The Madison (Staffel 1) – Taylor Sheridans Hohelied auf die Landliebe

📅

📝

Poster für die Paramount+ Serie «The Madison». Eine blonde Frau blickt nachdenklich nach unten, im Hintergrund schneebedeckte Berge und ein Fluss. Text zeigt Mitwirkende Michelle Pfeiffer und Kurt Russell.
3 von 5 Sternen

Paramount+ (1 Staffel, 6 Episoden à 50 Min.)

Taylor Sheridan mag New York und seine woken Einwohner:innen nicht. Er liebt die bodenständigen Landbewohner und die unberührte Natur. Das zeigt seine neueste Serie «The Madison», die wie «Landman» nicht zum «Yellowstone»-Universum gehört, aber dasselbe Weltbild transportiert.

Dieses einfache Strickmuster von Land gleich gut und Stadt gleich böse stört aber überraschend wenig. Das liegt an den wunderschönen, wenn auch fast überstrapazierten Landschaftsaufnahmen, der eher sanften Häme, mit der über die Städter:innen hergezogen wird, und an Michelle Pfeiffer.

Eine blonde Frau in einer olivfarbenen Jacke steht in einer weiten Herbstlandschaft und blickt nachdenklich zur Seite. Im Hintergrund erstrecken sich goldene Felder, ein mäandernder Fluss und schneebedeckte Berge unter bewölktem Himmel.
Die New Yorkerin Stacy Clyburn (Michelle Pfeiffer) entdeckt die heilende Kraft der Natur. © Paramount+
Die Städterin und das Plumpsklo

Sie ist Stacy Clyburn, Matriarchin einer Familie, deren Lebensmittelpunkt New York ist. Oder war. Als ihr Ehemann Preston (Kurt Russell) bei einem Flugzeugabsturz stirbt, reist sie mit ihren beiden Töchtern, ihrem Schwiegersohn und zwei Enkelinnen nach Montana, wo das Unglück geschah.

Preston verbrachte dort gemeinsam mit seinem Bruder Paul (Matthew Fox) jede Minute, die er aus der Stadt fliehen konnte, beim Fliegenfischen am Madison River. Er liebte das einfache Landleben. Stacy begleitete ihn nie, weil sie es unzumutbar fand, dass Prestons Hütte nur ein Plumpsklo hinter dem Haus besass.

Zwei Angler stehen bei goldenem Licht in einem Fluss. Der vordere Mann trägt Sonnenbrille, Kappe und Anglerweste, hält eine Rute und ein Netz. Im Hintergrund steht ein zweiter Angler mit Hut. Herbstliche Bäume säumen das Ufer.
Hier kann Mann seinem Urtrieb als Jäger frönen. Preston (Kurt Russell) und Paul (Matthew Fox) beim Fliegenfischen. © Paramount+

Nun, da sie die Beerdigung für Preston und Paul, der ebenfalls beim Absturz starb, planen muss, entdeckt sie die Schönheit und Ruhe, die das Landleben bietet. Ganz im Gegensatz zu ihrer Familie.

Eine Bande von verzogenen Gören

Die jüngste Tochter Paige (Elle Chapman) macht Bekanntschaft mit Wespen, die sich im Plumpsklo eingenistet haben. Das kostet sie beinahe das Leben. Nicht wirklich, aber ihr Gejammer hört sich so an. Auch mit dem Essen hat sie ihre liebe Mühe. Hirschfleisch geht gar nicht, weil es von dreckigen Wildtieren stammt. Nicht so wie das Rindfleisch in New York, das aus sauberer Massentierhaltung kommt.

Die Enkelinnen belehren die Landbewohner, dass man nicht mehr «Indians» sagt, auch wenn sich die «Indians» sich hier selber so nennen. Einzig die älteste Tochter Abigail (Beau Garrett) kann sich mit den Verhältnissen anfreunden, oder besser: mit dem attraktiven Sheriff (Ben Schnetzer), der allerdings vehement ausschliesst, je einen Fuss nach New York zu setzen.

Fünf Personen stehen in einer Reihe auf einer Wiese vor einem rustikalen Holzhaus. Von links: Mann in hellem Pullover, Frau in grauem Trainingsanzug, Frau in grünem Top und schwarzer Hose, kleines Mädchen und blonde Frau in Jeansjacke. Herbstliche Landschaft mit Bäumen im Hintergrund.
Holzhütte statt Loft: Die jungen Clyburns kommen mit dem einfachen Landleben wenig zurecht. © Paramount+

Es sind mehr amüsante denn bösartige Spitzen, die Sheridan gegen die New Yorker:innen abschiesst. Und man kann Stacy voll zustimmen, wenn sie ihre Töchter und Enkelinnen als «spoiled brats» betitelt – nicht ohne sich selbst dafür Vorwürfe zu machen.

Trauer, Verlust und verlorene Liebe

Doch der Stadt-Landgraben spielt eigentlich nicht die Hauptrolle. Im Zentrum steht Stacy und ihr Umgang mit Trauer, Verlust und verlorener Liebe. Die Serie beschreibt in zahlreichen Rückblenden die innige Beziehung zwischen Stacy und Preston.

Dabei schrammt sie manchmal nur knapp am Kitsch vorbei. Aber Michelle Pfeiffer und Kurt Russell retten das Drehbuch jeweils vor dem Absturz. Pfeiffer kauft man auch ab, wie ihre Figur langsam mit ihrem Schicksal umzugehen lernt und in der Landschaft, die ihrem Mann so viel bedeutete, eine heilende Kraft entdeckt. Witzigerweise spielt dabei ein typischer New Yorker «shrink» eine bedeutende Rolle.

Vier Personen sitzen entspannt auf einem Holzzaun in ländlicher Umgebung. Von links: blonde Frau in schwarzer Jacke, Mann in braunem Pullover mit Sheriffstern, Frau in gemusterter Jacke und Mann mit Cowboyhut.
Freundlich, hilfsbereit und grundehrlich: Das zeichnet die Landbewohner in «The Madison» aus. © Paramount+

Trotz allem berührt einen «The Madison» nicht so tief, wie es diese Geschichte sollte. Sheridan setzt zu wenig Energie ein, wirklich nahbare und facettenreiche Figuren zu schaffen. Zu schnell verfällt er in den simplistischen Ansatz, dass Natur und das einfache Leben auf dem Land alle Übel der Welt – vor allem der städtischen Welt – heilen können.

Wie viele Sterne gibst du «The Madison» (Staffel 1)?
0 Stimmen

Besetzung: Michelle Pfeiffer | Kurt Russell | Beau Garrett | Patrick J. Adams | Elle Chapman | Amiah Miller | Alaina Pollack | Ben Schnetzer | Kevin Zegers | Rebecca Spence | Matthew Fox | Danielle Vasinova
Serie entwickelt von: Taylor Sheridan
Genre: Drama
USA, 2026

Beitrag teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung