Spider-Noir (Staffel 1) – Wenn Bogart auf Bugs Bunny trifft

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Poster für die Amazon Prime Serie «Spider-Noir» mit Nicolas Cage. Zeigt eine düstere Strassenszene der 1930er-Jahre mit einem Mann in Trenchcoat und Hut, dessen Spiegelung als Spider-Man-Silhouette zu sehen ist.
5 von 5 Sternen

Prime Video (1 Staffel, 8 Episoden à 45 Min.)

Drei Dinge machen diese Serie unwiderstehlich: Erstens die visuelle Hommage an die Film-noir-Krimis der 40er- und 50er-Jahre wie «The Maltese Falcon» (1941), «Double Indemnity» (1944) oder «Sunset Boulevard» (1950).

Zweitens Nicolas Cage, der zum ersten Mal eine Hauptrolle in einer TV-Serie übernimmt. Und drittens Spider-Man als Superheld, der in die Jahre gekommen ist und nach jedem Zweikampf stöhnt, weil ihm alle Knochen im Leib wehtun.

Abgelöschter Superheld in den 30ern

Spider-Man heisst hier «The Spider» und im Privatleben Ben Reilly, nicht Peter Parker. Reilly arbeitet in den frühen 30er-Jahren als Privatdetektiv. Sein handgestricktes Spinnenkostüm hat er vor Jahren an den Nagel gehängt, als seine Verlobte ermordet wurde.

Ein Mann in Weste und Krawatte hält eine Lupe vor sein Auge und betrachtet gemeinsam mit einer Frau in rotem Pullover eine Banknote. Die Szene vermittelt eine geheimnisvolle Atmosphäre.
Ein bisschen Sherlock Holmes spielt auch rein: Privatdetektiv Ben Reilly (Nicolas Cage) mit seiner Sekretärin Janet (Karen Rodriguez). © Prime Video

Jetzt hängt er abgelöscht in seinem Bürosessel, ertränkt lieber seinen Kummer im Whisky, als seinem Job nachzugehen. Doch Aufträge hat er ohnehin kaum und schuldet deshalb seiner Sekretärin Janet (Karen Rodriguez) seit Monaten das Gehalt.

Der menschliche Flammenwerfer und die Femme Fatale

Die Ruhe endet abrupt, als Reilly gleich zwei Fälle annimmt. Im ersten soll er einen Kriminellen aufspüren. Als er ihn findet, verwandelt sich der in einen menschlichen Flammenwerfer. Im zweiten soll er eine Frau beschatten, deren Ehemann sie des Fremdgehens verdächtigt.

Auch dieser Fall nimmt eine überraschende Wendung: Die Frau – eine klassische Femme Fatale – entpuppt sich als die Sängerin Cat Hardy (Li Jun Li), die keineswegs verheiratet ist. Sie arbeitet für Silvermane (Brendan Gleeson), den mächtigsten Gangsterboss der Stadt. Allerdings beobachtet Reilly, wie Cat sich mit dem Bürgermeister trifft, Silvermanes grösstem Widersacher.

Eine Frau in eleganter Vintage-Kleidung trägt einen cremefarbenen Hut mit schwarzem Band und Perlenohrringe. Sie ist in ein gemustertes Outfit aus schwarzen und rosafarbenen Stoffen gekleidet. Im Hintergrund sind verschwommene Gebäude einer Stadt zu sehen.
Die geheimnisvolle Femme Fatale: Cat Hardy (Li Jun Li) verfolgt ihre eigene Agenda.
© Prime Video

Reilly wird die Sache zu heiss. Er will sich heraushalten, entscheidet sich dann aber doch, sein Wissen zu Geld zu machen. Er erpresst Cat und macht deshalb Bekanntschaft mit ihrer Bodyguard Flint Marko (Jack Huston), der auch Cats heimlicher Liebhaber ist.

Der Ursprung der Superkräfte

Flint besitzt ebenfalls Superkräfte, ebenso wie zwei weitere Figuren, die auftauchen. Damit hebt sich die bis dahin fast normale Detektivgeschichte auf eine neue Ebene: Es geht um grausame Experimente, die Deutsche während des Ersten Weltkriegs an Kriegsgefangenen durchführten. Reilly führte damals die Einheit an, die die Überlebenden dieses Horrors befreite.

Als Silvermane von den Ex-Soldaten mit Superkräften erfährt, rekrutiert er sie für seine Zwecke. So wird er zum unangefochtenen Herrscher über die Stadt. Nur einer kann ihn noch stoppen: The Spider. Reilly ziert sich allerdings lange, bis er endlich sein Kostüm wieder überstreift.

Ein maskierter Superheld in schwarzem Anzug mit leuchtenden weissen Augen hockt nachts auf einem Dach. Im Hintergrund sind beleuchtete Stadtgebäude zu sehen. Die Szene ist dramatisch in bläuliches und rötliches Licht getaucht.
Ledermantel. Wollmütze und eine Art Skibrille: Auch das Spinnenkostüm ist sehr retro. © Prime Video
Viel Bogart und ein bisschen Bugs Bunny

Im zweiten Teil der Serie kämpfen die Superhelden im typischen Chiaroscuro des Film noir. Das wirkt befremdend und braucht etwas Eingewöhnung. Aber die Figuren haben sowieso wenig gemeinsam mit den Marvelhelden und -bösewichten, die wir kennen.

Gerade deshalb funktioniert der Spinnenheld in dieser Vergangenheit. Und nicht zuletzt dank Nicolas Cage, der seine Rolle so interpretierte: «Reilly ist 70 Prozent Humphrey Bogart und 30 Prozent Bugs Bunny.» Diese Mischung aus Film-Nostalgie und Cartoon-Slapstick bringt er brillant auf den Punkt.

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Besetzung: Nicolas Cage | Lamorne Harris | Li Jun Li | Karen Rodriguez | Jack Huston | Abraham Popoola | Brendan Gleeson | Michael Kostroff | Andrew Lewis Caldwell | Lukas Haas | Amanda Schull | Amy Aquino | Andrew Robinson
Serie entwickelt von: Orien Uziel
Genre: Superhelden | Action | Historie
USA, 2026

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