

Netflix (1 Staffel, 8 Episoden à 45 Min.)
Monster aus einer anderen Welt und ein Jungbrunnen, der ewiges Leben verspricht: Eine reizvolle Mischung, die Erinnerungen weckt. Zum einen an Ron Howards Film «Cocoon» von 1985, in dem Altersheimbewohner einen Swimmingpool entdecken, der sie verjüngt und ihre Gebrechen heilt.
Zum anderen an die eben zu Ende gegangene Serie «Stranger Things», in der Monster eine friedliche Kleinstadt bedrohen und eine Gruppe Jugendlicher den Kampf aufnimmt. Diese Verbindung überrascht nicht. Die Duffer Brothers, Schöpfer von «Stranger Things», zeichnen als Produzenten von «The Boroughs».

Den Lebensabend mit Stil geniessen
In «The Boroughs» ist der Schauplatz wiederum eine Art Kleinstadt – eine komfortable Alterssiedlung in New Mexico mit netten Bungalows, Golfplätzen, Restaurants, Schwimmbad, Gemeinschaftszentrum und sogar einer Klinik für demente Senior:innen.
Sam (Alfred Molina) zieht als neuer Bewohner in die Boroughs. Allerdings nur widerwillig. Es war der Wunsch seiner inzwischen verstorbenen Frau, den Lebensabend hier zu verbringen.

Da hilft es auch nichts, dass er sehr herzlich empfangen wird. Jack (Bill Pullman) lädt ihn zu einem Grillabend ein, um die Nachbarn:innen kennenzulernen. Sam lehnt das mürrisch ab. Stattdessen sucht er Blaine (Seth Numrich) auf, der die Siedlung in dritter Generation mit seiner Frau Anneliese (Alice Kremelberg) leitet, um aus dem Vertrag auszusteigen.
Das Monster im Schlafzimmer
Doch dann geschieht etwas, das Sams Meinung ändert. Eines Nachts hört er seltsame Geräusche aus dem Nachbarhaus. Als er nachsieht, beobachtet er ein Monster, das von der Decke hängt und seine Tentakel in den Mund des schlafenden Nachbarn steckt.
Sam beschliesst, der Sache auf den Grund zu gehen. Doch die Geschichte klingt so unglaublich, dass er sich nur zögerlich seinen engsten Nachbarn anvertraut.

Dazu gehören Judy (Alfre Woodard), eine ehemalige Journalistin, und ihr Mann Art (Clarke Peters), ein Alt-Hippie, der Magic Mushrooms anbaut und regelmässig Joints raucht. Wally (Denis O’Hare) war Arzt und leidet an Prostatakrebs im Endstadium. Die vierte im Bunde ist die ehemalige Musikmanagerin Renee (Geena Davis).
Die wahren Dämonen: Trauer, Einsamkeit und Tod
Die Oldie-Detektive kommen bei ihren abenteuerlichen Ermittlungen langsam dem Geheimnis auf die Spur, was wirklich der Zweck der Boroughs ist. Dabei steht nicht das Wohl der Silver Ager im Vordergrund.
Auch wenn wirkliche Monster eine Rolle spielen in «The Boroughs», stehen einige andere Dämonen im Vordergrund, von den die Senior:innen gejagt werden. Geringschätzung, Trauer, Einsamkeit und vor allem der Tod sind die Endgegner, denen sie sich im letzten Kapitel ihres Lebens stellen müssen.

Der berührende Unterton der Serie entfaltet dank der herausragenden Besetzung eine starke emotionale Wirkung. Sie lässt spüren, wie die Sehnsucht nach Vergangenem an den Figuren zehrt. Da verzeiht man, dass die Protagonist:innen – in der Serie wie im echten Leben – noch viel zu vital wirken, als dass der Sensemann schon hinter der nächsten Ecke auf sie lauern würde.
Besetzung: Alfred Molina | Alfre Woodard | Geena Davis | Bill Pullman | Denis O’Hare | Clarke Peters | Carlos Miranda | Jena Malone | Seth Numrich | Alice Kremelberg | Eric Edelstein
Serie entwickelt von: Jeffrey Addiss | Will Matthews
Genre: Mystery | Sci-Fi | Drama
USA, 2026











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