Machos Alfa (Staffel 1) – Rückständige Geschlechterkonflikte

Serienposter mit Schriftzug. Vier Männer posieren mit unterschiedlichen Gesten - Bartkratzen, Hand über den Augen, Hand an den Backen.

Läuft bei: Netflix (1 Staffel, 10 Episoden à 30 Min.)

Es gibt Serien, die sind nicht wirklich gut, aber auch nicht wirklich mies, sondern einfach Zeitverschwendung. Wie beispielsweise «Machos Alfa».

Vom Thema her eigentlich nicht. Sexismus, Machismus würde immer noch sehr gut zum Zeitgeist passen, auch wenn die Genderdebatte heute längst nicht mehr nur Mann und Frau umfasst. Aber als spritzige Komödie wäre das dennoch perfekte, im besten Fall sogar intelligente Unterhaltung für ein breites Publikum.

Geschlechterdebatte wie vor Jahrzehnten

Aber hier beginnt es zu hapern, bei den Stichworten unterhaltsam und Komödie. Dafür bräuchte es Geschichten und Figuren, die geistreich und witzig die Beziehung zwischen Männern und Frauen in der heutigen Welt auf den Punkt bringen.

Das leistet «Machos Alfa» nicht. Was die vier spanischen Freunde und ihre Partnerinnen uns als Komödie über bröckelnde Männlichkeit und weibliches Empowerment auftischen, wirkt nicht zeitgemäss und klischiert.

Vier Männer sitzen in einem Vortragsraum.
Konsterniert lauschen die vier Freunde den Ausführungen des Coachs im Anti-Machismus-Seminar. © Netflix

«Machos Alfa» basiert auf einem Stand der Geschlechterdebatte, der vor mindestens einem Jahrzehnt, wenn nicht früher, aktuell war. Vielleicht hat diese Diskussion Spanien wirklich erst heute erreicht und ist deshalb noch nicht viel weiter. Oder ist das jetzt wiederum rassistisch?

Mann redet nur urologische Probleme

Auf jeden Fall ist einfach nicht mehr besonders witzig oder aussergewöhnlich, wenn beispielsweise ein bislang erfolgreicher Medienmanager seinen Platz räumen muss, weil er Shows produziert, in denen Männer reden und Frauen als Verzierung dienen. Dass er seinen Job an eine Frau verliert, ist da nur folgerichtig.

Schon fast aus der Steinzeit der sexuellen Befreiung scheint eine andere Konstellation zu stammen. Der Macho, der selbstverständlich seine Freundin hintergeht, aber völlig aus der Bahn geworfen wird, als sie ihm vorschlägt, ihre Beziehung zu öffnen für Abenteuer mit anderen Partner:innen.

Ein Mann und eine jüngere Frau stehen in der Wohnung vor einem Glaskasten.
Der geschiedene Santi (Gorka Otxoa) wird dauernd von seiner Tochter zu Tinder-Dates geschickt. © Netflix

Natürlich reden die vier untereinander kaum über ihre Beziehungsprobleme. Selbst wenn Mann unter sich ist, muss der Schein gegenüber den Freunden gewahrt bleiben. Einzig über urologische Probleme tauscht man sich aus, weil die das lebenswichtigste Organ des Mannes betreffen, mit dem Männer bekanntlich denken.

Auch die Frauenbilder sind klischiert

Doch nicht nur das Männerbild ist zu rückständig, als dass es wirklich zum Lachen reizen würde. Auch die Frauen kommen ziemlich klischiert daher. Wenn die sexuell frustrierte Ehefrau ausgerechnet mit ihrem Fitnesstrainer bumst, ist das nicht wirklich der originellste Dreh. Und die Ex, die nur als wütende Furie auftaucht, ist in sich schon wieder ziemlich sexistisch.

Ein Mann im Küchenschurz und eine Frau vor einem festlich gedeckten Tisch.
Romantisches Diner zur Unzeit. Esther (Raquel Guerrero) kommt gerade vom Seitensprung mit ihrem Fitnesstrainer. © Netflix

Ein bisschen Moderne versprüht wenigstens die Freundin des Medienmanagers. Sie war bisher offensichtlich reine Dekoration für Privat- und Geschäftsanlässe. Nach seinem Rauswurf startet sie eine Karriere als Influencerin, ein Berufsbild, das tatsächlich in die Jetztzeit passt.

Eine Einschränkung der Kritik an «Machos Alfa» muss ich allerdings machen. Wo die vier Machos am Schluss landen, weiss ich nicht. Nach fünf Episoden fiel der Entscheid, die Zeit in andere Serien zu investieren. Könnte also sein, dass es im zweiten Teil doch noch etwas zu Schmunzeln gibt und die Serie im Geist der Neuzeit ankommt.

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Besetzung: Gorka Otxoa | Fele Martinez | Fernando Gil | Raúl Tejón | Paula Gallego | Raquel Guerrero | Maria Hervás | Kira Miró
Serie entwickelt von: Alberto Caballero | Laura Caballero | Daniel Deorador
Genre: Komödie
ESP, 2022

Projekt MCU

Projekt MCU = Alle 27 28 29 30 Filme aus dem Marvel Cinematic Universe in der zeitlichen Abfolge anschauen (damit ich nicht immer meinen Sohn fragen muss: Wer? Was? Wann? Wo?). Ich halte mich dabei an die Liste von Rotten Tomatoes.

«Wakanda Forever» schaue ich mir jetzt noch an. Danach schliesse ich das Projekt ab, auch wenn natürlich bereits weitere MCU-Filme angekündigt sind für 2023. Aber 30 Filme ist eine schöne, runde Zahl.

❎ 30 Black Panther: Wakanda Forever

✅ 29 Thor: Love and Thunder

  • Jetzt hat auch Thor seinen Höhepunkt überschritten. Nach demselben Muster gestrickt wie «Ragnarok», fühlt sich «Love and Thunder» genau so an: Hat man alles schon mal gesehen
  • Jetzt gibt es nicht mehr einfach Thor, sondern «a Thor»? Als könnte man die nordischen Götter beliebig klonen?
  • Valhalla sieht aus, als ob es in Disneyland stehen würde.
  • Der Soundtrack mit Guns N‘ Roses rockt gut. Aber auch da: Kennen wir schon, nur die Band wurde ausgewechselt
  • Meine Bewertung 5/10; IMDb 6.3/10; Rotten Tomatoes 64 %

✅ 28 Doctor Strange in the Multiverse of Madness

  • Wanda the Scarlet Witch ist eine formidable Gegnerin
  • Cumberbitch mit grauen Schläfen, ein netter Touch
  • Mit den Multiversen hätten sie noch ein bisschen mehr spielen dürfen. Das Cartoon-Universum kam ein bisschen zu kurz
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 6.9/10; Rotten Tomatoes 74 %

✅ 27 Eternals

  • Götter, die eigentlich Maschinen sind, gesteuert von einem riesigen Legomonster – WTF?
  • Und diese herablassende Attitüde! Die Eternals benehmen sich irgendwie wie die Amis im Irak. Finden sich und ihre Ideen sautoll, die sie diesen Versuchskaninchen (i.e. Menschen) aufzwingen
  • Hoher Game of Thrones-Faktor mit Madden und Harington, was aber nur zur Folge hat, dass man lieber wieder da reinschauen würde
  • Ob das wohl Absicht war? Maddens grosse Liebe heisst Sersi, als Robb Stark war Cersei (Lannister) seine Erzfeindin
  • «Time» von Pink Floyd. Wenn es nicht so ein mieser Film wäre, wäre das ein Pluspunkt. So ist es ein Sakrileg
  • Meine Bewertung 3/10; IMDb 6.3/10; Rotten Tomatoes 47 %

