

BBC (VPN)/Disney+ (angekündigt für 2026) (Mini-Serie, 5 Episoden à 50 Min.)
Stell dir vor, die Meeresbewohner:innen lassen eines Tages den Müll, den wir Tag für Tag in die Ozeane kippen, über unsere Städte regnen. Das wäre eine gerechte Strafe für all die Umweltsünden, die die Menschheit seit Jahrhunderten begeht.
Im «Doctor Who»-Spin-off «The War Between the Land and the Sea» wird dieses Szenario Wirklichkeit. Der «Homo Aqua» (früher bekannt im Whoniverse als «Sea Devils»), der lange vor dem Homo sapiens die Ozeane bewohnte, erwacht nach Jahrtausenden aus den Tiefen und fordert die Menschen auf, die Zerstörung ihrer Lebenswelt sofort zu stoppen.

Umwelt retten, ja – so in 20, 30 Jahren
Erstaunlicherweise zeigen sich die Regierungen der Welt bereit, auf die Forderungen einzugehen. Man brauche nur etwas Zeit. 20 bis 30 Jahre dauere es halt schon, bis alle notwendigen Massnahmen umgesetzt werden können. Für die Wassermenschen ist das inakzeptabel. Sie greifen zu drastischen Mitteln, um den Menschen vor Augen zu führen, wie katastrophal die Situation ist.
An dieser Stelle bedauert man es, dass sich die Klimajugend nur mit Klebeaktionen auf der Strasse für ihr Anliegen einsetzte. Hätten sie auch zu so radikalen Massnahmen greifen können wie der Homo Aqua, wären wir heute in Sachen Klimakrise und Umweltschutz vielleicht einen Schritt weiter.

Tödliche Profitgier
Das Öko-Drama in «The War Between the Land and the Sea» gehört zu den gelungenen Erzählsträngen. Ebenso die Intrigen, die Wirtschaftsbosse und Regierungschefs mithilfe des Militärs im Hintergrund planen. Sie wollen ihre öffentlichen Versprechen nicht wirklich einlösen, um weiterhin ihrer unersättlichen Profitgier frönen zu können.
Dabei zögern sie nicht, jene ins Visier zu nehmen, die sich für eine gerechte Lösung des Konflikts einsetzen: UNIT. Die Unified Intelligence Taskforce unter der Leitung von Kate Lethbridge-Stewart (Jemma Redgrave), die man aus der «Doctor Who»-Reihe kennt. Sie entgeht knapp einem Attentat, bei dem einer ihrer Mitarbeiter stirbt.

Ein Niemand muss die Menschheit retten
Auch der dritte Erzählstrang beginnt vielversprechend. Barclay Pierre-Dupont (Russell Tovey) wird zufällig in den globalen Konflikt verwickelt. Eigentlich kümmert er sich bei UNIT nur um Logistik, organisiert Transporte oder bestellt Taxis für die Agent:innen.
Doch weil er aus unerfindlichen Gründen als Ersatzagent gelistet ist, muss er in der Nacht ausrücken, als die ersten Wassermenschen auftauchen. So wird er Teil der Delegation, die mit den Vertreter:innen der Homo Aqua verhandeln.
Diese werden von Salt (Gugu Mbatha-Raw) angeführt. Beim ersten Treffen lehnt sie den Botschafter ab, der die Menschheit repräsentieren soll. Stattdessen will sie nur mit Barclay verhandeln, weil der als Einziger im Raum Empathie zeigt.

Unerträglich pathetische Romanze
Damit hat sie zwar recht. Barclay verfolgt keine versteckte Agenda, sondern folgt seinem Gewissen. Er ist aber auch heillos überfordert mit seiner Aufgabe, trotz der Unterstützung, die er von UNIT erhält.
Was dann folgt, ist der grosse Fehlgriff, den sich Serienmacher Russel T. Davies leistet. Barclay und Salt verstehen sich immer besser, bis sich daraus eine Romanze entwickelt. Alles wäre halb so schlimm, wäre da nicht die pathetische Schlusssequenz. Die Serie stürzt beinahe wortwörtlich in den Abgrund des Meeres.
Schade, eine Geschichte aus dem Whoniverse ohne den Doctor war einen Versuch wert. Doch letztlich zeigt «The War Between the Land and the Sea», dass das Whoniverse ohne den spitzbübischen Humor des Timelords schlecht funktioniert.
Besetzung: Russell Tovey | Gugu Mbatha-Raw | Jemma Redgrave | Ruth Madeley | Cat Gannon | Ann Akinjirin | Alexander Devrient | Barbara Probst | George Robinson | Vincent Franklin | Stewart Alexander
Serie entwickelt von: Russell T. Davies
Genre: Science-Fiction | Thriller | Drama
GB, 2025











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