Serien-Highlights: Kult-Hits und Meilensteine

Einige Serien haben Massstäbe gesetzt und die Serienlandschaft nachhaltig beeinflusst. Andere sind einfach sehr gelungene Beispiele für ihr Genre und lohnen einen Blick, auch wenn sie schon ein paar Jahre alt sind. In unregelmässigen Abständen ergänze ich diese völlig unsystematisch erstellte Liste von Serien, die man sich bei Gelegenheit mal zu Gemüte führen kann.

30 Rock | Community | Daredevil | Downton Abbey | Extras | Fringe | The Good Place | Homeland | House | Life on Mars / Ashes to Ashes | Line of Duty | Lucifer | Luther | The Man in the High Castle | Modern Family | Raumpatrouille Orion | Rome | Seinfeld


Zwei Männer stehen vor einem braunen Retro-Auto aus den 70er-Jahren. Links trägt ein Mann eine schwarze Lederjacke, rechts ein Mann einen beigen Mantel. Im Hintergrund ist eine braun-beige gekachelte Wand zu sehen. Der Titel «Life on Mars» ist eingeblendet.

Poster für die TV-Serie «Ashes to Ashes». Zeigt einen Mann im dunklen Anzug mit Krawatte und eine Frau in weisser Lederjacke vor einem Sonnenuntergang-Stadthintergrund. Der Serientitel steht prominent oben im Bild.

«Life on Mars» (2006–2007) / «Ashes to Ashes» (2008–2010)

Damals, als Netflix noch DVDs verschickte, war die BBC eine der besten Adressen für herausragende Serien. Zwei davon sind mir besonders im Gedächtnis geblieben: «Life on Mars» und «Ashes to Ashes». Beide sind jetzt in der arte-Mediathek zu finden. «Ashes to Ashes» hat für mich zudem eine besondere Bedeutung, da ich der zweiten Staffel meinen allerersten Serienblog-Beitrag gewidmet habe.

Die Titel – beides Songs von David Bowie – deuten an, dass sie zusammengehören. Heute würde man von zwei Staffeln sprechen. Das verbindende Element: Polizist:innen, die in der Vergangenheit stranden: John Simm als Sam Tyler in «Life on Mars» in den 1970ern, Keeley Hawes als Alex Drake in «Ashes to Ashes» in den 80ern.

Beide finden sich wieder in der Einheit, die von DCI Gene Hunt (Philip Glenister) geleitet wird. Ihm verdanken die Serien ihren Humor. Hunt ist selbst für seine Zeit ein gewaltiger Macho und ein Polizist mit ungewöhnlichen Methoden. Neben den Kriminalfällen, die sie lösen müssen, treibt Sam und Alex vor allem eine Frage um: Wie sind sie in die Vergangenheit geraten – und wie kommen sie zurück?

Das Geheimnis der Zeitreisen lüftet sich erst am Ende von «Ashes to Ashes». Dieser Moment hat mir, so erinnere ich mich, feuchte Augen beschert. 

5 Staffeln bei arte (verfügbar bis Februar 2027)

(4. Juni 2026)


Cast-Foto der TV-Serie «Modern Family»: Mehrere Erwachsene und Kinder in weisser Kleidung posieren vor schwarzem Hintergrund mit dem Serientitel. Weisse und goldene Ballons schmücken das Bild. Ein kleiner Hund ist ebenfalls zu sehen.

«Modern Family» (2009 – 2020)

Die Sitcom «Modern Family» gehört zu den seltenen Formaten, die über elf Staffeln hinweg ein konstant hohes Niveau halten. Ihr Erfolgsrezept liegt in der Verbindung von Mockumentary-Ästhetik, hochgetakteter Komik und emotionaler Erdung. Ein zentrales Element sind die Dialoge mit dem Publikum auf der Couch. Eigentlich ein banaler Kniff, der aber nicht nur für Gags dient, sondern den Figuren zusätzliche Konturen verleiht.

Im Zentrum stehen drei miteinander verbundene Familien: Patriarch Jay Pritchett (Ed O’Neill) lebt mit seiner deutlich jüngeren und attraktiven Frau Gloria (Sofía Vergara), die aus Kolumbien stammt, und ihrem Sohn Manny – eine Konstellation, die kulturelle Reibung thematisiert, ohne in rassistische oder sexistische Klischees abzustürzen.

Jays Tochter Claire (Julie Bowen) bildet mit ihrem Mann Phil (Ty Burrell) und drei Kindern das klassisch-chaotische Kernfamilienmodell, während ihr Bruder Mitchell (Jesse Tyler Ferguson) mit Partner Cameron (Eric Stonestreet) eine gleichgeschlechtliche Beziehung zeigt, die weder idealisiert noch problematisiert wird, sondern schlicht als Alltag funktioniert.

Dass die Serie über Jahre trägt, liegt an ihrer strukturellen Disziplin: Running Gags werden variiert statt ausgeschlachtet, Figuren entwickeln sich weiter und Konflikte bleiben klein genug, um komisch zu sein, aber relevant genug, um zu berühren. «Modern Family» ist ein Beispiel für langlebige Comedy – präzise konstruiert, emotional anschlussfähig und bemerkenswert resistent gegen Ermüdung.

11 Staffeln bei Disney+

(3. April 2026)


Mann in grauem Mantel mit roter Krawatte steht vor einem alten Auto bei Nacht. Im Hintergrund Bäume und dunkle Strasse, darüber der Schriftzug «LUTHER» in grossen roten Buchstaben. Atmosphäre ist geheimnisvoll und angespannt.

«Luther» (2010 – 2019)

Seit Jahren gilt Idris Elba als möglicher neuer James Bond, doch regelmässig betont er, dass er die Rolle nicht übernehmen möchte. Das ist bedauerlich. Denn seit er in «Luther» einen Londoner Polizisten gespielt hat, weiss man, dass er bestens geeignet wäre als Mann für Action mit Tiefgang.

DCI John Luther ist ein brillanter, aber psychisch angeschlagener Ermittler, der zwischen moralischer Integrität und Selbstzerstörung schwankt. Die Serie besticht durch eine düstere, intensive Atmosphäre und verbindet klassische Polizeiarbeit mit psychologischem Drama. Das würde alles hervorragend zu James Bond passen, der in den letzten Filmen mit Daniel Craig tiefgründiger wurde.

Elba hat sich aber nicht erst mit Luther einen Namen gemacht. Er fiel schon in der Kultserie «The Wire» auf als Drogendealer mit Geschäftssinn. Nach «Luther» leistete er sich allerdings mit der Komödie «Turn Up Charlie» einen seiner seltenen Flops. Darin lebt er sein Hobby als DJ aus und verknüpft es mit einer Romanze. «How do you botch anything starring Idris Elba?», rätselte der Hollywood Reporter damals.

Das Gegenteil passierte mit der Apple-TV-Serie «Hijack». Ursprünglich als Mini-Serie geplant, war sie so erfolgreich, dass Apple TV eine zweite Staffel in Auftrag gab, die im Januar 2026 erscheint.

Idris Elba ist also gut beschäftigt und vielseitig unterwegs, wie seine Filmografie zeigt. Das dürfte wohl der Hauptgrund sein, weshalb er sich nicht auf die Rolle als His Majesty’s Secret Agent reduzieren lassen will.

5 Staffeln bei Sky Show

(31. Oktober 2025)


Serienposter mit Schriftzug. Die neun Hauptfiguren der Serie in überzeichneter, karikaturartiger Form – mit realistischen Gesichtern, aber kleinen, puppenartigen Körpern wie Actionfiguren. Alle Figuren stehen in offenen, leuchtend gelben Schließfächern – wie sie typischerweise in amerikanischen Schulen zu sehen sind.

«Community» (2009 – 2015)

Im Zentrum von «Community» steht eine bunt gemischte Gruppe Erwachsener: ein Anwalt mit entlarvtem, gefälschtem Uniabschluss, eine Streberin, ein exzentrischer Millionär, ein Popkultur-Nerd, eine Aktivistin, ein Ex-Footballer und eine alleinerziehende Mutter. Sie bilden eine Lerngruppe, um an einem fiktiven Community College ihren Abschluss nachzuholen.

Die Serie begann als klassische Sitcom. Doch im Laufe der Staffeln traten selbstreferenzielle Elemente, Popkultur-Anspielungen und Parodien auf Fernseh- und Filmgenres in den Vordergrund. Das schadete der breiten Anziehungskraft der Serie, deren Quoten stetig sanken. Dennoch entwickelte sich dank des hohen Nerd-Faktors eine treue Fangemeinde, die «Community» zum Kult erhob.

