Bridgerton (Staffel 4) – Aschenputtel goes Hochglanz-Trash

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Romantisches Filmplakat zeigt ein Paar in historischen Kostümen beim Tanzen auf einem blumengeschmückten Balkon. Die Frau trägt eine weisse Spitzenmaske und ein Ballkleid, der Mann dunkle Kleidung. Text: «Bridgerton», «Unmask True Love», Netflix-Logo mit Ausstrahlungsdaten.
3 von 5 Sternen

Netflix (4 Staffeln, 32 Episoden à 45 Min.)

Aus der ersten Staffel bin ich entsetzt ausgestiegen. Die zweite habe ich übersprungen. Die dritte habe ich mir wieder angeschaut und die vierte jetzt durchgebingt. Ja, ich bin bekehrt. «Bridgerton» kann man sich antun.

Aber stellen wir eines vorab klar: Die Serie ist hochglanzinszenierter Trash. Tolle Bilder, triviale Story. Wie einfallslos ist es, wenn man für die neueste Romanze im Hause Bridgerton auf Grimms «Aschenputtel» zurückgreift?

Eine Frau in silbernem Ballkleid und Spitzenmaske tanzt mit einem Mann im schwarzen Anzug und Sonnenbrille auf einem eleganten Maskenball. Im Hintergrund tanzen weitere Gäste in Kostümen unter prächtigen Kronleuchtern in einem palastartigen Ballsaal.
Der Schicksalsmoment am Maskenball, als sich das Leben für Sophie (Yerin Ha) und Benedict (Luke Thompson) für immer verändert. © Netflix

Niemand soll behaupten, «Bridgerton» entwickle plötzlich Klassenbewusstsein. Dann müsste man «Downton Abbey» vergleichsweise als radikal marxistisch einstufen. Dort erzählte man von Anfang an Geschichten aus den Niederungen der Bediensteten.

Schmachten für ein Happy End

Aber eben: Man lässt sich willig ein auf die unmögliche Romanze von Benedict (Luke Thompson) und Sophie (Yerin Ha). Er, der Lebemann, der sich nicht binden will, bis ihn die wahre Liebe wie ein Blitz trifft. Sie, die geknechtete Bastardin, für die die Gesellschaft nur einen Platz kennt: ganz unten. Gibt es ein Happy End für die beiden?

Drei Frauen in opulenten Ballkleidern des 19. Jahrhunderts stehen in einem elegant eingerichteten Salon. Die linke trägt ein mintgrünes, die mittlere ein schwarzes und die rechte ein florales Kleid. Der Raum ist mit antiken Möbeln, Kerzen und schweren Vorhängen ausgestattet.
Die böse Stiefmutter (Katie Leung, Mitte), die Sophies Leben zur Hölle macht. © Netflix

Die Frage erübrigt sich. Wir reden schliesslich von «Bridgerton», wo die Liebe alle Grenzen überwindet. Nur den Tod nicht. Der schlägt zu, als sich jemand für ein Nickerchen hinlegt. Früher wurde kurz vor dem Ableben gehüstelt, hier künden Kopfschmerzen vom bevorstehenden Schicksals-, wahrscheinlich genauer: Hirnschlag.

Viel Beigemüse für acht Stunden Eskapismus

Natürlich spielen sich weitere Dramen und Romanzen im Hause der Bridgertons und am Hof von Queen Charlotte ab. Schliesslich braucht es Stoff, um die knapp acht Stunden Eskapismus auszufüllen.

Wenig davon ist aber mehr als nettes Beigemüse für die zentrale Frage: Wie finden Benedict und Sophie zusammen? So viel sei verraten: Man ist über den Schlusstwist tief befriedigt. Muss sein, ist ja schliesslich «Bridgerton».

Eine Frau in einem grün-floralen Kleid sitzt an einem eleganten Schreibtisch und schreibt mit einer Feder auf Papier. Auf dem Tisch stehen brennende Kerzen in einem goldenen Leuchter, Tintenfässer und weitere Schreibutensilien. Die Szene wirkt historisch und opulent eingerichtet.
Penelope Bridgerton (Nicola Coughlan) steht unter massivem Druck, seit die Welt weiss, dass sie die Obertratschtante Lady Whistledown ist. © Netflix

Weil der Serie langsam die ledigen Bridgertons ausgehen, wird sich die nächste Staffel vordringlich um eine andere Frage drehen. «Bridgerton» kehrt quasi zu den Anfängen zurück. Spannend wird das nicht, eher vorhersehbar wie immer – aber wen kümmert’s, solange Queen Charlotte ihre imposanten Perücken zur Schau stellt?

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Besetzung: Luke Thompson | Yerin Ha | Nicola Coughlan | Ruth Gemmell | Florence Hunt | Claudia Jessie | Julie Andrews | Adjoa Andoh | Luke Newton | Golda Rosheuvel | Polly Walker | Emma Naomi | Katie Leung
Serie entwickelt von: Shonda Rhimes | Chris Van Dusen
Genre: Romanze | Drama | Historie
USA, 2026

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