✅ 26 Spider-Man: No Way Home

  • Wäre nett, wenn Superhelden nicht gleich die ganze Welt ins Chaos stürzen würden, nur weil es mit der Uni-Bewerbung nicht wie gewünscht geklappt hat
  • Das Klassentreffen der Spider-Men und ein paar alte Bösewichte. Da kommt bei mir keine Nostalgie auf, nur Langeweile
  • Einzig ein paar Hach-Momente ganz am Schluss
  • Meine Bewertung 5/10; IMDb 8.3/10; Rotten Tomatoes 93 %

✅ 25 Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings

  • Die Drachen in «Game of Thrones» haben mir besser gefallen
  • Wie schon bei der Serie «Moonknight» angemerkt: Mir wird das MCU zu unübersichtlich. Nur weil jetzt noch asiatisch verbrämte Mythologie mitspielt, wird es nicht spannender
  • Was zum Teufel hat Ben Kingsley geritten, für diese paar Sekunden vor die Kamera zu stehen?
  • Weil ich gerade das Buch lese «Red Carpet: Hollywood, China, and the Global Battle for Cultural Supremacy» wollte ich noch herausfinden, wie viel der Film in China einspielte. Kam da aber gar nicht in die Kinos, weil Hauptdarsteller Simu Liu 2017 in einem Interview eine negative Bemerkung über das Land machte. Passt zu dem, was das Buch beschreibt.
  • Meine Bewertung 5/10; IMDb 7.4/10; Rotten Tomatoes 91 %

✅ 24 Spider-Man: Far From Home

  • Teenie-Rom-Com mit Action, funktioniert ✔️
  • Jake Gyllenhaal betritt das MCU 👍
  • Also die Erklärung, wie das mit diesen Monstern und den Drohnen funktionieren soll, ist ziemlich haarsträubend
  • Nostalgie Pluspunkt: Hab den Film in Edinburgh 🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿 gesehen in den letzten Corona-freien Ferien
  • Meine Bewertung 8/10; IMDb 7.4/10; Rotten Tomatoes 90 %

✅ 23 Avengers: Endgame

  • Episch👍
  • Wir verlieren Natascha 😭
  • Wir verlieren Tony. Weil ich wegen Natascha ausgeheult bin, schaffe ich nur noch eine Träne 😢
  • Steve darf zu seiner Peggy 💘
  • Meine Bewertung 9/10; IMDb 8.4/10; Rotten Tomatoes 94 %

✅ 22 Avengers: Infinity War

  • Das Klassentreffen der Superhelden
  • Thanos ist ein cooler Schurke und eigentlich ein Grüner. Halt etwas gar radikal 😉
  • Wir verlieren Vision 😢
  • 👎 Die Unsitte, Filme als Zweiteiler auf die Leinwand zu bringen im Abstand von Jahren. Das habe ich bis heute nicht verziehen
  • 👍 Dieses Mal kann ich selber bestimmen, wie lange es dauert, bis ich «Endgame» schaue.
  • Meine Bewertung 8/10; IMDb 8.4/10; Rotten Tomatoes 85 %

✅ 21 Ant-Man and the Wasp

  • In den subatomaren Raum reisen, um Michelle Pfeiffer zu retten, würde ich natürlich sofort auch machen
  • Ganz heiss: die Bärtierchen als Monster im Quantum Realm
  • Der Rest des Films ist ganz nett …
  • Meine Bewertung 5/10; IMDb 7.0/10; Rotten Tomatoes 87 %

✅ 20 Thor: Ragnarok

  • Highlight: «Immigrant Song» von Led Zeppelin als Kampf-Soundtrack. Asgard rocks 🎸🔥
  • Und der nächste Superstar im MCU: Cate Blanchett als böse Schwester Hela. Ziemlich cool
  • Jeff Goldblum dagegen spielt – na ja, halt Jeff Goldblum. Der Kronan-Krieger Korg ist witziger (Fun Fact: Krog wurde von Regisseur Taika Waititi gespielt und gesprochen)
  • Der dritte Thor ist bisher der beste aus der Reihe
  • Meine Bewertung 8/10; IMDb 7.9/10; Rotten Tomatoes 93 %

✅ 19 Doctor Strange

  • CGI mit der gefalteten Realität sieht schon cool aus. Und nicht allzu übermässig eingesetzt
  • Cumberbatch, Swinton, Ejiofor, Mads Mikkelsen – immer wieder erstaunlich, welche Grössen sich nicht zu schade sind für das MCU
  • Michael Stuhlbarg in einer kleinen Nebenrolle! Seit «Dopesick» bin ich Fan von ihm
  • Die Uhrensammlung von Strange mit diesen drehenden Aufbewahrungsbehältern hätte ich auch gerne
  • Meine Bewertung 8/10; IMDb 7.5/10; Rotten Tomatoes 89 %

✅ 18 Black Panther

  • Die Figur Black Panther und die Location Wakanda ist eine Bereicherung für das sonst stereotypisch weisse Marvel Universum
  • Stereotypisch dann aber: selbst ein technologisch so fortschrittliches afrikanisches Land ist in feudalistischen Stammesstrukturen organisiert. Oder erliege ich da meiner kolonialistisch-europäischen Sicht?
  • Meine Bewertung 8/10; IMDb 7.3/10; Rotten Tomatoes 96 %

✅ 17 Spider-Man: Homecoming

  • Michael Keaton als Bösewicht 👍
  • Die Sorgen und Nöte eines pubertierenden Superhelden sind recht amüsant
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 7.4/10; Rotten Tomatoes 92 %

✅ 16 Black Widow

  • Red Guardian – albern und übergewichtig (s. unten). Aber ich mag David Harbour und freue mich auf die nächste Staffel von «Stranger Things»
  • Red Guardian vs. Captain America – da zeigt sich wieder mal die Überheblichkeit der Amis. Angesichts des Kriegs in der Ukraine gerade etwas surreal
  • Sestry – Natascha und Yelena sind ein Power-Duo 👍
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 6.7/10; Rotten Tomatoes 79 %

✅ 15 Captain America: Civil War

  • Der Auftritt von Chadwick Boseman als Black Panther stimmt wehmütig
  • Sobald es um «family» geht, knallt auch jeder Avenger durch. Diese US-Family-Manie macht mich langsam rasend
  • 🕷️-Man und 🐜-Man – Kampf mit Komik 👍
  • Jetzt muss ich wohl «The Falcon and the Winter Soldier» nochmal schauen, würde wohl einiges besser oder überhaupt zum ersten Mal verstehen
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 7.8/10; Rotten Tomatoes 90 %

✅ 14 Ant-Man

  • Michael Douglas in jung am Anfang ist ziemlich gut gelungene CGI
  • Film mit Nostalgiefaktor: In LA gesehen, als er ins Kino kam (leider nicht in San Francisco, hätte noch besser gepasst)
  • Meine Bewertung 6/10; IMDb 7.3/10; Rotten Tomatoes 83 %

✅ 13 Avengers: Age of Ultron

  • Natascha: «I’m running with it. With you.» Bruce: «There is no future with me.» 💔
  • Wanda und Vision‼️
  • We’ll always have Sokovia
  • Meine Bewertung 8/10; IMDb 7.3/10; Rotten Tomatoes 76 %

