

Netflix (2 Staffeln, 12 Episoden à 50 Min.)
Fünf Jahre hat es gedauert, bis Netflix eine zweite Staffel des düsteren dänischen Krimis «Kastanjemanden» (Der Kastanienmann) veröffentlicht. Das liegt vor allem daran, dass der Autor Søren Sveistrup («Kommissarin Lund») die Fortsetzung erst 2024 veröffentlicht hat. Doch das Warten hat sich gelohnt – auch wenn die erste Staffel in meiner Erinnerung düsterer und grausiger war.
Keine Fortsetzung, sondern ein komplett neuer Fall
Der Titel «Kastanjemanden» führt allerdings in die Irre, denn der Fall der ersten Staffel ist abgeschlossen. Treffender ist der deutsche Zusatz «Der Kastanienmann – Versteckspiel» oder der Originaltitel der Romanvorlage «Tælle til en, taelle til to» (Zähl bis eins, zähl bis zwei). Ein Kinderzählreim, wie er beim Versteckspiel aufgesagt wird, spielt diesmal eine zentrale Rolle.
Ebendieser Zählreim findet sich in Textnachrichten auf dem Handy einer alleinerziehenden Mutter aus Kopenhagen, die verschwunden ist. Ermittlerin Naia Thulin (Danica Curcic) wundert sich, dass sie und ihre Kollegin zu einem Vermisstenfall gerufen werden. Doch es stellt sich heraus, dass es tatsächlich ein Fall für die Mordkommission ist, als die Leiche der Frau gefunden wird.

Schwierige Beziehung des Ermittler-Duos
Für die Ermittlungen wird der Europol-Beamte Mark Hess (Mikkel Boe Følsgaard) beigezogen, der eigentlich in Kopenhagen ist, um sich um seinen kranken Bruder zu kümmern. Naia und Mark verbindet eine schwierige Vergangenheit. In der ersten Staffel wurden sie ein Paar. Dann verliess er sie und ihre Tochter Le (Ester Birch). Was beide Frauen schlecht verwunden haben.
Trotzdem finden sie eine Basis, um gemeinsam zu ermitteln. Sie stossen auf einen ungelösten Mordfall an einer jungen Frau, der Parallelen aufweist. Marie Holst (Sofie Gråbøl), die Mutter des Opfers, schöpft neue Hoffnung, dass der Täter doch noch gefasst wird – nachdem die Polizei den Fall zuvor zu den Akten gelegt hatte.
Dann wird ein weiteres Opfer gefunden, diesmal ein Mann. Diese Spur führt Naia und Mark zu einer Verbindung zwischen den Opfern: Alle wurden gestalkt und hatten dies der Polizei gemeldet. Schliesslich entdecken sie ein weiteres Stalkingopfer, das dieselben Textnachrichten erhalten hat wie die anderen. Die Frau lebt noch, und Naia und Mark hoffen, über sie den Täter zu finden.

Solider Nordic-Noir-Krimi, aber etwas weniger Gänsehaut
So spannend die Suche nach dem Serienmörder ist, angereichert mit einem dramatischen Ereignis mitten in der Staffel, das die Hauptfiguren betrifft, erreicht die zweite Staffel nicht ganz das Niveau der ersten. Wiederum ist eine zutiefst gestörte Person verantwortlich für die Serienmorde, aber der ganze Plot wirkt einiges weniger bedrohlich und unheimlich.
Trotzdem bleibt «Der Kastanienmann – Versteckspiel» ein solider Nordic-Noir-Krimi, der dem Genre gerecht wird. Nach den Ereignissen dieser Staffel wird es spannend sein zu sehen, ob und wie Søren Sveistrup es gelingt, daraus eine weitere Fortsetzung zu spinnen.
Besetzung: Danica Curcic | Mikkel Boe Følsgaard | Anders Hove | Sofie Gråbøl | Ester Birch | Özlem Saglanmak | Katinka Lærke Petersen | Willi Wulff Botoft | Bjørk Storm
Serie entwickelt von: Dorte Warnøe Høgh | Søren Sveistrup | David Sandreuter
Genre: Thriller | Krimi | Drama
DK, 2026











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