DTF St. Louis (Mini-Serie) – Schwarze Komödie führt in emotionale Abgründe

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HBO-Poster für die Serie «DTF St. Louis» mit drei Erwachsenen auf Schaukeln vor bewölktem Himmel. Links ein Mann in dunklem Pullover, mittig eine Frau mit langen Haaren, rechts ein Mann mit Schnurrbart. Text: «You never know which way a friendship will swing».
4 von 5 Sternen

HBO Max (Mini-Serie, 7 Episoden à 50 Min.)

Wofür «DTF» steht? Darauf komme ich zurück. Mein Akronym für die Serie lautet eher «WTF». Am Schluss sass ich da und fragte mich, was zur Hölle ich da gerade gesehen hatte. Das ist aber keineswegs abwertend gemeint.

Peniskrümmung und Schutzpanzer als Sexkiller

«DTF St. Louis» wird als schwarze Komödie angekündigt. Da erwarte ich Lacher, die im Hals stecken bleiben. Doch das passiert nicht so oft. Am ehesten, als Floyd (David Harbour) von seiner Peyronie-Krankheit erzählt. Sein Penis, so erklärt er seinem Freund Clark (Jason Bateman), ist um mehr als 30 Grad gekrümmt.

Zwei Männer stehen im Freien vor einem Gebäude. Links ein Reporter in violettem Hemd mit Krawatte, der ein Mikrofon mit «Channel 10»-Logo hält. Rechts ein Mann in schwarzem Anzug mit Schnurrbart, der in Gebärdensprache übersetzt.
Clark (Jason Bateman) ist Wettermoderator beim lokalen TV-Sender. Floyd (David Harbour) ist sein Übersetzer in Gebärdensprache. © Tina Rowden/HBO

Keine guten Voraussetzungen für ein erfülltes Sexualleben. Doch noch mehr Mühe bereitet Floyd in dieser Hinsicht der Anblick seiner Frau Carol (Linda Cardellini) im unförmigen Schutzpanzer, den sie als Baseball-Schiedsrichterin trägt. Dieses Bild bekommt er nicht aus seinem Kopf.

Allerdings hat auch er nicht gerade einen Adoniskörper. 15 Kilo sollten runter, dann würde sich Carol vielleicht wieder mehr zu ihm hingezogen fühlen. Stattdessen beginnt sie eine Affäre mit Clark.

Ein Mann und eine Frau sitzen sich an einem Restauranttisch gegenüber, trinken Rotwein und unterhalten sich bei warmem Kerzenlicht. Die gemütliche Atmosphäre wird durch dunkle Holzmöbel und Regale im Hintergrund verstärkt – typisch für eine intime Dinner-Szene aus einer TV-Serie.
Carol (Linda Cardellini) erfüllt Clark seine geheimen Wünsche. Aber verfolgt auch ihre eigene Agenda. © Tina Rowden/HBO
Ein Mordfall, der von Freundschaft und Liebe erzählt

Doch nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Das zeigt sich, als die Polizei auftaucht, um einen verdächtigen Todesfall zu untersuchen. Bei der Leiche handelt es sich um Floyd (kein Spoiler, das sieht man im Trailer).

Wurde Floyd von einem Date umgebracht, das er über die App «DTF St. Louis» vereinbarte? Diese App, auf die ihn Clark aufmerksam gemacht hat, verspricht unverbindlichen Sex (DTF = Down to f..k). Oder wollte Clark mehr von Carol und Floyd stand ihm im Weg? Oder war es andersrum: Carol wollte Floyd loswerden?

Eine junge schwarze Frau in beigem Cardigan und ein älterer weisser Mann im dunklen Anzug sitzen nebeneinander auf einem orangefarbenen Sofa in einem elegant eingerichteten Wohnzimmer. Beide blicken ernst nach vorne. Vor ihnen steht ein Holzcouchtisch mit einer Kerze.
«Was zum Teufel treiben die in diesen Vorstädten?» Jodie Plumb (Joy Sunday) und Donoghue Homer (Richard Jenkins) kommen bei ihren Ermittlungen aus dem Staunen nicht mehr heraus. © Tina Rowden/HBO

Was die Polizistin Jodie Plumb (Joy Sunday) und ihr Kollege Donoghue Homer (Richard Jenkins) bei ihren Ermittlungen aufdecken, führt sie in eine Welt, in der es um Liebe, tiefe Freundschaft und berührende Schicksale geht.

Eine unwiderstehlich verquere Gefühlswelt

Das macht die Faszination der Serie aus, die auf skurrilen Figuren und absurden Situationen aufbaut, um zutiefst menschliche Gefühle zu zeigen, die einen nicht mehr loslassen. Es geht letztlich um die Frage, was Zufriedenheit und Glück bringt und warum es Menschen verwehrt bleibt, die es verdienen.

Zwei Männer sitzen sich in einem Diner gegenüber und unterhalten sich. Der eine trägt ein gestreiftes Poloshirt, der andere einen grauen Anzug. Sie sitzen in einer klassischen amerikanischen Restaurantbox mit hohen Rückenlehnen und Ledersitzen. Auf dem Tisch stehen Kaffeetassen.
Eigentlich erwartete Floyd ein Date mit einer Frau. Doch er ist zu höflich, um Christopher (Peter Sarsgaard) brüsk abzuweisen. © Tina Rowden/HBO

«DTF St. Louis» erzählt das packend dank der herausragenden Leistung von Bateman, Harbour und Cardellini. Die Besetzung überzeugt bis in die Nebenrollen mit Peter Sarsgaard als desillusioniertem, schon beinahe zynischem Datingpartner von Floyd, der bei der polizeilichen Vernehmung die Brüche in der Vorstadtgesellschaft schonungslos offenlegt.

Die Serie ist keine leichtfüssige schwarze Komödie, aber auch kein trostloses Drama. Sie zieht einen langsam, aber unwiderstehlich in eine wundervoll verquere Welt voller Emotionen.

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Besetzung: Jason Bateman | David Harbour | Linda Cardellini | Richard Jenkins | Joy Sunday | Arlan Ruf | Peter Sarsgaard
Serie entwickelt von: Steve Conrad
Genre: Drama | Krimi | Komödie
USA, 2026

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