✅ 12 Guardians of the Galaxy Vol. 2

  • Ein Tiefpunkt im MCU: alberne Geschichte, langweilige Kämpfe und dieselben Dialoge wie im ersten Film, die einfach nicht genug Witz hergeben für ein Sequel
  • Ein komischer «god» (mit kleinem g) gespielt von Kurt Russel ist der Vater von Peter Quill. Diese Frage ist geklärt, aber einen ganzen Film hätte es dafür wirklich nicht gebraucht
  • Michelle Yeoh taucht auch kurz auf – hat danach zum Glück das Raumschiff gewechselt und ist zu «Star Trek Discovery»
  • Einziger Pluspunkt: eine schöne Weltraumbeerdigung
  • Meine Bewertung 3/10; IMDb 7.6/10; Rotten Tomatoes 85 %

✅ 11 Guardians of the Galaxy Vol. 1

  • Dank dieses Films werden noch viele spätere Generationen verstehen, was ein Walkman ist 👍
  • Wer ist der Vater von Peter Quill 🤔?
  • Beruhigend zu wissen: No racoons or tree creatures were harmed during the making of this film
  • Mein Freund der Baum – in der Rolle ist sogar Vin Diesel erträglich
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 8.0/10; Rotten Tomatoes 92 %

✅ 10 Captain America: The Winter Soldier

  • Kann mich nicht entscheiden, ob Robert Redford eine Fehlbesetzung ist in dieser Rolle 🤔
  • Der erste Erfolg meines Projekts MCU: Ich wusste genau, wer «Bucky» ist 😄
  • Meine Bewertung 8/10; IMDb 7.7/10; Rotten Tomatoes 90 %

✅ 9 Iron Man 3

  • Diese Klippenvilla war eh viel zu protzig und architektonisch ein Verbrechen
  • Ben Kingsley 😉
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 7.1/10; Rotten Tomatoes 79 %

✅ 8 Thor: The Dark World

  • Die arme Lady Sif 💔, dabei ist sie ja viel cooler als ihre Nebenbuhlerin
  • Gelernt: Der wichtigste Ort auf der Erde liegt halt doch im britischen Empire
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 6.8/10; Rotten Tomatoes 66 %

✅ 7 The Avengers

  • Agent Coulson 😭
  • Der Angriff der Chitauri – eine epische Schlacht ⚔️
  • Der richtige Hulk! Ruffalo ist besser als Norton
  • Meine Bewertung 9/10; IMDb 8.0/10; Rotten Tomatoes 91 %

✅ 6 Thor

  • Kenneth Branagh (Regie) im MCU? Wow!
  • Tom Hiddleston 👍
  • Anthony Hopkins 👎
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 7.0/10; Rotten Tomatoes 77 %

✅ 5 The Incredible Hulk

  • Edward Norton? Nicht Marc Ruffalo? Hat mich am Anfang etwas aus der Bahn geworfen und deutet darauf hin, dass ich den Film vorher noch nie gesehen hatte. Macht aber nichts, ist eher mässig.
  • Fun Fact: «Modern Family» Phil Dunphy (Ty Burrell) hat eine kleine Nebenrolle als Liv Tylers Freund.
  • Meine Bewertung 5/10; IMDb 6.6/10; Rotten Tomatoes 67 %

✅ 4 Iron Man 2

  • Highlight: Elon Musk als Partygast in Monaco. Damals war er noch einiges weniger berühmt, gab gerade erst den Tesla Roadster auf dem Markt.
  • Fun Fact: Musk stellte seinen SpaceX Hangar für die Dreharbeiten zur Verfügung.
  • Meine Bewertung 6/10; IMDb 7.0/10; Rotten Tomatoes 72 %

✅ 3 Iron Man

  • Highlight: Stan Lee Cameo als Hugh Hefner.
  • Diese Ten Rings muss man sich merken, oder?
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 7.9/10; Rotten Tomatoes 94 %

✅ 2 Captain Marvel

  • Fun Fact: Das Geheimnis ist gelüftet, wie Fury sein Auge verlor. Hint: 😸
  • Meine Bewertung 7/10; IMDb 6.8/10; Rotten Tomatoes 79 %

✅ 1 Captain America: The First Avenger

  • Highlight: Agent Carter 😍 – Die Serie mit Peggy Carter im stilvollen Nachkriegs-Look ist auf Disney+. Gab leider nur zwei Staffeln.
  • Meine Bewertung 8/10; IMDb 6.9/10; Rotten Tomatoes 80 %.

Retro-Quiz: Serienklassiker der 90er-Jahre

Kennst du dich aus in den Serien der 90er-Jahre? Hier kommen zwölf Fragen, in denen du dein Wissen unter Beweis stellen kannst.

Under the Banner of Heaven (Mini-Serie) – Ein Doppelmord im Namen Gottes

Serienposter mit Schriftzug. Ein Mann legt nachdenklich seine Hand an die Stirn. Im Hintergrund bedrohliche Stimmunge am Himmel mit düsteren Wolken.
4 von 5 Sternen

Läuft bei: Disney+ (Mini-Serie, 7 Episoden à 60 Min.)

Wem sich bei den Themen Glauben und Religion die Nackenhaare sträuben, kann hier aufhören zu lesen. Denn es geht bei der True-Crime-Serie «Under the Banner of Heaven» zwar auch um die Aufklärung eines Doppelmordes, der 1984 im US-Bundesstaat Utah geschah.

Aber im Vordergrund steht das Thema religiöser Fanatismus. Und es ist die Geschichte eines gläubigen Polizisten, der das Verbrechen untersucht und immer mehr an seiner Kirche und an seinem Glauben zu zweifeln beginnt.

Der Ehemann bestreitet den Mord

Ausgangspunkt ist der brutale Mord an Brenda Wright Lafferty (Daisy Edgar-Jones) und ihrer 15 Monate alten Tochter in einer Mormonengemeinde. Als die Polizisten Jeb Pyre und Bill Taba den Tatort untersuchen, taucht Brendas Mann Allen auf in blutverschmierten Kleidern.

Mehrere Menschen sitzen an einem gedeckten Tisch und haben die Hände zum Gebet gefaltet.
Brenda (Daisy Edgar-Jones, Mitte) ist eine gläubige Mormonin, allerdings weniger streng als die Familie Lafferty, in die sie einheiratet. © Disney+ / FX

Allen wird verhaftet, aber er bestreitet den Mord. Die Täter seien bärtige Männer gewesen. Was in dieser Gegend ungewöhnlich ist, denn Mormonen tragen keine Bärte. Und hier leben sehr viele Anhänger der «Church of Jesus Christ of Latter-day Saints», kurz LDS.

Eine strenggläubige Familie, die keine Abweichler toleriert

Die Familie Lafferty, in die Brenda eingeheiratet hat, ist eine sehr einflussreiche LDS-Familie, quasi die Kennedys der Gegend. In Rückblenden sehen wir, wie die grosse Familie feiert, der autoritäre Vater einen seiner erwachsenen Söhne mit dem Gürtel prügelt und wie Brenda in die Familie kommt.

Die Laffertys sind strenggläubig. Der «Heavenly Father» bestimmt das ganze Leben und die Worte von Joseph Smith, dem Gründer, sind Gesetz. Brenda dagegen stammt aus einer weniger orthodoxen Familie aus Idaho. Sie ist zwar gläubig, vertritt aber auch andere Ansichten, vor allem was die Unterwürfigkeit der Frau in der Ehe angeht.

