

Disney+ (1 Staffel, 9 Episoden à 30 Min.)
16 Jahre nachdem J.D., Elliot und Turk ihre Stethoskope an den Nagel gehängt haben, wagt «Scrubs» einen Neuanfang. Nach «The Pitt», das man etwas vereinfacht als Neuauflage von «ER» bezeichnen kann, folgt damit ein weiteres Revival einer Krankenhausserie.
Solche Reboots sind heikel. Die Gefahr, dass eine bekannte Serie ideenlos weitergesponnen wird, ist beachtlich. Nicht so «Scrubs». Obwohl die Figuren sich von ihren Originalen kaum unterscheiden – abgesehen von den Altersfalten.

Die Magie von früher lebt wieder auf
Bill Lawrence, der Schöpfer der Originalserie und später Produzent von Hits wie «Ted Lasso» oder «Shrinking», gelingt es, die alte Magie zwischen den Figuren wieder aufleben zu lassen.
Natürlich hat sich in den Jahren einiges getan. J.D. (Zach Braff) arbeitet als Concierge-Arzt für eine reiche Klientel, deren Wehwehchen er behandelt. In seinen Tagträumen sieht er sich jedoch als heldenhaften Lebensretter in der Notaufnahme.

Wiedersehen mit alten Bekannten
Als eine seiner Patientinnen ins Sacred Heart Hospital eingeliefert wird, kehrt J.D. nach Jahren erstmals in sein altes Krankenhaus zurück. Dort trifft er auf Turk (Donald Faison), der jetzt Leiter der Chirurgie ist, mit dem er über all die Jahre befreundet blieb.
Auch Elliot (Sarah Chalke) arbeitet immer noch im Sacred Heart. Das Wiedersehen mit ihr verläuft weniger harmonisch: Die beiden hatten zwischenzeitlich geheiratet, sind aber wieder geschieden. Dr. Cox (John C. McGinley), J.D.s früherer Mentor, ist ebenfalls noch da – genauso furchteinflössend wie eh und je.

Er hat nichts von seinem Sarkasmus verloren, mit dem er wie früher die angehenden Ärzt:innen anblafft. Allerdings hat das Krankenhaus jetzt eine Personalbeauftragte (Vanessa Bayer), die Cox sofort zurechtweist, wenn er sich ungebührlich benimmt. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum er ans Aufhören denkt. Er bietet J.D. an, seine Nachfolge anzutreten – ein Angebot, das dieser begeistert annimmt.
Die Anfänger werden zu Lehrern
Damit ist alles beim Alten in «Scrubs», nur die Rollen sind neu verteilt. J.D. und Turk sind jetzt die Ausbilder der medizinischen Anfänger:innen und in ihren Rollen gefordert. Denn trotz allem haben sie ihre kindliche Art nie verloren, die nicht so ganz zu ihrer neuen Aufgabe passt.
Das sorgt für Konflikte – und wie gewohnt bei «Scrubs» für reichlich komische Momente. Besonders die Gen-Z-Assistenzärzt:innen, die Cox gern als «Snowflakes» bezeichnet, prallen auf Chef:innen, die weder Social Media noch KI verstehen.

Weitermachen bis zur Pensionierung?
Gleichzeitig fehlen auch die berührenden Szenen nicht: sei es im Umgang mit den Patient:innen oder untereinander. Und natürlich gibt es Seitenhiebe auf ein Gesundheitssystem, das an allen Ecken krankt.
Die erste Staffel des Reboots ist überraschend gelungen. Ob die Serie dieses Niveau halten kann, bleibt abzuwarten. Gelingt es, könnten uns noch einige Staffeln bevorstehen – schliesslich haben J.D., Turk und Elliot bis zur Pensionierung noch ein paar Jahre vor sich.
Besetzung: Zach Braff | Sarah Chalke | Donald Faison | Judy Reyes | John C. McGinley | Ava Bunn | Jacob Dudman | David Gridley | Layla Mohammadi | Amanda Morrow | Joel Kim Booster | Robert Maschio
Serie entwickelt von: Bill Lawrence | Aseem Batra | Tim Hobert
Genre: Komödie | Drama
USA, 2026











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