A Spy
Among Friends
 

Mini-Serie, Sky Show
4 von 5 Sternen
**Alt-Text:**Serienposter «A Spy Among Friends»: Zwei Männer in dunklen Nadelstreifenanzügen vor rotem Hintergrund. Der Mann links trägt eine Brille und lächelt leicht, der Mann rechts blickt ernst.

Nichts geht über britische Spione: für Action James Bond, für Intrigen George Smiley, für Sarkasmus Jackson Lamb. Ihre Vorbilder finden sich bei Donald Maclean, Guy Burgess und Kim Philby, die zu den berüchtigten «Cambridge Five» gehörten und im Kalten Krieg KGB-Spione waren.

«A Spy Among Friends» basiert auf Ben Macintyres gleichnamigem Buch und fokussiert auf Kim Philby. 1963 reist sein Freund Nicholas Elliott nach Beirut, um ihm Immunität und die Rückkehr nach England anzubieten – im Austausch gegen ein Geständnis. Philby entscheidet sich jedoch für die Flucht nach Moskau.

Zurück in London wird Elliott vom MI5 verhört. Lily Thomas soll klären, ob er Philby zur Flucht verhalf. Die abgehörten Gespräche enthüllen ihre Freundschaft. Rückblenden zeigen ihre gemeinsame Vergangenheit im «boys’ club» der britischen Upper Class.

Die Serie ist ein klassischer Spionagethriller: Niemand traut dem anderen, lange bleibt unklar, wer welche Agenda verfolgt. Besonders stark sind die Dialoge, in den die britische Klassen- und Machtstrukturen seziert wird. Philbys Verrat kostete Hunderte Menschen das Leben. Doch ebenso skandalös ist für seine Kollegen, dass er die Regeln ihrer elitären Welt brach.

«A Spy Among Friends» verbindet Spionagethriller und Charakterdrama zu einem dichten Porträt über Verrat, Loyalität und Selbsttäuschung. Das hervorragende Darsteller-Trio Damian Lewis, Anna Maxwell Martin und Guy Pearce macht aus dem Fall Philby eine faszinierend menschliche Spionagegeschichte.

Life, Larry and
the Pursuit
of Unhappiness

Mini-Serie, HBO Max
2 von 5 Sternen
**Alt-Text:**Poster der HBO-Serie «Life, Larry and the Pursuit of Unhappiness». Ein älterer Mann, der George Washington verkörpert, in blau-goldener Uniform der Kontinentalarmee hält eine Axt neben einem gefällten Baum. Tagline: «He can tell a lie.»

Die USA feiern 250 Jahre Unabhängigkeit – ein idealer Anlass für eine bissige Satire auf die eigene Geschichte. Genau das will «Life, Larry and the Pursuit of Unhappiness» sein. Doch ausgerechnet Larry David, der mit «Seinfeld» und «Curb Your Enthusiasm» Fernsehgeschichte schrieb, scheitert.

David reist als nörgelnder Besserwisser durch entscheidende Momente der US-Geschichte und mischt sich unter historische Figuren. Die Sketche greifen Themen auf wie die Unabhängigkeitserklärung, die Bürgerrechtsbewegung, die Grosse Depression und ranken um Figuren wie George Washington, die Wright-Brüder oder Joseph McCarthy. Doch die Gags wirken meist vorhersehbar, ziehen sich in die Länge und enden selten mit einer starken Pointe. Statt scharfem Sarkasmus oder neuen Perspektiven bleibt oft nur Fremdschämen.

Wehmütig erinnert man sich an Philomena Cunk. In «Cunk on Britain» und «Cunk on Earth» entlarvt sie historische Mythen mit respektlosem, treffsicherem Humor und absurd klugen Fragen. Genau diese Mischung aus Witz und Erkenntnis fehlt Larry David. Seine Zeitreise durch die US-Geschichte bleibt erstaunlich unlustig.

Immerhin überzeugt das hochkarätige Ensemble – und das Intro von Barack Obama: Mit viel Pathos preist er die Ideale der USA, bevor er den Ton überraschend ins Komische kippen lässt. Man sehnt sich nach der Zeit zurück, als Politiker im Weissen Haus sassen, die ihr Amt verstanden – und manchmal auch für Unterhaltung sorgten.

Ride or Die
 
 

Staffel 1, Prime Video
5 von 5 Sternen
Poster der Amazon-Prime-Serie «Ride or Die»: Zwei Frauen in einem roten Cabrio – eine hält eine Pistole, eine andere das Steuer. Die Windschutzscheibe ist von Einschusslöchern durchsiebt. Slogan: «Some Friendships Are Bulletproof».

Judith Butler ist nicht zum Vergnügen in den österreichischen Alpen. Sie soll einen Mann namens Oleg töten. Doch statt ihn mit dem Scharfschützengewehr zu erschiessen, mischt sie sich unter die Après-Ski-Gäste und ersticht ihn. Es folgt eine spektakuläre Verfolgungsjagd auf Skiern, die nicht zufällig an die Eröffnungssequenz des Bond-Klassikers «The Spy Who Loved Me» erinnert.

