweiten Staffel werden vor allem am Anfang verschiedene Plots in die Länge gezogen, bis sie zu langweilen beginnen. Aber, und das ist die gute Nachricht, im zweiten Teil spitzen sich die Ereignisse ziemlich dramatisch zu. Das stimmt mich zuversichtlich. «House of the Dragon» endet in der zweiten Staffel mit dem Versprechen, in Sachen Drama und epischen Schlachten eine neue Stufe zu erklimmen. Deshalb werde ich 2026 wieder einschalten, wenn die dritte Staffel kommt. Denn «House of the Dragon» macht das vielleicht besser, was «Game of Thrones» nicht schaffte: Sich zu einem furiosen Finale zu steigern. - [STHLM Blackout (Staffel 1) – Atemlos gehetzt durch Stockholm](https://buergler.net/sthlm-blackout-staffel-1-atemlos-gehetzt-durch-stockholm/) - ⭐⭐⭐ (Prime Video) Eines kann man «STHLM Blackout» sicher nicht vorwerfen: Langatmigkeit. Mit 164 Minuten hat die Serie eine Dauer, die heute für Spielfilme gang und gäbe ist. Oft ist es eine Tugend, sich kurz zu fassen. Bei dieser Show ist es aber ein Problem. Von der ersten Minute an hetzt die Serie durch ihre Geschichte, als ob die Macher:innen fürchteten, das Geld könnte ihnen jeden Moment ausgehen. So kann man zwar noch knapp dem Plot folgen, Raum für die Figurenentwicklung bleibt aber nicht. Hilfreich, wenn auch etwas unoriginell, ist aber, dass sich das Drehbuch an bekannten Mustern orientiert. Da ist zuerst Arthur, Held wider Willen. Er ist der klassische Otto Normalverbraucher, der in eine irrwitzige Geschichte hineingezogen wird und über sich hinauswachsen muss. Ihm zur Seite steht Mille, eigentlich Hochschullehrerin, aber als True-Crime-Fan auch gut gerüstet für Abenteuer. Die beiden werden von der Polizei gejagt und von dubiosen Söldnern verfolgt, weil sie einer politischen Verschwörung auf die Spur kommen. Das sind zwar alles die richtigen Ingredienzien für einen guten Thriller, der zudem mit Stockholm in einem attraktiven Setting spielt. Aber eben: Kaum hat man es sich gemütlich gemacht auf der Couch, ist der Spass schon wieder vorüber. Schade, Cast und Story haben eigentlich Potenzial. Vielleicht macht es eine zweite Staffel besser? - [Quiz: Alles Netflix oder was?](https://buergler.net/quiz-alles-netflix-oder-was/) - Wie gut kennst du den grössten Streaminganbieter? Bei diesen 16 Fragen kannst du dein Wissen testen. - [The Perfect Couple (Mini-Serie) – Bonzen, Affären und eine Tote am Strand](https://buergler.net/the-perfect-couple-mini-serie-bonzen-affaeren-und-eine-tote-am-strand/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Hier sind sie wieder, die reichen Säcke, die glauben, sie können sich auf dieser Welt alles erlauben und damit ungeschoren davonkomen. Diese Geschichten, in deren Mittelpunkt eine Bonzenfamilie steht, kann man langsam als eigenes Subgenre taxieren. Diesmal heissen die Bonzen Winbury. Die Familie bereitet sich in ihrem pompösen Anwesen auf Nantucket auf eine Hochzeit vor. Der mittlere Sohn Benji heiratet Amelia. Die grosse Fete fällt allerdings ins Wasser. Also eigentlich fällt die Trauzeugin ins Wasser und ertrinkt. Es war aber kein Unfall, sondern Mord. Das bringt der Familie Ungemach, was besonders die Mutter ärgert. Greer, eine erfolgreiche Autorin, will ihr neuestes Buch vorstellen und kann keine schlechte Presse brauchen. Es stellt sich heraus, dass fast jedes Familienmitglied der Winburys ein Motiv für den Mord gehabt hat. Und langsam beginnt die Fassade der heilen Familie zu bröckeln, die Greer gerne ihren Fans präsentiert. «The Perfect Couple» lockt einen auf die verschiedensten falschen Fährten, wer denn nun den Mord begangen hat. Das ist clever gemacht. Neben dem Krimi unterhält die Serie aber vor allem auch als Satire auf das Leben der Schönen und Reichen. Da gibt es einige Momente, in denen man sich daran ergötzen kann, wie sich die Winburys völlig daneben benehmen. - [Kaos (Staffel 1) – Die Welt der griechischen Sagen, modern aufgepeppt](https://buergler.net/kaos-staffel-1-die-welt-der-griechischen-sagen-modern-aufgepeppt/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) «Kaos» zerstört gleich zu Beginn eine der schönsten Liebesgeschichten der griechischen Mythologie. Eurydike, genannt Riddy, liebt Orpheus nicht mehr. Sie will ihn verlassen, schon lange. Das tut sie auch, aber etwas anders, als sie sich das vorgestellt hat. Sie wird von einem Auto überfahren. Richtig, in dieser Version der griechischen Sagenwelt gibt es Autos, Telefone und Computer, alles auf dem technologischen Stand von Mitte der 80er-Jahre. Auch die Götterwelt ist modernisiert. Zeus und seine Gattin Hera geniessen das Leben in einer pompösen Villa. Poseidon schippert in einer Luxusjacht über sein Meeresreich. Und Hades, Gott der Unterwelt, regiert in einem Betonbau, der von Le Corbusier stammen könnte. «Kaos» holt die griechische Mythologie in die Neuzeit. Damit lässt sich witzig spielen, wenn etwa Frühstücksflocken der Marke «Spartan Crunch» aufgetischt werden, Zeus den Anrufbeantworter seines Bruders mit Nachrichten bombardiert oder die Schicksalsgöttinnen ein Pub-Quiz veranstalten, bei dem Orpheus seine Reise in die Unterwelt gewinnt. Die Serie vereint Drama, Satire. Komödie und Tragödie nicht immer ganz stimmig, aber sehr unterhaltsam. Eine zweite Staffel scheint geplant. Von mir aus gerne mit ein paar Göttinnen und Göttern, die ich hier vermisst habe, etwa Ares, Hephaistos, Artemis, Apollo oder Athene. - [The Acolyte (Staffel 1) – Disneys Problem mit den Hardcore-Fans](https://buergler.net/the-acolyte-staffel-1-disneys-problem-mit-den-hardcore-fans/) - ⭐⭐⭐ (Disney+) Das Star-Wars-Universum hat ein Problem: Hardcore-Fans der Sternensaga. «The Acolyte», die neueste Star-Wars-Serie, wird von diesen selbsternannten Hüter:innen des reinen Star-Wars-Ethos mit schlechten Bewertungen überschüttet. Nicht jede Serie wird in der Luft zerrissen. «Andor» oder «The Mandalorian» blieb dieses Schicksal erspart. Typischerweise schlagen diese sogenannten Fans dann zu, wenn wie in «The Acolyte» Frauen, Dunkelhäutige oder Menschen aus dem LGBTQ-Umfeld Hauptfiguren spielen. Natürlich wird selten offen sexistisch oder rassistisch argumentiert. Meist heisst es nur, der Film oder die Serie fühle sich nicht wie eine richtige Star-Wars-Geschichte an. Und meint damit, dass nicht wie in den ersten beiden Film-Trilogien praktisch nur Weisse Hauptfiguren zu sehen sind. Rätselhaft bleibt das Verhalten von Disney. Der Konzern schweigt, wenn die zunehmende Diversität im Star-Wars-Universum unter Beschuss gerät. Oder noch schlimmer: Setzt die Serie wie im Fall von «The Acolyte» ohne Begründung ab. Die echten Fans, die auch mit einem diversen Cast klarkommen, sind zu Recht enttäuscht, dass die Story nicht weitererzählt wird und sie mit ein paar grossen Fragen sitzen gelassen werden. Und man fragt sich, wie es mit Star Wars unter der Disney-Herrschaft weitergehen wird. - [Lady in the Lake (Mini-Serie) – Eigenwilliger Thriller, etwas schwülstig inszeniert](https://buergler.net/lady-in-the-lake-mini-serie-eigenwilliger-thriller-etwas-schwuelstig-inszeniert/) - ⭐⭐⭐ (Apple TV+) Maddie und Cleo leben in den 1960ern in Baltimore in verschiedenen Welten. Maddie ist eine mittelständische Mutter und Hausfrau, Cleo eine Mutter, die sich mit mehreren Jobs durchs Leben schlägt, um für ihre beiden Söhne zu sorgen. Was sie verbindet: Sie sind Frauen in einer misogynen Gesellschaft. Und beide haben einen zusätzlichen Makel: Maddie ist Jüdin, Cleo ist eine Schwarze. «Lady in the Lake» ist aber nicht eine Geschichte von zwei Aussenseiterinnen, die zusammenfinden und gemeinsam kämpfen. Das wäre zu banal. Die Autorin und Regisseurin Alma Har'el hat sich höhere Ziele gesetzt – vielleicht ein paar Ziele zu viel. Die Serie will ein Mysterythriller sein, ein kritisches Sittenbild der 60er-Jahre zeichnen, und das alles inszeniert in einer hochstilisierten Bildsprache. Nicht, dass das schlecht wäre oder völlig misslungen. Aber die Story wirkt dadurch überladen und die Ausflüge in übersinnliche Traumwelten muten schwülstig und aufgesetzt an. Die Geschichte der beiden Frauen, die beide nach einem eigenständigen Leben streben, ist dennoch packend. Wie sie das tun, ist aber keineswegs ein heroischer Emanzipationskampf. Letztlich geht es ihnen nur um ihren eigenen Vorteil. Was man ihnen auch zugesteht vor dem Hintergrund ihrer persönlichen Geschichte. - [Perfekt verpasst (Staffel 1) – Reizvolle deutsche Rom Com für die Gen X](https://buergler.net/perfekt-verpasst-staffel-1-reizvolle-deutsche-rom-com-fuer-die-gen-x/) - ⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Dass Anke Engelke und Bastian Pastewka Komödie können, haben sie ausgiebig bewiesen. Über Jahrzehnte haben die beiden damit ihr Geld beim deutschen Privatfernsehen verdient. Dass sie auch als romantisches Paar im zweiten Frühling funktionieren, war nicht unbedingt zu erwarten. Bis sich die beiden in «Perfekt verpasst» finden, dauert es allerdings eine Weile, wie der Titel schon besagt. Es sind aber oft nur Sekunden, die die beiden trennen, wenn er auf dem Weg in sein Sportgeschäft ist, und sie kurz danach auf dem Fahrrad um die Ecke kurvt. Sie sind eigentlich auch genug beschäftigt, mit all der Unbill in ihrem Leben. Ralf ist frisch geschieden und kommt kaum darüber hinweg, dass die Abendessen im Schoss der Familie der Vergangenheit angehören. Maria hat Ärger mit ihrem Vater, ihrem Ex und einer Freundin, die zu ihrer Todfeindin geworden ist. Schon diese Geschichten bieten amüsanten Slapstick und peinlichste Fremdschämmomente. Was sich parallel dazu zwischen Ralf und Maria abspielt, ist ebenfalls höchst unterhaltsam. «Perfekt verpasst» entwickelt sich nach ein wenig Anlaufschwierigkeiten zu einer lustvoll erzählten Rom Com über (beinahe) verpasste Chancen im Leben. - [A Good Girl's Guide to Murder (Staffel 1) – Ein Cold Case als Schulprojekt](https://buergler.net/a-good-girls-guide-to-murder-staffel-1-ein-cold-case-als-schulprojekt/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Eigentlich meide ich Serien, auf denen «YA» draufsteht, denn da gehöre ich definitiv nicht zur Zielgruppe. «YA», falls nicht bekannt, steht für «Young Adult» und ist auf dem Büchermarkt und für TV-Shows ein sehr beliebtes Genre. Weil es aber einige Empfehlungen gab, hab ich trotzdem eingeschaltet. Am Ende war ich zwar nicht enttäuscht, aber auch nicht überzeugt. Ich bin mir sicher, dass das nicht nur am Altersunterschied zu den Hauptfiguren lag. Denn was Pip erlebt, haben wir doch schon ein paar Mal anders und auch ein bisschen besser gesehen. Pip will das Schicksal von Andie Bell aufklären, die vor fünf Jahren im idyllischen Örtchen Little Kilton verschwunden ist. Bei ihren Nachforschungen stösst sie überall auf Widerstand. Niemand in Little Kilton will alte Wunden aufreissen. Auch Sals Bruder Ravi verhält sich Pip gegenüber zuerst ablehnend. Doch bald ermitteln die beiden gemeinsam und es spriesst eine Romanze, wie es zu dem Genre gehört. Stark ist die Hauptdarstellerin Emma Myers, die fast die ganze Serie alleine stemmt. Wenn «A Good Girl's Guide to Murder» auch das Atmosphärische der Kleinstadt mit düsterer Vergangenheit besser hinbekommen hätte, statt nur auf Teenagerstress zu setzen, wäre sie einiges überzeugender gelungen. - [Red Eye (Staffel 1) – Der Mann fürs Mittelmässige erfüllt die Erwartungen](https://buergler.net/red-eye-staffel-1-der-mann-fuers-mittelmaessige-erfuellt-die-erwartungen/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Richard Armitage ist Garant für Mittelmass – im besten Fall. Bei Netflix ist er das Gesicht für die englischsprachigen Harlan Coben-Thriller, die sich durch ihren Fliessbandcharakter auszeichnen und sich qualitativ zwischen ziemlich einfallslos bis ganz ok bewegen. Drei Coben-Serien hat Armitage bereits gedreht, eine vierte soll bald folgen. Im schlechtesten Fall lässt er in einem Erotikthriller seinen inexistenten Sexappeal spielen, was den Fremdschämfaktor der Netflix-Produktion «Obsession» offenbar in ungeahnte Höhen katapultierte. «Red Eye», die jüngste Netflix-Produktion mit Armitage, verzichtet zum Glück auf Erotik. Der Langstreckenflug-Thriller bietet wieder mal gutes Mittelmass. Armitage spielt einen Arzt, der an die chinesischen Behörden ausgeliefert werden soll, die ihn des Mordes an einer Frau beschuldigen. Auf dem Flug nach Peking sterben Passagiere, die ebenfalls in den Fall verwickelt sind. Das weckt die Zweifel der Polizistin, die den beschuldigten Arzt begleitet. «Red Eye» unterhält sehr leidlich. Man fiebert zwar nicht gerade mit dem jammernden Arzt mit, ist aber doch interessiert, welche Wendungen die Dinge nehmen. Dass Geheimdienste dabei eine Rolle spielen, macht die Sache durchaus interessant und sorgt für ein paar nette Twists. - [House of the Dragon (Staffel 1) – Noch tanzen die Drachen nicht so richtig](https://buergler.net/house-of-the-dragon-staffel-1-noch-tanzen-die-drachen-nicht-so-richtig/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show / Play RTS) Sie sind zurück. Die Targaryens. Mit mehr und grösseren Drachen, als sie die unvergessliche Daenerys Targaryen in «Game of Thrones» je ritt. «House of the Dragon» erzählt eine Geschichte, die sich 172 Jahre vor Daenerys' Geburt abspielte: der Machtkampf im Haus Targaryen um den Iron Throne. Nicht fremde Mächte streben nach der höchsten Macht. Es ist ein Erbfolgestreit, der innerhalb des Hauses zwischen Rhaenyra und Aegon Targaryen geführt wird. Tochter und Sohn des Königs Viserys, aber von zwei verschiedenen Müttern. Die Zutaten für das Drama in bester Shakespeare'scher Tradition sind wohlbekannt: hinterhältige Intrigen, finstere Figuren und skrupellose Morde. Allerdings kulminiert die Serie noch nicht im Höhepunkt, der laut den Büchern von George R.R. Martin kommen wird. Den «Dance of the Dragons» haben sich die Macher:innen für die zweite Staffel aufgespart. Das tut dem Vergnügen keinen Abbruch. «House of the Dragon» unterhält mit dem Vorspiel bestens. Was einzig fehlt, sind die zynischen Anmerkungen, wie sie ein Tyrion Lannister zum düsteren Treiben in King's Landing von sich gab. - [The Decameron (Staffel 1) – Renaissance-Adel im Lockdown](https://buergler.net/the-decameron-staffel-1-renaissance-adel-im-lockdown/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Dass sich Showrunnerin Kathleen Jordan an Giovanni Boccaccios «Decamerone» erinnerte, als die Covid-Pandemie die Welt beherrschte, ist nachvollziehbar. Im Klassiker aus dem 14. Jahrhundert spielt die Pest eine bedeutende Rolle. Vielleicht hätte aus dieser Eingebung eine witzige Neuauflage entstehen können. Jordan ist es aber leider nicht gelungen. Ihr «Decameron» ist ein Mischmasch an Ideen und Figuren, aus der am Schluss keine überzeugende Komödie entsteht. Die Exposition lässt sich noch vielversprechend an. Wie im Decameron treffen sich zehn Personen auf einem noblen Landgut, in das sie vor der Pest in Florenz geflüchtet sind. Diese zehn haben alle ihre Geheimnisse, heimlichen Sehnsüchte und abstrusen Macken, die in den ersten Episoden aufeinanderprallen und für vergnügliches Chaos sorgen. Der Spassfaktor nimmt aber schnell ab und die Geschichte beginnt sich im Kreis zu drehen. Das versucht das Drehbuch mit einem elften Gast aufzubrechen, zieht damit die Geschichte aber nur unnötig in die Länge. «The Decameron» gehört zu jenen Serien, die als Film einigermassen funktioniert hätten, aber zu wenig Fleisch am Knochen haben, um über acht Episoden gut zu unterhalten. - [Kleo (Staffel 2) – Die Ex-Stasikillerin hat an Keckheit verloren](https://buergler.net/kleo-staffel-2-die-ex-stasikillerin-hat-an-keckheit-verloren/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Die erste Staffel «Kleo» heimste viel Lob ein. Das war verdient und das grüne Licht für eine zweite Staffel liess wohl auch wegen des internationalen Erfolgs nicht lange auf sich warten. Jetzt ist die Fortsetzung da. Sie enttäuscht zwar nicht, aber schafft es auch nicht, mit derselben Frische und Keckheit wie zuvor zu begeistern. Das liegt zum einen an Kleo (Jella Haase). Ihre Figur hat an Unberechenbarkeit verloren. Sie wird nicht mehr von blinder Wut geleitet, sondern (fast) ganz normal von Fragen über ihre Herkunft. Und weshalb nur sie in der Lage sein soll, den ominösen roten Koffer, den wir aus der ersten Staffel kennen, wiederzubeschaffen. Auf der Jagd nach dem Koffer ist Sven Petzold wieder mit von der Partie wie auch Margot Honecker und ihr durchgeknallter Parteisoldat Uwe. Neu mischt die CIA-Agentin Rose mit und ein ehemaliger KGB-Offizier. Dieser Mix an skurrilen Figuren – auch Thilo ist von seiner Reise zum Stern Sirius B zurück 😜 – funktioniert zwar wieder recht ansprechend. Aber vom Plot über die Dialoge, die zuvor strotzten von bissigen Bemerkungen und schnippischen Kommentaren, wirkt alles ein bisschen liebloser. Bei aller Kritik unterhält «Kleo» immer noch gut genug. Trotzdem wünscht man sich sehr, dass die Macher:innen für die angetönte dritte Staffel wieder mehr Ehrgeiz an den Tag legen und zur Stärke der ersten Staffel zurückfinden. - [Hello Tomorrow! (Staffel 1) – Eine hübsche Idee versandet in einer drögen Geschichte](https://buergler.net/hello-tomorrow-staffel-1-eine-huebsche-idee-versandet-in-einer-droegen-geschichte/) - ⭐⭐ (Apple TV+) / Was für eine hübsche Idee, die 50er-Jahre mit futuristischer Technologie im Design der Nachkriegszeit auszustatten: blechige Roboter, die Hunde Gassi führen und an der Bar Drinks mixen, Videotelefonie mit Röhrenbildschirmen und Limousinen, die ohne Räder über die Strassen gleiten. Leider ist aber die Geschichte, die sich in diesem liebevoll gestalteten Setdesign abspielt, nicht annähernd so reizvoll, sondern ziemlich dröge und langatmig. Der Handelsreisende Jack Billings verkauft zusammen mit seinem Team Appartements auf dem Mond. Gleichzeitig will er sich seiner familiären Verantwortung stellen, die er fast 20 Jahre lang vernachlässigt hat. Das alles hat viel mit dem «American Dream» zu tun, der klassisch zur Geschichte der 50er-Jahre gehört. Nur sind diese Geschichten über den Traum vom menschlichen Glück belanglos. Weder die Figuren noch ihre Storys vermögen einen wirklich zu interessieren. Da helfen auch all die netten technologischen Gimmicks nicht. Die meisten davon kann man sich im Trailer anschauen. Mehr gibt die Serie nicht wirklich her. - [Vikings: Valhalla (Staffel 1)](https://buergler.net/serien-tipp-vikings-valhalla/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Die Wikinger wollen Rache für das Massaker des englischen Königs an ihren Stammesbrüdern und -schwestern. Sie erobern London und ihr Anführer ernennt sich zum englischen König. Gleichzeitig macht sich ein Graben auf zwischen den christianisierten Wikingern und den Anhängern des alten Glaubens. Die glorreiche Ära der nordischen Seefahrer geht zu Ende. Für Fans der Vorläuferserie «Vikings» ist «Vikings: Valhalla» ein Must. Aber auch Neueinsteiger:innen kommen auf ihre Kosten mit Schlachten, Intrigen, Machtspielen und ein paar Liebesgeschichten. - [Vikings: Valhalla (Staffel 2) – Viel Blut, viele Tränen und eine Reise nach Valhalla](https://buergler.net/vikings-valhalla-staffel-2-viel-blut-viele-traenen-und-einer-reist-nach-valhalla/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Üblicherweise verbinden wir Wikinger mit nördlichen Gefilden, allenfalls mit ihren Reisen nach Westen, wo sie Island besiedelten und Amerika entdeckten. Auf eine andere Route führt uns die zweite Staffel von «Vikings: Valhalla»: nach Osten und in den Süden. Diese Reisen sind aber nicht weniger abenteuerlich. Stationen sind die mythische Wikingerstadt Jomsborg, wo die Anhänger:innen des alten Götterglaubens Schutz suchen und Freydis Eriksdottir als Priesterin empfangen wird. Harald Sigurdsson landet zusammen mit Leif Eriksson zuerst in Novgorod, von wo sie zu einer gefährlichen Reise nach Konstantinopel aufbrechen. Bei diesen Abenteuern ist dann alles dabei: Kampf, Liebe und hinterhältige Intrigen. Es fliesst viel Blut und viele Tränen. Spannung genug, um die Reise der Wikinger interessiert weiter zu verfolgen. - [Presumed Innocent (Staffel 1) – Ein explosives Beziehungsdreieck und zu viele Nebelpetarden](https://buergler.net/presumed-innocent-staffel-1-ein-explosives-beziehungsdreieck-und-zu-viele-nebelpetarden/) - ⭐⭐⭐ (Apple TV+) Man muss schon mutig sein, um ein Remake von «Presumed Innocent» zu wagen. Nicht dass der Film von 1990 ein unerreichbarer Klassiker wäre, aber diese Story einfach nochmal zu erzählen in Serienlänge wäre langweilig. Mit David E. Kelley hat sich ein ausgewiesener Spezialist für Gerichtsdramen an die Neuauflage herangemacht. Das zahlt sich weitgehend aus und man wird mit einer spannenden Geschichte belohnt, die allerdings eine gravierende Schwäche hat. Was die Neuauflage richtig macht: Die Hauptfiguren sind mit Jake Gyllenhaal, Ruth Negga und Peter Sarsgaard sehr gut besetzt. Es sind die stärksten Momente in «Presumed Innocent», wenn sich die Geschichte um diese drei Figuren und ihre spannungsgeladenen Beziehungen dreht. Aber dann ist da der Mord, um den es im Prozess geht, in dem Gyllenhaal als Rusty Sabich auf der Anklagebank sitzt. Hier wirft die Serie wild mit Nebelpetarden um sich, um zu verschleiern, wer tatsächlich Rustys Kollegin und Geliebte Carolyn getötet hat. Wenn am Schluss die Lösung präsentiert wird, sitzt man da und kratzt sich am Kopf, wie konstruiert der ganze Fall ist. Das trübt den Spass doch ziemlich. Weil man dem nachhängt, droht vergessen zu gehen, dass «Presumed Innocent» bis kurz vor Schluss ein packendes, intensives Gerichtsdrama ist und mehr als nur das Remake eines 90er-Jahre-Films. - [Die bislang besten Serien 2024 im Vergleich](https://buergler.net/die-bislang-besten-serien-2024-im-vergleich/) - Die Hälfte des Jahres ist schon vorüber. Anlass, um einen Blick auf die besten Serien zu werfen, die es in den ersten sechs Monaten zu sehen gab. Da ich sicher ein paar Perlen verpasst habe und die Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, habe ich ein paar weitere Halbjahresbestenlisten zum Vergleich beigezogen. - [Land of Women (Staffel 1) – Auf High Heels durch die Weinreben](https://buergler.net/land-of-women-staffel-1-auf-high-heels-durch-die-weinreben/) - ⭐⭐⭐ (Apple TV+) Eva Longoria ist mal wieder verzweifelt. Als Gala in «Land of Women/Tierra de Mujeres» ist sie zwar keine Hausfrau wie in ihrer bekanntesten Rolle, aber trotzdem verzweifelt. Zwei Typen verderben ihr die Eröffnung ihrer exklusiven Weinboutique. Sie teilen ihr mit, dass ihr Ehemann Schulden hat und die zackig begleichen muss. Sonst droht der Familie Ungemach. Weil sich ihr Mann feige aus dem Staub macht, muss Gala ihre Tochter und ihre Mutter vor den Gangstern in Sicherheit bringen. Die drei fliehen nach Spanien, ins Heimatdorf der Mutter. Im Dorf werden sie allerdings nicht mit offenen Armen empfangen und das Haus der Familie wird von einem neuen Besitzer bewohnt. Was jetzt folgt, ist ziemlich vorhersehbar, aber ziemlich witzig erzählt. Es geht um alte Dorfgeschichten, neue Liebe und um die Weinreben einer Genossenschaft, die von Frauen betrieben wird. «Land of Women/Tierra de Mujeres» ist eine ganz unterhaltsame Serie. Ärgerlich ist nur wieder mal, dass sie keinen Schlusspunkt setzt. Keine der Geschichten ist abgeschlossen, alles bleibt offen. Das ist schlicht schlechte Drehbucharbeit und fühlt sich an wie ein peinliches Gebettel um eine Fortsetzung. Meine Prognose: Das Betteln wird nicht erhört und «Land of Women/Tierra de Mujeres» wird nach einer Staffel abgesetzt. - [Palm Royale (Staffel 1) – Dieselben Szenen in Endlosschlaufe](https://buergler.net/palm-royale-staffel-1-dieselben-szenen-in-endlosschlaufe/) - ⭐⭐ (Apple TV+) Maxine ist auf einer Mission. Sie will Ende der 60er-Jahre als Nobody in die höchsten Sphären der High-Snobiety in Palm Beach aufsteigen. Sie schleicht sich in den exklusivsten Club am Ort ein und versucht sich bei den superreichen Damen der Gesellschaft einzuschleimen. Die aber riechen aus 100 Metern gegen den Wind, dass Maxine kein Geld hat. Maxine wird aus dem Club rauskomplementiert, lässt sich davon aber nicht abschrecken und plant bereits ihren nächsten Anlauf. Diese Szene gab es in den ersten drei Episoden in Variationen immer wieder aufs Neue zu sehen. Weil mich das ziemlich gelangweilt hat, bin ich ausgestiegen. Denn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie diese Geschichte noch eine interessante Wendung finden soll. Es gibt zwar ein bisschen Beigemüse, das durchaus apart ist. Laura Dern als leicht esoterisch angehauchte Feministin, die für mehr Frauenpower kämpft und gegen den Vietnamkrieg. Ricky Martin als Bartender, der gerne seinen beeindruckenden nackten Oberkörper präsentiert. Oder das üppige Set-Design. Von den Autos über die Kostüme bis hin zu den Inneneinrichtungen schwelgt die Serie in den Formen und knalligen Farben der Sixties. Am Schluss hat das aber nicht gereicht, um davon abzulenken, dass das Storytelling einfallslos und repetitiv ist. Für 90 Minuten Film hätte der Plot vielleicht gereicht, nicht aber für 500 Minuten. - [The Veil (Mini-Serie) – Ein bisschen wie «Homeland», nur schlechter](https://buergler.net/the-veil-mini-serie-ein-bisschen-wie-homeland-nur-schlechter/) - ⭐⭐⭐ (Disney+) Es tönt vielversprechend, wenn Steven Knight, der für das Gangsterdrama «Peaky Blinders» verantwortlich zeichnete, mit einem Spionagethriller aufwartet. Da zudem die Hauptrolle mit Elisabeth Moss («Mad Men», «The Handmaid's Tale») besetzt ist, keimt die leise Hoffnung auf, «The Veil» könnte die Nachfolge der Thrillerserie «Homeland» antreten, , die in den terrortraumatisierten USA nach dem 11. September 2001 spielte. Claire Danes als CIA-Agentin Carrie Mathison war eine fantastische Hauptfigur. Cool und absolut unberechenbar. Die MI6-Agentin Imogen Salter (Moss) steht Carrie in Sachen Coolness und Selbstbewusstsein kaum nach. Und doch fasziniert sie nicht annähernd so sehr wie Carrie. Das liegt weniger an Elisabeth Moss, die ihr Bestes gibt, sondern an einer uninspirierten Story und dem restlichen Personal, das reichlich eindimensional konzipiert ist. Mit einer Ausnahme: Adilah El Iderissi, Imogens Zielperson und Gegenspielerin. Die Beziehung, die sich zwischen diesen beiden Frauen entwickelt, ist interessant. Das reicht aber nicht, um aus der Serie einen überzeugenden Thriller zu machen. Der Fokus der Story liegt zu wenig auf den Spannungselementen, dafür zu sehr auf persönlichen Hintergrundgeschichten, die letztlich nett, aber nicht wahnsinnig mitreissend sind. - [Blockbuster (Staffel 1) – Dafür steht garantiert niemand Schlange](https://buergler.net/blockbuster-staffel-1-dafuer-steht-garantiert-niemand-schlange/) - ⭐ (Netflix) Blockbuster, das war mal eine riesige Videoverleihkette. Dann kam Netflix. Jetzt macht Netflix eine Comedy-Show über den letzten Blockbuster-Laden auf der ganzen Welt. Das ist eine lustige Idee. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Blockbuster die Gelegenheit hatte, Netflix für läppische 50 Millionen zu kaufen und so vielleicht den eigenen Untergang hätte verhindern können. Aber leider bleibt dieser Treppenwitz der Firmengeschichte das einzig Witzige, das man über diese Show sagen kann. Die Serie selber bietet nur lahme Pointen, eindimensionale Charaktere und Plots, die aus dem Baukasten für einfallslose Drehbuchautor:innen zu stammen scheinen. Selbst die eingestreuten Anspielungen für Filmbuffs sind banal. Schade, denn die Showrunnerin Vanessa Ramos und Hauptdarstellerin Melissa Fumero haben in ihrem Resümee mit «Brooklyn Nine-Nine» eine sehr gelungene Comedy-Serie vorzuweisen. Die brachte es auf 8 Staffeln und 153 Episoden. Davon wird «Blockbuster» nur träumen können. Ich hatte nach zwei Episoden genug und wage zu behaupten, dass diese erste Staffel gleichzeitig die letzte sein wird. - [We Were the Lucky Ones (Mini-Serie) – Mehr Familiensaga als Holocaustdrama](https://buergler.net/we-were-the-lucky-ones-mini-serie-mehr-familiensaga-als-holocaustdrama/) - ⭐⭐⭐ (Disney+) Das Thema der Judenvernichtung durch die Nazis aufzugreifen, passt in die heutige Zeit, in der Antisemitismus wieder auf dem Vormarsch ist. Daran zu erinnern, dass diese Geisteshaltung für den Tod von Millionen von Jüd:innen verantwortlich ist, ist sicher richtig. Von daher könnte «We Were the Lucky Ones» eine Serie mit einer wichtigen Botschaft sein. Diese Erwartung erfüllt sie aber nur zum Teil. Die Geschichte der jüdischen Familie Kurc, die wir kennenlernen, als sie 1938 in der polnischen Stadt Radom das Passahfest feiern und über die nächsten 10 Jahre begleiten werden, ist in vielen Aspekten aufwühlend und bewegend. Aber sie erzählt wenig Neues und die Figuren wirken teilweise seltsam eindimensional. Die Serie verlässt sich zu sehr darauf, dass wir die historischen Ereignisse hinter der Geschichte kennen, und bezieht daraus ihre emotionale Wirkung. Sie hat aber auch ihre Stärken. Die Hauptfigur Halina, die jüngste Tochter der Familie, sticht als entschlossene Frau heraus, die sich dem jüdischen Widerstand anschliesst. Damit fokussiert die Serie auf einen Teil der Geschichte, der sonst weniger im Vordergrund steht. Trotzdem ist die Serie mehr eine Familiensaga, in der der historische Kontext des Holocaust zwar eine Rolle spielt, aber eine Auseinandersetzung damit findet nicht statt. - [Dark Matter (Mini-Serie) – Welcher Jason bin ich? Und wenn ja, wie viele?](https://buergler.net/dark-matter-mini-serie-welcher-jason-bin-ich-und-wenn-ja-wie-viele/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Wie wäre mein Leben verlaufen, wenn ich mich damals anders entschieden hätte? Wenn es doch nur eine Maschine gäbe, die mir dieses andere Leben zeigen könnte. Das habe ich mir schon oft gewünscht. Bis jetzt. «Dark Matter» hat mir diese Fantasie gehörig vergällt. Jason Dessen hat so eine Maschine erfunden. Es ist ein Kubus, der einem die Türen ins Multiversum öffnet. Jason benutzt diesen Kubus, um in eine Welt zu reisen, in der er einen anderen Lebensweg beschritten hat. Statt genialer Forscher ist er in diesem Leben ein bescheidener Physiklehrer. Dafür hat er die Liebe seines Lebens geheiratet und mit ihr eine Familie. Allerdings muss Jason den Jason aus dieser Welt loswerden. Er schickt ihn deshalb in seine ursprüngliche Welt zurück. Doch wie Jason feststellen muss, ist es gar nicht so einfach, ins Leben seines anderen Ichs zu schlüpfen. Für den anderen Jason beginnt dagegen eine Odyssee. Nachdem er langsam begriffen hat, was passiert ist, versucht er verzweifelt in seine Welt zurückzukommen. «Dark Matter» spielt geschickt mit den Möglichkeiten eines Multiversums. Das hält einen bei Laune. Aber es dauert doch zu lange, bis es zu dem Moment kommt, der unweigerlich kommen muss: dem Showdown zwischen den beiden Jasons. Diese letzte Episode entschädigt auch etwas für die Überlängen der Geschichte davor. - [Monsieur Spade (Mini-Serie) – Clive Owen auf den Spuren von Humphrey Bogart](https://buergler.net/monsieur-spade-mini-serie-clive-owen-auf-den-spuren-von-humphrey-bogart/) - ⭐⭐⭐⭐ (Canal+) Üblicherweise verzeihe ich einer Serie nicht, wenn die Story – hier vor allem der Kriminalfall – nicht sauber erzählt und aufgelöst wird. «Monsieur Spade» verzeihe ich das. Das liegt an der Atmosphäre, die die Serie erzeugt. Es beginnt mit dem Soundtrack, der mit seinen Trompetenklängen unweigerlich Schwarzweissbilder im Kopf hervorruft von Schlapphüten, Trenchcoats und von verregneten Strassen in einer Grossstadt. Es geht weiter mit einer traurigen und doch schönen Liebesgeschichte, mit einem malerischen Städtchen in Frankreich und dessen Bewohner:innen, die mit den Folgen des Algerienkriegs konfrontiert werden und der Schmach für Frankreich. In diesem Umfeld wird der ehemalige Privatdetektiv Sam Spade in einen undurchsichtigen Fall hineingezogen, bei dem es um ermordete Nonnen, Geheimdienste und einen Jungen geht mit aussergewöhnlichen Fähigkeiten. Die Auflösung dieser Rätsel ist ziemlich abstrus und der Schwachpunkt der Serie. Aber dafür entschädigen die vielen anderen Geschichten, die sich rundherum abspielen und eigentlich viel interessanter sind. Clive Owen schlägt sich zudem sehr gut als Sam Spade, der eigentlich in Rente ist. Könnte gut sein, dass er nicht zum letzten Mal in dieser Rolle zu sehen war. - [Based on a True Story (Staffel 1) – Genialer Deal mit einem Serienmörder](https://buergler.net/based-on-a-true-story-staffel-1-genialer-deal-mit-einem-serienmoerder/) - ⭐⭐⭐ (Sky Show) Die Prämisse ist originell und bietet Potenzial für eine gute Komödie und ätzende Seitenhiebe auf eine mediale Öffentlichkeit, die nicht nur in den USA besessen ist von True-Crime-Geschichten und Massenmördern. Aber «Based on a True Story» verschenkt viele von diesem Potenzial, weil die Serie über sechs Episoden herumlaviert. Erst gegen Ende nimmt die Geschichte Fahrt auf, wenn das Pärchen Ava und Nathan mit den blutigen Konsequenzen konfrontiert wird, die ihr Deal mit einem Serienmörder zur Folge hat. Den Killer lernen sie kennen, als ihre Ehe vor sich hindümpelt, Ava schwanger ist, es beruflich bergab geht und Geldsorgen das Paar plagen. Matt ist der Klempner, der ihre kaputte Toilette flickt. Aber sein wahres Handwerk ist Mord. Als Ava herausfindet, dass Matt der berüchtigte West Side Ripper ist, hat sie als grosser True-Crime-Fan die geniale Idee, einen Podcast mit dem Killer zu machen. Denn mit einem echten Serienmörder vor dem Mikro lässt sich sicher viel Kohle machen. Weil «Based on a True Story» zu oft in Nebensächlichkeiten abdriftet, reicht eine Staffel nicht und sie endet mit einem Cliffhanger. Ob Ava und Nathan einigermassen unbeschadet aus dem Schlamassel rauskommen, erfahren wir also frühestens in der zweiten Staffel. Wenn die das Tempo und den Humor der jetzigen Schlussepisoden beibehält, könnte es sich lohnen, weiterzuschauen. - [Fargo (Staffel 5) – Die Tigerin, der Sheriff und der Sündenfresser](https://buergler.net/fargo-staffel-5-die-tigerin-der-sheriff-und-der-suendenfresser/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Canal+/Prime Video) Wie «True Detective» ist auch «Fargo» ein sicherer Wert für hochstehende TV-Unterhaltung. Bei beiden Anthologieserien stellt sich jeweils nur die Frage, ob die neue Staffel gut oder grossartig ist. Die fünfte Staffel von «Fargo» verdient sich das Prädikat «grossartig». Sie führt uns nach Minnesota ins Jahr 2019, wo Dorothy, genannt Dot, mit ihrem Mann Wayne und ihrer knapp zehnjährigen Tochter Scotty lebt. Dot führt ein stinknormales Leben als Mutter und Hausfrau, bis sie wegen eines Zwischenfalls an der Schule auf dem Revier landet und ihre Fingerabdrücke in der Polizeidatenbank. Jetzt wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt. Vor über zehn Jahren ist Dot vor ihrem gewalttätigen Ehemann geflohen. Dieser Roy Tillman ist nicht irgendwer, sondern ein mächtiger Sheriff in North Dakota. Als seine Ex-Frau in der Datenbank auftaucht, schickt er zwei Schergen los, die sie zurückholen sollen. Juno Temple und Jon Hamm spielen diese Hauptfiguren grandios. Ein weiteres Highlight setzt Jennifer Jason Leigh als Dots reiche und arrogante Schwiegermutter. «Fargo» überzeugt in der fünften Staffel mit einer düsteren Erzählung über häusliche Gewalt und Femizid, die aber wie in den besten Staffeln der Serie mit komischen, skurrilen und fantastischen Elementen erzählt wird. Dieser Mix besticht von der ersten bis zur letzten Minute. - [Tokyo Vice (Staffel 2) – Der Endkampf gegen die Yakuza](https://buergler.net/tokyo-vice-staffel-2-der-endkampf-gegen-die-yakuza/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) Jake Adelsteins Geschichte war noch nicht zu Ende erzählt in der ersten Staffel von «Tokyo Vice». Der US-amerikanische Journalist, der bei einer Zeitung in Tokio die Machenschaften der Yakuza recherchiert, schuldete uns noch etwas. Und er liefert. Jake hat ein kompromittierendes Videoband zugespielt bekommen, das seinen Erzfeind, den Yakuza-Boss Tozawa (Ayumi Tanida) ins Gefängnis bringen könnte. Doch das wäre zu einfach. Das Band wird zerstört. Jake und Katagiri, sein Freund bei der Polizei, müssen wieder von vorne anfangen. Einen Neuanfang gibt es auch für Sato, der eigentlich ein guter Mensch ist, aber für die Yakuza arbeitet. Er überlebt nur knapp einen Messerangriff, steigt aber danach im Ansehen seines Klans auf. Und Samantha kann sich den Traum vom eigenen Nachtclub erfüllen. Dass der zur Hälfte der Yakuza gehört, wird aber zum Problem. «Tokyo Vice» verquickt diese Geschichten – und noch ein paar weitere dazu – geschickt zu einem spannenden Krimi, bei dem am Schluss alles darauf hinausläuft, den unaufhaltsamen Aufstieg des machtgierigen Yakuza-Bosses Tozawa zu stoppen. Man verzeiht der Serie dabei, dass sie die Hindernisse, die sie den Held:innen in den Weg stellt, in immer gigantischere Sphären hebt, die die Glaubwürdigkeit der Story arg strapazieren. - [Mindblow (Staffel 1) – Wie Mäge die Zeitachsen durcheinander wirbelt](https://buergler.net/mindblow-staffel-1-wie-maege-die-zeitachsen-durcheinander-wirbelt/) - ⭐⭐⭐⭐ (Play Suisse) Fangen wir mit dem an, was ganz schlimm ist in der neuen SRF-Serie «Mindblow»: Mäge. Wie zur Hölle kann sich jemand einen solchen Spitznamen ausdenken, geschweige denn gefallen lassen? Tiefstes helvetisches Mittelland halt, was aber nur in Sachen Namensgebung voll schräg einfährt. Denn sonst passt die Doppeleinfamilienhaus-Atmosphäre irgendwo im Umland von Zürich perfekt zu den drei Nichtmehrganz-Teenies Markus aka Mäge, Eva und Robin. Das Trio hat eine Band und träumt von der grossen Musikkarriere. Aber daraus wird nichts. Mäge versagt beim Auftritt in der Castingshow «MusicStar». «Du hast's mega verkackt», stellt Sandra trocken fest. Sie ist als Evas Schulfreundin die Vierte im Bunde. Aber Sandra aka Sandy lächelt dabei, weil sie Mäge mag. Er lächelt zurück. 