Hinter den Kulissen sorgte die Serie für Schlagzeilen. Nach der dritten Staffel entliess NBC den Showrunner Dan Harmon. Die vierte Staffel erhielt jedoch so schlechte Kritiken, dass NBC Harmon zurückholte. Dies führte dazu, dass Chevy Chase die Serie verliess, da er sich mit Harmon nicht verstand. Er lag aber auch mit dem Cast im Streit, der ihm rassistische Äusserungen auf dem Set vorwarf.

Trotz dieser Misstöne gilt «Community» als aussergewöhnlich intelligente und kreative Serie. Popkulturelles Vorwissen ist jedoch hilfreich, um die Anspielungen vieler Gags zu verstehen und zu geniessen.

Ab 26. Juni 2025 bei Sky Show

(21. Juni 2025)


Die fünf Hauptdrasteller.innen lächeln in die Kamera. Eine Frau und ein Mann sitzen vorne, zwei Männer und eine Frau stehen hintern ihnen. Im Hintergrund kaum erkennbar die Silhouette eines Hochhauses.

«30 Rock» (2006 – 2013)

«30 Rock» ist eine herausragende Comedy-Serie aus den Nullerjahren. Im Mittelpunkt steht Liz Lemon, gespielt von Tina Fey, die als überforderte Chefautorin einer chaotischen Sketchshow zwischen exzentrischen Kollegen, Studio-Pannen und ihrem eigenen Privatleben jongliert.

Tina Fey glänzt nicht nur als Hauptdarstellerin, sondern auch als kreative Kraft der Serie. Ihr pointierter Humor, der geschickt Selbstironie, Medienkritik und absurden Witz vereint, prägt den einzigartigen Ton der Serie. Auch das restliche Ensemble mit Alec Baldwin, Tracy Morgan und Jane Krakowski trägt zum hohen Spassfaktor bei. 

In sieben Staffeln liefert die Serie bissige, temporeiche Unterhaltung, mit der man sich auch heute noch bestens vergnügt. «30 Rock» ist eine Hommage ans Fernsehen, mit der sich Tina Fey, die über 20 Jahre bei «Saturday Night Live» mitwirkte, definitiv einen Namen in der Serienwelt gemacht hat, den sie mit «Unbreakable Kimmy Schmidt» (2015 – 2019) und «Mr. Mayor» (2021 – 2022) bestätigte.

Momentan nur auf DVD erhältlich

(9. Mai 2025)


Ein Gruppe von Adligen und Bediensteten vor einem Schloss.

«Downton Abbey» (2010 – 2015)

«Downton Abbey» zeigt, dass nicht nur das Königshaus, sondern auch der britische Adel Stoff für ein fesselndes Historiendrama bietet.

Die Serie begleitet Robert Crawley, Earl of Grantham, und seine Familie durch die bewegten 1910er- und 20er-Jahre. Ereignisse wie der Untergang der Titanic, der Erste Weltkrieg und die Spanische Grippe beeinflussen ihr Leben. Auch der gesellschaftliche Wandel und der Niedergang der feudalen Ordnung prägen die Serie.

In bester «Upstairs, Downstairs»-Tradition ist dabei nicht minder bedeutsam, was sich in den Gefilden der Bediensteten abspielt. Kammerdiener, Hausmädchen, Köchinnen und Stalljungen tragen viel zum Drama bei. 

Die emotional fesselnde Inszenierung verdankt die Serie herausragenden Schauspieler:innen wie Hugh Bonneville, Michelle Dockery oder der unvergleichlichen Maggie Smith als spitzzüngige Dowager Countess of Grantham. Exklusive Drehorte und die üppige, detailgetreue Ausstattung tragen ihren Teil zum Sehvergnügen bei.

Julian Fellowes hat mit der Serie einen Massstab gesetzt für britische Historiendramen. Publikum und Kritiker:innen waren so begeistert, dass es mit den Crawleys nach dem Serienende auf der Kinoleinwand weiterging.

Zwei Filme sind 2019 und 2022 bereits erschienen. «The Grand Finale», so heisst der dritte Teil, kommt im September 2025 in die Kinos. Aktuell arbeitet Fellowes an einer weiteren Staffel von «The Gilded Age», ebenfalls ein Historiendrama, aber auf der anderen Seite des Atlantiks angesiedelt.

6 Staffeln bei Netflix

(30. März 2025)


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