Widow’s Bay (Staffel 1) – Buntes Mosaik aus 50 Jahren Horrorfilme

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Poster für die Apple-TV-Serie «Widows Bay» mit Matthew Rhys. Das dramatische Artwork zeigt mehrere Charaktere vor einer stürmischen Küstenlandschaft mit Leuchtturm, Kirche und Fischerboot. Die düstere Atmosphäre deutet auf ein Mystery-Drama in einer Kleinstadt hin.
4 von 5 Sternen

Apple TV (1 Staffel, 10 Episoden à 40 Min.)

Horror-Fans werden ihren Spass an dieser Serie haben. Vielleicht weniger wegen der Handlung, sondern wegen der vielen Referenzen auf Klassiker des Genres. Spass ist aber auch anderweitig garantiert. Denn «Widow’s Bay» mixt Horror mit Komödie.

Der Traum vom Ferienparadies

Das beginnt mit dem eigentümlichen Personal im Verwaltungsgebäude einer kleinen Insel vor der Küste Neuenglands. Hier residiert Bürgermeister Tom Loftis (Matthew Rhys), der die Insel in ein Ferienparadies à la Martha’s Vineyard verwandeln will.

Ein Mann in kariertem Hemd sitzt entspannt auf einem antiken, orangefarbenen Sofa. Er hält ein schwarzes Objekt in den Händen und blickt nachdenklich. Im Hintergrund ein Beistelltisch mit Fernglas und Lampe.
Tom (Matthew Rhys) träumt davon, dass seine kleine Insel ein Ferienparadies wird. Aber die bösen Geister der Insel machen ihm einen Strich durch die Rechnung. © Apple TV

Mehr oder weniger unterstützt wird er dabei von seiner charmant unbeholfenen Assistentin Patricia (Kate O’Flynn), seiner Sekretärin Ruth (K Callan), die weit über das Rentenalter hinaus arbeitet und sehr vergesslich ist, sowie von Rosemary (Dale Dickey), die über alles und jeden lästert, aber sonst wenig beiträgt.

Ein Fluch lastet auf der Insel

Toms Plänen für eine blühende Zukunft seiner Insel steht ein grosses Hindernis im Weg: Die Insel ist verflucht. Das glaubt der Fischer Wyck (Stephen Root), der Tom warnt, dass die Insel erwacht, als sich ein Beben ereignet und Nebel vor der Küste aufzieht.

Ein älterer Mann mit grauem Bart und lockigem Haar steht in einem düsteren Raum. Er trägt eine nasse schwarze Jacke und blickt ernst in die Kamera. Die Szene wirkt atmosphärisch und spannungsgeladen.
Wyck (Stephen Root) glaubt wie viele Inselbewohner:innen an die dunklen Mächte, die die Insel beherrschen und Unheil bringen werden. © Apple TV

Tom wischt das beiseite. Ihm ist es endlich gelungen, einen Journalisten der «New York Times» auf die Insel zu holen. Ihm muss er zwar auch zuerst erklären, dass all die Zeitungsausschnitte im Ortsmuseum über Kannibalismus und Hexenverfolgung nur erfundener Unsinn seien, bevor er ihm die Vorzüge seiner Insel zeigen kann.

Nachdem der wohlwollende Artikel erschienen ist, strömen tatsächlich Tourist:innen auf die Insel. Und die Katastrophen (Plural!) nehmen ihren Lauf. Dabei greift «Widow’s Bay» tief in den Fundus des Horrorgenres.

Der tiefe Griff in die Horrorkiste

Wie in «Jaws» muss Tom sich entscheiden, ob er die Inselgäste vor einer tödlichen Gefahr warnt und damit seine Tourismuspläne beerdigt. Wyck erinnert von Beginn an den zynischen Haijäger Quint aus «Jaws» und hat eine ähnliche Geschichte auf Lager wie Quints Begegnung mit den Haien beim Untergang der USS Indianapolis.

Eine Frau in orangefarbenem Kleid steht auf einer Treppe in einem schwach beleuchteten Hausflur. Ihr Blick wirkt angespannt und wachsam. Im Hintergrund ist eine weisse Eingangstür mit Milchglasfenstern sichtbar.
Auch Patricia (Kate O’Flynn) missachtet eine der eisernen Regeln des Horrorfilms: Gehe nie nach oben, wenn du allein zu Hause bist. © Apple TV

Ebenfalls nicht zufällig erinnert Patricia an Shelley Duvall aus «The Shining». Es ist nicht die einzige Referenz an Werke von Stephen King, dessen Bücher als Easter Eggs in gewissen Szenen versteckt sind. Es finden sich auch Anspielungen auf «Carrie», «It» oder die Mini-Serie «Storm of the Century».

Für einmal ein cleverer Twist zum Schluss

Die Liste lässt sich verlängern: Unverkennbar ist der Serienmörder, der eine ähnliche Maske trägt wie Michael Myers in «Halloween». Aber es finden sich auch Elemente aus «The Fog», «The Ring», «The Wicker Man» oder «Scream». Wenn man etwas grosszügiger interpretiert, kann man auch «Twin Peaks» oder «Lost» als Inspirationsquellen ansehen.

In einer kargen, kerzenbeleuchteten Kapelle vollzieht ein Geistlicher eine Trauung. Eine Frau im grünen Kleid und ein Mann in Schwarz stehen vor ihm. Zwei Personen sitzen als Zeugen auf Holzbänken.
Ein Blick zurück in die Geschichte der Insel enthüllt den Ursprung des Fluches. © Apple TV

«Widow’s Bay» wird damit zu einem bunten Mosaik aus 50 Jahren Horrorfilmgeschichte – vom Slasher über Folk- und Psycho- bis zum Arthouse-Horror. Dabei vergisst die Serie nicht, mit skurrilen Figuren eine eigene Geschichte zu erzählen, die für sich steht und gut unterhält. Lobenswert ist auch der Schluss, der die Handlung abschliesst, aber mit einem cleveren Twist die Tür zu einer nächsten Staffel öffnet.

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Besetzung: Matthew Rhys | Kate O’Flynn | Kevin Carroll | Dale Dickey | Kingston Rumi Southwick | Stephen Root | K Callan | Jeff Hiller | Nancy Lenehan | Betty Gilpin | Hamish Linklater
Serie entwickelt von: Katie Dippold
Genre: Komödie | Horror
USA, 2026

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