Ein Mann steht und hält ein Blatt Papier vor sich. Sitzend um ihn herum hören drei andere Männer zu.
Ron Lafferty (Sam Worthington, stehend) erhält göttliche Eingebungen, die er seinen Mitbrüdern verkündet. © Disney+ / FX

Allens Brüdern missfällt das. Denn Brenda freundet sich mit ihren Frauen an und sie befürchten, dass diese sich von Brenda beeinflussen lassen. Gefährlich wird es für Brenda aber erst, als sich die Brüder, allen voran Dan (Wyatt Russell) und Ron (Sam Worthington), radikalisieren.

Der Polizist beginnt zu zweifeln

Sie knüpfen Verbindungen zu Fundamentalisten und verfallen immer mehr dem Wahn, sie seien ausersehen, den wahren Glauben wiederherzustellen. Dazu gehört, dass Abtrünnige ihre Schuld mit Blut bezahlen müssen.

Jeb Pyre kommt dieser Geschichte Schritt für Schritt auf die Spur. Je weiter er vordringt in diese Welt des religiösen Fanatismus, desto mehr bröckelt sein eigenes Glaubensfundament.

Ein Mann steht in der Küche und lacht. Er schaut auf drei Mädchen, die vor ihm spielen.
FürJeb Pyre (Andrew Garfield) wird der Fall zum Prüfstein für seinen Glauben und erschüttert auch sein Familienleben. © Disney+ / FX

Dazu trägt zudem bei, dass seine Kirchenoberen es lieber sähen, wenn die Hintergründe des Mordes vertuscht würden. Mehr als einmal geben sie ihm zu verstehen, dass es besser wäre, die Radikalisierung von Glaubensbrüdern zu verschweigen.

Andrew Garfield spielt diesen bedächtigen, ruhigen Cop absolut fesselnd. Man ahnt zwar schon früh, dass ihn dieser Fall aus der Bahn werfen wird. Aber wie diese Zweifel immer tiefer in seine Seele dringen, ist packend inszeniert.

Bill Taba, Jebs Partner, spielt dabei eine wichtige Rolle. Er ist kein Mormone, sondern hat als Paiute einen ganz anderen kulturellen Hintergrund. Ihre Beziehung ist geprägt von Respekt, aber auch dem Wissen, dass es Grenzen gibt für das gegenseitige Verständnis. Je deutlicher aber wird, dass religiöser Fanatismus der Antrieb für den Mord war, desto mehr zwingt Taba seinen Kollegen, sich diesem Auswuchs seines Glaubens zu stellen.

Eine Religion, die aus der Zeit gefallen ist

Es ist faszinierend, wie die Serie es schafft, die Mormonen-Kirche sehr kritisch zu beleuchten. Dazu gehören auch verschiedene Rückblenden in die Geschichte ihrer Entstehung. Aber andererseits begegnet sie den «normalen» Gläubigen wie Jeb und seine Familie sehr respektvoll.

Zwei Männer in Anzügen. Sie stehen in der Wüste, im Hintergrund ein dürrer Baum.
Bill Taba (Gil Birmingham) nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um die Rolle der Kirche in diesem Doppelmord geht. © Disney+ / FX

Am Schluss überwiegt aber dennoch das Negative. Denn zu starr verharrt diese Kirche in einem Verständnis von Leben und Gemeinschaft, das schon zur Gründungszeit konservativ war, aber heute völlig aus der Zeit gefallen ist.

Dass die fundamentalistische Auslegung des Glaubens nur noch unmenschlich und zutiefst verwerflich ist, damit sind die Mormonen allerdings nicht allein. Wobei auch deutlich wird, dass Fanatiker wie die Gebrüder Lafferty ihre Religion mehr zu ihrem eigenen Vorteil missbrauchen, als wirklich die Lehren ihrer Kirche zu vertreten. Auch das kennen wir von beinahe allen anderen Glaubensrichtungen.

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Besetzung: Andrew Garfield | Sam Worthington | Daisy Edgar-Jones | Denise Gough | Wyatt Russel | Billy Howle | Chloe Pirrie | Gil Birmingham | Rory Culkin
Serie entwickelt von: Dustin Lance Black
Genre: True-Crime | Historie
USA, 2022

Vikings: Valhalla (Staffel 2) – Viel Blut, viele Tränen und eine:r reist nach Valhalla

Serienposter mit Schriftzug. Zwei Männer und eine Frau mit Schwertern und Äxten bewaffnet stehen in einer winterlichen Landschaft.
3 von 5 Sternen

Läuft bei: Netflix (2 Staffeln, 16 Episoden à 45 Min.)

=> «Vikings Valhalla» Staffel 1

Üblicherweise verbinden wir Wikinger mit nördlichen Gefilden, allenfalls mit ihren Reisen nach Westen, wo sie Island besiedelten und Amerika entdeckten. Auf eine andere Route führt uns die zweite Staffel von «Vikings: Valhalla», nach Osten und in den Süden.

Harald will den Thron

Nach der Schlacht um Kattegat haben sich Freydis (Frida Gustavsson) und Harald (Leo Suter) zurückgezogen und leben versteckt im Wald. Harald träumt aber immer noch davon, König von Norwegen zu werden. Deshalb will er zurück nach Kattegat.

Dort ist Haralds Bruder Olaf (Jóhannes Haukur Jóhannesson) als Verlierer der Schlacht eingekerkert. Doch anstatt den Vikinger hinzurichten, macht ihn der siegreiche Forkbeard zur rechten Hand und Beschützer seines Enkels, den er als neuen König von Norwegen proklamiert. Forkbeard nimmt allerdings Olafs Sohn als Geisel, um sicherzustellen, dass Olaf nicht auf dumme Gedanken kommt.

Zwei bärtige Männer und Frau bewaffnet mit Pfeil und Bogen wandern durch eine hügelige Landschaft.
Nur zu Beginn sind Freydis (Frida Gustavsson), Harald (Leo Suter) und Leif (Sam Corlett) gemeinsam unterwegs. Bald trennen sich ihre Wege. © Netflix

Da Harald für den neuen König eine Bedrohung darstellt und Olaf ja sowieso noch eine Rechnung mit ihm offen hat, lässt er nach seinem Bruder suchen. Nur knapp entkommen Harald und Freydis den Häschern von Olaf. Das verdanken sie Leif Erikson (Sam Corlett), der sie noch rechtzeitig warnen kann.

Die Suche nach den alten Göttern und neuen Reichtümern

Die drei fliehen, trennen sich allerdings. Freydis reist nach Jomsborg, wo die Wikinger, die dem alten Glauben treu geblieben sind, Schutz finden vor der Verfolgung durch ihre christianisierten Stammesgenossen. Doch der Herrscher von Jomsborg ist keineswegs nur ein Gutmensch. Er beutet die Schutzsuchenden hemmungslos aus, was Freydis nicht hinnehmen will und selber in Gefahr gerät.

Leif begleitet Harald zuerst nach Novgorod, wo Harald die Unterstützung seines Onkels sucht, um mit einer Armee seinen Anspruch auf den Thron durchzusetzen. Da er ihm nicht helfen kann oder will, reisen Harald und Leif mit einer illustren Schar auf einem Schiff weiter nach Konstantinopel. Eine Reise voller Gefahren und unliebsamer Überraschungen.

