A Knight of the
Seven Kingdoms
Staffel 1, HBO Max


Westeros ist gerettet! Nach den enttäuschenden letzten Staffeln von «Game of Thrones (GoT)» und dem mässigen Spin-off «House of the Dragon» überzeugt endlich wieder eine Geschichte aus den sieben Königreichen.
Wie schon in «Andor» im Star-Wars-Universum holen die Benachteiligten und Diskriminierten die Kohlen aus dem Feuer und hauchen der Franchise neues Leben ein.
Dunk wächst als Waisenkind in den schmutzigen Gassen von King’s Landing auf. Durch eine Fügung des Schicksals wird er Knappe eines einfachen Ritters. Als dieser stirbt, beschliesst Dunk, in seine Fussstapfen zu treten und gibt sich von nun als Ritter aus: Ser Duncan the Tall.
Er trifft auf einen kahlköpfigen Stallburschen, der unbedingt sein Knappe werden will. Nach einigem Hin und Her willigt Dunk ein. Zwischen den beiden entwickelt sich eine berührende Freundschaft, die neu ist für das «GoT»-Universum.
«A Knight of the Seven Kingdoms» wendet sich ab von der machiavellistischen Fantasywelt, die «GoT» beherrscht. Stattdessen greift die Serie auf die Ritterliteratur und arthurianische Motive zurück. Dunk erinnert nicht zufällig an Parzival, den «tumben Toren», der zum Gralskönig wird. Wohin Dunk der weitere Weg führt, ist nach der ersten Staffel völlig offen. Aber es lohnt sich, seine Reise weiter zu begleiten.
How to Get to
Heaven from Belfast
Staffel 1, Netflix


Mit «How to Get to Heaven from Belfast» legt Lisa McGee nach ihrem Comedy-Erfolg «Derry Girls» eine Serie vor, die tonal in eine andere Richtung geht – aber wiederum «very Irish» ist.
Statt Coming-of-Age-Humor liefert sie ein Mystery-Drama über drei Frauen, die von ihrer gemeinsamen Vergangenheit eingeholt werden. Das Ergebnis ist klug konstruiert, oft schrill inszeniert, aber auch überraschend düster.
Im Zentrum stehen Saoirse, Robyn und Dara. Die drei Enddreissigerinnen aus Belfast kennen sich seit ihrer Schulzeit. Sie fahren zur Beerdigung von Greta, die damals die Vierte im Bunde war. Doch ein traumatisches Ereignis führte vor 20 Jahren zum Bruch zwischen den Freundinnen.
Ihre Reise konfrontiert die drei nicht nur mit ihrer Vergangenheit, sondern bringt sie auf die Spur eines weiteren möglichen Verbrechens. Wurde Greta ermordet? Oder ist sie gar nicht tot? Aber wer ist dann die Leiche im Sarg?
Lisa McGee mixt Krimi und Komödie zu einem eigenwilligen Mystery-Drama, das sich wohltuend von durchschnittlichen Whodunit-Serien abhebt. Was ich ihr ausserdem hoch anrechne: Sie erzählt die Geschichte zu Ende und vertraut darauf, dass ihre Storyidee stark genug ist für eine zweite Staffel. Ich würde ihr dafür sofort grünes Licht geben.
Ponies
Staffel 1, Sky Show


Bea und Twila arbeiten Ende der 1970er-Jahre als Sekretärinnen in der US-amerikanischen Botschaft – und sie spionieren für die CIA. Ihre Rekrutierung verdanken sie zwei Eigenschaften: Als Witwen von CIA-Agenten kennen sie den Laden. Aber vor allem sind sie «Ponies» – Persons of No Interest. Will heissen: Sie sind für den KGB unsichtbar, da er Frauen keine Spionagetätigkeit zutraut.
Diesen Vorteil will Dane Walter, der CIA-Chef in Moskau, nutzen. Er sieht grosszügig darüber hinweg, dass Bea und Twila ansonsten keinerlei Fähigkeiten als Spioninnen mit sich bringen.
Der Charme von «Ponies» liegt im Retro-Ostblock-Look. Den grössten Unterhaltungswert schöpft die Serie aus den absurden Situationen, in die sich Bea und Twila durch ihr Unvermögen immer wieder manövrieren. Leider kann sich «Ponies» aber nicht entscheiden, ob die Serie Komödie oder Thriller sein will. Auf Dauer gelingt dieser Balanceakt nicht.
Wirklich unbefriedigend ist wieder einmal der Schluss. Das Drehbuch hätte Bea und Twila ihre Mission abschliessen lassen können, um sie in einer zweiten Staffel auf neue Abenteuer zu schicken.
Doch offensichtlich hatten die Macher:innen zu wenig Vertrauen in ihre Grundidee. Deshalb versuchen sie billig zu einer zweiten Staffel zu kommen und lassen die Geschichte mit einem Cliffhanger enden. Das ist immer ein schlechtes Zeichen.
Auf der Watchlist

The Artful Dodger (Staffel 1&2, Disney+)

The Night Agent (Staffel 3, Netflix)

Star Trek: Starfleet Academy (Staffel 1, Paramount+)
Serien-Top-Ten
| 1️⃣ | ![]() | A Knight of the Seven Kingdoms Ritterdrama, HBO Max |
| 2️⃣ | ![]() | The Night Manager (Staffel 2) Spionagethriller, Prime Video |
| 3️⃣ | ![]() | A Thousand Blows (Staffel 2) Historiendrama, Disney+ |
| 4️⃣ | ![]() | Wolf Hall: The Mirror and the Light Historiendrama, BBC/arte |
| 5️⃣ | ![]() | How to Get to Heaven From Belfast Mysterykomödie, Netflix |
| 6️⃣ | ![]() | The Lincoln Lawyer (Staffel 4) Krimi/Gerichtsdrama, Netflix |
| 7️⃣ | ![]() | La Linea della Palma Thriller, Play Suisse |
| 8️⃣ | ![]() | Steal Thriller, Prime Video |
| 9️⃣ | ![]() | Stranger Things (Staffel 5) Fantasyabenteuer, Netflix |
| 🔟 | ![]() | Pluribus Sci-Fi-Dramedy, Apple TV |
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Wieder mal hat mich mein ungutes Gefühl nicht getäuscht. Der Clifffhanger von «The Abandons» wird nie aufgelöst, Netflix hat die…