Rooster (Staffel 1) – Steve Carells solider Auftritt in einer wackligen Komödie

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Filmplakat für die HBO-Serie «Rooster» mit Steve Carell. Ein Mann in weissem Hemd und blauer Krawatte kratzt sich am Kopf und trägt eine Reisetasche auf einem herbstlichen Universitätscampus. Text: «He's here to learn» und «New Series March 8 HBO Max».
3 von 5 Sternen

HBO Max (1 Staffel, 10 Episoden à 30 Min.)

Steve Carell ist ein häufiger und meist gern gesehener Gast auf dem heimischen Bildschirm. Der 64-Jährige ist seit seiner Rolle als Michael Scott im US-amerikanischen Remake der britischen Serie «The Office» (2005–2013) vor allem als Komödiendarsteller bekannt.

Obwohl Carell in den letzten Jahren etwa in «The Big Short» (2015), «Vice» (2018) oder in «The Morning Show» (2019–2021) auch ernste Rollen spielte, bleibt Comedy sein Hauptfach. Seine Auftritte sind immer solide, garantieren aber nicht, dass das gesamte Werk überzeugt.

Zwei Personen stehen sich auf einem herbstlichen Gehweg gegenüber und halten Händchen. Links eine Frau in beigem Mantel, rechts ein Mann in grüner Daunenjacke. Im Hintergrund sind Wohnhäuser, Bäume und Sträucher zu sehen.
Greg Russo (Steve Carell) besucht seine Tochter Katie (Charly Clive), die gerade von ihrem Mann sitzengelassen wurde. © Katrina Marcinowski/HBO
Amüsant, aber nicht überragend

Die Politsatire «Space Force» (2020–2022) bot kaum witzige Unterhaltung und wurde von Netflix nach zwei Staffeln abgesetzt. Gut gelungen war dagegen die Midlife-Crisis-Dramedy «The Four Seasons». Das ist nicht zuletzt Tina Fey zu verdanken, die eine erfahrene Comedy-Autorin ist.

«The Rooster» liegt irgendwo dazwischen: amüsant, aber nicht überragend. Carell spielt den erfolgreichen Trashautor Greg Russo, der als Gastdozent am Ludlow College ein Semester verbringt.

Ein Mann mittleren Alters mit Brille, Bart und dunklem Anzug steht in einem Klassenzimmer und hält ein aufgeschlagenes Buch. Im Hintergrund sind eine Wandtafel und ein gerahmtes Poster an der Wand zu sehen. Er scheint gerade zu unterrichten oder aus dem Buch vorzulesen.
Mit seiner Schundliteratur passt Greg eigentlich nicht ans Ludlow College, das sich mehr der gehobenen Kultur widmet. © Katrina Marcinowski/HBO
Die Tochter als Brandstifterin, der Vater als Retter

Eigentlich wollte er nur ein paar Tage dort verbringen, um seine Tochter Katie (Charly Clive) aufzumuntern. Sie unterrichtet am College und wurde gerade von ihrem Mann Archie (Phil Dunster, «Ted Lasso») wegen einer Studentin sitzen gelassen.

Dafür rächt sie sich und verbrennt Archies wertvollstes Buch: eine Erstausgabe von Leo Tolstoys «Krieg und Frieden». Dumm nur, dass das Feuer aufs Haus übergreift und alles in Schutt und Asche legt.

Greg kann College-Präsident Walter Mann (John C. McGinley) aber davon abhalten, seine Tochter hinauszuwerfen. Als Gegenleistung muss er sich für ein Semester als Dozent verpflichten. Denn Walter ist begeistert von der Idee, endlich einen Autor an seiner Uni zu haben, von dem die Eltern seiner Student:innen tatsächlich schon mal gehört haben. Das, so hofft er, hilft bei den Spenden.

Eine junge Frau in burgunderfarbener Bluse und ein Mann in grauem Pullover sitzen sich in einem Café oder Restaurant gegenüber und unterhalten sich. Auf dem Tisch stehen eine Milchpackung, eine Flasche und eine Tasse. Im Hintergrund sind warme Holztöne und Beleuchtung zu sehen.
Obwohl Katie sein Haus abgefackelt hat, nachdem er sie für eine Studentin verlassen hat, hofft Archie (Phil Dunster) auf eine Versöhnung. © Katrina Marcinowski/HBO
Clash der Kulturen und Generationen

Wie erwähnt, Greg schreibt Trash. Sein Romanheld heisst Rooster, ist ein Privatdetektiv, der bei seinen Abenteuern gern Frauen verführt. Das kommt bei den Studenten gut an. Die Studentinnen nehmen ihn aber schon in der ersten Stunde in die Mangel. Weil Greg darauf mit einer politisch unkorrekten Äusserung reagiert, landet er vor dem Disziplinarausschuss. Es bleibt nicht bei diesem einen Mal.

Der Clash der Kulturen und der Generationen ist ein Thema, über das sich die Serie amüsiert. Daneben sorgen der Streit zwischen Katie und Archie und Gregs Romanze(n) für unterhaltsame Momente. Anderes kommt hinzu, trägt aber nur dazu bei, dass «Rooster» ziemlich unfokussiert wirkt.

Ein älterer Mann in schwarzem Tanktop öffnet überrascht die Tür einer Holzsauna mit der Aufschrift «HOT HOUSE». Im Hintergrund sind Fenster und Ziegelwände sichtbar.
College-Präsident Walter Mann (John C. McGinley) fühlt sich am wohlsten, wenn er seine Probleme in der Sauna vergessen kann. © Katrina Marcinowski/HBO
Carell überzeugt, das Drehbuch nicht

Geht es um Greg, der nie ein College besucht hat und sich minderwertig fühlt, bis er merkt, dass er vielleicht gerade deswegen den Studierenden etwas geben kann? Um Gregs Beziehung zu seiner Tochter? Um deren Kampf um ihr Selbstwertgefühl? Oder um zynische Dozenten, die den Draht zu ihren Student:innen schon lange verloren haben?

Immerhin, egal in welches Setting das Drehbuch Steve Carell schmeisst, er findet sich immer schnell darin zurecht. Man kauft ihm den Selbstzweifler ab, den besorgten Vater, den selbstlosen Helfer, den unsicheren Verliebten. Seine Leistung ist wieder solide, während die ganze Serie eher als schwankend einzustufen ist.

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Besetzung: Steve Carell | Danielle Deadwyler | Phil Dunster | Charly Clive | Lauren Tsai | John C. McGinley | Annie Mumolo | Maximo Salas | Rory Scovel | Connie Britton | Alan Ruck
Serie entwickelt von: Bill Lawrence | Matt Tarses
Genre: Komödie
USA, 2026

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