The Boroughs (Staffel 1) – Silver Ager auf Monsterjagd

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Poster für die Netflix-Serie «The Boroughs». Sechs Schauspieler:innen sind vor einem dramatischen Himmel mit mysteriösen blauen Lichtern arrangiert. Im Hintergrund eine Vorstadtstrasse mit modernen Häusern. Das Netflix-Logo ist unten platziert.
4 von 5 Sternen

Netflix (1 Staffel, 8 Episoden à 45 Min.)

Monster aus einer anderen Welt und ein Jungbrunnen, der ewiges Leben verspricht: Eine reizvolle Mischung, die Erinnerungen weckt. Zum einen an Ron Howards Film «Cocoon» von 1985, in dem Altersheimbewohner einen Swimmingpool entdecken, der sie verjüngt und ihre Gebrechen heilt.

Zum anderen an die eben zu Ende gegangene Serie «Stranger Things», in der Monster eine friedliche Kleinstadt bedrohen und eine Gruppe Jugendlicher den Kampf aufnimmt. Diese Verbindung überrascht nicht. Die Duffer Brothers, Schöpfer von «Stranger Things», zeichnen als Produzenten von «The Boroughs».

Luftaufnahme einer Wohnsiedlung mit mehreren einstöckigen Häusern um einen kreisförmigen Platz. Ein grüner Lieferwagen steht in der Mitte, Menschen sind auf der Strasse zu sehen. Im Hintergrund erstreckt sich eine weite, karge Landschaft unter blauem Himmel.
«The Boroughs» – eine Kleinstadtidylle mitten in der Wüste. Der Slogan der Alterssiedlung verspricht den Senior:innen, dass sie hier die beste Zeit ihres Lebens haben werden. © Netflix
Den Lebensabend mit Stil geniessen

In «The Boroughs» ist der Schauplatz wiederum eine Art Kleinstadt – eine komfortable Alterssiedlung in New Mexico mit netten Bungalows, Golfplätzen, Restaurants, Schwimmbad, Gemeinschaftszentrum und sogar einer Klinik für demente Senior:innen.

Sam (Alfred Molina) zieht als neuer Bewohner in die Boroughs. Allerdings nur widerwillig. Es war der Wunsch seiner inzwischen verstorbenen Frau, den Lebensabend hier zu verbringen.

Ein Mann mittleren Alters mit Brille, grauem Bart und Cardigan sitzt in einem Restaurant oder Café. Im Hintergrund sind rote und weisse Luftballons sowie andere Gäste zu sehen.
Sam (Alfred Molina) hat noch keine Lust, zum alten Eisen zu gehören. © Netflix

Da hilft es auch nichts, dass er sehr herzlich empfangen wird. Jack (Bill Pullman) lädt ihn zu einem Grillabend ein, um die Nachbarn:innen kennenzulernen. Sam lehnt das mürrisch ab. Stattdessen sucht er Blaine (Seth Numrich) auf, der die Siedlung in dritter Generation mit seiner Frau Anneliese (Alice Kremelberg) leitet, um aus dem Vertrag auszusteigen.

Das Monster im Schlafzimmer

Doch dann geschieht etwas, das Sams Meinung ändert. Eines Nachts hört er seltsame Geräusche aus dem Nachbarhaus. Als er nachsieht, beobachtet er ein Monster, das von der Decke hängt und seine Tentakel in den Mund des schlafenden Nachbarn steckt.

Sam beschliesst, der Sache auf den Grund zu gehen. Doch die Geschichte klingt so unglaublich, dass er sich nur zögerlich seinen engsten Nachbarn anvertraut.

Drei Personen schauen durch eine rechteckige Öffnung oder Luke nach oben. Von links: ein Mann mit Bart, ein Mann mit Brille und längeren Haaren, und eine Frau mit lockigem Haar. Die Szene ist warm beleuchtet.
Wally (Denis O’Hare), Sam und Judy (Alfre Woodard) verfolgen die Spur der Monster, die sich nachts in die Häuser einschleichen. © Netflix

Dazu gehören Judy (Alfre Woodard), eine ehemalige Journalistin, und ihr Mann Art (Clarke Peters), ein Alt-Hippie, der Magic Mushrooms anbaut und regelmässig Joints raucht. Wally (Denis O’Hare) war Arzt und leidet an Prostatakrebs im Endstadium. Die vierte im Bunde ist die ehemalige Musikmanagerin Renee (Geena Davis).

Die wahren Dämonen: Trauer, Einsamkeit und Tod

Die Oldie-Detektive kommen bei ihren abenteuerlichen Ermittlungen langsam dem Geheimnis auf die Spur, was wirklich der Zweck der Boroughs ist. Dabei steht nicht das Wohl der Silver Ager im Vordergrund.

Auch wenn wirkliche Monster eine Rolle spielen in «The Boroughs», stehen einige andere Dämonen im Vordergrund, von den die Senior:innen gejagt werden. Geringschätzung, Trauer, Einsamkeit und vor allem der Tod sind die Endgegner, denen sie sich im letzten Kapitel ihres Lebens stellen müssen.

Ein Mann in hellem Pullover sitzt in einem Sarg und hält die Hand einer Frau in Jeansjacke und rosa Rock. Die Szene spielt in einem stilvoll eingerichteten Raum mit warmer Beleuchtung und Bücherregalen im Hintergrund.
So unbeschwert, wie es hier wirkt, ist die Auseinandersetzung mit dem Tod für Wally und Renee (Geena Davis) in Tat und Wahrheit nicht. © Netflix

Der berührende Unterton der Serie entfaltet dank der herausragenden Besetzung eine starke emotionale Wirkung. Sie lässt spüren, wie die Sehnsucht nach Vergangenem an den Figuren zehrt. Da verzeiht man, dass die Protagonist:innen – in der Serie wie im echten Leben – noch viel zu vital wirken, als dass der Sensemann schon hinter der nächsten Ecke auf sie lauern würde.

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Besetzung: Alfred Molina | Alfre Woodard | Geena Davis | Bill Pullman | Denis O’Hare | Clarke Peters | Carlos Miranda | Jena Malone | Seth Numrich | Alice Kremelberg | Eric Edelstein
Serie entwickelt von: Jeffrey Addiss | Will Matthews
Genre: Mystery | Sci-Fi | Drama
USA, 2026

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