Hannah Waddingham zeigt von Beginn an, dass sie Action beherrscht. Doch «Ride or Die» ist auch eine Serie über beste Freundinnen. Judith ist seit 20 Jahren eng mit Debbie befreundet, die nichts von ihrem Doppelleben als Auftragskillerin einer privaten Geheimorganisation weiss.

Als Debbies Ehemann einen albanischen Mafiaboss betrügt, gerät auch Debbie ins Visier der Gangster. Judith muss ihre Tarnung aufgeben und Debbie auf einer Flucht quer durch Europa beschützen. Dabei wird auch Judith von einem rachsüchtigen Schatten aus ihrer Vergangenheit verfolgt.

«Ride or Die» lebt von der Dynamik zwischen Hannah Waddingham und Octavia Spencer. Daneben verblassen alle anderen Figuren, auch wenn etwa Bill Nighy als britisch-unterkühlter Chef der Geheimorganisation durchaus amüsiert.

Waddingham und Spencer beweisen: Humorvolle Buddy-Action funktioniert perfekt mit Frauen. Besonders, wenn es sich um «W.O.A.C.A.» handelt, wie Judith despektierlich bezeichnet wird: als «woman of a certain age». Von diesen beiden Frauen «im gewissen Alter» sehen wir gerne mehr.


In Kürze

**Alt-Text:**Poster für die Serie «Matlock» (Sky Show): Zwei Frauen in blauen Anzügen lugen von beiden Seiten hinter einer Milchglasscheibe hervor und blicken direkt in die Kamera.
3 von 5 Sternen

Matlock (Staffel 2, Sky Show)

Madleine «Matty» Kingston, die unter dem falschen Namen Matlock in einer Anwaltskanzlei arbeitet, sucht immer noch nach Beweisen, dass der oberste Boss der Kanzlei eine Studie zur Gefährlichkeit von Opioiden verschwinden liess. An ihrer Seite steht die Anwältin Olympia, ehemalige Schwiegertochter des Chefs. Daneben vertreten die beiden mit einem Team Klient:innen vor Gericht. Die Mischung von Gerichtsfällen und Mattys Mission funktioniert wiederum gut. Allerdings schlägt der Hauptplot mehr Haken als eine Hase auf der Flucht, um den Bogen über die ganzen 16 Episoden zu ziehen. Das wirkt auf die Dauer ermüdend. Einige Nebenfiguren und ihre Geschichten sorgen für etwas Ablenkung. «Matlock» bleibt unterhaltsam, hat aber von seinem Glanz eingebüsst.

Serienposter «Rivals» (Hulu/Disney+): Fünf elegant gekleidete Personen vor einem herrschaftlichen Anwesen. Eine Frau liegt auf einem Bett im Freien, umgeben von Champagner. Dramatische Abendstimmung.
5 von 5 Sternen

Rivals (Staffel 2, Disney+)

Eigentlich ist es zu früh, die zweite Staffel von «Rivals» zu besprechen. Disney splittet die Staffel in zwei Teile, sechs Episoden jetzt, sechs folgen erst im November. Das verärgert die Fans. Denn die Affären, Liebschaften, zerbröckelnden Ehen sind erneut unglaublich amüsant. Man bekommt nicht genug von den unglücklichen Romanzen, einer zarten ersten Liebe, triebgesteuerten Seitensprüngen und schwülstigen Bettszenen. Dass das Ganze nicht ins Peinliche abrutscht, liegt am satirischen Unterton – und an David Tennant. Er brilliert wieder in seiner Rolle als machtbesessener Bösewicht mit der dicken Zigarre im Mund. Doch dieses Mal vergeht ihm sein fieses Lächeln, als Unheil seine Familie heimsucht. Ich kann es kaum erwarten, bis es November wird mit kühleren Temperaturen, dafür heizt «Rivals» ein mit Intrigen und lustvollem Sex.

Poster der Apple- TV-Serie «Criminal Record». Zeigt zwei Personen in Polizeiuniformen vor einem unscharfen städtischen Hintergrund. Links ein Mann mit grauem Haar, rechts eine Frau mit kurzen dunklen Haaren.
4 von 5 Sternen

Criminal Record (Staffel 2, Apple TV)

Die Wege von DI June Lenker (Cush Jumbo) und DCI Dan Hegarty (Peter Capaldi) kreuzen sich erneut. Bei einer Kundgebung von Muslimen wird ein Jugendlicher von einem Vermummten getötet, der zu einer Gruppe von rassistischen Nationalisten gehört. Als Lenker und Hegarty ein Mitglied der Gruppe identifizieren, beginnen sie, gemeinsam zu ermitteln, allerdings mit unterschiedlichen Zielen. Lenker will den Mörder fassen, Hegarty die Gruppe infiltrieren, die mutmasslich Bombenanschläge plant. Wie schon zuvor ist die Zusammenarbeit geprägt von Misstrauen. Zurecht: Hegarty weiht seine Partnerin nicht in alle Details seiner Pläne ein. Spannender Krimi mit einem genial widerlichen Dustin Demri-Burns als Gegenspieler von Lenker und Hegarty.