20 Jahre später sind die beiden ein Paar. Nur lächeln sie nicht mehr. Mäges MusicStar-Auftritt hat ihm das Leben versaut. Weil er aber die Gelegenheit erhält, per SMS mit der Vergangenheit zu kommunizieren, ändert sich sein Leben radikal. «Mindblow» unterhält sehr gefällig als witzige Feelgood-Serie mit einem hübschen Sci-Fi-Twist. Man beginnt die vier Ex-Teenies zu mögen und würde ihnen ein bisschen Glück von Herzen gönnen. Aber jeder Anlauf, den sie nehmen, endet im Desaster. Bis sie herausfinden, worauf es wirklich ankommt in ihrem Leben. - [Das Signal (Mini-Serie) – Wer ist da draussen? Hallo?](https://buergler.net/das-signal-mini-serie-wer-ist-da-draussen-hallo/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Irgendwo habe ich gelesen, die neue deutsche Netflix-Serie «Das Signal» sei eine Mischung aus «Dark», der allerersten deutschen Netflix-Serie von Baran bo Odar und Jantje Friese, und Christopher Nolans Sci-Fi-Mystery «Interstellar». Das trifft es stimmungsmässig nicht schlecht, ist aber eine Liga zu hoch gegriffen. Wie in «Dark» und «Interstellar» geht es auch in «Das Signal» um ein grosses Mysterium – eben das titelgebende Signal. Das empfängt die deutsche Astronautin Paula auf der Raumstation ISS. Es ist eine Kinderstimme, die aus der Tiefe des Alls fragend «Hello» ruft. Versuchen Aliens mit der Menschheit Kontakt aufzunehmen? Diese Frage rückt zuerst in den Hintergrund. Denn nach ihrer Rückkehr auf die Erde kommt Paula bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Zurück bleiben ihre Tochter Charlie und ihr Mann Sven. Den beiden bleibt aber keine Zeit zu trauern. Sie werden in die Geschichte um das mysteriöse Signal verwickelt. Denn sie haben den Schlüssel für die Wahrheit bekommen in einer letzten Botschaft, die Paula ihnen übermittelt hat. «Das Signal» ist durchaus gelungen. Teilweise berührend, manchmal spannend. Aber doch etwas zu verzettelt und es fehlt an Stringenz, um die etwas pathetische Botschaft am Schluss wirklich eindringlich herüberzubringen. - [Star Trek: Discovery (Staffel 5) – Captain Burnham auf Schnitzeljagd](https://buergler.net/star-trek-discovery-staffel-5-captain-burnham-auf-schnitzeljagd/) - ⭐⭐⭐ (Paramount+) Es ist ein versöhnlicher Abschied von Captain Michael Burnham, Saru, Book, Tilly, Stamets und all den anderen Mitgliedern der Discovery-Crew. Dieses letzte Abenteuer der Discovery vermag besser zu überzeugen als die misslungene vierte Staffel. Denn hier dominiert wieder das Abenteuer und nicht Befindlichkeiten und Sinnkrisen der Crew. Zum Schluss geht es um nichts Geringeres, als das Geheimnis der Schöpfung zu lüften. Die Discovery wird auf eine Schnitzeljagd geschickt. Es gilt, fünf Puzzleteile zu finden, die den Weg weisen zur Technologie, mit der seltsame Wesen vor Milliarden Jahren das Universum erschufen. Auf dieser Suche wird die Discovery-Besatzung mit den üblichen Schwierigkeiten konfrontiert: Wurmlöcher, Zeitfallen, Plasmastürme und anderes mehr. Zudem ist die Discovery nicht allein hinter dieser Supertech her. Auch die feindlichen Breen wollen sie in ihre Hände bekommen. Das muss Burnham verhindern, weil das dem Weltuntergang gleich käme. Man kann sich vorstellen, wie dieser Wettlauf ausgeht. «Discovery» war das erste Star-Trek-Spin-Off im Streamingzeitalter. Zu Beginn wirklich hervorragend, flachte die Serie aber ab. Deshalb lässt man das Raumschiff und seine Besatzung nach dieser fünften und letzten Staffel ohne grosses Bedauern ziehen. - [Viktor bringt's (Staffel 1) – Gut für einige herzliche Lacher – es dürften aber mehr sein](https://buergler.net/viktor-bringts-staffel-1-gut-fuer-einige-herzliche-lacher-es-duerften-aber-mehr-sein/) - ⭐⭐⭐ (Prime Video) «Wenn der Vater mit dem Sohne» scheint als Motiv für eine Serie ziemlich aus der Zeit gefallen. Wenn die Geschichte zudem noch im Handwerkermilieu angesiedelt ist, statt etwa in einem hippen Berliner Start-up, wundert man sich noch mehr, dass sich dafür Produzent:innen fanden. Aber vier Dinge gaben wohl den Ausschlag. Erstens bis drittens: Moritz Bleibtreu. Seit Jahren kommt Bleibtreu immer gut an beim Publikum, und das meist zu Recht. Viertens: So altbacken wie es auf den ersten Blick scheinen mag, ist die Serie dann doch nicht. Dafür sorgt Viktors Sohn Mika mit seiner genderfluiden Erscheinung. Mika trägt Perlenkette und lackiert seine Fingernägel. Viktor und Mika verbringen seit Neuestem viel Zeit miteinander. Mika, der bei der Mutter aufgewachsen ist, ist erst vor kurzem nach Berlin gezogen, wo er jetzt studiert. Nebenbei hilft er seinem Vater in seinem Einmann-Betrieb «Viktor bringt's!». Er fährt den Lieferwagen, weil Viktor gerade der Führerschein entzogen worden ist. Bei ihren Touren treffen die beiden auf komplizierte Kund:innen und kommen sich wieder näher. Man schaut den beiden und den vielen hochkarätigen Gästen amüsiert zu, wenn auch nur ein, zwei Episoden aufs Mal. Dann braucht's eine Pause, weil es sonst zu eintönig wird. Für die am Schluss angedeutete zweite Staffel sollte das Autorenteam aber noch etwas mehr Witz in die Sache bringen. - [Sex Education (Staffel 3)](https://buergler.net/serien-tipp-sex-education/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Die Sex-Klinik von Otis und Maeve hat in der 3. Staffel endgültig dicht gemacht, aber die Probleme mit Liebe, Sex und Beziehungsknatsch an der Moordale Secondary School bleiben. Die Geschichten und Figuren sind so witzig wie in den vorherigen Staffeln. Lohnt sich weiterzuschauen. - [Sex Education (Staffel 4) – Ein Happy End für (fast) alle](https://buergler.net/sex-education-staffel-4-ein-happy-end-fuer-fast-alle/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Mit der vierten Staffel heisst es Abschied nehmen von Otis, Maeve, Eric und all den anderen Teenager:innen, die mit den Irrungen und Wirrungen des Erwachsenwerdens gerungen haben. Es ist ein Abschied voller Freude und Wehmut, den uns die Serie bereitet. Man lässt nicht gerne los. Doch zuvor begleiten wir sie ein letztes Mal auf ihrem Weg. Otis sieht sich mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert. Zuhause herrscht Chaos, in der neuen Schule hat seine Sexklinik Konkurrenz und die Fernbeziehung mit Maeve ist kompliziert. Maeve wiederum geniesst zwar, dass sie sich dem Schreiben widmen kann, hat aber wenig Erfolgserlebnisse. Und Eric gewinnt schnell neue Freund:innen, hat aber einen grossen Krampf mit der Religion und Gott. Im Staffelfinale werden alle Erzählstränge aufgelöst. Manche finden diese Enden zu versöhnlich. Andere stören sich daran, dass nicht allen Figuren das grenzenlose Glück winkt. Für mich hat der Schluss genau die richtige Mischung aus Freude und Schmerz getroffen, die zur Serie passt. - [The Sympathizer (Mini-Serie) – Der Vietnamkrieg einmal anders erzählt](https://buergler.net/the-sympathizer-mini-serie-der-vietnamkrieg-einmal-anders-erzaehlt/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) Den Vietnamkrieg hat Hollywood in fast allen möglichen Facetten aufgearbeitet: als tiefenpsychologisches Drama («Apocalypse Now»), als Heldensaga («The Green Berets»), als Komödie («Good Morning, Vietnam») oder auch als Musical («Hair»). Allen diesen Filmen ist gemein, dass sie die US-amerikanische Optik einnehmen. Die Menschen, in deren Land der Krieg tobte, sind bestenfalls Nebenfiguren, in der Regel nur Dekoration. «The Sympathizer» ändert das. Im Zentrum steht der Captain als namenloser Protagonist. Er wird als südvietnamesischer Geheimdienstoffizier am Ende des Krieges aus Saigon ausgeflogen, um in den USA den Widerstand zu organisieren. Der Captain ist aber ein Spion des Vietcongs. Die Geschichte des Captains wird als Rückblenden erzählt aus seiner Gefangenschaft in einem Umerziehungslager der Vietcong. Dort landet er nach seiner Rückkehr in seine Heimat, weil ihm die kommunistische Führung nicht mehr traut, nachdem er jahrelang in Feindesland gelebt hat. Das tönt nach intensivem psychologischem Drama, doch «The Sympathizer» erzählt diese Geschichte sehr leichtfüssig und mit viel Satire. Zu bemängeln ist nur, dass die vielen Zeitsprünge die Geschichte sperrig machen und dass sie etwas Überlänge aufweist. - [Eric (Mini-Serie) – Hier lernt man Cumberbatch abgrundtief zu hassen](https://buergler.net/eric-mini-serie-hier-lernt-man-cumberbatch-abgrundtief-zu-hassen/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Was ist dieser Vincent für eine gewaltige Nervensäge. Säuft wie ein Loch, beleidigt grundlos jeden und jede um ihn herum, streitet sich dauernd mit seiner Frau und hält sich für ein kreatives Genie. Was andere denken oder fühlen, kümmert ihn einen Dreck. Das gilt auch für seinen Sohn Edgar. Dass ihm doch etwas an seinem Sohn liegt, merkt man erst, als Edgar auf Weg zur Schule spurlos verschwindet. Vincent stürzt sich in eine verzweifelte Suche nach Edgar. Aber «Eric» ist mehr als ein Entführungskrimi und Vater-Sohn-Drama. Die Serie packt einen ganzen Strauss von Themen in ihre Geschichte, die in New York in den 80er-Jahren spielt: Homophobie, Rassismus, Korruption, Spekulation, Obdachlosigkeit. Lange bewegt sich die Serie im düsteren Sumpf der Grossstadt, bis gegen Ende plötzlich eitel Sonnenschein aufzieht. Darüber kann man sich aufregen, weil es ein oberbanales Happy End ist. Oder man erfreut sich daran, dass völlig altmodisch das Gute gewinnt und das Böse bestraft wird. Ich tendiere zu Letzterem. Auch weil der Cast einfach zu gut ist und «Eric» allein deshalb sehenswert macht. Cumberbatch steht zwar oft im Fokus und spielt grossartig. Aber Gaby Hoffmann als seine Frau und McKinley Belcher als zweifach diskriminierter Cop stehen in nichts nach und tragen ihren Teil dazu bei, dass die Serie trotz ein paar Schwächen überzeugt. - [Dalgliesh (Staffel 1&2) – Der dichtende Inspektor mit seinem Jaguar E](https://buergler.net/dalgliesh-staffel-12-der-dichtende-inspektor-mit-seinem-jaguar-e/) - ⭐⭐⭐ (Sky Show) Adam Dalgliesh ist kein Unbekannter auf dem TV-Bildschirm. Die Fälle des Chefinspektors von Scotland Yard, die aus der Feder der Krimiautorin P. D. James stammen, wurden schon mehrmals von ITV und der BBC als Serien verfilmt. Es erstaunt nicht, dass sich Dalgliesh einer grossen Beliebtheit beim britischen Publikum erfreut. Alles fühlt sich «very british» an in dieser Serie: unterkühlt und beherrscht, Emotionen sind spärlich gesät. Dazu passend ist die Serie zeitlich in der Wirtschaftskrise der 1970er-Jahren situiert. Das ist zwar nur am Rande spürbar. Im Vordergrund stehen die Mordfälle, die Dalgliesh aufklärt. Die ereignen sich zwar an unterschiedlichen Orten mit unterschiedlichen Verdächtigen, aber sie spielen sich immer nach einem gewissen Muster ab. Das birgt die Gefahr, dass die Serie etwas eintönig erscheint. Dabei böte «Dalgliesh» durchaus Platz für mehr Abwechslung und Tiefgang. Der Inspektor hat einen schweren Schicksalsschlag erlitten und ist nebenbei erfolgreich als Dichter tätig. Dem räumt die Serie etwas zu wenig Platz ein. Deshalb schafft «Dalgliesh» nicht den Sprung über eine solide Krimiserie hinaus, die sich aber durchaus eignet für zwischendurch, wenn man Lust auf einen gediegenen britischen Krimi hat. - [Loot (Staffel 2) – Amüsant, aber nicht umwerfend komisch](https://buergler.net/loot-staffel-2-amuesant-aber-nicht-umwerfend-komisch/) - ⭐⭐⭐ (Apple TV+) Was ein wenig erstaunt an der zweiten Staffel von «Loot»: Es passiert eigentlich dasselbe wie in der ersten Staffel und doch fühlt man sich gut unterhalten. Die Konstellation mit der superreichen Molly, ihrem exzentrischen Assistenten und den Angestellten ihrer Wohltätigkeitsorganisation funktioniert ein weiteres Mal. Einen grossen Anteil daran hat Hauptdarstellerin Maya Rudolph. Sie spielt lustvoll die Milliardärin, die zwar ihr Vermögen für die Bedürftigen ausgibt, aber immer noch genug auf der Seite hat, um sich jeglichen Luxus zu leisten. Und das sieht man ausgiebig. Einiges mehr als ihre philanthropische Arbeit. Die wird in Worten erwähnt, aber nie in Bildern gezeigt. Über sämtliche zehn Episoden hinweg bekommt man keine:n einzige:n Obdachlose:n zu Gesicht. «Loot» ist eben keine Satire, sondern eine Sitcom. Etwas mehr Gewicht als in Staffel 1 bekommen die weiteren Figuren. Logischerweise, denn so amüsant Molly ist, würde sich alles allein um sie drehen, wäre doch bald mal der Ofen aus. Deshalb verliebt sich Sofia, die Direktorin der Stiftung, in einen Saxofon spielenden Architekten. Assistent Nicholas betreibt Herkunftsbewältigung. Cousin Howard wird Wrestlingveranstalter und Buchhalter Arthur gerät in ein grosses Liebesdilemma. Dabei gibt es viel zu grinsen, aber es fehlt einiges für eine wirklich überzeugende Komödie. - [Loot (Staffel 1) – Peinlichkeiten einer stinkreichen Wohltäterin](https://buergler.net/loot-staffel-1-peinlichkeiten-einer-stinkreichen-wohltaeterin/) - ⭐⭐⭐ (Apple TV+) «Loot» macht ziemlich Spass. Wir dürfen einen Blick in die Welt der Superreichen werfen: Luxusvillen, Privatjets und Birkin Bags en masse. Aber keine Angst. Wir müssen wir uns dabei nicht unwohl fühlen. Denn Molly, die gerade 87 Milliarden Dollar dank ihrer Scheidung bekommen hat, ist auch Wohltäterin. Nur weiss sie davon gar nichts. Dass ihr eine Stiftung für soziale Projekte gehört, erfährt sie erst, als sich deren Direktorin bei ihr meldet und ihr gehörig die Leviten liest wegen ihres ausufernden Lebensstils. Molly verspricht Besserung, will sich sogar aktiv engagieren. Weil Molly aber so gar keine Ahnung hat, wie normale oder sogar arme Leute leben, tritt sie von einem Fettnapf in den nächsten. Diese Prämisse amüsiert über die erste Hälfte der Serie. Danach nimmt der Spassfaktor ab. Hier springen dann die Nebenfiguren ein, die ihrerseits einige Macken haben. «Loot» ist eine gelungene Sitcom, die etwas bösartiger sein dürfte und etwas weniger vorhersehbar. - [Outer Range (Staffel 1) – Zeitreise in den Rocky Mountains](https://buergler.net/outer-range-staffel-1-zeitreise-in-den-rocky-mountains/) - ⭐⭐⭐ (Prime Video) Eine ungewöhnliche Mischung, was uns «Outer Range» hier auftischt: Western, Familiendrama und Mystery à la «The X-Files». Royal Abbott findet auf seinem Farmland ein mysteriöses Loch. Der wabernde Abgrund ist irgendwie mit der Zeit verknüpft, wie er herausfindet. Aber andere Probleme in der Gegenwart drängen gerade mehr. Sein Sohn hat einen Mann zu Tode geprügelt. Royal lässt die Leiche im Loch verschwinden. Das beobachtet Autumn. Eine junge Frau, die sich seltsam angezogen fühlt von der Farm der Abbotts und dem geheimnisvollen Loch. Wenn man sich an die verstockten Figuren gewöhnt hat, die eher mal grunzen, als einen ganzen Satz zu sagen, und über den nervigen, weil unsinnig platzierten Soundtrack wegsieht, dann unterhält die Serie sehr ordentlich. Allerdings erzählt die erste Staffel noch lange nicht die ganze Geschichte. Ob's eine zweite gibt, ist noch offen. - [Reina Roja (Staffel 1) – Zwei Aussenseiter jagen (ihre eigenen) Dämonen](https://buergler.net/reina-roja-staffel-1-zwei-aussenseiter-jagen-ihre-eigenen-daemonen/) - ⭐⭐⭐ (Prime Video) Genie und Wahnsinn liegen nahe beieinander. So auch bei Antonia Scott. Sie ist mit einem IQ von 242 der klügste Mensch der Welt. Sie leidet aber unter Schüben von Wahnvorstellungen, in denen Affen sie angreifen, und ist im Umgang mit Menschen überfordert. Antonia ist die rote Königin, die Geheimwaffe einer Geheimorganisation im Kampf gegen Verbrechen. Allerdings hat sie abgedankt. Der Polizist Jon Gutiérrez soll sie überzeugen, bei den Ermittlungen in einem besonders brutalen Mordfall und einer Entführung mitzuhelfen. Jon gelingt das tatsächlich. Denn wie Antonia ist er ein Aussenseiter. Ein schwuler Baske im Machomilieu der Madrider Polizei. Trotzdem verstehen sich Jon und Antonia zu Beginn nicht gerade blendend. Je länger die Jagd nach den Mördern und Entführern dauert, die sich als psychopathisches Vater-Tochter-Duo herausstellen, desto enger wird die Verbindung zwischen Antonia und Jon. «Reina Roja» arbeitet mit bekannten und wenig überraschenden Elementen, die sich zu einem abwechslungsreichen Thriller zusammenfügen. Mit Jons Mutter Maritxu bekommt die Geschichte noch einen amüsanten Tupfer. Die Serie ragt nicht besonders hervor unter den vielen Thrillern im Angebot, fällt aber auch nicht ab. Wer sich mit Antonia und Jon angefreundet hat, kann sich auf eine zweite Staffel freuen, die Prime Video bereits bestätigt hat. - [Outer Range (Staffel 2) – Nicht nur Figuren, die ganze Serie fällt in ein Loch](https://buergler.net/outer-range-staffel-2-nicht-nur-figuren-die-ganze-serie-faellt-in-ein-loch/) - ⭐⭐ (Prime Video) Die erste Staffel von «Outer Range» konnte für sich in Anspruch nehmen, dass der Genremix von Western, Sci-Fi und einem Touch Family-Soap überraschend war. Dem konnte man zugestehen, dass sie etwas Zeit brauchte, um die Geschichte zu entwickeln. Nachdem man die Abbotts und Tillersons und das wabernde Loch in der Weide kennt, müsste die zweite Staffel die Geschichte voranbringen. Stattdessen entwickelt sich der Plot nur zäh und schiebt eine Nebengeschichte nach der anderen ein. Da fallen noch ein paar andere ist dieses Zeitreiseportal und landen in der Vergangenheit. Geldsorgen plagen die Abbotts, während sich die Tillerson-Brüder über eine Frau streiten. All diese Plots scheinen einzig dem Zweck zu dienen, die eigentliche Geschichte nicht vorantreiben zu müssen: Den Konflikt zwischen Royal und Autumn, die sich als seine Enkelin aus der Zukunft entpuppt. So versucht diese zweite Staffel angestrengt, das Zeitreise-Mysterium am Leben zu erhalten und sich in eine dritte Staffel zu schleppen. Die zweite Staffel von «Outer Range» hat meine Geduld überstrapaziert. Die Nebengeschichten und -figuren sind zu wenig interessant, als dass man sich davon vom Hauptplot ablenken lassen könnte. Und der Versuch von «Outer Range», die Auflösung des grossen Rätsels möglichst lange hinauszuzögern, ist am Ende nur ärgerlich. - [Sugar (Staffel 1) – Diese umwerfende Neo-Noir-Serie führt dich aufs Glatteis](https://buergler.net/sugar-staffel-1-diese-umwerfende-neo-noir-serie-fuehrt-dich-aufs-glatteis/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Es passt alles perfekt zusammen. Colin Farrell ist die ideale Besetzung für den makellos gekleideten Privatdetektiv John Sugar. Ebenso exquisit wie seine Anzüge ist sein Auto, ein hellblauer Chevy Corvette Stingray, Jahrgang 1966. Sugar erinnert nicht zufällig an Sam Spade und Philip Marlowe, die grossen Private Investigators des Film noir. Sugar ist ein nerdiger Filmliebhaber, die Serie gespickt mit kurzen Einsprengseln aus Filmklassikern der 40er- und 50er-Jahre von «Kiss Me Deadly» bis «Sunset Boulevard». Der Fall scheint klar: «Sugar» versteht sich als Neo-Noir-Serie, als Hommage an den Film noir und die grossen Genreklassiker aus der Traumfabrik. Bis zu diesem Moment in der sechsten Episode, der alles auf den Kopf stellt. Was da genau passiert, darf ich nicht verraten. Es wäre ein Mega-Spoiler. Trotzdem muss ich darauf eingehen, weil sich an dieser Szene die Geister scheiden. Entweder man fühlt sich völlig verarscht und schaltet wütend ab. Oder man nimmt den Twist interessiert bis amüsiert hin und schaut, wohin das führt. Ich habe mich für Letzteres entschieden, «Sugar» zu Ende geschaut und es nicht bereut. Doch bleibt ein grosses Fragezeichen, was dieser Storytwist soll. Die Serie würde auch ohne bestens funktionieren. Jetzt steht ein Cliffhanger am Schluss, der nicht zwingend mehr dazu reizt, eine allfällige zweite Staffel zu schauen. Ich wäre zwar dabei, aber mehr wegen Farrell als stilbewusstem PI. - [Bodkin (Staffel 1) – Ein Cold Case auf der grünen Insel](https://buergler.net/bodkin-staffel-1-ein-cold-case-auf-der-gruenen-insel/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Ein Fun Fact zu «Bodkin» vorweg: Die Serie wurde von der Firma «Higher Ground» mitproduziert. Sagt euch nichts? Die Firmengründer kennt ihr sicher: Michelle und Barack Obama. Der Ex-US-Präsident und die ehemalige First Lady haben bereits über ein Dutzend Filme und Serien für Netflix produziert. Üblicherweise spielen «Obama»-Produktionen in den USA, oft in der Lebenswelt der Schwarzen Bevölkerung. «Bodkin» spielt in Irland. Was wohl die Obamas daran gereizt hat? Vielleicht finden sie Irland einfach schön, wie Gilbert, ein Podcaster, der aus den USA nach Bodkin reist. Viel Ahnung hat er nicht von der grünen Insel. Deshalb bekommt er Emmy und Dove zur Seite gestellt. Beide arbeiten beim «Guardian». Die drei suchen im kleinen irischen Städtchen nach Antworten auf die Frage, weshalb vor über 20 Jahren drei Menschen nach einem Volksfest verschwunden sind. Wie üblich bei Geheimnissen aus der Vergangenheit hat beinahe jede und jeder in Bodkin etwas zu verbergen. Dem kommen die drei mit der Zeit auf die Spur. «Bodkin» leidet darunter, dass die Serie nicht genau weiss, was sie eigentlich sein will. Ein Drama über richtige und falsche Entscheidungen im Leben? Ein Krimi über einen tragischen Cold Case? Oder eine Komödie, in der die Lebenswelten von Städtern und Landbewohnerinnen aufeinander prallen. Trotz diesem Mangel ist die Serie alles in allem unterhaltsam. - [Briganti (Staffel 1) – Die Jagd nach dem Gold Siziliens](https://buergler.net/briganti-staffel-1-die-jagd-nach-dem-gold-siziliens/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) 1860 in Sizilien - Garibaldis Rothemden erobern Sizilien und transportieren kistenweise Gold aus der Bank in Palermo ab. Der Schatz wird vergraben, der Ort auf einer Karte eingezeichnet. Ein paar Jahre später: Ein ehemaliger Rothemd-Soldat zieht als Kopfgeldjäger auf der Insel umher. Aber eigentlich sucht Schiavone, genannt der Sperber, nach der Schatzkarte und dem Gold. Die befindet sich im Besitz von Filomena, die auf der Flucht ist, weil sie gerade ihren Mann, einen reichen Widerling, ermordet hat. Die beiden sind aber bei weitem nicht die einzigen, die den legendären Schatz suchen. Einige Rebellengruppen sind hinter dem Gold her und natürlich die Besatzer, die von einem skrupellosen Offizier angeführt werden. Was an «Briganti» gefällt, ist die Inszenierung. Da schwingt viel Italowestern mit, wenn der Sperber mit Zigarrenstummel im Mund langsam seinen Kopf hebt und unter der Hutkrempe zwei strahlend blaue Augen in die Kamera blicken, die denen von Terence Hill in nichts nachstehen. Aber leider verzettelt sich «Briganti» heillos in dieser Geschichte. Da wechseln ständig die Allianzen, jede:r hintergeht jede:n. Mit diesen wirren Sprüngen verschenkt die Serie viel Potenzial. Schade, denn sie wartet gleich mit drei spannenden Frauen auf, die nicht etwa nur die Bohnen am Lagerfeuer kochen, sondern die Männer nach ihren Pfeifen tanzen lassen. - [Perry Mason (Staffel 2) – Ein Anwalt im moralischen Dilemma](https://buergler.net/perry-mason-staffel-2-ein-anwalt-im-moralischen-dilemma/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) / 2020 brachte HBO eine Neuauflage der Anwaltsserie «Perry Mason» auf den Bildschirm. Die erste Staffel überzeugte mässig. Das lag nicht an Matthew Rhys, der die Rolle des Anwalts übernahm, der in den 30er-Jahren in L.A. hoffnungslose Fälle vor Gericht verteidigt. Vielmehr war die Story wirr und wenig packend. Die zweite Staffel macht das besser. Mason und seine Partnerin Della Street übernehmen nach einigem Zögern den Fall von zwei Brüdern, die des Mordes angeklagt sind. Als Angehörige der hispanischen Minderheit sind sie für den Staatsanwalt die perfekten Sündenböcke für den Mord an einem bekannten Sohn aus reicher Familie. Der Fall nimmt eine überraschende Wende, als die Tatwaffe gefunden wird. Die Show lebt aber nicht nur von diesem Mordfall. Mit vielen Storyplots zu den Hauptfiguren zeichnet sie ein faszinierendes und toll inszeniertes Bild der 30er-Jahre in Los Angeles. Eine Zeit, die geprägt war von der grossen Depression, alltäglichem Rassismus und eine Zeit, in der Schwule und Lesben ihr Leben nur im Schatten führen konnten. - [Quiz: Sci-Fi-Serien aus dem 20. Jahrhundert](https://buergler.net/quiz-sci-fi-serien-aus-dem-20-jahrhundert/) - Wie gut kennst du dich aus mit Science-Fiction-Serien – von den Anfängen in Schwarzweiss bis zum Ende des 20. Jahrhunderts? Bei diesen 15 Fragen kannst du dein Wissen unter Beweis stellen. - [Parasyte: The Grey (Staffel 1) – Invasion der Hirnfresser](https://buergler.net/parasyte-the-grey-staffel-1-invasion-der-hirnfresser/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Horror findet selten Platz auf meiner Playlist. Dabei ist das Genre unterhaltsam, sofern es gut gemacht ist. Die blutigen und grusligen Szenen sollten in eine einigermassen intelligente und spannende Geschichte verpackt sein. Diese Anforderung erfüllt «Parasyte: The Grey». Die Story hangelt sich nicht nur von einer Gewaltszene zur nächsten, sondern versucht dem Kampf zwischen Menschen und Monstern noch so etwas wie eine philosophische Dimension abzugewinnen. Nicht, dass die Erwartungen jetzt allzu überschwänglich werden. Die koreanische Serie ist weder aussergewöhnlich noch besonders originell. Dass Ausserirdische den Körper von Menschen in Besitz nehmen, ist ein weitverbreitetes Motiv des Genres. In «Parasyte: The Grey» fallen diese Kreaturen aus dem All zur Erde und bohren sich ihren Weg ins Hirn. Indem sie das Hirn fressen, übernehmen sie die Kontrolle über ihren Wirt. Bei der Supermarktverkäuferin Jeon Su-in (Jeon So-nee) erlangt der Parasit aber nicht die volle Kontrolle über den Körper. Als Hybrid spielt sie eine entscheidende Rolle im Kampf gegen die Hirnfresser, muss aber viele Hindernisse überwinden. «Parasyte: The Grey» bietet reichlich Action mit tentakelbewehrten Kopfschüttlern und liefert dazu einen unterhaltenden Plot, wie ein paar Einzelkämpfer:innen versuchen, die Monster zu stoppen. - [Mary & George (Staffel 1) – Die machthungrige Mutter und der lüsterne König](https://buergler.net/mary-george-staffel-1-die-machthungrige-mutter-und-der-luesterne-koenig/) - ⭐⭐⭐ (Sky Show) Was für ein skurriler Plot. Eine Mutter schickt ihren Sohn zur Ausbildung nach Frankreich, damit er dort lernt, wie er dem englischen König als Lustobjekt dienen kann. Das Faszinierende daran: Die Geschichte, die «Mary & George» erzählt, ist (grösstenteils) wahr. Sowohl Mary Villiers wie ihr Sohn George sind historisch verbürgte Figuren und haben als Countess und Duke of Buckingham Eingang in die Geschichtsbücher gefunden. Der König, dessen Gunst sie erwerben wollen, ist James I (Tony Curran), der erste britische Monarch aus dem Hause Stuart. Verschiedene Hindernisse gilt es aus dem Weg zu räumen, damit George zum Schlafgemach seiner Majestät Zugang erhält. Mary ist dabei wenig zimperlich, scheut keine Intrige und schreckt auch vor Mord nicht zurück. Dieser erste Teil der Serie ist zwar notwendig zur Etablierung der Figuren, aber zu eintönig und repetitiv. Spannend wird es erst im zweiten Teil, als George vom Loverboy zum Berater des Königs aufsteigt. Das führt auch zum Zerwürfnis zwischen Mutter und Sohn. Die folgenden Ränkespiele halten einen bei Laune. Nicht zuletzt dank Julianne Moore als Mary Villiers, die in jeder Einstellung überzeugt. Aber der Blick durchs Schlüsselloch in die verschiedensten Schlafzimmer, den die Serie gerne und immer wieder wählt, ist gesamthaft zu aufdringlich. Die vielen historischen Ereignisse, die die Serie aufgreift, kommen zu kurz. - [Shardlake (Staffel 1) – Ein Anwalt unter mörderischen Mönchen](https://buergler.net/shardlake-staffel-1-ein-anwalt-unter-moerderischen-moenchen/) - ⭐⭐⭐ (Disney+) Die Brit:innen sind fasziniert von der Tudor-Ära. Die Herrschaft der Tudor-König:innen im 16. Jahrhundert wird immer wieder in Büchern, Filmen und Serien fiktionalisiert. Kein Wunder, denn die Regentschaft der Tudors bietet schier endlos Stoff für Geschichten um blutige Machtkämpfe, Erbstreitereien und Religionskriege. Auch «Shardlake» spielt in dieser Zeit während der Regentschaft von Henry VIII. Aber der König mit den sechs Frauen taucht gar nicht auf, dafür sein engster Vertrauter und Berater Thomas Cromwell. Er beauftragt den Anwalt Matthew Shardlake, den Mord an einem königlichen Gesandten in einem abgelegenen Kloster zu untersuchen. Shardlake macht sich in Begleitung eines weiteren Cromwell-Vertrauten an die Aufklärung des Falls. Der entpuppt sich als einiges komplizierter, als drei weitere Morde geschehen und im Klosterteich das Skelett einer Frau gefunden wird. «Shardlake» hat einige Pluspunkte zu verzeichnen. Etwa den wenig bekannten Hauptdarsteller Arthur Hughes, der seine Sache sehr gut macht. Oder die sehr angemessene Länge der Serie. Allerdings dient die Tudor-Ära nur als Dekoration und Kulisse, selbst wenn historische Ereignisse und Figuren eingewoben werden. Ohne die politischen und persönlichen Intrigen entfällt ein entscheidender Teil, was in anderen Serien wie «The Tudors» oder «Wolf Hall» den grossen Reiz ausgemacht hat. - [Baby Reindeer (Mini-Serie) – Ein endloser Höllenritt](https://buergler.net/baby-reindeer-mini-serie-ein-endloser-hoellenritt/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Eigentlich stand «Baby Reindeer» nicht oben auf meiner Watchlist. Aber als die Serie überall auftauchte und viel Lob erhielt, wurde ich neugierig. Ich hab eingeschaltet und es nicht bereut. Oder doch. Denn stimmungsmässig zieht einen die Geschichte von Donny (Richard Gadd) tief runter, sehr tief. Dabei beginnt alles ziemlich harmlos. Donny arbeitet in einem Pub. Eines Tages kommt eine Frau herein. Sie scheint sehr bedrückt. Donny hat Mitleid und offeriert ihr einen Tee. Die Frau heisst Martha. Sie wird Donny von jetzt an über Monate stalken. Das tönt nicht wahnsinnig bedrohlich, eher bloss unangenehm. Aber Martha hebt Stalking auf ein ungeahntes Level. Das ist aber nicht die einzige Hölle, durch die Donny geht. Einige Zeit zuvor hat ihn ein TV-Produzent, der ihm Hilfe versprach für seine Karriere, massiv missbraucht. Vor diesem Hintergrund beginnt man, einiges besser zu verstehen in Donnys Leben. Weshalb die Beziehung mit seiner Freundin in die Brüche ging. Warum er es nicht schafft, uneingeschränkt zu seiner Liebe zu Teri (Nava Mau), einer Transfrau, zu stehen. Vor allem aber erscheint seine Beziehung zu Martha in einem anderen Licht. «Baby Reindeer» ist eine emotionale Achterbahnfahrt. Oder besser: ein Höllenritt. Denn am Schluss landet man wieder in so etwas wie Normalität, aber all die Dämonen, die man gesehen hat, lassen einen so schnell nicht los. - [Masters of the Air (Mini-Serie) – Sie waren Helden. Aber passt das in die heutige Zeit?](https://buergler.net/masters-of-the-air-mini-serie-sie-waren-helden-aber-passt-das-in-die-heutige-zeit/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Passt eine Serie über den Zweiten Weltkrieg, die die alliierten Soldaten heroisiert, noch in die heutige Zeit? Eher nicht. Und doch ist «Masters of the Air» nicht so aus der Zeit gefallen, wie man auf den ersten Blick meinen könnte. Sicher – dahinter steckt Steven Spielberg als Produzent. Da weiss man, was einen erwartet, weil er mit «Saving Private Ryan», «Band of Brothers» und «The Pacific» eine ganze Reihe von Produktionen zu heldenhaften Soldaten im Zweiten Weltkrieg produziert hat. «Masters of the Air» reiht sich hier reibungslos ein. Es ist dieselbe Mischung von brutalem Realismus, wie Kampf, Leiden und Tod geschildert werden, und der bewundernden Inszenierung für den Heldenmut und die Opferbereitschaft von jungen Soldaten. Zwar erreicht diese Geschichte über ein US-amerikanisches Bombergeschwader, das von England aus Nazi-Deutschland angreift, nicht die emotionale Intensität wie die Vorläufer. Aber die historisch sehr akkurat geschilderten Erlebnisse der Fliegercrews nehmen einen durchaus mit. «Man darf diese Generation nicht vergessen», heisst es einmal in der zur Serie gehörigen Dokumentation. Und wenn man da diesen Männern zugehört hat, lässt man das gelten. Von daher hat «Masters of the Air» seine Berechtigung, auch wenn der Unterton kritischer, nachdenklicher sein dürfte. - [3 Body Problem (Staffel 1) – Die Aliens kommen 😱 – in 400 Jahren 🥱](https://buergler.net/3-body-problem-staffel-1-die-aliens-kommen-😱-in-400-jahren-🥱/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Stünden nicht Benioff und Weiss, die Produzenten von «Game of Thrones», hinter «3 Body Problem», hätte die Serie wohl nie diesen Rummel verursacht, der gerade herrscht. Ob sie den Hype verdient? In der ersten Staffel ist die Serie noch ziemlich weit davon entfernt, einen wirklich zu packen. Aber sie könnte interessant werden. Immerhin geht es um die Eroberung der Erde durch Ausserirdische. Allerdings wird die Invasion erst in 400 Jahren stattfinden, und das nimmt der Story einiges an Dramatik. Die erste Staffel erzählt die Vorgeschichte: Wie eine junge chinesische Astrophysikerin mit den Aliens Kontakt aufnahm und trotz expliziter Warnung, dass ihr Planet das Ziel einer Invasion werde, den Kontakt aufrechterhielt. Jahre später hat sich auf der Erde eine sektenartige Gefolgschaft der Ausserirdischen gebildet. Auf der Gegenseite beginnt der Kampf gegen die drohende Invasion, an dem Geheimagenten und junge englische Physik-Koryphäen beteiligt sind. Die Geschichte ist nicht völlig spannungsarm, bietet dank eines VR-Games starke visuelle und intellektuelle Momente. Zudem ist die existenzielle Frage, wie mit Aliens umzugehen ist, auch interessant. Aber das ganz grosse Epos über Sein oder Nichtsein der Menschheit ist «3 Body Problem» (noch) nicht. - [Constellation (Staffel 1) – Rückkehr in die falsche Welt](https://buergler.net/constellation-staffel-1-rueckkehr-in-die-falsche-welt/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Ist mein Auto rot oder