Abt.: Überraschende Testergebnisse

Amerika als Vorbild: Hier wird offensiv vor Gefahren gewarnt.

Im Konsumentenmagazin „Saldo“ ist ein „K-Tipp“-Test publiziert: „Tragbare Navigationsgeräte: Nur für Autos gut„. Bemängelt wird, dass sich die Geräte nicht für Fussgänger und Velofahrer eignen, bspw. weil sich die Akkus nur über den Feueranzünder im Auto aufladen lassen.

Das sollten die Hersteller dringend beheben und umgehend Adapter für den Velodynamo mitliefern oder für Solarzellen-Dächlikappen. Und auch die Fahrspurassistenten müssten serienmässig für Velowege und Fussgängerzonen angepasst werden.

Ich finde es wirklich wichtig, dass Konsumentenmagazine auf solche Mängel aufmerksam machen. Da wird man als Käufer von den Herstellern richtig verarscht.

Vor 40 Jahren: Man on the Moon

Es ist zwar nicht mein JFK-Moment, weil ich echt nicht mehr weiss, was ich am 21. Juli 1969 um etwa 4 Uhr morgens gemacht habe. Möglich, dass ich vor dem Fernseher gesessen habe, als Neil Armstrong den Mond betrat. War ja schliesslich mitten in den Schulferien. Vielleicht waren wir aber auch noch in Spanien in den Ferien – da waren wir 69, das weiss ich noch.

Apollo 11: Buzz Aldrin betritt als zweiter Mensch den Mond
Apollo 11: Buzz Aldrin betritt als zweiter Mensch den Mond. Foto: NASA

Auf jeden Fall gehören die Landung von Apollo 11 auf dem Mond und die anschliessenden Apollo-Flüge zum Erdtrabanten zu jenen Dingen, die mich als Bub faszniert und ehrlich gesagt bis heute nicht losgelassen haben.

Umso mehr, seit ich vor ein paar Jahren im Kennedy Space Center in Florida gesehen habe, womit die auf den Mond geflogen sind: Was sich damals Computer nannte, würde heute keiner mehr kaufen, weil man wahrscheinlich nicht mal Tetris darauf spielen kann (übrigens ein anderer Jubilar in diesem Jahr). Immerhin: Die Saturn V Rakete, die war eindrücklich, und der traut man auch zu, dass sie bis zum Mond geflogen ist.

Ich konnte mirs jetzt nicht verkneifen, zum Jubiläum wieder mal ein Buch zum Apollo-Programm zu kaufen. Bin im «Spiegel» darauf gestossen: «Moondust. In Search of the Men Who Fell to Earth» von Andrew Smith. Er hat die Astronauten, die auf dem Mond waren, Jahrzehnte danach aufgespürt – war offenbar gar nicht so einfach -, um zu sehen, was aus ihnen geworden ist. Und allen scheint eines gemeinsam: Wer einen Fuss auf den Mond gesetzt hat, kam danach auf der Erde nie mehr richtig an.

Es gibt noch zwei weitere Empfehlungen: «Moonshot. The Inside Story of America’s Race to the Moon» ist die Geschichte der US-Raumfahrt vom Mercury-Programm bis zu den Apollo-Flügen. Als Autoren zeichnen die beiden Astronauten Alan Shepard und Deke Slayton, die von Anfang an dabei waren.

Und wers lieber auf dem Schirm schaut: «From the Earth to the Moon» ist eine zwölfteilige Mini-Series, produziert von Tom Hanks (das muss kein Nachteil sein), über das ganze Raumfahrtprogramm. Spannend und unterhaltsam inszeniert.

So – und jetzt ist hoffentlich am 21. Juli 2009 gutes Wetter. Dann stehe ich vielleicht auf mitten in der Nacht und werfe einen Blick auf dem Mond, ob man nicht doch noch irgendeinen Überrest der Apollo-Missionen sieht. Oder war alles nur einer grosser Schwindel?

Poken

Ich habe mal wieder was fürs Radio gemacht: Poken – erklärt in 100 Sekunden (habe das Ziel allerdings um zehn Sekunden überschossen).

Für Nerds natürlich nichts Neues, was ich da erzähle. Ist auch nicht die Idee dieser Rubrik auf DRS 2. Lohnt sich m.E. übrigens auch sonst mal reinzuhören in «100 Sekunden Wissen», kurz und interessant, was da jeden Morgen erklärt wird. Die Rubrik gibts auch als Podcast.

Worte des Jahres – und die Filme dazu (2009)

Das Jahr 2009 ist zwar noch nicht mal zur Hälfte vorüber, aber es hat schon einige Wortschöpfungen geboren, die meiner Meinung nach valable Kandidaten für das (Un)Wort des Jahres sind und sich vor allem gleich noch als hervorragender Stoff für die Leinwand/Glotze eignen. Aus Abwrackprämie, Steueroase, toxischen Papieren, Holzmedien, Bad Bank oder H1N1 liesse sich einiges machen

Abwrackprämie

Der offizielle Begriff der deutschen Regierung für die finanzielle Unterstützung beim Verschrotten eines alten, umweltbelastenderen Autos lautet «Umweltprämie». Viel zu langweilig, klar. Abwracken triffts viel genauer. Da hört man doch das Knacken und Klirren, wenn die Schredderanlage aus dem vormaligen Auto einen handlichen Schrottkubus presst. Und da – plötzlich – aus einem Schrottwürfel tropft Blut, der «Tatort» kann beginnen.

Steueroase

Was für ein Bild. Da sonnen sich die Steuerhinterzieher am Swimmingpool im blühenden grünen Paradies und fächern sich mit Tausendernoten etwas Kühlung zu. Darum herum die Wüste, übersät mit Skeletten von all den armen Teufeln, die es nicht bis in die rettende Oase geschafft haben, sondern Peer «Ali Baba» Steinbrück in die Hände gefallen sind, der von Ouagadougu bis Vaduz die Wüste nach  Steuerflüchtlingskarawanen und deren Helfern durchkämmt. Dieser Film würde selbst «Lawrence of Arabia» in den Schatten stellen. Man müsste den Titel natürlich etwas aufpeppen «Oase der Gier» oder so was.

Toxische Papiere

Auch hier sehe ich den Film schon vor meinen Augen. Der fiese Bösewicht Dr. M.O. will sämtliche Banknoten der Welt durch vergiftete Noten ersetzen, die nicht nur den Besitzer bei der leisesten Berührung töten, sondern gleich auch noch alle Assets im Umfeld von 100 Metern verbrennen. Aber Merz, Hans-Rudolf Merz, Agent seiner eidgenössischen Finanzaufsicht, kommt ihm auf die Schliche und tötet Dr. M.O. beim dramatischen Showdown auf der Bahnhofstrasse, in dem er ihm mit Ein-Franken-Stücken das Maul stopft, bis Dr. M.O. erstickt. Das wäre mal ein Schweizer Film! Der erste, der es auch zu einem Hollywood-Remake schaffen könnte. (Peer Steinbrück hat auch einen Gastauftritt als sadistischer Folterknecht, in dessen Hände Merz gerät).

Holzmedien

Wer den Begriff noch nicht kennt: Abschätzig für die Industrie, die Informationen produziert und mittels aus Holz gewonnenem Druckmaterial (Papier) weiterverbreitet. Das ist natürlich der Stoff für eine klassische Familiensaga-Soap. Herbert Holz (Hans Heinz Moser) leitet seit Jahrzehnten die traditionsreichen Holz Medien AG, eines der grössten Verlagshäuser der Schweiz. Jetzt möchte er den Betrieb der nächsten Generation übergeben, aber die Tochter (Tonia Maria Zindel) ist drogensüchtig und verdient ihr Geld als Prostituierte, der Sohn (Anatole Taubmann, verleiht etwas Star-Glamour) ein schwuler Lebemann, der schon Hunderttausende ausgegeben, aber noch nie einen Franken verdient hat. Und dann ist da noch der fiese Niggi Netzmann (Gilles Tschudi), Besitzer einer Gratiszeitung und eines Internetverlags. Er will die Holz Medien kaufen und hat zudem eine Affäre mit Holz‘  zweiter, viel jüngeren Frau (Katharina von Bock). Und dann gibts da noch die intrigante geschiedene erste Frau (Stefanie Glaser), den aufrichtigen Druckereileiter (Beat Schlatter), den überforderten Chefredaktor (Hans Schenker) usw. Also mindestens fünf Staffeln sollte das schon geben. Liesse sich auch ohne weiteres mit ehemaligen GZSZ-Darstellern für Deutschland adaptieren.

Bad Bank

Eigentlich eine Bank, die die Funktion einer Müllverbrennung für schlechte Papiere übernimmt. Im Film aber die Fortsetzung von «Wall Street» natürlich wieder mit Michael Douglas als skrupelloser Finanzhai, der sich an den staatlichen Rettungsgeldern für Banken bereichern will. Sein Gegenspieler: Ein kleiner Beamter der IRS, der das fiese Spiel früh durchschaut, dem aber niemand glauben will (vielleicht Nick Cage?). Und als Präsident Will Smith.

H1N1

Das Schweinegrippe-Virus gehört sicher in die Top-Ten für das Wort des Jahres, auch wenn es nicht wirklich zu den Favoriten gehört. Auch der Film gerät wohl zur x-ten Auflage eines Films wie «Outbreak» und wird deshalb unter dem Titel «H1N1 – The Killer Virus» mit einer typischen B-Besetzung gleich für den DVD-Markt produziert.

Ashes to Ashes – Season 2

Alex Drake (Keeley Hawes) und Gene Hunt (Philip Glenister) mit Audi Quattro. Foto: BBC

Das Warten ist vorüber: Am Montag Abend liess DCI Gene Hunt seinen Audi Quattro wieder donnern und Alex Drake stiefelt wieder durch die 80er, obwohl sie doch eigentlich gar nicht da hingehört. Ashes to Ashes, 2. Season läuft, endlich.

Oder doch nicht endlich, sonder eher leider wieder? Die englische Presse zeigt sich mehrheitlich reserviert. «Not very good», «dull and sordid», «it never quite hits the same sublime notes as the original (Life on Mars)».

Und selber? Na ja, wie immer wenn man lange gewartet hat, sind die Erwartungen hoch, die Vergangenheit etwas verklärt und deshalb: War ganz ok, was Drake und Hunt uns in der ersten Episode geboten haben.

Die Zeitreisegeschichte war diesmal zwar beinahe etwas irritierend, Alex gehört mit ihrem Haarschnitt so natürlich in die 80er und man hat sich auch daran gewöhnt, nur sie offensichtlich immer noch nicht.

Dafür gabs ein paar nette Gags, die mit dem Zeitreiseding spielen. DC Chris Skelton liefert lange vor dem gleichnamigen Film einen Full Monty in einer Bar.

Auf jeden Fall: der Montag Abend bleibt vorläufig gebucht.

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