

HBO Max (1 Staffel, 6 Episoden à 35 Min.)
Westeros ist gerettet! Nach den enttäuschenden letzten Staffeln von «Game of Thrones (GoT)» und dem mässigen Spin-off «House of the Dragon» überzeugt endlich wieder eine Geschichte aus den sieben Königreichen.
Erneut holen die Unterprivilegierten die Kohlen aus dem Feuer und hauchen der Franchise dringend benötigtes neues Leben ein. Das war schon in «Andor» so.
Die glanzlosen Retter
Jene Serie aus dem Star-Wars-Universum, in der nicht Jedi virtuos ihre Lichtschwerter schwingen. Stattdessen kämpfen einfache Rebellen gegen die übermächtigen Schurken des Imperiums. Sie riskieren ihr Leben in einer grauen, glanzlosen Welt.
Auch Dunk (Peter Claffey) gehört nicht zu einem der aristokratischen Clans, die um die Vorherrschaft in Westeros kämpfen. Er wächst, wie wir erst relativ spät in Rückblenden sehen, als Waisenkind in den schmutzigen Gassen von King’s Landing auf.

Dort rettet ihn Ser Arlan of Pennytree (Danny Webb) vor dem sicheren Tod, als Dunk sich mit einer Stadtwache streitet. Ser Arlan, ein einfacher Ritter, der sein Geld mit Turnieren verdient oder sich als Söldner durchschlägt, nimmt ihn als Knappen mit.
Der falsche Ritter und sein glatzköpfiger Knappe
Zu Beginn der Serie stirbt Ser Arlan. Dunk beschliesst, in seine Fussstapfen zu treten und gibt sich von nun als Ritter aus: Ser Duncan the Tall. Sein erstes Ziel ist die Stadt Ashford, wo er an einem Turnier teilnehmen will, um zu Geld zu kommen.
Unterwegs trifft er in einer Gaststätte einen kahlköpfigen Jungen, den er für den Stallburschen hält. Egg (Dexter Sol Ansell), so nennt sich der Junge, will Dunk als Knappe dienen, doch der lehnt ab. Egg bleibt hartnäckig und folgt Dunk nach Ashford, bis dieser schliesslich einwilligt.

Zwischen den beiden entwickelt sich eine berührende Freundschaft, die man so bisher nicht gekannt hat im «GoT»-Universum. Beide passen nicht in die Welt der grobschlächtigen und trinkfreudigen Ritter. Dunk, weil er, etwas naiv, an den ritterlichen Ethos von Ehre und Schutz der Schwachen glaubt. Und Egg, weil er kein Stallbursche ist, sondern aus noblem Hause stammt.
König Artus statt Machiavelli
In den «Tales of Dunk and Egg», die als Vorlage für «A Knight of the Seven Kingdoms» dienen, wendet sich Autor George R.R. Martin von der machiavellistischen Fantasywelt ab, die «GoT» ausmacht. Stattdessen greift er auf die klassische Ritterliteratur und arthurianische Motive zurück.

Dunk erinnert an Parzival, einer der Ritter der Tafelrunde von König Artus. Parzival wandelt sich in Wolfram von Eschenbachs Versroman vom «tumben Toren» zum Hüter des Grals. Von Dunk kennen wir vorerst nur seine «tumbe» Seite, seine Naivität und Unerfahrenheit.
Wohin ihn der weitere Weg führt und welche Entwicklungen er durchmachen wird, ist nach der ersten Staffel völlig offen. Aber es dürfte wie bei Parzival eine beschwerliche Reise werden, auf der viele Abenteuer und Gefahren auf ihn und Egg warten und wir die beiden gespannt begleiten.
Besetzung: Peter Claffey | Dexter Sol Ansell | Daniel Ings | Shaun Thomas | Danny Webb | Finn Bennett | Bertie Carvel | Daniel Monks | Ross Anderson | Cara Harris | Tanzyn Crawford
Serie entwickelt von: George R.R. Martin | Ira Parker
Genre: Fantasy | Abenteuer | Drama
USA, 2026












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