Auf der Watchlist

**Alt-Text:** Poster der Apple-TV-Serie «Sugar»: Ein Mann im dunklen Anzug und Sonnenbrille lehnt an einem Cabriolet vor einem Stadtpanorama. Im Vordergrund leuchtet der Serientitel «Sugar» in roter Neonschrift.

Sugar (Staffel 2, Apple TV)

**Alt-Text:**Poster der HBO-Serie «House of the Dragon»: Eine Frau mit weissen Haaren und goldener Krone sitzt auf dem Eisernen Thron, gekleidet in Kettenrüstung und Umhang. Im Hintergrund lodert Feuer.

House of the Dragon (Staffel 3, HBO Max)

**Alt-Text:** Poster für «Star Trek: Strange New Worlds» auf Paramount+. Neun Personen in Starfleet-Uniformen stehen auf einem Felsen vor einem blauen Nebel. Darüber schwebt das Raumschiff Enterprise.

Star Trek: Strange New Worlds (Staffel 4, Paramount+)


Serien-Top-Ten

1️⃣Poster der Amazon-Prime-Serie «Ride or Die»: Zwei Frauen in einem roten Cabrio – eine hält eine Pistole, eine andere das Steuer. Die Windschutzscheibe ist von Einschusslöchern durchsiebt. Slogan: «Some Friendships Are Bulletproof».Ride or Die
Actionkomödie
Prime Video
2️⃣Serienposter «Rivals» (Hulu/Disney+): Fünf elegant gekleidete Personen vor einem herrschaftlichen Anwesen. Eine Frau liegt auf einem Bett im Freien, umgeben von Champagner. Dramatische Abendstimmung.Rivals (Staffel 2)
Drama/Satire,
Disney+
3️⃣Keyvisual der Apple-TV-Serie «Star City»: Ein Gesicht einer Person, teils verdeckt durch ein rot-weisses geometrisches Element, vor schwarzem Hintergrund. Rechts das Apple-TV-Logo und der Serientitel.Star City
Sci-Fi-Drama,
Apple TV
4️⃣Poster für die Prime Video Serie «Spider-Noir» mit Nicolas Cage. Zeigt einen Mann in schwarzem Mantel und Hut auf einer regnerischen Stadtstrasse der 1930er Jahre. Sein Spiegelbild ist in einer Pfütze sichtbar.Spider-Noir
Retro-Superhelden-
Krimi, Prime Video
5️⃣Poster der Serie «A Spy Among Friends»: Zwei Männer in Anzügen vor rotem Hintergrund mit Londoner Skyline. Links ein Mann mit Brille, rechts ein weiterer im Profil. In der Mitte der Serientitel.A Spy Among Friends
Spionagethriller,
Sky Show
6️⃣Poster der Apple-TV+-Serie «Maximum Pleasure Guaranteed». Eine Frau mit aufgerissenem Mund und weit geöffneten Augen blickt erschrocken in die Kamera. Hintergrund in Pink.Maximum Pleasure
Guaranteed

Mysterykomödie,
Apple TV
7️⃣Poster für die Serie «Dutton Ranch» zeigt die Gesichtshälften eines bärtigen Mannes mit Cowboyhut und einer blonden Frau, die sich zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Dazwischen steht der Serientitel und das Paramount Network-Logo.Dutton Ranch
Western, Paramount+
8️⃣Poster der Serie «The Bear» auf Disney+. Eine Collage zeigt mehrere Personen, darunter Köchinnen und Köche in weissen Kitteln. Im Vordergrund ein Männerprofil, daneben eine Frau mit blauem Haarband.The Bear (Staffel 5)
Dramedy, Disney+
9️⃣Serienposter «The Hack» (arte): zwei ernste Männer in Schwarz-Weiss, umrahmt von Zeitungsausschnitten mit Schlagzeilen zu Telefonhacking. Unten zwei Figuren von hinten, dazu Autos in Vogelperspektive.The Hack
True-Crime, arte
🔟Poster für die Apple-TV-Serie «Widow's Bay» mit Matthew Rhys. Zeigt mehrere Charaktere vor dramatischem Himmel, darunter einen Mann im Vordergrund, eine Frau, einen bärtigen Mann und weitere Personen. Im Hintergrund sind ein Leuchtturm, Häuser und ein Boot zu sehen.Widow’s Bay
Horrorkomödie,
Apple TV

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**Alt-Text:**Drei Tablet-Bildschirme zeigen verschiedene Streaming-Genres: eine Frau bei Sonnenuntergang, eine Person in einer nächtlichen Neonstadt und ein einsames Haus im Wald. Popcorn und Play-Buttons umrahmen die Szene.

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