La Linea della Palma (Staffel 1) – Auf den tödlichen Spuren eines Meisterwerks

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Filmplakat für «La Linea della Palma - Das Caravaggio-Komplott» von Play Suisse. Zeigt vier Personen in geometrisch angeordneten Dreiecken: einen jungen dunkelhäutigen Mann, eine Frau mit roten Lippen, eine blonde ältere Frau und einen Mann mit Brille. Im Hintergrund sind Flugzeug und Landschaft sichtbar.
4 von 5 Sternen

Play Suisse (1 Staffel, 6 Episoden à 45 Min.)

1969 wurde das Gemälde «Natività con i santi Lorenzo e Francesco d’Assisi» von Caravaggio aus einer Kirche in Palermo gestohlen. Das Gemälde ist seither verschwunden. Eine Hypothese über den Verbleib des Kunstwerks besagt, dass es in die Schweiz geschmuggelt wurde.

Finden die Diebe die Gnade Gottes?

So weit die wahren Begebenheiten, auf denen «La Linea della Palma» (dt. «Das Caravaggio-Komplott») beruht. Die weitere Geschichte, die die Serie erzählt, ist erfunden. Das beginnt schon damit, dass sich die Diebe bekreuzigen, bevor sie das Gemälde stehlen.

Ein Mann in dunkler Kleidung steht in einem Atelier und betrachtet ein grosses Gemälde mit mehreren Figuren. Der Raum ist von blauem Licht durchflutet, Leinwände und Malutensilien sind im Hintergrund sichtbar. Die Szene wirkt geheimnisvoll und künstlerisch.
Nicht belegt, aber auch nicht unmöglich, dass Caravaggios «Natività» den Weg nach Lugano fand. © SRF/RSI/Hugofilm

Der Mafiaboss, dem sie das Gemälde übergeben, lässt sie erschiessen, um Spuren zu verwischen. Die Frage bleibt ungeklärt, ob den Dieben die ehrfürchtige Geste etwas nützte, als sie ihrem Schöpfer gegenübertraten.

Die Leiche im Luganersee

Ebenso unklar bleibt lange, wie die Geschichte der Journalistin Anna Romano (Gaia Messerklinger), die in der Gegenwart spielt, mit dem Gemälde verknüpft ist. Anna reist von Mailand nach Lugano, wo sie mit ihrer Mutter Caterina (Sandra Ceccarelli) und ihrem Bruder Francesco (Luca Filippi) der Bergung eines Autos aus dem Luganersee beiwohnt.

Eine Frau in einem beigen Mantel steht auf einem gepflasterten Platz und schaut auf ihr Smartphone. Im Hintergrund sind historische Gebäude mit klassischer Architektur und eine Kirche mit Glockenturm zu sehen.
Anna (Gaia Messerklinger) kehrt in ihre Heimat zurück, um das Schicksal ihres Vaters aufzuklären. © SRF/RSI/Hugofilm

Mutmasslich handelt es sich bei der Leiche, die sich im Auto befindet, um Annas Vater, der vor 30 Jahren verschwunden ist, als sie noch ein Kind war. Ihre Mutter und der Bruder akzeptieren die traurige Gewissheit seines Todes.

Anna jedoch will wissen, wie er starb. Sie hat nie verwunden, dass ihr Vater sie verliess, und gibt seinem Verschwinden auch die Schuld an der Drogensucht ihres Bruders.

Der Vater, der Caravaggio und die High-Society

Bei ihren Nachforschungen entdeckt sie in den Unterlagen ihres Vaters Fotos des gestohlenen Caravaggio. Es scheint, als habe ihr Vater, selber Kunstmaler und -experte, für einen ortsansässigen Kunsthändler das Bild auf seine Echtheit überprüft.

Polizist Andrea Cavadini (Alberto Malanchino) ist anfänglich skeptisch, als Anna ihm ihre Entdeckungen unterbreitet, die nicht nur den Kunsthändler, sondern auch einen Privatbankier und eine Adlige mit dem Caravaggio und dem Tod ihres Vaters in Verbindung bringen.

Zwei Personen in einem modernen Bürogebäude: Ein Mann in hellgrauem Hemd hält Dokumente und spricht mit einer Frau in beigem Blazer. Sie stehen in einem hellen Korridor mit Glaswänden und führen ein Gespräch.
Andrea (Alberto Malanchino) mag nicht glauben, welchen Machenschaften Anna auf die Spur gekommen ist. © SRF/RSI/Hugofilm

Doch immer mehr spricht dafür, dass sie recht hat. Und dass die Mafia ihre Hand im Spiel hat. Das macht den Fall für alle Beteiligten lebensgefährlich.

Gelungener Thriller mit viel Lokalkolorit

Regisseur Fulvio Bernasconi bewies schon mit der RTS-Serie «Quartier des Banques» (ebenfalls auf Play Suisse) sein Talent für Thriller im schweizerischen Lokalkolorit. Mit «La Linea della Palma» gelingt ihm das erneut.

Ein paar Plot-Schwächen kann man grosszügig übersehen. Eine forsche Investigativjournalistin als Hauptfigur ist klischeehaft und etwas einfallslos.

Eine ältere Frau mit blonden, nach hinten frisierten Haaren blickt nachdenklich zur Seite. Sie trägt ein schwarzes Oberteil mit hohem Kragen und Perlenohrringe. Die Beleuchtung ist dramatisch und schafft eine ernste, intensive Atmosphäre.
Die Herzogin (Esther Gemsch), eine langjährige Freundin von Annas Familie, weiss mehr über den Caravaggio, als sie zugibt. © SRF/RSI/Hugofilm

Alfred Hitchcock liess Durchschnittsbürger:innen in aussergewöhnliche Situationen geraten und über sich hinauswachsen. Da würde man auch anderes eher verzeihen wie Annas Affäre mit dem Polizisten – höchst unprofessionell für beide Berufsgruppen.

Wo die Fiktion zum Fakt wird

Gewitzt ist dafür wieder die Wahl des Titels, die aber erst mit der Erläuterung Sinn ergibt: «Die Palmenlinie» bezieht sich auf die zunehmende Verbreitung der Palmen in nördlichen Gefilden.

Ebenso, bemerkte der Schriftsteller Leonardo Sciascia schon 1963, wie sich auch die Mafia immer mehr im Norden ausbreitet. Anders als der verschwundene Caravaggio, der in Lugano auftaucht, ist das keine Fiktion.

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Besetzung: Gaia Messerklinger | Luca Filippi | Sandra Ceccarelli | Alberto Boubakar Malanchino | Michele Venitucci | Esther Gemsch | Fabrizio Ferracane | Bebo Storti | Daniele Profeta
Serie entwickelt von: Mattia Lento | Thomas Ritter | Maria Roselli
Genre: Thriller | Drama
CH, 2025

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