Drei junge Frauen blicken wütend auf einen gefesselten Mann. Eine Frau hält ein blutiges Messer in der Hand.
Mit auf dem Schiff nach Konstantinopel: Versklavte Frauen, die sich an ihrem Peiniger rächen werden. © Netflix

Der letzte Schauplatz ist London. Dort wartet Königin Emma (Laura Berlin) auf die Rückkehr ihres Mannes vom Schlachtfeld. Ihre Situation ist in Abwesenheit des Königs nicht ungefährlich, man trachtet ihr nach dem Leben. Earl Godwin (David Oakes) verhindert einen Giftanschlag auf die Königin. Doch sie hegt Zweifel an Godwins Loyalität, nicht ganz unberechtigt, wie sich zeigen wird.

Die Fehden werden persönlicher

Mit Freydis und ihrer Reise nach Jomsborg wird immer noch das Thema der Spaltung der Wikinger in Christi:nnen und Anhänger:innen des alten Glaubens weiterverfolgt. Allerdings sind die Fehden und Kämpfe auf einer viel persönlicheren Ebene angelangt.

Mehrere Frauen auf einem Platz. Eine schwangere Frau hält ihre Hände unter dem gewölbten Bauch.
Freydis verschweigt Harald, dass sie ein Kind bekommt von ihm. Der Sohn wird in Jomsburg geboren und ihr weggenommen. © Netflix

Freydis kämpft nicht nur gegen die Unterjochung der Flüchtlinge in Jomsburg. Sie kämpft vor allem für ihren neugeborenen Sohn, wenn sie gegen den brutalen Herrscher von Jomsburg antritt. Leif wird verfolgt vom Geist seiner verlorenen Liebe und findet eine neue. Und nicht zuletzt schmiedet Godwin seine hinterhältigen Pläne, um das Unrecht, das seiner Familie angetan wurde, zu tilgen.

Da ist also alles drin: Liebe, Kampf und Intrige. Es fliesst viel Blut und viele Tränen. Am Ende wird eine der bisherigen Hauptfiguren seitlich mit einem Speer aufgespiesst und nach Valhalla geschickt. Spannung genug also, um die Reise der Wikinger interessiert weiter zu verfolgen.

Wie viele Sterne gibst du «Vikings: Valhalla» (Staffel 2)?
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Besetzung: Sam Corlett | Leo Suter | Frida Gustavsson | Jóhannes Haukur Jóhannesson | David Oakes | Laura Berlin | Bradley Freegard
Serie entwickelt von: Jeb Stuart
Genre: Historie | Abenteuer
USA, 2023

La vita bugiarda degli adulti (Staffel 1) – Erwachsen werden ist verdammt anstrengend

Serienposter mit Schriftzug. Eine Frau mit dem Rücken zur Kamera. Sie zeigt mit der einen Hand den Mittelfinger, in der anderen hält sie ein Armband.
4 von 5 Sternen

Läuft bei: Netflix (1Staffel, 6 Episoden à 50 Min.)

Zurück in die Pubertät. Wie geht es euch, wenn ihr euch das vorstellt? Werden da die glücklichen Erinnerungen an die erste Liebe wach? Dieses geile Gefühl, rebellisch zu sein? Oder mehr die Ohnmacht des Unverstanden-Seins und der Einsamkeit, die daraus resultiert?

Die anstrengenden und faszinierenden Jahre der Pubertät

Ich würde ein solches Angebot, in die frühe Jugend zurückzukehren, dankend ablehnen. Bei allen guten Momenten: In der Summe viel zu anstrengend, all diese Kämpfe und Krämpfe noch einmal zu durchleben.

Dass es aber eine faszinierende Zeit ist, zeigt «La vita bugiarda degli adulti» («Das lügenhafte Leben der Erwachsenen») eindrücklich. Basierend auf Elena Ferrantes gleichnamigem Roman von 2019 begleitet die Serie über drei Jahre die anfänglich 13-jährige Giovanna.

Eine junge Frau sitzt auf einer Mauer. Im Hintergrund sonnenbeschienene Häuserfassaden. Neben ihr eine Tasche und leere Flaschen.
Aufzuwachsen ist manchmal ein einsamer Prozess, auch für Giovanna (Giordana Marengo). © Eduardo Castaldo / Netflix
Die Verlogenheit des Elternhauses

Giovanna (Giordana Marengo) lebt Mitter der 1990er-Jahre als Einzelkind bei ihren Eltern in Neapel. Nella (Pina Turco) und Andrea (Alessandro Preziosi) sind linke Intellektuelle, die zur gehobenen Mittelschicht gehören. Hier fangen die Lügen aber schon an. Links reden und wählen sie, besuchen auch gerne das Fest, wo die Kommunisten mit roten Flaggen in der Hand Kampflieder singen. In Tat und Wahrheit haben die Eltern aber mit den Arbeiter:innen wenig am Hut.

Das zeigt sich in der eigenen Familie. Giovannas Tante Vittoria (Valeria Golino) lebt im ärmlichen Quartier der Stadt. Der Vater hat den Kontakt zu seiner Schwester schon lange abgebrochen. Als Giovanna hört, wie er im Gespräch mit ihrer Mutter besorgt bemerkt, dass sie immer mehr seiner Schwester gleiche – hässlich und boshaft –, weckt das Giovannas Interesse.

Die Tante schenkt ihr Freiheit

Sie besucht ihre Tante, die ihr ein völlig anderes Leben zeigt, das Giovanna sofort fasziniert. Sie bekommt Geld für eine Vespa, was natürlich Freiheit bedeutet. Aber gleichzeitig drängt sie ihre Tante in die Kirche, was Giovanna irritiert, denn zuhause ist Gott kein Thema.

Vier Frauen, die eng nebeneinander stehen.
Auch ihre Freundinnen sind von Giovannas Tante (2.v.l.) fasziniert. © Netflix

Die grösste Lüge der Erwachsenen aber ist die Liebe. Ein Thema, das die pubertierende Giovanna natürlich brennend interessiert. Vittoria erzählt ihr von ihrer grossen Liebe und besucht mit Giovanna sein Grab auf dem Friedhof. Nur, ganz so romantisch war diese Beziehung dann doch nicht, wie sich herausstellt.

Und ihre Eltern leben die grösste Liebeslüge. Nella kokettiert beim Abendessen unterm Tisch mit dem Gastgeber. Allerdings hat Andrea schon lange eine richtige Affäre mit der Gastgeberin. Es kommt zur Trennung und Giovanna hasst ihre Eltern dafür.

Findet die verletzliche Rebellin ihr Glück?

«La vita bugiarda degli adulti» erzählt atmosphärisch dicht, wie Giovanna in diesen Jahren des Erwachsenwerdens lebt, leidet und auch ein bisschen liebt. Ihre rebellische Reise durch die Jugendjahre ist voll von Episoden und Begegnungen, in denen sich zeigt, wie verletzlich sie eigentlich ist in ihrer Militärjacke, die sie eine Weile so gerne trägt. Und wie sie das Leben generell ziemlich überfordert.

Zwei Frauen und in der Mitte ein Mann.
Giovanna sucht die Anerkennung von Roberto (Giovanni Buselli), für den sie schwärmt, der aber schon vergeben ist. © Netflix

Immerhin, es scheint, dass sie am Schluss einen Weg in die Freiheit findet. Ob das Leben für Giovanna aber ein glückliches sein wird, mit all dem Ballast, den sie mitnimmt?

Zweifel sind angebracht, denn das Motto, das jeder Episode vorangestellt ist, ist ziemlich desillusionierend: «Wenn man klein ist, kommt einem alles belangvoll vor, wenn man gross ist, kommt einem alles belanglos vor.» Wofür also hat man denn den riesigen Stress mit diesem Erwachsenwerden?

