

Prime Video (1 Staffel, 8 Episoden à 45 Min.)
Drei Dinge machen diese Serie unwiderstehlich: Erstens die visuelle Hommage an die Film-noir-Krimis der 40er- und 50er-Jahre wie «The Maltese Falcon» (1941), «Double Indemnity» (1944) oder «Sunset Boulevard» (1950).
Zweitens Nicolas Cage, der zum ersten Mal eine Hauptrolle in einer TV-Serie übernimmt. Und drittens Spider-Man als Superheld, der in die Jahre gekommen ist und nach jedem Zweikampf stöhnt, weil ihm alle Knochen im Leib wehtun.
Abgelöschter Superheld in den 30ern
Spider-Man heisst hier «The Spider» und im Privatleben Ben Reilly, nicht Peter Parker. Reilly arbeitet in den frühen 30er-Jahren als Privatdetektiv. Sein handgestricktes Spinnenkostüm hat er vor Jahren an den Nagel gehängt, als seine Verlobte ermordet wurde.

Jetzt hängt er abgelöscht in seinem Bürosessel, ertränkt lieber seinen Kummer im Whisky, als seinem Job nachzugehen. Doch Aufträge hat er ohnehin kaum und schuldet deshalb seiner Sekretärin Janet (Karen Rodriguez) seit Monaten das Gehalt.
Der menschliche Flammenwerfer und die Femme Fatale
Die Ruhe endet abrupt, als Reilly gleich zwei Fälle annimmt. Im ersten soll er einen Kriminellen aufspüren. Als er ihn findet, verwandelt sich der in einen menschlichen Flammenwerfer. Im zweiten soll er eine Frau beschatten, deren Ehemann sie des Fremdgehens verdächtigt.
Auch dieser Fall nimmt eine überraschende Wendung: Die Frau – eine klassische Femme Fatale – entpuppt sich als die Sängerin Cat Hardy (Li Jun Li), die keineswegs verheiratet ist. Sie arbeitet für Silvermane (Brendan Gleeson), den mächtigsten Gangsterboss der Stadt. Allerdings beobachtet Reilly, wie Cat sich mit dem Bürgermeister trifft, Silvermanes grösstem Widersacher.

© Prime Video
Reilly wird die Sache zu heiss. Er will sich heraushalten, entscheidet sich dann aber doch, sein Wissen zu Geld zu machen. Er erpresst Cat und macht deshalb Bekanntschaft mit ihrer Bodyguard Flint Marko (Jack Huston), der auch Cats heimlicher Liebhaber ist.
Der Ursprung der Superkräfte
Flint besitzt ebenfalls Superkräfte, ebenso wie zwei weitere Figuren, die auftauchen. Damit hebt sich die bis dahin fast normale Detektivgeschichte auf eine neue Ebene: Es geht um grausame Experimente, die Deutsche während des Ersten Weltkriegs an Kriegsgefangenen durchführten. Reilly führte damals die Einheit an, die die Überlebenden dieses Horrors befreite.
Als Silvermane von den Ex-Soldaten mit Superkräften erfährt, rekrutiert er sie für seine Zwecke. So wird er zum unangefochtenen Herrscher über die Stadt. Nur einer kann ihn noch stoppen: The Spider. Reilly ziert sich allerdings lange, bis er endlich sein Kostüm wieder überstreift.

Viel Bogart und ein bisschen Bugs Bunny
Im zweiten Teil der Serie kämpfen die Superhelden im typischen Chiaroscuro des Film noir. Das wirkt befremdend und braucht etwas Eingewöhnung. Aber die Figuren haben sowieso wenig gemeinsam mit den Marvelhelden und -bösewichten, die wir kennen.
Gerade deshalb funktioniert der Spinnenheld in dieser Vergangenheit. Und nicht zuletzt dank Nicolas Cage, der seine Rolle so interpretierte: «Reilly ist 70 Prozent Humphrey Bogart und 30 Prozent Bugs Bunny.» Diese Mischung aus Film-Nostalgie und Cartoon-Slapstick bringt er brillant auf den Punkt.
Besetzung: Nicolas Cage | Lamorne Harris | Li Jun Li | Karen Rodriguez | Jack Huston | Abraham Popoola | Brendan Gleeson | Michael Kostroff | Andrew Lewis Caldwell | Lukas Haas | Amanda Schull | Amy Aquino | Andrew Robinson
Serie entwickelt von: Orien Uziel
Genre: Superhelden | Action | Historie
USA, 2026











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