Resident Evil (Staffel 1) – Nur toll, wenn das Blut spritzt

Resident Evil Poster

1 von 5 Sternen

Läuft bei: Netflix (1 Staffel, 8 Episoden à 45 Min.)

2036 ist die Welt mal wieder in der Hand von Monstern, so genannten «Zeroes». Die Zeroes wurden mit dem T-Virus infiziert, töten und fressen alles, was sich bewegt.

Jade wird gejagt

Jade (Ella Balinska) studiert in London das Verhalten der relativ tumben Monster. Eines Tages geht das schief und sie wird von Zeroes gejagt. Ein paar Plünderer retten sie, finden aber heraus, dass auf Jade ein Kopfgeld ausgesetzt ist.

Jade kann bei der Übergabe entkommen und versucht sich nach Calais durchzuschlagen.

Geldgier bringt das Unheil

Vor 14 Jahren war die Welt für Jade noch in Ordnung. Sie zog mit ihrer Schwester Billie (Adeline Rudolph) und ihrem Vater Albert Wesker (Lance Reddick) nach New Racoon City. Hier hat die Firma Umbrella ihren Hauptsitz.

Albert entwickelt für die Firma ein Medikament, das eine gefährliche Komponente beinhaltet: das T-Virus. Obwohl er davor warnt, will die gierige Chefin der Firma möglichst schnell auf den Markt mit dem Wundermittel.

Jade und Billie kommen den Machenschaften von Umbrella auf die Spur. Billie wird mit dem Virus infiziert.

Einschätzung

«Resident Evil» hat eine lange Geschichte. Es ist eines der erfolgreichsten Horror-Computergames, das erstmals 1993 erschien. von 2002 bis 2016 wurden auch sechs Filme mit Milla Jovovich in der Hauptrolle produziert. Netflix wagt sich jetzt daran, die Franchise als Serie zu verwerten – und scheitert kolossal.

Full disclosure: Ich habe nur drei Episoden vollständig gesehen, beim Rest ein bisschen reingezappt, aber es blieb unerträglich. Ich habe keinen Kinofilm gesehen und nur in den Anfängen mal ein bisschen das Computergame gespielt.

Zäh, vorhersehbar, stereotyp

Aber ich bin einer guten Virus-Horrorserie durchaus nicht abgeneigt. Von Guillermo del Toros‘ «The Strain» habe ich doch zwei von vier Staffeln angeschaut, bevor ich’s nicht mehr so spannend fand.

Aber bei «Resident Evil» stimmt von Anfang an gar nichts. Die Geschichte entwickelt sich äussert zäh, vorhersehbar und ist gespickt mit stereotypen Figuren.

Wohin flieht Jade?

Im Jahr 2036 wird Jade über mehrere Episoden von Umbrella gejagt und dauernd von Zeroes und anderen Monstern bedroht. Immer entkommt sie fast als einzige den diversen Gemetzeln. Wohin das führen soll, bleibt lange schleierhaft.

In der Vergangenheit, also im Jahr 2022, entfaltet sich langsam das Unheil, sehr langsam. Was halt nicht so spannend ist, weil man ja weiss, was herauskommt. Einzelne Plotelemente, wie die Enthüllungen über Albert Weskel und seine Vergangenheit, sollen einen bei der Stange halten, sind aber ebenfalls nicht so prickelnd.

Bei den Fans gefloppt

Dass diese beiden Zeitebenen teilweise im Minutentakt gewechselt werden, teilweise mit Mini-Cliffhangern, nervt ebenfalls unsäglich.

Falls «Resident Evil» vor allem auf die Fangemeinde der Franchise zielte, hat das auch nicht ganz geklappt. Die Resonanz ist gemischt bis vernichtend.

Gut nur, wenn das Blut spritzt

Das einzig Gelungene an der Serie sind die Monster. Wenn die zubeissen und das Blut spritzt, dann ist das in guter Horrortradition gemacht.

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Besetzung: Ella Balinska | Tamara Smart | Siena Agudong | Adeline Rudolph | Paola Nuñez | Lance Reddick |
Serie entwickelt von: Andrew Dabb
Genre: Horror | Action
USA, 2022

The Wire (Staffeln 1-5)

Läuft bei: Sky (5 Staffeln, 60 Episoden à 60 Min.)

Baltimore in den Nullerjahren: eine Stadt im Zerfall, Drogenkriminalität, Korruption und Arbeitslosigkeit beherrschen die Stadt. Eine spezielle Einheit der Polizei versucht gegen die Drogenbarone und die geschmierten Politiker anzukämpfen, auch nicht immer mit den saubersten Methoden.

Ich finde

Es hat gedauert, bis ich dieses Urgestein der modernen TV-Serie endlich komplett geschaut habe. Die erste Staffel schon zweimal angefangen und hängen geblieben. Auch jetzt habe ich mich zu Beginn gefragt, weshalb die Serie so hochgelobt ist.

Einverstanden, eine tolle Sozialstudie in einem äusserst unbehaglichen Umfeld – egal ob in den Drogenvierteln, im Polizeirevier oder Bürgermeisterbüro. Aber ähnlich vielleicht wie bei «Breaking Bad» braucht’s ein bisschen Durchhaltevermögen. Mit der vierten und fünften Staffel hat sich die Serie einen der obersten Plätze in der ewigen Bestenliste der TV-Serien redlich verdient.

Die Figuren bekommen noch mehr Tiefe, die Geschichten noch mehr Differenzierung. Hier gelingt die Zeichnung dieser Gesellschaft perfekt, wo der Alltag eigentlich die reine Hölle ist. Gewalt, Mord, Betrug und Intrige nimmt man auch als Zuschauer als Normalzustand einfach zur Kenntnis. Hier noch nach Moral zu fragen, ist absolut nutzlos.

Trotz dieser depressiven Grundstimmung versinkt man nicht im Elend. Denn egal, ob Drogenbaron, Killer, korrupter Politiker oder Alkoholiker mit Polizeibadge – es sind alles Menschen. Nicht wirklich tröstlich, aber gnadenlos packend.

Besetzung: Dominic West | John Doman | Deirdre Lovejoy | Wendell Pierce | Lance Reddick | Sonja Sohn | Clarke Peters | Andre Royo | Michael Kenneth Williams | Idris Elba | Delaney Williams | Jamie Hector
Created by: David Simon
Genre: Krimi | Drama
USA, 2002-2008