PS: (K)Ein Vergleich mit «L’amica geniale»

Einen Vergleich mit den Büchern oder der hochgelobten Serie «L’amica geniale», die auf Ferrantes «Neapolitanischer Saga» beruht, kann ich leider nicht leisten. Ich habe sie nicht gelesen und die Serie nicht gesehen.

Eine zuverlässige Quelle sagt mir aber, dass «La vita bugiarda degli adulti» nicht ganz so stark ist wie «L’amica geniale», was aber schon in den Büchern so sei.

Wie viele Sterne gibst du «La vita bugiarda degli adulti» (Staffel 1)?
0 Stimmen

Besetzung: Giordana Marengo | Valeria Golino | Alessandro Preziosi | Pina Turco | Azzurra Mennella | Raffaella Rea | Giuseppe Brunetti | Maria Vera Ratti
Genre: Drama
ITA, 2023

Slow Horses (Staffel 2) – Die Versager wachsen einem immer mehr ans Herz

Serienposter mit Schriftzug. Sechs Menschen gehen durch eine Strasse, hohe Hausmauern auf beiden Seiten.
4 von 5 Sternen

Läuft bei: Apple TV+ (2 Staffeln, 12 Episoden à 45 Min.)

=> «Slow Horses» Staffel 1: Der Spion, der aus der Abstellkammer kam

Ich bin mit der ersten Staffel dieser britischen Spionageserie nicht so richtig warm geworden. Aber die zweite hat sich einen Stern mehr verdient.

Das liegt vor allem daran, dass die Serie diesmal auch den Nebenfiguren mehr Platz einräumt und die Erzählstränge aufsplittet. Das macht es interessanter und stellt nicht nur den zerlumpten Chef Jackson Lamb (Gary Oldman) in den Mittelpunkt.

Ein Mann sitzt vor Waschmaschinen in einem Waschsalon.
Jackson Lamb (Gary Oldman) ist nicht im Waschsalon, um seine Kleidung zu waschen. Er nutzt den Ort nur für ein konspiratives Treffen. © Apple TV
Schlampig und scharfsinnig

Der trottet wie gewohnt im schäbigen Trenchcoat durch die Serie und trägt ein Hemd und eine Hose, die seit Wochen keine Waschmaschine mehr gesehen haben. Lamb ist aber der Einzige, der merkt, dass der Tod eines pensionierten Agenten nicht auf natürliche Ursachen zurückzuführen ist.

Auf dem Mobiltelefon dieses ehemaligen Kollegen findet er den entscheidenden Hinweis: Cicada. Damit sind nicht die Insekten gemeint, sondern ein Netz von russischen Schläferagent:innen, das offenbar aktiviert wurde.

Mission in der ländlichen Idylle

Eine erste Spur führt aufs Land. Lamb schickt River Cartwright (Jack Lowden) in ein Dorf in den Cotswolds, wo er mehr über einen kleinen Privatflugplatz herausfinden soll. Von hier aus operierte offenbar einer der russischen Schläfer.

Ein Mann und eine Frau auf einem Kieselweg vor einem Haus. Er hält einen Blumenstrauss in der Hand. Sie begrüsst ihn mit offenen Armen.
River (Jack Lowden) wird bei seiner Mission auf dem Lande herzlich empfangen von der lokalen Bevölkerung. Zumindest scheint es so. © Apple TV

Louisa Guy und Min Harper erhalten eine ganz andere Aufgabe, die zuerst keinen Zusammenhang mit den russischen Schläfern zu haben scheint. Sie werden etwas überraschend vom Hauptquartier angefordert, um ein geheimes Treffen des MI5 mit einem russischen Dissidenten abzusichern.

Einsätze im Feld für die Büromannschaft

Dahinter steckt der schleimige MI5-Karrierist James Webb (Freddie Fox). Er holt die Slow Horses nur an Bord, damit er einen Sündenbock hat, falls etwas schiefläuft mit dem Treffen.

Auch der Rest des Teams im Slough House kommt zu seinen Einsätzen. Lambs Assistentin (Saskia Reeves) entpuppt sich als Schachmeisterin und kommt so zu wichtigen Informationen, während Shirley (Aimee-Ffion Edwards) und Computernerd Roddy (Christopher Chung) zuerst elektronisch einen der Schläfer aufspüren und ihn dann im Feld verfolgen.

Eine Frau sitzt an einem Schachbrett und zieht eine weisse Figur.
Catherine (Saskia Reeves) bedient sich einer ungewöhnlichen Methode, um sich Informationen zu beschaffen. © Apple TV
Die Versager wachsen ans Herz

Die Story etwas komplexer, mehr Action als zuvor und eben mehr Scheinwerferlicht auf dem Rest der Slow Horses. Dazu noch ein Mord, dem ein Mitglied von Lambs Team zum Opfer fällt.

Die zweite Staffel hat einen Gang höher geschaltet. Das macht sie unterhaltsamer. So langsam wachsen einem die Versager aus dem Slough House ans Herz und man fiebert immer mehr mit ihnen mit.

Wie viele Sterne gibst du «Slow Horses» (Staffel 2)?
2 Stimmen

Besetzung: Gary Oldman | Jack Lowden | Kristin Scott Thomas | Saskia Reeves | Rosalind Eleazar | Christopher Chung | Dustin Demri-Burns | Aimee-Ffion Edwards | Jonathan Pryce
Genre: Thriller | Komödie
GB, 2022

Totenfrau (Staffel 1) – Eine Racheengel in den Alpen

Serienposter mit Schriftzug. Eine Frau von hinten mit Lederjacke und Motorradhelm. Sie steht vor einer Berglandschaft.
4 von 5 Sternen

Läuft bei: Netflix (1 Staffel, 6 Episoden à 50 Min.)

Seit der Schweizer Krimiserie «Wilder» wissen wir, dass es in den Alpen keineswegs nur friedlich und harmonisch zu und hergeht. Die «Totenfrau» hievt das Ausmass an Gewalt und Mord vor der Kulisse der Tiroler Bergwelt aber auf ein neues Level.

Leichen pflastern die Alpen

«In drei Wochen hatten wir jetzt mehr Tote als in den letzten 20 Jahren», stellt ein Polizist im scheinbar friedlichen Dorf Bad Annenhof konsterniert fest. Und dabei weiss er nicht mal von allen, denn einige Leichen hat die Polizei noch gar nicht gefunden – und wird sie wohl auch nie.

Der erste Tote ist aber ein klarer Fall und liegt schon nach wenigen Minuten der ersten Episode auf der Strasse. Der Polizist Mark Thaler (Maximilian Kraus) verabschiedet sich noch liebevoll von seiner Frau (Anna Maria Mühe), steigt aufs Motorrad und kollidiert Sekunden später mit einem schwarze Range-Rover.

Ein Mann und eine Frau kurz bevor sie sich küssen. Sie hält sein Kinn in ihrer Hand.
Ein Abschied für immer: Blum (Anna Maria Mühe) und ihr Mann Mark (Maximilian Kraus). © Netflix

Ein schrecklicher Unfall mit Fahrerflucht, so sieht zuerst aus. Doch allmählich verdichten sich die Anzeichen, dass es ein Mord war. Marks Frau Blum, die sich nur mit ihrem Nachnamen ansprechen lässt, weil sie ihren Vornamen Brünhilde hasst, entdeckt auf dem Handy ihres Mannes Mitteilungen, die sie zu einer jungen Frau führen.

