Tehran (Staffel 2) – Mossad-Agentin auf Rachefeldzug

Tehran key art. Niv Sultan und Glenn Close.

Läuft bei: Apple TV+ (2 Staffeln, 16 Episoden à 45 Min.)

Die Mossad-Agentin Tamar (Niv Sultan) und ihr Freund Milad (Shervin Alenabi) sitzen in Teheran fest. Sie planen die Flucht aus Iran. Allerdings will Tamar ohne Milads Wissen noch ein letztes Mal mit dem Mossad zusammenarbeiten.

Spektakuläre Befreiung

Sie will mithelfen, den israelischen Piloten zu befreien, der bei ihrer misslungenen letzten Mission (Staffel 1) gefangenen genommen wurde. Die spektakuläre Aktion gelingt. Tamar entkommt aber nur knapp der Verhaftung dank der Hilfe von Marjan (Glen Close), die ebenfalls für den Mossad arbeitet.

Als Vergeltung lässt der neu ernannte Führer der Revolutionsgarde, Qasem Mohammadi (Vassilis Koukalani), vier Personen hinrichten, die wegen Verbindungen zum Mossad verurteilt worden waren. Darunter befinden sich Tamars Tante und Onkel, die sie unterstützt hatten und deshalb in der Todeszelle landeten.

Tamar schwört Rache

Tamar bricht deshalb die geplante Ausreise aus Iran ab. Sie will Rache nehmen an Mohammadi. Über Milads Verbindungen im Drogenhandel wollen sie in die Partyszene der jungen High-Society gelangen, in der sich Mohammadis Sohn bewegt. Das soll den Weg ebnen für einen Mordanschlag auf den Vater.

Das Vorhaben erweist sich als komplizierter als erhofft. Zudem ist ihnen wieder der iranische Geheimdienstler Faraz (Shaun Toub) auf den Fersen.

Einschätzung

«Tehran» verliert in der zweiten Staffel leider etwas von dem besonderen Flair, das die erste Staffel auszeichnete.

Iran jenseits des Mullah-Staates

Tamar war da nicht einfach eine israelische Agentin auf Sabotagemission. Ihre Familie stammt aus Iran. Es ist ein Stück Heimat, wo sie dafür kämpfen will, dass die Menschen ein besseres Leben führen können. Zudem lernte Tamar die Szene der jungen Regimegegner:innen kennen, als sie untertauchen musste.

So zeichnete die erste Staffel ein Bild von Iran jenseits des Mullah-Staates, wie wir es in Europa üblicherweise vorgesetzt bekommen.

Der Prunk der Regime-Kinder

Diesmal spielt sich die Mission in der High-Society der jungen Schönen ab, deren Väter hohe Tiere im Regime sind. Protzige Autos, luxuriöse Häuser, Parties mit Koks. Auch das zwar ein Bild des Irans, das uns nicht vertraut ist. Aber wir kennen es zur Genüge aus der Welt der westlichen Superreichen.

Was bleibt, ist der Attentatsplot, der für einige Herzschlagmomente sorgt. Wobei die zweite Staffel auch hier das Niveau der ersten nicht erreicht.

So arbeiten Mossad-Agent:innen?

Zu oft leisten sich Tamar, Miladi oder Marjan Fehler, die sie eigentlich den Kopf kosten müssten. Da fragt man sich manchmal, ob das wirklich Agent:innen dieses hochgelobten Mossads sind.

Tamar, so viel darf verraten sein, sitzt am Schluss wieder in Teheran fest. Vielleicht schafft es eine allfällige dritte Staffel diesen anderen Blick auf Iran wieder in den Vordergrund zu rücken, der die Serie zu Beginn interessant machte.

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Besetzung: Niv Sultan | Shaun Toub | Shervin Alenabi | Glenn Close | Shila Ommi
Serie entwickelt von: Dana Eden | Maor Kohn | Omri Shenhar
Genre: Thriller
ISR, 2022