blau? Nur eine Antwort kann stimmen, oder? Nicht so in «Constellation». Hier ist mein Auto rot, aber auch blau. Das hat irgendwas mit Quantenphysik zu tun. Aber keine Angst, vertiefte Kenntnisse über die Heisenbergsche Unschärferelation oder das Doppelspaltexperiment sind nicht notwendig, um die Story zu verstehen. Die beschäftigt sich mit Raumfahrt und was mit der menschlichen Psyche passiert, wenn die Welt plötzlich eine ganz andere ist. Das erlebt die schwedische ESA-Astronautin Jo Ericsson, nachdem sie knapp einer Katastrophe auf der Internationalen Raumstation entkommen ist. Jo fühlt sich fremd in der Welt, in die sie zurückgekehrt ist. Nicht nur ist ihr Auto blau statt rot. Ihre Tochter spricht kein Schwedisch mehr und ihr Mann wirft ihr eine Affäre vor, an die sie sich nicht erinnern kann. Was passiert ist, erschliesst sich Jo (und den Zuschauer:innen) nur langsam. Der Weg zur Erkenntnis, dass etwa ihre Tochter nicht ihre Tochter ist, ist unheimlich und nervenaufreibend. Dieser zweite Teil leidet allerdings darunter, dass die Geschichte grossen Spannungsschwankungen unterworfen ist. Die starke Besetzung, u.a. mit Noomi Rapace, James D’Arcy und den Zwillingen Coleman, die die Tochter Alice spielen, macht aber vieles wieder wett. - [The Regime (Mini-Serie) – Auch Kate Winslet kann diese missratene Satire nicht retten](https://buergler.net/the-regime-mini-serie-auch-kate-winslet-kann-diese-missratene-satire-nicht-retten/) - ⭐⭐ (Sky Show) Autokraten haben wir einige in Europa: Putin, Orbán oder Erdoğan. Frauen findet man (noch) keine, aber Marine Le Pen und Georgia Meloni sind auf gutem Weg in den Zirkel der Feinde von Freiheit und Demokratie. Da trifft «The Regime» eigentlich den Nerv der Zeit, wenn Kate Winslet als rücksichtslose, selbstverliebte und paranoide Despotin durch einen Palast irgendwo in Mitteleuropa stapft. Weil die Serie als Satire daherkommt, hofft man darauf, über die realen politischen Entwicklungen wenigstens beim Streamingabend mal herzhaft lachen zu können. Und wird leider enttäuscht. Die Satire funktioniert nicht, weil «The Regime» seine weibliche Hauptfigur viel zu lächerlich inszeniert. Dazu kommt ein sexistischer Unterton, der ebenfalls sehr irritiert. Es ist nicht alles misslungen in der Serie. Ein paar nette Anspielungen auf Putins Paranoia und eigentümliche Innenausstattung sind durchaus gelungen. Wie auch die Inszenierung der Amis als unmoralische Machtpolitiker:innen. Aber das reicht nicht, um aus «The Regime» eine gelungene Satire zu machen. Ebenso wenig wie das Können von Kate Winslet. Sie verleiht der schrecklichen Kanzlerin zwar Strahlkraft, aber sie hätte sich weigern sollen, mit schrägem Mundwinkel und leichtem Lispeln zu spielen. - [Ripley (Mini-Serie) – Magische Momente in hartem Schwarzweiss](https://buergler.net/ripley-mini-serie-magische-momente-in-hartem-schwarzweiss/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Netflix) «Ripley» ist eigentlich eine Zumutung. Über siebeneinhalb Stunden erstreckt sich die Geschichte über einen Hochstapler und Mörder. Dabei liesse sich das gut in zwei Stunden erzählen, wie der Film «The Talented Mr. Ripley» (1999) beweist. Dazu ist die Serie erst noch in hartem Schwarzweiss gedreht, was die Netzhaut strapaziert. Aber genau, weil sich «Ripley» so viel Zeit nimmt für seine Geschichte und sie in einer fantastischen Optik erzählt, ist die Serie eine Wucht. Man muss zwar die Aufmerksamkeitsspanne neu kalibrieren, wird dafür aber reichlich belohnt. Das beginnt bei Andrew Scott, der diesen Ripley mit maximaler Gefühlslosigkeit und minimaler Mimik spielt. Ihm schaut man gebannt jede Minute zu, wie er vom kleinen Gauner zum Mörder wird, der in die Identität eines reichen Amerikaners schlüpft und über Monate ein Versteckspiel treibt mit Freund:innen seines Opfers und der Polizei. Autor und Regisseur Steven Zaillian erzählt diese Geschichte gemächlich und mit deiner Detailversessenheit, die manchmal fast masslos wirkt. Dazu kommen die gewaltigen Aufnahmen, die Kameramann Robert Elswit in der Tradition des Film noir mit Licht- und Schattenspielen auf den Bildschirm zaubert. Deshalb ist «Ripley» keine Zumutung, sondern purer Genuss. - [Shōgun (Mini-Serie) – Dieses umwerfende Historiendrama muss man gesehen haben](https://buergler.net/shogun-mini-serie-dieses-umwerfende-historiendrama-muss-man-gesehen-haben/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Was für eine Wohltat und Augenweide: Eine so verschwenderisch inszenierte Serie wie «Shōgun» war schon lange nicht mehr zu sehen auf dem Bildschirm. In Zeiten, in denen Streaminganbieter die Kosten drücken, grenzt es an ein Wunder, dass ein solches Epos überhaupt zustande kam. Was die Produktionsfirma FX mit dem Historiendrama aus der frühen Neuzeit Japans abliefert, ist ein umwerfendes Serienhighlight. «Shōgun» bietet alles, was das Herz begehrt: dramatische Schicksale, hinterhältige Intrigen, blutige Kämpfe, unerfüllte Liebe. Das alles inszeniert in grossartigen Bildern, mit aufwendigem Setdesign und umfangreichen Spezialeffekten. Man muss der Serie vor allem zugutehalten, dass sie sehr authentisch in die japanische Geschichte des 17. Jahrhunderts eintaucht. Anders als beim gleichnamigen Fünfteiler von 1980 steht nicht der Europäer im Vordergrund, der mit westlichem Blick den Machtkampf japanischer Fürsten verfolgt. Die Hauptfigur ist der Fürst Yoshii Toranaga, der als grosser Ränkeschmied zum Shōgun aufsteigen wird. Nicht aber ohne die entscheidende Hilfe einer ergebenen Edelfrau und mit ein bisschen Unterstützung durch diesen Engländer, der in Japan anlandet. Wie sich ihre Wege kreuzen, erzählt «Shōgun» über fast zehn Stunden, wobei man jede Minute geniesst. - [Anthracite (Mini-Serie) – Ein überdrehtes Verwirrspiel](https://buergler.net/anthracite-mini-serie-ein-ueberdrehtes-verwirrspiel/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) «Anthracite» spielt in den französischen Alpen, in der fiktiven Kleinstadt Lévionna, in deren Umgebung irgendwo viel Schnee liegt. Meistens sind die Strassen aber aper und die Wiesen grün. Wie das geografisch zusammenhängt, hat sich mir nie ganz erschlossen. Möglich, dass die Produzent:innen vergassen, hier ein wenig Klarheit zu schaffen, weil sie allzu sehr damit beschäftigt waren, sich all die anderen Rätsel für die Geschichte auszudenken, die «Anthracite» spannend machen sollen. Ein Verwirrspiel ist ihnen damit sicher gelungen. Allerdings ein viel zu überdrehtes. Die Internetdetektivin Ida stösst auf der Suche nach ihrem verschwundenen Vater auf einen mysteriösen Massenmord in einer Sekte, der sich vor 30 Jahren in Lévionna ereignete. Sowohl ihre Familiengeschichte als auch jene von Jaro, den sie kennenlernt, hängen mit den Geschehnissen von damals zusammen. Mit Ida, Jaro und ein paar weiteren Figuren der Geschichte fiebert man durchaus mit. Oft schüttelt man aber über die Geschichte den Kopf, die einen auf falsche Fährten führt und mehr Haken schlägt als ein Hase auf der Flucht. Weil am Schluss vieles gut kommt, könnte einen die Serie mit einem freudigen Gefühl entlassen. Tut sie leider nicht, weil sie in den letzten Minuten noch einmal eine völlig unnötige Volte schlägt. - [Liaison (Staffel 1) – AppleTVs erste europäische Produktion enttäuscht](https://buergler.net/liaison-staffel-1-appletvs-erste-europaeische-produktion-enttaeuscht/) - ⭐⭐⭐ (Apple TV+) Eine Starbesetzung rettet kein schlechtes Drehbuch. Das ist die enttäuschende Erkenntnis von «Liaison», der ersten europäischen Produktion von AppleTV. Eva Green, Vincent Cassel, Tchéky Karyo und die Schweizerin Irène Jacob sind bekannte Gesichter und sehr versierte Schauspieler:innen. An ihnen liegt es nicht, wenn der Spionagethriller «Liaison» nicht überzeugt. Das Problem ist ein Script, das einem zu viele Figuren auftischt, die mit- und gegeneinander arbeiten und uns immer wieder auf falsche Fährten locken sollen. Das ist nicht spannend, sondern eher langweilig bis ärgerlich. Worum es wirklich geht bei dieser Geschichte über Cyberattacken gegen britische Infrastruktur, bleibt zu lange rätselhaft. Immerhin: Green und Cassel schaut man gerne zu. Sie halten einen bei der Stange, wenn der Plot mal wieder überbordet und eine neue Figur aus dem Hut zaubert, um die Sache zu verkomplizieren. Hätte die Serie etwas geradliniger auf dieses Duo gesetzt, wäre sie um einiges besser gelungen. - [The Last Kingdom: Seven Kings Must Die – Uhtreds letzte Schlacht](https://buergler.net/the-last-kingdom-seven-kings-must-die-uhtreds-letzte-schlacht/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) / Die Serie «The Last Kingdom» endete letztes Jahr mit der fünften Staffel. Aber die Geschichte war noch nicht zu Ende erzählt. Es fehlte der Schluss, die Geburtsstunde des vereinten englischen Königreichs. Der Film «Seven Kings Must Die» erzählt dieses letzte Kapitel und vor allem, welche Rolle der Serienheld Uhtred von Bebbanburg dabei spielt. Wenig überraschend ist es eine entscheidende Rolle. Aber Uhtred muss vorab einige Hindernisse überwinden. Allen voran ist da der neue König Æthelstan. An seiner Seite steht ein Berater, der Misstrauen gegen Uhtred schürt. Uhtred kann den König aber überzeugen, auf wessen Loyalität er wirklich zählen kann. Unter Uhtreds Führung ziehen die Angelsachsen in die Schlacht von Brunanburh, in der sie den entscheidenden Sieg davon tragen. «Seven Kings Must Die» ist ein würdiger Abschluss für die epische Geschichte, die «The Last Kingdom», über die letzten acht Jahre erzählt hat. Was man dem Film einzig vorhalten kann, ist die Eile, in der das Schlusskapitel erzählt wird. Für einmal hätte ich nichts dagegen gehabt, wenn der Film über zwei Stunden gedauert hätte. - [Black Cake (Staffel 1) – Faszinierende Vergangenheit, banale Gegenwart](https://buergler.net/black-cake-staffel-1-faszinierende-vergangenheit-banale-gegenwart/) - ⭐⭐⭐ (Disney+) Jamaika Ende der 1960er-Jahre. Hier wächst Covey auf. Eine junge Frau mit Träumen und Ambitionen. Ihre Geschichte nimmt einen mit, berührt, interessiert und macht die Stärke aus von «Black Cake». Die Schwäche der Serie ist dagegen die Gegenwartsebene. Hier erfahren Coveys Kinder Byron und Benny nach dem Tod der Mutter, dass sie ihnen nicht nur ihren wahren Namen verschwiegen hat, sondern eine Reihe von weiteren Geheimnissen dazu. Daneben aber haben die Kinder ihre eigenen Krämpfe, was die Story unnötig überlädt. Denn alles, was Byron und Benny erleben – Rassismus, Gewalt, Frauen- und Queerfeindlichkeit, erzählt schon Covey in ihrer Lebensgeschichte. «Black Cake» wäre eine bessere Serie, hätte sie sich ausschliesslich auf Covey konzentriert. Ihre Geschichte, die in Jamaika beginnt, in England und Schottland weitergeht und in den USA endet, verfolgt man gespannt und interessiert. Wie sie ihren Weg geht, der gepflastert ist mit Diskriminierung und Demütigung, überzeugt als Plot. Leider wird das zu kurz abgehandelt und zu viel Zeit der banalen Story der Kinder in der Gegenwart geopfert. - [The Gentlemen (Staffel 1) – Der schöne Graf und die coole Drogenhändlerin](https://buergler.net/the-gentlemen-staffel-1-der-schoene-graf-und-die-coole-drogenhaendlerin/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Guy Ritchie ist nicht bekannt für feinsinnigen Humor oder dezente Inszenierung. Beim ihm spritzt das Blut in Zeitlupe. Da man weiss, worauf man sich bei ihm einlässt, ist das auch voll ok und unterhaltsam, sofern man es deftig mag. Aber bei «The Gentlemen» beschlich mich ein leises Bedauern, dass Ritchie so wenig Fingerspitzengefühl besitzt. Denn er schöpft das Potenzial seiner Hauptfigur und der Prämisse seiner Geschichte nur zur Hälfte aus. Er hätte den Clash zwischen der Welt des britischen Adels und der Unterwelt der Drogenbosse mit mehr Raffinesse und subtilerem Witz erzählen können. Das hätte immensen Spass versprochen. Aber Ritchie setzt wie immer mehr auf Action und derben Humor. Die Geschichte vom Duke, der nicht nur den Adelstitel von seinem Vater erbt, sondern auch dessen Geschäftsvereinbarung mit einem Drogenboss, wird rasant und witzig erzählt. Angereichert mit einem Arsenal an skurrilen Figuren, wie dem koksenden Bruder des Dukes oder einer Macheten schwingenden Autohändlerin, bieten «The Gentlemen» gute Unterhaltung, wenn auch eben mehr von der blutigen statt blumigen Sorte. - [Superman & Lois (Staffel 1) – Übelster US-Familien-Mief](https://buergler.net/superman-lois-staffel-1-uebelster-us-familien-mief/) - ⭐ (Netflix) Superman war noch nie mein Lieblings-Superheld. Weder auf der Leinwand, noch im Comic. Aber den Kryptonier so zu verhunzen wie in «Superman & Lois», das hat er dann doch nicht verdient. Es ist schon ziemlich hirnrissig, dem Mann aus Stahl eine Familie mit zwei pubertierenden Söhnen zu verpassen. Warum um Himmelswillen soll er sich diese Probleme aufhalsen? Er ist genug damit beschäftigt, immer wieder den Weltuntergang zu verhindern. Aber dann wird dieses Setting zusätzlich noch zugekleistert mit dem unerträglichen Mief von heilem Familien- und Landleben. Den Vogel schiesst Mama Kent schon in der ersten Episode ab, als sie ihren Sohn ermahnt, es gebe wichtigeres, als die Welt zu retten: «Du hast eine grössere Verantwortung – gegenüber deiner Familie und als Vater.» Anstatt froh zu sein, dass sie kurz darauf das Zeitliche segnet, folgt Supi ihrem Rat und verfrachtet die ganze Familie aufs Land. Denn dort leben ja bekanntlich die ehrlichen, hart arbeitenden Menschen. Ein Umfeld, das auch ihn zu einem besseren Vater machen soll. Ob's gelingt? Keine Ahnung. Nach drei Episoden bin ich ausgestiegen, weil ich diese Sülze nicht mehr ertragen habe. - [Criminal Record (Staffel 1) – Good cop vs. bad cop, aber subtiler](https://buergler.net/criminal-record-staffel-1-good-cop-vs-bad-cop-aber-subtiler/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Man meint, die Geschichte habe man schon oft gesehen: Ein alter Hase, der mit seinen männerbündlerischen Polizeikollegen einen Mordfall möglichst schnell vom Tisch wischen will und deshalb den erstbesten Verdächtigen mit unlauteren Methoden zum Geständnis und ins Gefängnis bringt. Auf der anderen Seite, Jahre später, eine junge Polizistin, die ihm auf die Schliche kommt, aber gegen eine Mauer anrennt. Denn der alte Hase wird vom System und von seinen Kollegen beschützt. Ganz so simpel ist die Story aber nicht, die «Criminal Record» erzählt, und das macht sie beachtenswert. DS June Lenker wird auf einen Fall aufmerksam, für den möglicherweise ein Unschuldiger verurteilt wurde. Hinter Gitter brachte den Mann damals DCI Daniel Hegarty. Der ist wenig erfreut, als Lenker den Fall neu aufrollen will. Offenbar lief damals nicht alles ganz sauber. Hegarty hat trotzdem unzweifelhaft Dreck am Stecken. Aber auch Lenker ist nicht nur die heldenhafte Kämpferin gegen ein mögliches Fehlurteil. Cush Jumbo und Peter Capaldi sind zwei hervorragende Widersacher. Es macht riesig Spass, ihnen zuzuschauen, wie sie gegeneinander arbeiten. «Criminal Record» gibt ihnen zudem ein Umfeld, das die Story noch weiter anreichert und spannend macht. Die Serie ist grosses britisches Kino. - [Mr. & Mrs. Smith (Staffel 1) – Paartherapie in mörderischem Arbeitsumfeld](https://buergler.net/mr-mrs-smith-staffel-1-paartherapie-in-moerderischem-arbeitsumfeld/) - ⭐⭐ (Prime Video) Ich hätte ja drei Sterne gegeben für diese Krimiserie, wenn sie nicht mit einem unsäglichen Cliffhanger enden würde. Es ist eines dieser Enden, das nach einer zweiten Staffel schreit, weil es mitten im Finale aufhört. Hätte die Serie mehr Vertrauen in ihre Geschichte und die Figuren, hätte sie das nicht nötig. So scheinen die Macher:innen aber selber unsicher, wie fesselnd die Story von «Mr. & Mrs. Smith» ist. Aus meiner Sicht ist die Antwort klar: weit entfernt von fesselnd, dafür langfädig und repetitiv. Dabei ist die Ausgangslage interessant: John Smith und Jane Smith heissen erstens nicht wirklich so und sind zweitens auch kein richtiges Ehepaar. Ihre Ehe ist nur Tarnung, denn die beiden arbeiten als Auftragskiller für eine Firma. Noch mehr als der Film mit Brad Pitt und Angelina Jolie von 2005 fokussiert die Serie auf die Beziehungsprobleme, die sich zwischen John und Jane entwickeln. Doch was witzig sein sollte und könnte, ergiesst sich in endlose Dialoge und Therapiesessionen, die nur Langeweile verbreiten. Da helfen auch die vielen Stargäste, u.a. John Turturro und Ron Perlman, nicht. Man muss Donald Glover als Showcreator zugutehalten, dass er nicht nur eine überlange Version des Films produziert hat. Aber die Serie hat zu wenig Witz und Action, als dass sie einen packen würde. - [True Detective (Staffel 4) – Wenn Geister durch die Polarnacht spuken](https://buergler.net/true-detective-staffel-4-wenn-geister-durch-die-polarnacht-spuken/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) «True Detective: Night Country» hat viele Stärken. Allen voran die beiden Hauptdarstellerinnen. Jodie Foster spielt so stark wie einst als Clarice Starling in «Silence of the Lambs». Kali Reis, bislang vor allem als Profiboxerin unterwegs, bietet Foster als Gegenspielerin in ihrer ersten grossen Rolle durchaus die Stirn. Dann ist da die Kälte und die Dunkelheit, die die ganze Geschichte hindurch die Atmosphäre prägen. Sie sind mehr als gefällige Begleiterscheinungen der Location und dienen als Metaphern für emotionale Kälte und düstere Geheimnisse, die die Protagonist:innen begleiten. Aber gerade diese mystische Komponente, die mit der indigenen Kultur in Alaska verknüpft ist, kommt der gesellschaftskritischen Thematik in die Quere oder schwächt sie zumindest etwas ab. Rassismus, Unterdrückung und Frauenverachtung liessen sich auch eindrücklich aufzeigen, ohne dass unheimliche Stimmen aus der Vergangenheit rufen. Aber das ist nur ein kleiner Makel dieser Serie. Die Geschichte um einen skurrilen Leichenfund in der dunklen Polarnacht fasziniert über die gesamte Staffel. «True Detective: Night Country» knüpft sehr gelungen an die geniale erste Staffel dieser Reihe an und macht die etwas schwächeren Folgestaffeln vergessen. - [Charité (Staffel 1-3)](https://buergler.net/serien-tipp-charite/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Ich habe eine Schwäche für deutsche Serien, die in der jüngeren deutschen Geschichte spielen. Denn, ob Erster oder Zweiter Weltkrieg, Weimarer Republik oder Nachkriegszeit - allein das historische Setting ist voller Spannung und Ereignissen, die eine Story bereichern. Charité nutzt das für seine Geschichten auch. Dazu kommt ein Schuss Medizingeschichte und ein Handlungsstrang mit fiktiven Figuren, mit denen man mitfiebert. Und das alles im Umfeld eines Krankenhauses, das ja immer wieder gerne als Handlungsort genutzt wird. Charité mixt das alles ziemlich perfekt zu einer binge-würdigen Serie. - [One Day (Mini-Serie) – Ungewöhnliche Romanze mit zu vielen Klischees](https://buergler.net/one-day-mini-serie-ungewoehnliche-romanze-mit-zu-vielen-klischees/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Man muss der romantischen Serie «One Day» eines zugutehalten. Sie hebt sich erfrischend ab von den üblichen Liebesschmonzetten meist US-amerikanischer Herkunft, die nach dem ewig gleichen Muster gestrickt sind. Der erzählerische Trick, über knapp zwei Jahrzehnte die Beziehung zwischen Emma und Dexter jeweils am selben Tag im Jahr zu schildern, ist dabei am unbedeutendsten. Die beiden lernen sich 1988 am Abschlussfest der Uni kennen. Emma ist eine eher unscheinbare junge Frau. Dexter dagegen ist der Schönling, dem die Frauen zu Füssen liegen. Klar, dass sich das ungleiche Paar näher kommt, aber sie werden nur beste Freunde - vorerst. Es dauert Jahre, bis sie sich eingestehen, was wir von Anfang an wissen: Sie sind füreinander geschaffen. Nur ein Happy End gibt es dennoch nicht. Dass sich die Geschichte zur Tragödie entwickelt, ist auch ein Pluspunkt. Wäre da nicht der mehr pathetische Schluss, der zu fest auf die Tränendrüse drückt. Zudem greift «One Day» auf zu viele Klischees zurück. Von der Mutter, die an Krebs stirbt, über den Ehebruch mit dem besten Freund bis zur Liebeserklärung in Paris. Die Geschichte von Emma und Dexter hat viele gute Momente, erfüllt am Ende die Erwartungen an eine wirklich gelungene Romanze bedauerlicherweise doch nicht ganz. - [Boy Swallows Universe (Mini-Serie) – Ziemlich schräg und total abgefahren](https://buergler.net/boy-swallows-universe-mini-serie-ziemlich-schraeg-und-total-abgefahren/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Ein Junge verschlingt das Universum? Was für ein Monster mag das sein? Oder erwartet uns eine mehr esoterische Geschichte? Wer «Boy Swallows Universe» einschaltet, bekommt etwas ganz anderes vorgesetzt. Da stürmen in der ersten Szene ein paar Kriminelle in ein Haus in einem Vorort von Brisbane und prügeln zum Entsetzen einer Frau und zweier Jugendlichen auf einen Mann ein. Am Schluss packen sie den Mann in den Kofferraum eines Autos und fahren davon. Zu Beginn ist «Boy Swallows Universe» ein Sozialdrama, das die Coming-of-Age-Geschichte von Eli und seinem Bruder erzählt. Wie sie in dieser dysfunktionalen Familie mit ihrem kleinkriminellen Stiefvater und ihrer ehemals drogensüchtigen Mutter aufwachsen und versuchen, einigermassen über die Runden zu kommen. Gegen Ende dreht die Geschichte und sie wird zum Thriller. Eli und Gus kommen den Bösewichten auf die Spur, die ihren Stiefvater entführt haben. Ich hatte am Anfang etwas Mühe mit der Geschichte, weil ich nicht genau wusste, worauf sie hinausläuft. Aber diese Irritation währte nicht lange. Sie wich schnell einer Faszination vor allem für die Hauptfigur Eli und für die ungewöhnliche Bildsprache, die zwischendurch aufblitzt. Diese Serie aus Down Under stellt die Erwartungen auf den Kopf und das macht Spass. - [We Own This City (Mini-Serie) – Baltimore's Baddest](https://buergler.net/we-own-this-city-mini-serie-baltimores-baddest/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) 14 Jahre nach dem Ende von «The Wire» kehren wir zurück auf die Strassen von Baltimore. Jetzt jagen Polizist:innen aber nicht Drogenhändler, sondern korrupte Kollegen. Und im Unterschied zu «The Wire» beruht die Geschichte von Sgt. Wayne Jenkins und seinen Kumpels auf wahren Begebenheiten. Im Verlauf seiner Karriere stiehlt Jenkins mit seiner «Gun Trace Task Force» Hunderttausende Dollars, fälscht Beweise, verkauft beschlagnahmte Drogen, bedroht und misshandelt Verdächtige. «We Own This City» zeichnet ein erschütterndes Bild einer Polizeibehörde, die komplett aus dem Ruder gelaufen ist. Dabei zeigt die Serie auch auf, dass die Verbrechen zwar von den Polizisten begangen wurden. Aber Staat und Politik trugen dazu bei, dass es überhaupt so weit kommen konnte. Absolut sehenswert, nicht nur für Fans von «The Wire». - [Davos 1917 (Staffel 1) – Spionagethriller im Kurhotel](https://buergler.net/davos-1917-staffel-1-spionagethriller-im-kurhotel/) - ⭐⭐⭐⭐ (Play Suisse / ARD) Kann SRF Serien? Ja, das wissen wir seit «Tschugger». Aber kann SRF auch Serien, die ausserhalb der Schweiz erfolgreich sein können? «Davos 1917» will das versuchen und es gelingt sehr überzeugend. Ein historischer Thriller mit Schweizer Lokalkolorit, konzipiert für ein internationales Publikum, das sich die hochwertigen Produktionen der Streaminganbieter gewöhnt ist. Die Berge, der Schnee und das Curhaus Cronwald sorgen für die helvetische Atmosphäre, die einem breiteren Publikum durch Thomas Manns «Zauberberg» bekannt ist. Die Krankenschwester und Tochter des Hauses Johanna wird in internationale Spionagetätigkeiten während des Ersten Weltkriegs verwickelt. Dabei muss Johanna schnell feststellen, dass viele der vermeintlichen Patient:innen nur getarnte Spion:innen sind und man niemandem trauen kann. Und dass das Spionieren ein blutiges und gnadenloses Geschäft ist. Johannes Loyalität wird gleich mehrfach auf die Probe gestellt: am wenigsten zu ihrer Familie, am meisten zu ihrer Tochter, die ihr nach der Geburt weggenommen wurde. Und dann ist da noch dieser nette Arzt, der aber auch seine eigene Agenda verfolgt. «Davos 1917» ist eine teure Produktion. Aber man sieht, wohin das Geld geflossen ist: in eine tolle Inszenierung mit einer erstklassigen Besetzung. Einzig etwas mehr Wagemut wäre zu wünschen gewesen. Man darf dem Publikum auch etwas rauere Plots zumuten. - [Gen V (Staffel 1) – An der Uni für Superheld:innen fliesst viel Blut](https://buergler.net/gen-v-staffel-1-an-der-uni-fuer-superheldinnen-fliesst-viel-blut/) - ⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Wenn Penisse explodieren und Eltern vom Menstruationsblut ihrer Tochter durchbohrt werden, dann sind wir in der Welt von «The Boys». Die Serie über psychopathische Superheld:innen und ihre nicht minder manischen Gegenspieler hat sich einen Namen gemacht als satirische und nicht sonderlich subtile Show, wenn es um die Darstellung von Gewalt und männlichen Geschlechtsteilen geht. «Gen V» ist ein Spinoff von «The Boys» und führt uns in die Welt der aufstrebenden Superheld:innen ein. Die werden an der Godolkin Universität ausgebildet. Eine der Studentinnen ist Marie. Eher eine Aussenseiterin. Einerseits wegen ihrer Superkraft: Sie kann ihr Blut als Waffe einsetzen, was die PR-Strategen der Uni als nicht besonders attraktiv einstufen. Dazu kommt ihre Vergangenheit als Waise, nachdem sie eben versehentlich ihre Eltern getötet hat. Auch nicht ideal für den Lebenslauf einer Superheldin. Doch das wird für Marie bald das geringere Problem sein. Sie entdeckt das düstere Geheimnis der Uni. In den Kellerräumen werden grausame Experimente an jungen Superheld:innen durchgeführt. Gemeinsam mit ihren Mitstreiter:innen geht sie dem nach. «Gen V» ist nichts für Einsteiger:innen. Man sollte die Welt der Supes aus «The Boys» kennen und mit der schrägen Attitüde der Serie vertraut sein und sie auch mögen. Wem das gefällt, bekommt ein erfrischend anderes Superheld:innen-Universum vorgesetzt als bei Marvel. - [Fool Me Once (Mini-Serie) – Mord, Familientragödien und ein Kriegstrauma](https://buergler.net/fool-me-once-mini-serie-mord-familientragoedien-und-ein-kriegstrauma/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Die Krimis von Harlan Coben werden seit einigen Jahren regelmässig für Netflix verfilmt. Der Autor hat mit dem Streamingdienst einen Vertrag über 14 Serien abgeschlossen. «Fool Me Once» ist die Nummer 8 aus dieser Reihe. Und es gilt, was für die vorherigen Serien galt: Kann man sich anschauen, wenn man Lust auf Krimi hat. Man verpasst aber auch nichts, wenn man es bleiben lässt. Denn Harlans Geschichten sind immer nach einem ähnlichen Muster gestrickt: ziemlich spannende Stories, die aber heillos überkonstruiert sind und die Glaubwürdigkeit oft stark strapazieren. Diesmal geht es um eine junge Witwe, deren Ehemann bei einem Raubüberfall ermordet wurde. So scheint es. Denn kurz darauf taucht er auf einem Überwachungsvideo wieder auf. Lebt er also noch? Eine Frage, die bald in den Hintergrund tritt, denn wahrscheinlich hat der Tod des Ehemannes mit dem Tod der Schwester der Witwe zu tun. Möglicherweise ist aber noch viel wichtiger, was sich vor Jahrzehnten in einer Schule abspielte, die der Ehemann besuchte. Und was hat das alles mit dem Kriegstrauma der Witwe zu tun? Fragen über Fragen, die Coben am Schluss einigermassen nachvollziehbar auflöst. Auch wenn alles wie gesagt sehr konstruiert ist, einen gewissen Unterhaltungswert muss man dem zugestehen. - [The Brothers Sun (Staffel 1) – Der Killer, der Softie und ihre Mutter](https://buergler.net/the-brothers-sun-staffel-1-der-killer-der-softie-und-ihre-mutter/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Spätestens seit Michelle Yeoh 2023 den Oscar für ihre Hauptrolle in der Sci-Fi-Komödie «Everything Everywhere All at Once» bekam, ist sie einem breiten Publikum bekannt. Wenn also eine Oscarpreisträgerin eine Netflix-Serie macht, muss man sich das sicher anschauen. Yeoh spielt Eileen «Mama» Sun, die Ehefrau eines taiwanesischen Triaden-Oberhaupts. Sie hat das Land schon vor Jahren verlassen, weil sie ins Visier der anderen Triadengangs geriet. Mit ihrem jüngsten Sohn Bruce (Sam Song Li) ist sie in der Nähe von Los Angeles untergetaucht. Ihr früheres Leben holt sie ein, als ein Mordanschlag auf ihren Mann verübt wird. Bevor er schwer verletzt ins Krankenhaus transportiert, schickt er seinen älteren Sohn Charles (Justin Chien) nach L.A., um seine Mutter zu warnen und zu beschützen. Mit dem gegensätzlichen Bruderpaar, der eine ein Killer, der andere ein normaler Teenie, spielt die Serie zu Beginn äusserst amüsant. In der Mitte der Staffel werden die komödiantischen Elemente aber von immer mehr Action verdrängt. Der Machtkampf unter den Triaden-Bossen gerät in den Vordergrund. Das kommt zwar Michelle Yeoh in ihrer Rolle zugute, aber die Serie verliert an Charme. Hätte sie ihren Humor durchgezogen, wäre «The Brothers Sun» eine sehr gelungene Show. - [Griselda (Mini-Serie) – Die Kokaindealerin als feministische Ikone?](https://buergler.net/griselda-mini-serie-die-kokaindealerin-als-feministische-ikone/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Serien über südamerikanische Drogenbosse ist bei Netflix beinahe ein eigenes Genre. Nach «Narcos», «Narcos: Mexico» und «El Chapo» gesellt sich «Griselda» dazu. Der Titel besagt schon, dass es diesmal um eine Drogenbossin geht. Die Geschichte basiert auf einer realen Figur: Griselda Blanco, die den Übernamen «La Madrina», die Patin, erhielt. Eingeführt wird Griselda durch ein Zitat: «Der einzige Mann, vor dem ich je Angst hatte, war eine Frau namens Griselda Blanco.» Das soll Pablo Escobar, der in den 1970er-Jahren das Medellín Kartell aufbaute, über seine Zeitgenossin gesagt haben. Man darf also eine Geschichte erwarten, mit einer skrupellosen Kriminellen, die wohl vor nichts zurückschreckt. Diese Erwartung wird zum Teil erfüllt. Allerdings setzt «Griselda» seine Hauptfigur quasi als feministische Vorkämpferin in Szene. Ihren Aufstieg in der Dealerhierarchie als «female empowerment» zu verkaufen, ist nicht völlig abwegig. Schliesslich muss sie sich gegen Machos durchsetzen. Aber es ist doch ziemlich irritierend. Wie auch die vielen Freiheiten, die Serie herausgenommen hat, wenn man die reale Figur daneben stellt. Das geht am Schluss nicht ganz auf. «Griselda» beantwortet immerhin eine Frage eindeutig: Haben wir genug Narcos-Serien gesehen? Die Antwort ist ein beherztes Ja. - [Echo (Mini-Serie) – Zu schludrig, um der Heldin gerecht zu werden](https://buergler.net/echo-mini-serie-zu-schludrig-um-der-heldin-gerecht-zu-werden/) - ⭐⭐⭐ (Disney+) Disney und Marvel haben es geschafft, eine gelungene Serie über eine junge Superheldin und ihre kulturelle Herkunft zu produzieren. Das war allerdings vor zwei Jahren mit «Ms. Marvel». «Echo» versucht zwar wieder, den kulturellen, diesmal indigenen, Hintergrund seiner Hauptfigur, aufzugreifen. Richtig zur Geltung kommt das Vermächtnis der Vorfahren allerdings nicht. Das liegt daran, dass «Echo» sich nie wirklich entscheiden kann, was die Hauptfigur Maya Lopez alias Echo (Alaqua Cox) hauptsächlich prägt. Ihre Herkunft? Ihre körperliche Beeinträchtigung? Oder ihre Beziehung zum Ersatzvater, der ihren Vater umbringen liess? Letztere ist nicht zuletzt dank Vincent D'Onofrio als Bösewicht Wilson Fisk, den man noch aus «Daredevil» in Erinnerung haben mag, sehr gelungen. Auch die mythisch aufgeladene Geschichte über Mayas indigene Herkunft wäre durchaus interessant. Aber leider nimmt sich die Serie nicht die Zeit, die es brauchte, um all diese Elemente sinnvoll in eine Geschichte zu verpacken. «Echo» hat nur fünf Episoden und eine gesamte Laufzeit von gut drei Stunden. Man bekommt den Eindruck, als habe Marvel irgendwie das Interesse an der Figur verloren. Oder «Echo» ist das erste Opfer der angekündigten Sparmassnahmen von Disney bei der Serienproduktion. - [Neumatt (Staffel 1&2) – Kein Klischee zu abgedroschen für dieses Bauernhofdrama](https://buergler.net/neumatt-staffel-12-kein-klischee-zu-abgedroschen-fuer-dieses-bauernhofdrama/) - ⭐⭐ (Play Suisse / Netflix) Weil die erste Staffel an mir vorbeiging, musste ich die nachholen, damit ich die Vorgeschichte kannte für Staffel 2. Total also 16 Episoden geschaut – und es war qualvoll. Dabei hätte «Neumatt» so was werden können wie «Succession» auf dem Bauernhof. Eine Familienfehde mit gnadenlosen Intrigen. Stattdessen bekommen wir eine Rosamunde-Pilcher-Geschichte im Kuhstall vorgesetzt. Nervige, klischierte Figuren, banale Stories, langweilige Dramen und trendige Konfliktthemen. Das passt vielleicht ins Abendprogramm am TV für ein vergreisendes Publikum. Als zeitgemässe Streamingserie geht so was aber nicht mehr durch. Erstaunlich, dass ein Produktionsteam mit bekannten Namen wie Andrea Štaka, Sabine Boss oder Petra Volpe nichts Besseres hinbekommen hat. - [Under the Banner of Heaven (Mini-Serie) – Ein Doppelmord im Namen Gottes](https://buergler.net/under-the-banner-of-heaven-mini-serie-ein-doppelmord-im-namen-gottes/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Wem sich bei den Themen Glauben und Religion die Nackenhaare sträuben, kann hier aufhören zu lesen. Denn es geht bei der True-Crime-Serie «Under the Banner of Heaven» zwar auch um die Aufklärung eines Verbrechens. Aber im Vordergrund steht der religiöse Fanatismus, der 1984 im US-Bundesstaat Utah in einer Mormonengemeinde zu einem Doppelmord führte. Es geht aber auch um einen Polizisten, der im Verlauf der Ermittlungen immer mehr an seinem Glauben und an seiner Kirche zu zweifeln beginnt. Das schildert die Serie eindringlich und mit Respekt. Dabei spart sie aber nicht mit Kritik an einer Kirche, die ihre Grundsätze über Bord wirft, um ein Verbrechen zu vertuschen, das ihrem Image schaden würde. - [For All Mankind (Staffel 4) – Wie klaut man einen Asteroiden?](https://buergler.net/for-all-mankind-staffel-4-wie-klaut-man-einen-asteroiden/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Gleich zu Beginn der vierten Staffel stockt einem zuerst der Atem und anschliessend bekommt man wässrige Augen. Die Mission unter dem Kommando von Ed Baldwin (Joel Kinnaman), einen Asteroiden in die Marsumlaufbahn zu ziehen, endet katastrophal. Zwei Crewmitglieder kommen ums Leben, einer von ihnen ist Grigory Kuznetsov (Lev Gorn), der Kommandant der ersten russischen Marsmission und Eds enger Freund. Danach scheint die bislang geniale Space-Soap an Drive zu verlieren. Sie dümpelt etwas lange in den Lower Decks herum, wo die Servicecrew der mittlerweile massive gewachsenen Marsstation haust. Aber schnell wird klar, dass hier mit neuen Figuren ein für den Plot entscheidender Erzählstrang aufgebaut wird. Der kulminiert in einem gloriosen Finale, das nervenaufreibend ist und in dem Blut und erneut Tränen fliessen. Dabei geht es um einen waghalsigen Plan, bei dem gleich ein ganzer Asteroid geklaut werden soll. Auch der vierte Teil von «For All Mankind» ist hervorragend gelungen. Wieder verquickt die Serie einen spannenden Plot mit den bekannten Figuren, die sich vor immer neue Herausforderungen gestellt sehen in ihrem Leben. Raumfahrt und Raketen spielen dabei eigentlich eine kleine Rolle. Es geht um Familie, Loyalität, Verrat und andere menschliche Probleme. Die Serie gehört zum Besten, was in Sachen Sci-Fi-Drama im Moment zu sehen ist. - [Das grosse Serienquiz 2023](https://buergler.net/das-grosse-serienquiz-2023/) - 23 Fragen zu 23 Serien, die im vergangenen Jahr über den Bildschirm flimmerten. - [The Lazarus Project (Staffel 1) – Und täglich grüsst der Weltuntergang](https://buergler.net/the-lazarus-project-staffel-1-und-taeglich-gruesst-der-weltuntergang/) - ⭐⭐⭐ (Sky Show) Was? Wer? Wie? Warum? Am Anfang ist es gerade ein bisschen viel, was einem «The Lazarus Project» zumutet. Es gibt eine Zeitmaschine, die eingesetzt wird, bevor die Menschheit durch Atomkriege oder Pandemien ausgelöscht wird. Die Welt springt auf der Zeitachse zurück. Agent:innen des geheimen «Lazarus Projects» sorgen dafür, dass der Weltuntergang nicht eintritt. Auf diese Prämissen der Serie muss man sich einlassen und darf das Ganze nicht allzu sehr hinterfragen. Dafür gibt es dann eine ansprechend spannende und unterhaltsame Geschichte. Im Mittelpunkt steht George, der von «Lazarus» angeheuert wird. Als seine Freundin bei einem Unfall ums Leben kommt, steht er vor einer Wahl. Würde «Lazarus» die Zeit zurückstellen, wäre seine Freundin wieder am Leben. Doch dafür muss George einen Weltuntergang herbeiführen. Wie das ausgeht, erfahren wir zwar. Aber dann droht eine weit grössere Katastrophe. Ob die Welt davor gerettet wird, klärt erst die angekündigte zweite Staffel. - [The Lazarus Project (Staffel 2) – Der grosse Zeitmaschinen-Fuck-Up](https://buergler.net/the-lazarus-project-staffel-2-der-grosse-zeitmaschinen-fuck-up/) - ⭐⭐⭐ (Sky Show) Meine Bewunderung bei dieser Serie gilt dem Drehbuchautor. Bei all den Zeitsprüngen und -schlaufen den Überblick zu behalten, wer gerade mit wem in der wievielten Schlaufe agiert, ist eine reife Leistung. Wobei: Ich hege leise Zweifel, ob das alles wirklich aufgeht, wenn man die Story etwa genauer unter die Lupe nehmen würde. Aber hey, wir haben es mit Zeitreisen zu tun, und die sind grundsätzlich paradox. In der ersten Staffel hat George als Mitglied der Geheimorganisation «Lazarus Project» die Möglichkeiten der Organisation dazu missbraucht, den tödlichen Unfall seiner Freundin ungeschehen zu machen. Weil er dafür mehrere Menschen umbringen musste und am Schluss sogar eine Atombombe zündete, wird er jetzt aus dem Projekt rausgeworfen. Aber er darf schon bald wieder mittun. Denn Lazarus steht vor einem gewaltigen Problem. Eine andere Zeitmaschine hat eine Singularität erzeugt, die das ganze Universum zerstört. Deshalb muss Lazarus alle drei Wochen die Zeit zurücksetzen und den Ursprung der Katastrophe ungeschehen machen. Wie die Lazarus-Mitarbeiter:innen in der Gegenwart und der Vergangenheit gegen den Weltuntergang kämpfen, ist meist unterhaltend, aber oft verwirrend. Interessant ist eine Frage, die sich in der Serie stellt: Welche gesellschaftlichen Auswirkungen hätte es, wären Zeitreisen möglich. Würde diese Fähigkeit zum Wohl der Menschheit eingesetzt oder von den Mächtigen eigennützig missbraucht? Ein Blick in die Geschichte führt eher zur zweiten Antwort. - [A Murder at the End of the World (Mini-Serie) – Interessant, aber zu langfädig](https://buergler.net/a-murder-at-the-end-of-the-world-mini-serie-interessant-aber-zu-langfaedig/) - ⭐⭐⭐ (Disney+) Brit Marling und Zal Batmanglij, die für «A Murder at the End of the World» verantwortlich zeichnen, sind keine Unbekannten. Sie schrieben und produzierten die Mysteryserie «The OA», die 2016 bis 2019 über zwei Staffeln lief. Die Serie wurde von Netflix abgesetzt, obwohl die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt war. «A Murder at the End of the World» ist eine Mini-Serie, deshalb ist die Auflösung am Ende garantiert. Aufzulösen gibt es einiges: Wie die Liebe eines jungen Paars unglücklich endet. Und drei Morde bei einem exklusiven Treffen in einem Luxushotel auf Island. Die beiden Ereignisse liegen sechs Jahre auseinander. Verknüpft sind sie über Darby und Bill. Sie waren einst ein Paar, das sich in einem Onlineforum gefunden hatte, in dem Serienmörder gejagt werden. Ihre Suche nach einem Mörder wird in Rückblenden erzählt. Dabei geht es aber mehr darum, wie sich die Beziehung der beiden verändert und zuletzt auseinanderbricht. Darby und Bill begegnen sich wieder bei einem Treffen, das der Tech-Guru Andy Ronson veranstaltet. Er hat die brillantesten Köpfe der Welt versammelt, um grosse Probleme der Menschheit anzugehen. Daraus wird aber nichts, denn drei seiner Gäste werden ermordet. Darby beginnt ihre Nachforschungen. Die Mysteryserie verliert sich leider etwas zu sehr in den verschiedenen Elementen, aus denen sie die Geschichte zimmert. Deshalb wirkt sie bald einmal etwas langfädig und wenig stringent. - [Gangs of London (Staffel 2) – Eine Stadt versinkt in Blutbädern](https://buergler.net/gangs-of-london-staffel-2-eine-stadt-versinkt-in-blutbaedern/) - ⭐⭐⭐ (Sky Show) Stellt die Eimer bereit für das Blut, das aus dem Fernseher strömt, wenn ihr die zweite Staffel «Gangs of London» schaut. Gewalt und Brutalität waren zwar schon das Markenzeichen der ersten Staffel. Die neue Ausgabe legt aber noch einen Zacken zu. Dabei könnte der Machtkampf, der erneut in der Londoner Unterwelt entbrennt, durchaus spannend genug sein ohne den exzessiven Einsatz von Folter, Verstümmelungen und Kopfschüssen. Aber die Macher:innen vertrauen offenbar zu wenig in ihre Erzählkünste, als dass sie darauf verzichten würden. Tatsächlich drehen sich gewisse Plots auch etwas im Kreis und andere kratzen an der Logik. Deshalb ist für mich jetzt genug «Gangs of London», auch wenn die dritte Staffel bereits angekündigt ist. - [Odio il Natale (Staffel 2) – Ein Fest der Freude für Gianna?](https://buergler.net/odio-il-natale-staffel-2-ein-fest-der-freude-fuer-gianna/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) «Odio il Natale» erfüllt die Erwartungen an eine Xmas-Romcom: durchaus witzig, nette Twists, wenn auch oft vorhersehbar, und eine schöne Weihnachtsstimmung in der Lagunenstadt, wo am Schluss auch der Schnee leise rieselt. - [The Crown (Staffel 6) – Zu viel Diana, aber ein würdiger Abschied von der Königin](https://buergler.net/the-crown-staffel-6-zu-viel-diana-aber-ein-wuerdiger-abschied-von-der-koenigin/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) In der letzten Szene findet «The Crown» einen würdigen Abschluss mit einem bewegenden Abschied von der Königin. Zu Dudelsackklängen verlässt sie die St, Georges Chapel in Windsor. Hier wird Elizabeth II. Jahre später aufgebahrt und ihr königlicher Dudelsackspieler wird das Klagelied «Sleep, dearie, sleep» spielen, während sie zur letzten Ruhe gebettet wird. Das gelungene Ende versöhnt mit dem langweiligen und uninspirierten Auftakt, wo wir über vier Episoden die letzten Tage von Diana erdulden müssen. Natürlich muss Dianas Tod eine grosse Rolle spielen. Aber interessanter als das Techtelmechtel mit dem Langweiler Dodi sind die Auswirkungen, denen sich die Royals danach stellen mussten. Im zweiten Teil findet «The Crown» glücklicherweise wieder zurück zur Stärke der Serie: dem Mix von historischen Tatsachen mit dem fiktiven Blick hinter die Kulissen. Da bekommt die Beziehung zwischen Charles und Camilla ihren verdienten Platz und auch William und Harry rücken mehr in den Vordergrund. Aber vor allem die Königin selbst erhält nochmal die Aufmerksamkeit, die ihr zusteht. Wie sie mit der Rolle der Royals in einer modernen Gesellschaft ringt und sich die Frage stellt, ob es nach 50 Jahren nicht an der Zeit wäre, die Krone abzulegen. Die Antwort kennen wir. Aber nur dank «The Crown» erfahren wir, wie die Königin ihre Abdankung schon formuliert hatte, es sich aber in letzter Minute anders überlegte. - [Deutsches Haus (Mini-Serie) – Als die Deutschen die Nazizeit vergessen wollten](https://buergler.net/deutsches-haus-mini-serie-als-die-deutschen-die-nazizeit-vergessen-wollten/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Annette Hess weiss, wie man deutsche Geschichte erzählt. Mit «Weissensee» und der «Ku'damm»-Reihe hat sie zwei herausragende Serien über Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg geschrieben. Hess' Serien erheben aber keinen dokumentarischen Anspruch, sondern wollen Geschichte unterhaltend, wenn auch authentisch erzählen. Dass sie sich mit dieser Haltung an den Holocaust wagt, an das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte, scheint verwegen. «Deutsches Haus» spielt knapp 20 Jahre nach dem Krieg. 1963 beginnt der erste Auschwitz-Prozess in Deutschland. 22 Angeklagte stehen vor Gericht wegen ihrer Verbrechen. Eva Bruhns ist eine Dolmetscherin, die die Zeugenaussagen von ehemaligen KZ-Insass:innen übersetzt. Sie gehört zur Generation, die zu jung ist, um sich an den Krieg zu erinnern. Sie wird jetzt mit dem Grauen konfrontiert, das damals geschah und über das in Deutschland kaum jemand aus der Kriegsgeneration reden will. Der Serie gelingt es sehr gut, den Zeitgeist der frühen 60er-Jahre einzufangen, als Deutschland weit davon entfernt war, sich mit der Nazivergangenheit auseinanderzusetzen. Sie hat auch einige starke Momente, in denen das Grauen der KZ-Verbrechen aufscheint. Aber als Unterhaltungsserie wird sie den monströsen Verbrechen nicht wirklich gerecht. Es bleibt ein gelungener Blick auf die deutsche Geschichte, eine Aufarbeitung ist es allerdings nicht. - [Beef (Staffel 1) – Wutbürger:innen und was dahinter steckt](https://buergler.net/beef-staffel-1-wutbuergerinnen-und-was-dahinter-steckt/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Da begegnen sich zwei, die gerade einen schlechten Tag haben. Ein Stinkefinger eskaliert zu einem Kleinkrieg, der keine Grenzen mehr kennt. «Beef» ist aber keineswegs nur eine zynische Komödie über Wutbürger:innen, bei der man kopfschüttelnd zuschauen kann, wie sich zwei Menschen gegenseitig das Leben zur Hölle machen. Die Serie stellt eigentlich die Frage, weshalb es oft nicht gelingt, ein erfülltes Leben zu führen. Dass sich Danny und Amy bis aufs Blut bekriegen, hat mehr mit dem Frust über ihre eigene Situation zu tun als mit Hass auf den anderen. Beide stecken in einer tiefen Krise und sind umgeben von Freunden und Familie, die alle gestört und ebenfalls unfähig sind, ihre Probleme zu meistern. Letztlich beschreibt «Beef» das Leben heute, in dem es so einfach ist wie selten zuvor, den eigenen Frust an anderen auszulassen und sich dabei gut zu fühlen, statt die Probleme wirklich anzugehen. Dabei geht die Show auf Fragen von Moral und Identität ein und das alles unterhaltsam verpackt in düsterem Humor. Eine ungewöhnliche Mischung, die aber überzeugt. - [The Crown (Staffel 5) – Der voyeuristische Blick auf den royalen Scheidungsstreit](https://buergler.net/the-crown-staffel-5-der-voyeuristische-blick-auf-den-royalen-scheidungsstreit/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Hat «The Crown» ihren Glanz verloren? Die britische Presse geht teilweise hart ins Gericht mit der fünften Staffel: Alles schon mal gesehen und zu viele langweilige Nebengeschichten. Ich komme nicht zu diesem Schluss. Der voyeuristische Blick hinter die Fassade des Königshauses, der die Serie ausmacht, funktioniert weiter bestens. Auch oder gerade weil vieles davon reine Fiktion ist, die um historische Ereignisse und Personen drapiert ist. Diese erfundenen Szenen, ob mit Haupt- oder Nebenfiguren, sind oft die stärksten Momente in «The Crown». Etwas überraschend ist, wie ausbalanciert «The Crown» die Sympathien verteilt im Scheidungsstreit des Thronfolgerpaares. Es gilt nicht einfach böse Windsors gegen arme Diana – oder umgekehrt. Bei allem Mitgefühl für Diana wird klar, dass sie ihren berühmten Augenaufschlag sehr berechnend einsetzt. Und Charles und Camilla wird Verständnis und Empathie für ihre Situation zuteil. Die sechste Staffel wird die letzte sein. Und wir wissen schon, welcher Schicksalsschlag die Windsors ereilen wird. Was sich wohl nach dem Tod von Diana alles im Buckingham Palace ereignet hat? Wir dürfen gespannt sein, was sich «The Crown» dazu einfallen lässt. Ich bin auf jeden Fall wieder dabei. - [Poker Face (Staffel 1) – Ein Krimi wie aus den 80ern mit grossem Staraufgebot](https://buergler.net/poker-face-staffel-1-ein-krimi-wie-aus-den-80ern-mit-grossem-staraufgebot/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) / Charlie Cale ist ein menschlicher Lügendetektor. Sie erkennt ohne Ausnahme, wenn jemand «bullshit» erzählt. Ihre Fähigkeit bringt sie aber in die Bredouille. Sie muss vor einem Casino-Magnaten fliehen, der ihr nach dem Leben trachtet. Auf ihrer Flucht schafft es Charlie, dass sie sich jedes Mal eine Station aussucht, wo gerade ein Verbrechen geschieht. Dank ihrer Fähigkeit gelingt es ihr, den Täter:innen auf die Spur zu kommen. «Poker Face» ist eine gelungene, amüsante Krimiserie, die erstaunlicherweise nach einem Rezept aus den 80er-Jahren funktioniert. Wie damals Columbo löst Charlie in jeder Episode einen einzelnen Fall. Selbst das Muster jeder Episode ist dasselbe. Dass das nicht langweilig wird, hat zwei Gründe. Da ist einerseits Natascha Lyonne, die mit ihrer witzigen und spritzigen Art mühelos die ganze Serie trägt und prägt. Und andererseits kann man sich in jeder Episode über einen neuen Star freuen, von Nick Nolte über Ellen Barkin bis zu Joseph Gordon-Levitt und einigen mehr. Beides garantiert beste Unterhaltung. - [Daisy Jones & The Six (Mini-Serie) – Glamouröse Rockgeschichte, aber die Musik enttäuscht](https://buergler.net/daisy-jones-the-six-mini-serie-glamouroese-rockgeschichte-aber-die-musik-enttaeuscht/) - ⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Wenn der Soundtrack mitreissen würde, wäre «Daisy Jones & The Six» eine gelungene, stimmungsvolle Hommage an die Welt der Rockmusik der 1970er-Jahre. Leider sind die Songs, die von dieser fiktionalen Band zu hören sind, mit wenigen Ausnahmen bestenfalls Durchschnitt. Und die Originalsongs aus der Zeit werden ziemlich lieblos reingeschnipselt. Dafür bietet die Serie grosses Drama, das einen durchaus reinzieht. Im Zentrum Billy, der Frontmann einer guten Band, und die ebenfalls gute Sängerin Daisy. Gemeinsam bilden sie ein geniales musikalisches Duo, das sich gegenseitig zu Höchstleistungen anspornt. Dass es nicht nur auf der Bühne zwischen ihnen funkt, ist aber ein Problem. Denn ihre Beziehung wird die Band zerstören. Die übrigen Bandmitglieder bekommen ebenfalls ihre Geschichten: berührend, belustigend und ebenfalls mit Drama. Dann ist da noch dieser Erzählkniff ganz am Schluss. Der wird einen zu Tränen rühren oder man wird ihn hassen. Auf jeden Fall beschert er ein emotionales Ende. - [Serien und Filme für die Festtagsstimmung](https://buergler.net/filme-und-serien-fuer-die-festtagsstimmung/) - Eine Auswahl von Festtagsfilmen und -serien aus dem aktuellen Angebot (wird laufend erweitert) und aus den letzten paar Jahren. Ergänzt mit einer Liste von 24 Festtagsklassikern (ausnahmsweise alles Filme), und wo man diese bei den (Schweizer) Streaminganbietern findet. - [Cunk on Earth (Staffel 1) – So witzig war Geschichte noch selten](https://buergler.net/cunk-on-earth-staffel-1-so-witzig-war-geschichte-noch-selten/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Weshalb sank die «Titan 1C»? Welche Folgen hatte die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes «Steve» Guttenberg. Und weshalb schickten die Russen «spunk» in den Weltraum? Alles Fragen, denen die intellektuell etwas überforderte Journalistin Philomena Cunk mit grosser Ernsthaftigkeit nachgeht. Expert:innen geben ihr Antworten, die sie aber oft nicht gelten lässt. Schliesslich hat sie mit eigenen Augen das Video im Internet gesehen, das beweist, dass der Mondflug unmöglich stattgefunden hat, weil es gar keinen Erdtrabanten gibt. «Cunk on Earth» ist schlicht genial. Noch selten wurde die Geschichte der Menschheit so witzig erzählt. Zwischendurch sorgen bissige Kommentare aber auch dafür, dass einem das Lachen im Hals steckenbleibt. Eine perfekte Mischung. - [La vita bugiarda degli adulti (Staffel 1) – Erwachsen werden ist verdammt anstrengend](https://buergler.net/la-vita-bugiarda-degli-adulti-staffel-1-erwachsen-werden-ist-verdammt-anstrengend/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Die Eltern sind guter Mittelstand, das Zuhause in einem gehobenen Quartier in Neapel. Das Leben könnte also schön sein, müsste man meinen. Aber Giovanna ist 13. Wohl einer der schwierigsten Lebensabschnitte. Die unbeschwerte Kindheit ist vorbei und das «richtige» Leben als Erwachsene noch in weiter Ferne. In dieser Zwischenphase entdeckt Giovanna nicht nur eine neue Freiheit und das Verliebtsein. Sie wird auch konfrontiert mit den grossen Lügen, die die Erwachsenen leben. Basierend auf Elena Ferrantes gleichnamigen Buch erzählt die Serie atmosphärisch dicht, wie die junge Frau mit vielen Irrungen und Wirrungen ihren Weg sucht im Neapel der 90er-Jahre. - [En helt vanlig familj (Mini-Serie) – Zu wenig Krimi, zu wenig Psychodrama, dafür zu lang](https://buergler.net/en-helt-vanlig-familj-mini-serie-zu-wenig-krimi-zu-wenig-psychodrama-dafuer-zu-lang/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Die 15-jährige Stella wird in einem Lager vergewaltigt. Ihre Eltern erstatten keine Anzeige, weil der Täter wohl ungeschoren davon käme und ein Verfahren ihre Tochter nur belasten würde. Vier Jahre später wird die Tochter verhaftet. Sie soll einen Mann ermordet haben. Eine späte Rache für die erlittene Vergewaltigung? Die Eltern wollen das nicht wahrhaben. Aus schlechtem Gewissen? Keine unspannende Ausgangslage, die diese schwedische Mini-Serie präsentiert. Doch das mit der Spannung ist das Problem von «En helt vanlig familj» (dt. «Die Lüge», engl. «A Nearly Normal Family»). Die entwickelt sich nicht in den über vier Stunden. Als 90-minütiger Fernsehfilm hätte die Geschichte wahrscheinlich funktioniert. Als Mini-Serie zieht sich alles zu sehr in die Länge, ohne die offensichtlich angestrebte emotionale Vertiefung zu erreichen. Spätestens als man erfährt, dass das Mordopfer, Stellas Freund, eine dunkle Seite hatte, kann man sich zusammenreimen, was passiert ist. Als Krimi funktioniert die Geschichte also kaum. Deshalb wäre es umso wichtiger, dass einen die Serie als Psychodrama packt. Darauf ist sie eigentlich auch angelegt, schafft es aber einfach nicht, dass man sich für das Schicksal der Figuren interessiert. Deshalb bleibt man auch ziemlich ungerührt vom moralischen Dilemma, das die Geschichte am Schluss präsentiert. - [Mrs. Davis (Mini-Serie) – Eine Nonne gegen eine K.I. und Jesus, der Falafel kocht](https://buergler.net/mrs-davis-mini-serie-eine-nonne-gegen-eine-k-i-und-jesus-der-falafel-kocht/) - ⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Eines kann man «Mrs. Davis» gewiss nicht vorhalten: Dass die Serie vorhersehbar ist. Ganz im Gegenteil. Von der ersten Szene an nimmt uns die Show mit auf einen ziemlich wilden Ritt. Da fliegen abgetrennte Köpfe durch die Gegend und eine Nonne auf einem Schimmel reitet durch die Nacht, auf der Jagd nach kriminellen Magier:innen. Um Schwester Simone dreht sich auch alles und um eine allmächtige Künstliche Intelligenz, die Mrs. Davis genannt wird, und die sich fast die gesamte Menschheit gefügig gemacht hat. Ausser eben Schwester Simone und ein paar andere Widerständler. Simone lässt sich aber auf einen Deal ein mit Mrs. Davis. Simone soll ein besonderes Artefakt finden und zerstören – den Heiligen Gral. Als Gegenleistung will sich Mrs. Davis selber abschalten. Simones Gralssuche führt sie nach England zu einem Excalibur-Wettbewerb, in den Vatikan, wo der Papst in einem Verlies sitzt oder zu einem Schiffbrüchigen namens Schrodinger, der selbstverständlich eine Katze hat. Dass sie als Nonne regelmässig Zwiegespräche mit Jesus führt, überrascht wenig. Dass Jesus bei diesen Gesprächen für seine Braut aber Falafel kocht, schon. «Mrs. Davis» ist eine herrlich überdrehte Geschichte, bei der man sich ab und zu am Kopf kratzt, wenn sie die nächste absurde Wendung nimmt. Aber sie bereitet grosses Vergnügen. - [Spielberg und 9/11](https://buergler.net/spielberg-und-9-11/) - Das Medienmagazin «On the Media» von NPR hatte ein 9/11-Thema in der letzten Ausgabe, obwohl sie das eigentlich nicht mehr machen («There's nothing new»). Aber: Sie hatten einen wirklich neuen, interessanten Ansatz. Wie spiegelt sich der Terroranschlag im Film? Und eben nicht nur in den Filmen, an die man als erstes denkt wie United 93 - [Das unheimliche Tal](https://buergler.net/das-unheimliche-tal/) - Das unheimliche Tal – hört sich an wie der Titel eines Horrorfilms und hat tatsächlich auch etwas mit Gruseln und Film zu tun. Aber ursprünglich stammt der Begriff (engl. «The Uncanny Valley») aus der Roboterforschung und beschreibt ein eigentlich paradoxes Phänomen der menschlichen Gefühlswelt. Meine kurze Erklärung in «100 Sekunden Wissen» auf DRS 2: Angst - [Alles Gute zum Geburtstag, Steven Spielberg](https://buergler.net/alles-gute-zum-geburtstag-steven-spielberg/) - Fast schon ein wenig schockierend, dass Steven Spielberg am 18. Dezember 65 Jahre alt wird. Als bekennender Fan des Starregisseurs konnte ich nicht durchgehen lassen, dass in meinem Stammsender DRS 2 keine Glückwünsche geplant waren. Eine differenzierte Betrachtung seines Werks ist in gut 100 Sekunden nicht möglich, deshalb habe ich mich zur uneingeschränkten Lobhudelei entschieden. - [A Storm for Christmas (Mini-Serie) – X-Mas-Kitsch, aber zum Glück aus dem hohen Norden](https://buergler.net/a-storm-for-christmas-mini-serie-x-mas-kitsch-aber-zum-glueck-aus-dem-hohen-norden/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Wohlfühl-Kitsch zu Weihnachten: Einerseits muss das sein. Andererseits ist einem nach dem Glücks-Gesülze meist so übel wie vom Weihnachtsgebäck, von dem man zu viel gefuttert hat. «A Storm for Christmas» verdreht einem den Magen nicht so schlimm. Ja, irgendwie ist diese norwegische Mini-Serie sogar ganz nett. Obwohl die Geschichte von dem guten Dutzend Menschen, die kurz vor Weihnachten am Flughafen in Oslo festsitzen, aus der klassischen Scriptküche stammt. Alle plagt eine Sorge, die so kurz vor den Festtagen umso schwerer wiegt. Karriereende, Krankheit, Glaubenszweifel, unglückliche Beziehung, ja selbst ein Drama um einen Hund fehlt nicht. Aber keine Angst: Kommt Weihnachten, kommt alles gut. Wieso diese Mini-Serie weniger schlimm ist als andere? Vielleicht liegts am nordischen Touch, da klingen schon die Sprachen bodenständiger. Vielleicht mache ich mir aber auch nur was vor und suche eine gute Ausrede, weshalb ich mich nicht in Grund und Boden schäme, dass ich drei Stunden in eine Schundserie investiert habe. Nein, ich bleibe dabei. Es war kurzweilig. Einzig die englischen Weihnachtsschnulzen im Soundtrack sind wirklich unerträglich. - [The Truth About the Harry Quebert Affair (Mini-Serie) – Gefälliger Krimi, aber überkonstruiert](https://buergler.net/the-truth-about-the-harry-quebert-affair-mini-serie-gefaelliger-krimi-aber-ueberkonstruiert/) - ⭐⭐⭐ (Sky Show) Zwei Namen gaben den Ausschlag, die fünf Jahre alte Serie anzuschauen, die seit kurzem neu auf Sky Show zu sehen ist: Joël Dicker und Jean-Jacques Annaud. Dicker hat die Vorlage geschrieben. Dass das Buch eines Schweizer Autors durch eine US-amerikanische Produktionsfirma als Serie umgesetzt wird, kommt nicht alle Tage vor. Dass zudem ein renommierter Regisseur wie Annaud mit dabei war, klang auch vielversprechend. Aber leider versprach ich mir etwas zu viel und es lag sowohl an Dickers Vorlage, wie auch an Annauds Umsetzung. Annaud hat das Mass nicht gefunden, den 700-seitigen Roman umzusetzen und verliert sich in schönen Landschaftsaufnahmen, verzichtbaren Szenen und unnötigen Dialogen. Zehn fast einstündige Episoden sind definitiv zu lang. Dickers Geschichte lässt sich zwar an wie ein reichhaltig ausgestatteter Krimi, der mit vielen Figuren auf zwei Zeitebenen clever spielt. Doch irgendwann wird es etwas zu bunt mit der x-ten waghalsigen Wendung, die die Geschichte nimmt, um auf eine neue Spur zu lenken, die sich auch als falsch herausstellt. Wenig hilfreich dabei sind aus meiner Sicht die beiden Protagonisten. Patrick Dempsey hat auch ohne Arztkittel vor allem die Aura eines Schönlings. Sein jüngerer Mitspieler wirkt dafür unreif und etwas bubihaft. - [Upload (Staffel 3) – Die Sci-Fi-Romcom erleidet einen Durchhänger](https://buergler.net/upload-staffel-3-die-sci-fi-romcom-erleidet-einen-durchhaenger/) - ⭐⭐⭐ (Upload) Ich war bis jetzt sehr angetan von «Upload». Eine romantische Komödie mit Sci-Fi-Touch und etwas Nervenkitzel bot eine ungewohnte und unterhaltsame Mischung. Die dritte Staffel verliert sich aber in wenig packenden Liebeswirrungen, anstatt die Handlung voranzutreiben. Erst gegen Schluss nimmt sie wieder Fahrt auf. Die beiden Hauptfiguren Nathan und Nora sind endlich ein richtiges Paar im Diesseits, nachdem Nathan aus dem digitalen Jenseits in einen neuen Körper heruntergeladen wurde. Zwei Dinge treiben die beiden um: Einerseits wollen sie die dunklen Machenschaften der Firmen aufdecken, die mit dem Upload-Geschäft skrupellos Geld machen wollen. Andererseits ist die Download-Technologie noch fehleranfällig und Nathans Kopf könnte jederzeit explodieren. Die Romanze und den Thriller mit dreckigen Firmengeschäften treibt die dritte Staffel zu Beginn voran. Dann wird der Thriller auf Eis gelegt und der Plot driftet ab in Eifersüchteleien zwischen Dies- und Jenseits. Diesen Durchhänger mögen auch die anderen Nebenplots nicht wettzumachen. Dank des Cliffhangers schreibt man die Serie nicht endgültig ab, sondern gibt einer vierten Staffel wohl noch einmal eine Chance. - [The Fall of the House of Usher (Mini-Serie) – Schön blutig und wohlig schaurig](https://buergler.net/the-fall-of-the-house-of-usher-mini-serie-schoen-blutig-und-wohlig-schaurig/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Ob Fans von Edgar Allen Poe glücklich werden mit dieser Umsetzung der Kurzgeschichte «The Fall of the House of Usher»? Nicht unbedingt, denn sie müssen sich auf eine ziemlich andere Geschichte einlassen. Horrorspezialist Mike Flanagan (u.a. «The Haunting of Hill House») macht aus den Ushers einen dysfunktionalen Familienclan, der Milliarden scheffelt mit einem Schmerzmittel (eine Anspielung an die Familie Sackler, die in den Serien «Dopesick» und «Painkiller» zu sehen war). Ihren Erfolg verdanken die beiden Familienoberhäupter Roderick und Madeline Usher einem Pakt, den sie in jungen Jahren mit einer mysteriösen Frau abgeschlossen haben. Diese Frau taucht jetzt wieder auf, als Rodericks sechs Kinder eines nach dem anderen einen grausigen Tod sterben. Flanagan schwelgt im Horror und der schauerlichen Atmosphäre von Poes Geschichten. Er bedient sich am gesamten Werk des Mysterymeisters und lässt Figuren, Erzählstränge und Orte in seine Umsetzung des Falls der Ushers einfliessen. Das ist alles schön blutig und verursacht wohligen Schauer, so dass man die leichten Längen im Storytelling verzeiht. - [Extrapolations (Staffel 1) – Starparade gegen den Klimawandel](https://buergler.net/extrapolations-staffel-1-starparade-gegen-den-klimawandel/) - ⭐⭐ (Apple TV+) / Das Staraufgebot ist überwältigend. Die Absicht der Serie ehrenwert. Aber das ist das Positivste, was sich über die Klima-Anthologie «Extrapolations» sagen lässt. Mehr als ein Dutzend grosse Namen versammeln sich vor der Kamera, um Geschichten zu erzählen, wie eine Welt aussehen könnte, in der die Erderwärmung ein katastrophales Ausmass annimmt. Ein Teil dieser Geschichten ist durchaus gelungen und vermittelt ein bedrückendes Gefühl über eine Welt, in der die Hitze am Tag tödlich ist und man ohne Ganzkörper-Schlafsack nicht überleben kann. Meistens wird die ganze Starpower allerdings verschwendet. Die Show verliert sich in menschlichen Dramen, in denen die Klimakatastrophe nur als Kulisse dient. Enttäuschend auch das Ende. Technologie, die die ganze Misere herbeiführte, rettet die Welt vor dem Untergang. Der Mensch selber ist nicht fähig, sein Verhalten zu ändern und so die Katastrophe abzuwenden. Einen nennenswerten Beitrag zur Klimadiskussion leistet «Extrapolations» damit nicht. - [Lessons in Chemistry (Mini-Serie) – Emanzipation am Kochherd](https://buergler.net/lessons-in-chemistry-mini-serie-emanzipation-am-kochherd/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Vieles ist äusserst ansprechend in dieser 50er-Jahre Emanzipationsgeschichte mit einem deftigen Schuss melancholischer Romantik. Da sind die pastellfarbenen Setdesigns und die schmucken Kleider. Eine ungemein einnehmende Hauptfigur, die sich gegen alle Widerwärtigkeiten der Zeit durchzusetzen weiss, und eine herzerwärmende Liebesgeschichte. Manchmal ist das ein bisschen dick aufgetragen. «Lessons in Chemistry» beschert einem ein wunderschön inszeniertes Wechselbad der Gefühle, das aber immer auf einer positiven Note endet. Dann wirkt die Serie etwas konstruiert. Aber das kann und sollte man ihr verzeihen. Es ist bald Weihnachten. Da darf man sich eine sehr gelungene Wohlfühlgeschichte gönnen, und sich einfach daran erfreuen. Die Chemikerin Elizabeth Zott auf ihrem Weg zu begleiten, ist eine entzückende Reise – alles in allem. Den ihr Weg ist gesäumt von vielen Rückschlägen und einer grossen Tragödie. Er führt von einem Labor, das sie verlassen muss, weil sie schwanger wird, in ein Fernsehstudio. Hier wird Elizabeth zum Star einer Kochshow trotz ihrer ziemlich hölzernen Persönlichkeit. Denn sie vermittelt den Frauen das, was sie auch für sich immer mehr erarbeitet: Ein Selbstwertgefühl, das weit über die Küche hinausreicht. - [The Wheel of Time (Staffel 2) – Eine magische Welt verliert ihren Reiz](https://buergler.net/the-wheel-of-time-staffel-2-eine-magische-welt-verliert-ihren-reiz/) - ⭐⭐ (Prime Video) Ein «reizvolles Fantasy-Universum» sei hier am Entstehen, glaubte ich nach der ersten Staffel zu erkennen. Nun, nach zwei Episoden der zweiten Staffel hat «The Wheel of Time» für mich seinen Reiz völlig verloren. Das Hauptproblem: Die Geschichte kommt nicht voran. In der ersten Staffel war der Plot simpel und abwechslungsreich: Eine Magierin sucht und findet vier junge Erwachsene, die die Welt vom Bösen erlösen sollen. Eine klassische Abenteuerreise beginnt und endet vorläufig mit einer dramatischen Niederlage. Hier steigt die zweite Staffel ein und zeigt uns die Figuren, wie sie sich langsam in einer neuen Umgebung zurecht finden. Das ist zäh erzählt, dreht sich im Kreis und machte mir klar, dass mir diese Figuren wenig bedeuten. Kommt vielleicht auch noch dazu, dass Amazon in der Zwischenzeit mit «The Rings of Power» eine Fantasyserie produziert hat, die aus meiner Sicht «The Wheel of Time» um Längen übertrifft. Sicher könnte die Serie in den restlichen acht Episoden wieder zulegen. Aber für mich hat «The Wheel of Time» zu viel an Reiz verloren, um mich bis dahin durchzuseuchen. - [The Wheel of Time (Staffel 1)](https://buergler.net/serien-tipp-the-wheel-of-time/) - ⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Die Aes Sedai (eine Art Magierin) Moiraine ist auf der Suche nach dem «Dragon reborn». Dieser wiedergeborene Drachen ist die einzige Hoffnung im Kampf gegen eine weltzerstörende Macht. In einem Dorf findet sie vier junge Erwachsene, von denen eine oder einer dieser Drache sein muss. Zu siebt beginnen sie eine Reise. Zu lesen war, dass die Serie Anklänge an «Lord of the Rings» oder «Game of Thrones» aufweist. Das erstere passt bisher eher, für das zweite fehlt es an Intrige und Machtkampf der Clans. Dennoch entsteht hier ein reizvolles Fantasy-Universum, das sich in dieser ersten Staffel recht viel sprechend anlässt. - [Loki (Staffel 2) – Der Gott des Unfugs findet seine Bestimmung](https://buergler.net/loki-staffel-2-der-gott-des-unfugs-findet-seine-bestimmung/) - ⭐⭐⭐ (Disney+) Ein Handbuch spielt eine wichtige Rolle in der zweiten Staffel von Loki. Ein Handbuch würde man sich auch manchmal wünschen, wenn man die Serie schaut. Einerseits für die Handlung selber, die bei (Zeit)Reisen ins Multiversum grundsätzlich verwirrend ist. Andererseits für die mutmasslichen und tatsächlichen Querverbindungen zum Marvel Cinematic Universe, über die in einschlägigen Websites ausgiebigst spekuliert wird. Das scheint sich zum Grundproblem der Marvel-Serien (und -Filme) zu entwickeln: Man muss sich vor- und nachbereiten, wenn man ganz mithalten will. Das fühlt dann wie Hausaufgaben an, die man erledigen muss zwischen den Episoden. Nicht, dass man völlig aufgeschmissen wäre, wenn man unbeleckt einsteigt. Man versteht schnell, dass in der Time Variance Authority, wo sich Loki jetzt befindet, der Teufel los ist nach den Ereignissen der ersten Staffel. Jetzt droht der ganze Laden in die Luft zu fliegen und damit all die Zeitstränge, die sich wie wild vermehrt haben. Loki ist der Einzige, der diese Katastrophe verhindern kann. Es macht weiterhin Spass, Tom Hiddleston als Gott des Unfugs zuzuschauen, der sich ziemlich gewandelt hat. Aber mehr als nette Unterhaltung bietet die zweite Staffel nicht. - [All the Light We Cannot See (Mini-Serie) – Ein Kriegsdrama, das kaum Emotionen weckt](https://buergler.net/all-the-light-we-cannot-see-mini-serie-emotionsloses-kriegsdrama/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Ein Kriegsdrama, in dem es um Schuld und Sühne geht, um Hoffnung in dunkelsten Zeiten, um quälendes Leid und grosse Opfer. So ein Drama müsste mitreissen und zu Tränen rühren. Bei der Buchvorlage von «All the Light We Cannot See», die mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden ist, war das offenbar der Fall. Nicht so bei der vierteiligen Mini-Serie, die einen seltsam unberührt lässt. Dabei ist die Geschichte sehr vielversprechend. Marie-Laure ist eine junge, blinde Frau, die im Zweiten Weltkrieg für die Résistance verschlüsselte Informationen übers Radio verbreitet. Ein deutscher Soldat spürt sie auf, verrät sie aber nicht, sondern beschützt sie vor den eigenen Truppen. Dazu gesellt sich ein besessener SS-Offizier auf der Jagd nach einem Diamanten. Dieser ist im Besitz von Marie-Laures Vater, der deshalb seine Tochter verlassen muss, um sie nicht in Gefahr zu bringen. Das ist gut inszeniert, auch gut gespielt. Aria Mia Loberti gibt ihr Schauspieldebüt gleich in einer Hauptrolle und steht den bekannteren Namen wie Hugh Laurie, Mark Ruffalo oder Lars Eidinger in Nichts nach. Am Schluss wirkt aber alles zu vorhersehbar und oberflächlich, als dass man emotional in die Geschichte hineingezogen würde. - [The Last of Us (Staffel 1) – Wenn schon Postapokalypse, dann bitte genau so](https://buergler.net/the-last-of-us-staffel-1-wenn-schon-postapokalypse-dann-bitte-genau-so/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) Der Hype um die postapokalyptische HBO-Show «The Last of Us» ist riesig. Vor allem, weil die Geschichte eine grosse Fangemeinde hat, die bereits das Videogame gespielt hat. Doch das kann einem egal sein. Letztlich muss die Serie als solche überzeugen. Und das tut sie von Anfang bis Ende. Was ehrlich gesagt etwas überrascht, denn Geschichten von Menschen in einer postapokalyptischen Welt haben wir schon dutzendfach gesehen. «The Last of Us» erfindet das Genre nicht grundlegend neu, aber die Show setzt andere Akzente und macht alles richtig. Angefangen bei den Monstern, die wohltuend wenig auftauchen und wenn, dann aber richtig. Dafür menschelt es sehr. Es werden rührende Geschichten erzählt und spannende Abenteuer inszeniert in einem fantastischen Setdesign. Nicht zuletzt lebt die Serie vom hervorragenden Duo Pedro Pascal und Bella Ramsey. Wie er als desillusionierter Mittfünfziger und sie als störrischer Teenager eine enge Beziehung entwickeln, ist hinreissend. Und es bleibt nicht die einzige spannende Geschichte, die die Serie erzählt. - [The Lovers (Staffel 1) – Turbulente Liebesgeschichte aus Belfast](https://buergler.net/the-lovers-staffel-1-turbulente-liebesgeschichte-aus-belfast/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) Ähnlich wie die neue Serie «Still Up» an die legendäre Romcom «When Harry Met Sally...» erinnert, kommt einem bei «The Lovers» unweigerlich «Notting Hill» in den Sinn. Ein Fernsehpromi und eine Supermarktangestellte verlieben sich und müssen die Hürden ihrer unterschiedlichen Lebenswelten überwinden. Bei Janet und Seamus ist es allerdings etwas prosaischer als damals bei Julia Roberts und Hugh Grant. Er ist zwar in England ein ziemlich bekanntes TV-Gesicht, allerdings nicht in Belfast, wo Janet lebt und sich die beiden unter abstrusen Umständen kennen- und lieben lernen. Sie will sich gerade eine Kugel in den Kopf schiessen, als er auf der Flucht vor einer Meute Jugendlicher über eine Mauer in ihren Garten springt. Die Szene hat allerdings mehr Komik als Dramatik, wie es sich für eine Romcom gehört. Was bei «The Lovers» überrascht: Politik spielt in die Liebesgeschichte hinein. «The Troubles», wie der Nordirlandkonflikt hier genannt wird, treibt einen Keil zwischen die beiden. Sie ist protestantisch, er katholisch und beide haben Narben aus jener Zeit davongetragen. Aber wie es sich für eine Romanze gebührt, stellt sich daraus vor allem die Frage: Kann die Liebe auch diesen Konflikt überwinden? - [Queen Charlotte (Mini-Serie) – Kostümkitsch trifft auf alternative Geschichtsschreibung](https://buergler.net/queen-charlotte-mini-serie-kostuemkitsch-trifft-auf-alternative-geschichtsschreibung/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) In den letzten zwei Staffeln erreichten der älteste Sohn und die älteste Tochter der Familie Bridgerton unter romantischen Irrungen und Wirrungen endlich den Hafen der Ehe. Jetzt erzählt das Prequel «Queen Charlotte», wie die deutsche Prinzessin Sophie Charlotte zu Mecklenburg-Strelitz König George III. heiratete und Königin von Grossbritannien wurde. Die Serie konzentriert sich ganz auf den Mikrokosmos des Königspaars mit seinem Hofstaat. Charlotte und George gingen 1761 eine arrangierte Ehe ein und begegneten sich am Tag der Hochzeit zum ersten Mal. Aus dieser historisch verbürgten Konstellation entwickelt die Bridgerton-Schöpferin und Produzentin Shonda Rhimes ein romantisches Liebesdrama mit Binge-Potenzial. Sie schafft den Spagat zwischen üppigem Kostümkitsch und alternativer Geschichtsschreibung. Sie thematisiert das aktuelle Anliegen gesellschaftlicher Diversität und sozialer Gleichstellung, indem sie ein Märchen aus alter Zeit auf unterhaltende und für die Gegenwart relevante Weise erzählt. - [Still Up (Staffel 1) – Lisa und Danny schlaflos in London](https://buergler.net/still-up-staffel-1-lisa-und-danny-schlaflos-in-london/) - ⭐⭐⭐ (Apple TV+) Lisa (Antonia Thomas) und Danny (Craig Roberts) haben eine Eigenschaft gemein: Sie leiden beide unter chronischer Schlaflosigkeit. Deshalb unterhalten sie sich nächtelang per Facetime über Banalitäten des Alltags bis zu den grossen Problemen in ihrem Leben. Aber Lisa und Danny sind nur beste Freunde. Natürlich nicht, wie sich schon früh zeigt. Als Lisa für Danny ein Datingprofil einrichtet, poppt als erster Match mit 91 Prozent ihr Profil auf. Was sie Danny aber verschweigt, denn Lisa ist in einer festen Beziehung. «Still Up» bedient sich des klassischen Romcom-Settings von zwei Freunden, die lange als einzige nicht begreifen, dass sie perfekt füreinander geschaffen sind. Das Problem hier ist das «lange». Es dauert lange, bis die Serie in Sachen Danny-Lisa-Liason Fahrt aufnimmt. Erst nach über der Hälfte der Serie wird es interessant. Bis dahin müssen wir uns mit einigermassen witzigen, aber doch ziemlich repetitiven Episoden begnügen. Auch wenn «Still Up» gegen Ende mehr überzeugt, wenn wirklich etwas Romcom-Stimmung aufkommt, bleibt der Gesamteindruck doch eher mässig. - [Special Ops: Lioness (Staffel 1) – Das Hohelied auf weibliche Killerkommandos](https://buergler.net/special-ops-lioness-staffel-1-das-hohelied-auf-weibliche-killerkommandos/) - ⭐⭐ (Paramount+) Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr regt mich dieser Ami-Heldinnenscheiss auf. Unter anderem genau darum, weil es hier um Heldinnen geht, die als Killerkommando für die US-Regierung unliebsame Gestalten aus dem Weg räumen. Sicher, MAGA-Anhänger:innen werden begeistert sein, wie Joe (Zoe Saldana) als Anführerin des Spezialkommandos «Lioness» mit ihrem Team ein feindliches Lager per Drohnenangriff in die Luft jagt. Aus meiner Sicht ist es zynisch, diese Militärpropaganda als Empowerment von Frauen zu verkaufen. Die Serie bedient zudem reihenweise reaktionäre, nationalistische Klischees. Letztlich ist «Special Ops: Lioness» eine selbstgerechte Verherrlichung der USA als imperiale Wohltäter der Welt. Wenn man die Ideologie für einen Moment ausblendet, sieht man einen Actionthriller, der einige Mängel aufweist. Die Figurenzeichnung ist missraten und die Dialoge sind teilweise unterirdisch. Wer Frauen auf Anti-Terror-Mission sehen will, schaut sich besser «Homeland» an oder Kathryn Bigelows Film «Zero Dark Thirty». Das sind gelungene Produktionen über Amerikas Post-9-11-Trauma. - [Liebes Kind (Mini-Serie) – Psychohorror aus Deutschland](https://buergler.net/liebes-kind-mini-serie-psychohorror-aus-deutschland/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Die Erwartungen an «Liebes Kind» waren ob der vielen Lobpreisungen hochgeschraubt. Wohl etwas zu hoch, denn am Schluss war ich leise enttäuscht. Auf der anderen Seite war ich nicht unfroh, dass der Psychohorror nicht so deftig war, wie ich das befürchtet und deshalb die Serie auf die lange Bank geschoben hatte. Potenzial für Psychohorror hat die Geschichte reichlich. Denn es geht um eine junge Frau, die entführt wurde, zwei Kinder bekam von ihrem Peiniger, und mit Tochter und Sohn in einer Bunkerwohnung gefangen gehalten wurde. 13 Jahre nach der Entführung werden die Kinder befreit und auch eine Frau, die die Kinder Mama nennen. Es ist aber nicht die Mutter der Kinder, sondern eine andere Frau. Eine von vielen anderen Frauen, die «Papa» entführt und eingesperrt hat. Der Horror, den diese Frauen und die beiden Kinder erlebten, kommt angemessen zur Geltung. Er bleibt aber etwas zu sehr auf der erträglichen – und wohl auch massentauglichen – Seite. Da hatte ich mehr erwartet, auch wenn mir die Geschichte dann schwerer aufs Gemüt geschlagen hätte. Trotzdem ist «Liebes Kind» eine sehr gelungene deutsche Netflix-Produktion. - [Lupin (Staffel 3) – Maman versaut Assanes spektakulären Abgang](https://buergler.net/lupin-staffel-3-maman-versaut-assanes-spektakulaeren-abgang/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Starker Auftakt, schwacher Mittelteil und am Schluss wieder ganz ok. Das ist das Fazit der dritten Staffel über den Meisterdieb Assane «Lupin» Diop. In den ersten beiden Episoden liefert Assane erneut, was er am besten kann: charmant und schlitzohrig die Polizei über den Tisch ziehen. Er klaut unter dem Jubel seiner Fans ein wertvolles Juwel. Es soll die letzte Tat sein. Denn Assanes Frau und sein Sohn leiden unter der Dauerbelästigung durch die Presse, die immer noch nach Schlagzeilen über Frankreichs meistgesuchten Kriminellen giert. Deshalb gehört auch Assanes Tod zum letzten Akt seiner Karriere. Auch den inszeniert er überzeugend. Doch dann macht ihm seine Mama, von der er 25 Jahre nichts gehört hat, einen Strich durch die Rechnung. Dieser Mittelteil ist ziemlich haarsträubend, weil wenig glaubhaft. Passend dazu liefert die Special-Effects-Abteilung eine CGI-Figur, deren Gesicht einem auch die Nackenhaare sträubt. Der Schluss versöhnt einen wieder einigermassen mit der bisher ja wirklich umwerfenden Figur dieses Arsène Lupin der Neuzeit. - [Ahsoka (Mini-Serie) – Diese Jedi-Ritterin musst du kennen(lernen)](https://buergler.net/ahsoka-mini-serie-diese-jedi-ritterin-musst-du-kennenlernen/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Ein wenig vertraut mit der Welt von Star Wars, aber keine Ahnung wer Ahsoka Tano ist? Keine Bange, damit ist man sicher nicht alleine. Nur wer sich auch mit den Zeichentrickserien aus diesem Universum beschäftigt hat, kennt die faszinierende Jedi-Ritterin. Man braucht aber kein Vorwissen, um jetzt einzusteigen, wenn Ahsoka als Realfigur ihre Abenteuer erlebt. Aber man muss die Fantasy-Welt von Star Wars mögen. «Ahsoka» ist wieder – nach der ziemlich anders gestrickten Serie «Andor» – eine klassische Star-Wars-Geschichte mit Jedis, Lichtschwertern, Tie-Fightern und drolligen Kreaturen. Kurz nach dem Sieg der Rebellion versuchen Anhänger des Imperiums einen verschollenen General zu finden, der den Kampf wieder aufnehmen soll. Ahsoka und ihre Verbündeten wollen das verhindern. Rätselhaft an dieser Show ist, dass Disney sie als abgeschlossene Mini-Serie angekündigt hat. Der Schluss von «Ahsoka» schreit aber förmlich nach einer zweiten Staffel. Es wäre schade, ginge ihre Geschichte nicht weiter. - [The Man Who Played with Fire (Mini-Serie) – Stieg Larsson auf der Spur von Olof Palmes Mörder](https://buergler.net/the-man-who-played-with-fire-mini-serie-stieg-larsson-auf-der-spur-von-olof-palmes-moerder/) - ⭐⭐⭐ (Sky Show) Was den Amis das Attentat auf JFK ist, ist für die Schwed:innen die Ermordung ihres Ministerpräsidenten Olof Palme. Nur viel spannender, denn der Mörder wurde jahrzehntelang nicht gefunden. Erst vor 3 Jahren und 34 Jahre nach dem Attentat haben die schwedischen Behörden einen Mann als offiziellen Tatverdächtigen benannt. Der war zu dem Zeitpunkt auch schon 20 Jahre tot. Viele bezweifeln, dass der so genannte «Scandiamannen» der Täter war. So auch die Mini-Serie «The Man Who Played with Fire», die mit noch einem bekannten aufwarten kann: Stieg Larsson. Weltberühmt als Autor der genialen «Millenium-Trilogie». Larsson hatte eigene Ermittlungen im Fall Palme angestellt. Die Unterlagen wurden vor einigen Jahren wieder entdeckt und dienten dem Journalisten Jan Stocklassa als Ausgangspunkt für weitere Recherchen. So spannend der Fall und interessant die These über die «wahren» Palme-Mörder, so nervig ist die überdramatisierte Inszenierung der Mini-Serie. Kommt dazu: Die Show ist hundsmiserabel aufbereitet durch Sky mit fehlenden Untertiteln. Wirklich schade. - [Physical (Staffel 3) – Aerobic heilt am Schluss alle Wunden](https://buergler.net/physical-staffel-3-aerobic-heilt-am-schluss-alle-wunden/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Dass Sheila Rubin es schaffen wird, war von der ersten Staffel an klar. Dort war schon zu sehen, wie sie in Zukunft als erfolgreiche Fitness-Unternehmerin im TV auftreten wird. Die Frage war immer: Welchen Preis muss sie für ihren Erfolg bezahlen. Und gelingt es ihr, dank Aerobic ihre massiven Persönlichkeitsprobleme zu heilen? In der dritten und letzten Staffel scheint sie auf dem besten Weg dazu. Ihre Bulimie ist unter Kontrolle, die selbstzerstörerische Stimme im Kopf verstummt. Und ihr Geschäft mit ihrer Freundin Greta läuft gut. Bis eine Konkurrentin auftaucht, die ihr nicht nur unternehmerisch, sondern vor allem wieder psychisch Probleme bereitet. Sheila erleidet einen Rückfall, der ihre Karriere zu zerstören droht und dazu führt, dass sie sich mit ihrer Freundin heillos zerstreitet. Aber «Physical», obwohl immer mehr Psychodrama als Komödie, endet nicht in einer düsteren Note. Das Blatt wendet sich noch einmal, auch wenn man den Schluss nicht gerade als Happy End bezeichnen kann. Schade einzig, dass die Geschichte etwas gar überhastet zu Ende erzählt wird. - [Fisk (Staffel 1) – Schräger Humor für zwischendurch](https://buergler.net/fisk-staffel-1-schraeger-humor-fuer-zwischendurch/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Australien und skurriler Humor – das kommt mir jetzt in kurzer Zeit zum zweiten Mal unter. Zuerst war da «Deadloch», die Krimikomödie, in der zwei Teenies die Schamhaare eines Mordopfers mit einem Joint in Brand setzen. In der Arbeitsplatzkomödie «Fisk» geht es ähnlich frivol zu und her. Da ist etwa ein Penismaler in Aktion zu erleben. Zur Klärung: Der Mann malt nicht Penisse, sondern er malt mit dem Penis. Etwas unerwartet dabei: Beide Serien wurden von Frauen kreiert. Bei «Fisk» zeichnet Hauptdarstellerin Kitty Flanagan auch als Autorin und Regisseurin mitverantwortlich. Sie spielt die Anwältin Helen Tudor-Fisk, die in Melbourne in einer kleinen Firma einen Neuanfang macht, nach dem Ehe und Karriere in die Brüche gegangen sind. «Fisk» startete in Australien schon 2021, ist aber bei uns erst seit kurzem auf Netflix zu sehen. Die Komödie ist abgesehen vom etwas ausgefallenen Humor nicht besonders aussergewöhnlich. Aber die Serie ist unterhaltsam und eignet sich sehr gut für einen vergnüglichen Binge-Abend. - [The Afterparty (Staffel 2) – Hochzeit mit Todesfolge](https://buergler.net/the-afterparty-staffel-2-hochzeit-mit-todesfolge/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Da hat sich Christopher Miller, Creator von «The Afterparty» eine nette und offensichtlich erfolgreiche Formel ausgedacht. Ein Mordfall, der à la Hercule Poirot untersucht wird, und ein paar Verdächtige, die ihre Sicht der Dinge à la Kurosawas «Rashomon» erzählen. Dazu hübsche Spielereien mit filmischen Genrestilen und skurrilen Figuren. Dieser Mix war in der ersten Staffel überraschend und neu. Er verliert aber auch in der zweiten Staffel keineswegs seinen Reiz. Die titelgebende Afterparty findet diesmal nach einer Hochzeit statt. Alle Teilnehmer:innen werden zu Verdächtigen für den obligaten Mord, der nach der Party geschieht. Oder besser Doppelmord: Die Opfer sind der Bräutigam und dessen geliebte Eidechse. Die Ermittlungen übernehmen drei Figuren, die wir aus der ersten Staffel kennen, darunter die Polizistin Danner. Sie hat allerdings den Dienst quittiert, um aus dem Promimord von damals mit einem Buch Profit zu schlagen. Erneut geniesst man, wie die möglichen Mörder:innen ihre Geschichten als Jane-Austen-Film oder 80er-Jahre Seifenoper erzählen. Das ist so reizvoll, dass die Aufklärung des Verbrechens eigentlich sekundär bleibt. - [Who Is Erin Carter? (Mini-Serie) – Diese Frau erledigt jeden Gegner selbst mit einer Schusswunde im Bauch](https://buergler.net/who-is-erin-carter-mini-serie-diese-frau-erledigt-jeden-gegner-selbst-mit-einer-schusswunde-im-bauch/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Eigentlich ist diese neue Netflix-Show wenig originell und inhaltlich oft haarsträubend. Aber sie ist gut gemacht, bietet spannende Unterhaltung, viel Action und ist vor allem gut besetzt. Die Plot ist altbekannt. Die Protagonistin lebt ein stinknormales Leben, hat aber ein dunkles Geheimnis in der Vergangenheit, das sie einholt und alles auf den Kopf stellt. Bei Erin Carter zerstört ein Raubüberfall in einem Supermarkt die Idylle, die sie sich mit Mann Jordi und Tochter Harper in Barcelona aufgebaut hat. Erin tötet einen der Räuber. Ihre erstaunlichen Nahkampffähigkeiten legen nahe, dass Erin nicht die harmlose Aushilfslehrerin ist, als die sie sich ausgibt. Weil ihre Vergangenheit sie jetzt einholt, zeigt sie, was sie in Sachen Kämpfen und Schiessen alles drauf hat, um ihre Familie zu beschützen. Auch wenn die Geschichte der Erin Carter völlig übertrieben inszeniert ist, bereitet sie nicht zuletzt wegen der hervorragenden Hauptdarstellerin ein beachtliches Vergnügen. - [Ragnarök (Staffel 3) – Thor muss sterben, aber er hätte ein besseres Ende verdient](https://buergler.net/ragnaroek-staffel-3-thor-muss-sterben-aber-er-haette-ein-besseres-ende-verdient/) - ⭐⭐ (Netflix) Es war eine wirklich hübsche Idee, nordische Mythologie als Coming-of-Age-Drama vor dem Hintergrund von Umweltzerstörung durch einen bösen Industriekonzern in einem norwegischen Kaff zu inszenieren. So begann «Ragnarök». Die dritte Staffel zieht den Schlussstrich unter die Geschichte. Ich war sehr gespannt, wie die Serie den letzten grossen Kampf der mächtigen Götter Thor, Odin, Tyr oder Loki inszeniert. Denn der Sage nach werden sie ihn verlieren und die Welt wird untergehen. Und dann das: Die Serie flüchtet sich im Finale in einen der ältesten und einfallslosesten Erzähltricks, wie man eine fantastische Welt, wie sie «Ragnarök» erschaffen hat, abrupt auf den Boden der Realität zurückholt. Am Ende sitzt man da und ist nicht nur von der letzten Episode enttäuscht, sondern fragt sich, ob man das Urteil über die ersten beiden Staffeln grundlegend überdenken muss. Schade haben die Drehbuchautor:innen keine bessere Idee entwickelt, wie sich nordische Mythologie mit dem Leben von jungen Erwachsenen heute verquicken lässt. - [Deadloch (Staffel 1) – Zwei Frauen jagen ein männermordendes Monster](https://buergler.net/deadloch-staffel-1-zwei-frauen-jagen-ein-maennermordendes-monster/) - ⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Bei diesem Krimi aus Down Under ist so ziemlich alles von Anfang bis Ende extrem schräg. Das beginnt bei der ersten Leiche, die an einem Strand angespült wird. Zwei junge Frauen entdecken den nackten Toten und lassen vor Schreck ihren Joint auf dessen Schamhaare fallen, die sofort Feuer fangen. Es bleibt nicht bei dieser einen Leiche. Das kleine tasmanische Kaff Deadloch wird von einer Mordserie erschüttert. Die gewissenhafte und besonnene Ortspolizistin Dulcie Collins ermittelt gemeinsam mit der aus Darwin eingeflogenen Detektivin Eddie Redcliffe, deren raubeinige Methoden die gegenseitige Beziehung von Anfang unter Dauerstress stellt. «Deadloch» ist aber kein düsterer Krimi. Die Serie verlegt sich mehr aufs komödiantische. Sie spielt durchgehend und witzig mit Geschlechterstereotypen und der Benachteiligung der indigenen Bevölkerung. Das gepaart mit dem grandiosen Ermittlerinnenduo und einer ziemlich haarsträubenden Mordserie ergibt eine sehr unterhaltsame Mischung, der man einzig vorhalten kann, dass sie etwas zu lang geraten ist. - [Secret Invasion (Mini-Serie) – Fehlstart für «Phase Five» im Marvel-Universum](https://buergler.net/secret-invasion-mini-serie-fehlstart-fuer-die-phase-five-im-marvel-universum/) - ⭐⭐ (Disney+) Disney will sparen und hat angekündigt, in Zukunft weniger und weniger teure Serien für das Marvel- und Star-Wars-Universum zu produzieren. Nach der neuesten Marvel-Serie «Secret Invasion» muss man sagen: keine schlechte Idee, denn auf solche Mini-Serien könnte man auch verzichten. Zu fantasielos die Geschichte und zu lieblos der Umgang mit einem namhaften Cast. Allen voran hätte der altgediente Nick Fury, respektive sein Darsteller Samuel L. Jackson, eine bessere Serien-Premiere verdient. Auch die Newcomerin Emilia Clarke bleibt ziemlich blass, auch wenn ihrer Figur offenbar eine grössere Rolle im Marvel-Universum zukommen soll. Was ein Grundproblem der Serie anschneidet. Worum es in den sechs Episoden geht, scheint nebensächlich. Hauptsächlich wird der Boden bereitet für kommende Ereignisse. Den hartgesottenen Fan des MCU mag das erfreuen, weil er/sie sich mit Spekulationen hintersinnen kann. Wer einfach eine gut gemachte, spannende und unterhaltende Serie schauen will, findet das Gezeigte eher langweilig und unbefriedigend. - [Good Omens (Staffel 2) – Himmlisches Sehvergnügen macht höllisch Spass](https://buergler.net/good-omens-staffel-2-himmlisches-sehvergnuegen-macht-hoellisch-spass/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Nachdem der Engel Aziraphale und der Dämon Crowley aus dem Himmel, respektive der Hölle geworfen wurden, haben es sich die beiden unter den Sterblichen gemütlich gemacht. Mit der Idylle ist es vorbei, als eines Tages ein nackter Mann vor Aziraphales Buchladen steht. Es ist der Erzengel Gabriel, der allerdings keine Ahnung hat, wer er ist und wie er auf die Erde kam. Himmel und Hölle setzten alles in Bewegung, um Gabriel habhaft zu werden, was Aziraphale und Crowley zu verhindern suchen. Welches teuflische Geheimnis hinter Gabriels himmlischem Abgang steckt, enthüllt sich erst am Schluss. Dazwischen erfahren wir in Rückblenden Episoden aus dem Leben unserer beiden Freunde. Da spielen der Urknall, Job oder auch Nazi-Zombies eine Rolle. Das Powerduo Tennet/Sheen allein bietet beste Unterhaltung. Doch die Serie geizt nicht mit weiteren Highlights. Der Schluss deutet eine dritte Staffel an. Autor Neil Gaiman muss hoffentlich nicht Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um sie realisieren zu können. - [The Blacklist (Staffel 10) – Der quälend lange Abschied von Raymond Reddington](https://buergler.net/the-blacklist-staffel-10-der-quaelend-lange-abschied-von-raymond-reddington/) - ⭐⭐ (Netflix) Es gibt eigentlich nur einen Grund, sich die zehnte Staffel von «The Blacklist» anzuschauen: Im Wissen darum, dass es die finale Staffel ist, will man erfahren, welches Ende Raymond Reddington und die FBI-Taskforce nehmen. Vielleicht, so die leise Hoffnung, gelingt es der Serie, einen originellen oder überraschenden Schlusspunkt zu setzen, nachdem sie es verpasst hat, den richtigen Zeitpunkt zum Aufhören zu finden, Leider gelingt das nicht. Die Schlussstaffel zieht sich schon fast quälend in die Länge. Sie mündet in den letzten beiden Episoden, die das Schicksal des letzten Blacklisters erzählen, der Raymond Reddington heisst und die Nummer 0 trägt. Wer erfahren will, was mit Raymond passiert, kann gleich bei Episode 20 einsteigen und sich alles andere davor schenken. Oder es ganz bleiben lassen. Denn das Ende ist ziemlich ideenlos und antiklimaktisch. Schade hat die Serie den richtigen Moment verpasst, dem grossen Ganoven Reddington einen ehrenvollen Abschied zu bereiten. - [Bonn – Alte Freunde, neue Feinde (Mini-Serie) – Wie Nazis nach dem Krieg weiter den Ton angaben](https://buergler.net/bonn-alte-freunde-neue-feinde-mini-serie-wie-nazis-nach-dem-krieg-weiter-den-ton-angaben/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Deutschland 1954. In der jungen Bundesrepublik beginnt das Wirtschaftswunder. Die Menschen blicken nach vorn. Niemand hat gross Lust, sich mit der üblen Vergangenheit zu beschäftigen. Der Präsident des Verfassungsschutzes, Otto John, ist einer der wenigen, die noch nach Kriegsverbrechern suchen. Sein Gegenspieler ist Reinhard Gehlen, Chef des Nachrichtendienstes. Gehlen hat nicht nur ehemaligen Nazis in seiner Dienststelle, er verhilft ihnen auch zur Flucht. Zwischen diese Fronten gerät die junge Toni Schmidt. Sie tritt eine Stelle an bei Gehlen, wird aber zur Informantin für John. «Bonn – Alte Freunde, neue Feinde» ist ein typischer Vertreter der deutschen Serien, die auf historischen Fakten und Personen basiert und diese geschickt mit fiktionalen Elementen garniert. Sie stellt dabei ein Thema ins Zentrum, das in anderen Serien oft eher am Rand auftaucht: die Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit kurz nach dem Krieg. Das ist spannend, vor allem weil die Geschichte von Otto John nicht so breit bekannt sein dürfte. - [Succession (Staffel 1-4) – Die meist überschätzte Serie, like, I..., um, you know, f...ing ever!](https://buergler.net/succession-staffel-1-4-die-meist-ueberschaetzte-serie-like-i-um-you-know-f-ing-ever/) - ⭐⭐⭐ (Sky Show) Zugegeben: Ich bin schon ein wenig verunsichert, ob ich schlicht ein Banause bin. Könnte das der Grund sein, dass ich's nicht checke, was den Rest der Welt an «Succession» so grenzenlos begeistert? Oder – was ich für wahrscheinlicher halte 😜 – ich habe recht, wenn ich die Serie mittelmässig finde und völlig überschätzt. Ich sehe eine Familiensaga, die mit mehrheitlich widerlichen und intellektuell teilweise massiv benachteiligten Menschen zu Beginn eine einigermassen interessante Geschichte über Macht(missbrauch), Geld, Liebe und das unersättliche Streben danach erzählt. Ab der zweiten Staffel beginnt sich die Geschichte im Kreise zu drehen und Handlung wird ersetzt durch affektierte Inszenierung. In der letzten Staffel werden die ewig gleichen Plots in noch kürzeren Abständen wiederholt, so dass einem der eigentliche ultimative Höhepunkt nur noch ein Gähnen entlockt. Auch wenn mir die Serie künftig dutzendfach um die Ohren gehauen wird als Highlight des Jahrzehnts: «Succession»ist vorbei, und das ist gut so. Mehr ist da nicht, schon gar nicht ein Platz in meiner Hitparade. - [Will Trent (Staffel 1) – Wenn Monk auf Sherlock Holmes und Oliver Twist trifft](https://buergler.net/will-trent-staffel-1-wenn-monk-auf-sherlock-holmes-und-oliver-twist-trifft/) - ⭐⭐⭐ (Disney+) Nur als Cop Kriminalfälle aufzuklären, genügt heutzutage nicht mehr. Es braucht komplexe, ausgefallene Charaktere mit hintergründigen Lebensgeschichten, um sich von den Dutzenden Krimiserien abzuheben. Das versucht «Will Trent» zu liefern und das ist gleichzeitig das Plus und das Minus der Serie. Special Agent Trent vom Georgia Bureau of Investigation (GBI) ist eine eigentümliche Figur: ziemlich neurotisch (wie der Nullerjahre-Serienheld Adrian Monk) und mit einem aussergewöhnlichen Spürsinn ausgestattet (wie Sherlock Holmes). Dazu kommt seine düstere Vergangenheit. Er wuchs (wie Oliver Twist) «im System» auf, in Kinderheimen und Pflegefamilien. Das hat ihn geprägt und macht sie zu einem verschlossenen Einzelgänger, der nur seine Jugendliebe Angela an sich heranlässt. Obwohl der Figurenmix, aus dem Will Trent besteht, einigermassen originell ist, fühlt man sich zu oft an die interessanteren Originale erinnert, wenn man ihm zuschaut. Deshalb hebt sich «Will Trent» zu wenig ab von den üblichen Cop-Serien, um wirklich zu überzeugen. - [Jack Ryan (Staffel 4) – Gelungener Abschied für den Weltenretter](https://buergler.net/jack-ryan-staffel-4-gelungener-abschied-fuer-den-weltenretter/) - ⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Zwei sehr gute Nachrichten zur vierten Staffel von Tom Clancys Jack Ryan: Es ist die letzte Staffel und sie ist wider Erwarten gut. Das Finale ist tatsächlich die beste Staffel der ganzen Serie. Das vor allem deshalb, weil Jack nicht dem Rest der Welt unter die Nase reibt, dass sie ohne Amis am A... wären. Diesmal rettet er die Amis vor sich selbst. Dass die das nötig haben, kann man heutzutage gut gelten lassen. In seiner neuen Rolle als stellvertretender CIA-Direktor stösst er auf dunkle Machenschaften, die unter dem alten Direktor im Gange waren. Letztlich laufen die USA Gefahr, dass auf ihrem Boden Terrorist:innen biologische Waffen einsetzen. Um das zu verhindern, reist Jack mit seinem alten Freund Mike und einem neuen Verbündeten um die Welt, stürzt sich in Lebensgefahr, aus der er sich wild ballernd jedes Mal wie gewohnt rettet. Es ist kein Spoiler, wenn man verrät, dass Jack am Ende als strahlender Sieger dasteht. Das ist ja der Kern der Serie, die jetzt zu Ende ist. Wirklich zu Ende? In den Büchern von Tom Clancy macht Jack noch einen weiteren Karriereschritt. Er wird Präsident. In der Serie schliesst Jack einen Wechsel in die Politik vehement aus. Hoffen wir, dass er standhaft bleibt. - [The Full Monty (Mini-Serie) – Zu alt zum Strippen, aber noch immer liebenswert](https://buergler.net/the-full-monty-mini-serie-zu-alt-zum-strippen-aber-noch-immer-liebenswert/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) 26 Jahre sind durchs Land gezogen, seit sechs arbeitslose Stahlarbeiter in einer denkwürdigen Stripshow alle Hüllen fallen liessen. Aber sieben Premierminister:innen und viele Versprechungen später ist Sheffield immer noch eine heruntergekommene Stadt, die wenig Hoffnung zu bieten hat. Immerhin haben fast alle der Ex-Stripper einen Job und schlagen sich einigermassen durch. Gross verändert haben sie sich aber nicht. Vor allem nicht Gaz, der damals die Idee zur Stripshow hatte. Er ist immer noch der Mann, der zuerst handelt und nachher denkt. Er ist aber nicht der einzige, der mit seinen Handlungen für Chaos und Aufregung sorgt. Die Serie fokussiert in jeder Episode auf eine andere Hauptfigur. Diese Geschichten sind manchmal ziemlich kurios, immer amüsant und oft mit sozialkritischem Unterton wie schon im Film. Ob die Mini-Serie für ein jüngeres Publikum funktioniert, scheint zweifelhaft. Gefallen findet man an ihr, wenn man eine anglophile Ader hat und die Nostalgie geniessen kann, die Figuren von damals noch einmal zu sehen. - [Platonic (Staffel 1) – Das «When Harry Met Sally»-Problem neu betrachtet](https://buergler.net/platonic-staffel-1-das-when-harry-met-sally-problem-neu-betrachtet/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Drei Dinge machen «Platonic» zu einer witzigen Komödie über Freundschaft, Beziehung und Midlife-Crisis: das Duo Rose Byrne und Seth Rogen, das perfekt für die Rollen geschaffen ist, die sie spielen. Ein Drehbuch, das Klischees ziemlich konsequent umschifft. Und mehr am Rande der leise australische Akzent, den Rose Byrne zum ersten Mal in einer Serie hören lässt. Dass man sich über die zehn Episoden kaum je langweilt, ist trotzdem etwas erstaunlich. Eigentlich würde die Geschichte von Will und Sylvia auch in einen zweistündigen Film passen. Passen würde das vor allem auch, weil «Platonic» letzlich die Geschichte eines anderen Films wieder aufnimmt, aber neu erzählt. Wie in «When Harry Met Sally...» geht es um die Frage, ob ein Mann und eine Frau nur Freunde sein können. Harry und Sally scheitern - zum Glück. Will und Sylvia gelingt das, ebenfalls zum Glück. Würden die beiden einfach die alte Geschichte neu und über zehn Episoden erzählen, wäre die Serie langweilig. So aber ist sie erfrischend anders und dennoch höchst amüsant. - [Not Dead Yet (Staffel 1) – Nette Komödie für zwischendurch](https://buergler.net/not-dead-yet-staffel-1-nette-komoedie-fuer-zwischendurch/) - ⭐⭐⭐ (Disney+) Es ist ja ganz nett, was uns «Not Dead Yet» auftischt. Eine Arbeitsplatz-, Beziehungs- und Midlife-Crisis-Komödie mit einem Schuss Übersinnlichem. Das unterhält, wenn man gerade nichts Besseres im Angebot findet, hinterlässt aber keinen bleibenden Eindruck. Für das Übersinnliche sind die Verstorbenen zuständig, die der Nachrufschreiberin Nell jeweils erscheinen. Das macht zwar ihren Job etwas einfacher, weil sie die Toten zu ihrem Leben befragen kann. Aber es hilft Nell wenig, ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Denn sie steht nach fünf Jahren in London und einer gescheiterten Beziehung vor einem Neuanfang. Unterstützt wird sie dabei von ihren beiden Freund:innen Sam und Dennis, die ebenfalls auf der Lokalzeitung arbeiten. Lebenshilfe erhält Nell auch von den Verstorbenen. Das ist manchmal witzig, teilweise berührend, kann auch leicht nervig werden, wenn da Puppen oder ein Hund auftauchen. «Not Dead Yet» kann man sich anschauen, ohne dass das Zeitverschwendung wäre. Einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt die Serie aber nicht. *** Disney+ - [The Days (Mini-Serie) – Detailgetreu bis zum Überdruss](https://buergler.net/the-days-mini-serie-detailgetreu-bis-zum-ueberdruss/) - ⭐⭐ (Netflix) Es waren dramatische Ereignisse, die sich nach dem Erdbeben und dem Tsunami im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi abspielten. Diese Stunden nachzuzeichnen, böte viel Stoff für eine gute Mini-Serie. Leider gelingt es «The Days» nicht, die grösste Nuklearkatastrophe des 21. Jahrhunderts spannend zu erzählen. Zumindest nicht in den drei Episoden, die ich mir angeschaut habe, bis ich gelangweilt ausgestiegen bin. Der Auftakt in der ersten Episode mit dem Erdbeben und dem gewaltigen Tsunami ist zwar gelungen. Das lässt einen den Atem stocken. Aber danach verliert sich die Serie in einer übermässigen Detailtreue über die Abläufe im KKW. Da werden Druckmessungen an Ventilen verhandelt und Millisievert-Zahlen von Dosimetern. Das funktioniert dramaturgisch überhaupt nicht. «The Days» erfüllt auch deshalb die Erwartungen nicht, weil die Serie in die Fussstapfen von «Chernobyl» tritt. Diesem Vergleich hält sie nicht stand. Vielleicht hätte es schon viel gebracht, wenn sich «The Days» auch auf fünf Episoden beschränkt hätte. Das hätte zumindest eine gewisse Verdichtung der Handlung bewirkt. - [Rabbit Hole (Staffel 1) – Diese Serie verursacht Schwindel im Kopf](https://buergler.net/rabbit-hole-staffel-1-diese-serie-verursacht-schwindel-im-kopf/) - ⭐⭐⭐ (Paramount+) John Weir (Kiefer Sutherland) ist ein Meister der Täuschung und versteht es, um sieben Ecken herum zu denken. Gleichzeitig ist er hochgradig paranoid. Eigenschaften, die ihn in seinem Beruf als Spion für Unternehmen und Firmen gelegen kommen. Bis eine Mission schiefläuft, sein bester Freund sich das Leben nimmt und sein Team bei einer Gasexplosion umkommt. Aber sind sie wirklich tot? Denn zwei andere Leichen tauchen schon in der ersten Episode quietschlebendig wieder auf. Man es ist ja gewohnt von Spionagethrillern, dass nichts ist, wie es scheint. «Rabbit Hole» treibt es damit aber ein bisschen zu bunt. Da werden pro Episode ein Dutzend Storyplots aufgegleist, um sie danach als falsche Fährte zu entlarven und nach einer weiteren Kurve doch wieder als wahr aufzutischen. Bei all diesen Twists wird einem rasant schwindlig im Kopf. Dagegen hilft nur eines: Man darf sich gar nicht erst auf die Frage einlassen, was wahr ist und was Täuschung, wenn John mit ein paar Helfer:innen einen grossen Bösewicht jagt. Dann kann man «Rabbit Hole» einen gewissen Unterhaltungswert abgewinnen. - [The Big Door Prize (Staffel 1) – Eine mysteriöse Maschine stellt das Leben in einer Kleinstadt auf den Kopf](https://buergler.net/the-big-door-prize-staffel-1-eine-mysterioese-maschine-stellt-das-leben-in-einer-kleinstadt-auf-den-kopf/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Das Leben in der Kleinstadt Deerfield ist gemütlich und ziemlich langweilig. Bis eines Tages eine geheimnisvolle Maschine im Lebensmittelladen von Mr. Johnson auftaucht. Da kann man sich reinsetzen, ein paar Münzen einwerfen und erfährt seine wahre Berufung im Leben. Die Leute stehen Schlange vor der Morpho-Maschine und stellen ihr Leben auf den Kopf, nachdem ihnen die Maschine gesagt hat, wozu sie wirklich fähig sind. Nur der Lehrer Dusty findet den ganzen Hype Humbug. Aber lange kann er sich dem Sog der Maschine auch nicht entziehen. Dusty und seine Familie stehen im Zentrum von «The Big Door Prize» und der Frage, wie man damit umgeht, wenn man plötzlich mit einer ganz neuen Berufung für sein Leben konfrontiert wird. Aber die Geschichte verästelt sich in die ganze Gemeinschaft der kleinen Stadt. Dem schaut man gerne zu und entwickelt durchaus eine gewisse Zuneigung für die Figuren. Rätselhaft bleibt aber bis zum Schluss, ob die Show sich zu einem sozialen Experiment oder zu einer Sci-Fi-Komödie entwickelt. Das ist etwas unbefriedigend. - [The Marvelous Mrs. Maisel (Staffel 5) – Ein Abschied mit Freudentränen](https://buergler.net/the-marvelous-mrs-maisel-staffel-5-ein-abschied-mit-freudentraenen/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Es ist nicht unbedingt die Regel, dass Serien den richtigen Zeitpunkt finden, um den Schlusspunkt zu setzen und die finale Staffel zudem noch ein Glanzlicht bietet. «The Marvelous Mrs. Maisel» gelingt mit der fünften und letzten Staffel beides. Die Serie spielt noch einmal all ihre Stärken aus. Die symbiotische Beziehung zwischen Midge Maisel (Rachel Brosnahan) und ihrer Agentin Susie Myerson (Alex Borstein), die unerwartete Wendungen nimmt. Midges Eltern Abe (Tony Shaloub) und Rose (Marin Hinkle), die immer ein wenig drohen, Midge das Scheinwerferlicht zu stehlen. Auch der Rest der Familie Maisel, allen voran Midges Ex-Ehemann Joel (Michael Zegen), sorgt für Lacher und romantische Momente. Wie gewohnt spielt das Ganze in einem fantastischen Setdesign, in dem nonchalant in 60er-Jahre-Kostümen geschwelgt wird. «The Marvelous Mrs. Maisel» erzählt in der finalen Staffel, wie Midge den letzten grossen Schritt auf ihrem Karriereweg macht. Die berührende Komödie hat sich damit definitiv einen Platz im Olymp des Serienhimmels verdient. ***** Prime Video - [FUBAR (Staffel 1) – Schwarzenegger ist und bleibt unlustig](https://buergler.net/fubar-staffel-1-schwarzenegger-ist-und-bleibt-unlustig/) - ⭐⭐ (Netflix) Wer hat eigentlich den Mythos in die Welt gesetzt, dass Arnold Schwarzenegger ein guter Komödiendarsteller sei? Die lustigsten Momente, die er auf der Leinwand ablieferte, waren meist unfreiwilliger Komik geschuldet. Doch bei «FUBAR» gelingt nicht einmal das. Diese Actionkomödie ist von A bis M nicht lustig. N bis Z kann ich nicht beurteilen, weil ich nach vier Episoden ausgestiegen bin. Angelehnt an den Film «True Lies» (1994) spielt Schwarzenegger wieder einen CIA-Agenten, der seinen Beruf vor der Familie geheim hält. Altersbedingt steht er als Luke Brunner kurz vor der Pensionierung. Luke wird bei seiner Abschiedsparty aber zu einer letzten Mission abberufen. Er muss eine Agentin aus einer gefährlichen Situation rausholen. Diese Agentin entpuppt sich als seine Tochter Emma, die ebenfalls ihren wahren Beruf der Familie verschwieg. Von nun an müssen die beiden zusammenarbeiten, was zu einigen Spannungen führt. Weil das aber oberklischiert inszeniert ist, bewirkte die Serie zumindest bei mir nicht einmal ein müdes Grinsen. - [Citadel (Staffel 1) – Durchgeknallter B-Serienthriller, der Spass macht](https://buergler.net/citadel-staffel-1-durchgeknallter-b-serienthriller-der-spass-macht/) - ⭐⭐⭐ (Prime Video) / Es gäbe viel zu bemängeln an diesem B-klassigen Serienthriller. Plottwists, die einem die Haare zu Berge stehen lassen. Dialoge aus einem Groschenroman. Und Figuren, die mit der Kettensäge gezimmert wurden. Aber wenn man darüber grosszügig hinwegsieht, bietet «Citadel» kurzweilige Unterhaltung. Da wird wild geballert. Es gibt viel Action und auch die Romanze fehlt nicht, natürlich in Paris. Dort hält ein Agentenpaar der Organisation Citadel seine Schäferstündchen ab. Kurz darauf wird Citadel zerstört, fast alle Agent:innen getötet. Ausser dem Pärchen. Das wird aber auseinandergerissen und lebt Jahre voneinander getrennt und vor allem ohne Erinnerung an ihre gemeinsame Vergangenheit. Das ändert sich und sie finden sich wieder, um gemeinsam gegen die Organisation zu kämpfen, die Citadel zerstört hat. Das ist natürlich alles mit vielen Komplikationen gespickt. Nichtzuletzt ist die grosse Frage, wer damals Citadel verraten hat. Es könnte sogar eine der beiden Turteltauben gewesen sein. - [Rough Diamonds (Staffel 1) – Diamanten, Drogen und Familiendramen](https://buergler.net/rough-diamonds-staffel-1-diamanten-drogen-und-familiendramen/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) / Orthodoxe Religionsgemeinschaften wirken manchmal faszinierend, oft seltsam, meist aber befremdend in einer mehrheitlich säkularisierten Welt. In der belgischen Serie «Rough Diamonds» ist das orthodoxe Leben der jüdischen Diamantenhändler Wolfson aber schlicht Alltag und nichts Besonderes. Nicht, dass es ganz ohne Reibungen ginge. Noah Wolfson hat die Familie und damit die jüdische Gemeinschaft vor Jahren verlassen. Jetzt kehrt er zurück zum Begräbnis seines Bruders, der grosse Teil der Familie ist darüber wenig begeistert. Doch bald brauchen sie Noahs Hilfe, um die Familienfirma zu retten. «Rough Diamonds» nutzt das Umfeld des jüdischen Diamantenhandels in Antwerpen geschickt, um persönliche Dramen und einen Wirtschaftskrimi zu erzählen. Allerdings gelingt es der Serie nicht, die Spannung konstant hochzuhalten. Sie hat gewisse Längen und dreht sich zwischendurch etwas im Kreis. Aber als Krimi zwischendurch eignet sich die Show durchaus. - [Alaska Daily (Staffel 1) – Das hohe Lied auf den Lokaljournalismus](https://buergler.net/alaska-daily-staffel-1-das-hohe-lied-auf-den-lokaljournalismus/) - ⭐⭐⭐ (Disney+) / Eigentlich sind Filme oder Serien mit Journalist:innen als Hauptfiguren Mogelpackungen. Denn meistens agieren sie mehr als Kriminalist:innen. Sie jagen einem Verbrechen hinterher und decken es gegen den Widerstand der Mächtigen auf. Nach diesem Prinzip funktioniert auch «Alaska Daily». Die in Ungnade gefallene Topjournalistin Eileen Fitzgerald geht der Frage nach, weshalb in Alaska so viele Gewaltverbrechen gegen Frauen nicht aufgeklärt werden. Eileen mag dabei zwar eine gute investigative Reporterin sein, sie muss aber schnell feststellen, dass Anchorage nicht Washington ist. Es dauert aber, bis sie ihre arrogante Haltung ablegt und ihren neuen Kolleg:innen vom Lokalblatt zugesteht, dass sie auch Ahnung vom Business haben. Die Recherche über das Versagen von Polizei und Politik bei der Aufklärung von Verbrechen gegen mehrheitlich indigene Frauen ist nicht nur spannend, sondern beruht auf Tatsachen. Wäre «Alaska Daily» mit etwas weniger Klischees inszeniert, wäre es eine sehr gelungene Serie. So gehört sie zum gefälligen Durchschnitt. - [Star Trek: Picard (Staffel 3) – Das letzte Abenteuer der «Next Generation»](https://buergler.net/star-trek-picard-staffel-3-das-letzte-abenteuer-der-next-generation/) - ⭐⭐⭐⭐ (Prime Video/Paramount+) / Die beiden ersten Staffeln von Picard waren zwar unterhaltsam. Aber wirklich überzeugend darzulegen vermochten sie nicht, weshalb man Admiral Picard 20 Jahre nach seinem Austritt aus der Sternenflotte aus dem Ruhestand holt. Für die alten Fans von «Star Trek: Next Generation» (TNG) war die Serie sicher eine vergnügliche Reise in die Vergangenheit. Aber eine neue Fangemeinde hat sie wohl nicht erreicht. Deshalb war es sicher die richtige Entscheidung des Studios mit der dritten Staffel aufzuhören und dafür noch einmal heftig in der TNG-Nostalgie zu schwelgen. Denn jetzt versammelt sich die ganze TNG-Crew zu einem letzten Abenteuer. Picard, Riker, Crusher, Data, LaForge, Troi und Worf müssen die Starfleet und die Föderation vor der Vernichtung bewahren. Es ist wenig erstaunlich, dass das den alten Kämp:innen gelingt. Die Geschichte der TNG-Crew findet damit einen gelungenen und würdigen Abschluss. Allerdings wird angetönt, dass die Möglichkeit eines Spin-Offs besteht. Ich bin aber skeptisch, ob das kommt. - [The Mandalorian (Staffel 3) – Der Weg führt zurück auf den Heimatplaneten](https://buergler.net/the-mandalorian-staffel-3-der-weg-fuehrt-zurueck-auf-den-heimatplaneten/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) / Der Einstieg in die dritte Staffel kann etwas verwirrend sein, wenn man die Ereignisse im Star Wars-Universum nicht eng verfolgt. Am Ende der zweiten Staffel gingen Din Djarin aka Mando, the Mandalorian, und sein Schützling Grogu aka Baby Yoda getrennte Wege. Jetzt sind sie wieder gemeinsam unterwegs. Wie es dazu kam, war in «The Book of Boba Fett» zu sehen. Djarin muss seinen Fehler wiedergutmachen, dass er seinen Helm abgesetzt hat. Deshalb reist er nach Mandalore, der Planet, der eigentlich als giftig und komplett zerstört gilt. Was aber nicht stimmt. Die Mandalorians könnten in ihre Heimat zurückkehren. Dafür müssen sie sich aber zuerst wieder vereinen und einen Todfeind besiegen, der eigentlich erledigt schien. Die dritte Staffel des Mandalorian braucht ein wenig Zeit, bis sie auf Kurs ist. Sobald aber Djarin, Grogu und Bo-Katan Kryze, die sich zum Co-Star entwickelt hat, gemeinsam in Aktion treten, wird man gut unterhalten. Neben «Andor» ist «The Mandalorian» die Serie aus dem Star Wars-Universum, die es wert ist, dass man dabeibleibt. - [The Exchange (Staffel 1) – Hier tragen Männer ein Kopftuch und Frauen schicke Kleider](https://buergler.net/the-exchange-staffel-1-hier-tragen-maenner-ein-kopftuch-und-frauen-schicke-kleider/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Eine Emanzipationsgeschichte mal etwas anders. Weniger ihr Verlauf, als der Ort der Handlung: auf der arabischen Halbinsel in Kuwait. Und zudem ziemlich extravagant und bunt, nicht was man in Arthouse-Kinos üblicherweise aus dieser Region zu sehen bekommt. Farida lebt 1987 in Kuwait. Sie ist frisch geschieden und zusammen mit ihrer Tochter Jude zurück bei ihren Eltern. Obwohl aus wohlhabendem Hause, muss sie sich bald um einen Job bemühen, um das Schuldgeld für ihre Tochter bezahlen zu können. Ihre Cousine Munira weist ihr den Weg an die Kuwaiter Börse. Die beiden Frauen sind die einzigen in dieser Männerbastion. Doch beide pflügen sich ihren Weg durch den Arbeitsalltag mit Selbstbewusstsein und Hartnäckigkeit. Die Geschichte basiert auf der Biografie der Mutter der Autorin der Serie. Sie liefert einen nicht-westlichen Blick auf das Thema Emanzipation in einer anderen Kultur. Das ist erfrischend und unterhaltsam inszeniert, auch wenn die Dialoge in manchen Szenen ziemlich holprig wirken und das Drehbuch öfters mit Stereotypen operiert. Etwas mehr Finesse wäre möglich und wünschbar gewesen. - [Fleishman Is in Trouble (Mini-Serie) – Langfädiges Lamento über die verlorene Jugend](https://buergler.net/fleishman-is-in-trouble-mini-serie-langfaediges-lamento-ueber-die-verlorene-jugend/) - ⭐⭐ (Disney+) New York, jüdische Oberschicht, egozentrische Neurotiker in der Midlife-Crisis. Dieses Milieu hat schon Woody Allen in den 1970er-Jahren zelebriert. Der grosse Unterschied zu «Fleishman Is in Trouble»: Allens Filme waren witzig und voller Selbstironie. In der Serie dagegen lamentieren ein paar Privilegierte endlos über das definitive Ende ihrer Jugend. Natürlich ist die Erkenntnis etwas deprimierend, dass einem die Welt nicht mehr zu Füssen liegt, sondern nur noch der Hund, den man den Kindern zuliebe gekauft hat. Und ja, wenn die Ehe auseinanderbricht, ist das für alle Beteiligten schmerzlich. Aber weshalb soll man den vier Hauptfiguren dabei zuschauen, wie sie quälend langsam zu dieser Einsicht kommen? Es nervt tatsächlich ziemlich, wenn diese gutbetuchten vier sich voller Selbstmitleid im vermeintlich gigantischen Elend wälzen. Dabei gibt es eine einfache Lösung, die zu Woody Allens Zeiten wenigstens noch etwas neumodisch war: Legt euch beim Shrink auf die Couch, statt uns die Hucke vollzuheulen. - [The English (Mini-Serie) – Ein Western-Juwel räumt mit dem amerikanischen Ur-Mythos auf](https://buergler.net/the-english-mini-serie-ein-western-juwel-das-mit-dem-amerikanischen-ur-mythos-aufraeumt/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) Selbst moderne Western feiern in irgendeiner Form den ur-amerikanischen Mythos von der heroischen Besiedelung des Westens durch mutige Männer. Ausser ein Engländer macht einen Western wie jetzt Hugo Blick mit «The English». Dass seine Protagonisten eine englische Lady und ein Pawnee sind, ist noch wenig aussergewöhnlich. Aber wie er den Westen zeichnet im Jahr 1890 und in Rückblenden die Jahre davor, sieht man nicht oft. Ein gesetzloses Land, in dem nur Gewalt und Gier herrschen. Das Versprechen von einem neuen Leben, das allen winkt, die fleissig sind und arbeiten wollen, ist eine grosse Lüge. Die Serie inszeniert diese Welt in faszinierenden Bildern und einem gemächlichen Erzähltempo, das einen eintauchen lässt in die Seele eines Mythos, der hier so viel glaubhafter erscheint als in vielen anderen Erzählungen. Nicht zuletzt ist «The English» bis in die Nebenrollen hervorragend besetzt, wenn auch Emily Blunt und Chaske Spencer in den Hauptrollen alle überragen. «The English» ist ein kleines Meisterwerk, an dem sich zeitgenössische Western messen lassen müssen. - [En Place (Staffel 1) – Aus der Banlieue in den Élysée-Palast](https://buergler.net/en-place-staffel-1-aus-der-banlieue-in-den-elysee-palast/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) «Frankreich ist nicht Amerika», sagt seine Mutter zu Stéphane Blé. Und meint: Auch wenn es in den USA einen Schwarzen Präsidenten gab, heisst das nicht, dass das in Frankreich möglich ist. Stéphane lässt sich davon nicht abhalten. Er war zwar mehr zufällig ins Rennen um die Präsidentschaft gestolpert. Aber jetzt will es der Jugendarbeiter aus der Banlieue wissen. Den Wahlkampf nutzt «En Place», um massenhaft Spitzen gegen den französischen Politbetrieb abzuschiessen. Ein System, das die Probleme einer grossen Bevölkerungsschicht ignoriert. Das macht die Serie mit Charme und Witz, nimmt aber die eigene Zielgruppe auch aufs Korn. Da wird über die Herkunft von anderen Schwarzen gelästert oder über das Kopftuch einer Muslimin. Der Topos des Aussenseiters, der zum Hoffnungsträger wird, ist nicht neu. Aber irgendwie erschütternd, wie das in manchen Fällen immer noch reine Utopie ist. - [The Consultant (Staffel 1) – Der Teufel im Chefsessel](https://buergler.net/the-consultant-staffel-1-der-teufel-im-chefsessel/) - ⭐⭐⭐ (Prime Video) Die gute Nachricht: Christoph Waltz mimt auch auf dem kleinen Bildschirm seine Paraderolle als lächelnder Soziopath perfekt. Die schlechte Nachricht: Das allein reicht noch nicht, um aus «The Consultant» den packenden Workplace-Thriller zu machen, den die Serie wohl gerne wäre. Waltz ist Regus Patoff, ein Berater, der nach dem Tod des Firmengründers eine serbelnde Softwarefirma wieder auf Vordermann bringen soll. Dabei geht er skrupellos und übergriffig vor, trägt aber immer ein Lächeln im Gesicht. Daraus könnte eine bösartige Abrechnung mit der angloamerikanischen Arbeitswelt werden, wie das bei «Severance» zu sehen war. Aber «The Consultant» mixt zusätzlich eine gehörige Portion Mystery in die Geschichte. Dieser Ausflug ins Übernatürliche ist mehr verwirrend als packend. Man verliert schnell die Lust, den vielen Spuren zu einem grossen Geheimnis noch zu folgen. - [Shantaram (Staffel 1) – Ein Aussie sucht im Slum sein Glück](https://buergler.net/shantaram-staffel-1-ein-aussie-sucht-im-slum-sein-glueck/) - ⭐⭐⭐ (Apple TV+) Es mag etwas befremdlich anmuten, wenn die Hauptfiguren in einer Geschichte, die in Bombay spielt, mehrheitlich Weisse sind. Aber es ist nicht ganz unlogisch, dass der Australier Dale Conti, der aus dem Gefängnis geflüchtet ist, zuerst im Kreis von anderen Expats landet. Später muss er untertauchen. Sein indischer Freund hilft ihm und versteckt ihn bei sich zuhause im Slum. Hier könnte Dale, der sich jetzt Lin Ford nennt, sein Glück finden und die Schuld seiner Vergangenheit tilgen, in dem er als Slum-Doktor hilft. Aber er gerät zwischen die Fronten eines Gangsterkriegs und auch die australische Polizei ist ihm auf den Fersen. «Shantaram» hat ein reichhaltiges Arsenal an illustren Figuren und Plots, in denen sich die Geschichte manchmal etwas verliert. Aber grundsätzlich ist es eine spannende Reise, die der Ex-Häftling in einem fremden Land antritt. - [Jack Ryan (Staffel 3) – Der Mann, der den Atomkrieg verhindert](https://buergler.net/jack-ryan-staffel-3-der-mann-der-den-atomkrieg-verhindert/) - ⭐⭐⭐ (Prime Video) Wenn's spukt, holt man die Ghostbusters. Und wen holt man bei einer internationalen Krise, die zu einem Atomkrieg ausufern könnte? Jack Ryan! Zuverlässig wie immer erledigt der CIA-Mann auch in dieser Staffel seinen Job. Diesmal muss er eine abtrünnige Fraktion in der russischen Regierung zur Strecke bringen und auch gegen Widerstände in den eigenen Reihen ankämpfen. Bis er den Job erledigt hat und in den Sonnenuntergang reiten kann, gibt es reichlich Action und einige Rettungsaktionen in letzter Sekunde. Das ist spannend inszeniert und geht problemlos als guter Thriller durch. Allerdings darf man sich nicht zu sehr über das simple Weltbild der Serie aufregen, wo alle Amis gut, die Europäer etwas doof und die Russen (meistens) böse sind. - [Mythic Quest (Staffel 3) – Die Nerds begeistern weiter](https://buergler.net/mythic-quest-staffel-3-die-nerds-begeistern-weiter/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Apple TV+ hat sich zum besten Anbieter von «Workplace-Comedies» gemausert. «Severance» war zwar etwas dystopisch, aber dennoch witzig. «Ted Lasso» heimst verdientermassen jene Menge Preise ein. Und «Mythic Quest» begeistert weit über das Feld der Nerds hinaus, die allein schon das Gamer-Umfeld dieser Firma lieben. Die dritte Staffel von «Mythic Quest» zeigt dabei keine Ermüdungserscheinungen in Sachen Witz und Unterhaltungswert. Was nicht selbstverständlich ist. Der Trick dabei: Wir treffen zwar wieder auf alle alten und liebgewonnenen Figuren. Aber die Konstellationen wurden einmal wild durcheinander geschüttelt. Das Power-Duo Ian und Poppy hat eine neue Firma gegründet. Das Grundproblem ihrer chaotischen Beziehung löst das allerdings nicht. In der alten Firma sitzt David jetzt an der Spitze. Seine Harmoniesucht ist allerdings nicht die beste Voraussetzung für den Job. Ohne seine knallharte Assistentin Jo wäre er verloren. Auch Brad taucht wieder auf. Als Knacki auf Bewährung wird er jetzt Hausmeister und coacht Rachel in seinem alten Job. Wie die alten Bekannten in ihren neuen Rollen sich (nicht) zurechtfinden, amüsiert ausgesprochen gut. - [The Witcher: Blood Origin (Mini-Serie) – Für Hardcore-Fans und Fantasy-Buffs](https://buergler.net/the-witcher-blood-origin-mini-serie-fuer-hardcore-fans-und-fantasy-buffs/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Das Prequel zur erfolgreichen «Witcher»-Reihe von Netflix bezieht ziemlich Haue von den Kritiker:innen und auch die Fans sind nur mässig begeistert. Das ist nicht ganz unberechtigt, aber «The Witcher: Blood Origin» hat auch einige Pluspunkte vorzuweisen. Vorab die Länge. Geradlinig und ohne Schnickschnack erzählt die Mini-Serie ihre Geschichte in vier Episoden und drei Stunden Laufzeit. Das könnten sich manche Kinofilme, die auch nicht viel kürzer sind, als Vorbild nehmen. Dann der Inhalt: «The Witcher: Blood Origin» erzählt eine klassische Fantasy-Quest wie aus dem Lehrbuch. Sieben Figuren finden zusammen, um eine grosse Aufgabe zu bewältigen. Das zeigt die Serie ohne grosse Schwächen, allerdings kann man ihr auch keine Stärken attestieren. So bedient die Serie zwei Zielpublika: Fantasy-Fans, die Elfen, Magier und Zwerge lieben. Und die «Witcher»-Verehrer:innen, die in diesem Prequel erfahren, wie zwei wichtige Ereignisse im Witcher-Universum zustande kamen. Aber am Ende wird «The Witcher: Blood Origin» ein Intermezzo bleiben, das die Wartezeit auf die dritte Staffel des grossartigen «Witcher» etwas verkürzt hat. - [Limitless (Staffel 1) – Gesünder leben (und sterben) mit Chris Hemsworth](https://buergler.net/limitless-staffel-1-besser-leben-und-sterben-mit-chris-hemsworth/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Chris Hemsworth ist als Thor im Marvel Cinematic Universe unsterblich. Jetzt will er zwar nicht das ewige, aber immerhin das lange und gesunde Leben erlangen. Dazu lässt er sich auf eine Reihe von ziemlich wahnwitzigen Herausforderungen ein, bei denen wir ihn begleiten und immer wieder einen Blick in seine tiefblauen Augen und auf seinen beeindruckenden Oberkörper werfen dürfen. Das macht von Beginn an Spass, imponiert mit tollen Bildern von wunderschönen Drehorten. Und hat auch eine Prise (australischen) Humor. Auf die Frage, ob ihm die bevorstehende Aufgabe Sorgen bereite, meint Hemsworth lakonisch: «Ja, mein möglicher Tod beunruhigt mich.» Selbstverständlich werden aber immer alle nötigen Massnahmen getroffen, dass der Superstar nicht 270 Meter in die Tiefe stürzt, im eisigen Wasser ertrinkt oder in der Flammenhölle umkommt. Dass aber in der letzten Episode Alter, Sterben und Tod tatsächlich thematisiert werden, kommt löblich überraschend. Denn die Selbstoptimierung, die Expert:innen für Langlebigkeit immer wieder mit einigem Pathos proklamieren, nervt mit der Zeit ein wenig. Da versöhnt der Schluss mit seiner Botschaft: Auch das gesündeste Leben endet mit dem Tod. - [The Peripheral (Staffel 1) – Gute Science-Fiction, aber nervig reaktionär](https://buergler.net/the-peripheral-staffel-1-gute-science-fiction-aber-nervig-reaktionaer/) - ⭐⭐⭐ (Prime Video) Die Voraussetzungen sind vielversprechend. Die Romanvorlage für «The Peripheral» stammt von William Gibson, dem Autor von «Neuromancer» und Begründer des Sci-Fi-Subgenres Cyberpunk. Als Produzent:in zeichnen unter anderen Jonathan Nolan und Lisa Joy, die die «Westworld»-Serie kreierten, die zwar gerade ein etwas unrühmliches Ende fand. «The Peripheral» bietet auch einiges an Spannung, Action und nur leicht verwirrende Zeitreisen. Die Protagonistin Joy reist 2032 aus dem US-amerikanischen Hinterland per neuartigem Headset in ein dystopisches London im Jahr 2099. Dort steuert sie einen lebensechten Humanoiden, einen sogenannten «Peripheral». Lynnes Job wird es sein, ein zukünftiges weltzerstörendes Ereignis zu verhindern. Das alles ist sehr ok. Wenn da nicht diese nervige, reaktionäre Gegenwart wäre in Lynnes hinterwäldlerischem Kaff, wo ihr Bruder mit seinen Ex-Marine-Kumpels das Kriegsveteranentum und Wildwest-Romantik abfeiert. Ein ziemlich absurder Drogenbaron, der das Kaff dominiert, und die Mama-Manie von Lynne trüben die Geschichte zusätzlich. Wer sich darüber wenig nervt als ich, kann der Serie wohl einen höheren Unterhaltungswert abgewinnen. *** Amazon - [1899 (Staffel 1) – So mysteriös wie «Dark», aber (noch) nicht so packend](https://buergler.net/1899-staffel-1-so-mysterioes-wie-dark-aber-noch-nicht-so-packend/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Man kommt nicht darum herum, die neue Serie von Baran bo Odar und Jantje Friese mit ihrem genialen Erstling zu vergleichen. Dabei kann einem «1899» fast etwas leidtun. Denn im Vergleich mit «Dark» kann sie eigentlich nur verlieren. Das tut sie auch. Wenn wir mit der Schwäche beginnen: «1899» bringt uns auf einen Auswanderungsdampfer, auf dem wir den unterschiedlichsten Menschen begegnen. Sie alle fliehen vor ihrer Vergangenheit. Diese Geschichten bekommen wir in Versatzstücken erzählt. Aber nur die wenigsten scheinen am Schluss tatsächlich relevant für das grosse Geheimnis, um das sich «1899» dreht. Das macht den Erzählfluss etwas zäh und fühlt sich ein bisschen so an, als ob uns die Macher:innen absichtlich auf falsche Fährten locken wollen. Es dauert deshalb seine Zeit, bis die Geschichte einen endlich fesselt. Dann nämlich, wenn langsam immer klarer wird, dass die vordergründig grossen Fragen eigentlich falsch gestellt sind. Dieses Verwirrspiel bauen bo Odar und Friese auch hier sehr gelungen auf. Dass am Schluss sowieso alles anders kommt, als man es sich im Verlauf der Episoden zusammenreimt, ist dabei keine Enttäuschung, sondern der grosse Spass am Ganzen. - [Babylon Berlin (Staffel 4) – Morgenröte des Faschismus](https://buergler.net/babylon-berlin-staffel-4-die-nazis-kommen/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Sky Show / ARD) «Babylon Berlin» überzeugt auch in der vierten Staffel als beeindruckendes Zeitgemälde. Starke Figuren inmitten von Dramen, Verbrechen und ein paar wenigen Momenten des Glücks und der Freude in einer Zeit des radikalen Umbruchs. Die Wirtschaftskrise der grossen Depression ist weiterhin spürbar. Aber langsam dräut die nächste Katastrophe am Horizont. SA-Schergen randalieren in den Strassen Berlins. Noch ist der Einfluss der Nazis marginal, aber sie unterwandern immer mehr das System. Als Kontrast zeigt die Serie das jüdische Leben im Scheunenviertel, das damals Berlin noch mehr prägte. Im Untergrund bekriegen sich die kriminellen Ringvereine. Im Moka Efti tanzen Paare bis zum Umfallen für eine Siegprämie von 1000 Reichsmark. In all diese Geschichten verwickelt sind die uns bestens bekannten Figuren Gereon Rath, Charlotte Ritter, ihre Schwester Toni oder Alfred Nyssen, der Raths ehemalige Geliebte Helga heiratet. Und einige mehr. Überschattet wird die vierte Staffel «Babylon Berlin» einzig von den «Querdenker»-Entgleisungen des Hauptdarstellers Volker Bruch. Das kann man ihm persönlich vorhalten. Der Serie aber nicht. Deren Qualität tut das keinen Abbruch. - [The Good Fight (Staffel 6) – Die ultimative Serie der Trump-Ära sagt Goodbye](https://buergler.net/the-good-fight-staffel-6-die-ultimative-serie-der-trump-aera-sagt-goodbye/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Paramount+ / Disney+ / Prime Video) Es endet, wie es begann: mit Donald Trump. Das passt. Keine Serie hat den Niedergang der USA unter dem orangen Popanz so kontinuierlich begleitet wie «The Good Fight». Polizeigewalt, Fake News, Covid-Krise, Impeachment, Sturm aufs Kapitol – alles berührte das Leben von Diane Lockhart und ihren Anwaltskolleg:innen. Dass der Schrecken noch lange nicht vorbei ist, zeigt sich in der letzten Staffel. Obwohl jetzt Biden im Weissen Haus sitzt, ist Trumps Vermächtnis präsent. Vor Dianes Büro ziehen «White Supremacist»-Aktivist:innen durch die Strassen und skandieren «You will not replace us». Es herrscht Chaos und ein Bürgerkrieg scheint nicht ausgeschlossen. So schlimm kommt es doch nicht. Aber «The Good Fight» klingt nicht mit einem Happy End aus. Optimismus ist nicht angesagt in den USA. Dann steht da im Abspann noch: «This all happened». Was natürlich nicht stimmt. Es ist Fiktion. Aber wenn dannzumal die Grosskinder fragen, wie das war mit diesem Trump, kann man ihnen sagen: Schaut euch diese Serie an. Die trifft's sehr gut. - [The Resort (Staffel 1) – Mystisches Abenteuer als Paartherapie](https://buergler.net/the-resort-staffel-1-mystisches-abenteuer-als-paartherapie/) - ⭐⭐⭐ (Sky Show) «The Resort» beginnt ziemlich schleppend, unterhält leidlich gut im Mittelteil und ist am Schluss recht befriedigend. Aber man fragt sich: Was war das für eine Geschichte? Da steht am Anfang die Beziehungskiste von Emma und Noah. Die beiden reisen zu ihrem zehnten Hochzeitstag in ein Resort nach Mexiko. Es könnten ihre letzten Ferien sein, die Ehe kriselt. Doch dann stürzen sie sich in ein Abenteuer. Sie wollen aufklären, was mit zwei jungen Feriengästen vor 15 Jahren passiert ist, die spurlos verschwunden sind. Aus der Beziehungskiste wird ein Mystery-Thriller, der sie zu einem verlassenen Hotel führt und zur Geschichte seines exzentrischen Besitzers. Damit nicht genug: Sie entschlüsseln das Rätsel eines Buches, das einen Ort mit magischen Fähigkeiten verrät. Was als Paartherapie beginnt und an «The White Lotus» erinnert, endet in einer Höhle, die in eine Fantasiewelt à la Narnia passen könnte. Leicht verwirrend also diese Reise des Paars in der Krise, aber durchaus abwechslungsreich erzählt. - [The Watcher (Mini-Serie) – Gruselig sind nur die Ungereimtheiten im Drehbuch](https://buergler.net/the-watcher-mini-serie-gruselig-sind-nur-die-ungereimtheiten-im-drehbuch/) - ⭐⭐ (Netflix) Manchmal fragt man sich, weshalb sich gute oder zumindest solide Schauspieler:innen für missglückte Projekte wie «The Watcher» hergeben. Immerhin: An Naomi Watts, Bobby Cannavale, Mia Farrow oder Jennifer Coolidge liegt es nicht, dass die Gruselstory über ein Prachthaus in New Jersey und seine neue Besitzerfamilie so wenig überzeugt. Dem Ehepaar mit den beiden Kindern kauft man noch ab, dass sie panisch reagieren, als sie furchterregende Briefe von einem geheimnisvollen «Watcher» erhalten. Auch dass Familie, Beziehung und die Arbeit darunter leiden, leuchtet ein. Aber dann folgt die Suche nach dem bedrohlichen «Watcher». In jeder Episode werden immer wirrere Fäden gesponnen, Verdächtige ins Licht gerückt, verworfen, tauchen wieder auf. Die Logik bleibt da manchmal auf der Strecke. Gewisse Plots sind nicht nur abstrus, sondern schlicht unmöglich. Andere Twists dagegen sind völlig vorhersehbar. Diesen Schwächen des Drehbuchs hängt man dauernd nach. Das Drama, das die Familie an den Rand des Zusammenbruchs führt, bleibt einem ziemlich egal. - [She-Hulk: Attorney at Law (Staffel 1) – Mehr als nur eine weitere Marvel-Serie in Grün](https://buergler.net/she-hulk-attorney-at-law-staffel-1-mehr-als-nur-eine-weitere-marvel-serie-in-gruen/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Eingefleischte Marvel-Fans scheinen ihre liebe Mühe zu haben mit «She-Hulk». Das erstaunt nicht. Die neueste Marvel-Superheldin ist keine herkömmliche Weltenretterin wie die Avengers-Truppe. Jen Walters aka She-Hulk will dieses Super-Tamtam gar nicht. Aber da sie jetzt dazugehört, nutzt sie ihren Status auch mal selbstbewusst für persönliche Zwecke wie fürs Dating. Deshalb und weil Jen ihren Beruf als Anwältin nicht aufgeben will, erlebt sie ganz andere Geschichten als ihre Super-Kolleg:innen. Das ist witzig und vor allem von Tatiana Maslany lustvoll gespielt. Oft angereichert mit direkten Kommentaren in die Kamera, die selbstironisch die Marvel-Maschinerie auf die Schippe nehmen. Logisch, dass diejenigen darüber nicht lachen können, für die das Marvel-Universum eine ernste Angelegenheit ist. Alle anderen können sich an einem gelungenen Genremix aus Superheld:innen- und Anwaltsserie erfreuen. Vielleicht auch am Wiedersehen mit einer schmerzlich vermissten Marvel-Figur. - [The Imperfects (Staffel 1) – Ein billiger Abklatsch von «Stranger Things» und Co.](https://buergler.net/the-imperfects-staffel-1-ein-billiger-abklatsch-von-stranger-things-und-co/) - ⭐ (Netflix) Ich habe mich durch alle zehn Episoden von «The Imperfects» gekämpft. Getrieben vom naiven Glauben, dass es doch besser werden müsse. Aber nein. Die Geschichte von drei jungen Erwachsenen, die von einem bösen Wissenschaftler als Versuchskaninchen missbraucht werden, ist von der ersten bis zur letzten Minute schlicht miserabel. Eine Story ohne Spannungsbogen, mit billigen Spezialeffekten, eindimensionalen bis nervigen Figuren und Darsteller:innen, die kaum mehr als zwei Gesichtsausdrücke beherrschen. Natürlich gehöre ich nicht zur Zielgruppe. Da alle in der Serie über 30 eindeutig zu den Bösen gehören, fehlt mir die Identifikationsfigur (oder genau auch nicht :-)). Aber es kann ja wohl nicht reichen, einfach ein paar Twens vor die Kamera zu stellen und sie durch eine dröge Geschichte stolpern zu lassen. Gute Coming-of-Age-Serien wie «Strangers Things», die das Gegenteil beweisen, gibt es genug. «The Imperfects» ist nur ein billger Abklatsch davon. - [Mr. Mayor (Staffel 1&2) – Sonniger Humor im Rathaus von L.A.](https://buergler.net/mr-mayor-staffel-12-sonniger-humor-im-rathaus-von-l-a/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) Unter der Sonne Kaliforniens wird auch Tina Feys Humor fröhlicher und unbeschwerter. Zusammen mit Robert Carlock zeichnet sie verantwortlich für «Mr. Mayor». Der Bürgermeister, das ist Ted Danson als Neil Bremer. Eigentlich Millionär im Ruhestand, will er seiner Teenager-Tochter beweisen, dass er es noch draufhat, und kandidiert für das Amt. Zum Entsetzen seiner Wahlkampfleiterin wird er tatsächlich gewählt. Denn von Politik hat Bremer keine Ahnung. Das beweist er gleich mit seiner ersten Amtshandlung, dem Verbot von Strohhalmen. Das läuft ziemlich schief, weil er nicht bedachte, dass sich Behinderte diskriminiert fühlen könnten. Es ist nicht die letzte Herausforderung, mit der sich der Bürgermeister und sein Team konfrontiert sehen. Eine Avocado-Knappheit oder eine Läuseplage werden noch folgen. Das alles ist mit einer hohen Pointenkadenz und einem sehr gefälligen Figurenensemble inszeniert. «Mr. Mayor» eignet sich bestens, um sich am Abend mit drei Episoden eine Stunde lang zu vergnügen. - [The Undeclared War (Staffel 1) – Cyberthriller mit zu viel Zeitgeist-Beigemüse](https://buergler.net/the-undeclared-war-staffel-1-cyberthriller-mit-zu-viel-zeitgeist-beigemuese/) - ⭐⭐⭐ (Sky Shjow) Eigentlich könnte «The Undeclared War» eine spannende Dystopie sein, die die Verwundbarkeit eines Staates durch Cyberattacken und Fake News drastisch vor Augen führt. Leider verliert sich die Serie aber in zahlreichen Plots, die offenbar den mutmasslichen Anforderungen des Zeitgeists gerecht werden wollen. Klar erzählt man heute einen Spionagethriller nicht mehr aus der Machtoptik von alten weissen Männern. Weshalb sich aber die junge Heldin Saara nicht auf die Abwehr eines Cyberangriffs konzentrieren kann, der Weltuntergangsausmasse anzunehmen droht, leuchtet nicht ein. Sie ist nicht nur Muslima und muss sich von ihrem Bruder anhören, dass sie ihre unterdrückte Gemeinschaft verrät, weil sie für den repressiven Staat arbeitet. Sie hat auch Probleme mit dem Vater. Dann entdeckt sie noch ihre queere Seite, was zu Beziehungsproblemen mit dem Freund führt, der seinerseits als guter linker Aktivist von bösen Rechten verprügelt wird. Was der Serie wohl Tiefe und Vielfalt geben sollte, ist letztlich nur Ballast, der vom spannenden Kern der Geschichte unnötig ablenkt. - [A League of Their Own (Staffel 1) – Zum Glück nur wenig Baseball, dafür starke Frauengeschichten](https://buergler.net/a-league-of-their-own-staffel-1-zum-glueck-nur-wenig-baseball-dafuer-starke-frauengeschichten/) - ⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Man muss Baseball nicht verstehen oder Fan dieser eigentümlichen Sportart sein, um an dieser Serie Gefallen zu finden. Die Gründung der «All-American Girls Professional Baseball League» dient «A League of Their Own» nur als Kulisse für ein Sittengemälde der USA in den frühen 1940er-Jahren. Möglicherweise erinnern sich manche auch noch an den gleichnamigen Film von Penny Marshall mit Geena Davis, Madonna und Tom Hanks. Die Serie ist aber keineswegs ein Remake. Zum Glück. Das würde heute wohl etwas angestaubt wirken. Neben der Emanzipation fokussiert die Serie auf Diversität. Sie erzählt die Geschichten von Homosexuellen, Transmenschen, Schwarzen Frauen und Latinas. Das geschieht nicht mit aktivistischem Zeigefinger, sondern mit Charme, liebevoll gezeichneten Figuren und Humor. «A League of Their Own» ist eine sehr gelungene Neuauflage einer vermeintlich bekannten Geschichte. - [The Lørenskog Disappearance (Mini-Serie) – Ein Kriminalfall, der die Erwartungen unterläuft](https://buergler.net/the-lorenskog-disappearance-mini-serie-ein-kriminalfall-der-die-erwartungen-unterlaeuft/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Am 31. Oktober 2018 verschwindet die 68-jährige Anne-Elisabeth Hagen aus ihrem Haus in einem Vorort von Oslo. Sie wurde offenbar entführt. «The Lørenskog Disappearance» schildert die schwierigen und langwierigen Ermittlungen der Polizei in diesem Fall, der auf Tatsachen beruht. Die Serie beleuchtet auch die Arbeit der Medien und der Anwälte, versucht dabei auch, etwas kritisch zu sein, nicht immer erfolgreich. Dennoch lässt sich der Serie eine gewisse Faszination nicht absprechen. Wenn am Anfang auf Tag 2, Tag 5, Tag 11 der Ermittlungen plötzlich Tag 47 folgt, entspricht das nicht dem, was wir üblicherweise erwarten. Darin liegt der Reiz, in der zähen und oft frustrierenden Arbeit der Ermittler:innen, die nüchtern geschildert wird. Wer sich diesem Reiz hingeben will, googelt besser nicht, was wirklich passiert ist. Darin liegt das Frustpotenzial für die Zuschauer:innen. - [Dr. Death (Staffel 1) – Ein gefährlicher Pfuscher konnte jahrelang unbehelligt operieren](https://buergler.net/dr-death-staffel-1-ein-gefaehrlicher-pfuscher-konnte-jahrelang-unbehelligt-operieren/) - ⭐⭐⭐ (Sky Show) Der Titel sagt es schon: «Dr. Death» ist keine herkömmliche Arztserie. Es ist die wahre Geschichte eines unfähigen Arztes, der Patient:innen zu Krüppeln operierte. Das ist nichts für schwache Nerven, auch wenn die Szenen im Operationssaal zurückhaltend inszeniert sind. Aber wir wissen schon von Anfang an, dass dieser Dr. Duntsch unfähig ist und jeder seiner Handgriffe das Leben des Patienten auf dem OP-Tisch gefährdet. Auf der anderen Seite ist Duntsch nicht nur uneinsichtig, was seine Fehler angeht. Er ist selbstherrlich und leidet an krankhafter Selbstüberschätzung. Zwei Arztkollegen und eine Staatsanwältin wollen ihn hinter Gitter bringen. Das erweist sich trotz der über 30 Opfer von Duntsch als schwierig. Was nur angedeutet wird in dieser True-Crime-Serie, ist das Versagen des Rechts- und Gesundheitssystems von Texas. Nur deshalb konnte «Dr. Death» jahrelang unbehelligt arbeiten. - [Black Bird (Mini-Serie) – Bedächtige Reise in die Hölle](https://buergler.net/black-bird-mini-serie-bedaechtige-reise-in-die-hoelle/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Jimmy Keene hat zehn Jahre Gefängnis kassiert für Drogenhandel. Da macht ihm das FBI ein einmaliges Angebot. Er soll als Spitzel einen pädophilen Mörder aushorchen und ihm ein Geständnis entlocken. Als Gegenleistung käme Jimmy frei. Für Jimmy eigentlich kein Ding. Mit seiner gewinnenden Art fällt es ihm leicht, das Vertrauen von Menschen zu gewinnen. Angst hat Jimmy nur vor der Brutalität im Hochsicherheitsgefängnis. Doch der wahre Horror wartet auf Jimmy in der Gestalt des Mörders Larry Hall und dessen grauenvollen Taten, die er ihm anvertraut. «Black Bird» basiert auf einer wahren Geschichte. Sie verzichtet aber darauf, den Kriminalfall spektakulär nachzuzeichnen. Stattdessen ist es eine fast bedächtige Reise in die Abgründe der menschlichen Psyche. Atmosphärisch dicht erzählt, mit hervorragenden schauspielerischen Leistungen. - [Wedding Season (Staffel 1) – Hochzeitskomödie mit Nervenkitzel](https://buergler.net/wedding-season-staffel-1-hochzeitskomoedie-mit-nervenkitzel/) - ⭐⭐⭐ (Disney+) Was kommt heraus, wenn man den Hochzeitsklassiker «Four Weddings and a Funeral» mit einem Hitchcock-Thriller à la «North by Northwest» mixt? Genau: «Wedding Season». Die Serie erreicht zwar nicht ganz das Niveau seiner ziemlich offensichtlichen Vorbilder, aber bietet verzwickte Rom-Com-Plots und aufregende Verfolgungsjagden. Verfolgt werden Katie und Stefan – von brutalen Mobstern, aber auch von der Polizei. Denn Katies Hochzeit lief ziemlich schief. Beim Hochzeitsessen segnet ihre ganze neue Verwandtschaft das Zeitliche, inklusive des frisch Angetrauten. Weil nur Katie überlebt, ist sie die Hauptverdächtige. Stefan ist der einzige, dem Katie noch trauen kann, obwohl die beiden eine höchst komplizierte Beziehung haben. Ihre Flucht bringt sie in die schottischen Highlands und bis nach Texas, aber nicht immer näher zusammen. - [The Flight Attendant (Staffel 2) – Kaley Cuocos überdrehte Selbstinszenierung](https://buergler.net/the-flight-attendant-staffel-2-kaley-cuocos-ueberdrehte-selbstinszenierung/) - ⭐⭐⭐ (Prime Video) Cassie will neu anfangen. Sie zieht nach Los Angeles, schwört dem Alkohol ab und hat einen Freund, mit dem es ziemlich ernst zu sein scheint. Aufregung in ihrem Leben bietet ihr Nebenjob bei der CIA. In deren Auftrag beobachtet sie eine Zielperson in Berlin. Doch der Mann fliegt durch eine Autobombe in die Luft, getötet durch eine Frau, die wie Cassie aussieht, sogar dasselbe Tattoo hat. Alles ein bisschen zu viel für die schnell hyperventilierende Ex-Alkoholikerin. Aber auch fürs Publikum. «The Flight Attendant» wechselt in voller Fahrt zwischen Komödie, Thriller und Drama, dass einem fast schwindlig wird. Wo der Schwerpunkt liegt, bleibt unklar. Einzig, dass Hauptdarstellerin Kaley Cuoco im Mittelpunkt steht. Immer. Der gut besetzte weitere Cast geht daneben leider völlig unter. Cassie/Kaley duldet niemand anderen im Scheinwerferlicht. - [Kleo (Staffel 1) – «Killing Eve» auf Ostdeutsch](https://buergler.net/kleo-staffel-1-killing-eve-auf-ostdeutsch/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Wer von Villanelle aus «Killing Eve» begeistert war, wird auch an Kleo Straub seine helle Freude haben. Kleo lebt Ende der 80er-Jahre in Ost-Berlin und ist eine Auftragskillerin der Stasi. Die «Firma» lässt Kleo nach einem Einsatz in West-Berlin aber fallen. Kleo wird Spionage angehängt und sie verschwindet hinter Gittern. Nach dem Mauerfall kommt Kleo frei und sie hat nur eines im Sinn: Rache. Das tönt nach einem Thriller mit viel Blut und Gewalt. Ist es auch. Aber gleichzeitig eine spritzige Komödie mit einem guten Schuss Ostalgie und ein paar überdrehten Figuren. Da gibt es den Wessi, der sich als Ausserirdischer vorstellt, den «lila Drachen», was der Spitzname von Margot Honecker war. Oder den bundesdeutschen Polizisten Sven, der Kleo jagt, damit aber hoffnungslos überfordert ist. «Kleo» unterhält bestens von Anfang bis zum Ende, das vielleicht nicht der Schluss der Serie ist, wie angedeutet wird. Staffel 2 würde ich mir gerne anschauen. - [Devs (Mini-Serie) – Quantencomputer gegen den freien Willen](https://buergler.net/devs-mini-serie-quantencomputer-gegen-den-freien-willen/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Ihr Freund Sergei verschwindet nach seinem ersten Arbeitstag im «Devs»-Team, den ausgewählten Eliteprogrammierer:innen der Tech-Firma Amaya. Als Lily dem auf den Grund geht, merkt sie bald, dass hier etwas nicht stimmt. Selbst als Sergeis Leiche gefunden wird, will sie nicht glauben, dass er Suizid begangen hat. Und sie hat recht. Aber das ist nur der Auftakt zu einer Geschichte, die viel tiefer geht. Nicht Werkspionage steht im Vordergrund, wie es zu Beginn scheint, sondern grundlegende Fragen der menschlichen Existenz. Gescheite Vermischung von Science-Fiction oder Horror mit Philosophie ist ein Markenzeichen von Alex Garland («Ex Machina» und «Annihilation»), der «Devs» kreiert hat. Es gelingt ihm auch hier, in einem vermeintlichen Silicon-Valley-Thriller einen Diskurs über freien Willen, Technologie-Allmacht und Parallelwelten zu führen. Themen, die einen am Schluss nicht so einfach loslassen. - [The Ipcress File (Mini-Serie) – Herrlich unterkühlter Spionage-Thriller](https://buergler.net/the-ipcress-file-mini-serie-herrlich-unterkuehlter-spionage-thriller/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) 60er-Jahre, Kalter Krieg, Berlin und London, Spione. Wer jetzt an John Le Carré und George Smiley denkt, liegt nicht ganz falsch. Aber der Held heisst hier Harry Palmer und sein Erfinder Len Deighton. Die Serie ist ähnlich wie bei Le Carré geprägt von desillusionierten, zynischen Figuren, die mit britischem Understatement ihrer Aufgabe nachgehen. Ein bedeutender Atomwissenschaftler ist verschwunden. Major Dalby beauftragt Harry und die Agentin Jean Courtney ihn zu finden. Die erste Spur führt zu russischen Agenten. Doch bald stellt sich heraus, dass die Amerikaner auch mitmischen und nicht zum Vorteil der Briten. «The Ipcress File» unterhält nicht nur mit seiner unterkühlten Atmosphäre, in der sich diese Spionagegeschichte entfaltet. Die Serie ist auch eine Augenweide mit einem Setdesign, das von Autos über Kostüme mit Bowler-Hats alles aus der Zeit auftischt. - [Westworld (Staffel 4) – Eine tolle Serie hat ihren Zenit überschritten](https://buergler.net/westworld-staffel-4-eine-tolle-serie-hat-ihren-zenit-ueberschritten/) - ⭐⭐⭐ (Sky Show) Es ist ziemlich aussichtslos, die Story der vierten Staffel von «Westworld» nachzuerzählen. Die Zeitebenen werden wild durcheinander gewirbelt. Und alles ist viel komplizierter, als es scheint. Letztlich geht es um die Vorherrschaft auf der Welt. Charlotte Hale und William wollen die Menschen den Hosts untertan machen. Maeve und Caleb kämpfen dagegen an. Vergeblich. Doch damit ist die Geschichte nicht zu Ende. Es droht allen die Apokalypse: Hosts und Menschen. Wir sind uns gewohnt, dass in «Westworld» alles ein bisschen verwirrend ist. Realität kann nur scheinbar sein. Und doch beschleicht einen der Verdacht, dass manches Verwirrspiel und einige Rätsel nur noch Selbstzweck sind. Die faszinierende Geschichte von Dolores und den Hosts im Kampf um ihr Bewusstsein ist eigentlich zu Ende erzählt. Jetzt drehen wir nochmal eine Schlaufe. Nicht unspannend, aber nicht wirklich begeisternd. - [You Don't Know Me (Mini-Serie) – Dieses Gerichtsdrama enttäuscht die Erwartungen](https://buergler.net/you-dont-know-me-mini-serie-dieses-gerichtsdrama-enttaeuscht-die-erwartungen/) - ⭐⭐ (Netflix) Gerichtsdramen leben oft von überraschenden Einsichten, dass das, was Beweise als Wahrheit zeigen, in Wirklichkeit ganz anders ist. Genau damit spielt auch «You Don't Know Me», allerdings wenig überzeugend. Hero steht wegen Mordes vor Gericht. In seinem Schlussplädoyer will er die erdrückende Beweislast gegen ihn ins richtige Licht rücken und seine Unschuld beweisen. Er erzählt seine Geschichte. Die Geschichte seiner Liebe zu Kyra und wie diese Liebe ihn, den stinknormalen Autoverkäufer, mitten in die Rivalitäten von Drogenbanden katapultierte. Man merkt, was sich «You Don't Know Me» alles vorgenommen hat. Ein Gerichtsdrama, das einem die tragischen Geschichten seiner Figuren im Gangmilieu ans Herz legen will, und am Schluss mit mehreren Plottwists überraschen soll. Aber alles ist zu durchsichtig konstruiert und zu geschwätzig erzählt, um zu funktionieren. - [For All Mankind (Staffel 3) – Das Rennen zum Mars](https://buergler.net/for-all-mankind-staffel-3-das-rennen-zum-mars/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) «For All Mankind» ist momentan wohl eine der besten Soap Operas, die man finden kann. Soap Opera ist dabei sicher nicht abwertend gemeint. 1995 beginnt das Rennen zum Mars. Die NASA, die russische Roscosmos und das private Unternehmen «Helios» starten gleichzeitig ihre Missionen. Ed Baldwin kommandiert die «Helios»-Mission, nachdem er bei der NASA ausgebootet wurde und Danielle Poole Platz machen musste. Das Rennen wird äusserst knapp entschieden. Doch mit der Landung auf dem Mars beginnen die Probleme erst. Natürlich ist auch in der dritten Staffel von «For All Mankind» das Weltraumabenteuer nur ein Teil der Geschichte. Auch auf der Erde spielen sich Konflikte und Dramen ab. Gebannt verfolgt man, wie die Figuren mit ihren Problemen kämpfen und manchmal auch Erfolge feiern dürfen. Binge-würdig - und man darf sich schon auf die bestätigte vierte Staffel freuen. - [Physical (Staffel 2) – Powerfrau mit Widersprüchen](https://buergler.net/physical-staffel-2-powerfrau-mit-widerspruechen/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) In der zweiten Staffel entwickelt «Physical» seine Hauptfiguren weiter und lässt dabei in tiefe Abgründe blicken. Sheila treibt ihren Traum voran, eine erfolgreiche Fitness-Unternehmerin zu werden. Danny unterstützt sie und übernimmt «grosszügig» die Hausarbeit und Kinderbetreuung. So einfach stellt sich der Erfolg aber nicht ein. Oft steht sich Sheila selbst im Weg. Sie beginnt eine toxische Affäre mit dem politischen Erzfeind. Sie wird deshalb erpresst und stösst ihre beste Freundin vor den Kopf. Nicht zuletzt will sie sich ihrer Krankheit immer noch nicht stellen. Zum Glück gibts aber auch noch ein paar sympathische Figuren wie das Hippiepärchen Bunny und Tyler. Weil die Geschichte im sonnigen Kalifornien spielt und immer wieder mit witzigen Szenen gewürzt ist, verfällt man nicht ins Depressive, sondern verfolgt gespannt, wie Sheila, Danny und Co. ihren Weg gehen. - [Resident Evil (Staffel 1) – Nur toll, wenn das Blut spritzt](https://buergler.net/resident-evil-staffel-1-nur-toll-wenn-das-blut-spritzt/) - ⭐ (Netflix) Netflix wagt sich an eine der erfolgreichsten Horror-Franchisen aus der Computerwelt – und scheitert kolossal. Auf zwei Zeitebenen erzählt «Resident Evil», wie ein Virus in die Welt kam, das aus Menschen (und auch anderen Lebewesen) allestötende und -fressende Monster macht. In der Vergangenheit, das ist das Jahr 2022, entwickelt Albert Wesker ein Medikament, das dieses gefährliche Virus enthält. Seine beiden Töchter kommen dem Unheil auf die Spur. 14 Jahre später beherrschen die Monster die Welt und eine der Töchter wird von der Firma gejagt, die das ganze verantwortet. Natürlich ist es nicht einfach, eine Geschichte zu erzählen, wie es sie schon zu Dutzenden gibt. Aber so zäh und vorhersehbar wie hier sollte es dann auch wieder nicht sein. Die Figuren bleiben einem egal, der Plot ist über lange Strecken langweilig bis rätselhaft. Einzig, wenn das Blut spritzt, hat «Resident Evil» seine guten Momente. - [The Endgame (Staffel 1) – Clever bis zur Unglaubwürdigkeit](https://buergler.net/the-endgame-staffel-1-clever-bis-zur-unglaubwuerdigkeit/) - ⭐⭐ (Sky Show) Den US-Behörden ist ein dicker Fisch ins Netz gegangen: Elena Federova, internationale Waffenhändlerin und Kopf einer kriminellen Organisation. Doch es stellt sich heraus, Federova liess sich fangen. Sie hat einen ausgeklügelten Plan entwickelt, um ihr wahres Ziel zu erreichen: Sie will Rache nehmen an denen, die den Bombenanschlag auf ihre Hochzeitsfeier verantworten. Dazu benötigt sie die nicht ganz freiwillige Hilfe der FBI-Agentin Val Turner. Zu Beginn ist es ziemlich unterhaltsam zuzuschauen, wie sich Federovas raffinierte Pläne entfalten. Mit der Zeit wird die Handlung aber etwas repetitiv. Federovas Pläne sind zudem so verästelt, dass sie die Glaubwürdigkeit arg strapazieren. Für Freund:innen von Heist-Plots also mit Einschränkung zu empfehlen. Zusätzliche Warnung: Der Cliffhanger am Schluss wird nie aufgelöst werden, weil die Serie keine zweite Staffel bekommt. - [Ms. Marvel (Staffel 1) – Superheldin dank kulturellem Erbe](https://buergler.net/ms-marvel-staffel-1-superheldin-dank-kulturellem-erbe/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Wenn Disney, resp. Marvel, in andere kulturelle Gefilde schweifen, kommt das nicht immer gut (wie etwa bei «Moon Knight»). Bei «Ms. Marvel» ist das erfreulicherweise ganz anders. Der Serie gelingt es, eine Superheldinnen-Geschichte zu erzählen, die völlig selbstverständlich und einfühlsam in die Welt einer jungen amerikanisch-pakistanischen Muslimin eingebettet ist. Kamala Khan ist 16 Jahre alt und ein grosser Fan von Captain Marvel. Sie schleicht sich aus dem Elternhaus, um die «AvengerCon» zu besuchen. Hier entdeckt sie, dass ihr der Armreif ihrer Grossmutter Superkräfte verleiht. Während sie den Umgang mit diesen Kräften erlernen muss, entdeckt sie die Geschichte ihrer Familie. Kamala reist in die Vergangenheit in die Zeit der Trennung von Indien und Pakistan. «Ms. Marvel» ist eine sehr gelungene Geschichte über Superkräfte, die mehr als Metapher eines kulturellen Erbes zu verstehen sind. - [Howards End (Mini-Serie) – Leicht vermodertes Historiendrama](https://buergler.net/howards-end-mini-serie-leicht-vermodertes-historiendrama/) - ⭐⭐⭐ (Sky Show) Keine neue, sondern eine Serie von 2017, die ich mir zu Gemüte geführt habe wegen des Casts, des Settings und weil ich den gleichnamigen James Ivory-Film nicht gesehen habe. England im frühen 20. Jahrhundert. Die Wege dreier Familien kreuzen sich über die Jahre immer wieder. Da sind die Schlegels, reich, aber irgendwie sozial. Die Wilcoxes, reine Kolonial-Kapitalisten. Und die Basts, ein armes Ehepaar. Romanzen und Dramen, bei denen es um Reichtum, Armut, Ehebruch, gesellschaftliche Schande geht, prägen die Geschichte. Und Howards End, ein Haus der Wilcoxes taucht auch immer wieder auf. Wäre der gesellschaftliche Umbruch zu dieser Zeit durchaus interessant, bringt das die Serie aber nicht rüber. E.M. Fosters Vorlage ist wohl einfach zu veraltet und höchstens literaturhistorisch interessant. «Downton Abbey» hat es besser gemacht. - [Tokyo Vice (Staffel 1) – Aus dem Innenleben der Yakuza](https://buergler.net/tokyo-vice-staffel-1-aus-dem-innenleben-der-yakuza/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) Jake Adelstein schafft das beinahe Unmögliche. Obwohl er ein «gaijin»(in etwa «fremder Fötzel») ist, wird er Reporter bei der grössten Tageszeitung von Tokio. Als Polizeireporter taucht er ein ins Nachtleben der Stadt und die Welt des organisierten Verbrechens. Bald steht er zwischen den Fronten zweier Yakuza-Klans und braucht die Hilfe des erfahrenen Polizisten Katagiri. «Tokyo Vice» basiert auf den Memoiren des US-amerikanischen Journalisten Jake Adelstein, der laut seinen Aussagen tief ins Innenleben der Yakuza Einblick hatte. Das wird zwar angezweifelt. Für die Serie spielt das aber keine Rolle. Die Geschichte über Yakuza-Bandenkriege, korrupte und saubere Polizisten und Frauen, die in Japans Männergesellschaft etwas erreichen wollen, ist äusserst spannend. Inszeniert mit viel Neonlicht und tiefen Verbeugungen, ist dieser Blick auf die japanische (Unter-)Welt der 90er-Jahre faszinierend. - [King of Stonks (Staffel 1) – Überdrehte Satire ohne Tiefgang](https://buergler.net/king-of-stonks-staffel-1-ueberdrehte-satire-ohne-tiefgang/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Felix Armand und Magnus Cramer sind die Köpfe des gehypten Finanz-Start-Ups CableCash. Magnus ist das Gesicht der Firma, das Angestellte, Aktionäre und Medien mit überkandidelten Bühnenshows begeistert. Felix ist das Hirn, das die Geschäfte steuert. Beide haben ein Problem: Ihre Firma ist ein einziger Beschiss. Ein Journalist und eine Shortsellerin sind ihnen auf den Fersen. «King of Stonks» basiert lose auf dem Finanzskandal um die deutsche Wirecard AG. Zudem orientiert sich die Serie an Vorbildern wie «The Wolf of Wall Street» oder «Schtonk». Das gelingt nicht schlecht, man schaut dem wahnwitzigen Treiben in der Finanzwelt durchaus amüsiert zu. Allerdings ist das alles so überdreht inszeniert, dass das eigentlich skandalöse Geschehen nur noch als surreales Theater erscheint. Satire als Gesellschaftskritik geht etwas anders. - [The Blacklist (Staffel 9) – Reddington will Rache](https://buergler.net/the-blacklist-staffel-9-reddingtons-rache/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) ACHTUNG SPOILER zu vorherigen Staffeln Zwei Jahre sind vergangen seit der Ermordung von Elizabeth Keen. Die Taskforce wurde aufgelöst, Raymond Reddington ist verschwunden. Als Dembe, mittlerweile FBI-Agent, bei einem Einsatz verwundet wird, trommelt Harold Cooper die Truppe wieder zusammen. Auch Reddington taucht wieder auf. Reddington und die Taskforce finden neue Hinweise zu Liz' Tod. Es stellt sich heraus, dass der:die wahre Verantwortliche noch nicht gefunden ist. Die Suche beginnt. «The Blacklist» hat nach der eher enttäuschenden achten Staffel wieder zurückgefunden zur alten Qualität. Es ist wieder eine solide, wenn auch nicht besonders originelle Krimiserie mit James Spader als Hauptfigur, die immer wieder mal nervt und gleichzeitig unterhaltsam ist. Wer sich an Spader nicht stört, wird gut unterhalten und kann sich bereits auf eine zehnte Staffel freuen. - [Obi-Wan Kenobi (Mini-Serie) – Flucht und Kampf in Endlosschlaufe](https://buergler.net/obi-wan-kenobi-mini-serie-flucht-und-kampf-in-endlosschlaufe/) - ⭐⭐ (Disney+) Der ehemalige Jedi-Master Obi-Wan Kenobi lebt als Arbeiter Ben auf Tatooine. Die Zeit der Jedis ist vorbei, die letzten werden von Inquisitoren gejagt. Als die zehnjährige Prinzessin Leia entführt wird, muss Obi-Wan widerwillig sein Versteck verlassen. Er findet und befreit sie, wird aber von einer hartnäckigen Inquisitorin verfolgt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie ihn findet und damit auch Darth Vader, der Rache nehmen will an Obi-Wan. «Obi-Wan Kenobi» ist eine Serie für eingefleischte Fans des Star-Wars-Universums, die sich daran erfreuen, diese Anspielung oder jenen Gag zu entdecken. Leider blieb auf der Strecke, was eine gute Serie ausmacht. Eine Geschichte, ein Spannungsbogen, ein Handlungsstrang. Kommt dazu, dass nur wenige Figuren einigermassen interessant sind - neben Obi-Wan und Leia, die Inquisitorin Reva. Die andern sind völlig eintönig und lieblos gezeichnet. Schade. - [The Time Traveler's Wife (Staffel 1) – Als ob Liebe nicht schon kompliziert genug wäre](https://buergler.net/the-time-travelers-wife-staffel-1-als-ob-liebe-nicht-schon-kompliziert-genug-waere/) - ⭐⭐ (Sky Show) Clare ist sechs Jahre alt, als sie zum ersten Mal Besuch von ihrem künftigen Mann erhält. Henry ist da 36. Allerdings ist der Altersunterschied zwischen den beiden viel kleiner. Henry besucht Clare aus der Zukunft. Er ist ein Zeitreisender. Dieser Twist sorgt für einige Komplikationen, heitere Momente und ziemlich viele Fragen – wie immer bei Zeitreisegeschichten. Die Romanze zwischen Clare und Henry ist unterhaltsam und witzig erzählt. Sie hat aber einen grossen Mangel – sie wird nicht zu Ende erzählt. Die Serie sollte wohl eine zweite Staffel erhalten, wurde aber von HBO abgesetzt. Deshalb bleiben einige Plots ziemlich rätselhaft und der Gesamteindruck unbefriedigend. Wer also die ganze Romanze von Clare und Henry erfahren will, schaut sich besser den Film von 2009 an oder liest das Buch. - [Stranger Things (Staffel 4/1&2) – Vergnügt zurück in die Dämonenwelt](https://buergler.net/stranger-things-staffel-4-1-zurueck-in-die-vergnuegliche-daemonenwelt/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Neun Monate nach den letzten schrecklichen Ereignissen zieht neues Unheil über die Kleinstadt Hawkins. Ein Dämon namens Vecna tötet Teenager. Die verbliebenen Freunde machen sich auf die Suche nach Vecna, während Eleven ihre verlorenen Superkräfte zurückgewinnen will. Und ja: Jim Hopper lebt. Allerdings gefangen in Russland. Joyce will ihn befreien. Die vierte Staffel «Stranger Things» setzt erfolgreich auf die bekannten Rezepte: Die Welt der Teenager, die wir ins Herz geschlossen haben. Die Verneigung vor der Popkultur der 80er (ein paar hübsche Referenzen sind im Artikel aufgeführt). Und ein beherztes Stück Spannung mit der Fantasywelt «Upside Down» und neu der Befreiung von Hopper. Das Finale gibt's erst in ein paar Wochen. Aber der Weg dahin ist vielversprechend gepflastert. Man darf gespannt sein, wie es ausgeht. - [Love & Anarchy (Staffel 2) – Komisch, aber mit mehr Tiefgang](https://buergler.net/love-anarchy-staffel-2-komisch-aber-mit-mehr-tiefgang/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Sofie hat ihren Mann verlassen und geniesst die Affäre mit Max. Auch beruflich führt ihr Weg zurück in den Verlag Lung & Lagerstedt. Sie wird dort Geschäftsführerin. Sofie wird aber völlig aus der Bahn geworfen, als sich ihr Vater das Leben nimmt. Sie beendet die Beziehung mit Max abrupt und vernachlässigt ihren Job. Es gibt zwar auch in der zweiten Staffel genug zu lachen. Aber die Serie schlägt düsterere, nachdenklichere Töne an. Sofie kann den Tod ihres Vaters nicht verarbeiten. Er taucht immer wieder auf, sie streitet mit ihm, schreit ihn an. Sofies Trauerarbeit prägt die zweite Staffel. Das schadet der Serie aber nicht – im Gegenteil. Unterhaltsam sind auch die Nebengeschichten der anderen Figuren im Verlag. Auch sie erhalten etwas mehr Raum und Tiefgang neben den komödiantischen Episoden. - [Gaslit (Mini-Serie) – Die Frau, die Nixon stürzen wollte](https://buergler.net/gaslit-mini-serie-die-frau-die-nixon-stuerzen-wollte/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) Zum Watergate-Skandal ist alles gesagt, könnte man meinen. «Gaslit» richtet die Scheinwerfer jetzt aber auf weniger bekannte Figuren. Die Serie stellt John und Martha Mitchell ins Zentrum. Er war der Auftraggeber des Einbruchs ins Watergate-Hotel. Sie ein beliebter Gast in TV-Talkshows und bekannt für ihre ungeschminkte Meinung. Ist ihre Ehe von Anfang an nicht gerade harmonisch, zerbricht sie jetzt am Skandal. Vor allem, weil Martha auspacken will und damit Nixon stürzen würde. John versucht das mit haarsträubenden Mitteln zu verhindern. «Gaslit» liefert üppiges Drama, erzählt als Tragödie, Komödie oder absurdes Theater. Neben den Mitchells bereichern weitere faszinierende bis aberwitzige Figuren die Serie. Besonders sticht Gordon Liddy hervor. Ein gewalttätiger Psychopath und Hitler-Verehrer, von dem man glauben würde, die Figur sei erfunden. Aber auch er ist real. - [The Essex Serpent (Mini-Serie) – Viktorianischer Mischmasch](https://buergler.net/the-essex-serpent-mini-serie-viktorianischer-mischmasch/) - ⭐⭐ (Apple TV+) England 1893: In den Gewässern vor der Küste von Essex soll eine Seeschlange ihr Unwesen treiben. Die junge Witwe Cora will dem Mythos mit naturwissenschaftlichen Methoden auf den Grund gehen. Dabei begegnet sie dem verheirateten Dorfpfarrer Will, in den sie sich verliebt. «The Essex Serpent» wäre gerne eine stilvolles Historiendrama mit einem Hauch von Gothic-Novel, das Liebesgeschichten, Wertewandel und soziale Umbrüche in der ausklingenden viktorianischen Ära verknüpft. Stattdessen bekommt man eine langfädige Vierecksgeschichte vorgesetzt, die hart am Kitsch vorbeischrammt und versetzt ist mit Plots, die von Rosamunde Pilcher stammen könnten. Trotz gutem Cast und sehr ansprechender Optik, ist die Serie eine Enttäuschung. - [Borgen – Power & Glory (Staffel 1) – Die dunkle Seite der Macht](https://buergler.net/borgen-power-glory-staffel-1-die-dunkle-seite-der-macht/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Gut neun Jahre sind vergangen, seit der dritten Staffel von «Borgen». Jetzt hat Netflix die Serie fortgesetzt. Birgitte Nyborg ist dänische Aussenministerin in einer Koalitionsregierung. Als in Grönland ein riesiges Ölvorkommen entdeckt wird, gerät sie unter Druck. Birgitte vollzieht eine 180-Grad-Wende, als sie ihre Machtposition bedroht sieht, und hintergeht die Klimapolitik ihrer Partei. War Birgitte Nyborg in den alten Staffeln von «Borgen» eine Sympathieträgerin, ist ihre Figur jetzt einiges ambivalenter. Macht bedeutet ihr alles. Dafür lässt sie auch mal ihre Prinzipien über die Klinge springen. «The Future Is Female» lautet der Slogan von Birgittes Regierungschefin. «Borgen» zeichnet aber kein rosiges Bild von diesen Frauen an der Macht. Die Konflikte, die daraus entstehen, machen die Serie wieder packend wie in der ersten Auflage. - [The Sinner (Staffel 4) – Harry Ambrose und sein letzter Fall](https://buergler.net/the-sinner-staffel-4-harry-ambrose-und-sein-letzter-fall/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Harry Ambrose, mittlerweile aus dem Polizeidienst ausgeschieden, sucht Heilung vom Trauma, das ihm in der vorigen Staffel widerfuhr. Aber statt Erholung findet er im idyllischen Maine eine neuen und für ihn letzten Fall. Eine junge Frau stürzt sich von der Klippe. Aber war es wirklich Suizid? Ambrose entdeckt ein Netz von düsteren Familiengeheimnissen und Verbrechen, die sich hinter dem Tod der Frau verbergen. Die Verbrechen, die Harry Ambrose aufklärt, waren noch nie reine Kriminalfälle, sondern mindestens gleichwertig auch Psychodramen. In dieser vierten und letzten Staffel «The Sinner» spielt sich ein grosser Teil des Psychodramas in Harrys Kopf ab. Die Geschichte entwickelt sich nur langsam, fast zäh. Das ist das Markenzeichen von «The Sinner». Wer eher ruhige, psychologisierende Krimis mag, kommt auf seine Kosten. - [Moon Knight (Staffel 1) – Marvel-Held jetzt auch im Mumien-Outfit](https://buergler.net/moon-knight-staffel-1-marvel-held-jetzt-auch-im-mumien-outfit/) - ⭐⭐ (Disney+) Ein neuer Held aus dem Marvel-Universum bekommt seine Serie. «Moon Knight» jagt im Mumien-Outfit und im Auftrag des Gottes Khonshu die Bösen dieser Welt. Er soll verhindern, dass die verbannte Göttin Ammit wieder ihr Unwesen auf Erden treiben kann. Nach den Nordländern Thor und Loki bereichern jetzt auch noch ägyptische Gottheiten das Marvel-Universum. Mir ist das langsam etwas zu viel. Die Geschichten werden nicht origineller, nur weil die Mythologie wechselt und eine gehörige Portion Psychotherapie beigemischt wird. Statt «Moon Knight» würde ich lieber Figuren wie Jessica Jones, Daredevil oder Luke Cage aus den Marvel-Netflixserien wiedersehen. - [Star Trek: Picard (Staffel 2) – Jean-Luc auf Zeitreise (ins Ich)](https://buergler.net/star-trek-picard-staffel-2-jean-luc-auf-zeitreise-ins-ich/) - ⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Admiral Picard muss mal wieder das ganze Universum retten – und sich selber. Sein Erzfeind Q hat in der Vergangenheit den Zeitstrahl verändert. Picard und seine Crew brechen zu einer Zeitreise auf ins Jahr 2024, um einen totalitären Albtraumstaat zu verhindern. Parallel dazu reist Picard in seine Kindheit, um ein dunkles Geheimnis zu enträtseln. Die Zutaten dieser Serie sind wohlbekannt: Q, der ewige Gegenspieler, die Tücken der Zeitreise, das Geheimnis im Kopf. Aber diese zweite Staffel schafft es, diese Zutaten spannend zu mischen und die Figuren im «Next Generation»-Universum um ein paar Facetten zu erweitern. - [Clark (Mini-Serie) – Frauenschwarm und Polizistenschreck](https://buergler.net/clark-mini-serie-frauenschwarm-und-polizistenschreck/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) «Clark» schildert die Karriere des realen schwedischen Promi-Gangsters Clark Olofsson. Dessen Leben drehte sich im ewigen Kreis von Verbrechen, Gefängnis, Ausbruch, Partys, Liebschaften. Berühmt wurde er durch einen Banküberfall mit Geiselnahme in Stockholm. Der Begriff des «Stockholm Syndroms» geht darauf zurück. Wäre die Geschichte von Clark Olofsson fiktional, man hielte sie für übertrieben. Tatsächlich stimmt vieles, was die Serie erzählt. Der Frauenschwarm und Polizistenschreck fasziniert und stösst gleichzeitig ab. Ein Hin und Her der Gefühle, das die Serie ganz witzig und ansprechend inszeniert. - [Russian Doll (Staffel 2) – Zeitreise als Therapie](https://buergler.net/russian-doll-staffel-2-zeitreise-als-therapie/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Nadia (Natasha Lyonne) feiert bald wieder Geburtstag. Dieses Mal droht ihr aber nicht das Sterben in einer Endlosschlaufe. In der zweiten Staffel «Russian Doll» geht Nadia auf Zeitreise in die Vergangenheit ihrer Familiengeschichte. Nadia als Figur, resp. Lyonne als Schauspielerin ist eine Naturgewalt. Sie trägt die ganze Serie und trägt auch darüber hinweg, was ich als Schwäche empfinde: das Setting in einer egozentrierten New Yorker Schickimicki-Szene. Aber eine leise Stimme im Hinterkopf flüstert, dass ich's einfach nicht begriffen habe, weshalb die Serie überall gelobt wird. Deshalb und weil der Soundtrack cool ist, gibt's trotzdem vier Sterne 😉. - [Our Great National Parks (Staffel 1) – Wie Obama jetzt sein Geld verdient](https://buergler.net/our-great-national-parks-staffel-1-wie-obama-jetzt-sein-geld-verdient/) - Ohne Bewertung (Netflix) Aus Neugier habe ich mir eine Episode dieser Tier-Doku angeschaut, um zu sehen, wie der ehemalige US-Präsident Barack Obama jetzt sein Geld verdient. Gezeigt werden schöne Tier- und Landschaftsaufnahmen aus Nationalparks rund um die Welt. Dazu liefert Obama den Kommentar mit einem etwas einschläfernden Tonfall und leichtem Pathos. Aber letztlich eine Tierdoku, die nicht schlechter ist, als das, was wir uns von Sir David Attenborough gewohnt sind. - [The Dropout (Mini-Series) – Mit Lug und Trug zur Milliardärin im Silicon Valley](https://buergler.net/the-dropout-mini-series-mit-lug-und-trug-zur-milliardaerin-im-silicon-valley/) - ⭐⭐⭐⭐ (Disney+) Elizabeth Holmes (Amanda Seyfried) weiss, was sie will. Kurz bevor sie in Stanford ihr Studium beginnt, verkündet sie: «Ich will Milliardärin werden.» Und das wird sie. Mit einer Idee, die die Diagnostik revolutionieren soll. Die Sache hat einen Schönheitsfehler: Das Gerät, das ihre Firma Theranos entwickelt, funktioniert nie richtig. Die Mini-Series «The Dropout» erzählt die wahre Geschichte der kurzzeitig jüngsten Milliardärin Elizabeth Holmes vor allem aus ihrer Optik. Das ist legitim und spannend genug. Etwas zu kurz kommt dabei die Frage, wie diese skrupellose Hochstaplerin es überhaupt so weit bringen konnte. - [Anatomy of a Scandal (Mini-Series) – Very british, fairly boring](https://buergler.net/anatomy-of-a-scandal-mini-series-very-british-fairly-boring/) - ⭐⭐ (Netflix) James Whitehouse ist ein aufstrebender Politiker mit typischem Upperclass-Hintergrund. Eine Affäre mit einer jungen Frau erschüttert seine Karriere und sein Privatleben. Aber seine Frau Sophie hält zu ihm, als er vor Gericht erscheinen muss, weil ihm seine ehemalige Geliebte Vergewaltigung vorwirft. «Anatomy of a Scandal» könnte ein gelungenes Gerichtsdrama sein, das sich in die Psyche seiner Hauptfiguren vertieft. Ist es aber nicht. Stattdessen erzählt die Serie eine Geschichte, die zwischen Klischee und Unglaubwürdigkeit schwankt, mit flachen Figuren, die einem ziemlich egal bleiben. - [Drôle / Standing Up (Staffel 1) – Witzig zu sein, ist auch nicht immer lustig](https://buergler.net/drole-standing-up-staffel-1-witzig-zu-sein-ist-auch-nicht-immer-lustig/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Aïssatou und Nezir träumen von der grossen Karriere als Stand-up-Comedians. Vorerst treten sie aber noch in einem kleinen Club auf. Bling, der Besitzer des Clubs, war mal eine grosse Nummer als Comedian. Apolline macht die ersten Gehversuche auf der Bühne. Daneben erleben die vier Höhen und Tiefen in Beziehungen und das alles vor der gewohnt attraktiven Pariser Kulisse. Das alles passt auch deshalb gut zusammen, weil die Mehrheit des Casts divers ist. Das gibt Stoff für einige bittersüsse Gags. Allzu sozialkritisch wirds aber doch nicht. Denn – so wirds in der Serie selber thematisiert – die Leute wollen lachen und im Publikum sitzen auch Weisse. - [Severance (Staffel 1) – Kafka und Scientology lassen grüssen](https://buergler.net/serien-tipp-severance/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) Mark arbeitet unter sehr speziellen Bedingungen bei einer dubiosen Firma. Er liess sich einen Chip ins Hirn transplantieren, der verhindert, dass er sich am Arbeitsplatz an sein Privatleben erinnert – und umgekehrt. Tönt schrecklich? Ist es auch. Deshalb dreht sich der Plot der Serie darum, diese streng getrennten Welten zu vereinen. «Severance» ist ein hervorragend gelungener Mix aus Dystopie, Thriller und Komödie. Mit Vergnügen entdeckt man beim Zuschauen Anspielungen an Apple, Steve Jobs, Kafka, Ron L. Hubbard oder die Bibel. Für einmal verzeihe ich es auch, dass die Serie mit einem Cliffhanger endet und freue mich ungemein auf die zweite Staffel. - [Killing Eve (Staffel 4) – Die letzte Mission für Eve und Villanelle](https://buergler.net/serien-tipp-killing-eve/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Eve ist auf der Jagd nach den «Twelve», die hinter den vielen Mordanschlägen stecken und Auftraggeber von Villanelle waren. Villanelle dagegen will sich und Eve beweisen, dass sie auch anders kann, als mordend durch die Gegend zu rasen - mit nur anfänglichem Erfolg. In der finalen Staffel läuft alles darauf hinaus, das Grundübel für die Mordserien auszulöschen, die «Twelve» zu beseitigen. Zumindest vordergründig. Der wirkliche Showdown spielt sich in der letzten Episode zwischen anderen Figuren ab. Die Frage lautet wenig überraschend: Wer von den Hauptfiguren wird überleben? Denn dass diese Serie mit einem Happy End aufhört, erwarten wohl die grössten Optimist:innen nicht. - [Upload (Staffel 2) – Das komplizierte Leben im noblen Jenseits](https://buergler.net/serien-tipp-upload/) - ⭐⭐⭐⭐ (Prime Video) Zur Erinnerung: Wir sind in einer Welt, in der sich die Reichen vor dem Tod ihr Bewusstsein in ein luxuriöses virtuelles Leben hochladen. Nathan ist einer von ihnen. Die zweite Staffel führt ihn wieder zusammen mit Nora, seiner Kundenbetreuerin und noch ein bisschen mehr als das. Nora arbeitet jetzt allerdings mit Anarchisten zusammen, die die virtuelle Nachwelt, in der Nathan lebt, zerstören wollen. Für Freund:innen von romantischen Komödien (hier mit etwas Sci-Fi und Thriller gemixt) ist auch die zweite Staffel von Upload ein unterhaltsames Vergnügen. Allerdings muss man sich darauf gefasst machen, dass die Staffel mit einem Cliffhanger endet. - [Pieces of Her (Staffel 1) – Geheimnisvolle Vergangenheit](https://buergler.net/serien-tipp-pieces-of-her/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Laura Oliver (Toni Colette) ist nicht die Frau, die sie vorgibt zu sein. Das findet ihre ahnungslose Tochter Andy langsam heraus, nachdem ihre Mutter einem Amokläufer gekonnt die Kehle aufschlitzt. «Pieces of Her» bedient sich einer klassischen Thriller-Konstellation: eine Figur mit einer geheimnisvollen Vergangenheit, die allmählich enträtselt wird, was aber für alle Beteiligten nicht ungefährlich ist. Das Konzept ist bis etwa in die Hälfte der Serie auch gut umgesetzt. Danach wird das Erzähltempo aber ziemlich zäh. Man würde sich wünschen, die Rätsel würden etwas schneller gelüftet. Vor allem, weil man feststellen muss, dass die Story doch eher erwartbar verläuft und wenig Überraschung bietet. - [Suspicion (Staffel 1) – Ein britisch-amerikanisches Verwirrspiel](https://buergler.net/serien-tipp-suspicion/) - ⭐⭐⭐ (Apple TV+) In New York wird der Sohn einer prominenten PR-Firmenchefin (Uma Thurman) entführt. Fünf