Die Handwerkskunst der Bestatterin zahlt sich aus

Dunja (Romina Küper) hat Schreckliches erlebt. Sie wurde mit zwei weiteren Frauen von vier Männern brutal gequält und misshandelt. Die anderen beiden sind tot, sie konnte fliehen. Mark hatte Dunja versteckt, da die Täter offenbar ziemlich mächtig sind und viel Einfluss haben.

Weil diese Männer wohl auch für Marks Tod verantwortlich sind, begibt sich Blum auf einen Rachefeldzug. Den ersten findet sie schnell. Edwin Schönborn (Shenja Lacher), Spross der einflussreichsten Familie des Orts.

Blum kidnappt ihn, um die Namen der anderen aus ihm herauszupressen. Dummerweise stirbt Edwin dabei. Da kommt Blum ihr Beruf sehr gelegen. Sie ist Bestatterin und hat deshalb keine Schwierigkeiten, die Leiche verschwinden zu lassen. Es wird nicht die letzte sein.

Eine Frau mit Gesichtsschutz und einem Werkzeug in der Hand blickt auf den Kopf einer Leiche.
Im Normalfall benutzt Blum die Knochensäge nicht bei ihrer Arbeit. Aber sie kommt sehr gelegen, um Leichen zu zerkleinern. © Netflix
Die Mühe lohnt sich

Mit dem Setting in den Bergen und dem Beruf der Protagonistin könnte man meinen, da habe sich jemand bei den beiden Schweizer Krimis «Wilder» und «Der Bestatter» bedient. Aber der Roman von Bernhard Aichner, auf dem die Serie beruht, ist schon vor den beiden Serien erschienen.

Es gibt auch sonst wenig Gemeinsamkeiten. Aichners «Totenfrau» ist schwerere Kost. Die Verbrechen sind grausamer, aber zum Glück nur andeutungsweise zu sehen. Die menschlichen Abgründe, die zu Tage treten, einiges tiefer. Das geht unter die Haut, vor allem dank der hervorragenden Anna Maria Mühe.

Ihr kauft man alles ab. Ihre Wut über den Tod ihres Mannes, ihr Hartnäckigkeit, mit der sie den Mördern nachstellt, ihre Kaltblütigkeit, wie sie die Leichen zerstückelt.

Ein bisschen konstruiert, aber dennoch sehr gelungen

Das macht ein wenig vergessen, dass anderes konstruiert wirkt und wenig originell. Die Famile der Schönborns etwa, die ihre Macht als Freipass verstehen, sich nur an ihre eigenen Regeln halten zu müssen. Oder der kauzige Bauer, der den Schönborns Paroli bot und dafür einen hohen Preis bezahlte.

Ein Polizist und eine Frau stehen sich gegenüber. Im Hintergrund eine rote Sofagruppe mit Pflanzen.
Mit der Zeit schöpft der Polizeichef (Robert Palfrader) Verdacht und nimmt Blum ins Visier. ©

Über allem ragen irgendwie die Berggipfel, zu denen sich eine Passstrasse hoch schlängelt, die man immer wieder sieht. Das soll vielleicht die verschlungenen Wege der menschlichen Seele symbolisieren, bleibt aber letztlich nur eine, wenn auch schöne, Kulisse.

Zu viel zu mäkeln, wäre aber ungerecht. Die «Totenfrau» ist ein gelungener Krimi mit einigen unerwarteten Wendungen. Spannend ist jetzt die Frage, ob die angedeutete Fortsetzung realisiert wird. In Buchform liegt sie schon vor: «Totenhaus» ist der zweite Teil von Aichners Trilogie über die Bestatterin Blum.

Wie viele Sterne gibst du «Totenfrau» (Staffel 1)?
3 Stimmen

Besetzung: Anna Maria Mühe | Felix Klare | Yousef Sweid | Shenja Lacher | Robert Palfrader | Simon Schwarz | Gregor Bloéb | Michou Friesz | Gerhard Liebmann | Romina Küper
Serie entwickelt von: Barbara Stepansky | Wolfgang Mueller | Benito Mueller
Genre: Krimi
D / OE, 2023

Shantaram (Staffel 1) – Ein Aussie sucht im Slum sein Glück

Serienposter mit Schriftzug.
3 von 5 Sternen

Läuft bei: Apple TV+(1 Staffel, 12 Episoden à 50 Min.)

Muss man mit «Shantaram» hart ins Gericht gehen? Eine Geschichte zu erzählen, die in Bombay spielt, aber fast ausschliesslich mit Weissen besetzt ist, riecht schon massiv nach kolonialistischer Sichtweise. Dass die meisten Einheimischen zudem durchgehend korrupt sind, machts auch nicht besser.

Jetzt kann man der Serie zugutehalten, dass sie auf einem Buch basiert, das auf tatsächlichen Ereignissen beruht und nicht heute, sondern in den 1980er-Jahren spielt. 2003 veröffentlichte der australische Autor Gregory David Roberts seinen Roman «Shantaram», der auf grosse Resonanz stiess.

Auf der Suche nach dem Neuanfang

Roberts schildert darin, wie er 1980 aus einem australischen Gefängnis ausbrach, wo er wegen mehrerer Überfälle sass, und nach Bombay floh. Was er dort erlebte, erzählt er in seinem Buch. Allerdings sagt er selber, vieles sei erfunden, vor allem die Figuren.

Ein Mann mit zerschlagenem Gesicht in einem Gefängnis.
Dale (Charlie Hunnam) wird von der Polizei im Gefängnis gefoltert. © Apple TV

Letztlich bleibt es zwar die Sicht eines Weissen Mannes auf das Leben in einer Stadt, wo er mehr unter Expats verkehrt als unter Einheimischen. Aber Roberts geht es weniger um die fremde Kultur. Dass er in Bombay landet, ist auch ein wenig Zufall. Er suchte auch nicht wie die Beatles bei ihrem Yogi eine Heilslehre (obwohl er etwas Ähnliches fand), sondern schlicht einen Neuanfang für sein verkorkstes Leben.

Seine Geschichte ist ein Ego-Trip, und zwar ein sehr ungewöhnlicher. Das zeigt sich schon, als Dale Conti (Charlie Hunnam), wie die Hauptfigur in der Serie heisst, noch in Melbourne im Knast sitzt.

In Australien gefoltert

Ein sadistischer Polizist foltert Dale, um den Namen eines Mittäters aus ihm rauszupressen. Als das nichts fruchtet, tut der Polizist so, als habe Dale kooperiert. Das bringt ihn in Lebensgefahr. Dale muss ausbrechen, bevor ihn die Mitinsassen abmurksen.

Mit einem falschen Pass reist Dale als Lin Ford nach Bombay, wo er die Bekanntschaft einer Reihe illustrer Figuren macht. Allen voran Karla (Antonia Desplat), eine mysteriöse Frau, die mit dem afghanischen Gangsterboss Khader Khan (Alexander Siddig) zusammenarbeitet.

Eine Frau mit weissem Kopftuch lehnt sich an eine Wand an.
Die Wege von Lin und Karla (Antonia Desplat) kreuzen sich immer wieder in Bombay. © Apple TV

Karlas Freundin Lisa ist eine heroinsüchtige Prostituierte, die von der Bordellbesitzerin Madame Zhou (Gabrielle Scharnitzky) festgehalten wird. Lin hilft Karla, Lisa freizubekommen, was für ihn allerdings fatale Konsequenzen hat. Zhous Schlägertrupp verprügelt ihn und raubt ihm sein Geld und den Pass.

