

Läuft bei: Apple TV+ (2 Staffeln, 20 Episoden à 45 Min.)
Enthält Spoiler zu früheren Staffeln
Wer noch völlig unvertraut ist mit dem Monsterverse, sollte zuerst die Besprechung der ersten Staffel lesen. Andere erinnern sich vielleicht: Bei der Rettung der Titanenforscherin Keiko Miura (Mari Yamamoto) aus Axis Mundi, dem verborgenen Reich der Monster, blieb einer zurück – Lee Shaw (Kurt Russell/Wyatt Russell).
Cate Randa (Anna Sawai), die Enkelin von Keiko und Tochter von Hiroshi Randa (Takehiro Hira), will nach Skull Island zurück, um Lee zu retten. Doch die Vertreterin der Regierungsorganisation Monarch verweigert die Erlaubnis. Zu gefährlich, sagt sie, nachdem Keikos Rettung Kong auf den Plan gerufen hatte, der die Eindringlinge verfolgte.

Geglückte Rettung mit katastrophalen Folgen
Cate, ihr Halbbruder Kentaro (Ren Watabe), ihre Freundin May (Kiersey Clemons) und Hiroshi schleichen sich deshalb heimlich vom Monarch-Schiff «Outpost 18». Auf Skull Island gelingt es ihnen, Lee aus Axis Mundi zu befreien. Doch krabbelt durch den Riss zwischen den Welten auch ein tentakelbewehrtes Monster heraus.
«Titan X», wie das Monster benannt wird, bedroht die Menschheit und die Jagd beginnt. Allerdings verfolgen die verschiedenen Parteien unterschiedliche Ziele, wie mit dem Monster umzugehen ist. Parallel dazu erzählt die Serie, wie Lee, Keiko und ihr Ehemann Bill Randa (Anders Holm) in den 50er-Jahren bereits Titan X auf der Spur waren.

Liebesdreieck und Väterversagen
Wie in der ersten Staffel widmet sich die Serie ausführlich den komplizierten Liebes- und Familienverhältnissen der Randas. Das packt erneut am meisten bei der Dreiecksbeziehung zwischen Bill Randa, Keiko Miura und Lee Shaw, die in der Vergangenheit nicht nur Monster jagen, sondern auch ihre Gefühle zähmen müssen.
In der Gegenwart kämpfen Hiroshi und seine Kinder mit den Schatten ihrer Väter. Hiroshi hat Bill Randa nie verziehen, dass er ihn verliess, um nach Keiko zu suchen. Doch Hiroshi selbst gründete zwei Familien, die nichts voneinander wussten – ein Zeichen, dass er wenig aus seiner eigenen Geschichte gelernt hat.
Cate und Kentaro werfen ihm das auch vor. Er war für sie ebenfalls ein oft abwesender Vater. Cate leidet darunter mehr als Kentaro, der sich mit Hiroshi halbwegs versöhnt hat. Diese Konstellation wirkt aufgesetzt, treibt die Handlung aber vor allem gegen Ende effektiv voran.

Frauen und ihr Mutterinstinkt
Auch die Mutterrolle dient als Plot-Treiber, allerdings nicht auf der menschlichen Ebene. Titan X ist ein Weibchen. Als es Eier legt, weckt das nicht nur seinen eigenen Mutterinstinkt, sondern auch jenen von Cate und Keiko. Sie wollen das Monster und seinen Nachwuchs unversehrt in die Axis Mundi zurückbringen. Das führt zum Streit mit Lee.
Die weibliche Solidarität für das Monster, das doch nur seinem Mutterinstinkt folgt, gehört zu den seichten Momenten der Serie, weil es noch klischierter ist als der Topos des abwesenden Vaters. Doch beim Showdown greifen weitere Parteien ein, die den Kampf mit Titan X spannend machen. Auch Kong spielt dabei eine Rolle.

Die neue Bedrohung am Himmel
«Monarch» verbindet Monsterjagd und persönliche Dramen geschickt. Das Spiel mit den Zeitebenen, diesmal um die komplizierten Auswirkungen von Zeitreisen erweitert, sorgt für Abwechslung.
Voraussetzung bleibt allerdings, dass man dem Monsterverse einen Unterhaltungswert abgewinnen kann. Dann verfolgt man auch gespannt, was ganz am Schluss als neue Bedrohung am Himmel aufsteigt und Lee, Keiko und die Randas in der dritten Staffel beschäftigen wird.
Besetzung: Anna Sawai | Kiersey Clemons | Ren Watabe | Joe Tippett | Wyatt Russell | Kurt Russell | Mari Yamamoto | Mirelly Taylor | Anders Holm | Takehiro Hira | Dominique Tipper | Amber Midthunder
Serie entwickelt von: Chris Black | Matt Fraction
Genre: Abenteuer | Science-Fiction | Action
USA, 2026












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