Margo’s Got Money Troubles (Staffel 1) – Die Stars überzeugen, die Story weniger

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Poster der Apple TV Serie «Margo's Got Money Troubles» zeigt eine Familie auf einem Sofa: Ein bärtiger Mann mit Baby, eine junge Frau in pinkem Outfit am Boden und eine blonde Frau rechts. Der Titel ist in grüner Schrift prominent dargestellt.
3 von 5 Sternen

Apple TV (1 Staffel, 8 Episoden à 40 Min.)

Margo (Elle Fanning, bekannt aus «The Great» und Schwester von Dakota Fanning) hat – der Titel verrät es – Geldprobleme. Daran ist sie selber schuld.

Sie lässt sich von ihrem Professor einwickeln, der ihr angeblich gewaltiges literarisches Talent lobt, aber selbstverständlich andere Absichten hegt. Trotz der eindringlichen Warnung ihrer besten Freundin, sich nicht auf ihn einzulassen, beginnt Margo eine Affäre mit ihm. Die Folge: Margo wird schwanger.

Ein Mann im dunklen Anzug berührt tröstend die Schulter einer blonden Frau in gelber Jacke, die auf einem Stuhl sitzt. Die Szene spielt in einem Büro mit Bücherregalen, gerahmten Bildern an der Wand und einem Schreibtisch mit Bücherstapeln.
Mark (Michael Angarano) verspricht Margo (Elle Fanning), sie zu unterstützen, solange sie die richtige Entscheidung trifft und die Schwangerschaft beendet. © Apple TV

Sie will das Kind behalten, weshalb sich der Professor verabschiedet und Margos Mutter Shyanne (Michelle Pfeiffer) ihr eine Standpauke hält, dass sie damit ihre Zukunft aufs Spiel setzt.

Beruf und Familie unter einem Dach dank OnlyFans

Shyanne, einst Bedienung in einem Hooters-Restaurant, taugt zwar nicht als moralische Instanz, spricht aber aus Erfahrung. Margo ist das Resultat eines One-Night-Stands mit einem Wrestler. Shyanne musste sie grösstenteils alleine grossziehen und war damit ziemlich überfordert.

Margo findet jedoch einen Weg, für sich und ihren Sohn Bodhi zu sorgen. Ihr neuer Job bringt gutes Geld, ist zeitlich flexibel und lässt sich im Homeoffice erledigen: Sie postet freizügige Bilder von sich auf OnlyFans.

Eine grünhäutige Frau mit rötlichen Haaren kniet vor einem Kino mit «World Premiere»-Schriftzug. Sie trägt ein schwarzes Outfit und hält einen Gegenstand in der Hand. Im Hintergrund funkelt ein Sternenhimmel über der nächtlichen Stadtszene.
Margo nutzt ihre Kreativität, um auf OnlyFans Geschichten zu erzählen, anstatt nur Nacktbilder zu posten. © Apple TV

Sehr praktisch, aber wiederum mit Blick auf ihre persönliche und berufliche Zukunft vielleicht nicht die beste Entscheidung. Ihre Mutter ist erneut entsetzt. Auch ihr Vater Jinx (Nick Offerman), der mittlerweile aufgetaucht ist, ist wenig begeistert.

Zu wenig Komödie, zu viel Drama

«Margo’s Got Money Troubles» verhandelt die Probleme einer jungen alleinerziehenden Mutter mit einer dysfunktionalen Familie leichtfüssig, aber nicht oberflächlich. Ein Markenzeichen des fleissigen Serienmachers David E. Kelley (u.a. «Big Little Lies», «Goliath» und «The Lincoln Lawyer»), der seinem Publikum gerne eine Welt präsentiert, in der es aus jeder schwierigen Situation einen hoffnungsvollen Ausweg gibt.

Das ist aber nicht die Schwäche der Serie. Sie versäumt es, ihren skurrilen Figuren wirklich Raum zu geben und sich für die humoristische Seite der Geschichte zu entscheiden. Kaum schlägt sie diesen Weg ein, flattert etwa eine Vorladung rein, die die Story zu einem Familiendrama vor Gericht macht, wie man es schon dutzendfach gesehen hat.

Ein Mann in beigem Strickpullover und eine Frau in grünem Schal und geblümter Bluse sitzen nebeneinander auf einer Kirchenbank. Beide schauen zur Seite und lächeln leicht. Im Hintergrund sind hölzerne Kirchenbänke und Kreuze an der Wand zu sehen.
Shyanne (Michelle Pfeiffer) und Kenny (Greg Kinnear) planen ihre Hochzeit. Allerdings nicht in einer Kirche, wie es zu dem Pastor passen würde, sondern in Las Vegas. © Apple TV

Die Gratwanderung zwischen Komödie und Drama gelingt «Margo’s Got Money Troubles» nicht überzeugend. Viele Szenen unterhalten zwar gut – etwa wenn Shyanne einen konservativen Pastor (Greg Kinnear) heiratet, der sich als grosser Elvis-Fan keinen schöneren Ort dafür denken kann als Las Vegas.

Die Stars retten das Drehbuch

Doch wenn Mutter-Tochter- oder Vater-Tochter-Probleme verhandelt werden, bricht eine Realität durch, die einerseits banal, andererseits konstruiert wirkt. Jinx ist nicht nur der abwesende Vater, der nach Jahren doch noch eine Beziehung zu seiner Tochter sucht.

Er wurde wegen seiner Wrestling-Verletzungen auch zum Drogenabhängigen, der gerade im Entzug war, als sein Enkel zur Welt kam. Das eignet sich zwar als Storyplot, um Margos Leben noch komplizierter zu machen, ist aber ein Tick zu viel des Guten.

Bärtiger Mann sitzt auf beigem Sofa und hält Baby in buntem Strampler mit Dinosaurier-Motiven. Neben ihnen liegt ein grauer Plüschteddy. Im Hintergrund sind Küchenregale und ein Fenster mit Jalousien zu sehen. Gemütliche Wohnzimmerszene.
Jinx (Nick Offerman) wäre der geeignete Grossvater und Babysitter. Wenn ihm da nicht seine Vergangenheit einen Strich durch die Rechnung machen würde. © Apple TV

Dennoch wirken die Figuren nie unglaubwürdig. Fanning, Pfeiffer, Offerman, Kinnear oder auch Nicole Kidman in einer Nebenrolle machen die Schwächen des Drehbuchs vielfach wieder wett. Mit einer weniger hochkarätigen Besetzung würde man möglicherweise nicht bis zum – vorläufigen – Schluss der Serie dabei bleiben. So aber bin ich versucht, bei der angekündigten zweiten Staffel doch wieder einzuschalten.

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Besetzung: Elle Fanning | Michelle Pfeiffer | Nick Offerman | Greg Kinnear | Thaddea Graham | Michael Angarano | Marcia Gay Harden | Nicole Kidman | Rico Nasty | Lindsey Normington
Serie entwickelt von: David E. Kelley
Genre: Drama | Komödie
USA, 2026

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