Britinnen und Briten, die ohne sich zu kennen alle zufällig zu dieser Zeit im selben Hotel waren, werden als Täter:innen verdächtigt. Die fünf werden verhört, beteuern aber alle ihre Unschuld. Dabei hat jede:r von ihnen durchaus etwas zu verheimlichen. «Suspicion» beginnt sehr vielversprechend mit Plot-Twists, dunklen Geheimnissen und einem Schuss britischen Humors. Doch am Schluss sind die vielen Wendungen in der Story und die Auflösung des Plots doch eher verwirrend und etwas enttäuschend. - [The Last Kingdom (Staffel 5) – Bridas Rache](https://buergler.net/the-last-kingdom-staffel-5-bridas-rache/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Die fünfte und letzte Staffel von «The Last Kingdom» bringt die Geschichte des grossen Kämpfers Uhtred zu einem (vorläufigen) Abschluss. Brida, Uhtreds ehemalige Geliebte, kehrt auf die britische Insel zurück und hat nur ein Ziel vor Augen: Uhtred zu töten. Die private Fehde zerstört den fragilen Frieden zwischen Angelsachsen und Wikingern. König Edward eröffnet das die Gelegenheit, seine Macht auszudehnen. Ein Must für Fans von Uhtred und die ganze Serie eine Empfehlung für Fans von historischen Shows. - [Landscapers (Mini-Serie) – True-Crime, fantastisch inszeniert](https://buergler.net/serien-tipp-landscapers/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) True-Crime ist normalerweise nicht mein Ding. Aber «Landscapers» setzt für dieses Genre neue Massstäbe. Susan und Christopher Edwards werden von der Polizei verhaftet und verhört, weil im Garten des Elternhauses von Susan die Leichen ihrer Eltern gefunden wurden. Olivia Colman und David Thewlis spielen dieses äusserst irritierende Paar herausragend. Ihre Geschichte wird in einer faszinierenden Mischung von Realität und Fantasiewelt erzählt. Dieser Vierteiler lässt einen nicht los bis zum Schluss. - [Space Force (Staffel 2) – Mission nicht erfüllt](https://buergler.net/serien-tipp-space-force/) - ⭐⭐ (Netflix) Die Space Force unter dem Kommando von General Naird (Steve Carell) schrammt in der zweiten Staffel knapp an der Auflösung vorbei, muss aber massive Budgetkürzungen in Kauf nehmen. Statt die Mars-Mission weiterzuverfolgen, reicht das Geld jetzt nur noch für eine Powerpoint-Präsentation über die Gefahr einer Alien-Invasion. Die erste Staffel von Space Force war leidlich amüsant, die zweite legt jetzt aber nicht zu, sondern hält bestenfalls das Niveau. Gut möglich, dass das die letzte Staffel war für Steve Carell und John Malkovich. - [Young Wallander (Staffel 2)](https://buergler.net/serien-tipp-young-wallander/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Eigentlich hat Kurt Wallander am Ende der ersten Staffel seinen Job ja hingeschmissen. Weil das aber niemand weiss bei der Polizei, kommt er zurück und ermittelt bei einer Fahrerflucht mit Todesfolge. Der Fall wird einiges komplizierter, denn das Todesopfer war in einen alten Mordfall verwickelt. Offenbar übt da jemand Selbstjustiz und jagt die damals zu milde bestraften Täter. Die zweite Staffel «Young Wallander» ist solide Krimiunterhaltung, aber nicht viel mehr. Interessante Nebenfiguren und -geschichten geben noch etwas mehr Würze in den Mix. Für sechs Episoden reicht das gut. - [Dopesick (Mini-Serie)](https://buergler.net/serien-tipp-dopesick/) - ⭐⭐⭐⭐⭐ (Disney+) «Dopesick» schildert basierend auf einem Sachbuch die Drogenkrise in die USA, verursacht durch das Schmerzmittel Oxycontin der Pharmafirma Purdue. Auf verschiedenen Ebenen zeigt die Serie die Auswirkungen der skrupellosen Vermarktung einer tödlichen Droge und wie einzelne Behörden über Jahre und oft vergeblich dagegen ankämpfen. Hervorragende Darsteller wie Michael Keaton und Michael Stuhlbarg machen die Serie zu einem packenden Ereignis. Prädikat: binge-würdig. - [The Wire (Staffeln 1-5)](https://buergler.net/serien-tipp-the-wire/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) Für einen Serien-Junkie ist es ja fast schon peinlich, dass «The Wire» erst jetzt auf meiner Done-Liste steht. Aber ich brauchte halt drei Anläufe, um über die erste Staffel hinauszukommen. Auch Staffel 2 und 3 sind für eine Serie aus den Nullerjahren sicher gut, aber der Kultstatus der Serie lässt sich damit nicht erklären. Den Podestplatz in der ewigen Bestenliste verdient sich «The Wire» erst mit den Staffeln 4 und 5. Hier wird - wie Stephen King sagte - die Stadt Baltimore zu einer modernen Version von Dantes Inferno. Unglaublich packend, wie das Elend dieser Stadt und seiner Bewohner:innen geschildert wird. - [American Rust (Mini-Serie)](https://buergler.net/serien-tipp-american-rust/) - ⭐⭐⭐ (Sky Show) Del Harris (Jeff Daniels) ist Polizeichef in Buell, einer Kleinstadt im «Rust Belt», dem heruntergekommen Industriegebiet der USA. In einem ehemaligen Stahlwerk findet die Polizei eine Leiche. Des Mordes verdächtigt wird ein junger Mann, der einst eine Karriere als Football-Spieler in Aussicht hatte, die Chance aber sausen liess. Zudem ist dieser Billy der Sohn der Frau ( Maura Tierney ), in die sich Chief Harris verliebt hat. Harris ist deshalb mehr daran interessiert, Billys Unschuld zu beweisen, als die Frage zu beantworten, wer der Mörder ist. Jeff Daniels und Maura Tierney sind hervorragende Schauspieler - und doch, am Schluss ist alles Elend ein wenig zu viel und überladen mit diversesten persönlichen Dramen und Katastrophen. Beim Vergleich mit «Mare of Easttown», der sich ein aufdrängt, schneidet «American Rust» einiges schlechter ab. - [Wilder (Staffel 4)](https://buergler.net/serien-tipp-wilder/) - ⭐⭐⭐⭐ (Play Suisse) Rosa Wilder ist zurück in ihrem Heimatdorf Oberwies. Ein Polizist wird ermordet und Rosa steigt wieder als Ermittlerin ein. Auch Kägi lässt es sich nicht entgehen, wieder mit Rosa zusammenzuarbeiten. Der Mord ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Düstere Familiengeheimnisse und finstere Geschäfte harren der Aufklärung. - [In From the Cold (Staffel 1)](https://buergler.net/serien-tipp-in-from-the-cold/) - ⭐ (Netflix) Es kommt selten vor, dass ich mitten in einer Serie aussteige. Aber hier verlor ich nach der vierten Episode jegliche Hoffnung, dass das noch was wird. Eine wirre Geschichte, die an allen Ecken und Ende selbst für ein fiktionales Werk die Glaubwürdigkeit (über)strapaziert. - [Titans (Staffel 1-3)](https://buergler.net/serien-tipp-titans/) - ⭐⭐ (Netflix) Titans, das sind die jungen Superhelden der Generation nach Batman und Superman. Angeführt von Dick Grayson - ehemals Batmans Sidekick Robin - bekämpfen sie Bösewichte aus dem DC Universum. Die erste Staffel war noch sehr ok, als eine junge Frau von einem Dämon gejagt wird und Grayson und seine Titans um Hilfe bittet. Bei Staffel 2 und 3 schwand mein Interesse. Die Figuren wälzen sich in psychologischer Vergangenheitsbewältigung, gruppendynamischer Mediation, Familien- und Beziehungsdramen. Dafür sind mir die Titans dann doch zu wenig interessant, als dass mich diese «Vertiefung» kümmern würde. - [Lovecraft Country (Staffel 1)](https://buergler.net/serien-tipp-lovecraft-country/) - ⭐⭐⭐⭐ (Sky Show) Atticus Freeman begibt sich mit seiner Freundin und seinem Onkel im Amerika der 50er-Jahre auf einen Roadtrip auf die Suche nach seinem Vater. Monster, ein menschenopfernder Kult und der alltägliche Rassismus sind dabei die weiteren Weggefährten. Eine Serie, die überraschend Sozialkritik mit deftigem Horror verbindet. Das geht manchmal bis an die Grenze des Abstrusen. Aber letztlich ist es stimmig, den fantastischen Horror zu mischen mit der Realität des rassistischen Amerikas in den 50ern. - [Physical (Staffel 1)](https://buergler.net/serien-tipp-physical/) - ⭐⭐⭐⭐ (Apple TV+) San Diego in den 1980er-Jahren. Sheila Rubin (Rose Byrne) leidet unter massiven Essstörungen, ist mit einem aufgeblasenem, links-intellektuellen Loser verheiratet und entdeckt in Aerobic ihr Empowerment. Der Eighties-Groove in Kalifornien mit Flower-Power-Nachwehen, Aerobics und VHS-Rekorder als the next big thing sorgen für gute Unterhaltung. - [Britannia (Staffel 1-3)](https://buergler.net/serien-tipp-britannia/) - ⭐⭐ (Sky Show) Die Römer fallen 43 n.Chr. in Britannien ein. Die Kelten sind zerstritten und machen teilweise gemeinsame Sache mit den Eindringlingen. Tönt zwar wie ein Historiendrama, ist aber tatsächlich mehr Fantasy. Druiden und Dämonen spielen eine grössere Rolle als Widerstandskampf und Intrigen. Wer Fantasy in einem historischen Setting mag, kommt durchaus auf seine Kosten. Weil der Kampf zwischen den verschiedenen Gottheiten und ihren Vertretern auf Erden vor allem in der dritten Staffel ziemlich abstruse Formen annimmt, leidet der Unterhaltungswert der Serie doch ziemlich. - [Follow the Money / Bedrag (Staffel 1-3)](https://buergler.net/serien-tipp-follow-the-money-orig-bedrag/) - ⭐⭐⭐ (Netflix) Die beiden ersten Staffeln sind saubere Krimis, angesiedelt im Big Business, mit zwei sehr guten Hauptfiguren. Die dritte Staffel dagegen setzt mehr auf die Psychologie der Hauptfiguren. Aber das lässt einen ziemlich kalt, weil beide Hauptfiguren sich dauernd nur im Kreise drehen, anstatt den Ausweg aus ihrem Elend zu suchen. - [The Blacklist (Staffel 8)](https://buergler.net/the-blacklist-staffel-8/) - ⭐⭐ (Netflix) Es geht rund in der achten Staffel. Reddington begeht einen Mord zu viel und macht sich Liz zur Todfeindin. Sie will endgültig mit ihm abrechnen, steigt aus der FBI Task Force aus und baut ihr eigenes kriminelles Netzwerk auf, um Reddington zur Strecke zu bringen. Das Grundrezept von Blacklist funktioniert immer noch. Dass die Geschichte um das Geheimnis von Reddington und Liz weitergetrieben wird, ist auch ok. Aber Stoff für 23 Episoden gibt das nicht wirklich her, 12 hätten gereicht. Und die grosse Überraschung am Schluss kommt nicht so überraschend, wenn man vorher gelesen hat, dass eine Hauptfigur aus der Serie ausgestiegen ist. - [Riviera (Staffel 1)](https://buergler.net/serien-tipp-riviera/) - ⭐⭐ (Sky Show) Verbrechen und Familiendrama am Mittelmeer. Viel Luxus, etwas wenig Thrill. - [Bodies (Mini-Serie) – Eine Leiche auf Zeitreise](https://buergler.net/bodies-mini-serie-eine-leiche-auf-zeitreise/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Vier Polizist:innen, vier Zeitebenen und nur eine Leiche. Das ist in aller Kürze die Ausgangslage von «Bodies». 1890, 1941, 2023 und 2053 taucht der identische Tote am selben Ort in London auf. Splitternackt in einer Gasse, Schusswunde am Kopf und eine Markierung am Handgelenk. Wie ist das möglich? Diese Frage beschäftigt uns von Anfang an, aber nicht die ermittelnden Polizist:innen, die diesen Zusammenhang lange nicht erkennen. Wie sollten sie auch. Denn das Mysterium lässt sich nur durch ein Phänomen erklären, das selbst im Jahr 2053 als nur theoretisch möglich gilt: Zeitreise. Aber tatsächlich ist das der Grund. «Bodies» enthüllt diese Zusammenhänge nur langsam. Da bleibt man gespannt dabei, wie sich Schritt für Schritt aufklärt, wie die Plots auf den vier Zeitebenen zusammenhängen. Ohne allzu sehr zu spoilern: Nicht nur die Leiche reiste in der Zeit, sondern auch noch eine lebende Person. Wie üblich, wenn es um Zeitreisen geht, werden unsere Gehirnwindungen heftig beansprucht. Aber die Serie überspannt den Bogen der Logik nicht allzu sehr. Und sie nutzt die verschiedenen Zeitebenen für optisch und inhaltlich ansprechende Abwechslung. - [Serien für zwischendurch](https://buergler.net/serien-fuer-zwischendurch/) - Nicht immer mag man ganze Serien-Staffeln bingen. Manchmal hat man nur Lust auf eine oder zwei Episoden und dann ist wieder gut für ein paar Tage oder sogar Wochen. - [Serienquiz: Wer weiss denn so was?](https://buergler.net/serienquiz-wer-weiss-denn-so-was/) - Zehn Fragen zu Serien, die kein normaler Mensch wissen kann. Nur völlige Nerds. Aber raten kann man ja und erfährt ein paar witzige Fakten über Serien. - [Luther: The Fallen Sun – Wird Luther zur Filmserie à la James Bond?](https://buergler.net/luther-the-fallen-sun-wird-luther-zur-filmserie-a-la-james-bond/) - ⭐⭐⭐⭐ (Netflix) Nach fünf Staffeln kehrt der eigensinnige Londoner Copper John Luther zurück. Diesmal allerdings nur für einen zweistündigen Film. Gleich zu Beginn holt ihn seine Vergangenheit ein. Luther landet für all seine Grenzüberschreitungen als Polizist im Gefängnis. Dahinter steckt allerdings ein Serienmörder. David Robey hat Luther ans Messer geliefert, weil er ihm auf der Spur war. Lange ist Luther nicht im Knast und heftet sich umgehend an Robeys Fersen. Die Monstrosität des Bösewichts wird in diesem Film auf die Spitze und etwas darüber hinaus getrieben. Dafür bleiben vertiefende, hintergründige Szenen auf der Strecke, was einen Teil des Reizes der Serie ausgemacht hat. Das ist schade. Aber an Luther kann man sich weiter erfreuen. Und es wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein. Der Film legt die Grundlage für eine Reihe und will Luther zu einem Helden ähnlich wie James Bond machen. - [Retro-Quiz: Serien der 90er-Jahre – Teil 2](https://buergler.net/retro-quiz-serien-der-90er-jahre-teil-2/) - Kennst du dich aus in den Serien der 90er-Jahre? Hier kommen zwölf Fragen, in denen du dein Wissen unter Beweis stellen kannst. - [Quiz: Findest du anhand nur eines Bildes heraus, welche Serie gemeint ist?](https://buergler.net/findest-du-anhand-nur-eines-bildes-heraus-welche-serie-das-ist/) - Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Also sollte es nicht besonders schwer sein, anhand eines einzigen Bildes herauszufinden, welche Serie gesucht wird. - [✅ Projekt MCU – abgeschlossen](https://buergler.net/projekt-mcu/) - Projekt MCU = Alle Filme aus dem Marvel Cinematic Universe in der zeitlichen Abfolge anschauen (damit ich nicht immer meinen Sohn fragen muss: Wer? Was? Wann? Wo?). Ich halte mich dabei an die Liste von Rotten Tomatoes. Mit «Wakanda Forever» schliesse ich das Projekt nach 30 Filmen in knapp einem Jahr ab, auch wenn bereits weitere MCU-Filme angekündigt sind für 2023. Den einen oder anderen werde ich mir sicher ansehen, aber wohl nicht mehr alle. - [Retro-Quiz: Serienklassiker der 90er-Jahre](https://buergler.net/retro-quiz-serienklassiker-der-90er-jahre/) - Kennst du dich aus in den Serien der 90er-Jahre? Hier kommen zwölf Fragen, in denen du dein Wissen unter Beweis stellen kannst. - [Das grosse Serien-Quiz 2022 – die Auflösung](https://buergler.net/das-grosse-serien-quiz-2022-die-aufloesung/) - 46 Serienfans wagten sich an das grosse Serien-Quiz, 16 kämpften sich durch alle 32 Fragen durch. Aber es war offensichtlich hart. Nur zwei Personen schafften den Titel «Binge-Watcher:in des Jahres». - [Wilhelm der Schreier](https://buergler.net/wilhelm-der-schreier/) - Wer kennt Wilhelm den Schreier? Niemand? Ich bin ziemlich sicher, dass doch. Schon mal einen Star Wars-Film oder Indiana Jones gesehen? Eben, dann hast Du Wilhelm schreien gehört. Oder in einem der rund 200 weiteren Filmen, in dem der «Wilhelmsschrei» zu hören ist. Und der tönt so: Es ist schon länger her, dass ich mal - [US Streamingcharts von Nielsen](https://buergler.net/us-streamingcharts-von-nielsen/) - Die meist geschauten Originalserien in den USA in der zweiten Märzwoche laut Nielsen. ## Seiten - [Serien-Highlights: Kult-Hits und Meilensteine](https://buergler.net/serien-highlights-kult-hits-und-meilensteine/) - Einige Serien haben Massstäbe gesetzt und die Serienlandschaft nachhaltig beeinflusst. Andere sind einfach sehr gelungene Beispiele für ihr Genre und lohnen einen Blick, auch wenn sie schon ein paar Jahre alt sind. In unregelmässigen Abständen ergänze ich diese völlig unsystematisch erstellte Liste von Serien, die man sich bei Gelegenheit mal zu Gemüte führen kann. 30 - [Vikings: Valhalla](https://buergler.net/vikings-valhalla/) - [Newsletter abonnieren](https://buergler.net/newsletter-2/) - Alle zwei Wochen verschicke ich die neuesten Serien-Tipps als Newsletter. Damit du die Katze nicht im Sack kaufen musst, findest du unterhalb des Formulars einen Beispiel-Newsletter. So sieht der Newsletter aus: - [Über Patrick Bürgler](https://buergler.net/ueber-uns/) - Ich bin schon ewig ein Film-Fan. Meine Abschlussarbeit an der Uni war zu dem Thema («Erzählstrukturen in Steven Spielbergs Indiana-Jones-Trilogie»). In den letzten Jahren habe ich aber noch mehr Affinität zu Streamingserien entwickelt. Das und meine Vergangenheit als Journalist lebe ich hier aus und schreibe darüber, was ich gesehen habe und wie ich es beurteile. - [Das kleine Serienquiz 2024](https://buergler.net/das-kleine-serienquiz-2024/) - [Das grosse Serienquiz 2024](https://buergler.net/das-grosse-serienquiz-2024/) - [Triff deine seelenverwandte Serienheldin](https://buergler.net/triff-deine-seelenverwandte-serienheldin/) - [Triff deinen seelenverwandten Serienhelden](https://buergler.net/triff-deinen-seelenverwandten-serienhelden/) - [Emmy-Orakel 2024](https://buergler.net/emmys-2024/) - Am 15. September werden zum 76. Mal die Emmys verliehen. Die bedeutendste US-amerikanische Auszeichnung wird verliehen für TV-Shows, die zwischen dem 1. Juni 2023 und 31. May 2024 ausgestrahlt wurden. Hier kannst du deinen Tipp abgeben, wer die goldene Muse der Künste in den Hauptkategorien bekommt oder bekommen sollte. Du willst auf dem Handy mittippen? - [Umfrage – Wie viele der besten TV-Serien hast du gesehen?](https://buergler.net/umfrage-wie-viele-der-besten-tv-serien-hast-du-gesehen/) - Wird geladen… - [Datenschutzerklärung](https://buergler.net/privacy-policy/) - Verantwortliche Stelle im Sinne der Datenschutzgesetze, insbesondere der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), ist: Patrick BürglerHolzmattstrasse 464102 Binningen E-Mail: webmaster@buergler.netWebSite: https://buergler.net/ Allgemeiner Hinweis Gestützt auf Artikel 13 der schweizerischen Bundesverfassung und den datenschutzrechtlichen Bestimmungen des Bundes (Datenschutzgesetz, DSG) hat jede Person Anspruch auf Schutz ihrer Privatsphäre sowie auf Schutz vor Missbrauch ihrer persönlichen Daten. Die Betreiber dieser Seiten ## Quizzes & Surveys - [Science-Fiction-Serien des 20. Jahrhunderts](https://buergler.net/qsm_quiz/science-fiction-20-jahrhundert/) - [Das grosse Serienquiz 2023](https://buergler.net/qsm_quiz/das-grosse-serienquiz-2023/) - [Wer weiss denn so was?](https://buergler.net/qsm_quiz/wer-weiss-denn-so-was/) - [Quiz: Serienklassiker der 90er-Jahre – Teil 2](https://buergler.net/qsm_quiz/quiz-serienklassiker-der-90er-jahre-teil-2/) - Kennst du dich aus in den Serien der 90er-Jahre? Hier kommen zwölf Fragen, in denen du dein Wissen unter Beweis stellen kannst. - [Retro-Quiz: Serienklassiker der 90er-Jahre](https://buergler.net/qsm_quiz/quiz-serienklassiker-der-90er-jahre/) - Kennst du dich aus in den Serien der 90er-Jahre? Hier kommen zwölf Fragen, in denen du dein Wissen unter Beweis stellen kannst. - [Bilderrätsel: Wie heisst diese Serie?](https://buergler.net/qsm_quiz/bilderraetsel-wie-heisst-diese-serie/) - Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Also sollte es nicht besonders schwer sein, anhand eines einzigen Bildes herauszufinden, welche Serie gesucht wird. ## Kategorien - [1. Serien](https://buergler.net/category/serien/) - [2. Film](https://buergler.net/category/film/) - [Abenteuer](https://buergler.net/category/serien/genre/abenteuer/) - Serientitel aus dem Genre Abenteuer - [Action](https://buergler.net/category/serien/genre/action/) - Serientitel aus dem Genre Action - [Biografie](https://buergler.net/category/serien/genre/biografie/) - Serientitel aus dem Genre Biografie - [Doku](https://buergler.net/category/serien/genre/doku/) - Serientitel aus dem Genre Dokumentation - [Drama](https://buergler.net/category/serien/genre/drama/) - Serientitel aus dem Genre Drama - [Fantasy](https://buergler.net/category/serien/genre/fantasy/) - Serientitel aus dem Genre Fantasy - [Historie](https://buergler.net/category/serien/genre/historie/) - Serientitel aus dem Genre Historie - [Horror](https://buergler.net/category/serien/genre/horror/) - Serientitel aus dem Genre Horror - [Krimi](https://buergler.net/category/serien/genre/krimi/) - Serientitel aus dem Genre Krimi - [Romanze](https://buergler.net/category/serien/genre/romanze/) - Serientitel aus dem Genre Romanze - [Science-Fiction](https://buergler.net/category/serien/genre/science-fiction/) - Serientitel aus dem Genre Science-Fiction - [Superhelden](https://buergler.net/category/serien/genre/superhelden/) - Serientitel aus dem Genre Superhelden - [Thriller](https://buergler.net/category/serien/genre/thriller/) - Serientitel aus dem Genre Thriller - [True-Crime](https://buergler.net/category/serien/genre/true-crime/) - Serientitel aus dem Genre True-Crime - [Komödie](https://buergler.net/category/serien/genre/komoedie/) - Serientitel aus dem Genre Komödie - [Prime Video](https://buergler.net/category/serien/streamingdienst/prime-video/) - Serientitel des Streamingdienstes Prime Video von Amazon - [Apple TV](https://buergler.net/category/serien/streamingdienst/apple-tv/) - Serientitel des Streamingdienstes Apple TV - [Disney+](https://buergler.net/category/serien/streamingdienst/disney/) - Serientitel des Streamingdienstes Disney+ - [Netflix](https://buergler.net/category/serien/streamingdienst/netflix/) - Serientitel des Streamingdienstes Netflix - [Play Suisse](https://buergler.net/category/serien/streamingdienst/play-suisse/) - Serientitel des Streamingdienstes Play Suisse - [Sky Show](https://buergler.net/category/serien/streamingdienst/sky-show/) - Serientitel des Streamingdienstes Sky Show - [Andere](https://buergler.net/category/serien/streamingdienst/andere/) - Serientitel des Streamingdienstes Andere - [Genre](https://buergler.net/category/serien/genre/) - [Streamingdienst](https://buergler.net/category/serien/streamingdienst/) - [Sterne](https://buergler.net/category/serien/sterne/) - [1 Stern](https://buergler.net/category/serien/sterne/1-stern/) - Serientitel mit der Bewertung 1 Stern - [2 Sterne](https://buergler.net/category/serien/sterne/2-sterne/) - Serientitel mit der Bewertung 2 Sterne - [3 Sterne](https://buergler.net/category/serien/sterne/3-sterne/) - Serientitel mit der Bewertung 3 Sterne - [4 Sterne](https://buergler.net/category/serien/sterne/4-sterne/) - Serientitel mit der Bewertung 4 Sterne - [5 Sterne](https://buergler.net/category/serien/sterne/5-sterne/) - Serientitel mit der Bewertung 5 Sterne - [Mystery](https://buergler.net/category/serien/genre/mystery/) - Serientitel aus dem Genre Mystery - [Western](https://buergler.net/category/serien/genre/western/) - Serientitel aus dem Genre Western - [Musik](https://buergler.net/category/serien/genre/musik/) - Serientitel aus dem Genre Musik - [3. 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Macy](https://buergler.net/tag/william-h-macy/) - https://www.imdb.com/name/nm0000513/ - [Sam Waterston](https://buergler.net/tag/sam-waterston/) - https://www.imdb.com/name/nm0001832/ - [Joshua McGuire](https://buergler.net/tag/joshua-mcguire/) - https://www.imdb.com/name/nm3992182/ - [Michelle Dockery](https://buergler.net/tag/michelle-dockery/) - https://www.imdb.com/name/nm1890784/ - [Sienna Miller](https://buergler.net/tag/sienna-miller/) - https://www.imdb.com/name/nm1092227/ - [Rupert Friend](https://buergler.net/tag/rupert-friend/) - https://www.imdb.com/name/nm1670029/ - [Naomi Scott](https://buergler.net/tag/naomi-scott/) - https://www.imdb.com/name/nm4305463/ - [Melissa James Gibson](https://buergler.net/tag/melissa-james-gibson/) - https://www.imdb.com/name/nm3521294/ - [Fanny Herrero](https://buergler.net/tag/fanny-herrero/) - https://www.imdb.com/name/nm2638139/ - [Elsa Guedj](https://buergler.net/tag/elsa-guedj/) - https://www.imdb.com/name/nm5794946/ - [Younès Boucif](https://buergler.net/tag/younes-boucif/) - https://www.imdb.com/name/nm3950367/ - [Mariama Gueye](https://buergler.net/tag/mariama-gueye/) - https://www.imdb.com/name/nm4890670/ - [Jean Siuen](https://buergler.net/tag/jean-siuen/) - https://www.imdb.com/name/nm10761699/ - [Adam Scott](https://buergler.net/tag/adam-scott/) - https://www.imdb.com/name/nm0004395/ - [Britt Lower](https://buergler.net/tag/britt-lower/) - https://www.imdb.com/name/nm3138882/ - [John Turturro](https://buergler.net/tag/john-turturro/) - https://www.imdb.com/name/nm0001806/ - [Christopher Walken](https://buergler.net/tag/christopher-walken/) - https://www.imdb.com/name/nm0000686/ - [Zach Cherry](https://buergler.net/tag/zach-cherry/) - https://www.imdb.com/name/nm7100086/ - [Patricia Arquette](https://buergler.net/tag/patricia-arquette/) - https://www.imdb.com/name/nm0000099/ - [Dan Erickson](https://buergler.net/tag/dan-erickson/) - https://www.imdb.com/name/nm9772311/ - [Ben Stiller](https://buergler.net/tag/ben-stiller/) - https://www.imdb.com/name/nm0001774/ - [Jodie Comer](https://buergler.net/tag/jodie-comer/) - https://www.imdb.com/name/nm3069650/ - [Sandra Oh](https://buergler.net/tag/sandra-oh/) - https://www.imdb.com/name/nm0644897/ - [Fiona Shaw](https://buergler.net/tag/fiona-shaw/) - https://www.imdb.com/name/nm0789716/ - [Kim Bodnia](https://buergler.net/tag/kim-bodnia/) - https://www.imdb.com/name/nm0091035/ - [Phoebe Waller-Bridge](https://buergler.net/tag/phoebe-waller-bridge/) - https://www.imdb.com/name/nm3564817/ - [Kevin Bigley](https://buergler.net/tag/kevin-bigley/) - https://www.imdb.com/name/nm3707003/ - [Andy Allo](https://buergler.net/tag/andy-allo/) - https://www.imdb.com/name/nm3698103/ - [Allegra Edwards](https://buergler.net/tag/allegra-edwards/) - https://www.imdb.com/name/nm3769827/ - [Robbie Amell](https://buergler.net/tag/robbie-amell/) - https://www.imdb.com/name/nm2064412/ - [Zainab Johnson](https://buergler.net/tag/zainab-johnson/) - https://www.imdb.com/name/nm2827538/ - [William B. Davis](https://buergler.net/tag/william-b-davis/) - https://www.imdb.com/name/nm0205657/ - [Greg Daniels](https://buergler.net/tag/greg-daniels/) - https://www.imdb.com/name/nm0199948/ - [Christine Baranski](https://buergler.net/tag/christine-baranski/) - https://www.imdb.com/name/nm0004724/ - [Gary Cole](https://buergler.net/tag/gary-cole/) - https://www.imdb.com/name/nm0170550/ - [Nyambi Nyambi](https://buergler.net/tag/nyambi-nyambi/) - https://www.imdb.com/name/nm2148665/ - [Mandy Patinkin](https://buergler.net/tag/mandy-patinkin/) - https://www.imdb.com/name/nm0001597/ - [Sarah Steele](https://buergler.net/tag/sarah-steele/) - https://www.imdb.com/name/nm1511685/ - [Michael Boatman](https://buergler.net/tag/michael-boatman/) - https://www.imdb.com/name/nm0090225/ - [Audra McDonald](https://buergler.net/tag/audra-mcdonald/) - https://www.imdb.com/name/nm0567653/ - [Charmaine Bingwa](https://buergler.net/tag/charmaine-bingwa/) - https://www.imdb.com/name/nm6192439/ - [Robert King](https://buergler.net/tag/robert-king/) - https://www.imdb.com/name/nm0455207/ - [Michelle King](https://buergler.net/tag/michelle-king/) - https://www.imdb.com/name/nm0455080/ - [David Ajala](https://buergler.net/tag/david-ajala/) - https://www.imdb.com/name/nm2916966/ - [Oded Fehr](https://buergler.net/tag/oded-fehr/) - https://www.imdb.com/name/nm0004912/ - [Doug Jones](https://buergler.net/tag/doug-jones/) - https://www.imdb.com/name/nm0427964/ - [Tara Rosling](https://buergler.net/tag/tara-rosling/) - https://www.imdb.com/name/nm0743078/ - [Mary Wiseman](https://buergler.net/tag/mary-wiseman/) - https://www.imdb.com/name/nm6384402/ - [Anthony Rapp](https://buergler.net/tag/anthony-rapp/) - https://www.imdb.com/name/nm0710829/ - [Sonequa Martin-Green](https://buergler.net/tag/sonequa-martin-green/) - https://www.imdb.com/name/nm2792296/ - [Chelah Horsdal](https://buergler.net/tag/chelah-horsdal/) - https://www.imdb.com/name/nm1319098/ - [Bryan Fuller](https://buergler.net/tag/bryan-fuller/) - https://www.imdb.com/name/nm0298188/ - [Toni Collette](https://buergler.net/tag/toni-collette/) - https://www.imdb.com/name/nm0001057/ - [Gil Birmingham](https://buergler.net/tag/gil-birmingham/) - https://www.imdb.com/name/nm0083655/ - [Bella Heathcote](https://buergler.net/tag/bella-heathcote/) - https://www.imdb.com/name/nm2757333/ - [Omari Hardwick](https://buergler.net/tag/omari-hardwick/) - https://www.imdb.com/name/nm1165044/ - [Charlotte Stoudt](https://buergler.net/tag/charlotte-stoudt/) - https://www.imdb.com/name/nm3105180/ - [Amy Sherman-Palladino](https://buergler.net/tag/amy-sherman-palladino/) - https://www.imdb.com/name/nm0792371/ - [Alex Borstein](https://buergler.net/tag/alex-borstein/) - https://www.imdb.com/name/nm0097504/ - [Marin Hinkle](https://buergler.net/tag/marin-hinkle/) - https://www.imdb.com/name/nm0385792/ - [Michael Zegen](https://buergler.net/tag/michael-zegen/) - https://www.imdb.com/name/nm1652433/ - [Rachel Brosnahan](https://buergler.net/tag/rachel-brosnahan/) - https://www.imdb.com/name/nm3014031/ - [Tony Shaloub](https://buergler.net/tag/tony-shaloub/) - https://www.imdb.com/name/nm0001724/ - [Alexander Dreymon](https://buergler.net/tag/alexander-dreymon/) - https://www.imdb.com/name/nm4101853/ - [Emily Cox](https://buergler.net/tag/emily-cox/) - https://www.imdb.com/name/nm2686957/ - [Eliza Butterworth](https://buergler.net/tag/eliza-butterworth/) - https://www.imdb.com/name/nm6999212/ - [Millie Brady](https://buergler.net/tag/millie-brady/) - https://www.imdb.com/name/nm6351089/ - [Timothy Innes](https://buergler.net/tag/timothy-innes/) - https://www.imdb.com/name/nm7964030/ - [Kunal Nayyar](https://buergler.net/tag/kunal-nayyar/) - https://www.imdb.com/name/nm2471798/ - [Elizabeth Henstridge](https://buergler.net/tag/elizabeth-henstridge/) - https://www.imdb.com/name/nm4464857/ - [Angel Coulby](https://buergler.net/tag/angel-coulby/) - https://www.imdb.com/name/nm1076294/ - [Uma Thurman](https://buergler.net/tag/uma-thurman/) - https://www.imdb.com/name/nm0000235/ - [Noah Emmerich](https://buergler.net/tag/noah-emmerich/) - 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[Ed Sinclair](https://buergler.net/tag/ed-sinclair/) - https://www.imdb.com/name/nm2454018/ - [Samuel Anderson](https://buergler.net/tag/samuel-anderson/) - https://www.imdb.com/name/nm1556238/ - [David Thewlis](https://buergler.net/tag/david-thewlis/) - https://www.imdb.com/name/nm0000667/ - [Kate O'Flynn](https://buergler.net/tag/kate-oflynn/) - https://www.imdb.com/name/nm2359658/ - [Olivia Colman](https://buergler.net/tag/olivia-colman/) - https://www.imdb.com/name/nm1469236/ - [Daniel Rigby](https://buergler.net/tag/daniel-rigby/) - https://www.imdb.com/name/nm2288047/ - [Diana Silvers](https://buergler.net/tag/diana-silvers/) - https://www.imdb.com/name/nm9537602/ - [John Malkovich](https://buergler.net/tag/john-malkovich/) - https://www.imdb.com/name/nm0000518/ - [Tawny Newsome](https://buergler.net/tag/tawny-newsome/) - https://www.imdb.com/name/nm5634295/ - [Steve Carell](https://buergler.net/tag/steve-carell/) - https://www.imdb.com/name/nm0136797/ - [Jimmy O. 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Kish](https://buergler.net/tag/laszlo-i-kish/) - https://www.imdb.com/name/nm0457189/ - [Jonathan Loosli](https://buergler.net/tag/jonathan-loosli/) - https://www.imdb.com/name/nm2451097/ - [Béla Batthyany](https://buergler.net/tag/bela-batthyany/) - https://www.imdb.com/name/nm6172218/ - [Alexander Szombath](https://buergler.net/tag/alexander-szombath/) - https://www.imdb.com/name/nm1802368/ - [Lydia Fleming](https://buergler.net/tag/lydia-fleming/) - https://www.imdb.com/name/nm10153350/ - [Cillian O'Sullivan](https://buergler.net/tag/cillian-osullivan/) - https://www.imdb.com/name/nm2793419/ - [Margarita Levieva](https://buergler.net/tag/margarita-levieva/) - https://www.imdb.com/name/nm1760272/ - [Charles Brice](https://buergler.net/tag/charles-brice/) - https://www.imdb.com/name/nm3713720/ - [Adam Glass](https://buergler.net/tag/adam-glass/) - https://www.imdb.com/name/nm1380122/ - [Anna Diop](https://buergler.net/tag/anna-diop/) - https://www.imdb.com/name/nm2993012/ - [Joshua Orpin](https://buergler.net/tag/joshua-orpin/) - https://www.imdb.com/name/nm6906929/ - [Vincent Kartheiser](https://buergler.net/tag/vincent-kartheiser/) - https://www.imdb.com/name/nm0440229/ - [Teagan Croft](https://buergler.net/tag/teagan-croft/) - https://www.imdb.com/name/nm7509279/ - [Ryan Potter](https://buergler.net/tag/ryan-potter/) - https://www.imdb.com/name/nm3994407/ - [Minka Kelly](https://buergler.net/tag/minka-kelly/) - https://www.imdb.com/name/nm1310368/ - [Iain Glen](https://buergler.net/tag/iain-glen/) - https://www.imdb.com/name/nm0322513/ - [Curran Walter](https://buergler.net/tag/curran-walter/) - https://www.imdb.com/name/nm6909148/ - [Conor Leslie](https://buergler.net/tag/conor-leslie/) - https://www.imdb.com/name/nm3300306/ - [Brenton Thwaites](https://buergler.net/tag/brenton-thwaites/) - https://www.imdb.com/name/nm4154798/ - [Savannah Welch](https://buergler.net/tag/savannah-welch/) - https://www.imdb.com/name/nm1881922/ - [Greg Berlanti](https://buergler.net/tag/greg-berlanti/) - https://www.imdb.com/name/nm0075528/ - [Akiva Goldsman](https://buergler.net/tag/akiva-goldsman/) - https://www.imdb.com/name/nm0326040/ - [Geoff Johns](https://buergler.net/tag/geoff-johns/) - https://www.imdb.com/name/nm0424315/ - [Rafe Judkins](https://buergler.net/tag/rafe-judkins/) - https://www.imdb.com/name/nm1988994/ - [Rosamunde Pike](https://buergler.net/tag/rosamunde-pike/) - https://www.imdb.com/name/nm0683253/ - [Daniel Henney](https://buergler.net/tag/daniel-henney/) - https://www.imdb.com/name/nm2024644/ - [Josha Stradowski](https://buergler.net/tag/josha-stradowski/) - https://www.imdb.com/name/nm4413036/ - [Zoë Robins](https://buergler.net/tag/zoe-robins/) - https://www.imdb.com/name/nm2049911/ - [Madeleine Madden](https://buergler.net/tag/madeleine-madden/) - https://www.imdb.com/name/nm5136993/ - [Marcus Rutherford](https://buergler.net/tag/marcus-rutherford/) - https://www.imdb.com/name/nm8519744/ - [Dragan Vujic](https://buergler.net/tag/dragan-vujic/) - https://www.imdb.com/name/nm13106833/ - [David Constantin](https://buergler.net/tag/david-constantin/) - https://www.imdb.com/name/nm13103653/ - [Anna Rossinelli](https://buergler.net/tag/anna-rossinelli/) - https://www.imdb.com/name/nm13106469/ - [Stefan Perceval](https://buergler.net/tag/stefan-perceval/) - https://www.imdb.com/name/nm0672837/ - [Mats Frey](https://buergler.net/tag/mats-frey/) - https://www.imdb.com/name/nm5093837/ - [Jurnee Smollett](https://buergler.net/tag/jurnee-smollett/) - https://www.imdb.com/name/nm0810619/ - [Aunjanue Ellis](https://buergler.net/tag/aunjanue-ellis/) - https://www.imdb.com/name/nm0254712/ - [Wunmi Mosaku](https://buergler.net/tag/wunmi-mosaku/) - https://www.imdb.com/name/nm2148911/ - [Abbey Lee](https://buergler.net/tag/abbey-lee/) - https://www.imdb.com/name/nm3880181/ - [Jonathan Majors](https://buergler.net/tag/jonathan-majors/) - https://www.imdb.com/name/nm3718007/ - [Jamie Chung](https://buergler.net/tag/jamie-chung/) - https://www.imdb.com/name/nm1512166/ - [Misha Green](https://buergler.net/tag/misha-green/) - https://www.imdb.com/name/nm3207866/ - [Tania Raymonde](https://buergler.net/tag/tania-raymonde/) - https://www.imdb.com/name/nm0713389/ - [Billy Bob Thornton](https://buergler.net/tag/billy-bob-thornton/) - https://www.imdb.com/name/nm0000671/ - [William Hurt](https://buergler.net/tag/william-hurt/) - https://www.imdb.com/name/nm0000458/ - [Nina Arianda](https://buergler.net/tag/nina-arianda/) - https://www.imdb.com/name/nm3616206/ - [Diana Hopper](https://buergler.net/tag/diana-hopper/) - https://www.imdb.com/name/nm4530936/ - [Bruce Dern](https://buergler.net/tag/bruce-dern/) - https://www.imdb.com/name/nm0001136/ - [David E. 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