

Apple TV (3 Staffeln, 24 Episoden à 45 Min.)
Enthält Spoiler zu früheren Staffeln
Man wird fast ein wenig nostalgisch, wenn sich feindliche Nationen mit ausgeklügelten Sabotageakten bekämpfen, um gezielt hochrangige Personen oder militärische Infrastruktur auszuschalten.
In der Spionageserie «Tehran» stand dies seit dem Start 2020 im Mittelpunkt der Handlung. Der israelische Geheimdienst Mossad nimmt iranische Regimeführer ins Visier oder versucht das Atomprogramm zu sabotieren. Damals hatte das noch eine gewisse Entsprechung in der Realität.
Spione als Echo aus der Vergangenheit
Heute wirkt es aus der Zeit gefallen. Israel und die USA greifen den Iran völkerrechtswidrig und mit brachialer Gewalt an. Die Finesse der Spionage ist nur noch ein Echo der Vergangenheit. Abgesehen davon, dass Fiktion und Realität bei «Tehran» gerade massiv auseinanderklaffen, bekommt man einen soliden Thriller zu sehen.

Die israelische Spionin Tamar (Niv Sultan) hat sich mit der Ermordung eines iranischen Generals in der letzten Staffel mächtig Ärger eingebrockt. Nun jagt sie nicht nur der iranische Geheimdienst, sondern auch der Mossad, weil sie Befehle missachtete.
Der Mossad will die eigene Agentin eliminieren
Das beschert ihr die sehr unangenehme Bekanntschaft mit Nissan, aka «die Eule» (Sasson Gabay), einem altgedienten Mossad-Agenten. Er soll im Auftrag der Mossad-Chefin Yulia (Sara von Schwarze) Tamar eliminieren.

Sie kann allerdings ihre Exekution abwenden, denn sie besitzt brisante Informationen. Teile zum Bau eines atomaren Sprengkopfs sollen demnächst in den Iran geschmuggelt werden. Tamar kennt Zeit und Ort.
Ein Atominspektor versucht sich als Spion
Auch Eric Peterson (Hugh Laurie) sucht nach Beweisen, dass Iran entgegen öffentlichen Versicherungen an einer Atombombe arbeitet. Peterson leitet das Inspektionsteam der internationalen Atombehörde.

Er weiss, dass er mit den eingeschränkten Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen, nie zum Ziel kommt. Deshalb greift auch er zur Spionage und installiert eine Überwachungskamera in der angeblich zivilen Atomanlage. Doch Peterson fliegt auf. Unter grossem medialen Rummel wirft ihn die Revolutionsgarde ins Gefängnis.
Ebenfalls wieder mit dabei ist Faraz (Shaun Toub), der für den Geheimdienst der Revolutionsgarde arbeitet. Er war anfangs Tamars gefährlichster Feind. Seit der letzten Staffel ist ihre Beziehung komplizierter, nicht zuletzt wegen Faraz‘ Frau Nahid (Shila Ommi). Diese drei Erzählstränge verknüpfen sich auf Umwegen und mit einigen Überraschungen und enden mit einem gewaltigen Knall.

Spannender Thriller, aber wieder stereotyp
«Tehran» bleibt auch in der dritten Auflage ein Spionagethriller, bei dem es nie langweilig wird. Doch während die ersten beiden Staffeln uns Einblicke in die iranische High-Society oder junge Regimegegner:innen boten, sehen wir diesmal nur Mullahs und Revolutionsgardisten. Das ist wieder ein stereotypes Bild des Landes und mindert die Begeisterung für die Serie.
Im Februar begannen in Athen die Dreharbeiten für die vierte Staffel von «Tehran», wurden aber nach dem plötzlichen Tod der Produzentin Dana Eden unterbrochen. Die Staffel soll dennoch gegen Ende des Jahres fertig produziert sein und laut Regisseur Daniel Syrkin soll die aktuelle geopolitische Lage in die Geschehnisse einfliessen.
Besetzung: Niv Sultan | Shaun Toub | Hugh Laurie | Phoenix Raei | Shila Ommi | Bahar Par | Sasson Gabay | Ray Haratian | Sara von Schwarze
Serie entwickelt von: Dana Eden | Maor Kohn | Omri Shenhar
Genre: Thriller | Action
ISR, 2026












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