Glücklich im Slum

Ohne Pass und Geld muss Lin untertauchen. Da hilft ihm sein indischer Fremdenführer Prabhu (Shubham Saraf), der immer mehr zum Freund wurde. Er bringt ihn zu sich nachhause ins Slum von Sagar Wada. Hier macht sich Lin nützlich mit seinen Kenntnissen als Sanitäter und wird zum Slum-Doktor.

Zwei Männer stehen vor Wellblechhütten.
In Sagar Wada findet Lin nicht nur Freunde, sondern auch einen Sinn. © Apple TV

Das wäre ja eigentlich sein Ziel: mit guten Taten die Schuld aus seiner Vergangenheit zu tilgen. In Sagar Wada könnte Linbaba, wie man ihn dort nennt, vielleicht sogar glücklich werden. Doch äussere Umstände verhindern das.

Lin gerät zwischen die Fronten eines Bandeskriegs und ins Visier der Polizei, da sein australischer Peiniger inzwischen herausgefunden hat, wohin er geflüchtet ist.

Eine etwas ausufernde Geschichte

Es gibt noch einige Nebengeschichten, die «Shantaram» in den knapp zwölf Stunden der ersten Staffel erzählt. Am bezauberndsten ist wohl, wie Prabhu um Parvati wirbt. Es ist die interessantere Liebesgeschichte als die ziemlich absehbare zwischen Lin und Karla.

Ein Mann lehnt sich aus dem Fenster eines Autos.
In Prabhu (Shubham Saraf) findet Lin einen Freund, dem er immer vertrauen kann. © Apple TV

Dennoch verliert sich die Serie zwischendurch im Figurengestrüpp und es ist nicht mehr so ganz nachvollziehbar, wer jetzt im Mittelpunkt der Geschichte steht. Ein bisschen Straffung hätte «Shantaram» sicher gutgetan.

Vor allem auch angesichts der Tatsache, dass mit der ersten Staffel erst rund ein Viertel des Romans erzählt ist. So erfährt man bis zum Schluss nicht, woher der titelgebende Name stammt. Die Bezeichnung als «Mann des Friedens» erhält Lin wohl frühestens in der zweiten Staffel.

Wie viele Sterne gibst du «Shantaram» Staffel 1?
1 Stimme

Besetzung: Charlie Hunnam | Fayssal Bazzi | Antonia Desplat | Elektra Kilbey | Shubham Saraf | Rachel Kamath | Alexander Siddig | Elham Ehsas
Serie entwickelt von: Eric Warren Singer | Steve Lightfoot
Genre: Drama | Abenteuer
USA, 2022

Jack Ryan (Staffel 3) – Der Mann, der den Atomkrieg verhindert

Serienposter mit Schriftzug. Ein Mann steht auf dem Bahnsteig, im Hintergrund ein Zug.
3 von 5 Sternen

Läuft bei: Amazon (3 Staffeln, 24 Episoden à 50 Min.)

Wenn’s spukt, holt man die Ghostbusters. Und wen holt man bei einer internationalen Krise, die zu einem Atomkrieg ausufern könnte? Jack Ryan! Der CIA-Mann, der alle Probleme im Alleingang löst. Wobei man ihn selten rufen muss. Er ist meist vor allen anderen da, weil er den Riecher hat für brenzlige Situationen.

Russische Hardliner planen den Krieg

Diesmal ist Jack (John Krasinski) auf der Spur eines russischen Geheimprojekts namens Sokol. Ursprünglich war das ein Projekt zur Entwicklung einer kleinen Atombombe aus den 60er-Jahren. Sokol wurde aber terminiert, wie auch die Wissenschaftler, die daran arbeiteten.

Ein Mann mit Rucksack zu Fuss unterwegs.
Jack Ryan (John Krasinski) muss sich oft im Alleingang durchkämpfen, weil er nicht in offizieller Mission unterwegs ist. © Amazon Studios

Jetzt holt eine abtrünnige Fraktion innerhalb der russischen Regierung das Projekt wieder aus der Schublade. Ihr Ziel: Auf Nato-Gebiet eine kleine Atombombe zu zünden, das der Nato in die Schuhe zu schieben, um so einen Krieg anzuzetteln, bei dem die Russen in sieben Tagen an den Rhein vorstossen wollen (eine historisch belegte Strategieüberlegung des Warschauer Pakts). Am Ende soll das alte Sowjetreich aus der Asche auferstehen.

Gejagt von allen Seiten

Aber eben: Jack Ryan ist ihnen auf den Fersen. Allerdings unter erschwerten Bedingungen. Der CIA-Chef in Langley ist ein typischer Bürokraten-Hasenfuss, der keine Ahnung hat, und Jack deshalb zurückpfeift. Was dieser geflissentlich ignoriert und deshalb von den eigenen Leuten gejagt wird.

Ganz alleine muss es Jack aber doch nicht mit den bösen Russen aufnehmen. James Greer (Wendell Pierce) und Mike November (Michael Kelly), zwei alte CIA-Kumpels, halten zu ihm. Auch seine neue Vorgesetzte Elizabeth Wright (Betty Gabriel) schlägt sich nach einigem Zögern auf seine Seite.

Zwei Männer in Kampfmontur und mit Waffen in den Händen vor einem Hubschrauber.
Mike (Michael Kelly) und Jack räumen schwer bewaffnet die Bösen aus dem Weg. © Amazon Studios

Wie es ausgeht, kann man sich denken. Aber man muss der Serie zugestehen, dass der Weg dahin spannend ist: reichlich Action und einige Rettungsaktionen in letzter Sekunde.

Ohne Amerika wäre die Welt verloren

Warnen muss man allerdings vor dem Weltbild, das der Serie zugrunde liegt, falls jemand Tom Clancy nicht kennt, auf dessen Büchern die Jack Ryan-Serie basiert. Die ist simpel und kennt keine Schattierungen: Die Vereinigten Staaten sind das beste Land der Welt und sie wissen, was für den Rest der Welt gut ist.

Deshalb macht auch die tschechische Präsidentin Kovac (Nina Hoss) keine besonders gute Figur. Nur dank der Hilfe der Amis kann sie ihre Verwicklungen in den ganzen Plot einigermassen unbeschadet überstehen.

Ein Mann und eine Frau geben sich die Hand. Im Hintergrund ein Sicherheitsbeamter und die tschechische Flagge.
Ohne die Unterstützung von Jack Greer (Wendell Pierce) wäre Präsidentin Kovac (Nina Hoss) aufgeschmissen. © Amazon Studios
Das Muster wiederholt sich – wie lange noch?

Wer sich also am völlig selbstverständlichen imperialistischen Gehabe der US-Amerikaner stört, den wird die Serie von A bis Z nerven. Wenn man das ausblenden kann, gibt’s gute Unterhaltung.

Ob das Muster dieser Serie noch lange funktioniert, scheint aber zweifelhaft. Nur den Schauplatz zu wechseln, wie das in den drei vorliegenden Staffeln passierte, reicht irgendwann nicht mehr, wenn am Ende doch immer dieselbe Geschichte erzählt wird. Aber die Figur des Jack Ryan weiterzuentwickeln, ist wohl auch keine Option. Er ist so simpel gestrickt wie das Weltbild, das er vertritt …

Wie viele Sterne gibst du «Jack Ryan» Staffel 3?
11 Stimmen

Besetzung: John Krasinski | Wendell Pierce | Michael Kelly | Nina Hoss | Peter Guinness | Alexej Manvelov | James Cosmo | Betty Gabriel
Serie entwickelt von: Carlton Cuse | Graham Roland
Genre: Thriller | Action
USA, 2022

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