Alice and Steve (Staffel 1) – Im Wunderland der Wut und Rache

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Poster der Disney+-Serie «Alice and Steve»: Drei Personen vor grünem Hintergrund – eine junge Frau, eine ältere Frau in dunklem Overall und ein Mann mit Brille, der Tulpen und ein Schild mit «Sorry» hält.
3 von 5 Sternen

Disney+ (1 Staffel, 6 Episoden à 35 Min.)

Alice (Nicola Walker) und Steve (Jemaine Clement) sind beste Freunde. Früher war da mal was zwischen den beiden, aber das ist schon 30 Jahre her. Heute ist Alice zum zweiten Mal verheiratet und hat zwei Kinder. Steve ist geschieden und kinderlos. Ihre Freundschaft bleibt für beide das Wichtigste.

Zwei Personen sitzen lachend auf einer Steinmauer an einem Fluss. Die Frau trägt eine Jeansjacke und gestreifte Hosen, der Mann einen blauen Pullover und braune Cordhosen. Im Hintergrund sind Bäume und Gebäude zu sehen.
Da war ihre Freundschaft noch ungetrübt: Alice (Nicola Walker) und Steve (Jemaine Clement). © Hulu/Disney+
Der beste Freund treibt’s mit der Tochter

Das ändert sich, als Steve nach einer durchzechten Nacht auf Alices Couch übernachtet. Er wird von Alices Tochter Izzy (Yali Topol Margalith) geweckt, die kürzlich wieder ins Elternhaus gezogen ist nach der Trennung von ihrem Freund. Ein Wort ergibt das andere und die beiden landen gemeinsam auf der Couch.

Am nächsten Morgen schwören sie sich, dass das nie wieder passieren darf, weil Alice ausrastet, wenn sie davon erfährt. Doch dann merken sie, dass sie echte Gefühle füreinander empfinden – und die Katastrophe nimmt ihren Lauf.

Lange können Izzy und Steve ihre Beziehung nicht vor Alice verheimlichen. Als sie es erfährt, rastet sie wie erwartet aus. Zwar wollte sie Steve eben noch im Pub verkuppeln, weil er verdiene, geliebt zu werden. Aber sicher nicht von ihrer Tochter. Egal, dass sie immerhin 26 ist und es sich um eine einvernehmliche Beziehung zwischen Erwachsenen handelt, wie Alices Mann Daniel (Joel Fry) einwendet, um die Wogen etwas zu glätten.

Ein älterer Mann mit Brille und rotem Pullover sitzt mit einer jungen Frau im Jeansjacket auf einem Sofa. Sie lächelt ihn an. Im Hintergrund ein Fenster mit Blick ins Grüne.
Steve und Izzy (Yali Topol Margalith) sind verliebt bis über beide Ohren. Allerdings kommt das auf dem TV-Screen nie wirklich rüber. © Hulu/Disney+
Ein Versöhnungsessen endet im Rosenkrieg

Tatsächlich gibt sich Alice etwas besänftigt. Sie lädt Izzy und Steve zum Abendessen ein, gemeinsam mit Izzys Freund:innen. Doch ihr Ziel ist keineswegs ein versöhnlicher Abend im gemütlichen Kreis. Sie will Steve vor Izzys Freund:innen blossstellen. Etwa, indem sie erzählt, dass er die Filme von Woody Allen mag. Ein No-Go für die jungen Leute.

Steve kann sich nur retten, indem er von den Promis erzählt, die er als exklusiver Hairstylist betreut. Dabei plaudert er eine peinliche Geschichte über eine Kundin aus, die nur er kennt.

Kaum sind die Gäste gegangen, greift Alice zum Telefon und steckt die Geschichte einer Klatschjournalistin, wohl wissend, dass sie damit Steves Ruf zerstört. Der Rosenkrieg beginnt. Alice und Steve machen sich von nun an das Leben gegenseitig zur Hölle.

Eine Frau mittleren Alters mit blonden Haaren steht auf einem Feld. Sie trägt einen grauen Pullover und rote Gehörschutzkopfhörer um den Hals. In den Händen hält sie ein Gewehr.
Sollte man einer wuterfüllten Frau eine Waffe in die Hand geben? Vielleicht nicht die beste Idee. © Hulu/Disney+
Der Konflikt überzeugt nicht und der Humor fehlt

Zumindest ein bisschen. Ihre Beziehung schwankt zwischen Wut, vor allem bei Alice, und Momenten, in denen sie sich beinahe versöhnt zeigen. Diese Unentschlossenheit ist nicht die einzige Schwäche der Geschichte. Auch die Beziehung zwischen Izzy und Steve wirkt nie so überzeugend, dass sie dafür die Beziehung zur Mutter oder er die lebenslange Freundschaft mit Alice riskieren würde.

Irgendwann stehen sich Alice und Steve nur noch als Egomanen gegenüber, die ihre Vorstellung von Glück und Zufriedenheit um jeden Preis durchsetzen, ohne Rücksicht auf die anderen Menschen in ihrem Leben. Kommt dazu, dass die unmöglichen Situationen, in die sie das Drehbuch wirft, bei Weitem nicht so witzig sind, wie das wohl gemeint war. Die Serie bleibt auf der humoristischen Ebene schwach.

Ein Mann mit lockigem Haar und Bart sitzt an einem Tisch und blickt ernst auf eine Person im Vordergrund. Vor ihm steht ein Weinglas. Die Szene wirkt wie eine intensive Gesprächssituation in einem Restaurant.
So ratlos, wie er hier dreinblickt, ist Alices Ehemann Daniel (Joel Fry) tatsächlich. Die Sache hat aber auch etwas Gutes. Er überdenkt seine Beziehung zu Alice, in der er nie wirklich zu Wort kam. © Hulu/Disney+

Es überrascht ein wenig, dass «Alice and Steve» enttäuscht. Üblicherweise darf man mehr erwarten, wenn Nicola Walker mitspielt. Auch wenn sie ihre grössten Erfolge in Krimis wie «Unforgotten» (2015–2021) oder «Annika» (2021–2023) feierte, bewies sie ihr Können auch in Dramen oder Komödien. Auf arte ist sie gerade im Familiendrama «The Split» (2018–2024) zu sehen. Ziemlich sicher die bessere Wahl als sich «Alice and Steve» anzuschauen.

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Besetzung: Nicola Walker | Jemaine Clement | Joel Fry | Yali Topol Margalith | Tyrese Eaton-Dyce | Eilidh Fisher | Marcia Warren | Lydia Wilson
Serie entwickelt von: Sophie Goodhart
Genre: Drama | Romanze | Komödie
GB, 2026

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