

Netflix (5 Staffeln, 42 Episoden à 60 Min.)
Es war einmal, lange bevor dieser Blog existierte, eine Kleinstadt in Amerika, in der ein paar Teenager regelmässig in die Fantasywelt von D&D eintauchten, bis diese Fantasywelt als grausige Realität über sie hereinbrach.
«Stranger Things» führte 2016, nur zwei Jahre nachdem Netflix in der Schweiz gestartet war, dem Publikum vor Augen, was Streaming bieten kann: Opulent erzählte Geschichten, die einen stundenlang vor dem Fernseher fesselten.

Über die Jahre aufgeregter und konfuser
Die Handlung war simpel: Ein Junge verschwindet. Seine Mutter und seine Freund:innen suchen ihn und entdecken eine furchterregende Parallelwelt und ein grausames Forschungsprojekt der Regierung.
Über die Jahre stiegen nicht nur die Produktionskosten. Die zweistündige Schlussepisode soll etwa so viel gekostet haben wie die ganze erste Staffel. «Stranger Things» wurde lauter, aufgeregter, chaotischer.
Dennoch behielt die Serie ihren Charme, den sie ihrer 80er-Nostalgie und dem Cast verdankt. Es blieb spannend, Eleven (Millie Bobby Brown), Mike (Finn Wolfhard), Dustin (Gaten Matarazzo), Nancy (Natalia Dyer), Steve (Joe Kerry), Lucas (Caleb McLaughlin) und Will (Noah Schnapp) im Kampf gegen das ultimative Böse aus dem Upside Down zu beobachten.

Es ist ein langer Weg zum Showdown
Jetzt kommt der Kampf zu seinem Ende. Es ist ein langer Weg, der zum Showdown zwischen den Freund:innen und ihrem Widersacher Vecna (Jamie Campbell Bower) führt. Einige Konflikte zwischen den Freund:innen hätte man streichen, einige Handlungsstränge straffen können.
Was man der fünften Staffel nicht wirklich verübeln kann, ist das Schwelgen in der eigenen Geschichte. Rückblenden zeigen die Protagonist:innen ganz zu Beginn, als sie noch nichts von den bevorstehenden Abenteuern ahnten. Es erinnert uns daran, was «Stranger Things» besonders machte: eine ungewöhnliche, unaufdringliche und humorvolle Geschichte über Teenager und ihre Eltern.

Der Schluss verfällt dem Grössenwahn
Viel davon ging über die Jahre verloren. Die megalomanische Schlussepisode überbordet gewaltig und ist dabei nicht besonders originell. Und während andere in Texttafeln erzählen, was aus den Held:innen wurde, wählen die Duffer-Brüder einen fast 40-minütigen Epilog.
Vielleicht ist es ok, sich Zeit zu nehmen für den Abschied von all den jungen und älteren Bewohner:innen von Hawkins, die in den vergangenen neun Jahren unglaubliches überstehen mussten. Mit einem letzten Twist sorgen die Duffers zudem dafür, dass eingefleischte Fans sich das Hirn zermartern dürfen über das Schicksal einer Hauptfigur.

Alles vorbei? Nein, aber für mich schon
Wer der Welt von Hawkins und dem Upside Down nachtrauert, bekommt schon bald Nachschub. Am 12. Januar veröffentlicht Netflix die Doku «One Last Adventure: The Making of Stranger Things 5» (Trailer). Und irgendwann dieses Jahr folgt ein Spin-off: die Animationsserie «Stranger Things: Tales From ‘85».
Für mich persönlich gilt: Es war grossartig zu Beginn, meist nett bis zum Schluss, aber jetzt ist es gut so.
Besetzung: Winona Ryder | David Harbour | Finn Wolfhard | Millie Bobby Brown | Gaten Matarzzo | Caleb McLaughlin | Natalia Dyer | Charlie Heaton | Joe Keery | Noah Schnapp | Sadie Sink | Priah Ferguson | Brett Gelman | Linda Hamilton
Serie entwickelt von: Matt Duffer | Ross Duffer
Genre: Abenteuer | Fantasy | Horror
USA, 2025











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