Hijack (Staffel 2) – Idris Elbas Abstieg vom Flugzeug in die U-Bahn

📅

📝

Poster der Apple TV+ Serie «Hijack» mit Idris Elba. Porträt eines schwarzen Mannes mittleren Alters in brauner Jacke vor buntem, streifenförmigem Hintergrund. Titel mit Zug-Icon und Slogan «Who can you trust when it's all on the line?»
3 von 5 Sternen

Apple TV (2 Staffeln, 15 Episoden à 45 Min.)

«Hijack» war als Mini-Serie konzipiert. Doch der durchschlagende Erfolg des Flugzeugentführungsdramas bewog Apple dazu, eine zweite Staffel in Auftrag zu geben. Das ist nicht immer eine gute Idee, wie die ebenfalls von Apple TV produzierte Serie «Bad Sisters» gezeigt hat. Leider gilt das auch für die zweite Staffel von «Hijack».

Logiklöcher statt nervenaufreibender Spannung

Das bedeutet nicht, dass Sam Nelsons (Idris Elba) Abstieg in den Berliner Untergrund völlig misslungen ist. Aber die Entführung einer Berliner U-Bahn fesselt deutlich weniger als die spannungsgeladene Geiselnahme an Bord des Flugs KA29. Hauptsächlich wegen der vielen Logiklöcher in der Handlung, die man ohne Spoiler nicht detailliert aufzeigen kann.

Ein Mann in olivgrüner Jacke und blauem Hemd steht vor einem gelben U-Bahn-Zug in einer unterirdischen Station. Er blickt ernst zur Seite, während sich die Türen des beleuchteten Waggons öffnen. Die Szene wirkt cinematographisch und spannungsgeladen.
Eines ist von Anfang an klar: Sam Nelson (Idris Elba) will mit der U-Bahn nicht einfach von A nach B fahren. © Apple TV

Was man sagen kann: Sam Nelson ist in Berlin und steigt in die U5 ein. Er wirkt vom ersten Moment an sehr angespannt. Eine junge Frau (Jasmine Bayes), die ihn von früher kennt, spricht ihn an, doch er wimmelt sie ab. Sein Augenmerk gilt einem Mann mit Rucksack.

Der Rucksackmann und der nervöse U-Bahnfahrer

Er konfrontiert den Mann und fordert ihn auf, den Inhalt seines Rucksacks auszupacken. Der Mann weigert sich. Ein Handgemenge folgt, bis zwei Polizisten eingreifen und den Mann aus der U-Bahn auf den Bahnsteig zerren.

Problem gelöst? Nein, auch im Führerstand der U5 herrscht Hektik. Der Fahrer Otto (Christian Näthe) versucht über Funk einen Gleisarbeiter zu erreichen. Zudem schaut er immer wieder nervös auf die Uhr.

Ein Mann mit Bart in einer schwarzen Jacke mit grünen Reflektorstreifen spricht in ein Handfunkgerät. Er befindet sich im Führerstand einer U-Bahn mit Kontrollpanels und roten sowie grünen Statusleuchten im Hintergrund.
Otto (Christian Näthe) ist heute nicht zufällig der Fahrer der U5. Aber welche Rolle spielt er bei der Entführung seiner U-Bahn? © Apple TV
Von Berlin nach Schottland

Szenenwechsel: In einer abgelegenen Waldhütte in Schottland klopft es an die Tür. Marsha (Christine Adams), Sams Ex-Frau, öffnet die Tür. Eine Frau und ein Mann stehen davor. Sie bringen ihr einen Blumenstrauss. Landidylle? Nein. Bald folgt eine tödliche Verfolgungsjagd.

Weitere Schauplätze, die eine Rolle spielen, sind die britische Botschaft und die U-Bahnleitstelle in Berlin. In der Botschaft wartet Olivia Thatcher (Clare-Hope Ashitey) auf Sam, mit dem sie zu einer Besprechung verabredet war. Sam taucht nie auf. In der Leitstelle tritt Clara Berger (Lisa Vicari) ihren Dienst an. Sie betreut heute die U5. «Da ist es immer ruhig», sagt ihr Kollege. Er irrt sich gewaltig.

Eine blonde Frau in weisser Kleidung steht vor einer futuristischen Kulisse mit leuchtenden blauen und roten Neonlinien. Die Szenerie zeigt komplexe elektronische Schaltkreismuster im Hintergrund.
Clara Berger (Lisa Vicari) absolviert ihre erste Nachtschicht in der U-Bahnleitstelle. Es wird eine hektische Premiere. © Apple TV

Und dann geistert noch der BKA-Beamte Zoran Beck (Dejan Bućin) durch die Serie. Er durchsucht Wohnungen und fahndet nach Verdächtigen. Was das mit der U-Bahnentführung zu tun hat, bleibt lange unklar.

Und jetzt auf See? Aber bitte mit einer besseren Story

Was sich wirklich hinter der Entführung verbirgt, die am Ende der ersten Staffel beginnt, ist clever, wenn auch sehr kompliziert konstruiert. Da mischt der britische Geheimdienst mit und die Spur führt zurück zur Entführung des Flugs KA29.

Ein Mann mittleren Alters in dunklem Mantel und Anzug steht bei Nacht im Schneefall. Im unscharfen Hintergrund sind Lichter einer Stadt oder Strasse zu sehen. Die Szene wirkt dramatisch und atmosphärisch.
Was bringt einen britischen Geheimdienstagenten (Toby Jones) nach Berlin? Und auf wessen Seite steht er? © Apple TV

Doch wie eine U-Bahn voller Leute einen einzelnen Entführer immer wieder unbehelligt durch die Wagen spazieren lässt, strapaziert die Glaubwürdigkeit der Story übermässig. Das und andere Ungereimtheiten kann auch der wirklich gute Cast, allen voran Idris Elba, nicht übertünchen.

Gut möglich, dass wir Sam Nelson nicht zum letzten Mal gesehen haben. Vielleicht folgt als Nächstes die Entführung einer Fähre? (Flugzeug, Zug, Schiff war schon die Reihenfolge in der Serie «Departure»). Hätte sicher seinen Reiz. Mein Wunsch wäre nur: Macht die Story konsistenter und glaubwürdiger als diesen Ausflug in den Berliner Untergrund.

Wie viele Sterne gibst du «Hijack» (Staffel 2)?
0 Stimmen

Besetzung: Idris Elba | Christine Adams | Christian Näthe | Clare-Hope Ashitey | Lisa Vicari | Christiane Paul | Toby Jones | Arsher Ali | Dejan Bućin | Ian Burfield | Archie Panjabi | Stuart Atterton | Daniel O’Farrell
Serie entwickelt von: Jim Field Smith | George Kay
Genre: Thriller
GB/USA, 2026

Beitrag teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung